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Bath

Bath

Bath

Solch ein einheitliches Gesicht einer ganzen Stadt sucht man wohl vergebens. Von den Randbezirken bis in die Innenstadt, fast alle Häuser besitzen Fassaden aus gelbem Sandstein. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Dazu sind die Gebäude recht hoch.
Bath war eine römische Gründung, da hier heiße Quellen zu Tage treten, die schon die Römer zu nutzen wussten. Sie bauten Badehäuser und alles, was das Leben angenehm machte. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Stadt einen neuen Aufschwung, unter Königin Victoria. Ihr Name ist in der Stadt allgegenwärtig.

Royal Crescent

Royal Crescent

Oberhalb des Royal Victoria Park liegt das Royal Crescent. Das sind dreißig halbmondförmig aneinandergereihte Stadthäuser, in denen die Herrschaften im 18. Jahrhundert logierten. Eines der Häuser ist ein Museum, in dem die Besucher einen Blick in die Wohnkultur dieser Zeit werfen können.

Thre Circus

Thre Circus

Nur ein paar Schritte ostwärts gelangt man zum The Circus, einem kreisrunden Platz. Um diesen Platz gruppieren sich drei weitere solcher Stadthausblocks, mit verschiedenen Säulentypen und Reliefs geschmückt. Diese Häuser stammen aus dem Jahre 1768. In der Mitte stehen mehrere alte Bäume, die das Ganze begrünen.
Jetzt biegt man in die Gay Street ab und kommt am Queens Square vorbei.

Guildhall und Abbey Bath

Guildhall und Abbey Bath

Das römische Bad ist schwieriger zu finden, aber es sind überall Stadtpläne mit dem jeweiligen Standort aufgestellt.
Vorher steht an der High Street das Guildehaus. In einem Teil davon ist die Victoria Kunstgalerie untergebracht, der andere Teil ist Markthalle, leider sonntags geschlossen.
Gleich neben dem Guildehaus thront die 1499 errichtete Bath Abbey. Sie ist zwar zu besichtigen, jedoch nur ein paar Stunden am Tag, gegen eine Spende.

Durchgang zum römischen BadWas alle Besucher Baths ansteuern ist das römische Badehaus und das nebenan befindliche Pumpenhaus, ein Restaurant, nicht römisch. Hier wird das mineralhaltige Wasser ausgeschenkt. Gegen ein Eintrittsgeld von 15,50 Pfund/Erwachsener sind die Badehallen mit den 46° heißen Quellen zu besichtigen, Schlange stehen inbegriffen. Eine Million Liter Wasser sollen die Quellen jeden Tag hervorbringen. Auf den Ruinen des Originalbadehauses stehen jedoch neue Gebäude mit Säulen, Bögen und Hallen, alles in gelbem Sandstein.

Pulteney Bridge

Pulteney Bridge

An der Rückfront der Guildehalle ist die Pulteney Bridge über den River Avon zu finden, eine Steinbrücke mit drei Bögen, oben drauf eine geschlossene Häuserzeile. Steht man allerdings am Brückenkopf, wartete eine Überraschung. Es führt eine Straße über die Brücke und es gibt zwei Häuserzeilen, mit kleinen Einzelhäusern zu beiden Seiten der Straße.

Speicherhäuser

Speicherhäuser

Bath hat noch viele weitere Museen und Sehenswürdigkeiten, aber ein Bummel am Fluss entlang sollte nicht fehlen, gerade Richtung Westen. Dort ist die alte Eisenbahnbrücke zu sehen, sowie alte Speicherhäuser und moderne Lofts. Dort liegen auch wieder die hübschen Narrowboats am Ufer.

Narrowboat Marina

Narrowboat Marina

Übernachtung im Marina Caravan Park für 26,40 Pfund/Nacht. Direkt unterhalb des Campingplatzes verläuft der Weg am Fluss entlang. Geht man nach rechts, kommt man zu einer kleinen Brücke, von der aus man in die Marina sehen kann, in der keine Yachten und Motorboote liegen, sondern eine stattliche Anzahl der Narrowboats. Das ist eine sehr ungewöhnliche Marina. Mit dem nötigen Kleingeld kann man solche Schmalboote käuflich erwerben.

Noto

Das heutige Noto stammt erst aus der Zeit nach dem großen Erdbeben 1693. Damals verließen die Einwohner des antiken Noto ihre zerstörte Stadt und bauten sie 10km in Richtung Küste neu auf. Innerhalb weniger Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts entstand dann die schicke Altstadt im schönen Barockstil. Sie wurde auf dem Reißbrett geplant und mit gelbem Sandstein aus der Nähe verwirklicht. Inzwischen ist Noto Welterbe-Barockstadt und das zurecht. Entlang des Corso Vitt. Emanuele spielt sich die Hauptsache in Noto ab. An dieser Fußgängerzone, im Osten steht das Stadttor Porta Ferdinandea, sind die Kathedrale San Nicoló und das Theater zu finden.
Eine breite Freitreppe führt zum Eingang der Kathedrale nach oben. Gleich gegenüber steht der Palazzo Ducezio, das Rathaus. Für die meisten Sehenswürdigkeiten wird ein Eintrittsgeld von ca. 3,-€ verlangt.

Kathedrale San Nicoló in Noto

Für uns ist die schönste Kirche San Domenico an der Piazza XVI Maggio, gleich gegenüber des Theaters. Von außen ist sie ein echtes Juwel des Barock. Innen eher schlicht beherbergt sie ein wunderschönes Stück Handwerkskunst. Die Front der Kirche wurde bis ins kleinste Detail aus Bast nachgestaltet. Da hat sich jemand echt Mühe gemacht.

Portal der Kirche San Domenico

Wer die gelbe Stadt, was uns an die englische Stadt Bath erinnert, von oben sehen möchte, der steigt die enge Wendeltreppe der Campanile di San Marco nach oben. Die 2,-€ Eintritt dafür sind sehr gut angelegt. Es lohnt sich wirklich. Man kann nicht nur über fast das gesamte Noto sehen, sondern auch bis zum Meer.

über den Dächern von Noto

Es wäre aber schade, wenn man sich nur auf dem Corso Vitt. Emanuele aufhalten würde. Man sollte unbedingt auch abseits durch die Straßen und Gassen spazieren. Noto hat sehr viel mehr zu bieten.

Nun hatten wir das neue Noto gesehen und waren auf das alte Noto, Noto Antica, neugierig. Während die von uns ausgewählte Straße auf der Karte gelb gekennzeichnet ist, ist sie in Wirklichkeit eher eine Straße für Geländewagen, inklusive zwei Furten. An vielen Ecken dachten wir, es geht nicht mehr weiter, aber auch hier haben sich Leute mit ihren Wohnhäusern versteckt. Es sieht alles etwas verwildert aus. An der ersten Furt stehen Apfelsinen- und Zitronenbäume so frei, dass wir uns gerne daran bedienten.

Durchfahrt einer Furt auf dem Weg nach Noto Antico

Von hier ab führt die Straße wieder aufwärts, die Befestigung der Straße verschwand bald ganz. Zum Teil kommt der uralte Steinbelag zum Vorschein, manchmal ist aber nur noch loser Kalkstein-Schotter da. Uns kam sogar eine Schafherde entgegen, ohne Schäfer. Anscheinend kennen die Tiere ihren Weg. Die einsame Bergwelt und Karstlandschaft ist wunderschön. Es wachsen allerorten Salbei, Thymian und Rosmarin, aber im Winter haben sie wohl ihr Aroma verloren. Die Kräuter schmecken nach gar nichts.

Begegnung mitten in den Bergen Notos

Hin und wieder sind Grabhöhlen der Ureinwohner Siziliens, der Sikuler, in den Kalksteinfelsen zu sehen. Sie wurden noch vor der Ankunft der griechischen Kolonisatoren angelegt.

Kurz vor der Bergkuppe beginnt ein Ruinenfeld. Zumeist sind nur noch die niedrigen Bruchsteinmauern aus Kalkstein übrig, die die Grundstücke begrenzten. Dazwischen ragen ab und zu Ruinen der ehemaligen Häuser des antiken Noto heraus. Das antike Noto wurde durch das verheerende Erdbeben im Januar 1693, auf dessen Spuren wir nun schon unterwegs sind, seit wir auf Sizilien ankamen, ausgelöscht. Immer weiter fuhren wir durch eine Ruinenlandschaft, bis wir zu einem Platz kamen, an dem mehrere Wegweiser stehen. Dies war einmal der zentrale Platz des antiken Noto, die Piazza Maggiore. Hier befanden sich die repräsentativen Gebäude wie die Kirche. Ob die große Ruine, die den Platz bestimmt, die Kirche war, wissen wir nicht.

größte Ruine in Noto Antico

Wir folgten dem Schild „Cava del Carosello“. Auch hier wieder Mauern, Ruinen und sogar ein Brunnen. Dann kamen wir an einen eingezäunten Bereich. Der Eingang ist aber offen. Dieser Bereich liegt am Rande einer tiefen Schlucht. Ein abenteuerlicher Weg führt in das Tal hinunter. Wir folgten dem Weg nur ein kurzes Stück und kamen an eine kleine, künstlich geschaffene Höhle mit Nischen und einem Abzug. War sie Teil einer Wohnhöhle oder eine Grabhöhle? Es steht nichts dazu geschrieben. Wir gehen davon aus, dass am Weg nach unten weitere Höhlen zu finden sind.

abenteuerlicher Weg zu den Cava del Carosello

Wir fuhren die Straße, die eigentlich ein Weg ist, nach Norden weiter und kamen an mehreren ehemaligen Palästen vorbei. Tafeln erklären, was vor dem Betrachter liegt. Irgendwann steht man vor dem Castello Reale aus dem 11. Jahrhundert. Es wurde mehrfach erweitert und renoviert, bis das Erdbeben auch dem Fort den Garaus machte. Das Castello reicht bis an das Stadttor heran. Dort erkennt man, dass das Fort direkt auf andere Höhlen gebaut wurde.

uralte Höhle unter dem Castello Reale

Das war ein ausgesprochen interessanter Ausflug. Das antike Noto war riesig. Wie es ausgesehen hat, zeigt eine Tafel am Stadttor.

Nun setzten wir unseren Weg fort, um zum Cavagrande del Cassibile zu kommen. Gleich hinter der ersten Serpentine werden weitere Grabhöhlen der Sikuler sichtbar, die in mehreren Etagen vor dem Forteingang im Fels liegen.

Grabhöhlen der Sikuler

Ein paar Kilometer weiter passiert man das beeindruckende Kloster Convento della Scala, bevor man durch den Ort Villa Vela kommt. Danach biegt man rechts nach Avola ab, um nach etwa 7km zum Aussichtspunkt über dem Cavagrande del Cassibile einzubiegen. Dies ist einer der größten Canyons in Europa. Die steilen Wände des Canyons fallen über 500 Meter in die Tiefe ab, wo sich der gleichnamige Fluss schlängelt. Das Besondere sind jedoch die natürlichen Pools, in denen man im Sommer baden kann. Für dieses Vergnügen muss man allerdings erst einmal den mühevollen Fußweg nach unten nehmen. Der ist jetzt im Winter geschlossen, aber trotzdem waren Leute dort unten unterwegs. Wie kamen die wohl dort hin? Die Aussicht über den Cavagrande ist jedenfalls grandios. In der Ferne erhebt sich der immer noch rauchende Ätna aus der Landschaft, der mehr als 100km entfernt ist.

Pools des Cavagrande del Cassibile

An der Serpentinenstraße hinunter nach Avola passiert man immer wieder Höhlen oder Reste davon, die dem Straßenbau zum Opfer fielen.

Bordeaux

Gegend um Bordeaux

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe von Bordeaux, wenn möglich schon in Richtung Deutschland, kamen wir in das Dorf St. Romain la Virvée nordöstlich von Bordeaux. Der Platz ist sehr ruhig gelegen. Drumherum wird überall Wein angebaut. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, die Kirschen warten schon darauf, dass sie rot werden, und der Wein wächst. Es ist schön um diese Jahreszeit rund um Bordeaux.

Geburtshaus von Cousteau

In der benachbarten kleinen Stadt St. André de Cubzac kann man in den Zug nach Bordeaux steigen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet knapp 9,-€ pro Person hin und zurück. Während eines Bummels durch St. André de Cubzac fanden wir zufällig heraus, dass in dieser Stadt 1910 Jacques-Yves Cousteaux, der Pionier der Tauchtechnik, geboren wurde. An dem Haus in der Rue de National 82 hängt eine Gedenktafel. Später zog eine Apotheke in das Haus ein. Heute ist es ein Platz für Kinder. Cousteau wurde hier in seiner Heimatstadt auch begraben, obwohl er in Paris starb. Eigentlich hatten wir ein tolles Grab erwartet. Es ist zwar groß, aber sehr schlicht.

Bordeaux ist eine tolle Stadt. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie Bordeaux aussieht. Wir begannen den Stadtbummel vom Bahnhof Gare de Bordeaux St. Jean aus am Fluss La Garonne entlang. Die gesamte Front zum Fluss hin bietet ein einheitliches Gesicht. Die Häuser, Stadttore und Paläste bilden eine Einheit. Am attraktivsten und Weltkulturerbe ist der Place de la Bourse mit seinem Bautenensemble. Dieses Ensemble spiegelt sich im größten Wasserspiegel der Welt wider. Die 3450m² große Fläche ist mit nur wenig Wasser bedeckt und es ist eine Freude für Groß und Klein, bei diesen Temperaturen barfuß darin umher zu tollen. Auf einem Bild sahen wir, dass der Brunnen auch eine breite Nebelwand versprühen kann.

Place de la Bourse

Brunnen an der Girondiner-Säule

Am Anleger für Flusskreuzfahrten lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff von den Bahamas. Es wirkte viel zu groß für die Stadt. Ansonsten liegen nur flache Flusskreuzfahrtschiffe am Kai.
Auf dem größten Platz Europas, Esplanade des Quinconces, breitet sich ein gigantischer Antikmarkt mit Imbissständen durchsetzt aus. Am Ende des Parks steht das Monument der Girondiner, eine Siegessäule mit zwei großen Figurenbrunnen am Fuße.

Straße in Bordeaux

Nun setzten wir unseren Stadtbummel durch die Gassen der Altstadt fort. Bisher sahen wir nur einmal solch eine fast gleichförmige Einheit der Gebäude, die alle aus gelbem Sandstein bestehen. Die Häuser sind hoch, nicht sehr breit und viele besitzen geschmiedete Geländer vor den Balkonen. Dieser Anblick erinnert uns stark an die englische Stadt Bath. Am äußeren Rand der Altstadt sind die meisten Häuser nur noch zweigeschossig. Die Leute, die dort wohnten, hatten wohl nicht so viel Geld, um sich höhere Häuser zu leisten.

Allées de Tourney

Gleich in der Nähe der Siegessäule befindet sich die Allées de Tourney. Sie erinnert mit dem vielen Grün und dem Karussell an die Champs Élysèes in Paris.
In der Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine lässt es sich vortrefflich bummeln und günstig einkaufen. Am Ende der Straße geht man durch das Porte d
´Aquitaine und gelangt so auf den ziemlich runden Place de la Victoire, von dem mehrere Straßen nach allen Richtungen abgehen. Dies erinnert wiederum an Paris. Überhaupt spürt man hier und da in Bordeaux auch das Pariser Flair.

Kathedrale von Bordeaux

Einmal mehr ist auch in Bordeaux die Kathedrale das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Besonders ist hier, dass der Hauptturm ein paar Meter entfernt von der Kathedrale steht. Er wird von einer großen goldenen Marienstatue gekrönt.
Natürlich hat auch Bordeaux viel mehr zu bieten, als man zu Fuß an einem Tag erreichen kann. Aufgefallen sind uns dabei die in der Ferne zu sehende moderne Hubbrücke Pont Jacques Chabon-Delmas über den Fluss La Garonne oder das futuristisch anmutende La Cité de Vin
, eine Anlage rund um das große Thema Wein.

In der ersten Nacht in St. Romain la Virvée hörten wir, als es stockdunkel draußen war, Vogelgesang. Normalerweise sind nachts keine Singvögel zu hören. Was war das? Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich, dass es sich bei den nächtlichen Sängern um Ziegenmelker handelt. Von der Vogelart Ziegenmelker erfuhren wir zum ersten Mal an der Trafalgarküste in Südspanien. Tagsüber sind diese ungewöhnlichen Vögel nicht zu hören oder gar zu sehen. Sobald es dunkel ist, stimmen sie ihr Konzert an. Dieses hielt die ganze Nacht an, bis zum frühen Morgen. Leider gelangen mir keine Stimmenaufnahmen. Das wollte ich in der nächsten Nacht besser machen, aber diese Nacht war absolut still. Kein einziger Ziegenmelker war mehr da.

Cornwall

Frage vorab: Wie viele Melonen passen in eine 250g-Schale? Wer es weiß, kann gerne die Kommentarfunktion nutzen. Für die anderen gibt es die Auflösung demnächst. Bleibt schön neugierig.

typisch englische Single Road

typisch englische Single Road

Für solch ein großes Wohnmobil wie unseres ist es unmöglich den Westen Cornwalls zu erreichen. Die Straßen werden immer enger, die Plätze immer kleiner. Ist dann doch ein genügend großer Platz gefunden, ist er voll belegt, selbst nach den Ferien und in der Woche, keine Chance. Da wir jedoch ohnehin die Menschen sind, die eher die ruhigeren Orte zu schätzen wissen, ist es ganz gut, die Fahrt nicht fortsetzen zu können, denn südlich von Truro findet sich das wahre Cornwall.
Auf dem Weg von
Bath
nach Cornwall übernachteten wir bei Crosslands kurz vor Okehampton (10,- Pfund/Nach).

Altar der Kathedrale Truro

Altar der Kathedrale Truro

Kurz hinter Truro, in Carnon Downs, fanden wir dann noch einen Campingplatz, für 26,40 Pfund die Nacht, aber mit allem Drum und Dran, ein sehr schöner Platz, sehr geräumig.
Truro selbst ist eine Stadt aus Alt und Neu. Die Kathedrale ist recht neu, erst im 19. Jahrhundert entstanden, auch wenn man es nicht sieht. Der vierschiffige Bau ist außen und innen, wie fast alle Kathedralen Englands sehenswert. Neben den Altären wird an vielen Stellen verschiedenen Menschen, wie Äbten, Soldaten und Honoratioren gedacht.

Viadukt Truro

Viadukt Truro

Hinter der Kathedrale fließt der Falriver. Verschiedene kleine Gärten, hier auch wieder mit stattlichen Eukalyptusbäumen, laden zum Entspannen ein. Am Nordwestrand von Truro zieht sich der ziemlich hohe Viadukt durch die Stadt, eine Bogenbrücke für die Eisenbahn.

am Victoria Gardens

am Victoria Gardens

Die Altstadt von Truro ist nicht groß und gut zu Fuß zu entdecken. Mittwochs ist Markttag. Hier erstanden wir endlich einen frisch dampfgegarten Taschenkrebs, schön groß, für nur 5,50 Pfund.

Portloe

Portloe

Der Nebel an diesem Tag hing tief. Während er inzwischen aus Truro verschwunden war, hing er immer noch über der Küste. Echte Geheimtipps sind hier Portloe und die Landschaft von dort aus bis nach Carne Beach weiter westlich.
Portloe ist ein winziges Nest, eingeschlossen in eine winzige Felsenbucht. Der kleine Hafen ist wegen Überfüllung durch die Einheimischen geschlossen, die Hotels und Kneipen haben zu wenig Gäste, so scheint es jedenfalls. Es ist echt idyllisch, bei schönem Wetter. Der Nebel hatte Portloe jedoch immer noch im Griff.

Nare Head

Nare Head

Ein Abstecher nach Nare Head ist etwas für Wanderer. Die ganze Küste entlang führt auch ein Wanderweg mit herrlichen Aussichten. Bei Nare Head befindet sich ein Parkplatz, gegen 2,50 Pfund für die Erhaltung der Küste. Zwei Schilder weisen zu den erreichbaren Zielen, dann jedoch, nichts mehr. Der Weg nach links, folgt man ihm, führt ins Nirgendwo. Das Meer hört und sieht man, wenn man querfeldein läuft, sich immer links haltend. Der Nebel ließ jedoch keine Aussichten zu. Als wir schon fahren wollten, löste sich der Nebel plötzlich auf und machte den Blick auf eine wunderschöne felsige Küste frei. Auf den grünen Weiden standen Schafe, das blaue Meer schien herauf und der Küstenwanderweg ist auszumachen. Dieser ist übrigens gut besucht.
Wir fanden es hier so schön, dass wir auf einer Bank vor dem Parkplatz den am Vormittag gekauften Taschenkrebs schnabulierten. Der schmeckte in dieser Natur und Einsamkeit, in Gesellschaft der Schafe, noch einmal so gut.

am Carne Beach

am Carne Beach

Über enge und engste Straßen, wie bis dort hin auch, erreicht man Carne Beach, einen langen, herrlich sauberen Sandstrand. Das Wasser ist klar und es gibt keine Algen. Das Wasser hatte sich weit zurückgezogen. Hinter dem Strand, an den Abbruchkanten, sind sehr schön die Gesteinsschichten zu erkennen. Die unterste Schicht ist gefalteter Schiefer in sehr schönen Mustern, darüber liegen die Sandsteinschichten in verschiedenen Dicken und Schattierungen. Darüber liegt der Boden mit dem Bewuchs.
Eine Meile, so zeigt die Tafel am Parkplatz, ist Carne Beacon entfernt. Dem Symbol nach soll es ein prähistorischer Ort sein. Der Weg dorthin ist abenteuerlich. Nachdem man drei Weiden durchquert, über Zäune gestiegen und Berge überwunden hat, steht man vor einem Hügel in der Landschaft, mit einer Steinplatte darauf. Sonst nichts, auch keine Erklärung, was das sein soll.
Ein letzter Abstecher für diesen Tag führte nach Portscatho, einem hübschen kleinen Ort, ebenfalls sehr ruhig, mit Hafen und Strand.

Fähranleger Trelissick

Fähranleger Trelissick

Auf dem Rückweg über die B3289 kommt man zur King Harry Ferry, die einzige Autofähre weit und breit. Sonst gibt es nur Personenfähren, um über die zahlreichen Wasserarme dieses Gebietes zu kommen. Die Fähre zieht sich beidseitig an Ketten entlang. Am südlichen Ufer gibt es nichts, am nördlichen Ufer nur drei Häuser und zwei Hütten. Für die siebenminütige Überfahrt bezahlt man stolze 6,50 Pfund.

Wie gesagt, war Truro unser westlichster Punkt in Cornwall. Nun ging die Fahrt zurück Richtung Osten, über St. Austell und Liskeard. In St. Austell befindet sich das Eden Projekt. Unter zwei riesigen, wabenförmigen Kuppeln sind ein tropischer Regenwald und eine mediterrane Natur nachgebaut, mit allen, was dazu gehört. Der Eintritt für 25,- Pfund pro Person ist jedoch gesalzen.
Auch in der Nähe von St. Austell findet man die Lost Gardens of Heligan, ein etwas anderer Garten. Der Eintritt hier: 13,90 Pfund.pro Erwachsener.

Downderry

Downderry

Bei Treruleford, an der A38, fanden wir einen Parkplatz für die Nacht. Da wir dort schon gegen Mittag ankamen, luden wir den Smart ab und drehten hier noch eine Runde. Die B3247, an der Küste entlang, ist ein weiterer Geheimtipp. Irgendwo sind wir jedoch falsch abgebogen und fuhren so wieder durch ein Gewirr von engen und engsten Straßen, bis wir dann doch in Downderry eintrafen, mit einem überwältigenden Blick von oben auf die Küste und den Strand. Der ist hier leider bei Ebbe sehr felsig, aber der Ort Downderry ist allerliebst. Man fühlt sich an die Cote d´Azur versetzt. Die weißen Häuser stehen alle am Hang, terrassenförmig, überall Yuccapalmen und andere exotische Gewächse, steile, enge Gassen, einschließlich der Hauptstraße, und das Meer vor der Tür. Downderry ist für uns wohl der schönste Ort auf dieser ganzen Rundfahrt.

Portwrinkle

Portwrinkle

Die Straße führt nun bergauf und bergab an der Küste entlang, bis sich bei Portwrinkle wieder ein atemberaubender Blick auftut. Der Ort ist nicht ganz so schön wie Downderry, aber auch sehr hübsch angelegt. Eine halbrunde Mauer schützt den Hafen, der so klein ist, dass die kleinen Boote hier senkrecht an der Auffahrt gelagert werden. Auffallend in Portwrinkle ist ein schlossartiges Gebäude in Naturstein.

Weg zum Strand

Weg zum Strand

Bei Sharrow Grotto kann man noch einmal das Auto abstellen, für 60 pence Gebühr. Der Weg ans Wasser ist hier aber etwas schwieriger, weil der Strand ziemlich weit unterhalb liegt. In der Nähe steht das riesige Tregantle Fort, welches jetzt vom Militär genutzt wird.

St. Germans

St. Germans

Auf der Rückfahrt zum Parkplatz, wo das Motorhome parkte, fuhren wir noch nach St. Germans. Von oben sieht es sehr interessant aus, mit dem hohen Viadukt im Hintergrund. Deshalb fuhren wir hinunter, wurden jedoch kurz vorm Wasser aufgehalten. Kein Parkplatz, keine Wendemöglichkeit, nichts. Wir fragten eine Frau, die gerade am Gartentor stand, ob wir einmal für ein paar Minuten das Auto abstellen könnten und gingen zu Fuß zum Wasser unterhalb des Viadukts. Es ist alles Privatgelände, ein Segelclub ist dort ansässig. Man bleibt unter sich.
Es ist eine grandiose Landschaft, mit ganz wenig Tourismus, Cornwall pur und wunderschön.

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