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Erfoud – Tinerhir – Quarzazate

Saadier-Zisternen

Auf dem Weg zwischen Erfoud und Quarzazate sind manchmal merkwürdige Erhebungen in der Landschaft zu finden, mal mehr, mal weniger viele. Bei näherer Betrachtung befinden sich in der Mitte der Erhebungen schmale, tiefe Löcher. Dies sind ehemalige Zisternen aus der Saadierzeit. Sie stammen also aus dem 16.-17. Jahrhundert und wurden noch lange instandgehalten. In Zeiten, als es mehr Wasser in der Wüste gab, wurde das Regenwasser mit Hilfe solcher Zisternen aufgefangen. Heute sind sie ausgetrocknet und verfallen.

Berberzelt

Es scheint jedoch immer noch im Untergrund Wasser zu geben, denn gerade an solchen Stellen wurden mehr Brunnen als anderswo gebohrt. Deshalb halten sich nomadisierende Berberfamilien in ihren Zelten in der Nähe der Zisternen auf. Man findet diese Familien aber auch überall sonst in Südmarokko, solange sie dort Wasser finden. Sie leben zumeist von ihren Ziegen oder Kamelen, die sie bei Bedarf verkaufen. Viel brauchen die Nomaden nicht zum Leben.

Tinerhir

In Tinerhir legten wir eine Pause ein, um uns auf dem Markt mit Proviant zu versorgen, welcher später für ein Picknick dienen soll. Der Markt gruppiert sich um einen kleinen Häuserblock im Zentrum der Stadt und bietet alles, was man zum Leben braucht. Die Stadt selbst scheint recht schön zu sein. Mehrgeschossige Häuser im Berberstil, die Fassaden besitzen den typischen roten oder braunen Ton der marokkanischen Erde, dominieren das Stadtbild.

In Tinerhir bog der Bus für einen Abstecher nach Norden ab, immer am Qued Todra entlang. Zuerst ist das Tal eine weite Flussoase, aber mit jedem Kilometer weiter nach Norden verengt sich das Tal. Oberhalb des Ortes Ait Snan hat man einen tollen Blick über die südlichen Ausläufer des Hohen Atlas, die Flussoase und den Ort.

Flussoase Qued Todra

Qued Todra

Immer weiter schlängelt sich die Straße durch das Qued Todra, stetig an Höhe gewinnend. Einige Kilometer weiter setzte uns der Bus vor dem Eingang zur Todra-Schlucht ab. Die Felswände steigen senkrecht 300m in die Höhe, die Talsohle liegt auf ca. 1400m über dem Meer. Vor dem Eingang in die Schlucht laden Cafés und kleine Restaurants zur Einkehr ein. Wir packten unseren Proviant vom Markt in Tinerhir aus und suchten uns ein Plätzchen am klaren Wasser des Flüsschens. Ein wenig Brot, Käse, gebratene Würstchen und eine Orange, nichts aufregendes, aber in dieser supertollen Landschaft schmeckte es wie das Mahl eines Kaisers.

Todra-Schlucht

Nach der Stärkung starteten wir unseren Spaziergang ein Stück weit in die enge Schlucht hinein. Die Felswände stehen so eng, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden erreicht. Die allgegenwärtigen Straßenverkäufer stürzen sich auf jeden, der in die Schlucht kommt, aber ein paar hundert Meter weiter kann man sich ganz auf die Schönheit der Todra-Schlucht konzentrieren. Es ist ein unglaublich schönes Stück Land in Marokko. In einer Biegung schmiegt sich ein Hotel an die Felswand, im Winter ist es geschlossen. Ganz weit oben sind hier und dort Kletterer zu beobachten, für die das hier ein Paradies ist. Uns blieb genügend Zeit, das alles zu genießen und den Aufenthalt mit einem Minztee zu beschließen.

Hoher Atlas

Nun ging die Fahrt nach Quarzazate weiter, fast immer mit dem Blick zu den verschneiten Gipfeln des Hohen Atlas. Der Himmel war endlich wolkenlos und blau. Bei Boumalne Dadès trafen wir auf das Qued Dades, dem wir mehr oder weniger nah bis nach Quarzazate folgten. Kurz vor der Stadt breitet sich linker Hand eine große Talsperre aus, die vor allem das Wasser des Dades speichert.

kunstvolle Schilfdecke

Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Vieles ist nur Schein statt Sein, aus Pappmaschee statt Stein. Zuerst besichtigten wir die Kasbah de Taourirt, am östlichen Stadtrand. Sie ist kein Schein, sondern eine der eindrucksvollsten Kasbahs, die zu besichtigen sind. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist bis heute bewohnt. Ein Teil der Wohnburg kann besichtigt werden. Endlich durften wir uns solch eine Kasbah von innen ansehen. Von den allermeisten Lehm-Kasbahs sind heute nur noch Ruinen übrig und wir haben uns schon gefragt, wie es dort drinnen ausgesehen haben mag. Nun hatten wir die Gelegenheit, einen Blick in das Innere einer Kasbah zu werfen.

Blick aus dem Fenster

Die Räume sind klein, die Fenster auch, schmale Treppen und noch schmalere Gänge führen durch das Haus, gezielt gesetzte Löcher im Mauerwerk übernehmen die Funktion der Klimaanlage. Die Wände sind aus Lehm, die tragenden Deckenbalken bestehen aus Zedernstämmen, verstärkt mit Olivenholz, kunstvoll verlegtes Schilfrohr bildet den Unterbau für die Fußböden. Eigentlich ist solch eine Kasbah eher ein mehrstöckiges Labyrinth aus Räumen. Repräsentative Räume wie Wohn- oder Empfangsräume sind prächtig mit bunten Fliesen, Stuck und buntbemalten Zedernholzdecken ausgeschmückt. Der Besuch der Kasbah de Taourirt war sehr interessant.

Hotel „Farah al Janoub“

Am Abend bezogen wir unsere Zimmer im Hotel „Farah al Janoub“. Von außen ist dieses Hotel ziemlich hübsch, aber innen ist die Zeit wohl seit dreißig Jahren stehen geblieben, dazu funktionierte fast nichts. Sowohl das Hotel als auch der Service lassen sehr zu wünschen übrig, was sich auch in den vernichtenden Kritiken unserer Bewertungen der Rundreise niederschlug.
Nach dem Abendessen schlenderten wir noch eine Weile durch die nähere Umgebung. Es war die letzte Nacht unserer Rundreise, bevor es morgen zurück nach Marrakesch geht.

Atlas Corporation Studios

Quarzazate war eine alte Karawanenstadt. Viele Karawanen machten hier Zwischenstation auf dem Weg nach Tombouctou, bei uns besser bekannt als Timbuktu, im heutigen Staat Mali. 52 Tage brauchten die Kamele, um den Weg dorthin zu bewältigen. Heute ist Quarzazate eine Filmstadt. Mehrere Filmsets sind rund um die Stadt verteilt. Filme wie „Gladiator“, „Das Jesus-Video“ oder „Der Medicus“ wurden hier gedreht. Die Atlas Corporation Studios, kurz Atlas Studios, sind am nordwestlichen Rand von Quarzazate zu finden. Zwei große Filmklappen kennzeichnen die Einfahrt, den etwas entfernt liegenden Eingang in der umschließenden Mauer zieren mehrere Pharaonen-Statuen aus Pappmaschee.

Kasbah Ben-Haddou

30 Kilometer in Richtung Marrakesch befindet sich die Kasbah Ben-Haddou. Niemand weiß, seit wann es diese Kasbah gibt. Sie ist zwar immer noch teilweise bewohnt, aber eigentlich dient sie nur noch als berühmte Filmkulisse. Nur deshalb werden die Lehmbauten immer wieder instandgehalten. Seit 1962 wurden Filme wie „Lawrence von Arabien“, „Jesus von Nazareth“ oder „Die Jagd nach dem Juwel vom Nil“ in den Mauern gedreht. Nachdem Touristenströme den Verfall der Lehmstadt immer mehr beschleunigten, ist eine Besichtigung heute nicht mehr möglich. Man kann die Kasbah Ben-Haddou nur noch aus der Entfernung betrachten.

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Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Schnee in Marokko

Nach dem Besuch der Königsstädte Marokkos hatten wir die Kultur hinter uns gelassen. Nun wird die Aufmerksamkeit auf der Natur Marokkos liegen und es geht in den wärmeren Süden. Wir verließen Fes und fuhren nach Ifrane. Der Ort liegt im Mittleren Atlas. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Steineichen- und Zedernwälder. Die Straße schlängelt sich immer höher die Berge hinauf und je höher wir kamen, umso weißer wurde es. Seit drei Tagen schneite es in Marokkos Gebirgen. Ifrane liegt 1650m hoch und ist das Wintersportgebiet des Landes. Bei unserem Besuch lag aber nicht nur ca. 15cm hoher Schnee, sondern es regnete auch noch dazu. Wir bekamen also wieder einmal Wasser von oben und von unten.

Ifrane

Ifrane, auch Universitätsstadt oder Sommerfrische für die Einheimischen, lockt jedoch nicht nur mit seiner Landschaft, sondern auch mit seiner Architektur. Man glaubt seinen Augen nicht zu trauen oder irgendwie nach Europa gebeamt worden zu sein. Die Häuser sind im europäischen Baustil mit Satteldächern erbaut. Das kommt daher, dass die Franzosen Anfang des 20. Jahrhunderts Ifrane als Garnisonsstadt ausbauten und der Stadt damit den Stempel aufdrückten. Bis heute wird der Baustil in Ifrane und Umgebung beibehalten.
In Ifrane erinnert ein Löwen-Denkmal an den Abschuss des letzten freilebenden Berberlöwen im marokkanischen Atlasgebirge im Jahre 1920.

Hotel Kasbah Asmaa

Nach einer Teepause ging die Fahrt über Azrou und Rimahdite nach Midelt weiter, wo eine Mittagspause eingelegt wurde. Direkt an der Hauptstraße befindet sich das „Hotel Kasbah Asmaa“. Bisher hatten wir immer marokkanisch gegessen. Hier probierten wir die Atlasforelle, die in Alufolie gegart und mit verschiedenen Beilagen serviert wird. Es war ein gutes Essen.
Die Stadt Midelt liegt inmitten einer Steinwüste, in der Unmengen Mineralien, versteinerte Meerestiere und sogar Meteoriten gefunden und verkauft werden.

südlich des Hohen Atlas

Um das Tagesziel Erfoud zu erreichen, musste sich der Bus über ein weiteres Gebirge, den Hohen Atlas quälen. Obwohl der Hohe Atlas höhere Berge besitzt als der Mittlere Atlas, lag in dem Teil des Gebirges keine Schnee. Zu unserer Freude riss jetzt, nach drei Tagen, auch die Wolkendecke auf und der Himmel wurde blau. Die Sonne strahlte endlich vom Himmel. Bisher hatten wir uns gefragt, wofür wir nach Marokko gekommen waren. Des Wetters wegen hätten wir genauso gut zu Hause bleiben können.

Qued Ziz

Dreimal Berg hoch, dreimal Berg runter, dann hatten wir den Hohen Atlas überquert und es schloss sich eine weite und flache Steinwüste an, in der einzelne Berber-Siedlungen verstreut liegen. Der schönste Teil dieses Streckenabschnitts führt immer am Qued Ziz entlang. Der Fluss Ziz schlängelt sich in einem romantischen Tal durch die Landschaft. Bunte Felsformationen, Dattelpalmen und Dörfer wechseln sich ab. Hin und wieder sieht man pastellfarben angemalte Gebäude und Mauern. Wie sich herausstellte sind dies Schulen. Die zarten Farben erfreuen die Augen und bilden einen schönen Kontrast zu den einheitlichen Erdfarben, in denen alles andere erscheint.
An verschiedenen Stellen des Qued Ziz hielten wir, um die Schönheit des Canyons zu bewundern.

Beispiel für die Berbersprache

Immer öfter tritt die Schrift der Berber in Erscheinung. Das Erscheinungsbild der „Berberschift“ Tifinagh ähnelt dem der griechischen Schrift. Allerdings taugt die Schrift nicht für lange Texte, sondern wird eigentlich nur für Namen und kurze Mitteilungen genutzt. Die Hauptschrift der Berber ist das Arabisch, daneben wird das Französisch verwendet. Die meisten Schilder an öffentlichen Einrichtungen sind also dreisprachig.

Kurz vor Erfoud liegt eine Wanderdüne mitten in der Steinwüste. Nach Angabe unseres Reiseführers existiert sie erst seit 8 Jahren und wächst seitdem.

Hotel Club Palms

Erfoud ist eine große Oase und als „Dattelstadt“ bekannt. Eine Besichtigung der Stadt stand nicht auf dem Plan. Wir übernachteten im weit vor der Stadt befindlichen Hotel Club Palms.

Es bestand hier die Möglichkeit eines Ausfluges zu den Sanddünen und dem Berberdorf von Merzouga, inkl. Kamelritt in den Sonnenuntergang. Normalerweise soll der Trip in den Sonnenuntergang gehen, aber zu dieser Jahreszeit kommt der Sonnenuntergang zu früh. Deshalb startet dieser Ausflug früh morgens um 4 Uhr, aber niemand wollte innerhalb dieser anstrengenden Rundreise so früh aufstehen. Wir mussten ohnehin schon jeden Tag zwischen 6 und 7 Uhr aus den Betten. Einen Kamelritt in den Sonnenuntergang durften wir vor Jahren schon einmal in Tunesien erleben, einen Ausflug in die roten Sanddünen Südmarokkos machten wir bei unserem ersten Besuch des Landes. Es war also kein großer Verlust für uns, diesen Ausflug nicht gemacht zu haben.

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Die Ursprünge der Stadt Casablanca gehen zwar auf das 8. Jahrhundert zurück, aber Altes hat Casablanca nicht zu bieten. Ein schweres Erdbeben, das sogenannte „Erdbeben von Lissabon“, zerstörte 1755 die Stadt, die bis dahin schon eine wechselvolle Geschichte hatte. Der Name Casablanca stammt von den Spaniern, die sich hier im 19. Jahrhundert niederließen. Es heißt übersetzt „Weißes Haus“ und der Name ist auch heute noch Programm. Über drei Millionen Einwohner zählt die Stadt.

Hassan-II.-Moschee

Wir besichtigten hier nur die Hassan-II.-Moschee, die sich direkt am Ufer der Casablanca Bucht erhebt. Sie wurde erst 1993 fertiggestellt und ist die fünftgrößte Moschee der Welt. Das Minarett ist gewaltige 210m hoch und damit das höchste der Welt. Ein Teil des Gebetsraum-Daches lässt sich bei Bedarf öffnen, indem die beiden Dachhälften nach den Seiten verschoben werden können. Die reich verzierten gewaltigen Tore des Hauptbaus sowie der Bogengang vor dem Haupteingang lassen uns Menschen ziemlich klein aussehen.
Zu dem großzügigen Komplex gehören auch ein Museum und eine Bibliothek.

Strandpromenade Casablanca

Nach der Besichtigung legten wir eine Teepause an der Promenade ein. Während die meisten Reisegäste zu einem Tee einkehrten, spazierten wir ein Stück die Promenade entlang. An den Strand gelangt man nur durch eines der vielen Lokale, kein freier Durchgang. In der Mitte liegt eine Art öffentliche Badeanstalt mit mehreren Pools. Es ist nicht unsere Vorstellung einer Strandpromenade. Am rechten Rand der Bucht ist der Leuchtturm durch die gischterfüllte Luft auszumachen.
Übernachtet haben wir im Le Zenith Hotel & Spa Casablanca. Da der Tag lang und anstrengend war, verließen wir das Hotel nicht, um uns ein wenig in der Umgebung umzusehen. Wie es aussah, gibt es da auch nicht wirklich viel zu erleben.

Königspalast Rabat

Am nächsten Morgen ging es schon weiter, nach Rabat. Rabat ist die heutige Königsstadt und Hauptstadt Marokkos. Zuerst fuhren wir zum Königspalast, der Teil eines riesigen umzäunten Parkgeländes ist, zu dem auch diverse Ministerien gehören. Um Pfützen hüpfend und über einen Wasserfilm laufend erreichten wir vom etwas entfernten Parkplatz den Königspalast. Man darf nicht allzu nah heran. So schossen wir nur ein paar Bilder von Gebäude und von den Wachen. Drei verschiedene Einheiten schieben zusammen Wache vor den Toren: die Polizei, die Armee und die Palastwache. Am äußeren Zaun entlang steht alle um die 75m ein Posten. Das ist nicht nur hier so, sondern um jeden Königspalast in Marokko, und davon gibt es viele, ob der König oder seine Familie sich nun in einem der Paläste aufhält oder nicht. Geld hat der derzeitige König Mohammed VI. ja genug, um das alles zu unterhalten. Mohammed VI. gibt jedoch sein Geld nicht nur für sich aus, sondern investiert intensiv in sein Land und seine Menschen. Es existiert kaum ein Bereich, den er nicht fördert, angefangen von der Bildung über Sozialwohnungen bis hin zur Wasserwirtschaft. Früh erkannte er das Dilemma mit dem knapper werdenden Wasser. Inzwischen halten 132 Talsperren quer durch´s Land das Regen- und Schmelzwasser aus den Bergen zurück, und es werden immer noch mehr. Der König ist bei seinem Volk so beliebt, dass er als einziger Herrscher den arabischen Frühling ziemlich unbeschadet überstand. Das hatte uns damals schon stutzig gemacht, jetzt wissen wir, warum das so ist. Ich bin schon wieder abgeschweift.

Mausoleum Mohammend V.

Sehenswert ist auch das Mausoleum von Mohammed V., dem Großvater des heutigen Königs. Unter der Herrschaft Mohammed V. erreichte Marokko die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien. Er starb 1961 in Rabat und fand in dem von seinem Sohn Hassan II. in Auftrag gegebenen Mausoleum seine letzte Ruhe. Inzwischen sind auch Hassan II. und sein Bruder neben ihrem Vater bestattet. Das Mausoleum ist ein Prachtbau aus weißem Marmor, mit vier Toren auf vier Seiten, reich verziert. Vor jedem Tor steht eine Wache in traditioneller weißer Kleidung. Das Innere ist noch viel prächtiger gestaltet, mit Stuck an den Wänden, Zedernholzdecke mit kleinen Fenstern, durch die ein wenig Tageslicht fällt, messingbeschlagenen großen Türen, und noch mehr Marmor. Auf einer umlaufenden Galerie kann man das Innere des Mausoleums auf sich wirken lassen.

Hassanturm

Direkt vor der großen Freitreppe sollte Ende des 12. Jahrhunderts eine Große Moschee entstehen. Als der damalige Herrscher und Auftraggeber starb, wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die Moschee wurde nie fertig. Der Hassanturm ist nur halb so hoch, wie er einst werden sollte. Mit der Zeit verfiel die Moschee. Nur ein paar Ruinen und rekonstruierte Säulenstümpfe zeugen noch von dem Vorhaben.

Kasbah des Oudaia

Unbedingt besuchen sollte man die Kasbah des Oudaia in Rabat. Hoch oben, direkt auf der Spitze zwischen Hafen und Flussmündung stehen die mächtigen Mauern einer verborgenen Altstadt. Die Kasbah wurde im 12. Jahrhundert als Wehrfestung angefangen, später um Wohnhäuser, Palast und andalusischen Garten erweitert. Heute ist sie ein Ensemble, in dem man sich der realen Welt entrückt fühlt. Eindrucksvoll sind die weißen Häuser mit ihren blauen Akzenten. Vor allem im Winter hat man gute Chancen, in Ruhe durch die engen Gassen zu schlendern. Manche Wege sind steil und mit Stufen durchsetzt. Liebevoll gestaltete Ecken laden zum Verweilen und Staunen ein.

Blick nach Salé

Am Flussufer kann man in Ruhe einen Kaffee oder Tee genießen und sich frisches Gebäck schmecken lassen. Von der Terrasse aus schweift der Blick an der Kasbahmauer entlang zum Hafen. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt Salé, die zusammen mit Rabat eine Zwillingsstadt bildet. Die Kasbah des Oudaia hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Nun setzten wir die Rundfahrt nach Meknes fort. Die Aussprache Meknes geht auf die Franzosen zurück. Die Araber nennen die Stadt Maknas. Wie wir erfuhren, werden fast alle „e“ im arabischen als „a“ gesprochen, wie zum Beispiel al (el), Fas (Fes), Arfoud (Erfoud) usw. Ich bleibe jedoch beim „e“, da die Ortsnamen auf den Karten alle französisch geschrieben stehen. Man möge mir verzeihen, ich möchte keine Verwirrung stiften.

Bab el-Khemis

Während wir mit dem Regen in Marrakesch und Casablanca noch etwas Glück hatten, kam er während unserer Rabat-Meknes-Fes-Tour den ganzen Tag in Strippen herunter. Dazu war es unangenehm kalt und windig. Regen bedeutet in Marokko eine ziemliche Sauerei, da viele Straßen und Wege kaum richtig befestigt sind. In den Löchern sammelt sich das Wasser, so dass wir von oben und von unten nass wurden. Dazu kam, dass es weder im Reisebus noch in den Hotels, die wir besuchten, wirklich warm wurde. Die Straßenverkäufer stellten im Handumdrehen von Sonnenbrillen auf Regenschirme um, die meisten schön kariert. Das nur am Rande.
Das erste Ziel in Meknes war ein kurzer Fotostopp beim Bab el-Khemis. Das große Tor wurde im 17. Jahrhundert erbaut und führte in das Judenviertel.

Bassin Souani

Als nächstes hielten wir am Bassin Souani, einem riesigen Wasserbecken. Es sollte Teil der neuen Palaststadt sein, denn im 17. Jahrhundert verlegte der damalige Herrscher den Königssitz von Fes nach Meknes. Die Palaststadt wurde jedoch nie vollendet. Übrig blieben das Wasserbecken und die Ruinen von Vorratsbauten sowie der ehemaligen königlichen Pferdeställe.

Bab al Mansour

Im Zuge der Entstehung der neuen Palaststadt Meknes entstand das Bab al Mansour. Es ist das beeindruckendste Tor der Stadt und das schönste Tor Marokkos. Es sollte den Übergang zwischen der alten Medina und der neuen Palaststadt durch die Stadtmauer ermöglichen.

Fleischer im Souk

Gegenüber des Tores liegt der Place Lahdim, in dessen linker Flanke sich die Zugänge zum Souk befinden. Der Souk ist nicht groß, dafür sehr überraschend. Neben dem wirklich tollen Angebot konnten wir einen Fleischer beobachten, der sich gerade an Rinderköpfen zu schaffen machte. Ich möchte hier aber nicht weiter ins Detail gehen, um nicht zart besaiteten Lesern den Appetit zu verderben. Schafs- und Ziegenköpfe werden gleich im Ganzen angeboten. Hätte ich mir das Treiben des Fleischers noch länger angesehen, hätte wahrscheinlich auch mein Magen rebelliert.

Das letzte Ziel des Tages war Fes, wo wir im Hotel „Golden Tulip“ abgesetzt wurden. Da es noch immer regnete und wir vollkommen durchgeweicht und frierend dort ankamen, beließen wir es für diesen Abend beim Abendessen, ohne noch einmal vor die Türe zu gehen. Wir werden sicher morgen Abend noch einmal die Möglichkeit dafür haben, denn wir bleiben zwei Nächte in Fes.

Große Marokko-Rundreise

Vor fast genau sieben Jahren führte uns der Zufall nach Agadir und wir hatten eine schöne Zeit dort. Viele Wohnmobilisten verbringen inzwischen den Winter in Marokko und bei uns reifte der Entschluss, irgendwann noch einmal in dieses Land zu reisen. Mit dem Womo kamen wir noch nicht dorthin, deshalb buchten wir jetzt eine 14tägige Flugreise über sonnenklar.tv. Wir verreisten schon mehrmals über diesen Anbieter. Sie haben sehr gute Angebote und bisher waren wir immer sehr zufrieden. Da wir den Norden Marokkos noch nicht kannten, entschieden wir uns für die „5-Königsstädte-Rundreise“ plus eine Woche Strandurlaub.

Als wir in Marokko ankamen und es zur Verteilung der Rundfahrtgäste auf die Busse kam, erfuhren wir, dass wir für die „Große Marokko-Rundreise“ umgebucht worden waren. Noch konnten wir es nicht ganz glauben, aber es stimmte. Die Rundfahrt startete in Marrakesch. Wir hatten großes Glück mit dieser Rundreise. Wir bekamen nicht nur die Königsstädte Marokkos zu sehen, sondern lernten auch einige Gebiete südlich des Hohen Atlas kennen. Wir waren nicht böse darüber. Zudem waren wir eine kleine Gruppe von 21 Personen. Normalerweise ist der Bus voll. Dann sind es über vierzig Gäste. Vor allem in den Medinas zahlte sich die kleine Gruppe aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das ganze mit vierzig Mann abgelaufen wäre. Mit dem Reiseleiter und der Organisation hatten wir ebenfalls großes Glück. Sehr angenehm war es, dass wir zu nichts gedrängt wurden. Wir blieben frei in unseren Entscheidungen, was die Verkaufsveranstaltungen anging. Niemand nahm es übel, wenn wir nichts kauften. Da haben wir schon durchaus andere Erfahrungen gemacht. Es war also eine sehr schöne Rundreise, von den ersten drei Tagen Regen und Kälte abgesehen. Niemand der Einheimischen konnte sich daran erinnern, Schnee in der Sandwüste Marokkos gesehen zu haben. Einer der Reiseleiter zeigte uns ein Foto von einer seiner Touren: Schnee auf dem roten Sand der Wüste, halb Sand und halb Schnee. Wahnsinn.

Da der ganze Bericht viel zu lang für einen Beitrag ist, habe ich ihn in die einzelnen Etappen aufgegliedert:

Marrakesch

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Fes

Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Erfoud – Tineghir – Quarzazate

Quarzazate – Marrakesch

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