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Blumen und Blüten weltweit

Auf Reisen gibt es immer viel zu entdecken. Neben allerlei Landschaftaufnahmen, die im Archiv landen, und in unserem Fall Bilder von den Vögeln, die uns auf allen Wegen begleiten, galt unsere Aufmerksamkeit auch schon immer den Blumen. Blumen sind etwas wunderbares. Ob sie nun klein und unscheinbar sind oder durch ihre Größe beeindrucken, man kann sie kaum übersehen. Die unzähligen Formen und Farben der Blüten ziehen einfach in ihren Bann.
Nun sind wir beim Stöbern in verschiedenen Reiseblogs auf die ReiseEule gestoßen. Sie hat zur Fotoparade „Die schönsten Blumen und Blüten weltweit“ aufgerufen, der wir uns sehr gerne anschließen. Dadurch bekommen wir Gelegenheit, auch unsere Blumen-Fotos aus dem Archiv zu kramen und sie hier zu präsentieren. Vielen Dank dafür an die ReiseEule.
Nun sind wir keine Botaniker und können die meisten Exemplare nicht bestimmen, deshalb stellen wir die Bilder zum Teil ohne Untertitel, aber nach Ländern getrennt vor und hoffen, allen Blumen- und Blütenliebhabern eine Freude damit zu machen.

Auf den Britischen Inseln ist eher klein angesagt. Vielleicht hängt dies mit dem Wetter zusammen. Trotzdem ist der Reiz der dortigen Blumen und Blüten nicht geringer:

Indien ist das Land der Farben und Exotik:

Marokko ist durch seine klimatischen Bedingungen ein spezielles Thema in Sachen Blumen und Blüten. Uns haben es die Pflanzen angetan, die sich gegen die Wüste behaupten können:

Exotisch, manchmal geheimnisvoll geht es in der Blumenwelt der USA/Kanada zu:

Die Wüsten der USA überraschen mit einer Fülle von Blumen und Blüten:

Hier sind noch ein paar Blumen, die sich über die ganze Welt verteilen, für die sich jedoch keine eigene Kategorie lohnt:

Natürlich wuden wir auch auf unserer 6-monatigen Rundfahrt durch Spanien und Portugal fündig. Da blüht es auch im Winter. Vor allem im Süden dieser Länder ist es irgendwie immer grün und irgendetwas blüht immer.

 

 

 

 

Gastartikel

Beiträge, die wir gerne für andere Reiseblogs oder Reiseseiten geschrieben haben:

USA als Reiseland

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Louisiana

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Mississippi

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Missouri

Leider musste ich jetzt feststellen, dass wir einige Artikel quasi umsonst geschrieben haben, denn die betreffenden Seiten (komerziell) existieren nicht mehr. Wir werden in Zukunft besser darauf achten, für wen wir einen Beitrag schreiben.

 

Eine gute Gelegenheit für den Austausch von Beiträgen untereinander sind die beliebten Blogparaden. Da wir fast immer unterwegs sind, verpasse ich die meisten Blogparaden, aber bei einigen waren wir doch dabei:

Reiseblogger und ihre Bilder – die Trends

Trauminseln und Inselträume

Blumen und Blüten weltweit

Welche Reisetypen sind wir?

Reisepannen

Wie sähe meine Traumreise aus?

 

Gerne nehmen wir Eure Beiträge auf, sofern sie zu unseren Themen passen und wir im Gegenzug einen unserer Artikel oder unseren Link auf Eurer Seite platzieren dürfen:

Faszination Provence

Sehenswertes in Mosambik

 

 

Ring of Kerry

Blick zum Carrauntohill

Blick zum Carrauntohill

Killarney ist Ausgangspunkt für die meisten Touristen, die den Ring of Kerry entlang fahren wollen, der die Halbinsel Iveragh umschließt. Im Osten der Halbinsel findet man auch Irlands höchsten Berg, den Carrauntohill (gälisch: Corran Tuathail, 1039m).
Der Ring of Kerry wird als eine der schönsten Straßen weltweit beschrieben. Davon wollten wir uns nun selbst ein Bild machen. Dafür standen wir zwei Nächte auf dem Fossa Caravan and Camping Park. Das war bisher der erste Campingplatz, der die ADAC Camping Key Card akzeptierte. Deshalb kostete uns der Platz „nur“ 22,- €, nicht 26,- €.
Wenn man den Ring of Kerry fahren möchte, sollte man wenigstens einen Tag einplanen. Eigentlich ist diese Zeit viel zu kurz bemessen, will man alle Sehenswürdigkeiten erleben.

Glenbeigh Wood

Glenbeigh Wood

Unsere Tour war 185 Kilometer lang. Es wird empfohlen, den Ring entgegen der Uhrzeigerrichtung zu befahren. Dann sind zwar alle Parkplätze auf der falschen Seite, aber man muss sich zu Hochzeiten nicht unbedingt von Reisebussen und Autos durchschieben lassen. Glücklicherweise war bei unserem Besuch nicht so viel Betrieb. Die Reisebusse standen zumeist bei den Handwerkskunst- und Souvenirläden, oder bei Kneipen. Parken darf man auf den Britischen Inseln ohnehin in beiden Richtungen, also mit der und gegen die Fahrtrichtung.
Den ersten Halt legten wir in Glenbeigh Wood ein, einer ruhigen Bucht vor grünem Bergpanorama. Ein paar Schritte hinter dem Parkplatz beginnen die Sanddünen und der Strand.

Leacanabuile Stone Fort

Leacanabuile Stone Fort

Die kleine R564-Straße, die hinunter führt, schraubt sich auf der anderen Seite wieder bergauf, einspurig mit Ausweichstellen. In fast jeder Ecke verstecken sich kleine Anwesen.
Der Ring of Kerry führt nun an der Dingle Bay entlang und biegt etwas später ins Landesinnere ab, bis man im Hauptort des Ringes Cahersiveen ankommt. Wir ließen diese Touristenstadt links liegen und bogen auf die nördlich angrenzende Halbinsel ab. Dort stehen zwei alte Ringforts aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, jeweils auf einem Hügel. Das Leacanabuile und das Cahergal Stone Fort dienten den frühen Farmern als Schutz ihres Hab und Guts vor äußeren Einflüssen. Eine 3m dicke Mauer umgab das runde Wohnhaus im Inneren. Die Farmer stellten Eisenmesser her, Nadeln oder Haarspangen aus Knochen. Sie bauten Getreide an, welches sie mit Hilfe von Mahlsteinen zu Mehl verarbeiteten.
Der White Strand am Ende der Halbinsel wird seinem Namen nicht gerecht.

in Waterville

in Waterville

Die Ringstraße R 565/567 ließen wir aus Zeitgründen aus. Dafür legten wir einen Stopp in Waterville ein. Der Strand ist länger als die kleine Stadt, die schon einen berühmten Gast begrüßen durfte, Charlie Chaplin. Er bekam sogar ein Denkmal an der Promenade. Im Comedy Film Festival Center schräg gegenüber hängen Bilder und Zeitungsberichte, die von Charlie´s Besuch berichten. Zudem werden Charlie Chaplin, Memorabilien verkauft.
Ein paar hundert Meter nördlich soll sich die historische Station befinden, von wo aus die erste transatlantische Telegraphenverbindung nach Amerika entstand. Zwar weist ein Hinweisschild in der Stadt noch die Richtung mit Entfernungsangabe, aber dann findet man leider nichts mehr.

O´Carroll´s Cove

O´Carroll´s Cove

Von Waterville aus begann der Ring of Kerry für uns erst recht interessant zu werden. Das folgende Stück Straße bis Castel Cove ist das schönste Stück. Die Straße windet sich in vielen Kurven erst nach oben, mit immer wieder neuen Aussichten auf Buchten, Felsen und Strände, dann wieder nach unten. Der wohl am besten besuchte Strand ist O´Carroll´s Cove, mit Restaurant, Campingplatz und wunderbar glasklarem Wasser.

Moll´s Gap

Moll´s Gap

Von hier aus bis nach Sneem ist der Ring of Kerry eher uninteressant. Die Landschaft im Südwesten des Ringes erinnert wieder an eine Steinwüste, nach dem vielen Grün auf der nördlichen Seite von Iveragh.
In Sneem bogen wir dann auf die R568 ab, denn wir wollten den Rest der Strecke durch die Berge fahren. Von nun an jagt eine fantastische Szenerie die nächste. In Moll´s Gap sollte man unbedingt die herrliche Landschaft vom Parkplatz aus genießen.

Killarney National Park

Killarney National Park

Hinter einem kleinen See, auf der rechten Straßenseite liegend, muss man den nächsten, links gelegenen Parkplatz anfahren, noch vor Lady´s View. Hier befindet man sich schon im Killarney National Park und blickt in das weite Tal über den Upper Lake und den Muckross Lake bis zum Lough Leane, eine grandiose Aussicht. Gerade als wir uns von dieser Aussicht losrissen, löste sich ein Stück Damwild aus dem Gebüsch und spazierte in aller Ruhe über den Parkplatz.
Durch Eichenwälder, mit großen runden Felsen durchsetzt, fährt man nun an den genannten Seen vorbei, jedoch nicht ohne an jedem Parkplatz erneut zu halten.

Torc Wasserfall

Torc Wasserfall

Aus den Torc Mountains stürzt sich der wilde Torc Wasserfall in die Tiefe, um seine Wasser in den Muckross Lake zu leiten.
In der Nähe steht Muckross House, ein prächtiges Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, mit großem Garten, ein Touristenmagnet.

Killarney Brauerei

Killarney Brauerei

In Killarney besuchten wir noch die Killarney Brauerei. Da wir fünf Minuten zu spät zur letzten Führung kamen und wir uns sehr für die Brauerei interessierten, zapfte uns der Brauer zwei verschiedene kostenlose Proben seiner Braukunst. Solche Biere aus Privatbrauereien sind eben etwas Spezielles, das hatten wir schon in den USA gelernt. Leider verkauft die Killarney Brauerei ihr eigenes Bier nicht in Flaschen, so dass wir zum nächsten Laden gehen mussten, um ein paar Flaschen verschiedener Sorten zu kaufen, vom Extra Stout bis zum Lager. Das Malz für das Killarney Bier kommt aus Bamberg, Deutschland. Ein paar Säcke davon liegen neben der Bar.
Sehenswert in Killarney ist außerdem die Saint Mary´s Cathedral, ein beeindruckender Bau mit ebensolchem Inneren.

bunte Straßenränder

bunte Straßenränder

Um diese Jahreszeit werden viele Straßenränder, in ganz Irland, von vielen bunt blühenden Blumen und Büschen gesäumt. Gelb, orange, rot, violett und weiß erfreuen die Augen und bilden einen schönen Kontrast zum üppigen Grün der Insel. Die Yuccapalmen sind hier an der Westküste noch größer, Mammutblatt (der im Artikel Connemara beschriebene Riesenrhabarber) und uralte Affenbäume (in Kenmare sogar ein Exemplar mit Blüten) danken ihre Anwesenheit dem Golfstrom, der in Irland wohl keine großen Minusgrade zulässt.

Frankreich

Normandie

Kloster Bénédictine in Fécamp

Kloster Bénédictine in Fécamp

Das Palais Bénédictine in Fécamp, eigentlich ein Kloster, ist ein wahrer Prachtbau, wie wir es nicht erwartet hatten. Wir waren überwältigt. Der Eingangsbereich mit der kleinen Destillieranlage ist allein schon sehenswert und stimmt den Besucher auf das Wesentliche ein. Große, wunderschöne Bleiglaswände mit Szenen aus dem Klosterleben beherrschen die Flure.
Vor der Besichtigung des Destillierkellers wird der Besucher durch verschiedene Räume des Palais geführt, die alle ein eigenes Thema und nichts miteinander zu tun haben. Sie repräsentieren verschiedene Jahrhunderte bis zurück ins 14. Jahrhundert. Da gibt es den Gothiksaal, den Domsaal, den Renaissancesaal, das Manuskriptkabinett usw. Einmalig ist die filigrane Kreuzgewölbe-Holzdecke im Gothiksaal, die uns sehr beeindruckte. Genauso sehenswert ist die Waffen- und Schlüsselsammlung, Bücher gibt es, Sakrales, Gemälde und vieles mehr. Architektonisch wie optisch ist dieses Ensemble ein Highlight. Die Türen, die Wände, alles ist individuell gestaltet.
Im Allerheiligsten, der Destillerie, erfahren die Besucher in einem Video wie der berühmte Likör hergestellt wird, von der Maische über die Destillation bis zum Abfüllen. Das dauert mehrere Monate, Gutes will eben Weile haben. Im Keller stehen die Fässer, in denen die guten Tropfen reifen, die man am Ende des Rundganges sogar probieren darf.

Etretat

Etretat

Etretat liegt wie alle Küstenorte der Normandie zwischen Steilküstenabschnitten, ist aber größer als die meisten anderen Orte. Vor allem war die Natur hier künstlerisch veranlagt. Es gibt drei Felsentore und eine Felsnadel. Vom Strand aus ist kaum etwas zu erkennen. Man hat zwei Möglichkeiten, die Felsformationen zu sehen. Entweder geht man unten am Wasser entlang, was nur bei Ebbe möglich ist, oder man nimmt den mühevollen Aufstieg auf die Steilküste, von wo man allerdings einen beeindruckenden Blick nach allen Seiten hat.

Honfleur

Honfleur

Die alten Häuser rund um den Hafen der Künstlerstadt Honfleur an der Blumenküste lassen uns in eine frühere Zeit eintauchen, nur dass es da wohl noch keine Souvenirläden gegeben hat. In Honfleur steht die größte Holzkirche Europas mit separatem Glockenturm. Das ist dem Umstand zu verdanken, dass Honfleur im einhundertjährigen Krieg im 14. und 15. Jahrhundert stark zerstört wurde. Alle Hände der Bauleute und Handwerker wurden für den Wiederaufbau von Wohn- und Geschäftshäusern gebraucht. So nahmen sich die Schiffszimmermänner der Kirche an und schufen ein unvergleichliches Bauwerk. Genauso sehenswert sind die weiteren Gassen dahinter. Sehr viele Häuser sind originalgetreu wieder aufgebaut, andere aufwendig restauriert. Es gibt aber auch Häuser, die noch sehr original aussehen. Aus diesem Gemisch ergeben sich sehr imposante Straßenansichten, die heute wie damals Geschäfte, Restaurants, Bars aber auch Künstlerateliers beherbergen, in denen sich zum Beispiel Maler, Schriftsteller oder Musiker niedergelassen haben.

Gezeitenkraftwerk bei St. Malo

Gezeitenkraftwerk bei St. Malo

Das Gezeitenkraftwerk kurz vor St. Malo über die Rance wurde nach fünfjähriger Bauzeit 1966 seiner Bestimmung übergeben und ist das größte Gezeitenkraftwerk Europas. Dazu ist es noch heute weltweit das einzige Kraftwerk, das aus der Kraft der Gezeiten industriell Energie erzeugt und das absolut umweltfreundlich.

St. Malo

St. Malo

St. Malo ist eine alte Korsarenstadt, in der noch heute so mancher echte Nachfahre der alten Korsaren lebt. Die Stadt hat eine wechselvolle und lange Geschichte: Missionare, Gläubige, Normannen, für kurze Zeit unabhängige Republik mit dem Segen Frankreichs, dann die Lizenz des französischen Königs, fremde Schiffe zu kapern, um sich gegen die großen Seefahrernationen zu behaupten. Im zweiten Weltkrieg wurde St. Malo zum größten Teil zerstört. Dank vieler fleißiger Hände erstrahlt die Stadt hinter den gewaltigen Mauern wieder im alten Glanz des 18. Jahrhunderts.

Die Flut kommt

Die Flut kommt

Ein aufregendes Erlebnis war das Beobachten der Flut am südlichen Ende der Mont St.-Michel-Bucht. Je nach Steigung des Bodens arbeitet sich das Wasser unterschiedlich schnell vor. Der Mont St.-Michel in der Ferne stand zuerst unter Wasser, Cancale lief auch ziemlich schnell voll, doch bis das Wasser an unserem Strand ankam, vergingen ganze zwei Stunden. Während wir bisher das Steigen des Wassers als lautlosen, heimlichen Vorgang kennen gelernt hatten, hatte die Flut hier einen wahrlich theatralischen Auftritt.

Mt. Saint Michel

Mt. Saint Michel

Das Ausflugsziel an der französischen Nordküste ist der Mont St.-Michel. Auf der Kirche hoch oben auf dem Berg steht der vergoldete Erzengel Michael, der dem Bischof von Avranches im Jahre 708 im Traum erschien und ihm gesagt haben soll, er solle für ihn auf diesem Berg ein Heiligtum bauen. Noch bevor das Jahrtausend vollendet wurde, stand eine Kirche an dieser Stelle und von da an wuchs die Anlage und wurde zu einer bedeutenden Pilgerstätte. Vor einhundertfünfzig Jahren kamen die ersten Wohnhäuser hinzu. Heute ist der ganze Berg bebaut und ein Touristenmagnet für die ganze Welt.

in der Normannischen Schweiz

in der Normannischen Schweiz

Eine sehr schöne Landschaft ist die Normannische Schweiz im Landesinneren. Orte wie Mortain, Pont d´Oulliy, der Fluss Orne und die einzigartige Landschaft sind allemal einen Abstecher wert. In Falaise besuchten wir das Chateau, wo Wilhelm der Eroberer geboren worden sein soll. Von hier ging er später nach Bayeux, von wo aus er seinen Eroberungszug durch Europa bis nach England begann.

Jumiéges

Jumiéges

In Jumiéges steht eine Klosterruine, die größte ihrer Art. Sie ist selbst als Ruine noch gewaltig. Eigentlich sind es zwei Kirchen, eine vorromanische, von der kaum noch etwas übrig ist, und eine jüngere Kirche, die 1067 geweiht wurde. Dabei war kein Geringerer als Wilhelm der Eroberer anwesend. Die Abtei Jumiéges wurde allerdings schon 654 gegründet. Die beiden Türme der Hauptkirche sind heute noch sechsundvierzig Meter hoch, wobei ihnen die Spitzdächer aus Holz fehlen, die sie früher krönten. Das Schiff der Kirche ist fünfundzwanzig Meter hoch. Wenn man am Fuße dieser Mauern steht, kommt man sich nicht nur klein vor, man ist klein, sehr klein.

Fort Douaumont

Fort Douaumont

In Verdun, einem Schlachtfeld des 1. Weltkrieges, besuchten wir die Ruhmeshalle mit dem Friedhof für 130.000 französische Soldaten und das Fort Douaumont, das größte und am höchsten gelegene Fort der ganzen Umgebung. Der Bau des Forts wurde nach dem deutsch-französischen Krieg 1885 angefangen und 1913 fertig gestellt. Zusammen mit siebenunddreißig anderen Forts und Bauwerken im Umkreis von vierzig Kilometern um Verdun herum, bildete es eine Verteidigungslinie, um die neue deutsch-französische Grenze zu schützen. Das Elsass und Lothringen gingen bei diesem Krieg an Deutschland verloren. Im ersten Weltkrieg kam das Fort Douaumont zum ersten Mal zum Einsatz.

Bretagne

Menhir

Menhir

Die Bretagne – das Land der Kelten und Menhire, der Jakobsmuschel und des Salzes, die Heimat von Asterix und Obelix und der Hinkelsteine. Die Bretagne hat also einiges zu bieten. Vor allem fiel uns auf, dass die Bretonen sehr viel Wert auf gepflegte und bunte Gärten und Grünanlagen legen. Es gibt sogar Wettbewerbe um den am schönsten angelegten Ort und bis zu fünf Blumen auf dem Ortsschild zeigen dem Besucher, wie viel Arrangement die Bewohner in dieser Hinsicht zeigen.
Und noch eines fiel uns auf. Die Bretagne ist zweisprachig – französisch und bretonisch, das sich wohl aus der alten Keltensprache entwickelt hat. Die Einheimischen unterhalten sich untereinander zum Teil noch bretonisch, die Orts- und Hinweisschilder weisen beide Sprachen auf. Das fanden wir sehr interessant.

exotische Pflanzen überall

exotische Pflanzen überall

Wir waren überrascht, was hier alles wächst – 3,50 m hohe Yuccapalmen als Büsche oder als 5 m hohe Stämme, Feigenbäume, voll mit Früchten, Mimosen, Eukalyptusbäume – wo sind wir? Unglaublich, dank des Golfstromes ist so etwas möglich. Diese und noch viel mehr südliche Pflanzenarten wachsen im Norden der Bretagne noch üppiger als in der Normandie. 

Die vielen Orte und Städte mit ihren mittelalterlichen Zentren, den engen und verwinkelten Gassen, in denen unzählige, noch sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser stehen sind ein weiterer Grund, die Bretagne zu besuchen. In erster Linie sind da zu nennen Paimpol, Tréguier, Guérande und Vannes.
In Quimper steht zudem der älteste gotische Dom der Bretagne.

Küste bei Erquy

Küste bei Erquy

An der westlichen Smaragdküste besuchten wir den Ort Erquy. Das ist die Hauptstadt der Jakobsmuschel. Hier sollte man unbedingt frisch zu bereitete Jakobsmuscheln essen.
Außerdem geht das Gerücht um, dass auf dem Cap oberhalb des Ortes das Dorf der Gallier Asterix und Obelix gestanden haben soll. Die drei kleinen Inseln vor einer der Landzungen sollen der schlagende Beweis sein.

Rosa-Granit-Küste

Rosa-Granit-Küste

Die Rosa-Granit-Küste wartet mit grandiosen Felsformationen auf. Wind und Wasser haben die eigenartigsten Formen aus dem rosa Granit, nach dem diese Küste benannt ist, gewaschen. Aber nicht nur das. Da liegen riesige glatt geschliffene Monolithe übereinander, als hätte ein Riese mit ihnen wie mit Bausteinen gespielt. Manches sieht doch eher künstlich als natürlich aus, doch es ist alles das Werk der Natur. 

Die schönste Bucht hat Ploumanac´h. Sie ist über und über mit großen und kleineren Monolithen übersät ist. Man ist direkt überwältigt, wenn man sich in dieser Bucht befindet, die zugleich eine Badebucht mit feinem Sand ist. Die Felsbrocken sind an Land wie im Wasser verteilt, auf einer vorgelagerten Insel steht ein Haus. Solch ein Anblick bietet sich einem selten.

Höhlen-Aquarium

Höhlen-Aquarium

In Trégastel-Plage gibt es das auf unseren Reisen bisher ungewöhnlichste Aquarium. Es ist direkt in die Hohlräume gebaut, die die Felsformation bietet, in die es gebaut ist. Das Aquarium beherbergt Fische und Meerestiere, die in den hiesigen Gewässern beheimat sind: Pollack, Dorsch, Seespinnen, Katzenhaie, Rochen, Plattfische, Garnelen, Hummer usw. Vor allem ist die Anlage einmalig, das ist ´mal was ganz anderes. 

Morlaix

Morlaix

Direkt in der Stadtmitte von Morlaix spannt sich ein großer Eisenbahn-Viadukt mit vielen Bögen und zwei Etagen, von einer Seite zur anderen. Morlaix liegt in einem Tal.
Oben auf der Brücke fährt die Eisenbahn, auf der Etage darunter kann man spazieren gehen und die Stadt bewundern. Der Viadukt dominiert Morlaix, doch die schmucken alten Häuser der Stadt lassen sich anscheinend davon nicht unterkriegen. Es ist ein seltsam harmonisches Ensemble.

Halbinsel von Crozon

Halbinsel von Crozon

Auf der Halbinsel von Crozon gibt es einige landschaftlich attraktive Cap´s mit einer eigenartigen Vegetation, die aus Erika, flachem Stachelgestrüpp und auch Krüppelkiefern besteht. Sie sind alle wahre Wunderwerke, die durch die Kraft des Meeres und des Windes entstanden sind.

Auf dem Cap de la Chévre stehen ein Marine-Posten und ein Ehrenmal für die gefallenen Marine-Soldaten von 1913.

Teil des Atlantikwalls

Teil des Atlantikwalls

Ein anderes Cap ist Pointe de Pin Hir. Neben der beeindruckenden Landschaft lockt ein Museum zum Thema Atlantikwall und Atlantikschlacht, direkt auf und in einem riesigen Bunkergelände. Das ganze Gelände ist mit Räumen und Gängen unterhöhlt. Bunker, Geschützstellungen, Munitionslager und Gänge kann man sich aus der Nähe ansehen. In einem der Bunker ist ein Museum untergebracht, dass sich weniger mit dem D-Day beschäftigt, als mit der Atlantikschlacht selbst.

Calvaire in Tronöen

Calvaire in Tronöen

In Tronöen findet man den ältesten Calvaire der Bretagne. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert. Damals wurde noch klein und bescheiden gebaut. Das Ensemble beeindruckt dennoch.

In der Bretagne gibt es einige dieser „Calvaires“, die ein Teil sakraler bretonischer Baukunst sind. Es sind eingefriedete Pfarrbezirke, die aus der Kirche, einem Friedhof, dem Beinhaus, einem Triumphbogen und dem Calvaire bestehen. Dieser Calvaire ist ein großer Steinblock, der mit christlichen Motiven verziert ist.

Hosenboje

Hosenboje

Penmarc´h ist nicht gerade attraktiv und besteht eigentlich aus drei Häfen um eine Landzunge. Der Ort hat dennoch etwas zu bieten: ein Museum der ortsansässigen Seenotrettung. Darin steht ein aufwändig restauriertes Rettungsboot. Außerdem berichten Fotos und Zeitungsberichte von der schweren, meistens lebensgefährlichen Arbeit des Schiffsrettungsdienstes, den es schon eine sehr lange Zeit gibt.

Altstadt von Concarneau

Altstadt von Concarneau

Die Altstadt von Concarneau im Südwesten der Bretagne, die noch vollständig von den alten Stadtmauern und von allen Seiten vom Wasser umgeben ist, ist ebenfalls einen Besuch wert. Sie ist nur über eine Brücke zu erreichen. Man betritt die Altstadt durch zwei hintereinander liegende Stadttore. Der Betrieb dahinter erinnert allerdings sofort an einen Besuch auf dem Mt. St. Michel. Auch hier gibt es nur eine Gasse mit Neppläden, wo sich alles konzentriert. Der Markplatz mit den alten Fachwerkhäusern ist allerdings recht hübsch.

Dolmengrab

Dolmengrab

Locmariaquer ist zwar ein kleiner Ort, kann mit einer Menge Megalithen und Dolmen aufwarten. Drei dieser Stätten befinden sich auf einem Gelände, das allerdings ein Museum ist, drei weitere besuchten wir so. Zwei davon sind Megalithgräber, Dolmen genannt, mit ca. fünfundzwanzig Metern Länge, eines ist ein Hügelgrab, Tumulus genannt.

Steinalleen in Carnac

Steinalleen in Carnac

In Carnac findet man das größte Megalithenfeld der Erde, mit dreitausend Menhiren und Dolmen. Die Megalithen sind bis zu acht Metern hoch und fünf- bis sechstausend Jahre alt. Sie bilden sogenannte Alignements, Steinalleen. Das Gebiet ist so groß, das es nicht überschaubar ist.

Im Prähistorischen Museum in Carnac kann man sich über die rätselhaften Steine nähere Informationen holen, wobei niemand den Sinn dieser Anlagen erklären kann.

Saline in Guérande

Saline in Guérande

Die Halbinsel Guérande ist bekannt für seine Salinen. Die Salzgärten der Guérande sind riesig und überall findet man jemanden, der gerade bei der Arbeit ist.

Das Salz des Meeres entsteht durch Verdunstung des Meerwassers in kleinen, flachen Becken. Es setzt sich am Grund der Becken ab und wird dann mit einer Art Rechen „geerntet“. Es ist sehr grob und sehr gesund, weil es durch die Art des Erntens viele Mineralien enthält.

Village Troglodyte

Village Troglodyte

Entlang der Loire, die die südliche Grenze der Bretagne bildet, südlich von Saumur, gibt es eine Vielzahl von Höhlenwohnungen. Über sechshundert solche Wohnungen und Anlagen soll es in diesem Gebiet geben, das sich über zehn bis zwölf Kilometer Breite erstreckt und ein Kalksteinplateau ist. Doch die Anlage von Rochemenier ist die vollständigste. Der Name der Anlage ist „Village Troglodyte“ und ist eigentlich ein Höhlendorf, das aus zwei Bauernhöfen besteht und einem modernisierten Haus. Man kann die Wohn- und Lagerräume mit der kompletten Ausstattung besichtigen. In dem Hühnerhof leben noch heute alte Geflügelrassen. Es gibt einen Brunnen und sogar eine unterirdische Kapelle.  

Montsoreau

Montsoreau

In Montsoreau besuchten wir eine Champignonzucht, besser gesagt „die“ Champignonzucht Frankreichs, in der man alles Wissenswerte über diese Anlage erfährt, die gleichfalls in den Höhlen an der Loire untergebracht ist. Diese Pilzzuchtanlage ist sozusagen die Auslagerung der ursprünglichen Pilzzucht von Paris in die Bretagne.
Die Champignonart heißt „Champignon de Paris“. Es gibt sie in weiß und in braun, dazu werden andere Pilzsorten wie der Ritterling, Shii-Take-Pilze und Austernseidlinge angebaut.

Cote d´Azur 

Via Aurelia

Via Aurelia

Die „Via Aurelia“ brachte uns ein gutes Stück am Mittelmeer entlang. Stellenweise ist sie eine wunderschöne Küstenstraße, mit herrlichen Panoramablicken.

Glasbodenboot

Glasbodenboot

In Le Lavandou erlebten wir eine Fahrt mit einem Glasbodenboot. Es hieß „Seascope“ und sah aus, wie einem Science-Fiction-Film entlehnt, ganz futuristisch. Anders als in einem normalen Glasbodenboot saß man hier bequem aufrecht und die Fenster reichten bis einiges über Augenhöhe. Man saß also unter dem Wasserspiegel und hatte uneingeschränkte Sicht auf das Unterwasserleben.

Promenade in Saint Tropez

Promenade in Saint Tropez

Die berühmte Promenade von Saint Tropez wird auf der einen Seite von unzähligen Künstlern, zumeist Malern, und auf der anderen Seite von Restaurants und Boutiquen gesäumt. Sie umrahmt den Yachthafen mit den Booten der Reichen und Schönen, wie man so sagt.

Am Ende des Platzes führt eine kleine Gasse zur Rückseite der Altstadt, die direkt am Wasser liegt. Die uralten Häuser waren sehr gepflegt, zumindest von außen. Hier, nur wenige Meter vom Hafen entfernt, herrschte eine himmlische Ruhe und man konnte gedankenversunken und fast allein am Wasser sitzen. Nur wenige Leute verirren sich hierher.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Zitadelle über der Stadt und für mich vor allem interessant: die alte „Gendarmerie Nationale“, bekannt aus den Louis de Funés-Filmen.

Ramatuelle

Ramatuelle

Das kleine Bergdorf Ramatuelle besticht durch enge und verwinkelte Gassen, die alle ein starkes Gefälle haben, eben durch die Lage des Dorfes auf einer Bergkuppe. Sie sind malerisch gestaltet mit vielen bunten Blumen und Rankgewächsen. Außer auf der durchführenden Hauptstraße kann man im gesamten Ort nur zu Fuß gehen.

Grande Canyon du Verdon

Grande Canyon du Verdon

Der Grande Canyon du Verdon ist die größte Schlucht Europas. Von den Aussichtspunkten aus bieten sich dem Besucher atemberaubende Ansichten der riesigen Felsenschlucht, die einige hundert Meter bis zu einem Kilometer tief ist. Am Grund, sehr weit unten, fließt das merkwürdig hellblaue Wasser des Verdon. Es ist grandios.

Durch die Filme von Monte Christo und dem „Mann mit der Eisernen Maske“ sowie Reisereportagen im Fernsehen hat man eine ganz falsche Vorstellung von der Lage und der Größe der ehemaligen Gefängnisinsel Château d´If

Château d´If

Château d´If

vor Marseille. Nach dem Verlassen des Bootes, das die Besucher vom Festland herüber bringt, steigt man eine große Treppe hinauf, um dann durch eine Pforte auf den Gefängnisplatz zu treten. Zu besichtigen sind der Kerkerblock mit den Zellen und das Verwaltungsgebäude. Vom Dach des Zellenblocks hat man eine herrliche Sicht über Château d´If, die nebenanliegenden Inseln und nach Marseille.

 


Ziele in Frankreich auf dem Weg nach Spanien

Zentralmassiv, Garabit-Viadukt, Millau-Viadukt, Peyriac-de-Mer

Perpignan, St-Cyprien-Plage, Elne

Côte Vermeille, Berge der Côte Vermeille

Bassin d´Arcachon

Bordeaux

Fahrt an der Loire

 

Gastbeiträge zum Thema Frankreich:

Faszination Provence von muchosol.de

 

Weitere Urlaubstipps für Frankreich

Das Mittelmeer einen wundervollen Urlaub garantiert

 

Frankreich war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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Tunesien

tunesische Wüste

tunesische Wüste

Tunesien war unser erstes afrikanisches Land, das wir besuchten und es war einfach toll. Es ist eine völlig andere Welt.

Zum einen landschaftlich: die karge Vegetation, die weite Steppenlandschaft, vor allem aber die Wüste. Das alles hinterließ bei uns einen großen Eindruck.

Zum anderen die Menschen: solch eine natürliche Freundlichkeit und Zuvorkommenheit haben wir selten erlebt. Eile und Hektik sind für sie Fremdwörter, wenn man einmal von Tunis absieht. Vor allem die Höhlenbewohner von Matmata waren beeindruckend.
In Tunesien sind neunzig Prozent der Bevölkerung Moslems, den Rest machen Christen, Juden und die Ureinwohner, die Berber und Beduinen aus.

Tunesien selbst strotzt vor Geschichte. Es gibt zahllose Ruinenstädte der Phönizier und Römer. Von der französischen Herrschaft ist nichts geblieben, bis auf ein paar Häuser in Tunis, denen man den französischen Stil ansieht. Naja, und die Verkehrssprache ist auch französisch.

Die arabische Sprache hört sich sehr interessant an. Ich habe versucht einige Worte zu lernen, wie „wie gehts?“, „mir gehts gut.“, „bitte“ und „danke“, wie ich das in all unseren Urlaubsländern tue. Aber die Aussprache ist für europäische Zungen wenig geeignet. Es ist nicht so einfach wie spanisch, türkisch oder suaheli. Wenn dann noch das Wort „Bitte“ im arabischen viermal vorkommt, je nach Situation, dann reicht das für den Anfang. Außerdem muss man alle auf Personen bezogene oder Personen ansprechende Worte mit verschiedenen Endungen versehen, je nach dem, ob es ein Mann, eine Frau, ob sie allein oder zu mehreren sind. Ich fand das zu kompliziert.

Noch tage- und nächtelang nach dem Urlaubsende haben mich Tunesien und die arabische Welt beschäftigt. Wenn ich in ein arabisches Land, aus welchen Gründen auch immer, ziehen würde, wäre es Tunesien. Denn Tunesien hat eine moderne Lebensphilosophie. Die strengen arabischen Lebensregeln wurden vor fünfzig Jahren per Reform abgelegt. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Selbst wenn Tunesien heute immer noch eine Männerwelt ist, haben die Frauen doch einen großen Teil mitzubestimmen.

Für unseren Hotelaufenthalt hatten wir uns Mahdia ausgesucht. Damals war dies, von Djerba abgesehen, der südlichste und vor allem ruhigste Ort in Tunesien, den wir finden konnten. Vor allem war er zentral gelegen und daher ein guter Ausgangspunkt für Entdeckungen. Sousse, Hammamet und Monastir waren uns absolut zu überlaufen.
Also, lasst Euch nach Tunesien entführen. Der Flug dauert nur gut zwei Stunden und schon ist man in Monastir. Der Flughafen liegt mitten in rötlich schimmernden Salinen und wenn man viel Glück hat, kann man sogar Flamingos sehen. Allerdings nur aus großer Entfernung.

Vom Flughafen zum Hotel hatten wir eine Stunde zu fahren, besser gesagt halsbrecherisch über die Pisten zu jagen. Dabei blieb unbeachtet, ob es sich um eine Straße innerorts oder um eine Landstraße handelte. Die Hupe war das wichtigste Instrument am Auto. Fahrspuren gibt es zwar, wurden jedoch von den Fahrern vollkommen ignoriert. Die Gegenfahrbahn wurde uneingeschränkt mitbenutzt. Manchmal musste dann halt der Gegenverkehr sehen, wo er blieb. Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer haben wohl schon mit ihrem Leben abgeschlossen, wenn sie sich auf die Straße begeben. Die werden einfach, solange es noch irgend möglich ist, in die letzte Ecke gedrängt. Erst, wenn das alles nicht mehr funktioniert, wird gebremst. Das waren jedenfalls unsere ersten Eindrücke vom Straßenverkehr in Tunesien. Später kamen wir hinter das Geheimnis desselben und aus dem wilden Chaos wurde ein geordnetes Chaos, mit dem wir auch ganz gut zurechtkamen.

Hotel Club „Thapsus"

Hotel Club „Thapsus“

Unser Hotel Club „Thapsus“ war recht schön, hell, freundlich, sehr sauber und hatte einen ansprechenden, sehr offenen Außenbereich mit einem weiten Zugang zum Meer. Ausflugsmöglichkeiten gab es genug, doch bei den Mietwagen- und Ausflugspreisen schwand schnell mein Optimismus, möglichst viel von Tunesien zu sehen. Vor allem die fakultativen Unternehmungen innerhalb der Ausflüge trieben die ohnehin schon happigen Preise weiter in die Höhe. Daher versuchten wir, so viel wie möglich auf eigene Faust zu unternehmen. 

Für unser Tauchabenteuer hatten wir uns den Norden von Tunesien, die Gegend um Tabarka ausgesucht. Mit einem Mietwagen wollten wir dort hin gelangen, doch die tunesische Mentalität machte uns einen Strich durch die Rechnung.

am Cap Africa

am Cap Africa

Auf einer kleinen organisierten Stadtrundfahrt durch die Provinzhauptstadt Mahdia konnten wir einen ersten Eindruck von dieser Stadt gewinnen. Bei einem weiteren, selbst organisierten Besuch, konnten wir tiefer in diese Stadt eintauchen.
Vor dreitausend Jahren war der einzige Zugang zur Stadt vom Meer aus, das Tor am alten Hafen beim Cap Africa. Ein paar Reste des Tores kann man heute noch sehen. Das Hafenbecken hatten schon die Phönizier vor zweitausendfünfhundert Jahren in den Felsen gehauen. Kleine Fischerboote nutzen den kleinen Hafen immer noch. Auf dem Grund des Hafens liegen noch vereinzelte Säulenstücke der einstigen Bebauung.

Seemannsfriedhof Mahdia

Seemannsfriedhof Mahdia

Rund um das Gelände breitet sich der alte Seemannsfriedhof aus, der auch heute noch in Benutzung ist. Wir erfuhren, dass die Gräber hier nie weg gemacht werden, sie verfallen einfach irgendwann. Dadurch haben die Friedhöfe in Tunesien, zumindest rund um die Städte, riesige Ausmaße, im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen.
Wir erfuhren ebenfalls, wie man erkennen kann, ob ein Mann oder eine Frau unter dem Grabstein liegt, auch wenn man die Inschrift, wenn denn eine da ist, nicht lesen kann. Die Männer haben am Kopfende einen kleinen Stein auf der Grabplatte oder dem Sarkopharg stehen, die Frauen haben einen solchen Stein am Kopf- und am Fußende. 

An der Festung Bordj vorbei erreicht man den neuen Hafen mit dem Gemüsemarkt und dem Fischmarkt. Wir schlenderten durch kleine Gassen mit ihren Händlern.

Teppichladen

Teppichladen

Natürlich kamen wir auch an einem Teppichladen nicht vorbei. Hier mussten wir feststellen, dass die Teppiche in Tunesien um einiges billiger sind als die türkischen, die wir uns zugelegt hatten.
Bei einem der großen Seidenteppiche, die vor uns ausgebreitet lagen, fragten wir den Händler, wo denn der Fehler in diesem Teppich läge. Er sah uns sehr fragend an, doch wir hatten inzwischen gelernt, dass nur Allah alleine vollkommen ist und die Menschen immer Fehler machen, selbst wenn diese mit Absicht geschehen müssten. Der Verkäufer konnte oder wollte uns dazu nichts sagen. Auf einmal sagte Klaus, dass er den Fehler gefunden hat. In der Bordüre des Teppichs war ein Muster mit schwarz „ausgemalten“ Vierecken. Nur eines davon war weiß. Diesen Fehler zu finden war allerdings bei dem winzigen Muster eine Meisterleistung und ein unglaublicher Zufall. Der Verkäufer staunte jedenfalls nicht schlecht.

Weberei

Weberei

Beim Bummel durch die Gassen kamen wir an einer kleinen Weberei vorbei. Ein Weber und wahrscheinlich sein Sohn gingen ihrem Handwerk nach. Die Tür zur Webstube war offen und wir fragten, ob wir uns umsehen dürften. Wir wurden hereingebeten.
Nachdem wir die Beiden eine Weile beobachtet hatten, fragten wir, warum sie weben, das wäre doch Frauenarbeit. Im Gegenteil, bekamen wir zur Antwort. Weben ist Männersache, die Frauen knüpfen. Er zeigte uns ein paar Muster, die er gerade gefertigt hatte. Es war sehr eng dort drinnen. Um die Beiden nicht zu lange aufzuhalten, wünschten wir ihnen alles Gute und verabschiedeten uns.

in Sousse entdeckt

in Sousse entdeckt

Sousse, ebenfalls an der Ostküste von Tunesien, erreichten wir von unserem Hotel aus bequem mit dem Zug. Der Bahnhof war nicht weit vom Hotel entfernt und die Fahrt kostete nicht zu viel.
Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel. Zuerst lenkten wir unsere Schritte durch das große Hafengelände mit vielen kleinen und großen Fischerbooten. Wir entdeckten sogar ein uraltes, großes Segelschiff, das jedoch nicht mehr sehr gut erhalten war.

Souk

Souk

In der Medina, so nennt man die Altstädte im arabischen, buhlten Händler über Händler um die Kunden. Sie boten Gewürze, Messingwaren, Lederwaren und natürlich allerlei Krimskrams feil. Die Medina von Sousse soll eine der schönsten in Tunesien sein und ist noch immer mit einer dicken Stadtmauer umgeben, die die restliche Welt ausschließt. Wir schlenderten wahllos ein paar Gassen entlang und nahmen das orientalische Flair in uns auf. Abseits der Händlerstraßen, wo sich kaum ein Tourist hin verirrt, kann man noch erkennen, wie die Menschen hier seit Ewigkeiten leben.

Sousse

Sousse

Irgendwo in dem Gewirr der Gassen stießen wir auf eine lange Treppe, die zur Burg hinaufführt. Oben verlässt man die Medina durch ein Stadttor. Dabei fühlten wir uns in zwei Welten zugleich versetzt. Hinter uns das alte arabische Leben, vor uns die moderne Stadt.
Auf jeden Fall sollte man eines der Dachcafés oder Dachrestaurants besuchen. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Dächer der Medina und darüber hinaus, bis zum Meer.

Port el Kantaoui

Port el Kantaoui

Acht Kilometer von Sousse entfernt liegt Port el Kantaoui, ein vollkommen neuer Ort. Die Häuser wurden im maurischen Stil gebaut und alle weiß getüncht. Sie gruppieren sich rund um einen großen malerischen Hafen und beherbergen Hotels, Cafés und Restaurants, Boutiquen und Basare, natürlich auch Wohnhäuser. Doch ich glaube, da muss der Geldbeutel doch eher etwas besser gefüllt sein, um hier Urlaub zu machen. Man kann durch kleine idyllische Gassen schlendern oder im Hafen in ein Glasbodenboot oder auf ein Piratenschiff steigen. Mit dem Glasbodenboot kann man die Unterwasserwelt von Tunesien hautnah erleben, mit dem Piratenschiff auf unterhaltsame Art die Küste entlang schippern.

Monastir

Monastir

In Monastir erreichten wir vom Bahnhof aus zuerst den Hafen. Er ist etwas kleiner als der Hafen von Port el Kantaoui und die weißen Appartmenthäuser hatten die landestypischen blauen Fenster und Türen. Restaurants, Cafés, Boutiquen und Souvenirgeschäfte fehlen auch hier nicht. 

Cap Monastir

Cap Monastir

Unser Weg führte uns weiter zum Cap Monastir und uns eröffneten sich an jeder Ecke viele herrliche Landschaftsbilder – schroffe Muschelkalkfelsen, aus denen nur so versteinerte Austern hervortraten. Diese Felsen wechseln mit Badebuchten, in denen das glasklare Wasser den Blick bis auf den Grund der Buchten freigibt.
Auf der Spitze des Caps entdeckten wir eine Ausgrabungsstätte, in der Reste einer alten punischen Siedlung freigelegt werden.
Sogar eine Slipanlage aus römischer Zeit kann man noch sehen, an der die Schiffe aus dem Wasser gezogen wurden. Daran schließt sich eine alte römische Festung an.

Bourghiba-Mausoleum

Bourghiba-Mausoleum

Sehenswert ist hier vor allem das prächtige Mausoleum des Expräsidenten Habib Bourghiba und seiner Familie. Monastir war Bourghibas Heimat und er führte Tunesien in die Unabhängigkeit. Zum Mausoleum gehört ein großes, sehr gepflegtes Gelände. Direkt in der Nachbarschaft liegt der riesige Friedhof.

Teboulba ist ein Ort, den wir wegen seiner Werft besuchten. Dort werden kleine Boote gebaut. Ein Boot war gerade in Arbeit. Wir konnten sehr schön sehen, wie sich solch ein Bootsskelett zusammensetzt. Kiel, Spanten und die oberste Deckbegrenzung waren schon zusammen gebaut. Wahnsinn, wie man solch dicke Holzteile biegen kann, um einen so schön geschwungenen Rumpf zu erhalten.
Ein Stück weiter liegt die große Werft, auf der gerade ein Schiff auf die gleiche Art und Weise, wie die kleinen Boote, gebaut wurde. Ein paar halbwegs fertige Boote waren auf einen anderen Teil der Werft verlegt worden, um ausgebaut zu werden. Solche Holzboote haben doch eine wesentlich wärmere Ausstrahlung als ein Schiff aus Stahl. Sie leben und man kann es spüren.

Salzsee in Bekalta

Salzsee in Bekalta

Nicht weit entfernt, in Bekalta, liegt ein kleiner Salzsee. Er fällt direkt auf, denn er hat eine schöne, weiß schimmernde Schicht. Wir haben ihn schon bei unseren Zugfahrten bewundert. Jetzt wollten wir ihn besuchen. Es war nicht leicht, sich bis an den Rand des Salzsees durch das Gestrüpp zu arbeiten. Einen Weg gab es nicht. Doch wir merkten auch bald, dass der Untergrund keineswegs fest ist. Es gab feuchte Stellen, die unter unseren Schritten nachgaben. Wie würde es dann erst auf der Oberfläche des Sees aussehen. Doch man sollte das Betreten eines Salzsees tunlichst unterlassen. Das kann gefährlich werden. Der See war auch vom Rande aus sehr schön.

Mietwagen-Rundfahrt durch Tunesien

zum Cap Bon

zum Cap Bon

Über Nebenstraßen, Fernverkehrsstraßen und die einzige Autobahn in Tunesien, erreichten wir Cap Bon, an dessen Westküste wir Richtung Landspitze fuhren. Von der Höhenstraße oberhalb von Korbous hat man einen phantastischen Blick in eine kleine Bucht und über das strahlend blaue Meer hinüber nach Tunis und Karthago. 

El Haouaria

El Haouaria

El Haouaria ist der am nördlichsten gelegene Ort auf Cap Bon. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch kleine, gemütliche Dörfer, viel Grün und an fast immer ausgetrockneten Flussbetten vorbei. In einiger Entfernung konnten wir das Meer sehen, das als Kontrast zu dem Grün und Rot auf dem Land hervorragend wirkte.

am Cap Bon

am Cap Bon

Direkt an einer Klippe der hier unwirtlichen und schroffen Küste von Tunesien befindet sich ein herrlich gelegenes Restaurant, das Meer liegt fast einhundert Meter tiefer. Dort aßen wir auf der Terrasse einen Bärenkrebs, ganz frisch gefangen und traumhaft zubereitet. Wir schwärmen heute noch davon.

Unterhalb des Restaurants befindet sich eine in den Felsen eingelassene Hütte mit einem türkischen Café darin. Auch hier kann man auf der Terrasse sitzen. 

Sandsteingrotten

Sandsteingrotten

In der Umgebung liegen viele Sandsteingrotten. Sie entstanden, als vor eintausendfünfhundert Jahren von römischen Sklaven Steine für das Kolosseum in El Jem und für die Städte Karthago und Utica gebrochen wurden. Die Grotten sind zum Teil zwanzig Meter hoch mit einem Loch in der Decke. Diese Löcher waren jeweils der erste Schritt zu solch einer Grotte. Von dort aus gruben sich sie Sklaven in die Tiefe, außerdem waren sie Ein- und Ausgang für Mensch und Material.
Für den Besuch dieser Grotten sollte man sich unbedingt einen Führer nehmen, der kann viel darüber erzählen und die Besucher in Ecken bringen, die man allein nie besuchen würde.
Aromatisch angehaucht ist die Gegend mit Thymian und Rosmarin, sogar Kapern wachsen hier. 

Bei guten Sichtverhältnissen soll man von der Spitze Cap Bons über das Meer bis nach Sizilien sehen können.

Kerkouane

Kerkouane

Auf der Ostseite des Caps fuhren wir zurück und hielten in Kerkouane. Hier kann man eine ziemlich umfangreich ausgegrabene punische Siedlung bestaunen. Sie ist nie überbaut worden und dadurch kann man sich eine sehr gute Vorstellung davon verschaffen, wie sie einmal ausgesehen haben muss.
Vom Eingang bis zum Ausgrabungsfeld spazierten wir durch eine Art Botanischen Garten mit Blumen und Yucca-Palmen. Zwei, etwa parallel laufende Straßen ziehen sich durch die alte Siedlung. Dazwischen stehen Wohnhäuser, alle mit fast gleichem Grundriss. Überall sieht man Sitzbadewannen, Abflussrinnen und Fußbodenmosaike. Am dem Meer zugewandten Stadtrand stand einmal ein Tempel. Dieser Besuch ist wirklich lohnenswert.

Zaghouan

Zaghouan

Unsere Rückfahrt führte uns über Kebilia, Korba, Nabeul und Hammamet, immer an die Ostküste von Tunesien entlang. Leider hatten wir keine Zeit, uns diese Orte anzusehen, denn wir wollten noch nach Zaghouan. Dort gibt es einen römischen Wassertempel und viele Quellen, die sich aus einer steilen Felswand ergießen. Ein großes Felsmassiv wies uns die Richtung.

Wassertempel in Zaghouan

Wassertempel in Zaghouan

Die Anlage selbst zu finden war schon wesentlich schwieriger. Nach einigem Fragen standen wir vor dem Tempel, eigentlich eine halbwegs erhaltene, zum Teil rekonstruierte, aber nichts desto Trotz beeindruckende Ruine. Die Römer hatten hier vor einer fast eintausend Meter hohen Steilwand einen Tempel des Wassers gebaut. Doch vom Wasser keine Spur. Wir fanden bei unserer Erkundung heraus, dass die „Trampelpfade“ in die Berge eigentlich Wasserläufe sind, wenn denn einmal Wasser aus dem Berg kommt.
Der Größe des Tempels nach ist anzunehmen, dass es vor eintausendfünfhundert Jahren noch sehr viel Wasser in Tunesien gegeben haben muss, so wie die Sahara noch nicht sehr lange solch eine riesige Sandwüste ist.

Aquädukt

Aquädukt

Von Zaghouan aus hatten die Römer einen fast einhundert Kilometer langen Aquädukt nach Karthago gebaut, um die Stadt mit Wasser zu versorgen. Teile dieses Aquädukts sind noch heute erhalten und ein weiterer Beweis für den damaligen Wasserreichtum.

Wüstensafari mit dem Jeep

Kolosseum

Kolosseum

In El Jem mitten in Tunesien ist es heiß und die Stadt ist berühmt für ihr Kolosseum, das genau nach dem Vorbild des Kolosseums in Rom gebaut wurde. Damals hatte die Stadt ganze dreißigtausend Einwohner, heute ist sie ein Dorf. Das Kolosseum ist noch sehr gut erhalten und wirkt zwischen all den kleinen Häusern in der Stadtmitte gewaltig. Da man uns hier nur zwanzig Minuten Aufenthalt genehmigte, lohnte sich ein Besuch des Kolosseums nicht. Zu gern hätten wir es uns angesehen.
Die Reste von zwei Amphittheatern, eines davon soll das größte in ganz Nordafrika sein, blieben uns völlig verschlossen.

Matmata

Matmata

Matmata liegt zwischen Steppe und Wüste auf einer Hochebene im Süden von Tunesien. Es gibt hier keine Bäume mehr, nur noch hartes, stacheliges Gestrüpp.
Der Ort empfing uns mit 44 Grad im Schatten, das Atmen fiel ziemlich schwer. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen.
In einem Restaurant, das einer Höhlenwohnung nachgebildet wurde, nur oberirdisch, stärkten wir uns zuerst und löschten unseren inzwischen unstillbaren Durst. Wasser wurde in den drei Tagen zum unverzichtbaren Überlebensuntensil.
Die Gegend um Matmata diente als Kulisse für den Film „Krieg der Sterne“, eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können. 

Die Ureinwohner in Tunesien, die Berber, den Begriff prägten die einwandernden Araber, leben in Höhlenwohnungen, die sie in die Erde oder die Bergwände gegraben haben. Dort drinnen herrscht ein angenehm kühles Klima. Alle Versuche der heutigen Regierungen, diese Leute in Häuser umzusiedeln, schlugen fehl. Damit sollten die Berber unter die Kontrolle der Regierung gebracht werden, mit Ausweisen, Adressen und Telefon. Doch ihr Wille, frei und ungebunden leben zu können ist bis heute ungebrochen.

Höhlenwohnung

Höhlenwohnung

Die Höhlenwohnungen sind im Grunde alle gleich aufgebaut. Um einen großen Innenhof gruppieren sich die einzelnen Räume zum Wohnen, Schlafen und Arbeiten. An solch einer Wohnung graben die Bewohner acht bis zwölf Monate, mehrere Generationen leben in Ihnen. Kommt Nachwuchs dazu, wird eben noch ein Raum mehr gegraben.
Es gibt sogar Ställe und Brunnen. Das seltene Regenwasser wird aufgefangen und in Zisternen gesammelt. Trotzdem haben die Menschen hier nur eine Tasse Wasser am Tag. Unvorstellbar bei diesen Temperaturen.

Berber-Schlafzimmer

Berber-Schlafzimmer

Die Wohnungen sind einfach und traditionell, zum Teil modern eingerichtet. Amphoren tun auch heute noch ihren Dienst als Lagerbehälter vor allem für Getreide und Olivenöl.
In der Wohnung, die wir besichtigten, wurde noch ganz traditionell gelebt. Alles bestand aus reinen Naturmaterialien. Das Bettgestell zum Beispiel war aus Holz und Lehm gefertigt, auf Gurten lag die Matratze, die aus einem mit Gestrüpp aus der Umgebung gefüllten Stoffbezug bestand. Das Bettzeug besteht aus Leinen und Wolltüchern.

In Backgruben in der Erde wird das Fladenbrot gebacken. Dafür wird Brennmaterial in die Grube gefüllt und dasselbe angezündet. Wenn der Ofen heiß genug ist, entfernt man das Brennmaterial und das Fladenbrot wird an die Seitenwände der Grube geklebt. Dort gart es durch die Hitze, die von der Wand abgegeben wird. Das ganze wird mit einem Deckel verschlossen. Diese Prozedur wird jeden Tag durchgeführt. Es gibt jeden Tag frisches Brot. Das Getreide dafür wird jeden Tag frisch in einer Steinmühle gemahlen.
Ansonsten leben die Menschen hier von dem, was die Natur ihnen bietet, was das auch sein mag, in dieser ziemlich öden Landschaft.

Hotel in El Faouar

Hotel in El Faouar

In El Faouar, in der Wüste von Tunesien, gibt es ein sehr schönes Hotel mit Swimmingpool, das sich durch die flache Bauweise gut in die Landschaft einfügt. Es wird viel Mühe auf die Grünanlagen verwendet. So herrliche Stockrosen wie hier haben wir noch nicht gesehen. Das Bad im Pool war nicht wirklich eine Erfrischung, obwohl das Wasser bis auf dreißig Grad abgekühlt wird.

Wüstenritt

Wüstenritt

Am Abend unternahmen wir einen Kamelritt in die Wüste und den Sonnenuntergang hinein. Wer wollte, konnte sich in einheimischer Kleidung auf das Kamel setzen. Es wurden kaftanähnliche Überzüge und Tücher für den Kopf verteilt. Ich wollte bei der Hitze nicht unbedingt noch etwas über meine Kleidung ziehen, doch überraschenderweise kühlte dieser aus ganz dünner Baumwolle bestehende Kaftan ein wenig. Das Tuch banden wir uns als Turban um den Kopf. Das ist eine mehr als nützliche Einrichtung, denn der hauchfeine Sand der Sahara wirbelt beim kleinsten Lufthauch auf und dringt in Augen, Nase, Mund und Ohren. Die Augen blieben jedoch gefährdet.
In aller Ruhe trotteten die Kamele in die Wüste hinein und uns umgab eine merkwürdige Stille. Man bekommt eine Ahnung davon, was es heißt, in einer Wüste ausgesetzt zu sein. Ich glaube, das Überleben ist hier nur eine Frage von Stunden.

Douz

Douz

Douz ist die bekannteste Oase in Tunesien mit dreihunderttausend Dattelpalmen. Der Palmengürtel legt sich um die ganze Stadt und schützt sie so vor der Wüste. Es ist ein gemütliches Städtchen, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Bauern und Halb-Nomaden leben hier. Einmal in der Woche ist großer Markt, zu dem die Leute aus den Nachbaroasen und auch Tuaregs aus der Wüste kommen.
Irgendwo in der Unendlichkeit des goldenen Sandes legten wir eine Rast ein und bestaunten den Sonnenuntergang, bevor es wieder zurückging.

Straße durch den Salzsee

Straße durch den Salzsee

Chott el Jerid ist der größte Salzsee Nordafrikas, in der längsten Ausdehnung dreihundertfünfzig Kilometer lang. An der Straße über den „See“ stehen Souvenirhütten, in denen die „Schätze“ des Salzsees verkauft werden: Salzkristalle in allen Variationen, Minerale aus der Wüste und immer wieder Sandrosen, diese seltsamen und schönen Sandblumen. Natürlich auch alles andere, was das Land an Souvenirs zu bieten hat.
Doch vor allem waren wir wegen das Salzsees gekommen. Wir spazierten ein Stück die Straße entlang. Es ist eine beeindruckende Naturerscheinung. Eigentlich haben wir uns einen Salzsee immer weiß schimmernd vorgestellt, doch das ist er nur, wenn im Winter Regen fällt, das anschließend wieder verdunstet. Dabei bleibt eine dünne, weiße Salzschicht übrig, die nach und nach wieder vom Sand gelb eingefärbt wird. Abseits der Ufer und der Straße sollte man sich wie gesagt tunlichst nicht bewegen, denn die Salzschicht ist tückisch.

Chott el Jerid

Chott el Jerid

Hier und da waren viereckige Löcher im Boden. Dort wurde Salz gebrochen. Da kann man sehr schön sehen, wie dick diese Salzkruste ist, nämlich dreißig bis fünfzig Zentimeter. Das Wasser darinnen ist rötlich.
Am anderen Ende des Sees steht eine Fabrik, die das Salz weiterverarbeitet.

Als wir über das Chott el Jerid fuhren, hatten wir sogar das Glück, zwei Fatamorganen zu sehen. Solch eine Fatamorgana ist ja etwas Reelles, dass nur gerade von seinen festen Ort an irgendeine andere Stelle in der Landschaft gespiegelt wird, etwa ein See, Palmen oder eine ganze Oase.

Tozeur ist eine weitere bekannte Oase in Tunesien, die sogar einen Flughafen besitzt. Schon die Römer hatten hier eine Karawanenstation eingerichtet. Die Architektur in Tozeur ist besonders. Viele Häuser besitzen ganze Fassaden mit plastischen Ziegelstein-Ormamenten. Die sind für diese Gegend typisch.

im Wüstenzoo Tozeur

im Wüstenzoo Tozeur

Unser Ziel war der Wüstenzoo. In dem Zoo sieht es aus wie im Urwald. Jede Menge Bäume und Palmen sorgen für reichlich Schatten. Wir bekamen einen Führer an die Seite, der uns die Tiere hautnah und zum Anfassen zeigte. Wir hatten sehr viel Spaß mit dieser exotischen Tierwelt. Skorpione, Echsen, Salamander und Schlangen waren die ersten Tiere die wir besuchten, ehe wir zu den größeren Tieren kamen. Wir sahen und erlebten Paviane, Hängebauchschweine, Stachelschweine, Gazellen, Geier, Falken und einen Löwen. Es war ein sehr kurzweiliger Zoobesuch, wie man nur selten einen Zoobesuch erlebt.

Noch eine Sehenswürdigkeit hat Tozeur zu bieten, und zwar das Museum „1001 Nacht“. Nur Museum ist das falsche Wort. Es ist vielmehr ein Vergnügungspark der besonderen Art. Wer es dort hinein schafft, ich sage nur, das ist eine echte Mutprobe, der hat drinnen nichts mehr zu fürchten. Man kommt sich dort selbst vor in 1001 Nacht. Wir besuchten die Höhle des Ali Baba und wie im Märchen betraten wir diese Höhle durch einen Felsen, der durch die Worte „Sesam öffne dich“ den Weg freigab. Gold, Silber, Edelsteine und prächtige Stoffe sind dort gehortet. Die Geräuschkulisse in der Höhle ließ ein Knistern und das Rascheln von Geldstücken erkennen.
Man kann an einem Flusslauf entlang spazieren, einen prächtigen Sultanspalast besuchen, Sindbad, einem Zentauren, einem Zyklopen, Pegasus und anderen Figuren aus arabischen Märchen begegnen. Es ist so phantastisch und realistisch dargestellt, dass man meint, selbst Teil dieser Märchen zu sein. Wie lebendig man doch ein Museum gestalten kann.

Oase Nefta

Oase Nefta

Die Oase Nefta besitzt vierhunderttausend Palmen, alle in privater Hand. Der Besitzer ist damit ein reicher Mann. Zwischen den Palmen wird in einer Art Etagengarten Gemüse und Obst angebaut. In der ersten Etage, also am Boden, gibt es Weißkohl, Tomaten, Paprika und Tabak. Die zweite Etage bilden Apfel-, Granatapfel und Olivenbäume. Die dritte Etage sind eben die Palmen, die das ganze Jahr hindurch gehegt und gepflegt werden. Ein genial ausgeklügeltes Bewässerungssystem lässt das alles sprießen.
Die Licht- und Schattenspiele innerhalb dieser Welt sind ganz besonders.

auf die Dattelpalme

auf die Dattelpalme

Am Abend fuhren wir mit Kaleschen in die Dattelpalmplantage, in der wir am Nachmittag schon waren. Hier bekamen wir weitere Informationen zu den Dattelpalmen und durften sogar Datteln, Palmsaft sowie Palmwein probieren und ein Minipfeifchen mit frischem Plantagentabak rauchen.
Jede Palme gibt nur einmal in ihrem etwa fünfundzwanzigjährigem Leben Palmsaft. Denn das Ernten des Palmherzens, aus dem der Palmsaft gewonnen wird, ist ihr Todesurteil. Das Alter der Palmen kann man mit Hilfe der Anzahl der Wedelstumpfspiralen auszählen. Jede Windung um den Stamm herum bedeutet ein Jahr.

Bergoase Cheblika

Bergoase Cheblika

Cheblika ist eine Bergoase im Atlasgebirge. Tunesien nennt einen Teil des Nordafrika durchquerenden Atlasgebirges. Wir sind lange in Sichtweite zum Atlasgebirge gefahren, nun waren wir mittendrin, eine beeindruckende Landschaft.
Entlang eines palmengesäumten Baches, zwischen Sandsteinfelsen hindurch, erreichten wir einen kleinen Wasserfall, über den das Wasser einer nahe gelegenen Quelle seinen Weg über das Land antritt.

Cheblika

Cheblika

Eine endlos scheinende Treppe führt auf einen der Berge hinauf, von wo man einen sehr schönen Blick über die Oase hat. Am Fuße des Berges liegt eine Ruinenstadt, wie es viele gibt. Sie sind nicht durch den Sand zerstört worden, sondern durch Wasser. Manchmal, so alle paar Jahre, regnet es in den Bergen ziemlich heftig und dann kommt das Wasser so unverhofft und zerstörerisch, dass es ganze Siedlungen fortspült. Einmal hat es ganze fünfzehn Tage geregnet.
Es gibt immer wieder Menschen, die ihre Siedlungen in einem ausgetrockneten Flussbett bauen. Zugegeben, das kann man nicht immer erkennen, doch das ist mehr als gefährlich. Es sind wohl doch schon mehr Menschen in der Wüste ertrunken als verdurstet.

Oase Tamerza

Oase Tamerza

Tamerza ist auch eine schöne Bergoase in Tunesien. Sie liegt noch ein Stückchen tiefer in den Bergen, in einer Schlucht, an deren Ende sich ein Wasserfall befindet. So schöne Ecken vermutet doch keiner. Vor allem, wenn man allein und verdurstend in den Bergen unterwegs ist, die bis auf die versteckten Oasen trocken sind, und man nur ein paar Meter am rettenden Wasser vorbeigeht, ohne es zu ahnen.

beim Pfefferminz-Prinzen

beim Pfefferminz-Prinzen

Hier erwartete uns eine Attraktion: der Pfefferminz-Prinz. Er ist ein sehr netter und aufgeschlossener Mann, der Tee verkauft, zubereitet oder als Kraut. Er war, wie viele Tunesier einige Jahre in Deutschland. Hier in Tunesien aber habe er schon Richard von Weizäcker mit seinem Tee bewirtet. Der Pfefferminz-Prinz hat verschiedene Zeitungsausschnitte mit ihm und seinen Gästen darauf in seinem Hüttchen hängen. Darauf war er sehr stolz. Von ihm bekamen wir dann auch das Rezept für arabischen Tee, den wir zu Hause hin und wieder trinken.

In Kairouan wurde die erste Moschee Nordafrikas gebaut. Kairouan ist die vierte heilige Stadt des Islam, im Zentrum von Tunesien gelegen. Jeder gute Moslem sollte, so es seine Gesundheit und seine Finanzen zulassen, einmal im Leben nach Mekka pilgern. Das ist allgemein bekannt. Als Ersatz dafür kann er aber ebenso gut siebenmal nach Kairouan gehen.
Die „Große Moschee“ war zum Zeitpunkt unseres Besuches geschlossen. Wir besuchten daher die Medina. Reges Handeltreiben belebte das Stadtbild. Von überall wurden wir angesprochen, wir sollten uns doch umschauen. Gucken kostet nichts, alles umsonst, faire Preise waren die Schlagworte. Es ist doch immer wieder ein Erlebnis, solch ein Medina-Bummel. 

Tunis und Karthago 

Kathedrale in Tunis

Kathedrale in Tunis

Mit einem Reisebus vom Hotel aus erreichten wir über die südlichen Vororte das Stadtzentrum von Tunis, erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Hauptstadt von Tunesien. Bis dahin war es Kairouan.
Nur hier im Zentrum erreichen die Häuser fünf bis sechs Stockwerke. Tunis ist eine moderne Großstadt wie jede andere auch mit all ihren Vor-, meistens jedoch Nachteilen.
Wir wurden an der ersten Straße von Tunis, der Avenue Bourghiba abgesetzt und bummelten diese Straße hinauf und hinunter, vorbei an allerlei Geschäften, Cafés, Restaurants und Galerien. Es sind moderne Geschäfte mit europäischen Preisen. Wir spazierten ebenso ein paar Nebenstraßen entlang. Dabei stießen wir auf die einzige Kirche, die wir in Tunesien gesehen haben. Im Inneren ist sie riesig, aber nicht prunkvoll. Von außen strahlt sie in einem kolonialen Kleid. Diese Kirche hatte überall dicke Risse im Mauerwerk. Eine Besonderheit hatte sie – es war die erste Kirche, bei der wir hinter dem Altar lang laufen konnten.   

Mosaik im Bardo-Museum

Mosaik im Bardo-Museum

Das Bardo-Museum im gleichnamigen Stadtteil von Tunis beherbergt die größte Mosaikensammlung auf der Erde. Außerdem gibt es Statuen, Sarkopharge, Stelen und viele kleine Ausgrabungsfunde, wie Grabbeigaben, zu bestaunen. Vor allem die Mosaiken aus den verschiedenen römischen Städten Tunesiens waren sehr interessant und von auserlesener Schönheit.

Karthago faszinierte mich schon seit meiner Schulzeit. Jetzt war ich da.
Karthago ist heute ein Nobelviertel von Tunis, das direkt auf die alten Ruinen des alten Karthago gebaut worden ist. Hier befindet sich auch der Präsidentenpalast.

Antonius-Thermen in Karthago

Antonius-Thermen in Karthago

Wir besuchten die Ausgrabungsstätte. Die meisten Ruinen, die man sehen kann, sind römischen Ursprungs. Nur an einer Stelle wurde so tief gegraben, dass man noch Grabhöhlen der Phönizier sehen kann. Zu besichtigen sind eine alte Schule, eine Basilika, verschiedene Eingänge zu Kellern und Kindersarkopharge, in denen Kinderopfer bestattet wurden.
Karthagos Entstehung wird durch eine Legende erzählt. Vor vielen Jahren musste eine phönizische Prinzessin aus ihrem Land fliehen. Mit einigen Gefolgsleuten und Auswanderungswilligen setzte sie Segel nach irgendwo. Sie wurde an die Küste des heutigen Tunesiens verschlagen. Da dort nach damaligem Recht kein Ausländer Grundbesitz haben durfte, hätte sie dort eigentlich nicht landen dürfen. In ihrer Verzweiflung rief sie die Ureinwohner an, ihr doch ein Stück Land von der Größe einer Kuhhaut zu überlassen. Da willigten die Ureinwohner ein. Die Prinzessin war schlau, schnitt die Kuhhaut in schmale Streifen und umriß damit ihr Land, das somit eine Größe von mehreren Quadratkilometern hatte. Dort ließ sie sich nieder und baute Karthago auf. Später kamen die Römer, zerstörten das alte Karthago in drei Kriegen und bauten ihr eigenes Karthago darauf.
Die vollständig ausgegrabenen Antonius-Thermen sind das Prunkstück des Freilichtmuseums.

Sidi Bou Said

Sidi Bou Said

Die „Künstlerstadt“ Sidi Bou Said liegt am anderen Ende von Karthago. Die weiß gekalkten Häuser mit den blauen Fenstern und Türen strahlen schon ein sehr eigenes Flair aus, zumal Sidi Bou Said auf einer Hügelkuppe direkt über dem Meer liegt. Hier haben sich schon große Künstler, Maler und Schriftsteller, niedergelassen oder haben zumindest eine Weile hier gewohnt. Durch zwei dieser Häuser hindurch konnten wir den alten, rund angelegten Hafen von Karthago sehen.


Tunesien war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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Mendocino County – Kalifornien

Küste am Highway Nr. 1

Küste am Highway Nr. 1

In endlosen Kurven, bergauf, bergab, jedoch keine mehrere tausend Fuß mehr, erreichten wir die Pazifische Küste erneut. Wir sind auf den Highway Nr. 1 abgebogen und werden ihm nun an der Küste entlang folgen. An jeder Ecke eröffnen sich dem Reisenden neue Ansichten, so dass man an fast jedem Aussichtspunkt halten muss, um die grandiosen Kulissen zu bestaunen.

merkwürdiger Krebs

merkwürdiger Krebs

Bucht am Pazifik

Bucht am Pazifik

Entgegen unseren Erwartungen, was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, fanden wir doch eine kleinere Bucht, in der wir über Nacht stehen bleiben konnten. Ich glaube, dass war das erste Mal in den USA überhaupt, dass wir keinen Campingplatz oder Parkplatz angefahren haben, sondern so stehen konnten, wie sich ein Camper das wünscht. Unsere Nachbarn waren ein paar „Freigeister“ mit einem schön bunt bemalten VW Bully T3 und ein kanadisches Pärchen aus British Columbia mit einem Pickup-Camper, das auf einer 3-wöchigen Urlaubsreise entlang der Küste ist. Im Sand des Strandes fanden wir auch wieder diese merkwürdigen, urzeitlich anmutenden Krebse, auf die wir schon an der Ostküste in Myrtle Beach gestoßen waren.

Grauwal

Grauwal

Glas Beach in Fort Bragg

Glas Beach in Fort Bragg

In Fort Bragg gibt es einen Strand, der mehr rundgeschliffene, bunte Glassteine aufweist als Sand. Der Glasstrand wurde von 1949 an viele Jahre lang als Müllplatz benutzt, worunter sich auch sehr viel Glas befand. Später wurde der Strand gesäubert. Diese Aktion war 1967 abgeschlossen, aber nicht alles Glas konnte entfernt werden, so dass die Zeit und die Wellen die Glasüberreste weiter zerkleinert und rundgeschliffen haben. Heute ist dieser Strand eine Attraktion, auch deshalb, weil kein Glassteinchen bei Strafe vom Strand entfernt werden darf. Auf einem vorgelagerten Felsen lagen Hafenrobben mit ein paar Jungen.

Skunk Train in Fort Bragg

Skunk Train in Fort Bragg

Fort Bragg wurde als militärischer Außenposten für das Mendocino Indianer Reservat in den 1850ern gegründet und ist heute die größte Stadt an der Mendocino Küste. Von Fort Bragg gab es eine Bahnverbindung nach Willits am Highway 101. Der Skunk Train fährt heute seine Gäste in verschiedenen Touren durch die Redwoodwälder und zu anderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Noyo Harbour

Noyo Harbour

Noyo Harbour ist ein noch aktives Hafengelände mit kleinen Werften und Fischereien. Von hier aus starten in der Saison, Dezember bis April, Walbeobachtungstouren. Hochseefischerei kann gebucht werden oder man kann Abalones suchen, wenn man sich die entsprechende Lizenz besorgt hat. Die auch als Seeohren bekannten Muscheln müssen schon eine stattliche Größe aufweisen, um „geerntet“ werden zu dürfen. Aus den bunt schillernden Schalen wird der begehrte Schmuck hergestellt und das Fleisch soll delikat sein. Auf meine Frage, warum ich noch nie Abalone auf irgendeiner Speisekarte gesehen habe, sagte uns jemand, dass es gesetzlich verboten ist, die Muscheln zu verkaufen. Man kann sie an jeden anderen Menschen weitergeben, darf sie aber nicht verkaufen. Deshalb dürfen diese Muscheln nicht in Restaurants angeboten werden. Es gibt jetzt zwar in Südkalifornien eine Abalone Zucht, die dann auch verkaufen darf, dass ist jedoch noch viel zu wenig. Abalone Muscheln findet man besonders an dem Küstenabschnitt um Fort Bragg und jede Menge Leute fahren mit Schnorchelausrüstung aufs Meer, um sich die Muscheln zu holen. Tauchausrüstung ist verboten, damit die Bestände geschont werden.

lecker Abendessen

lecker Abendessen

Zum Angebot in Noyo Harbour gehören frisch gefangene, große Felsenkrabben. Jetzt mussten wir einfach eine von denen probieren. Nachdem wir gefragt haben, wie und was man von diesen Krabben essen kann, bezahlten wir 15,-$ und nahmen eine Krabbe zum Abendbrot mit, gekocht selbstverständlich. Der Krabbenpanzer hatte einen Durchmesser von 19 cm und das Fleisch schmeckt wie Hummer, genauso zart und aromatisch, wenn nur diese Puhlerei nicht wäre.

Mendocino

Mendocino

Rhododendren und Azaleen in den schönsten Farben, bunte und exotische Gartenblumen und -pflanzen, kleine Eukalyptuswäldchen, sattes Grün und das Blau des Meeres, hier muss das Paradies sein. Mendocino ist dann der Garten Eden, weil es wohl das idyllischste kleine Städtchen auf der Welt ist. Kaum haben wir etwas Schöneres gesehen. Zwei Grauwale hielten sich in der Bucht auf, immer wieder treffen wir auf Seelöwen und Hafenrobben.

St. Orres

St. Orres

Zwischen Anchor Bay und Gualala liegt ziemlich einsam ein ganz schmuckes Hotel. Das St. Orres sieht aus wie eine Außenresidenz des russischen Zaren, alles aus Redwoodholz und mit Zwiebeltürmchen. Die ganze Gegend um Fort Ross herum war im frühen 19. Jahrhundert russisches Siedlungsgebiet. Vor allem russische Seeotterjäger hatten hier ihr Revier. Zu dieser Zeit kam ein anscheinend wohlhabender Russe namens George St. Ores und ließ sich dieses Anwesen bauen. 1929 wurde es zum Hotel mit einem Dinerraum, einem Laden und einer angeschlossenen Tankstelle umfunktionert. 1971 fanden sich drei alte Freunde zusammen, die dann all ihre Kraft und ihr Geld in das Anwesen steckten und 1977 das Nobelhotel St. Orres Inn eröffneten.

Lampascioni

Wie schlecht muss es uns gehen, wenn wir schon Blumenzwiebeln essen? So, wie die Dinger im Supermarkt liegen, zwar in der Gemüseabteilung, waren wir der Meinung, die gehören in die Erde.

So liegen die Blumenzwiebelsn im Supermarkt.

Jetzt, am Ende unserer Italien/Sizilien-Rundreise ließen diese Zwiebeln Klaus doch keine Ruhe mehr und er machte sich im Internet schlau. Fast hätten wir die Spezialität Süditaliens verpasst, kam dabei heraus.

Aus diesen unscheinbaren Zwiebeln wachsen normalerweise Schopfige Traubenhyazinthen, sehr schön anzusehen. In Süditalien werden sie jedoch gegessen. Es bedarf einiger Vorarbeit, um sie für die Küche zu verwenden. Die gekauften Zwiebeln abwaschen und eine Nacht lang wässern, um einen Teil der Bitterstoffe abzubauen. Am nächsten Morgen die Wurzeln und Triebe der Zwiebeln abschneiden, Schale entfernen, ½ Stunde köcheln. Nun sind sie küchenfertig und haben eine leicht rosa Farbe. Nach dem Abkühlen oben kreuzweise einschneiden, das gibt nach der Zubereitung ein schönes Bild auf dem Teller.

Lampascioni im Ofen gebacken, mit viel Olivenöl

Nun können sie nach Belieben zubereitet werden: wie normales Gemüse als Beilage, frittieren oder überbacken, beides evtl. mit Panade. Eine andere Möglichkeit ist das Einlegen. Dafür gibt man die küchenfertigen Zwiebeln in ein sauberes Glas, zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch, Salz, Paprika, Minze, Essig und/oder Kräutern. Zuletzt mit Olivenöl auffüllen.

in Olivenöl eingelegt

Keine Ahnung, wie lange das dann stehen kann. Am besten alsbald verbrauchen, denn ist viel zu schade zum Aufheben. Die Zwiebeln sind mit ihrem feinen Geschmack und einer etwas bitteren Note sehr lecker und eine unerwartete Bereicherung.

Donnafugata

Donnafugata liegt zwischen der Küste und Ragusa auf 308m Höhe und besteht nur aus dem Castello di Donnafugata und Nebengebäuden, die für den Betrieb des Schlosses notwendig waren. Der Ursprung des Schlosses ist ungewiss. Der Ursprung des Namens ist arabisch, der über die Jahrhunderte in mehreren Schritten in das heutige Donnafugata umgewandelt wurde. Ab 1628 sind die Eigentümer des Schlosses bekannt, die manche Änderungen und Erweiterungen nach ihrem Gefallen vornahmen. Im 19. Jahrhundert bekam das Schloss die heutige Form der Renaissance mit venezianischen Zierelementen. Von 1997 bis 2002 wurde das Castello di Donnafugata renoviert und ist nun Museum. Der Eintritt kostet 6,-€, Rentner bezahlen 3,-€.

heutige Vorderfront des Castello di Donnafugata

Typisch Renaissance ist die Fassade sehr schlicht und strahlt nach der Renovierung in sehr hellem Sandstein. Betritt man das Schloss, kommt man zuerst in einen rechteckigen Innenhof. Von hier aus gelangt man in die Innenräume, die sich in vollem Gegensatz zur Fassade präsentieren. Ca. 28 von ca. 122 Räumen des Schlosses sind für die Besucher zugänglich. Die Einrichtung stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Jedes Zimmer ist anders dekoriert. Zum Teil sind die Wände und Decken mit prächtigen Tapeten und Malereien gestaltet. Der Spiegelsaal ist das schönste Zimmer und strahlt in Weiß und Gold. Man kann sehen, wie der Baron und die Gräfin im 19. Jahrhundert lebten, wie ihre Gäste untergebracht waren, wo gegessen und gearbeitet wurde. Die Räume sind u.a. mit Möbeln, Vorhängen, Leuchtern, Kleidung und Dekostücken aus der Zeit angefüllt.

Spiegelsaal

Insgesamt sind Räume und Einrichtung jedoch sehr dunkel gehalten. Leider ist zu sehen, dass vor der Renovierung in die Gemäuer einlaufendes Wasser Schaden an der wertvollen Einrichtung anrichtete. Teilweise wurden auch frühere Wandbemalungen überstrichen, die wohl nach und nach wieder freigelegt werden sollen.

Zum Castello di Donnafugata gehört auch ein großer Park. Um Langeweile vorzubeugen, sind auf dem Gelände ein Labyrinth, eine „Tropfsteinhöhle“, zwei Brunnen, ein Pavillon und eine Art Sommerschlösschen untergebracht. Uralte Gummibäume, Kasuarinen und andere Gehölze und Blumen sorgen für das Grün.

Labyrinth

Vom Park aus führt eine Treppe auf die Terrasse am Schloss, die auf beiden Seiten von kleinen Türmen begrenzt wird, von denen einer eine Glocke aus Catania trägt. Von der Terrasse aus blickt man auf die Nebengebäude, die rechts und links an der auf das Schloss zulaufenden Straße angeordnet sind. Einige davon sind verfallen, in anderen sind Souvenirgeschäfte und Pizzerien untergebracht.

Terrasse am Schloss

An dieser Stelle möchten wir eine Empfehlung weitergeben, die auch wir bekommen haben. Ein besonderes Gericht bietet die Trattoria „Il Gattopardo“, die erste Pizzeria auf der linken Seite an. Das Gericht nennt sich „Zuppa di Cozze in Crosta“ und kostet 13,-€. Auf der Tafel vor der Trattoria ist das Gericht abgebildet. Neugierig, was uns erwartet, kehrten wir ein und bestellten „Zuppa di Cozze in Crosta“ und einen halben Liter regionalen Wein. Nach kurzer Wartezeit servierte die Kellnerin eine Edelstahlplatte mit einer Haube aus gebackenem Pizzateig, sozusagen ein Überraschungspaket. Mit einem scharfen Messer schnitten wir ein Loch in die Pizzateigplatte und zum Vorschein kamen große Miesmuscheln in Tomatensoße. Es ist ein Gericht, welches mit den Fingern gegessen werden möchte. Für Nicht-Muschelesser sei gesagt, dass man mit den Schalen der ersten Muschel, die man gegessen hat, die weiteren Muscheln isst. Aus dem Pizzateig werden immer neue Stücke gebrochen, mit denen die Tomatensoße aufgetunkt wird. Es muss aber noch genug Tomatensoße übrig bleiben, wenn die Muscheln gegessen sind, denn nun kommt die zweite Hälfte des Gerichts, die Spaghetti. Die werden in die Tomatensoße gegeben und man hat ein zweites Gericht in einem. Wir fanden das eine tolle Idee und es schmeckt hervorragend. Es ist ein besonderes Esserlebnis.

Zuppa di Cozze in Crosta

Zufrieden und mit vollem Bauch steuerten wir nun ein weiteres Ziel in Donnafugata an. In nur 700 Meter Entfernung warten die Katakomben von Donnafugata auf Besucher. In einer großen Höhle, mit einer riesigen Steinplatte überdeckt, legte man im 4.-5. Jahrhundert alte Grabstellen an. Die Höhle ist ca. 17 Meter lang und in symmetrischer Form wurden 31 Grabstellen aus dem Kalkstein gehauen. Direkt im Eingangsbereich liegt eine weitere Grabstelle. Von den sieben Gräbern im Außenbereich vor der Höhle ist kaum etwas zu sehen.

Katakomben von Donnafugata

Bassano del Grappa

Traumhaft: blauer Himmel, Sonne, 25 Grad, duftende Blüten und Palmen. Südliches Flair schon am Fuße der Alpen. Adé oller deutscher Winter.
Unsere 1. Station dieser Reise war die Heimat des Grappa. In Bassano del Grappa findet man mehrere Destillerien. Eine Führung wie durch die schottischen Whisky-Destillerien oder die spanischen Sherry-Destillerien wird anscheinend in Bassano nicht angeboten. Am östlichen Brückenkopf der Ponte Vecchia, der überdachten Holzbrücke über die Brenta, ist die Destillerie B. Nardini. Für 2,20€ wird an der Bar 0,2cl Nardini-Grappa angeboten, ein sehr weicher Grappa. Natürlich werden ebenso Wasser, Bier oder andere Getränke ausgeschenkt. Für das richtige Ambiente sorgen Kupferkessel, Gläser und vor allem die Kollektion der Brände von B. Nardini.
Am westlichen Brückenkopf kann der Grappa der Destillerie Cavalin probiert werden. Die Proben werden kostenlos ausgeschänkt, über den Kauf ihrer Produkte freut sich der Anbieter.

Schankraum der Destillerie B. Nardini

Bassano del Grappa hat jedoch noch mehr zu bieten. Zu allererst ist die Altstadt, die sich zwischen der Hügelspitze und dem Fluss ausdehnt, sehr hübsch. Ganz oben befindet sich die Festung, die nicht öffentlich ist. Man kann nur auf einem Weg um die halbe Festung herum gehen, der sich am Hang entlang schlängelt. Von dort hat man aber einen schönen Blick über die „Unterstadt“ mit der Ponte Vecchia. Von dieser aus ist der Blick den Hügel hinauf mit den schmucken Häusern und der Festung mindestens ebenso schön.

Ponte Vecchia

Der Spaziergang durch die Gassen der „Oberstadt“ ist ein Erlebnis. An vielen Häuserfassaden sind noch Reste der alten Fresken zu sehen, die das gesamte Stadtbild einmal geschmückt haben. So mancher Balkon ist nett mit Blumen oder Grünpflanzen geschmückt. Mehrere Kirchen verteilen sich in der Altstadt.
Für das leibliche Wohl wird vielerorts gesorgt. Die Waren in den Delikatessenläden sind sehr teuer. Neben Grappa ist Käse ein Hauptthema der Gegend. An einigen Käsereien sind wir schon vorbeigefahren.

am Marktplatz von Bassano del Grappa

Den frühen Sonnenuntergang haben wir am Ufer der Brenta in Cartigliano genossen. Morgen geht es weiter zum Po-Delta.

Kap Kolka

Kreuzsee am Kap Kolka

Im äußersten Norden des Bezirkes Kurland befindet sich der Slitere Nationalpark, der das Kap Kolka einschließt. Es ist eine kleine Landzunge, die wie das Kap Skagen (Dänemark) in zwei Meere hineinragt und seine Form ständig ändert. Kap Kolka ist zwar nicht so spektakulär, aber auch beeindruckend. Auf der linken Seite branden die Ostseewellen ans Ufer, an der rechte Seite grenzt die Rigaer Bucht an das Kap. Beide Meere treffen sich an dieser Stelle und bilden auch hier eine kleine Kreuzsee. Am Ufer liegen die letzten Reste eines alten Leuchtturms, dessen Geschichte 500 Jahre zurückreicht. Der neue Leuchtturm steht weit draußen vor der Küste, am Ende einer Sandbank, die immer wieder Seefahrern zum Verhängnis wurde.

Entzündung des Sonnenwendfeuers

Genau hier wollten wir das Sommer-Sonnenwendfest mit den Einheimischen feiern. Schon zwei Tage vorher traf man Vorbereitungen für ein großes Feuer am Kap und Musik. Seit zwei Monaten begleitete uns schönstes Wetter. Ausgerechnet an diesem Tag, regnete es immer wieder. Genau eine Stunde, bevor das Fest um 21 Uhr losgehen sollte, setzte ein furchtbarer Dauerregen ein, gekoppelt mit einem steifen Wind. Die Leute kamen trotzdem, in Regencapes gehüllt und mit Blumen- oder Blätterkränzen auf dem Kopf. Der Organisator, mit einem dicken Eichenlaubkranz auf dem Kopf, verteilte Texte, damit die Leute zusammen singen konnten. Trotz strömenden Regens, begrüßte man den Sommer und begann zu singen. Nach einer Weile entzündete man das große Feuer. Da die Musik bei dem Regen nicht einsetzbar war, sangen die Leute eben selbst. Das Fest dauerte bis nach Mitternacht, aber wir waren mit unseren Schirmen so durchgeweicht, das wir uns bald verabschieden mussten.

Camping bei livischer Familie

Eine Nacht standen wir auf dem kostenlosen Parkplatz auf der linken Kapseite, von wo aus wir das ganze Kap Kolka erkunden konnten. Ein Aussichtsturm und ein Kiefern-Pfad sorgen für mehr Übersicht und Aufklärung. Am nächsten Morgen zogen wir zum Ferienhaus und Campingplatz „Ūši“ in Kolka um. Die Anlage wird von einer livischen Familie betrieben. Der Volksstamm der Liven lebt schon ewig hier, zählt jedoch mit nur noch ca. 230 Mitgliedern zu den aussterbenden Völkern. Die Familie begrüßt auch Reisebusreisende, um sie mit ihren livischen Spezialitäten zu bewirten. Das sind zum einen Sklandrausis (Karottenkuchen), wirklich sehr lecker, und Graupengrütze, die über offenem Feuer vom Opa gekocht wird.

„nasser Strand“

Im Norden Kurlands ist einiges zu sehen und zu erleben. Leider ist nur die Küstenstraße asphaltiert. Deshalb wandten wir uns zuerst der Küste an der Rigaer Bucht zu. Bei Evazi führt ein kurzer Weg (300m) durch den Wald zum einzigen „nassen Strand“ in Lettland. Klingt komisch, aber es ist eigentlich das Riff gemeint, welches vor der Küste liegt. An der Wasserlinie selbst wachsen einige kleine Pflanzen, die sicher ein Hinweis auf die Vielfalt im Wasser sind.

„weiße Düne“ von Pūrciems

Ein paar Kilometer weiter gibt es einen anderen Pfad. Der führt zur „Weißen Düne“ von Pūrciems. Der Bretterweg führt zuerst nach unten und überquert das Flüsschen Pilsupe, dann steigt man wieder ein paar Stufen nach oben auf die Düne und läuft ein wenig durch den Wald. Das Flüsschen wird noch einmal überquert, danach steigt man noch einmal ein paar Stufen nach oben, bevor man an der „Weißen Düne“ steht. Im Laufe vieler tausend Jahre grub sich das Flüsschen in die Düne. Die Düne ist so hoch und deren Hang so steil, dass dieser nie wieder Pflanzen einen Halt gab. Der Sand liegt in Form eines Amphitheaters offen, direkt an einer Kehre der Pilsupe.

Bootsfriedhof im Wald

Dann wollten wir von Gipka aus durch das Tal des Flüsschens Pilsupe nach Westen fahren, um nach Slitere zu gelangen. Leider sind wohl alle Straßen im Norden Kurlands unbefestigt, jedenfalls alle, die wir zu sehen bekamen, außer wie gesagt der Küstenstraße. So fuhren wir nach Kap Kolka zurück und fuhren nun die Ostseeküstenstraße nach Süden. In Mazirbe ist der „Bootsfriedhof im Wald“ zu finden. 1976 nahmen die Russen den einheimischen Fischern ihre Boote weg, um deren Fischerei einzudämmen. Die Fischerboote landeten im Wald hinter der Stranddüne, wo sie seitdem verrotten. Heute sind nur noch zwei Boote zu erkennen, wenige Reste zweier weiterer Boote sind kaum noch auszumachen.

am Leuchtturm gefunden

Der Leuchtturm von Slitere steht weit im Landesinneren, obwohl er erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Heute dient er als Aussichtsturm, aus dessen vielen Fenstern im obersten Geschoss nach allen Seiten sehen kann. Blickt man über die Meerenge zwischen Ostsee und Rigaer Bucht entdeckt man bei schönem Wetter die estnische Insel Saaremaa.
Den Weg nach oben verkürzt eine Ausstellung zum Nationalpark, Leuchttürmen und die Kultur in diesem Landstrich. In dem Gebäude neben dem Leuchtturm zeigt eine Ausstellung, welche Pflanzen und Tiere im Slitere Nationalpark zu finden sind.

am See Pēterezers

Ein sehr schöner Wanderweg, der 3,4km lange Naturpfad des Sees Pēterezers, gelegen zwischen Slitere und Mazirbe, zeigt die unterschiedliche Natur des Nationalparks. Der Pfad führt über viele Dünen durch einen Kiefernwald, an mehreren Sumpf- und Wasserlöchern vorbei, durch einen Wald von Schachtelhalmen weiter zum Pēterezers, in einer großen Lichtung gelegen. Dessen Wasser ist durch den Moorboden, in dem er liegt, schwarz. In diesem Moorland fühlen sich Orchideen und Sonnentau wohl. Es ist der abwechslungsreichste Weg, den wir in den Baltischen Staaten gegangen sind.

Bärlauchsuppe

Versüßt hat uns diesen Ausflug ein Wildkirschbaum am Leuchtturm Slitere, wo wir uns den Bauch vollschlugen. Hmm, waren die lecker. Bei einem Spaziergang durch den feuchten Wald fanden wir eine Stelle mit ganz viel Bärlauch. Davon nahmen wir uns zwei Hände voll mit, um eine schöne Bärlauchsuppe daraus zu machen. Das Rezept:
2 Hände voll Bärlauch, 3 große Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1/2l Gemüsebrühe, Sahne oder Creme fraiche nach Belieben, Salz, Pfeffer, Muskat. Die Zwiebel in Butter anbraten, geschnittenen Bärlauch (ein paar Blätter für Deko aufheben) und gewürfelte Kartoffeln dazugeben und mit der Brühe ablöschen. Kochen, bis die Kartoffeln weich sind, dann pürieren. Mit Sahne und den Gewürzen verfeinern. Die Suppe in einen Teller füllen und mit den beiseite gelegten Bärlauchblättern garnieren. Wir gaben noch einige Garnelenschwänze obendrauf. Superlecker.

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