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Reisen rund um die Welt

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Im Amish-Land – Pennsylvania

Gerade stehen wir mitten im Amish-Land, bei Kinzers, östlich von Lancaster. Auf unserem Weg hierher, wir sind die US13 nach Nord gefahren, sind wir durch Berlin, Dover, Leipsic (ist richtig geschrieben) und Odessa gekommen, alles an einem Tag. Ganz schön international. Durch Switzerland sind wir vor Kurzem auch schon gekommen. Die Amish stammen aus dem Mitteleuropa der Reformationszeit, in der Hauptsache der Schweiz und dem Elsaß, aber auch dem heutigen Südwesten Deutschlands. Auf Grund ihres Glaubens und ihrer strengen Lebensregeln wurden sie zunehmend Verfolgungen ausgesetzt. Dies veranlasste die Amish im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania in den USA auszuwandern, wohin sie William Penn, nach dem der Staat Pennsylvania benannt wurde, einlud. Er wollte mit einem Experiment allen Glaubensverfolgten ein ruhiges und friedliches Leben bieten. Die Amish führen bis heute ein einfaches Leben. Während im Rest der USA kaum Wäsche auf Leinen trocknet, gibt es sie hier überall. Komischerweise hängt ein Ende der Wäscheleine irgendwo ganz oben am Dach oder an einem Mast. Dort ist eine Rolle angebracht, über die die Wäscheleine führt. Wozu das gut ist, keine Ahnung. Technische Errungenschaften sind zum größten Teil immer noch verboten, zumindest verpönt, denn der ein oder andere Amish fährt doch schon Auto. Die Verbote werden heute von den einzelnen Gruppen unterschiedlich ausgelegt, trotzdem fahren noch viele mit der Kutsche oder einem Tretroller, der auch schon mal ein umgebautes Fahrrad sein kann, ohne Motor, versteht sich. Wir haben uns einen Großteil des Amish-Farmlandes östlich von Lancaster angesehen, haben eine Käserei und die Stoltzfus-Fleischerei besucht, waren im Kitchen Kettle Village, das 1854 gegründet wurde, und haben uns einige traditionelle Handwerksläden angesehen. Bei einer Rundfahrt sieht man auch mal das, was man als Normaltourist nicht sieht, kann auch mal hinter die Kulissen sehen. Wir wissen jetzt jedenfalls etwas mehr über diese Volksgruppe, obwohl es hier genauso wie bei den Indianern ist. Im Prinzip kommen alle Besucher hierher, um die Amish anzustarren. Ich habe mich kaum getraut, ein paar Bilder von ihnen zu machen, schon gar nicht direkt.

 

 

 

Gestern abend waren wir in einem Supermarkt, der von den Amish geführt wird, da bekommt man sogar Bratwurst und Leberwurst und noch ein paar andere schöne Sachen. Die Amerikaner haben es mit der Wurst nicht so, und wenn doch mal was anderes dabei ist, ist das sauteuer. Aldi hat zwar auch verschiedene Lebensmittel nach unserem Geschmack, aber die sind nicht wirklich häufig vertreten.

 

Lunenburg – Nova Scotia

Über die US 10 sind wir vom Norden Nova Scotias nach Süden gefahren und durchquerten die große Siedlung “New Germany”. Dabei kamen wir durch unendliche Wälder, fuhren an vielen Seen vorbei und hatten an einer Stelle einen schönen Blick über die Wildnis Nova Scotias. Nach unserer Erfahrung mit dem Fundy National Park haben wir den Kejimkujik National Park ausgelassen. Der Park ist zu groß, um ihn an einem Tag erkunden zu wollen.
Lunenburg wurde 1753 von Bauern und Händlern aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich gegründet, die König George II., König von England, nach Neu Schottland geholt hatte. Hier hatten sie die Möglichkeit der freien Religionsausübung, die sie in der Heimat nicht hatten, so wie die Amish auch. Da König Georg II. gleichzeitig Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg war, nannten die Siedler ihre Neugründung Lunenburg. Lunenburg war und ist eine Fischer- und Schiffsbauerstadt, dazu war sie 300 Jahre lang Piraten- und Schmugglernest. Die Stadt ist heute Weltkulturerbe und auf jeden Fall einen Besuch wert. Ein Spaziergang am Hafen entlang oder durch die Straßen mit den knallbunten, alten Häusern sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Ironwork-Distillery ist eine Mikro-Destillerie, die sich in dem alten Gebäude etabliert hat, das früher als Schmiede für Schiffszubehörteile diente. Der alte Kamin steht noch, neben dem die kleine, moderne Destille aufgebaut ist. Diese wurde von einer Firma Müller aus dem Schwarzwald hergestellt. Hier entstehen aus lokalen und frischen Produkten Wodka, Rum und Liköre.

 Seit 2010 wird die „Bluenose II“ von Grund auf rekonstruiert. Die originale „Bluenose“ wurde 1921 als Fischerei-Gaffelschoner gebaut und war mit dem damals größten Großsegel ausgestattet. Auf Grund ihrer Schnelligkeit nahm sie an den Rennen des „Fisherman´s Cup“ teil, die zwischen Fischerbooten aus Nova Scotia und Massachusetts ausgetragen wurden. Die „Bluenose“ blieb 17 Jahre nacheinander unbesiegt. Als die Dampfschiffe die alten Segler verdrängten, wurde sie anderweitig genutzt, später ausgemustert. Die „Bluenose II“ wurde nach dem Original Anfang der 60er Jahre gebaut, allerdings mit einem Dieselmotor und Luxuskabinen. 2012 soll sie erneut vom Stapel laufen.
Überall, wo man erfährt, dass wir aus Deutschland sind und dass wir uns auf einer großen Rundfahrt befinden, ist man von unserem Vorhaben begeistert und heißt uns „Herzlich Willkommen“. Vor allem die Kanadier freuen sich, so weiten und individuellen Besuch zu haben.

 

 

Bay of Fundy; Annapolis Valley – Nova Scotia

Nova Scotia wird von vielen Amish, erkennbar an ihrem Lieblingszeichen, dem Stern am Haus bewohnt. Der Touristenführer spricht zudem von mehreren tausend Akadiern, die Nachkommen der ersten ab 1604 eingetroffenen Siedler aus Frankreich sind. Ursprünglich gehörte das Land jedoch den Mi´kmaq-Indianern. Diese leben heute, wie die Einheimischen überall in Amerika, abseits unserer Welt. Nur ihr Kunsthandwerk wird hier und da für viel Geld verkauft. In Museen kann man sich über sie informieren.

Wir haben bei Aylesford einen schönen Campingplatz  „Klahanie-Kamping“ gefunden. Von hier aus erkundeten wir die Küste. In dem kleinen Hafen von Harbourville soll es gute Hummer geben, aber der Laden war geschlossen. Dafür fanden wir das „Schnitzelhaus“, ein anscheinend von einem Bayern betriebenes kleines Restaurant, rustikal eingerichtet, wie wir durch die Fenster sehen konnten. Dieses kann es sich sogar leisten, von Montag bis Donnerstag geschlossen zu haben. So bekamen wir dort auch nichts. Wer Interesse hat, hat die Möglichkeit, sich direkt dort ein schönes Cottage mieten.
Die Küstenstraße Richtung Westen führte uns durch eine herrliche Landschaft mit atemberaubenden Blicken auf die Bucht, Wälder und Lichtungen.  

Unser nächster Besuch galt dem „Dempsey Corner Orchards Upick & Farm Market“, langer Name. Nach einem Rundgang über die Farm mit Blaubeeren, Himbeeren, Wein und Äpfeln sowie verschiedenen Jungtieren zum Anfassen, aßen wir die köstlichste Bier-Käsesuppe mit hausgemachten, gerösteten Brotkrumen darin, die man bekommen kann. Der Köchin, die eine gebürtige Heidelbergerin ist, wie sie uns mitteilte, aber nur ein paar Worte deutsch spricht, sprachen wir ein großes Kompliment aus. Mit der Suppe kann sie in jedem Kochwettbewerb antreten.
Hier haben wir die erste Katze gesehen, die ihre „Daumen“ noch hat. Das sah schon sehr komisch aus.

Zum Baden laden der Lake George und der Aylesford Lake etwas weiter im Landesinneren ein. Die beiden Seen haben glasklares, wenn auch ziemlich braunes Wasser und überraschten mit einer Wassertemperatur im Juli von 20 °C. Habt ihr schon einmal eine Heuschrecke gesehen, die beim Fliegen „klappert“?

Sehr viele U-Pick-Farmen laden dazu ein, sich selbst seine Früchte zu pflücken. Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, bald werden die Äpfel reif. Dann bezahlt man für die Ernte nur die Hälfte dessen, was sie sonst kosten, man hat den Spaß am Pflücken und man kann sich die schönsten und besten Früchte heraussuchen.
Zum Nachmittags-Kaffee vor unserem „Haus“ hat uns ein niedliches Streifenhörnchen besucht. Klaus hatte schon einmal eines gesehen. Das hatte mit Hühnern zusammen gefrühstückt.

Denton – Maryland

41°C. In 2 Tagen soll die Hitzewelle ein Ende haben. Für Entdecker wie uns sind solche Temperaturen, auch nachts wird es nicht wirklich kühler, nicht eben förderlich. Auf unserer Fahrt nach Washington haben wir eine Nacht im Martinak State Park eingelegt, der in Denton am Choptank River, östlich von Washington liegt. Je näher wir Washington kommen, umso teurer werden die Campingplätze. Deshalb haben wir uns diesen ausgesucht. Der hatte, im Vergleich zum letzten Jahr, den Preis jedoch drastisch angehoben. Es hatte aber keinen Zweck, weiter zu suchen.

Als nun der Tag kam, an dem wir Washington besuchen wollten, gab es 2 Gründe, dies nicht zu tun. 1. Die 42°C, die dort herrschten und 2. Unsere Erfahrung im Bereich Parken in Norfolk. Es ist einfach unmöglich, längere Strecken zu laufen. Also entschieden wir uns dafür, weiter Richtung Norden zu den Amish zu fahren. Dabei sind wir weiter durch Maryland und Delaware gefahren. Da verdorrt der Mais, die Wiesen sind verbrannt und im Wald lassen sogar die Bäume ihre Blätter hängen, so trocken ist es dort. Florida steht dagegen unter Wasser. Ganz schön verrückt. Vor allem Maryland lebt von der Landwirtschaft. Die fast zwei Wochen andauernde Hitzewelle hat alles ganz schön schlimm aussehen lassen.

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