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Cinque Terre

Diesem Ziel haben wir schon die ganze Tour lang entgegen gefiebert. Vom schönsten Abschnitt der italienischen Küste haben wir im Vorfeld viel im Fernsehen gesehen, von Bootsfahrten bis hin zu Wanderungen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Der Nationalpark Cinque Terre ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die Menschen haben die Berghänge terrassiert, um Zitronen, Wein oder Oliven anbauen zu können. Dafür baute man über siebentausend Kilometer Trockenmauern. Der Park ist knapp 20km lang. Vier der fünf Orte liegen in kleinen Buchten versteckt, das fünfte auf einer Felsklippe. Jahrhunderte lang, bis in die jüngste Vergangenheit, waren diese Orte nur über das Meer oder Trampelpfade zu erreichen. Seit eine Straße gebaut wurde, die die Cinque Terre-Orte miteinander verbindet, ist der Tourismus sprunghaft angestiegen.

Küste des Cinque Terre

Zuerst heißt es jedoch: schlau machen. Was für Möglichkeiten stehen zur Verfügung? Als erstes möchte ich voraus schicken, dass der Kauf einer Cinque Terre-Card unbedingt in Betracht gezogen werden sollte, wenn man mehr als einen der fünf Orte sehen möchte. Diese Karte gibt es als Tageskarte, oder als Zwei-/Dreitageskarte. Die Tageskarte kostet 16,-€. Enthalten sind dann alle Zugfahrten, Busfahrten, der Wandertrail an der Küste entlang, und wie ich gehört habe, sogar die Toilettennutzung. Wenn man bedenkt, dass pro Zugfahrt 4,-€ fällig werden, hat man die 16,-€ für die Karte schnell zusammen. Fünf Orte, fünf Zugfahrten = 20,-€. Der Wandertrail kostet alleine 7,-€. Die Cinque Terre-Card bekommt man im Cinque Terre-Office in den Bahnhöfen von Sestri Levante im Norden bis hin zu La Spezia im Süden. Die einzelnen Bahntickets muss man am normalen Ticketschalter kaufen.

auf dem Höhenweg des Cinque Terre

Mit dem Auto kann man die Straße auch fahren, außer am Wochenende, wo man sich das verkneifen sollte. Vor den Orten stehen jeweils Parkplätze (nicht annähernd genug für den Bedarf) zur Verfügung. Den Rest muss man dann laufen.

Den ersten Tag war ich alleine unterwegs. Ich fuhr mit dem Zug von La Spezia nach Monterosso, dem Badeort der Cinque Terre. Mir wurde im Touristenbüro gesagt, der Wandertrail an der Küste entlang wäre noch gesperrt. Das entsprach nicht der Wahrheit und so besaß ich kein Ticket, um den Weg zu begehen, der etwa 15km lang ist. Das ist an einem Tag zu schaffen.

Monterosso

So hatte ich nur die Möglichkeit, die Wanderstrecke oben in den Bergen zu nehmen, um wenigstens zwei der fünf Dörfer zu sehen. Der Weg führt aber bis auf 700m Höhe, und das zwei Stunden lang, mal Straße, mal Naturweg über Stock und Stein, Treppen oder „Klettersteige“. Man kommt von Monterosso über den Torre Soviore und das Santuario Nostra Signora di Reggio, mit seiner erfrischenden Quelle, irgendwann in Vernazza an.

Quellgrotte des Santuario Nostra Signora di Reggio

Der Abstieg erfolgt über mittelalterliche Wege (großer Stein, kleiner Stein, kein Stein) und Treppen. Ich war drei Stunden unterwegs und wollte keine weitere Etappe in Angriff nehmen. Nachdem ich mir Vernazza mit seinem schönen Hafen angesehen habe, stieg ich in den Zug zurück nach La Spezia. Der Zug fährt 95% der Strecke durch Tunnel. Man sieht das Meer nur an vier der Haltestellen und zusammen genommen weitere fünf Sekunden. Die Zugfahrt ist also keine Alternative zu Auto-/Busfahren oder Wandern.

Vernazza

Einen zweiten Ausflug nach Cinque Terre unternahmen wir mit dem Auto. Wir starteten frühzeitig. Die Straße ist gut befahrbar, klettert kurz vor Corniglia aber wieder auf viele hundert Meter. An fast der höchsten Stelle ist eine Parknische. Von dort aus sahen wir uns das kleine Dorf, auf einer Klippe thronend, an.

Corniglia

Dann drehten wir um, und machten im Bergdorf Volastra Halt. Hier herrscht Ruhe in den engen Gassen. Nur ein paar Wanderer des Höhenweges queren das Dorf. Zum Schluss kehrten wir zu einem Kaffee ins Bar-Hotel „Saraceno“ ein. Hier kostet der Café nur 1,-€, der Cappuccino 1,50€. Zum Cappuccino bekam ich auch noch Kakaopulver im Streuer. Meistens bekommt man einen Cappuccino ohne eine Spur von Kakao. Extra Kakaopulver ist uns noch nie passiert.

im Bergdorf Volastra

Nach Manarola fuhren wir hinunter und stellten das Auto auf dem Parkplatz ab. Es bleibt dann noch etwa ein Kilometer Fußweg bis hinunter zum Hafen. Der Ort liegt sehr idyllisch in einer kleinen Bucht mit großen Felsen rund um den Hafen, und mitten drin. Die Boote liegen alle noch in den Straßen. Sie wurden im Herbst mit Hilfe eines Krans etwa 15 Meter aus dem Wasser gehoben und zu den Liegeplätzen transportiert.

Manarola – Fußgängerzone zum Hafen

Ein Weg entlang der Küste führt um eine Felsnase herum, von der aus man bis nach Monterosso sehen kann. Ein wunderschöner Weg vorbei an gebogenen Schieferformationen, gemütlichen Bänken und mit tollen Aussichten. Während uns in Italien/Sizilien nur Kalk- und Sandstein begegneten, natürlich auch Lava, sitzt Manarola auf einem Schieferfelsen.

Felsenweg bei Manarola

Man muss nach dem Besuch Manarolas aber den ganzen Weg wieder bergauf gehen, um zum Parkplatz zu kommen. Es war inzwischen 11 Uhr und es wurde ziemlich voll.
Nun fuhren wir nach Riomaggiore weiter. Von der Straße aus bieten sich verschiedene Aussichten auf den Ort hinunter, der ebenfalls in einer Bucht liegt.
Als wir dorthin abbogen, wurde schon angezeigt, dass keine Parkplätze mehr zur Verfügung stehen. So blieb uns nur der Blick von außerhalb und wir fuhren nach La Spezia zurück.

Riomaggiore

Dabei bietet sich ebenfalls ein schöner Panoramablick über die gesamte Bucht von La Spezia. Es ist einfach eine wunderschöne Ecke. In einiger Entfernung sieht man die Grube Fantiscritti von Carrara.

Blick über La Spezia

Rückfahrt über die Schweiz

Also, in Norditalien selbst Ende März einen Stellplatz oder Campingplatz zu finden, der geöffnet und auch noch groß genug ist, ist sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir, irgendwo einen Platz zu finden, wo wir noch ein paar Nächte bleiben konnten, bevor wir zurück nach Deutschland fahren. Das funktionierte nicht und so fuhren wir über Genua, Mailand und Como (290km) in die Schweiz. Entlang der Riviera di Levante, also von Cinque Terre bis Genua war es eigentlich eine Tunnelfahrt. Von der Landschaft bekommt man dort nur wenig zu sehen.

Vor dem Grenzübertritt mussten wir uns schlau machen, was für die Maut in der Schweiz nötig ist. Für unser Womo über 3,5t brauchten wir eine Schwerverkehrsabgabe, für den kleinen Anhänger eine Vignette. Beides zusammen bekamen wir am Grenzübergang und kostete ca. 60,-€.

auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel

Auf der ersten Raststätte hinter der Schweizer Grenze übernachteten wir, kostenlos. Wie sich auf der Durchfahrt durch die Schweiz herausstellte, werden normalerweise auf den Parkplätzen der Raststätten 15,-€ für die Zeit von 19-5 Uhr fällig. Da hatten wir nochmal Glück.

Die Preise in den Läden und Tankstellen der Schweiz sind unsagbar teuer. Als wir die Preise sahen, war uns klar, dass wir uns nicht lange in der Schweiz aufhalten werden. Eine Nacht wollten wir aber doch noch irgendwo übernachten, wo es schön wäre. Genauso wenig wie schon in Italien fanden wir auch in der Schweiz nahe der Autobahn keinen Platz. Nur vorm Gotthard-Tunnel legten wir eine Pause am Parkplatz der Seilbahn ein, wo wir eigentlich eine Übernachtung geplant hatten. Das Panorama ist wunderschön, mit den schneebedeckten schroffen Gipfeln der Alpen. Ich konnte nicht umhin, wenigstens einmal durch den Schnee zu stapfen. Die Seilbahn mit zwei gegenläufigen großen Kabinen bringt die Leute hoch in die weiße Winterwelt. Es stand am Schalter kein Preis für die Seilbahnfahrt, den ich hier nennen könnte.

letzter Parkplatz vorm Gotthard-Tunnel, an der Seilbahn

Eine Käserei mit Restaurant wartet auf Gäste. Bis zum Gotthard-Tunnel scheint die Schweiz noch zu Italien zu gehören, denn die Schilder sind auf italienisch und es wird italienisch gesprochen. Die Preise in der Käserei sind doppelt so hoch, wie wir sie von Italien her gewohnt sind.

Die Kälte der Alpen, der Schnee reichte bis an die Tunneleinfahrt heran und der Raureif der Nacht lag noch auf den Bäumen, ließ uns dann doch weiterfahren.

Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist in der Vignette/Schwerverkehrsabgabe enthalten, kostet also nicht extra. Als wir nachsahen, wie wir am besten über die Alpen kommen, blieb nur der Gotthard-Tunnel. Auf der Strecke über Turin in die Schweiz liegen der Fréjus-Tunnel und der Mont Blanc-Tunnel. Beide dürfen nicht von Fahrzeugen mit Emissionsklasse 0 befahren werden. So blieb uns nur die Strecke mit dem Gotthard-Tunnel. Die Steigungen sind moderat, da war die Überquerung des Brenner wesentlich kniffliger. Der Gotthard-Pass ist bis Mitte Mai geschlossen.

derzeitige Einfahrt in den Gotthard-Tunnel von Süden

Der Gotthard-Tunnel ist mit 16,9km der viertlängste Tunnel der Welt. Die LKWs werden nur einzeln, per Ampel gesteuert, in den Tunnel gelassen. Sie müssen einen Sicherheitsabstand von 150m zueinander einhalten. Da Überholverbot im Tunnel herrscht, müssen sich die PKWs einordnen und im Tempo der LKWs mitfahren. Erst in einigen Jahren wird es möglich sein, beide Tunnelröhren und dann jeweils beide Fahrspuren zu nutzen. Nach vielen schrecklichen Unfällen im Tunnel wurde viel für die Sicherheit unternommen. Mit den großen Abständen und dem relativ geringen Verkehr zur Zeit, fühlten wir uns schon ziemlich sicher. Nach 16 Minuten kamen wir endlich wieder ans Tageslicht.

Am Vierwaldstätter See wartet ein 9,25km langer Tunnel. Es folgen dann noch viele Tunnel. Die meisten zwischen 1-3km lang, aber auch längere Tunnel. Irgendwann hat man dann einfach keine Lust mehr auf die Dinger. Schade um die schöne Bergwelt, die ständig aus dem Blickfeld verschwindet. Lange wird man von den schneebedeckten Gipfeln begleitet. Leider ist das Tal, welches sich vom Gotthard bis zum Vierwaldstätter See anschließt, von Stromtrassen verschandelt.

am Vierwaldstätter See

Irgendwann passiert man den Sempacher See, wo wir eine Pause auf dem Parkplatz einlegten, und schon bald ist man in Basel. Am Grenzübergang nach Deutschland nahmen wir die Busspur, weil wir ja kein PKW sind, und standen vor einer roten Ampel. Die Ampel wurde nicht grün und es kam auch niemand, der sich um uns kümmerte. So ging ich ins Büro und fragte, ob wir weiterfahren könnten. Als dann der deutsche Zollbeamte zu sprechen war, fragte er nur, ob wir aus der Schweiz etwas zu verzollen hätten. Ich sagte ihm, dass wir aus Italien kommen. Dann könnten wir durchfahren, Gute Fahrt. So weit wollten wir am Stück (330km) gar nicht fahren, aber was soll man machen.

Ausflug von Müllheim nach Neuenburg – Narrenbrunnen

Erst in Müllheim-Hügelheim, am Kräuterhof, fanden wir ein Plätzchen zum Stehen und Übernachten. In dem großen freundlichen Laden wird alles was mit und aus Kräutern gemacht ist verkauft. Die Preise sind in Ordnung. Beim Fleischer, nicht weit weg, konnten wir etwas gegen unseren Heißhunger für Fleischsalat, Leberwurst und Sülze tun. In Italien gibt es nur an die 50 Sorten Salami und Schinken, aber sonst nix. Das wird für Abwechslungs-Fetischisten wie uns zur Tortur. Jetzt werden wir uns erst einmal wieder mit richtigen deutschen Gerichten verwöhnen. Immer nur Pasta wird auf die Dauer auch langweilig. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, dass wir auf Sizilien sehr viele gute Gerichte probiert haben, weil dort alles sehr günstig ist.

La Spezia

Fast alle, die nach La Spezia kommen, haben ein Ziel: Cinque Terre. Aber auch die Stadt selbst ist recht sehenswert und besitzt viele schöne Details. Zum Beispiel die außergewöhnliche und moderne Kathedrale di Cristo Re mit ihrer absolut runden Form, die auf einem Arkadengang mit Geschäften und Cafés sitzt. Davor befindet sich die großzügige Piazza Europa.

Kathedrale di Cristo Re

Zwischen der Altstadt und dem Hafen dehnt sich ein palmengesäumter Park aus. Von hier aus starten im Sommer die Boote entlang der Küste der Cinque Terre. Jetzt ist es ruhig im Hafen.

Park zwischen Stadt und Hafen

Die Altstadt besteht aus ziemlich hohen Häusern. Entsprechend der Renaissance stehen sich an manchen Straßenecken zwei gleiche Häuser gegenüber. Eines davon (Grattacielo) aus dem Jahre 1927, an der Via Vittorio Veneto, heißt sogar „der Wolkenkratzer“. Ihm gegenüber steht der Regierungspalast.

Grattacielo, der Wolkenkratzer

Sehr schön sind die Jugendstilfassaden, aber auch Neoklassizismus ist zu finden. Viele Arkadengänge laden zum Bummeln darunter ein. Manche von ihnen sind mit schönen Malereien verziert. Die alten, hohen Türen aus Bronze oder Holz lassen kurz innehalten und staunen. Die meisten Häuser sind gepflegt und schön anzusehen.

toll gestalteter Arkadengang

In der Via Chiodo wurde ein kleiner Park mit Brunnen, Magnolien und Sitzgelegenheiten angelegt. Der Hingucker ist aber die Reihe Tore in dessen Mitte, die von einer Seite grellbunt und von der anderen Seite verspiegelt sind. Ein schöner Ruhepol inmitten des Stadtbetriebes.

Spiegelungen im Park an der Via Chiodo

An der Piazza Cavour hat die Markthalle ihren Platz. Die aufwändige Überdachung scheint recht modern. Obst, Gemüse, Käse, Fleisch und Fisch werden hier manchmal lautstark gehandelt.

Markthalle an der Piazza Cavour

Wenn man die Hauptgeschäftsstraßen entlang geht und ab und zu Richtung angrenzenden Berg guckt, dann sieht man die Treppenkonstruktionen, die die Unterstadt mit der Oberstadt verbinden. Dort ist auch das Castello zu finden.

Treppe in die Oberstadt

In der Nähe der Piazza Garibaldi beginnt ein Tunnel, der unter der Oberstadt hindurch verläuft und in der Nähe der Kathedrale wieder heraus kommt. Ein moderner Brunnen mit Marmorskulptur setzt einen tollen Kontrast zu den älteren Gebäuden am Platz. 1943 wurden große Teile von La Spezia durch Luftangriffe zerstört, so dass die meisten Bauten nicht wirklich alt sind.

Brunnen auf der Piazza Garibaldi

La Spezia hat also jede Menge zu bieten, aber die Altstadt besteht fast nur aus Einbahnstraßen. Das heißt, man fährt viele Umwege mit dem Auto und die Busse fahren fast nie wieder dort ab, wo sie angekommen sind. Eine Busfahrt kostet 1,50€, wenn man die Karten im Tabacchi-Shop kauft, 2,50€ im Bus selbst.

Im 18. Jahrhundert wurde der Hafen unter Napoleon zum Militärhafen ausgebaut, der eine große Bedeutung erlangte, die bis in die Gegenwart anhält. Das Arsenale Militare Marittimo hat heute seinen Sitz am Ufer des Kanals an der Via Giovanni Amendola. Dort befindet sich auch das Militär-Museum für Marinetechnik. Im Museum ist ein ganzer Raum den Marine-Kleinkampfmitteln gewidmet (Torpedoreiter, Sprengboote), die in La Spezia entwickelt und eingesetzt wurden.

links Arsenale Militare Marittimo, rechts Via Giovanni Amendola

Einen schönen Bummel kann man auch durch die Marina Porto Mirabello haben, die man über die Hängebrücke Ponte Thaon di Revel für Fußgänger erreicht. Hier liegen kleine und große Yachten. Bei unserem Besuch lag die königliche Segelyacht aus Marokko am Kai, ein riesiges Schiff mit noch größeren Masten. Wahnsinn. Von der Marina aus sieht man auch das Castello von La Spezia.

Marina Porto Mirabello

Unser Wohnmobil steht auf dem Stellplatz am Pagliari-Bassin, für 6,-€ ohne Strom. Mit Strom kostet der Platz 12,-€. Von hier aus sind es mehr als 5km ins Stadtzentrum.

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