A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Suchergebnisse für: “Chester

Chester

Kirchenruinen

Kirchenruinen

Die Autobahn M6 brachte uns über Lancaster und Liverpool nach Wales. Großbritannien hat viele schöne Städte, jede davon auf ihre Weise schön, aber Chester ist wohl einmalig auf der Welt. Ersteinmal die Lage an einem Fluss, an dem sich mehrere Parks ausbreiten, die einem das Gefühl geben, weit weg von der Stadt zu sein. Im Grosvenor Park fährt eine Mini-Eisenbahn um einen kleinen Teich herum. Die Reste einer alten Kirche, der St. John´s Church, sind dort zu finden. Die Ruinen zeigen, dass die ursprüngliche Kirche um einiges größer war, als die heutige in die Ruinen gebaute Kirche. Baumalleen und graue amerikanische Eichhörnchen, die ersten die wir auf britischem Boden sahen, sind ebenfalls im Park zu finden. Die grauen Eichhörnchen werden eigentlich bekämpft, da sie die europäischen roten Eichhörnchen verdrängen. In diesem Park tummeln sie sich überall.

1. Schleuse

1. Schleuse

Wer keine Lust hat im Park spazieren zu gehen, der bummelt auf dem Riverside Promenade Trail, wo auch interessante Dinge zu entdecken sind. Verschiedene Brücken, ein Wehr, Bootsanleger oder auf der Westseite der Stadt eine Pferderennbahn. Geht man den Weg Richtung Westen weiter, kommt man zu einer Schleuse, die das Binnengewässer mit dem River Dee verbindet. Die Neugier trieb uns immer weiter am Kanal entlang, vorbei am neuen Wasserturm, bis wir auf weitere Schleusen trafen. Ein Gewirr von Brücken, Schleusen, Mauern und Wasser führt hinauf zum alten Hafen mit Werft und Warenhaus.

Narrowboats

Narrowboats

An den Ufern liegen etliche Hausboote, die für die Mitte Britanniens typischen Narrowboats, Schmalboote. Sie können gemietet werden, haben Vollausstattung. Das Wasserstraßennetz soll so lang sein, dass man ewig auf ihnen herum schippern kann. Die Boote sind jedes ein Einzelstück, jedes sieht anders aus, liebevoll zurecht gemacht, und es gibt sie in verschiedenen Längen.
Das Gelände um die Werft herum wird zu einem Nobelviertel ausgebaut und der Kanal soll irgendwann wieder voll nutzbar sein.

Chester

Chester

In noch keiner britischen Stadt haben wir so viele Fotos geschossen wie in Chester. Man weiß überhaupt nicht, wohin man zuerst sehen soll. Die Altstadt wird von schwarz-weißen Fachwerkhäusern dominiert, jedes individuell, teilweise mit den schönsten Verzierungen wie Erker, Figuren, Ornamenten und Schriftzügen. Da könnte man ein ganzes Buch damit füllen. Dazwischen stehen Sandsteinbauten wie das Rathaus. Die Lücken, die wohl über die Jahrhunderte zwischen den alten Fachwerkhäusern entstanden, sind mit modernen Bauten, mehr oder weniger erfolgreich angepasst, geschlossen worden. Manche Häuser tragen Jahreszahlen aus dem 13. Jahrhundert.

Klosterhof der Kathedrale

Klosterhof der Kathedrale

Mittendrin steht die Kathedrale, aus rotem Sandstein mit rätselhaften schwarzen Verfärbungen innen und außen. Was der Kathedrale außen an Ornamentik fehlt, macht sie innen wieder wett. Gotische Säulen, bunte Fenster, mehrere Orgeln und ein kompliziertes Deckengewölbe mit goldverzierten Gewölbekreuzen lassen die Besucher staunen. Ein Kreuzgang mit bunten Fenstern, Grabplatten und Sarkophagen für die früheren Äbte umschließt den Klostergarten mit Brunnen in der Mitte.

Amphitheater

Amphitheater

Weitere Sehenswürdigkeiten Chesters sind die vielen Stadttore, die Stadtmauer und das Castle. Chester war einmal eine wichtige römische Stadt. Überall wurden römische Relikte ausgegraben und manches davon wird öffentlich, für jeden zugänglich in der Stadt verteilt, ausgestellt. Lange suchte man nach dem Amphitheater, welches ganz sicher vorhanden sein musste, aber erst vor kurzem hat man es gefunden. Nachdem die eine Hälfte des Amphitheaters ausgegraben, dokumentiert und katalogisiert wurde, schüttete man die meisten Ausgrabungsstellen wieder zu. Jetzt sind nur noch die Arena und ein kleiner Teil der Arenabegrenzung zu sehen.
Das Wohnmobil kann auf dem Little Roodee Coach Park abgestellt werden. Für 2 Nächte bezahlten wir 20,60 Pfund.

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

Devon/Dorset

Cucumelons

Cucumelons

Auflösung der Frage aus dem Bericht „Cornwall“: 96 Stück, ehrlich. Wie? Man nehme Cucumelons. Das sind Minimelonen mit Gurkengeschmack, eine sehr interessante Züchtung. Na ja, so sehen sie aus, eigentlich sind es mexikanische Minigurken und sie schmecken lecker.

Dorchester

Dorchester

Hunderte von Kilometern zu fahren, ohne einen vernünftigen Parkplatz am Straßenrand zu finden, alle Campingplätze entweder zu klein oder belegt, dieser Freitag war ein harter Tag. Die ganze Strecke funktionierte zum nicht vorhandenen Internet nicht einmal mehr das Telefon, so dass man irgendwo hätte anrufen können. Wie soll man ohne Telefon einen Platz finden, denn den Caravan Club Katalog haben wir ja noch, um Plätze zu finden, aber wenn man nicht anrufen kann? Zwischen Plymouth und Dorchester haben wir also nichts gesehen, außer Straße und Berge ohne Ende. Dort, wo die Straße nahe war, konnten wir noch einen kurzen Blick auf das Meer werfen, das war´s. Die Jurassic Coast zwischen Exeter und Dorchester wäre noch ein schönes Ziel gewesen, aber nichts. Abends um 17 Uhr stellten wir den Bus in einer Parkbucht an der A35 kurz vor Poole ab, wir waren fertig.

Llandudno

Kostprobe der walisischen Sprache

Kostprobe der walisischen Sprache

Oh weh, jetzt wird’s kompliziert. Wir sind in Wales, von den Einheimischen Cymru genannt, hat eine eigene Sprache. Die ist so kompliziert, dass man als Nichtwaliser wohl kein Wort verständlich herausbringt. Während die Kroaten bis zu vier Vokale aneinander reihen, tun dies die Waliser mit bis zu sechs Vokalen, ehe auf einen Konsonanten wieder mehrere Vokale folgen. Mir bleibt dann nur noch, Klaus zu sagen, er solle nach rechts oder links fahren in die Richtung, die dort steht. Lesen muss er dann selbst. Da ist Llandudno noch einfach. Alle Schilder sind zweisprachig, zuerst walisisch, dann englisch.

Lllandudno

Lllandudno

Llandudno liegt westlich von Chester und bietet wieder ein ganz neues Bild einer Küstenstadt. Vor einhundertfünfzig Jahren war dies ein Badeort für den Adel, mondän. Die Häuser sind im viktorianischen Baustil erbaut, wie er vielerorts zu finden ist, nur dass die Häuser in Llandudno meist noch zwei Etagen höher sind. Noch immer ist die Mehrzahl davon ein Hotel. Eine sehr breite Promenade trennt das Meer von den Hotels.

Great Ormes Head

Great Ormes Head

Die Stadt selbst liegt zwischen hohen Kalksteinfelsen eingebettet, am Ende ragt der Pier ins Wasser.
Am nördlichen Ende befindet sich das Cable Car. Diese Bezeichnung ist irreführend, denn es ist eine Seilbahn, die mittels Kabinen die Menschen auf den Berg bringt.
Die Landzunge hinter der Talstation der Seilbahn ist Schutzgebiet. Sie war schon in Steinzeit besiedelt. Man findet dort mehrere Relikte aus dieser Zeit, aber auch neuere Zeugen menschlichen Tuns sind zu finden, wie z.B. eine alte Kupfermine. Für das Befahren der Landzunge wird Eintritt verlangt, oder man lässt sich mit einer alten Bahn Great Orme Tramway durch das Gebiet fahren.

Abendstimmung in Llanddulas

Abendstimmung in Llanddulas

Der Parkplatz in Llanddulas diente uns zum Übernachten. Er liegt direkt am Wasser und auf dem Radweg direkt dahinter kann man entweder nach Rhos-on-sea oder in die andere Richtung, nach Abergele radeln. Wer will natürlich auch noch viel weiter. Am Wegesrand sind viele interessante Dinge zu sehen, wie ein Förderband aus einem Steinbruch zum Verladesteg im Wasser, unter der Straße hindurch, ein Riff mit Bienenwabenwürmern (nur bei Ebbe), den Auslauf eines kleinen Flüsschens und noch vieles mehr.

Jedburgh – Kelso

k-DSC05596Inzwischen hat sich die Landschaft ein weiteres Mal geändert. Jetzt herrschen Grasland, noch mehr Schafe, Mäuerchen und kleine Waldstücke vor. Apropos Mäuerchen: viele dieser Steinmauern, die als Weide- und Grundstückbegrenzungen dienen und allerorten zu finden sind, stammen wohl von den römischen Forts und dem Hadrianswall, wie wahrscheinlich viele Wohnhäuser. Die Steine waren leicht zu beschaffen und ein idealer Baustoff für dieses nasse Wetter.

Carter Bar

Carter Bar

Am 07. Juli 2016 überquerten wir die englisch-schottische Grenze auf der A68, an der Carter Bar. Zuvor fuhren wir durch den Northhumberland National Park. Der Nationalpark ist ziemlich groß und ein Naturparadies, ideal für Wanderer. Es führen kaum Straßen hindurch.
An der Carter Bar hatten sogar wir mit unserem großen Motorhome Gelegenheit, anzuhalten und die herrliche Landschaft und Aussicht auf Schottland zu genießen.

Schottland

Schottland

Schottland empfing uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. In der kurzen Zeit, in der wir verweilten, hielten mehrere deutsche und belgische PKWs, sogar ein deutscher Reisebus. Er ist auf einer 6-Tage-Rundfahrt über Glasgow und Edinburgh unterwegs.
Immer, wenn ein Reisebus hält, spielt ein älterer schottischer Herr mit allem Drum und Dran Dudelsack, nebenbei verkauft er Souvenirs. Es ist ein wirklich schöner Flecken Erde.

Einfahrt Ashieburn House

Einfahrt Ashieburn House

Die Stellplatzsuche gestaltete sich diesmal etwas schwierig. Wir hatten nicht vorgebucht, weil wir sehen wollten, ob wir auch irgendwo so stehen können. In Schottland soll das ja einfacher sein. Da wir nichts fanden, fuhren wir einen der Plätze des Caravan Club an, The Bairnkine Farm kurz vor Jedburgh. Dort fanden wir eine Wiese direkt neben einem Kuhstall, der Gestank war unerträglich, dazu voller Fliegen. Das wollten wir uns nicht antun und so fuhren wir weiter. Kurz hinter Jedburgh, bei Ancrum, fanden wir Ashieburn House, ein schöner kleiner und ruhiger Platz auf einem sehr gepflegten Grundstück, für 12,- Pfund die Nacht. Allerdings ist die Einfahrt so eng, dass es Millimeterarbeit ist, das Motorhome dort hindurch zu fädeln, Straßensperrung inklusive.

Straßenfest in Jedburgh

Straßenfest in Jedburgh

Bei unserem Besuch von Jedburgh trafen wir am Ortseingang auf eine Sperrung der Straße durch das Ordnungsamt. Wir durften passieren und suchten uns einen Parkplatz. Der zentrale Parkplatz, wie auch die Parkplätze bis dahin, waren alle mit Pferdeanhängern blockiert. Was geht hier bloß ab, fragten wir uns. Nachdem wir mit dem kleinen Smart doch noch ein Plätzchen ergattert hatten, spazierten wir auf die Abbey zu und hörten schon Musik. Vor der Abbey spielte ein Orchester, Musiker in Schottentracht standen bereit.

Castle and Jail

Castle and Jail

Nachdem wir eine Weile zugehört hatten, spazierten wir zum Castle and Jail, auf einem Hügel hinter der Abbey gelegen. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird gerne angenommen. Eigentlich ist das ganze nur ein Gefängnis. Der Mittelbau mit dem Glockenturm, diente dem Gefängniswärter und seiner Familie sowie seinem Helfer als Wohnstätte. Die Glocke wurde immer dann geläutet, wenn ein Gefangener zu fliehen versuchte. Dieses Wohnhaus zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Stadt Jedburgh, die auch mit dem Leben der Maria Steward, Königin von Schottland, verbunden ist.

Zellenblock

Zellenblock

Um das Wohnhaus gruppieren sich drei Zellenblöcke. Um 1820 wurde das Gefängnis eingerichtet. Damals waren noch Männer, Frauen und Kinder zusammen untergebracht, egal für welche Verbrechen sie einsaßen, es gab keine Heizung und nur spärliche Verpflegung. Etwa um 1850 trennte man die drei Gefangenengruppen und jede bewohnte einen Zellenblock. Freigang war nur auf einem kleinen Hof möglich. Es wurde jeweils ein Gefangener bestimmt, der sich durch gute Führung auszeichnete. Er bekam eine Zelle mit Kamin, durfte für die Insassen einkaufen oder sogar Tabak konsumieren.
In den Zellenblöcken für Männer und Frauen gab es im Erdgeschoss einen Gemeinschaftsbereich, oben befanden sich die Zellen. Der Block für die Schwererziehbaren (Kinder und Jugendliche) besaß solch einen Raum nicht.

Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey

Für die Abbey von Jedburgh wird Eintritt verlangt, deshalb besichtigten wir sie nur von außen. Es sind nur noch Ruinen von ihr übrig. Die Abbey stand bei ihrem Bau im 12. Jahrhundert an der englisch-schottischen Grenze. Die Engländer fielen dann im 14. Jahrhundert immer wieder bei den Schotten ein und zerstörten diese Abbey und weitere Abbeys, wie die von Kelso, Melrose und Dryburgh, mehrfach und gründlich. Jedburgh Abbey war die reichste Abbey.

Jedburgh Callants Festival

Jedburgh Callants Festival

Inzwischen war ein Umzug in Jedburgh voll im Gange. Die Musikgruppe in den schottischen Kleidern führte den Zug an, dann folgten jede Menge Reiter. Vor der Abbey nahmen etwas später ein paar vornehm gekleidete Leute Aufstellung, an denen der Zug später vorbeimarschierte. Die Straßen waren von Menschenmassen gesäumt, es war ein wirklich großes Ereignis. In der Touristinfo erfuhren wir, dass es sich um das Jedburgh Callants Festival handelt, welches jedes Jahr um diese Zeit stattfindet. Es erinnert an die Zeiten des 13. und 14. Jahrhunderts, als die Schotten ihre Grenze gegen die Engländer verteidigten. Um sich vor Übergriffen zu schützen, patroullierten die verschiedenen Familien an der Grenze entlang.

Kelso Abbey

Kelso Abbey

Kelso liegt am River Tweed und besitzt eigentlich keine alten Bauten. Dafür haben die Engländer in drei Jahrhunderten gesorgt. So besitzt Kelso mit dem großen Marktplatz einen eigenen Charme. Kelso Abbey war einmal die größte der Border-Abbeys, heute ist am wenigsten von ihr übrig.

River Tweed

River Tweed

In der Nähe der Abbey-Ruine befindet sich eine Brücke über den Tweed. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Rückseite von Kelso, wo schöne Wiesen und Terrassen liegen.
Auf der anderen Seite des Flusses zeigt sich Floors Castle, ein Prachtbau, der 1721 gebaut wurde und noch heute von der Familie bewohnt wird. Es ist für Besucher geöffnet.

 

Cape Breton – Nova Scotia

Unser erstes Abendessen auf Cape Breton bestand aus selbst gesammelten Pfifferlingen, geräuchertem Lachs mit Ahornsirup angemacht, den wir in St.Mary´s Smokehouse in Sherbrooke gekauft haben, und dazu ein Gläschen kanadischem Sherry. Dafür hat es den ganzen Tag geregnet.

In St.Peters gibt es die einzig funktionierende Schleuse auf Nova Scotia und es ist die Einzige in ganz Nordamerika, die auf beiden Seiten 2 hintereinander liegende Schleusentore hat. Das hängt irgendwie mit dem Tidenhub zusammen, denn auf der einen Seite liegt das Meer, auf der anderen Seite der Bras d´Or Lake. Da kann schon mal der Druck auf die Schleusentore etwas höher sein.

Die Drehbrücke über diesen Isthmus ist seit 1868 schon die 4. verschiedene Ausführung. Die Europäer begannen den Bau des 800 Meter langen Kanals 1854 und er dauerte 15 Jahre. Bis dahin trugen die Mi´kmaq-Indianer ihre Kanus über den schmalen Landstrich, um zwischen ihren Winter- und Sommerlagern zu wechseln. In den 1820er Jahren bauten die Europäer, die mit den Mi´kmaq Handel trieben, zusammen mit den Mi´kmaq eine Art Straße. Über diese zogen sie dann ihre Schiffe mit Hilfe von Ochsen oder auch Menschen vom Meer zum See oder umgekehrt.
Der „Battery Provincial Park“, der direkt am Isthmus liegt, beinhaltet neben einem weit angelegten Campingplatz auch die Überreste des französischen Forts und Ports „Toulouse“ (1713 – 1758), des englischen Forts „Dorchester“ (1793 – 1798) und die Grundmauern des Anwesens des reichen irischen Händlers Lawrence Kavanagh Jr.. Das dreistöckige Haus stand 90 Jahre und beherbergte 3 Generationen der Familie.
Die Reste eines Kalkbrennofens liegen ebenfalls in der Nähe. Es ist schon merkwürdig, soviel über die Geschichte des Ortes zu wissen, an dem man sich aufhält.
St. Peters war zugleich der nördlichste Punkt dieses Reiseabschnittes unserer Rundreise durch die USA und Kanada.

Ein festes Ziel, das wir ins Auge gefasst hatten, war die Insel Janvrin. Diese Insel kennt kaum ein Tourist. Eigentlich finden nur natur- und tauchbegeisterte, meist deutsche Urlauber, dorthin. Vor über 25 Jahren kamen Arthur und Maria Vollmer aus Deutschland hierher und bauten sich eine Lodge auf. Ihr Sohn Ingo betreibt mit seiner Frau Anita seit langer Zeit eine Tauchbasis. Wir wollten bei Ihnen tauchen und sehen, wie die Unterwasserwelt vor Nova Scotia aussieht, die dank des kalten Labrador-Stromes schon arktischer Natur ist. Bis jetzt sind wir nur „Warmwasser-Taucher“ gewesen. 2 Tauchgänge am Heck des Wracks der „Arrow“, was bis zum Jahr 1970 einmal ein Tanker war, und ein Tauchgang nahe einer Insel, die Seehunden zur Ebbe einen Ruheplatz bietet, vermittelten uns einen sehr kleinen Eindruck, da wir nur 2 volle Tage dort waren. Zu den Stars am Wrack gehören ein Seewolf und ein ziemlich alter Hummer. Aber auch Seeteufel, Makrelen sowie Kelb und andere Kaltwasser-Bewohner machen das Tauchen in diesem Gebiet interessant.

Die Seehunde ließen sich leider nur aus sicherer Entfernung beobachten. Sie sind zu scheu, da sie immer noch gejagt werden. An manchen Abenden kann man ihr Geheul hören, das denen von Wölfen ähnelt.
Über Wasser konnten wir neben den allgegenwärtigen Kormoranen und Möwen auch ein Seeadlerpärchen mit seinen beiden Jungen und Basstölpel beobachten. Das war alles sehr aufregend. Die Sunset-Tour mit dem Schlauchboot war ein extra Erlebnis, bei der wir noch einmal die Seeadler-Familie, einen kleinen Delphin und die Seehunde beobachten konnten. Bei den gemeinsamen Abenden im Clubhaus oder im Pavillon am Strand werden dann bei entspannter Atmosphäre die Erlebnisse ausgetauscht. Uns hat es bei den Vollmers sehr gut gefallen.

Arichat auf der Isle Madame, zumeist von Nachkommen der Akadier bewohnt, wartet mit einer historischen, katholischen Kirche und einem alten Friedhof auf. Zwei Kanonen am Ufer berichten über die hier stattgefundenen Kämpfe der Amerikaner gegen die Engländer. 5 Werften hat es im 19.Jahrhundert in Arichat gegeben.

Mahone Bay – Nova Scotia

Eigentlich wollten wir in Mahone Bay nicht mehr anhalten. Noch so ein Touristenort und kein Platz für unseren Zug, dachten wir. Jedoch haben uns das Piraten-Festival an diesem Wochenende und Mahone Bay so herzlich eingeladen, dass wir den ganzen Tag und sogar noch die Nacht dort verbrachten. Den wunderschönen Übernachtungsplatz direkt an der Bucht konnten wir nicht ablehnen. Zum Nachmittagskaffee in unseren Liegestühlen meinte jemand, der gerade vorbei kam, was wir doch für ein toughes Leben führen würden.

Die halbe Stadt war als Piraten verkleidet, es gab einen Piraten-Umzug und kleine Theater-Aufführungen. In den alten Häusern an der Straße befinden sich jede Menge unterschiedlicher Läden und Lokale, sehr nett, sehr bunt und sehr offen. Der kleine Ort mit der schönsten Klein-Altstadt (laut einigen Reiseführern) kann mit 5 Kirchen aufwarten. Die erste davon wurde ab 1833 gebaut und bis in die jüngste Neuzeit mit Spenden erweitert. Die halbe Welt hat sich in die ausliegenden Gästebücher eingetragen.
 Nachdem Lunenburg nach einem Jahr Besiedelung keinen Platz mehr bot, gründete man Mahone Bay und anschließend weitere Orte in Richtung Osten, wie z.B. Chester. Fünf Familien kontrollierten das Ganze wie z.B. die des Schiffsbauers Zwicker aus Lunenburg, wo man mehrere Häuser und das Werftgebäude der Zwickers bewundern kann.

Für den Abend war ein Feuerwerk angesagt, das wir an unserem Stellplatz abwarteten. Es fand aber kein herkömmliches Feuerwerk statt, sondern offensichtlich wurde ein Stück Geschichte nachgespielt. Ein paar „Rotröcke“, wie damals die englische Armee auf Grund ihrer Uniformen bezeichnet wurde, und 2 Siedlerfrauen hielten sich den Abend lang auf einem der Piere auf. Auf Grund der Dunkelheit konnten wir nichts mehr erkennen, sahen aber immer wieder „Mündungsfeuer“ an 3 Seiten aufblitzen, dann ließen sich Kanonenschläge hören. Segelschiffe waren ebenfalls im Spiel. Da haben wir wohl etwas verpasst.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: