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Gotthard oder Brenner?

Wir haben festgestellt, dass ganz viele Wohnmobilfahrer nicht wissen, wie sie am besten über die Alpen kommen. Wir hatten uns ebenso diese Frage gestellt. Inzwischen haben wir die Antworten, aus eigener Erfahrung:

Die Strecken über den Brenner (Österreich) und den Gotthard-Tunnel (Schweiz) sind die angenehmsten. Ich möchte an der Stelle auf unsere entsprechenden Beiträge verweisen: Brenner und Rückfahrt über die Schweiz. Dort haben wir unsere beiden Alpenüberquerungen beschrieben, inkl. der notwendigen Mautzahlungen. Wir hoffen, die darin enthaltenen Angaben helfen Euch bei den Planungen Eurer Touren über die Alpen ein wenig weiter.

in Richtung Brenner

 

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Brenner

Es geht hoch her auf dem Brenner, dem Highway über die Alpen. Für diese verkehrsreiche Verbindung über Kufstein-Innsbruck-Brenner hatten wir uns nach einiger Recherche entschieden, weil sie die moderatesten Anstiege aufweist. Die Inntal-Autobahn ist sehr gut zu befahren, weil flach und landschaftlich sehr reizvoll. Ist man an Innsbruck vorbei, folgt das steilste Stück der Brenner-Autobahn, welches sich noch dazu lang hinzieht. Das hieß für unser Womo, den Berg mit 30km/h hoch zu kriechen. Alle LKWs zogen problemlos an uns vorbei. Auf dem ersten Rasthof mussten wir unserem Womo erst einmal eine lange Pause gönnen, weil der Motor zu heiß geworden war und einen großen Teil des Kühlwassers herausgedrückt hatte.

Brenner-Autobahn

Diese Pause nutzte ich, um mich in der Umgebung umzusehen. Auf dem Weg zur Kapelle, auf dem angrenzenden Berg, kommt man an einem Stück alter römischer Straße vorbei. Dieses kleine Stück hatte man auf der Brennerpass-Höhe ausgegraben und hier neu verlegt. Also nutzten schon die Römer diesen Alpen-Übergang.
Von der Kapelle aus kann man die Europabrücke sehen, über die man kurz vor dem Rastplatz fährt. Außerdem hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Berge. Gerade jetzt im Herbst ist dies ein toller Anblick.

Europabrücke

Nachdem Klaus endlich neues Kühlwasser aufgefüllt hatte, starteten wir zur zweiten Etappe der Brenner-Autobahn, bis zum nächsten Rastplatz Matrei. Dort geht es etwas ruhiger zu und er ist nicht so schräg, eine gute Stelle zum Übernachten. Als es dunkel geworden war, ließ auch langsam der endlose Verkehr auf der Autobahn nach.
Am nächsten Morgen sahen wir dem zweiten Anstieg mit gemischten Gefühlen entgegen. Bis dahin gibt es keine bis wenige Anstiege. Die letzten Kilometer bis Brenner geht es dann stetig, aber nicht mehr gar so steil bergan, so dass wir keine größeren Probleme hatten. Es war also wohl die richtige Entscheidung, die Brenner-Autobahn für die Alpenüberquerung zu nutzen.

Da unser Womo über 3,5t wiegt, mussten wir uns auch noch eine GoBox für Österreich beschaffen. Alle Informationen dafür findet man auf der Asfinag-Seite oder bei go-maut im Internet. Bei vier Raststätten zwischen München und Kiefersfelden werden die GoBoxen verkauft. Die entsprechenden Stellen werden aber auch vor den jeweiligen Raststätten angezeigt. Die GoBox selbst kostet 5,-€ Pfand und muss mit mindestens 75,-€ aufgeladen werden. Das reicht, um von Kiefersfelden bis nach Brenner zu kommen. Abgeben wollten wir die GoBox an der Raststätte Brennersee. Dafür müsste man kurz vorher die Autobahn verlassen und auf den Parkplatz des Outlet-Centers kurz hinter der Grenze fahren. Von dort aus kann man zu Fuß die Raststätte Brennersee erreichen. Wir verpassten jedoch die Abfahrt und müssen nun sehen, dass wir die GoBox von Italien aus mit der Post zurück schicken können. Den Restbetrag bekommt man bei Rückgabe zurück.

Ab der italienischen Grenze geht es fast nur noch abwärts, durch das wunderschöne Eisack-Tal mit vielen Festungen, über Brixen und Bozen nach Trento. Beeindruckend sind die Bergwelten rechts und links der Autobahn, die das Tal mal weiter, mal enger werden lassen. Wein- und Apfelanbau geben im Tal den Ton an. Almwiesen ziehen sich weit die Berghänge hinauf, auch viele Häuser.

Eisack-Tal

Die Maut kann nun bar bezahlt werden. Wir bezahlten 14,-€ für die ganze Strecke. In Trento bogen wir nach Osten auf die Straße 47 ab, der wir bis Bassano del Grappa folgten. Zum Übernachten wählten wir den Parkplatz am Sportkomplex in Cartigliano.

Übrigens: Es wurde für uns Zeit, über die Alpen zu kommen, denn für nächste Woche ist dort Schnee angesagt und dann gilt Schneekettenpflicht.

Rückfahrt über die Schweiz

Also, in Norditalien selbst Ende März einen Stellplatz oder Campingplatz zu finden, der geöffnet und auch noch groß genug ist, ist sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir, irgendwo einen Platz zu finden, wo wir noch ein paar Nächte bleiben konnten, bevor wir zurück nach Deutschland fahren. Das funktionierte nicht und so fuhren wir über Genua, Mailand und Como (290km) in die Schweiz. Entlang der Riviera di Levante, also von Cinque Terre bis Genua war es eigentlich eine Tunnelfahrt. Von der Landschaft bekommt man dort nur wenig zu sehen.

Vor dem Grenzübertritt mussten wir uns schlau machen, was für die Maut in der Schweiz nötig ist. Für unser Womo über 3,5t brauchten wir eine Schwerverkehrsabgabe, für den kleinen Anhänger eine Vignette. Beides zusammen bekamen wir am Grenzübergang und kostete ca. 60,-€.

auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel

Auf der ersten Raststätte hinter der Schweizer Grenze übernachteten wir, kostenlos. Wie sich auf der Durchfahrt durch die Schweiz herausstellte, werden normalerweise auf den Parkplätzen der Raststätten 15,-€ für die Zeit von 19-5 Uhr fällig. Da hatten wir nochmal Glück.

Die Preise in den Läden und Tankstellen der Schweiz sind unsagbar teuer. Als wir die Preise sahen, war uns klar, dass wir uns nicht lange in der Schweiz aufhalten werden. Eine Nacht wollten wir aber doch noch irgendwo übernachten, wo es schön wäre. Genauso wenig wie schon in Italien fanden wir auch in der Schweiz nahe der Autobahn keinen Platz. Nur vorm Gotthard-Tunnel legten wir eine Pause am Parkplatz der Seilbahn ein, wo wir eigentlich eine Übernachtung geplant hatten. Das Panorama ist wunderschön, mit den schneebedeckten schroffen Gipfeln der Alpen. Ich konnte nicht umhin, wenigstens einmal durch den Schnee zu stapfen. Die Seilbahn mit zwei gegenläufigen großen Kabinen bringt die Leute hoch in die weiße Winterwelt. Es stand am Schalter kein Preis für die Seilbahnfahrt, den ich hier nennen könnte.

letzter Parkplatz vorm Gotthard-Tunnel, an der Seilbahn

Eine Käserei mit Restaurant wartet auf Gäste. Bis zum Gotthard-Tunnel scheint die Schweiz noch zu Italien zu gehören, denn die Schilder sind auf italienisch und es wird italienisch gesprochen. Die Preise in der Käserei sind doppelt so hoch, wie wir sie von Italien her gewohnt sind.

Die Kälte der Alpen, der Schnee reichte bis an die Tunneleinfahrt heran und der Raureif der Nacht lag noch auf den Bäumen, ließ uns dann doch weiterfahren.

Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist in der Vignette/Schwerverkehrsabgabe enthalten, kostet also nicht extra. Als wir nachsahen, wie wir am besten über die Alpen kommen, blieb nur der Gotthard-Tunnel. Auf der Strecke über Turin in die Schweiz liegen der Fréjus-Tunnel und der Mont Blanc-Tunnel. Beide dürfen nicht von Fahrzeugen mit Emissionsklasse 0 befahren werden. So blieb uns nur die Strecke mit dem Gotthard-Tunnel. Die Steigungen sind moderat, da war die Überquerung des Brenner wesentlich kniffliger. Der Gotthard-Pass ist bis Mitte Mai geschlossen.

derzeitige Einfahrt in den Gotthard-Tunnel von Süden

Der Gotthard-Tunnel ist mit 16,9km der viertlängste Tunnel der Welt. Die LKWs werden nur einzeln, per Ampel gesteuert, in den Tunnel gelassen. Sie müssen einen Sicherheitsabstand von 150m zueinander einhalten. Da Überholverbot im Tunnel herrscht, müssen sich die PKWs einordnen und im Tempo der LKWs mitfahren. Erst in einigen Jahren wird es möglich sein, beide Tunnelröhren und dann jeweils beide Fahrspuren zu nutzen. Nach vielen schrecklichen Unfällen im Tunnel wurde viel für die Sicherheit unternommen. Mit den großen Abständen und dem relativ geringen Verkehr zur Zeit, fühlten wir uns schon ziemlich sicher. Nach 16 Minuten kamen wir endlich wieder ans Tageslicht.

Am Vierwaldstätter See wartet ein 9,25km langer Tunnel. Es folgen dann noch viele Tunnel. Die meisten zwischen 1-3km lang, aber auch längere Tunnel. Irgendwann hat man dann einfach keine Lust mehr auf die Dinger. Schade um die schöne Bergwelt, die ständig aus dem Blickfeld verschwindet. Lange wird man von den schneebedeckten Gipfeln begleitet. Leider ist das Tal, welches sich vom Gotthard bis zum Vierwaldstätter See anschließt, von Stromtrassen verschandelt.

am Vierwaldstätter See

Irgendwann passiert man den Sempacher See, wo wir eine Pause auf dem Parkplatz einlegten, und schon bald ist man in Basel. Am Grenzübergang nach Deutschland nahmen wir die Busspur, weil wir ja kein PKW sind, und standen vor einer roten Ampel. Die Ampel wurde nicht grün und es kam auch niemand, der sich um uns kümmerte. So ging ich ins Büro und fragte, ob wir weiterfahren könnten. Als dann der deutsche Zollbeamte zu sprechen war, fragte er nur, ob wir aus der Schweiz etwas zu verzollen hätten. Ich sagte ihm, dass wir aus Italien kommen. Dann könnten wir durchfahren, Gute Fahrt. So weit wollten wir am Stück (330km) gar nicht fahren, aber was soll man machen.

Ausflug von Müllheim nach Neuenburg – Narrenbrunnen

Erst in Müllheim-Hügelheim, am Kräuterhof, fanden wir ein Plätzchen zum Stehen und Übernachten. In dem großen freundlichen Laden wird alles was mit und aus Kräutern gemacht ist verkauft. Die Preise sind in Ordnung. Beim Fleischer, nicht weit weg, konnten wir etwas gegen unseren Heißhunger für Fleischsalat, Leberwurst und Sülze tun. In Italien gibt es nur an die 50 Sorten Salami und Schinken, aber sonst nix. Das wird für Abwechslungs-Fetischisten wie uns zur Tortur. Jetzt werden wir uns erst einmal wieder mit richtigen deutschen Gerichten verwöhnen. Immer nur Pasta wird auf die Dauer auch langweilig. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, dass wir auf Sizilien sehr viele gute Gerichte probiert haben, weil dort alles sehr günstig ist.

Jaipur

Ziegelbrennerei

Ziegelbrennerei

Um 8 Uhr begann unsere nächste Etappe nach Jaipur. 250 km in vier Stunden, trotz hervorragender Straße im Bundesstaat Rajasthan, nachdem wir Uttar Pradesh verlassen hatten. Die Sonne kam eine Weile heraus und alles sah um einiges freundlicher aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass es in Rajasthan etwas sauberer, etwas weitläufiger und etwas grüner ist. Die beklemmende Enge, die wir bisher kennengelernt hatten, ist weitestgehend verschwunden. Die Häuser sind ein wenig farbiger, es wird viel gebaut. Trotzdem gilt auch hier. die Tankstellen und Schreine sind im besten Zustand.
In dem Gebiet, durch das wir gefahren sind, haben sich viele Ziegeleien angesiedelt. Die hohen Schornsteine zeigen die Standorte an. Drum herum werden die geformten Ziegel vor dem Brennen auf großen Flächen getrocknet. Ansonsten sieht man überall Rapsfelder.
Auf der zweiten Hälfte des Weges fuhren wir durch einige Berge, die sich aus der Ebene erheben. Dies sind wahrscheinlich die Lieferanten für den roten Sandstein, aus dem Steinmetze, die sich in einem weiteren Gebiet niedergelassen haben, schöne Dinge wie Säulen, Figuren, kleine Pavillons für Dachterrassen oder private Schreine für zu Hause usw. herausarbeiten.

Amber Fort Jaipur

Amber Fort Jaipur

Jaipur wird auch die „Rosa Stadt“ genannt, weil das Stadtzentrum von roten Sandsteinbauten dominiert wird. Unser Guide, diesmal englisch sprechend, empfing uns im Stadtzentrum und fuhr mit uns gleich zum Amber Fort. Dieses riesige, auf einem Berg gelegene Fort hat eine gelbe Farbe, von der auch der Name Amber Fort kommt. Es wird von einer zehn Kilometer langen Mauer, die hin und wieder von Beobachtungstürmen unterbrochen wird, und die um das Fort über die angrenzenden Hügel führt, umgeben. Diese Mauer sieht aus wie die chinesische Mauer, ein gewaltiges Bauwerk. Wie schon erwähnt, hat auch das Fort selbst eine gewaltige Größe. Hier wohnte der Maharadscha mit seinen zwei legalen Frauen und einem großen Harem. Über dessen Größe wird nur spekuliert. Die Gemächer der Haremsdamen liegen jedenfalls in vier langen Flügeln, die einen Hof umgeben, der einen Pavillon beherbergt. In diesem Pavillon trafen sich die Haremsdamen, um sich auszutauschen oder sich zu unterhalten. Die Maharanis bewohnten jede einen eigenen Palast in der Stadt.

Audienzhalle

Audienzhalle

Außerdem befinden sich mehrere Paläste und Aufenthaltsräume auf dem Gelände, in denen die fünftausend Soldaten untergebracht waren. In dem Audienzhof befinden sich zwei von Säulen getragene Dächer. Unter dem einen saßen die siebenundzwanzig Maharadjas aus allen Teilen von Rajasthan, in dem anderen die Vertrauten der Maharadjas. Jeder Maharadja hatte sein eigenes Büro, welches durch vier Säulen begrenzt war. Die Öffentlichkeit durfte sich nur im Hof aufhalten und musste ihre Fragen an die Vertrauten stellen. Diese trugen die Anliegen an die Maharadjas heran und wiederum deren Antworten an die Hilfesuchenden. Ganz schön umständlich.

Ritt auf dem Elefanten

Ritt auf dem Elefanten

Nach dem Besuch des Amber Forts wagten wir einen Ritt auf dem Elefanten. Nur eine Decke und Haltestricke trennten uns von dem großen Tier namens Jappo, der fünfundzwanzig Jahre zählt. Eine viertel Stunde schaukelten wir durch das Elephant Village, in dem sich auch noch verschiedene Vögel, Erdhörnchen und Termiten tummeln. Jetzt können wir auch beim Thema Elefantenreiten mitreden. Jaipur wird auch Elefantenstadt genannt, weil hier einhundertfünfunddreißig Elefanten leben.
Unser Guide führte uns nebenbei noch in einen Buchladen und ein Schmuckgeschäft. Jaipur ist ebenso eine Edelsteinstadt, in der sehr günstige Schmuckstücke zu erstehen sind. Die Edelsteine kommen aus aller Welt.

Am Wasserpalast legten wir nur einen kurzen Fotostopp ein. Als der Palast gebaut wurde, gab es dort noch keinen See. Man baute einen Staudamm und anschließend flutete man das Gelände.

Palast der Winde

Palast der Winde

Zuletzt besichtigten wir das berühmteste Bauwerk Jaipurs, den Palast der Winde. Er hat dreihundertfünfundsechzig Fenster für die Haremsdamen, die sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen und nur aus kunstvoll vergitterten Fenstern sehen durften. Die Front, die man sieht, ist allerdings nur eine Fassade mit zahllosen Erkern, in denen sich die Fenster befinden. Die Wohnräume liegen in den dahinterliegenden Trakten.
Daneben besitzt Jaipur fünf große Tempel, darunter den Tempel des Ganesha, des Elefantengottes. Er steht am Hang eines Berges, hat Ausmaße eines Schlosses und die gleiche gelbe Farbe wie das Amber Fort.
Nach einem wieder anstrengenden Tag setzte man uns im Royal View Hotel ab, um uns auszuruhen. Morgen wird der Weg noch länger werden.

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