A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Suchergebnisse für: “Bromberg

Bydgoszcz (Bromberg)

Neue Oper

Wir geben nicht auf und suchen weiter Stellplätze an unserer Route Richtung Stettin. Nachforschungen nach dem nächsten Ziel hatte ergeben, dass wir uns Bromberg ansehen sollten. Ich hatte von dieser Stadt noch nie etwas gehört, aber das „Venedig Polens“ wollten wir kennenlernen. Den IKEA-Parkplatz im Osten mussten wir wegen zu geringen Brückenhöhen auf dem Weg dorthin aufgeben. Deshalb stellten wir unser Womo auf einem Firmenparkplatz im Süden der Stadt ab, an dem wir vorbeikamen. Man duldete uns dort kurzzeitig, aber was soll man machen, wenn keine Plätze für Wohnmobile vorgesehen sind. Mit dem Smart fuhren wir dann zum Parkplatz an der Neuen Oper. Der liegt relativ zentral.

Mühlenrestaurant

Über eine kleine Fußgängerbrücke erreicht man gleich die Mühleninsel. Wir lenkten unsere Schritte jedoch unterhalb der Neuen Oper am Ufer der Brda (Brahe) entlang, überquerten den Fluss auf der großen Brücke und bogen gleich wieder links in die kleine Straße ein. Nun spaziert man zwischen der Brahe und der Młynówka zum Wehr, welches die zwei Flüsse miteinander verbindet, und man ist auf der Mühleninsel. Nur ein paar Meter weiter findet sich eine Fischtreppe. Die kleine Marina ist an dieser Stelle zu finden. Die alten Rother-Mühlen werden gerade modernisiert und erweitert, aber keine Info, welche neue Funktion der Komplex später einmal haben wird.
Des weiteren befinden sich mehrere Museen und das Europäische Finanzzentrum auf der Mühleninsel. In der alten kleinen Mühle ist heute ein Restaurant untergebracht.

im Zentrum von Bromberg

Am gegenüberliegenden Ufer der Młynówka stehen noch alte, verlassene Industriebauten. Teilweise hat man sie schon in die neue Bebauung integriert, andere warten noch auf ihre Rekonstruktion.
Über eine kleine Brücke gelangt man nun in die Altstadt Brombergs. Leider war bei unserem Besuch gerade gesamte Marktplatz eine Baustelle, aber es blieben noch viele andere und schöne Gassen zum erkunden übrig. Die alte Markthalle ist zwar von außen noch sehenswert, aber innen hat wohl seit der Errichtung kaum mehr jemand Hand angelegt. Da drinnen macht das Einkaufen keinen Spaß mehr.

Kathedrale von Bromberg

Einen Besuch wert ist auch die Kathedrale von Bromberg, Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Von außen nichts besonderes, ist man doch von ihrer inneren Farbgestaltung überrascht. Während die meisten Kirchen schlicht in weiß gehalten sind, oder auch große Malereien aufweisen, hat man sich in der Bromberger Kathedrale für mehr Mut zur Farbe entschieden. Blau, Lila, Rot und Orange sorgen seit den 1920ern für einen gewissen Wow-Effekt. Die Orgel hätte ihren Platz auf einer grünen Empore, ist aber im Moment nicht vorhanden.

„Der Seiltänzer“ über der Brahe

Filigrane Backsteinbauten, Barock und Jugendstil, die meisten attraktiven Gebäude reihen sich an den beiden Ufern der Brahe aneinander, gemischt auch hier mit alten und modernisierten Speichern. Direkt an der Brücke Mostowa, über dem Fluss, hängt eine Attraktion der besonderen Art. „Der Seiltänzer“ ist ein überlebensgroßes Kunstwerk, welches durch seine perfekte Balance auffällt. Der Seiltänzer hält ein Bein unterhalb des Seils, während er sich auf dem zweiten angewinkelten Bein und mit Hilfe einer Balancierstange auf dem Seil hält. Das herunter gehaltene Bein dient also als Schwerpunkt, während die restliche Figur eigentlich nur auf dem Ballen eines Fußes ruht. Die Skulptur enthüllte man am 1. Mai 2004, als Polen der EU beitrat. Die Kulisse hinter dem Seiltänzer könnte nicht besser sein.

Mit Venedig würden wir Bromberg nun nicht unbedingt vergleichen, obwohl man auf und an der Mühleninsel immer wieder auf Wasser trifft, aber eine interessante Stadt ist es trotzdem. Die ungeheure Strömung der Młynówka ist überraschend, obwohl die für Besucher nicht erkennbaren Höhenunterschiede mit Wehren und Schleusen überwunden werden.

Rückfahrt nach Wollin

die schönsten wildwachsenden Äpfel

Von Bromberg aus überlegten wir, wie wir zurück nach Anklam fahren sollten. Die Wahl fiel auf Naugard, die Stadt, in der Klaus´ Vater geboren wurde. Für einen Tag war die Fahrt dorthin jedoch zu weit, so dass wir in Czaplinek, Pommersche Seenplatte, den Campingplatz „Drawtur“ anfuhren. Die Tour ging dabei über die beiden Städte Piła (Schneidemühl) und Wałcz (Deutsch Krone).
Jetzt im Sommer ist der Platz „Drawtur“ sehr voll und der winzige Badestrand eignet sich kaum zum Baden, weil Surfer und Kanuten das Wasser für sich blockieren. Das Café und das Restaurant des Platzes sind wenig einladend. Die Stadt Czaplinek hat kaum etwas zu bieten, so dass wir uns auf eine kleine Rundreise machten und doch noch interessante Ecken entdeckten.
Hervorragend baden kann man an einem kleinen Waldstrand bei Pławno. Das Wasser des Sees ist sauberer als das des Drawsko-Sees, und der Betrieb hält sich in Grenzen. Um den See zu erreichen muss man in Pławno rechts in den Waldweg fahren. Es gibt kein Hinweisschild. Dieser See ist wohl auch das Tauchgewässer der Umgebung.
Fährt man den Waldweg weiter, er ist unbefestigt, gelangt man in eine abgeschiedene Gegend, in der die Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Kleine Gehöfte verteilen sich in der Landschaft oder konzentrieren sich in zwei winzigen Orten. Die schönsten Äpfel wachsen hier und niemand will sie haben. Wir konnten nicht widerstehen und mussten einfach welche sammeln. Es wäre zu schade um so schöne Äpfel.

Allee in den Wisentpark

Als nächstes steuerten wir die Stadt Złocieniec an. Sie ist ganz hübsch, vor allem das niedliche Rathaus. Gut spazieren gehen lässt es sich aber am Fluss, der durch Złocieniec fließt. Dort erhebt sich der Schlosshügel. Das Schloss selbst gibt es nicht mehr, nur eine Tafel zeigt ein Bild und erläutert die Geschichte des Schlosses. Irgendwann im 20. Jahrhundert muss es abgerissen worden sein.
Am anderen Flussufer lädt der Wisent-Park ein. Wisente gibt es dort nicht, aber eine Allee, die von gespenstisch aussehenden Bäumen gesäumt wird. Im Park selbst wurde ein Lehrpfad eingerichtet, der über die verschiedenen Baumarten und Tiere im Park und dessen Umgebung Auskunft gibt. Einige sehr alte Bäume könnten wohl viele Geschichten des Parks erzählen.

Siemczyna-Palast

Der kleine Ort Siemczyno, früher ein wichtiger Punkt auf der historischen Route zwischen Brandenburg und der Republik Polen, ist im Prinzip ein Museumsdorf mit einem Herrenhaus mittendrin. Der Siemczyna-Palast befindet sich gerade in der Rekonstruktion. Zu ihm gehören ein Park, ein Teich und mehrere Nebengebäude. Das Landwirtschaftliche Gebäude ist schon erneuert worden und beherbergt inzwischen ein Hotel mit einem Restaurant, welches auch fremde Besucher willkommen heißt.
Durch den Ort selbst führt der „Heinrichsweg“. Er zeigt die verschiedenen Gebäude, die zum Schloss gehörten, wie die alte Sattlerei, Molkerei, Wohnhäuser usw., sogar einen Galgenhügel gab es. Der Weg schließt auch drei Seen in der Umgebung Siemczyno mit ein.

Denkmal der Stadtübernahme 1945

Nach zwei Nächten steuerten wir die vorletzte Station unserer diesjährigen Sommerreise an, Novogard (Naugard). Der Stadtmittelpunkt ist der Naugardsee mit langer Promenade, Badestrand und Bootsverleih. Hier findet jeder eine Möglichkeit sich zu entspannen.
Ganz in der Nähe befindet sich das Stadtzentrum mit dem nicht sehr attraktiven Marktplatz. Nur das Rathaus aus dem Jahre 1911 ist ganz schön. Auffallend ist das Denkmal der Stadtübernahme 1945 gleich daneben. Sehenswert ist auch die St. Marienkirche, deren Wurzeln ins 14. Jahrhundert reichen. Ein Teil der alten Stadtbefestigung zwischen Marktplatz und See ist auch noch erhalten, ansonsten hat vom alten Naugard kaum etwas die Befreiungstage im März 1945 überlebt. Wohnblocks aus den 70er Jahren dominieren die Stadt.

Übernachtet haben wir auf dem großen Parkplatz am Hotel Przystań, dem ehemaligen Bismarckhotel, am Seeufer gelegen.

Die letzten Tage verbrachten wir noch einmal auf dem Stellplatz der Familie Lafrentz bei Wollin, wo wir unsere Rundreise Anfang Mai begonnen hatten.

Torun (Thorn)

Gradierwerk

Zwischen Warschau und Thorn war einmal mehr kein großer Parkplatz zu finden, oder die Parkplätze werden viel zu spät angekündigt und es gibt keine Wendemöglichkeit. Das hieß für uns wieder eine Tour von knapp 200km. Erst in Ciechocinek fanden wir den schönen und günstigen Campingplatz Nr. 17, auf dem wir drei Nächte blieben.
Wieder einmal hatten wir zufällig ein überraschendes Ziel angesteuert. Ciechocinek, ca. 20km südöstlich von Thorn gelegen, ist Kurstadt. 1379 erstmals erwähnt, Standort einer der vielen Deutschordensburgen in Polen, ab 1790 Eigentümer der Solequellen der Gegend. Seither eine bewegte Geschichte mit dem Ergebnis, dass der Kurbetrieb seit 1945 wieder durchgängig läuft.
Seit 1827 entstanden drei Gradierwerke, die zu den größten der Welt gehören. Es sind drei Gardierwerke mit einer Gesamtlänge von 1742,3m und einer Höhe von knapp 16m. Dazu gibt es Salzsiedereien. Die Gradierwerke dienen zur Konzentration des Salzgehaltes des Wassers, welches aus mehreren Quellen mit Hilfe einer Mühle in Kanäle auf den Gradierwerken gepumpt wird. Von dort oben rieselt das Wasser über Schlehenreisig. Dabei verteilt sich ein Teil des Solewassers in der Luft und reichert sie mit Salz-, Jod- und Brommolekülen an. Das angereicherte Solewasser, welches im Gradierwerk nach der Passage des Reisigs gesammelt wird, wird über Rohrleitungen zu den Salzsiedereien geleitet.
Der Besuch des Gradierwerkes kostet 5,-Zl Eintritt pro Person, inkl. Besuch des Oberdecks mit Blick über die Umgebung.

das alte Kurhaus

Die Stadt Ciechocinek besitzt mindestens elf Solequellen, denn der „Pilzbrunnen“ steht über der elften Quelle, 415m tief, berichtet eine Tafel. Leider wird der Brunnen gerade überholt und ist verhüllt.
Zur Kurstadt gehören auch mehrere Parks, das alte Kurhaus, heute Tanzsaal mit täglich mehreren Möglichkeiten, selbst das Tanzbein zu schwingen, und mehreren Brunnen. Da findet jeder sein Plätzchen. Viele Kneipen bieten Musik live oder „per Band“. Gerne werden auch diese Möglichkeiten zum Tanzen genutzt.

tolle Architektur

Natürlich waren wir auch neugierig auf Thorn, dessen Geschichte schon im Jahre 1233 durch die Kreuzritter begann. Was wir zu sehen bekamen, übertraf unsere Erwartungen um einiges. Die Altstadt ist noch immer mehr als einen Kilometer lang von einer Stadtmauer umgeben. Drei Tore sind ebenfalls erhalten und liegen direkt am Ufer der Weichsel. Bewegt man sich innerhalb der Stadtmauer fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Prächtige Backsteinbauten, wunderschöne Fassaden in verschiedenen Stilrichtungen, das riesige Altstädtische Rathaus mit einem Innenhof, enge Gassen und die lange Fußgängerzone, alles ist einfach nur stimmig. Vor allem ist alles noch original, denn so viele Kriege und Zerstörungen Thorn überzogen, es wurde nie viel Schaden an den Bauwerken angerichtet.

Flößerbrunnen

Dazu hat Thorn etwas für die kleine Kunst übrig, denn Keramikfiguren zieren viele Fensteröffnungen, Bronzefiguren und Brunnen sorgen für weitere Abwechslung. Zu dem Flößerbrunnen, der auf der einen Seite des Altstädtischen Rathauses steht und durch seine vielen Froschkönige auffällt, gibt es eine Legende. Thorn kämpfte vor Jahrhunderten erfolglos gegen eine Froschplage. Als ein Flößerjunge einmal wieder auf seiner Flöte spielte, umringten ihn die Frösche, die von der Musik verzaubert waren. Also brachte der Flößerjunge die Frösche aus der Stadt, in dem er sie mit seinen schönen Melodien lockte. Die Froschplage war vorbei. Gibt es da eine Parallele zum Rattenfänger in Hameln?

Auf die Partnerschaft mit Göttingen ist Thorn besonders stolz, wie im Innenhof des Altstädtischen Rathauses auf Plakaten gezeigt wird. Das Rathaus ist auch Museum für die Geschichte der Stadt.

im Shop des Pfefferkuchenmuseums

In der Altstadt verteilt bieten kleine Läden selbstgemachte Pfefferkuchen an. Das Museum Torunski Pieniki berichtet über die mehr als 700 jährige Tradition der Pfefferkuchenherstellung in Thorn. Im Eintrittspreis ist die eigene Herstellung von Pfefferkuchen enthalten, ganz auf traditionelle Weise. Kaufen kann man die leckeren Teilchen dort auch gleich. Die Thorner Pfefferkuchen zählen zu den besten der Welt.

Die Reste der deutschen Ordensburg, von den Kreuzrittern erbaut, sind auch zu besichtigen. Im Jahre 1454 zerstörten die Stadtbürger die Burg und bauten mit deren Steinen neue ihnen dienliche Gebäude. Inzwischen haben wir schon viele dieser Burgen aus dem 13. und 14. Jahrhundert gesehen, aber die von Thorn sah vollkommen anders aus.

Nikolaus Kopernikus-Denkmal

Einen berühmten Sohn hat die Stadt auch: Nikolaus Kopernikus. Er wurde 1473 in Thorn geboren und in der Johanneskathedrale getauft. Das er in Fromburg gestorben ist, hatten wir bei unserem Besuch dort erfahren. Das Kopernikus-Denkmal in Thorn steht schon seit 160 Jahren gegenüber dem alten Postgebäude, am Altstädtischen Rathaus.

Das Parken in und um die Altstadt ist eine Katastrophe. Wir waren ausgerechnet am Mariä Himmelfahrtstag in Thorn, dem höchsten Feiertag Polens. Da ist das Parken zwar kostenlos, außer auf den privaten Parkplätzen, aber einen Platz zu finden ist fast unmöglich. Dazu konnte man auf der Hauptstraße der Altstadt kaum ungestört einen Fuß vor den anderen setzen. Trotzdem waren wir von Thorn beeindruckt.
Den Stadtbummel sollte man am Ufer der Weichsel abschließen, wo viele Stände frisches Riesenbrot, hausgemachte Wurst und Schmalz und viele andere leckere Dinge anbieten.

Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz einer Tankstelle westlich außerhalb von Bromberg.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: