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Albuquerque, die Dritte – New Mexico

Nach knapp 2 Wochen Aufenthalt in Albuquerque ist uns die Stadt fast ans Herz gewachsen. Sie ist flächenmäßig sehr groß, so um die 20 Meilen im Durchmesser, trotzdem liegt sie unauffällig in der Landschaft, rundum von Bergen umschlossen. Die Bewohner sind bunt gemischt. Den Hauptteil machen Mexikaner, Schwarze und auch Indianer aus. Der Verkehr fließt auf großen, übersichtlichen Magistralen. Die Fahrweise ist etwas zügiger als auf unserem bisherigen Weg.

Jetzt sind wir endlich wieder on Tour. Was hat uns aufgehalten? Wir haben unseren Truck und den Wohnhänger gegen ein Motorhome (Bus) eingetauscht. Vielleicht haben wir damit mehr Glück und es warten nicht so viele Schwierigkeiten auf uns. Mit dem Gespann standen schon wieder Reparaturen auf dem Plan, die uns abermals sehr teuer gekommen wären. Außerdem ist das Motorhome um einiges kürzer und wendiger. Sollten wir doch irgendwo nicht damit hinkommen, werden wir mit dem Fahrrad fahren müssen. Außerdem sitzen wir jetzt höher, so dass uns nicht ständig irgendwelche Leitplanken und Zäune die Sicht versperren. Wir hoffen jedenfalls das Beste.
Zu guter Letzt haben wir bei der Abfahrt aus Albuquerque einen Roadrunner gesehen. Das ist der Nationalvogel von New Mexico. Er steht bei den Einheimischen für Mut und Schnelligkeit. Mut, weil seine Lieblingsspeise Klapperschlangen sind. Schnelligkeit, weil er bis zu 15 Meilen in der Stunde schnell laufen kann. Wir haben uns gefreut, doch noch einen dieser relativ großen Vögel zu sehen. Sie sind jedoch nur zu entdecken, wenn sie sich bewegen, weil sie absolut gut getarnt sind.

Zuerst folgten wir der Interstate 40 weiter Richtung Westen. Überreste der alten Route 66 wie die Stahlbogenbrücke über den Rio Puerco und eine alte Straßenbrücke ohne Straße sind auf der Nordseite der Interstate zu entdecken. Auf der Südseite liegt der Ort Correo. Bei Mesita bogen wir auf die alte Route 66 ab, wo sie durch eine aufregende Landschaft führt. Felsformationen wie der Turtle Rock, Lavaströme und Plateaus, die aus bunten Gesteinsschichten bestehen, und viele weitere Besonderheiten ließen uns nur staunen. In Laguna fanden wir einen RV-Park zum Übernachten. Wir waren noch gar nicht ganz angekommen, als uns schon ein alter Mann ansprach und ein Gespräch anfing. Sein indianischer Name war Kíwiksawé (gesprochen). Allerdings ist er nur ein halber Pueblo-Indianer aus dem Süden, denn seine Mutter war Thailänderin. Sein Onkel hatte eine Deutsche geheiratet. Das sind nur zwei ausländische Familienmitglieder, von denen er gesprochen hat. Die ganze Familie ist sehr international, denn auch aus der Ukraine kam jemand. Er erzählte uns, was wir uns in Laguna ansehen sollten und viele andere Dinge, und nach einer ganzen Weile verabschiedete er sich. Übrigens sind wir wieder einmal mitten im Indianergebiet. In New Mexico leben 24 Stämme, von den Pueblo-Indianern über die bekannteren Navajos und Apachen. Diese Stämme lebten jedoch schon immer hier. Der Mann an der Rezeption des RV-Parks stellte sich als Anasazi vor. Dieses Volk lebte vor sehr langer Zeit nordwestlich von hier und galt schon vor der Ankunft der Spanier als verschwunden, aber anscheinend ist es mit den Anasazi wie mit den Maya. Einige haben überlebt und leben mitten unter den anderen Menschen. Beide Einheimischen kennen die Geschichte ihres Volkes bis in die Anfänge sehr genau: dass sie zur Eiszeit über die Beringstraße kamen und die Kämpfe mit den spanischen Eroberern. Alles ist ihnen überliefert worden. Ich war einfach nur fasziniert von Ihnen.

Albuquerque, die Zweite – New Mexico

-1 °C. Bloß gut, dass wir unsere dicken Bettdecken mitgenommen haben, aber jetzt soll es wieder etwas wärmer werden. Für Minusgrade ist unser Hänger nicht gemacht. Ein weiterer interessanter Ausflug an den Westrand von Albuquerque galt dem Petroglyph National Monument. Das ist ein Naturpark, in dem mindestens drei Vulkane integriert sind, die schon lange nicht mehr aktiv sind. Auf drei Wanderwegen kann man den Park kennenlernen und erleben. Wir sind dem Rinconada Canyon Trail gefolgt, der am Rande der Caldera in den Vulkan führt. Der Rückweg läuft mittendurch.

Der Rand des Vulkanes besteht aus kleinen bis gewaltigen Lavabrocken, auf denen bis zu 500 Petroglyphen, also gemalten Zeichen, die einem früheren Volk zur Mitteilung und Verständigung dienten, zu sehen sind. Die Zeichen sind bis zu 700 Jahren alt. Es gibt aber auch Zeichen, die die ersten spanischen Siedler vor 400 Jahren in die Lavabrocken geritzt haben. Leider konnte es mancher moderne Mensch nicht lassen, sich ebenfalls auf diese Weise zu verewigen. Der gesamte Park weist um die 1000 Zeichen auf.

Am Anfang des Weges sind in den Brocken noch Unterschlüpfe zu finden, die den Jägern oder wem auch immer, zum Schutze dienten. Das ist alles sehr aufregend. In der Caldera findet sich manche Spur von verschiedenen Tieren, die versteckt leben. Eidechsen sind allerdings oft zu entdecken, sogar das ein oder andere Kaninchen. Löcher in der Erde und jede Menge getrockneter Kotbällchen zeugen ebenfalls vom eigentlich reichen Leben im Vulkan.

Albuquerque –New Mexico

1,5 °C in unserer Wohnung auf 1600 Metern Höhe, Zähneklappern, Brrrr. Santa Fe liegt auf 2135 Metern. Das hatte ich noch zu erwähnen vergessen. Albuquerque ist eine sehr interessante Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Leider läuft uns jetzt jeden Tag die Zeit weg, denn es ist schlagartig kurz nach 18.30 Uhr dunkel. Unser erster Ausflug in Albuquerque galt dem Sandia Peak im Cibola National Forest. Eine 14 Meilen lange, kurvenreiche und über 1600 Höhenmeter überwindende Straße führt auf die Spitze des Berges, die auf 3255 Meter liegt. Für Wanderfreunde gibt es viele Kilometer Trails durch den Park. Von ganz oben hat man eine aufregende, beinahe 360° Rundumsicht auf Albuquerque und angrenzende Bergmassive und Täler. Die Höhe ist schwindelerregend. Ich weiß nicht, ob wir schon einmal so hoch waren. Man sollte sich aber warm und windfest anziehen.

 

 

 

Eine andere Möglichkeit, diese Höhe zu erreichen ist, die längste Seilbahn der Welt, die Tramway, zu benutzen. Sie ist 2,7 Meilen lang und ist nur für schwindelfreie Menschen zu empfehlen. Das steht jedenfalls so mehr oder weniger in der Beschreibung. Um auf die höchste Höhe zu gelangen, muss man dann jedoch noch 1,8 Meilen bergauf zu Fuß zurücklegen.
Bei unserem zweiten Besuch der Stadt haben wir uns die „Talstation“ der Tramway angesehen, die auch schon einige Meter über der Stadt liegt. Von dort hat man ebenfalls einen wunderschönen Blick über das Land.

 

 

 

Unser nächstes Ziel war der Rio Grande Nature Center Nature Park. Der legendäre Rio Grande fließt von Nord nach Süd durch Albuquerque. Im Besucherzentrum machte man uns gleich auf eine eigene Sehenswürdigkeit aufmerksam: ein Porcupine (Baumstachelschwein). Schon wieder musste ich im Internet forschen, denn auf dem Bild, welches man uns in einem Buch zeigte, konnten wir nicht wirklich etwas erkennen. Das relativ große Tier auf dem Baum hatte uns den Rücken zugedreht und schlief, so dass es uns auch keinen Aufschluss über dessen Aussehen gab. Es sind ausnahmslos nachtaktive Tiere, die von Alaska bis ins nördliche Argentinien vorkommen sollen. Ich habe noch nie etwas von diesen Baumstachlern gehört. Zum Besucherzentrum gehören auch zwei große Teiche, die zur Zeit von vielen Kanadagänsen besucht werden. Schildkröten konnten wir auch beobachten.

 

 

 
Ein kurzer Weg durch das Auland des Rio Grande führte uns direkt zum Fluss. Die Dame im Besucherzentrum meinte, dass der Fluss sehr wenig Wasser hat. Es ist in diesem Jahr eine Katastrophe, denn es gibt noch weniger Wasser als die Jahre zuvor. Schon wieder stimmte die Wirklichkeit nicht mit unseren Vorstellungen überein. Von einem Fluss ist nicht viel übrig. Wir sahen nur Sandbänke mit etwas Wasser dazwischen und waren etwas enttäuscht. Einmal am Rio Grande stehen und dann so ein Bild, aber das ist die Natur. Einige alte und gewaltige Biberspuren an Bäumen haben wir gefunden, auch Eidechsen und Finken. Sonst konnten wir keine Tiere entdecken.

 

 

 

Als nächstes fuhren wir auf die Route 66. Die moderne Route 66-Brücke über den Rio Grande bietet gerade jetzt im tiefen Herbst phantastische Bilder. Viele Bäume, vor allem Pappeln, leuchten golden in der Sonne. Rot ist hier im Herbstlaub nicht zu entdecken, aber dieser gold-grün Kontrast ist auch toll.

Sehenswert in Albuquerque ist der Ursprung der Stadt, die im April 1706 von Francisco Cuervo y Valdez, der von Spanien zum Gouverneur von New Mexico ernannt worden war, gegründet wurde. Dieser Teil der Stadt nennt sich Old Town. 300 Jahre Geschichte stehen dort in ein paar Blocks. Die allermeisten Gebäude sind in Adobe-Bauweise errichtet worden, in denen sich auch hier Galerien und Shops befinden. In ganz Albuquerque ist diese Bauweise vorherrschend, wobei wir feststellten, dass die rekonstruierten und neuen Bauten mit Spritzbeton verkleidet sind, der zumeist den typischen Erdton aufweist. Diese Häuser muten sehr warm, sehr weich und sehr erdverbunden an. In den Originalhäusern wohnt es sich zudem bestimmt sehr gut.

 

 

 

Für Route 66-Fans ist das Nob Hill Viertel interessant. Hier finden sich noch einige Häuser aus der alten Zeit, die allesamt neu aufgemöbelt sind. Wir fanden kurz vor der beschriebenen Brücke zwei alte Motels.

Ein besonderer Leckerbissen, den wir in einem Bonbon-Laden fanden:

USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

El Paso – Texas

El Paso - Rio Grande

El Paso – Rio Grande

Durch den südlichen Teil der White Sands Missile Range und später die Fort Bliss Range erreichten wir El Paso. Nach Überwindung der Franklin Mountains, die El Paso teilen, lag der westliche Teil der Stadt zu unseren Füßen. Der grüne Streifen des Rio Grande war gut auszumachen und mittendrin? Wasser, richtiges Wasser. Seit Tagen regnet es östlich von Albuquerque, nun hat das Wasser endlich den Weg den Rio Grande hinunter geschafft und das leere Flussbett in El Paso gefüllt. Es kann aber noch nicht länger als einen Tag hier sein, denn das Wasser befördert noch sehr viele Schwemmteile.  Es ist heiß und es wird immer noch heißer und – unsere Klimaanlage ist kaputt. Ein erster Werkstattcheck ergab, dass es eine Platine der Klimaanlagensteuerung ist, die uns 280,-$ plus Steuern plus Versand kosten würde und die uns erst in sieben Werktagen nach der Bestellung erreichen würde. Da Klaus nicht sicher ist, dass dies der Fehler ist, wollen wir noch irgendwo einen zweiten Check machen lassen. Bis dahin heißt es – schwitzen.

Sandsturm überm Rastplatz

Sandsturm überm Rastplatz

Am ersten Abend in El Paso zog ein heftiger Sturm auf, der wieder Sand in Massen über die Landschaft bewegte. Am zweiten Abend zog dann endlich ein Gewitter auf und brachte etwas Abkühlung. Der Regen hatte jedoch kein nennenswertes Wasser mitgebracht, aber den Sand gebunden, der schon wieder durch die Luft getrieben wurde. Wenn man die Fenster nicht sofort schließt, hat man sofort überall eine Sandschicht auf der Einrichtung liegen. Sind das die Vorboten des jährlichen Monsuns, der im Juli und August die Wüsten heimsucht?

Downtown El Paso

Downtown El Paso

Unser Besuch El Paso´s erstreckte sich neben der Werkstatt auch auf die Altstadt direkt an der Grenze zu Mexiko, die vollkommen mexikanisch geprägt ist. Manche Bedienungen in den Läden sprechen nicht einmal englisch. Dafür kann man vor allem Klamotten und Schuhe gut und sehr günstig einkaufen. Da gibt es so viele wunderschöne Dinge, gerade für Frauen. Ich würde immer nur einkaufen, wenn ich dort wohnen würde.

amerikanischer Grenzzaun zu Mexiko

amerikanischer Grenzzaun zu
Mexiko

Wir erkundigten uns, ob es auf mexikanischer Seite auch Läden gäbe. Da antwortete man uns, dass es dort nur sehr wenige Läden gibt und es zudem sehr unsicher ist. Uns wurde rundweg von einem Besuch der mexikanischen Seite abgeraten. Bis vor Kurzem waren ein Bummel oder ein kurzer Trip in Mexiko kein Problem, inzwischen muss wohl irgendetwas passiert sein. Die Border Patrol ist in einer ungewohnten Dichte an der Grenze entlang unterwegs, die der Rio Grande darstellt. Der ist in El Paso anscheinend Niemandsland, da an beiden Ufern Zäune stehen.

das Geschäftsviertel El Pasos

das Geschäftsviertel
El Pasos

Hinter der Altstadt erheben sich ein paar zarte Hochhäuser, das Geschäftsviertel von El Paso.
Im El Paso Saddleblanket bummelten wir noch eine Weile durch die riesigen Verkaufsräume mit Teppichen, Reitzubehör, Klamotten, Schmuck, Haus- und Gartenverschönerungsdingen, sehr ausgefallenen Möbeln und vielem mehr. Die Preise in diesem Laden sind recht günstig.

Las Cruces – New Mexico

Am Rio Grande

Am Rio Grande

In Las Cruces trafen wir den Rio Grande wieder. In Albuquerque führte er noch etwas Wasser, in Las Cruces ist er trocken, nur Sand. Schwalben brüten gerade an der Brücke, die sich über den Rio Grande spannt. Die Trockenheit wird immer schlimmer, bestätigen uns immer wieder Leute, die wir treffen.

Unterkonstruktion der alten Holzbrücke

Unterkonstruktion der
alten Holzbrücke

Da wir Zeit haben und auf der Karte einen Hinweis zu einem Damm bei Radium Springs fanden, fuhren wir die zehn Meilen kurzerhand dorthin. Einen Damm fanden wir nicht, aber eine alte Holzbrücke über den Rio Grande, in dessen Bett sich stellenweise doch noch Wasser befindet. Da die Holzbrücke nicht mehr befahren werden kann, baute man einfach eine neue Brücke daneben. Die Straße nach Radium Springs säumen in vollem Grün stehende Pecan Nussbäume, die im Winter ein sehr trauriges Bild abgeben.

in Mesilla

in Mesilla

In Las Cruces selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber ein Abstecher nach Mesilla wird sehr empfohlen, wenn man authentisch mexikanisch essen gehen möchte. Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen und fuhren nach Mesilla. Uns erwartete ein mexikanisch geprägter Ortskern mit den typischen Adobebauten, die in ganz New Mexico zu finden sind und wirklich das Auge erfreuen. Um einen Platz herum, an dessen einem Ende die Kirche steht, reihen sich kleine Boutiquen, Süßigkeitenläden und Souvenirshops. Zwei Restaurants bieten beste mexikanische Küche. Von außen sehen die Häuser winzig und nichtssagend aus, doch wenn man hineingeht, wird man von einer Pracht und Farbigkeit überrascht, die man nicht erwartet.

La Posta de Mesilla

La Posta de Mesilla

Wir entschieden uns für das La Posta de Mesilla. Mesilla war einst die größte Stadt zwischen San Diego, Kalifornien und San Antonio, Texas. Die alte Post war 150 Jahre lang ein beliebter Stop auf der berühmten Butterfield Stagecoach Line. 1939 machte eine junge, dynamische Lady ein Restaurant und Kantine daraus, welches mit vier Tischen, einem schmutzigen Boden und ohne fließendem Wasser begann. Die Dame sammelte Rezepte von den ansässigen Familien, nach denen heute noch die Speisen zubereitet werden. Authentischer geht es nicht mehr. Da wir an diesem Tag unseren 18. Hochzeitstag feierten, bestellten wir uns La Posta´s berühmte Fajitas mit gegrilltem Rind- und Geflügelfleisch, Tortillas und verschiedenen Beilagen. Zum Dessert ließen wir uns einen Cocktail bringen, den man nur im La Posta bekommt. Der Cocktail heißt Smoked Agave und ist ganz ´was Besonderes. Zutaten sind 100%iger Tequila aus der Blauen Agave, Agavennektar und Limonensaft mit einem Schuss Mescal. Der Rand des Glases wird leicht in eine Mischung aus rauchiger Grillsoße und Salz getaucht. Das Ganze ergibt dann einen mehr als außergewöhnlichen Cocktail.

Painted Rock Petroglyph Park – Arizona

 

blühender Saguaro

blühender Saguaro

Da wir uns Südarizona schon im Winter angesehen haben, gibt es jetzt nicht mehr viel, was wir besichtigen können. Bei den Temperaturen machen Besichtigungen auch nicht wirklich Spaß. Wenn man aufsteht, zeigt das Thermometer schon 27 Grad an, aus denen dann zum Nachmittag knapp 40°C werden. Abends kühlt es nur unwesentlich ab. Hilfreich ist der zum Nachmittag einsetzende Wind, der uns die Hitze noch halbwegs ertragen lässt. Touristen gibt es jetzt kaum noch in dieser Gegend. Die Wüste scheint gegenüber dem Winter noch ein wenig trockener, es gibt nicht mehr so viele Vögel und die Nächte sind sehr still. Dafür können wir jetzt die Saguarokakteen blühen sehen, was sehr hübsch ist.

Sandteufel

Sandteufel

Die auch bei uns bekannten Sandteufel, von Windhosen aufgewirbelte trockene Erde oder Sand, haben hier eine enorme Kraft. Einer dieser Wirbel hatte uns auf einer Nebenstraße erwischt und den großen Bus ganz schön durchgeschüttelt. Wenn so eine Windhose direkt neben Dir vorbeizieht, dann hört man die tobende Luft darin. Das hatten wir nicht erwartet.

Painted Rock Petroglyph Site

Painted Rock Petroglyph Site

Am Painted Rock Petroglyph Site findet man auf den Lavabrocken, die den Rest eines Vulkanes darstellen, alte Petroglyphen, die die O´odham dort hinterlassen haben. Heute kann man jedoch kaum noch erkennen, was Original ist und was die ersten Entdecker und ihre Nachfolger dort in die Lava geritzt haben. Auf vielen Brocken ist so viel eingeritzt, dass man kaum noch etwas Einzelnes erkennen kann. Mit dem Petroglyphenpark in Albuquerque ist das nicht zu vergleichen.

Jedenfalls haben wir dort gleich noch unsere letzte Nacht in der Wildnis Arizonas verbracht. Außer ein paar Tauben, kleinen Vögeln, Echsen und einem leisen Grunzen in der Nähe bei der Dämmerung war überhaupt nichts los. Das kennen wir vom Winter her anders.

Wächter über die Petroglyphen

Wächter über die Petroglyphen

verwaister Campingplatz

verwaister Campingplatz

 

 

 
 

Rinnenpaneele für solarthermisches Kraftwerk

Rinnenpaneele für
solarthermisches
Kraftwerk

Auf dem Weg zu diesem Platz steht ein großes solarthermisches Kraftwerk mit Parabolrinnen, eine sehr interessante Sache. In Marana, nordwestlich von Tuscon, standen wir vor einer Firma, die Raumfahrtlösungen anbietet und in deren Nachbarschaft Flugzeuge abgestellt sind, ähnlich dem Platz am Pima Air & Space Museum im Süden von Tuscon.

Übrigens: Während wir in Kalifornien für die Gallone Benzin um die 4,-$ hinblättern mussten, bezahlten wir in Yuma um die 3,50$ und in Tuscon 3,17$. Das ist ein ganz schöner Unterschied. Der Sprit ist allerdings nur in Kalifornien so immens teuer.

El Malpais – New Mexico

Das Wort muss noch erfunden werden, um zu beschreiben, was wir in den beiden National Monuments (El Malpais und El Morro) gesehen haben. Was uns zuerst auffiel war, dass es wieder Bäume gibt, fast schon kleine Wälder. Es sind zwar nur Nadelbäume, aber immerhin. Seit wir in Texas eingereist sind, gab es kaum noch einen Baum zu sehen.

El Malpais ist Vulkanland, das in der höchsten Wüste südlich der Interstate 40 zwischen Albuquerque und Gallup liegt. 29 Vulkane haben hier vor 10000 Jahren ihre Lava verströmen lassen, die weite Teile des Landes bedecken. Unsere erste Entdeckung am westlichen Ende des Zuni-Acoma-Trails, in der Nähe des Parkplatzes, liegt ein kleiner Lavastrom mit tiefen Schluchten. Da drauf zu stehen war schon aufregend genug, aber es kommt noch besser.

Für das El Calderon Area nahmen wir uns etwas mehr Zeit, die wirklich sehr gut angelegt war. Der ganze Rundweg von 7 Meilen war dann doch zu lang für uns, denn wir hatten noch viel vor an diesem Tag. Gleich vornan liegt die Junction Cave. Eine Höhle, die entstanden ist, als die Decke des Lavatunnels irgendwann einbrach und den Weg in den Tunnel freigab. Nur ein paar Schritte weiter noch ein Loch in der Landschaft, das gleiche Szenario. Klaus ließ sich nicht zurückhalten, in die Höhle zu steigen. Als er drinnen war, entdeckte er am anderen Ende Licht. Die beiden Höhlen hängen also zusammen, deshalb Junction Cave, Kreuzungshöhle. Allerdings ist ein Zugang nicht zu empfehlen, da die Lava weiter instabil ist.

Jetzt hatte uns die Entdeckerlust gepackt und wir wollten noch zur Bat Cave, der Fledermaushöhle. Der Weg dorthin führt über offenes, hügeliges Gelände mit herrlichen Aussichten auf die Sandsteinberge in der einen Richtung und Vulkane in der anderen Richtung. Plötzlich standen wir vor zwei riesigen Löchern in der Erde. Keine Absperrung, nichts. Das sind ebenfalls eingebrochene Lavatunnel, nur um vieles größer und tiefer als die bisher gesehenen. Zwischen den Beiden steht nur noch eine schmale Wand, über die der Wanderweg führt. Wie lange noch? Wer weiß es schon.

Dann erreichten wir die Fledermaushöhle. Der Zugang ist nur mit Genehmigung erlaubt, um die Tiere nicht zu stören. 3 Fledermausarten sollen in der Höhle wohnen. Nachdem wir diese ganzen Löcher in der Landschaft gesehen haben, fragten wir uns, wie viele dieser Lavatunnel es wohl geben mag. Über wie viele Hohlräume, vielleicht instabile, sind wir gelaufen? Aber wir waren so hingerissen von dem, was sich uns bot, dass wir darüber nicht weiter nachdachten.

Jetzt sind wir schon so oft durch die Wildnis gelaufen und überall wird vor Klapperschlangen gewarnt, aber begegnet sind wir leider noch nicht einer. Ich würde auch gerne einmal Klapperschlange auf dem Teller haben, um selbst zu probieren.  Die Meinungen über deren Geschmack, die ich bisher gehört habe, gehen ja sehr auseinander.

Das dritte Ziel im El Malpais National Monument war das Land aus Feuer und Eis, dem Bandera Vulkan und einer Eishöhle. Die Wanderwege starten am historischen Handelsposten direkt am Fuße des Vulkans. Im Handelsposten erhält man die Tickets für den Zugang der Gegend, die obligatorische indianische Kunst und echte, antike Keramik und andere Fundstücke aus der Frühzeit der Besiedelung der Gegend. Diese Fundstücke sind 800 bis 1200 Jahre alt und wurden in den 1940er und 50er Jahren in den Lavahöhlen gefunden. Es sind sogar noch Ruinen der Anasazi-Indianer zu sehen, die sich Behausungen aus Lavabrocken gebaut haben oder in die Lavahöhlen eingezogen sind. Die scharfkantige Lava ist wahrscheinlich nicht gerade bequem gewesen, aber sie hat sehr gut isolierende Eigenschaften. Laufen lässt es sich auch nicht wirklich gut auf der krümeligen, Aa-Lava genannten, Oberfläche. Dafür ist die Gegend reich an Wild und Vögeln. Manchmal soll sogar ein Schwarzbär oder ein Puma vorbeikommen.

Der Weg den Hang des Bandera Vulkans hinauf, vorbei am Spielplatz des Teufels, einem Nebenkrater,  eröffnet unglaubliche Aussichten auf das El Malpais-Gebiet mit seinen vielen Vulkankegeln und die genauso unglaubliche Natur. Auffallend sind vor allem die gedrehten, knorrigen Bäume, viele von ihnen mit Blitzschäden. Die Erklärung ist einfach: auf der Lava lässt es sich als Baum schlecht wachsen. Die Wurzeln sind nicht tief und ein starker Wind bringt die Bäume zu Fall. Dazu ist die Lava sehr eisenhaltig und zieht die Blitze magisch an, die dann sehr oft in die Bäume einschlagen. Ich kann das Szenerio wirklich nicht beschreiben, das muss man wirklich mit eigenen Augen sehen.

 

 

 

Irgendwann steht man dann im Vulkan selbst, auf etwa halber Höhe des 243 Meter hohen und 425 Meter im Durchmesser messenden Kraters. Da kommt man sich ganz klein vor und wie in einer anderen Welt. Der Gipfel des Vulkans liegt auf 2550 Meter über dem Meeresspiegel. Es war unser erster Vulkanbesuch dieser Art.

Das unglaublichste ist jedoch die Eishöhle in der Nähe des Vulkans. Feuer und Eis. Die Eishöhle ist, wie alle anderen Höhlen auch, ein eingebrochener Lavatunnel. Das Wasser stammt vom Regen oder geschmolzenem Schnee. Das Eis bildet sich durch natürliche Gegebenheiten und ist zur Zeit 6 Meter dick. Das älteste Eis wird auf 3400 Jahre geschätzt. Arktische Algen sorgen für eine giftgrüne Färbung. In der Höhle sind es nie mehr als 0 °C.
Die ganze Landschaft ist übersät mit Spritzkegeln, quasi Überdruckventilen für die Lavagase, Senken und anderen vulkantypischen Hinterlassenschaften. Lanzarote hatte uns ja vor einigen Jahren schon begeistert, aber das hier setzt noch Einen drauf.

Ein kleines Stück weiter westlich zieht sich die Kontinentale Wasserscheide durch das Land. Wären wir die Route 66 gefahren, wäre das zwischen Thoreau und Coolidge mit 2214 Metern, der höchste Punkt gewesen, den wir auf dieser Straße erreichen konnten. Wer Landschaft mag, nimmt auf jeden Fall die südlich gelegene Nebenstraße 53.

Santa Fe – New Mexico

Da wir die Interstate nach Albuquerque gefahren sind, um die bergig-kurvige Strecke nach Santa Fe zu umgehen, haben wir Santa Fe mit unserem Truck im Rahmen einer Tagesfahrt besucht. Es waren zwar mehr als 50 Meilen, aber es hat sich gelohnt. Schon auf der Fahrt dorthin, die Straße ist unter dem Namen Turquoise Trail bekannt, boten sich herrliche Aussichten auf die Berglandschaft rundum.

Zuerst kamen wir durch Golden, wo im 19.Jahrhundert Gold abgebaut wurde. Die netteste Ruine, die wir dort fanden, war die „Arschtritt-Ranch“.

 

Im nächsten Ort Madrid wurde bis 1950 herum Kohle abgebaut. Im Minenmuseum kann man sich darüber informieren. Außerdem bietet das Museum weitere Informationen über diesen Ort. Thomas Edison, der Erfinder zahlreicher elektrischer Gerätschaften, war in Madrid und hat dort eine Batterieauflademaschine für die Kopflampen der Grubenarbeiter gebaut. Außerdem wurden zahlreiche Filme in Madrid gedreht, wie z.B. „Convoi“. Madrid ist aber auch berühmt für seine jährliche Weihnachtsbeleuchtung des Ortes. Eigentlich ist der Ort seit 1950 zum Untergang verurteilt gewesen und wurde 1959 zur Geisterstadt erklärt, aber Madrid ist wieder auferstanden und zieht heute jede Menge Besucher an. Warum? Madrid ist eine Künstlerstadt mit verrückt bunten Läden, Kunstwerken, Handarbeiten und genauso bunten Typen. Das hat uns echt überrascht und wir verweilten länger, als wir wollten.

Unser eigentliches Ziel Santa Fe kam dadurch etwas zu kurz. Die Downtown ist das „Adobe Village“ aus den Touristenführern. Vor allem die Canyon Road am Ostrand ist von Adobe Häusern gesäumt, in denen sich Galerien, wie am Schnürchen aufgefädelt, befinden. Wir haben es zwar nicht so mit Kunst, aber da waren echt gute Bronze-Skulpturen dabei. Mir gefällt diese an die Landschaft angepasste, kubisch-einfache Bauweise aus getrockneten Lehmziegeln sehr gut. Im Zentrum von Santa Fe findet man alte Kirchen, den alten Bahnhof, das New Mexico State Capitol und mehrere Museen. Vor allem ist die Downtown aber mit Galerien, Shops und Restaurants auf Touristen ausgerichtet. Im Atomic Grill auf der Water Street probierten wir das Nut Brown Ale aus der Brauerei in Santa Fe. Der Santa Fe River, dessen Bett sich durch die Stadt schlängelt, war bei unserem Besuch absolut trocken. Auf dem Schild zum Fluss steht, dass das Wasser zum Rio Grande fließt, wenn es denn mal da ist.

Mich hätte, nordwestlich von Santa Fe gelegen, das Valles Caldera National Preserve brennend interessiert. Das ist einer der sechs Supervulkane der Erde, zu denen auch Yellowstone, der Krakatau und ein weiterer Vulkan in Sibirien gehören. Wenn die ausbrechen, dann hat das Auswirkungen auf die gesamte Erde. Leider war der Weg dann doch zu weit.

Auf dem Rückweg nach Tijeras, wo wir uns für drei Nächte niedergelassen haben, besuchten wir noch Cerillos. Diese Geisterstadt ist eine Geisterstadt geblieben. Sie hatte ihre Hochzeit in den 1880ern, als noch Gold, Silber, Blei, Zink und Türkise abgebaut wurden. Damals konnten die Minenarbeiter zwischen 21 Saloons wählen, zudem gab es 4 Hotels. Heute sind in einem Gebäude ganz am Ende des Ortes die Touristinfo, die Trading Post und das Minenmuseum untergebracht. Daneben gibt es einen kleinen Streichelzoo. Ansonsten sind die meisten Gebäude, wie sie waren, verlassen. Es gibt nur noch wenige Einwohner in den staubigen Straßen von Cerillos.

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