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Fahrt nach Spanien

Fahrt durch´s Zentralmassiv

Fahrt durch´s Zentralmassiv

250 km auf französischem Gebiet fuhren wir auf einen Parkplatz, um Kaffeepause zu machen. Als wir weiterfahren wollten, meldete die Motorelektronik einen Fehler. Das Motorhome wollte nicht mehr starten. Alle Versuche blieben ergebnislos. Na prima, das jetzt auch noch. Hätte das nicht noch in Deutschland passieren können? Dort statteten wir noch einen kurzen Besuch der Firma ICF US Motorhomes ab. Nur die können uns nun helfen. Ein Anruf dort, Überprüfung einiger Bauteile sowie etwas Starterspray und siehe da, der Motor erweckte wieder zum Leben. Gott sei Dank, uns fiel ein Stein vom Herzen.

Bergdorf im Zentralmassiv

Bergdorf im Zentralmassiv

Über Mulhouse fuhren wir zwangsläufig auf der Autobahn nach Besancon. Die Maut für die paar Kilometer kostete uns gut 42,- €. Das kann nicht so weitergehen. Also schwenkten wir auf die Landstraße um, quer nach Westen bis zur Autobahn 71. Bis zum Anschluss an die A75 kostete die noch einmal 14,40 € Maut. Die A75 ist dann mautfrei. Dafür führt sie über das Zentralmassiv. Mehrere Spitzenhöhen um die 1110 m über Null sind dabei zu überwinden. Das heißt, Kilometer weit nur bergauf und kilometerweit wieder runter. Bloß gut, dass gerade Feiertag war, so dass wir uns nicht auch noch um die LKWs kümmern mussten. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft mit Bergen, dem Vulkangebiet der Auvergne und Tälern. Mal ist der Blick von Bergen eingezwängt, mal kann er sehr weit schweifen.

Garabit-Viadukt bei Nacht

Garabit-Viadukt bei Nacht

Südlich von St. Flour übernachteten wir auf dem Parkplatz am Garabit-Viadukt, der vom berühmten Gustav Eiffel konstruiert wurde. Es ist eine 564 m lange Fachwerkkonstruktion aus Stahl, mit 5 Bögen. 400 Männer bauten vier Jahre lang an der Brücke, von 1880 bis 1884, eine Meisterleistung. Im Besucherzentrum am Parkplatz sind Bilder und Dokumentationen vom Bau der Brücke ausgestellt. Nachts ist die Brücke beleuchtet.

Millau-Viadukt

Millau-Viadukt

Der Viadukt von Millau, dessen Bau wir vor Jahren im Fernsehen verfolgten, liegt auf dem Weg weiter nach Süden. Die Autobahn A75 ist zwar mautfrei, dafür schlägt die Maut für unser Motorhome mit 34,80 € zu buche. Lange überlegten wir, wie wir es anstellen sollen. Über die Brücke fahren und Maut bezahlen, oder nach Millau ins Tal fahren und auf der anderen Seite wieder hochkraxeln? Dann kam uns die richtige Idee: auf einen Parkplatz fahren und mit dem Smart nach Millau hinunterfahren, sowie von dort aus die Brücke gucken. Später mit dem Motorhome über die Brücke fahren, wenn es sein müsste. Gesagt, getan. Der Parkplatz kurz hinter der Ausfahrt 44.1 ist ein prima Ausgangspunkt.
Der erste Weg im Tal der Tarn führte natürlich zum Millau-Viadukt, der gleich mit zwei Superlativen aufwarten kann. Es ist die längste Schrägseilbrücke der Welt (2460m), zudem ist sie im Moment die höchste Brücke der Welt. Die Fahrbahn liegt 270m über dem Fluss, der höchste Pylon misst 343 m. 55 Arbeiter bauten 3 Jahre lang jeden Tag an dem Bauwerk. 2004 wurde sie fertiggestellt und soll ihren Betrieb 75 Jahre lang aufrechterhalten. Unter der Brücke befindet sich ein Besucherzentrum, in dem man sich über den Millau-Viadukt informieren kann. Gleichzeitig kann man die Höhe der Brücke dort unten auf sich wirken lassen. Wenn ein Auto über die Brücke fährt, hört sich das an, als flöge ein Flugzeug am Himmel, Wahnsinn. Die Grundfläche des höchsten Pylons ist so groß wie ein Tennisfeld.

Millau-Viadukt von oben

Millau-Viadukt von oben

An der Ausfahrt 45, kurz vor der Mautstelle, führt eine Straße zu einem Aussichtspunkt, von dem aus einem die Brücke und das Tal zu Füßen liegen. Wenn man jedoch sowieso Maut bezahlt, dann erreicht man den Aussichtspunkt auch kurz vor der Brücke von der Autobahn aus. Es ist dann nur noch ein kurzer Fußweg. Von dort oben ist der Viadukt ein wahres Kunstwerk.

Einkaufsstraße in Millau

Einkaufsstraße in Millau

Millau selbst liegt in einem schönen Tal, welches von schroffen Kalksteinfelsen umrahmt ist. In den engen Gassen der Altstadt kommt man sich ins Mittelalter zurückversetzt vor, vor allem in den ruhigen Gassen. Im Stadtpark und an der Tarn kann man gut bummeln.

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Immer weiter geht es durch das Zentralmassiv, welches aus Kalkstein und Vulkanspots besteht, von 500m bis auf über 1000m, abermals kilometerweit hoch und kilometerweit runter. Hier kommen das Volvic-Mineralwasser und der Roquefort-Käse her. Das Gebirge ist sehr wohl einen längeren Besuch wert, um es wenigstens teilweise zu erkunden und zu erleben.
Der allerschönste Abschnitt ist jedoch dort, wo man das Zentralmassiv verlässt. Dort muss man ein Gefälle von 7,5% auf 7,5 km bewältigen. Die Autobahn, anscheinend im Zug der Erstellung des Millau-Viadukts gebaut, führt hier an hohen Felswänden entlang, an die sich tiefe Schluchten anschließen. Mediterrane Bergdörfer, Weinberge und Olivenbäume zeigen an, dass das Mittelmeer nicht mehr weit ist. Der Rest des Weges ist flach.

Flamingos

Flamingos

An der Küste bei Agde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Campingplätze inzwischen geschlossen sind. So fuhren wir einen Stellplatz in Peyriac-de-Mer bei Narbonne an. Um den zu erreichen, ohne Navi kaum zu schaffen, muss man sich durch die sehr engen Gassen und 90°-Kurven zwängen, inkl. Gegenverkehr. Der Platz selbst ist groß genug, direkt am Rugby-Platz. Es ist ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend um den Ort und die alten Salinenfelder zu unternehmen. Sie sind nicht mehr in Betrieb, sondern ein Naturschutzgebiet, in dem sich unter anderen Vogelarten auch Pelikane und Flamingos tummeln. Alles, die Wasserflächen, die Kalksteinfelsen und die Vegetation, erinnert uns hier an Kroatien und die Kornaten dort.

Nun mussten wir doch endlich einen Campingplatz anfahren. Der nächste Platz, der ganzjährig geöffnet hat, ist „Le Florida“ in Elne, südlich von Perpignan. Mit der ACSI-Card kostet der Platz nur 17,-€ inkl. allem. Die Stellplätze sind sehr groß und durch Hecken zum Nachbarn abgetrennt. Der Pool ist allerdings jetzt geschlossen. Hier werden wir eine Weile bleiben und noch verschiedene Dinge erledigen, für die in Deutschland durch das Wetter nun keine Zeit mehr blieb.
Die Landschaft hier im äußersten Süden Frankreichs gleicht der Wüstenlandschaft in Arizona: trockene Erde, vertrocknetes Gras und trockenes Gebüsch. Es muss jedoch kurz vor unserer Ankunft einen sehr kräftigen Guss gegeben haben, denn vielerorts stehen noch große Pfützen.
Die Winterstiefel und langen Klamotten haben wir inzwischen gegen Schlappen und kurze Sachen ausgetauscht.

 

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Tourkarte Spanien/Portugal

Fünf Monate hatten wir Gelegenheit, auf einer Rundfahrt die Küsten Spaniens und Portugals zu entdecken. Da nicht immer alles so funktionierte, wie wir uns das vorgestellt hatten, wurde zuletzt die Zeit zu knapp, auch noch in den Nordwesten Spaniens zu fahren. Das ist sehr schade, dafür kamen wir in den Genuss, etwas vom Landesinneren Nordspaniens zu sehen. Diese Gegend ist überraschend anders und mindestens genauso schön, wie dass, was wir bis dahin erlebt hatten.
Auf der Tourkarte Spanien/Portugal könnt Ihr nun unsere Rundreise besser nachvollziehen.

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Wolin (Wollin)

Endlich auf Tour. Erste Station: Wolin (deutsch: Wollin). Die Anfänge der slawischen Stadt liegen im 8. Jahrhundert. Nur zwei Jahrhunderte später war Wollin schon die größte und bedeutendste Handelsstadt Nordeuropas. Der Hafen war der größte, den je jemand gesehen hatte, 300m lang. Viele Stämme, bis hin zu den Griechen, hatten Wohnrecht erhalten. Bis ins 11. Jahrhundert hinein behielt Wollin seine Bedeutung. Erst mit der Ankunft der Wikinger, ihren Überfällen und Plünderungen, begann der Untergang der Stadt.

Haithabu Wolin

Im 2. Weltkrieg wurde Wollin zum großen Teil zerstört, so dass es kaum mehr Zeichen aus früheren Zeiten gibt. Die Kirche, einige Wohngebäude und der Getreidespeicher am Fluss überlebten die Kriege. Die Stadt erinnerte sich jedoch an ihre lange Geschichte und legte nach dem Krieg ihren Schwerpunkt auf die Archäologie. Überall in Wollin wurde gegraben und Relikte aus der Slawen- und Wikingerzeit freigelegt. Die bedeutendste Grabung erfolgte auf der Insel vor der heutigen Stadt Wollin, im Fluss Dziwna. Dort befand sich eine Slawensiedlung, die von den Wikingern später übernommen wurde. Das Haithabu Wollin ist heute ein lebendiges Freilandmuseum. Freizeit-Slawen leben in dieser Siedlung wie die frühen Bewohner und stellen Produkte für das tägliche Leben her, die sie auch verkaufen. Ähnliche Anlagen findet man im gesamten südlichen Ostseeraum. Wir besichtigten bisher eine in Südschweden und das „Ukranenland“ in Torgelow.

Rathaus von Wolin

Am Marktplatz Wolins glänzt das Rathaus aus roten Backsteinen und eine schöne Promenade am Flussufer lädt zum Entspannen ein. Dort ist auch eine Drehbrücke zu finden, die zwei- bis dreimal pro Tag für die Freizeitboote geöffnet wird.
Neben dem Rathaus steht das Heimatmuseum, in dem die reiche Geschichte der Stadt erzählt wird. Überall in der Stadt stehen Informationstafeln zu den einzelnen Stationen, die man im Stadtgebiet entdecken kann.

Grabhügelanlage

Am südlichen Ende der Stadt, leider ist eine Beschilderung praktisch nicht vorhanden, so dass ich ziemlich gesucht habe, erheben sich ein paar Hügel. Sie sind mit Wald bewachsen. Auf dem ersten Hügel, von der Stadt aus, erhebt sich das Denkmal mit einem dreiköpfigen Gott. Auf einem der Hügel dahinter stand früher der Galgen. Auf der Rückseite des Galgenhügels fand man ein Areal mit 93 Grabhügeln aus dem 9.-11. Jahrhundert. Es ist somit die älteste Nekropole in Pommern. 34 Gräber mit reichen Grabbeigaben haben die Zeiten und Plünderungen überlebt.

Strand des Stellplatzes

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, dem sei der Stellplatz der Familie Lafrentz kurz vor Gogolice empfohlen. Der Platz liegt direkt am Wasser, nur ein paar hundert Meter vom Haithabu Wollin und gut einen Kilometer von der Stadt Wolin entfernt. Hier kann man die Abende genießen, Sonnenuntergänge beobachten und den Lauten der Natur lauschen. Der nette Gastgeber gibt gerne Tipps für Ausflüge.

Pommenrscher Jakobsweg

Der Weg von Gogolice zum Zentrum Wolins gehört zum pommerschen Stück des Jakobsweges nach Santiago de Campostella. 3550 Kilometer hat der Pilger dann noch vor sich. Für uns war es schon das zweite Stück, das wir gelaufen sind. Die erste Bekanntschaft mit dem Jakobsweg machten wir in Nordspanien, in Ponferrada.

Ein Tipp zum Essen gehen in Wollin: das KA la FIOR ist da die erste Adresse, günstige und sehr gute Gerichte. In den Pizzerien kann man zwar billig essen, aber die haben eher Kneipencharakter.

Aussichtspunkt Lubin

Eine schöne Rundfahrt kann man über die Insel Wollin unternehmen. Wir begannen unsere Tour in Lubin. Von dem dortigen Aussichtspunkt Grodzisko w Lubinie, Eintritt 4.-Zl, hat man einen schönen Blick über das Swinedelta. Wer sich Zeit nimmt, holt sich am Kiosk etwas und genießt den Ausblick aus einem der bereitstehenden Liegestühle, oder von der schönen Terrasse des Kiosks aus.
Das großzügige Gelände ist der Entstehungsort Lubins (Lebbin). Anfang des 12. Jahrhunderts erwähnte man den Ort als eine Burg. Ein Missionar baute zu dieser Zeit die St.-Nikolaus-Kirche. Sie ist die älteste Kirche Pommerns. Erst 2008 begann man mit den Ausgrabungen und entdeckte dabei einen Wohnturm und Reste des Burgwalls, 2009 die Kirche und 2011 einen Friedhof.

Abschussrampe der V3

Von Lubin aus nur wenige Kilometer Richtung Norden, trifft man auf das Bunker-Minimuseum, das einzige V3-Museum auf polnischem Boden. 1943 wurde das Testgelände für die Geheimwaffe V3 fertiggestellt. Im selben Jahr fand der erste Test der „Superkanone“ statt. Sie erlangt jedoch kaum eine Bedeutung im 2. Weltkrieg, anders als die Vergeltungswaffen V1 und V2, die in Peenemünde auf Usedom getestet wurden. Um die V3 abzuschießen, war eine lange Rampe notwendig. Die Betonsockel für das Druckrohr sind heute noch im Wald in Museumsnähe zu besichtigen. Das Besondere an der Konstruktion war, dass die Rakete mehrere Schübe bekam, um eine Reichweite von 160km zu erreichen. Eintritt ins Minimuseum: 5,-Zl, die Ruinen oben im Wald sind gratis zu besichtigen.

Wisent

Von Miedzyzdroje (Misdroy) aus ist der Weg zum Wisent-Gehege ausgeschildert. Wer Interesse hat, findet in der Stadt auch das Museum zum Wolin-Nationalpark, ein Naturkundemuseum. Der Eintritt ins Wisent-Gehege kostet 7,-Zl, allerdings ist der Park mehr etwas für Kinder. Die Anzahl der Tiere lässt eher zu wünschen übrig. Neben den Wisenten gibt es ein Wildschwein-Gehege, gerade einmal mit zwei Tieren, eine Voliere mit einem einsamen Seeadler, und im Reh-Gehege konnten wir nur ein Tier entdecken. Vielleicht sind es Tiere, die Hilfe brauchen.
Schwerpunkt des Parks sind natürlich die Wisente, um deren Zucht und Erhalt man sich kümmert. Der ganze Park soll 28 Hektar groß sein, wovon die Wisente allein 20 Hektar beanspruchen können. Sie leben weitestgehend ungestört. Um die Tiere zu den Beobachtungsstellen zu bekommen, hat man dort die Tränke angelegt. Es leben ständig 5-12 Wisente im Park. Die Tiere sind einiges kleiner als ihre amerikanischen Verwandten, die Bisons. Ehrlich gesagt, war es meine erste Begegnung mit Wisenten. Die gewaltigen Bisons habe ich dagegen schon einige Male sehen dürfen.
Weltweit existieren heute um die 5000 Wisente, die alle von den letzten 12 Tieren abstammen, die man nach dem Krieg von Privatleuten übernahm. 5000 hört sich viel an, aber die Wisente sind immer noch in ihrer Art bedroht, denn sie fallen immer wieder verschiedenen Krankheiten, wie Maul- und Klauenseuche oder Tuberkulose, zum Opfer.

Fischerboote in Misdroy

Das Seebad Miedzyzdroje (Misdroy) ist ein Touristenmagnet. Einige Villen, deren Stil leicht an die deutsche Bäderarchitektur erinnert, zeugen von einer glanzvollen Geschichte. Ein langer Sandstrand trennt die Stadt von der Ostsee, in die die Seebrücke hineinragt. Die Promenade vor und die Seebrücke an sich sind sehr kommerziell ausgerichtet. Die Fußgängerzone in der Stadt ist dagegen eher ruhig.
Vom Ende der Seebrücke aus fahren Schiffe zu mehreren Usedomer Häfen.
Sehr leckeren Räucherfisch, frisch aus dem Ofen und in reicher Auswahl, bekommt man am Strandabschnitt F am westlichen Ende von Miedzyzdroje. Möchte man Fisch essen, gebraten oder geräuchert, dann laden unzählige kleine Kneipen direkt am Strandabschnitt A am östlichen Ende der Stadt dazu ein. Auf Empfehlung unseres Gastgebers kehrten wir im Strzecha ein. Das Essen dort ist zwar einfach, aber sehr lecker und vielfältig.
Nach dem Essen kann man sich die Füße am Strand entlang unterhalb der Steilküste vertreten.

Die Rundfahrt über die Insel Wolin, zurück nach Wolin, nahmen wir weiter auf der Küstenstraße 102, die immer nur durch den jetzt gerade frisch-grünen Buchenwald führt. Irgendwo biegt ein Waldweg zur Steilküste ab, wo zu Fuß ein weiterer Aussichtspunkt zu finden ist. Kurz vor Miedzywodzie bogen wir nach Süden ab. Durch eine schöne Landschaft und kleine Orte, immer an der Dziwna entlang, erreichten wir Wolin.

Pfarrbezirk Kamien Pomorskis

Ein anderes Ausflugsziel ist Kamien Pomorski, nordöstlich von Wolin. Nachdem, was wir über die Stadt gelesen haben und nach der Größe der Stadt auf der Karte zu urteilen, hatten wir uns ein Bild zurechtgelegt. Ganz das Gegenteil erwartete uns. Das Zentrum ist sehr klein und es gibt nicht viel Sehenswertes. Neben dem sehr hübsch anzusehenden Rathaus ist die Hauptsehenswürdigkeit der gotische Dom des heiligen Johannes. Zum Pfarrbezirk, Kamien Pomorski wurde im 12. Jahrhundert Bischofssitz, gehören weitere Bauten rund um den Dom. wie der Bischofspalast. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten.
Schön ist es auch an der Marina, an die ein kleiner Park anschließt.

Teichfrosch

Was hat die Natur um Wolin zu bieten? Neben den üblichen Tieren und Vögeln wie Kormoranen, Krähen, Spatzen usw. erfreute uns die Natur mit Kuckucken, Rehen, einem Eichelhäher, einer Handvoll Pirole, die uns morgens weckten, und einer Ringelnatter, die in Strandnähe im Wasser schwamm. Am meisten freute uns das Weißschwanz-Seeadler-Pärchen. Sie nisten wohl im an den Stellplatz grenzenden Wald und fliegen mehrmals am Tag über unsere Köpfe hinweg, um im Woliner Haff auf Beutezug zu gehen. Was uns allerdings zu denken gibt, sind die riesigen Mückenschwärme, wie wir bisher noch keine gesehen haben, und die summen, als säße man im Bienenstock. Bis jetzt sind nur die unbedenklichen Männchen unterwegs. Wenn jedoch im Mai/Juni die Weibchen schlüpfen, dann wird das wohl nicht wirklich lustig werden.

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Die Ursprünge der Stadt Casablanca gehen zwar auf das 8. Jahrhundert zurück, aber Altes hat Casablanca nicht zu bieten. Ein schweres Erdbeben, das sogenannte „Erdbeben von Lissabon“, zerstörte 1755 die Stadt, die bis dahin schon eine wechselvolle Geschichte hatte. Der Name Casablanca stammt von den Spaniern, die sich hier im 19. Jahrhundert niederließen. Es heißt übersetzt „Weißes Haus“ und der Name ist auch heute noch Programm. Über drei Millionen Einwohner zählt die Stadt.

Hassan-II.-Moschee

Wir besichtigten hier nur die Hassan-II.-Moschee, die sich direkt am Ufer der Casablanca Bucht erhebt. Sie wurde erst 1993 fertiggestellt und ist die fünftgrößte Moschee der Welt. Das Minarett ist gewaltige 210m hoch und damit das höchste der Welt. Ein Teil des Gebetsraum-Daches lässt sich bei Bedarf öffnen, indem die beiden Dachhälften nach den Seiten verschoben werden können. Die reich verzierten gewaltigen Tore des Hauptbaus sowie der Bogengang vor dem Haupteingang lassen uns Menschen ziemlich klein aussehen.
Zu dem großzügigen Komplex gehören auch ein Museum und eine Bibliothek.

Strandpromenade Casablanca

Nach der Besichtigung legten wir eine Teepause an der Promenade ein. Während die meisten Reisegäste zu einem Tee einkehrten, spazierten wir ein Stück die Promenade entlang. An den Strand gelangt man nur durch eines der vielen Lokale, kein freier Durchgang. In der Mitte liegt eine Art öffentliche Badeanstalt mit mehreren Pools. Es ist nicht unsere Vorstellung einer Strandpromenade. Am rechten Rand der Bucht ist der Leuchtturm durch die gischterfüllte Luft auszumachen.
Übernachtet haben wir im Le Zenith Hotel & Spa Casablanca. Da der Tag lang und anstrengend war, verließen wir das Hotel nicht, um uns ein wenig in der Umgebung umzusehen. Wie es aussah, gibt es da auch nicht wirklich viel zu erleben.

Königspalast Rabat

Am nächsten Morgen ging es schon weiter, nach Rabat. Rabat ist die heutige Königsstadt und Hauptstadt Marokkos. Zuerst fuhren wir zum Königspalast, der Teil eines riesigen umzäunten Parkgeländes ist, zu dem auch diverse Ministerien gehören. Um Pfützen hüpfend und über einen Wasserfilm laufend erreichten wir vom etwas entfernten Parkplatz den Königspalast. Man darf nicht allzu nah heran. So schossen wir nur ein paar Bilder von Gebäude und von den Wachen. Drei verschiedene Einheiten schieben zusammen Wache vor den Toren: die Polizei, die Armee und die Palastwache. Am äußeren Zaun entlang steht alle um die 75m ein Posten. Das ist nicht nur hier so, sondern um jeden Königspalast in Marokko, und davon gibt es viele, ob der König oder seine Familie sich nun in einem der Paläste aufhält oder nicht. Geld hat der derzeitige König Mohammed VI. ja genug, um das alles zu unterhalten. Mohammed VI. gibt jedoch sein Geld nicht nur für sich aus, sondern investiert intensiv in sein Land und seine Menschen. Es existiert kaum ein Bereich, den er nicht fördert, angefangen von der Bildung über Sozialwohnungen bis hin zur Wasserwirtschaft. Früh erkannte er das Dilemma mit dem knapper werdenden Wasser. Inzwischen halten 132 Talsperren quer durch´s Land das Regen- und Schmelzwasser aus den Bergen zurück, und es werden immer noch mehr. Der König ist bei seinem Volk so beliebt, dass er als einziger Herrscher den arabischen Frühling ziemlich unbeschadet überstand. Das hatte uns damals schon stutzig gemacht, jetzt wissen wir, warum das so ist. Ich bin schon wieder abgeschweift.

Mausoleum Mohammend V.

Sehenswert ist auch das Mausoleum von Mohammed V., dem Großvater des heutigen Königs. Unter der Herrschaft Mohammed V. erreichte Marokko die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien. Er starb 1961 in Rabat und fand in dem von seinem Sohn Hassan II. in Auftrag gegebenen Mausoleum seine letzte Ruhe. Inzwischen sind auch Hassan II. und sein Bruder neben ihrem Vater bestattet. Das Mausoleum ist ein Prachtbau aus weißem Marmor, mit vier Toren auf vier Seiten, reich verziert. Vor jedem Tor steht eine Wache in traditioneller weißer Kleidung. Das Innere ist noch viel prächtiger gestaltet, mit Stuck an den Wänden, Zedernholzdecke mit kleinen Fenstern, durch die ein wenig Tageslicht fällt, messingbeschlagenen großen Türen, und noch mehr Marmor. Auf einer umlaufenden Galerie kann man das Innere des Mausoleums auf sich wirken lassen.

Hassanturm

Direkt vor der großen Freitreppe sollte Ende des 12. Jahrhunderts eine Große Moschee entstehen. Als der damalige Herrscher und Auftraggeber starb, wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die Moschee wurde nie fertig. Der Hassanturm ist nur halb so hoch, wie er einst werden sollte. Mit der Zeit verfiel die Moschee. Nur ein paar Ruinen und rekonstruierte Säulenstümpfe zeugen noch von dem Vorhaben.

Kasbah des Oudaia

Unbedingt besuchen sollte man die Kasbah des Oudaia in Rabat. Hoch oben, direkt auf der Spitze zwischen Hafen und Flussmündung stehen die mächtigen Mauern einer verborgenen Altstadt. Die Kasbah wurde im 12. Jahrhundert als Wehrfestung angefangen, später um Wohnhäuser, Palast und andalusischen Garten erweitert. Heute ist sie ein Ensemble, in dem man sich der realen Welt entrückt fühlt. Eindrucksvoll sind die weißen Häuser mit ihren blauen Akzenten. Vor allem im Winter hat man gute Chancen, in Ruhe durch die engen Gassen zu schlendern. Manche Wege sind steil und mit Stufen durchsetzt. Liebevoll gestaltete Ecken laden zum Verweilen und Staunen ein.

Blick nach Salé

Am Flussufer kann man in Ruhe einen Kaffee oder Tee genießen und sich frisches Gebäck schmecken lassen. Von der Terrasse aus schweift der Blick an der Kasbahmauer entlang zum Hafen. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt Salé, die zusammen mit Rabat eine Zwillingsstadt bildet. Die Kasbah des Oudaia hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Nun setzten wir die Rundfahrt nach Meknes fort. Die Aussprache Meknes geht auf die Franzosen zurück. Die Araber nennen die Stadt Maknas. Wie wir erfuhren, werden fast alle „e“ im arabischen als „a“ gesprochen, wie zum Beispiel al (el), Fas (Fes), Arfoud (Erfoud) usw. Ich bleibe jedoch beim „e“, da die Ortsnamen auf den Karten alle französisch geschrieben stehen. Man möge mir verzeihen, ich möchte keine Verwirrung stiften.

Bab el-Khemis

Während wir mit dem Regen in Marrakesch und Casablanca noch etwas Glück hatten, kam er während unserer Rabat-Meknes-Fes-Tour den ganzen Tag in Strippen herunter. Dazu war es unangenehm kalt und windig. Regen bedeutet in Marokko eine ziemliche Sauerei, da viele Straßen und Wege kaum richtig befestigt sind. In den Löchern sammelt sich das Wasser, so dass wir von oben und von unten nass wurden. Dazu kam, dass es weder im Reisebus noch in den Hotels, die wir besuchten, wirklich warm wurde. Die Straßenverkäufer stellten im Handumdrehen von Sonnenbrillen auf Regenschirme um, die meisten schön kariert. Das nur am Rande.
Das erste Ziel in Meknes war ein kurzer Fotostopp beim Bab el-Khemis. Das große Tor wurde im 17. Jahrhundert erbaut und führte in das Judenviertel.

Bassin Souani

Als nächstes hielten wir am Bassin Souani, einem riesigen Wasserbecken. Es sollte Teil der neuen Palaststadt sein, denn im 17. Jahrhundert verlegte der damalige Herrscher den Königssitz von Fes nach Meknes. Die Palaststadt wurde jedoch nie vollendet. Übrig blieben das Wasserbecken und die Ruinen von Vorratsbauten sowie der ehemaligen königlichen Pferdeställe.

Bab al Mansour

Im Zuge der Entstehung der neuen Palaststadt Meknes entstand das Bab al Mansour. Es ist das beeindruckendste Tor der Stadt und das schönste Tor Marokkos. Es sollte den Übergang zwischen der alten Medina und der neuen Palaststadt durch die Stadtmauer ermöglichen.

Fleischer im Souk

Gegenüber des Tores liegt der Place Lahdim, in dessen linker Flanke sich die Zugänge zum Souk befinden. Der Souk ist nicht groß, dafür sehr überraschend. Neben dem wirklich tollen Angebot konnten wir einen Fleischer beobachten, der sich gerade an Rinderköpfen zu schaffen machte. Ich möchte hier aber nicht weiter ins Detail gehen, um nicht zart besaiteten Lesern den Appetit zu verderben. Schafs- und Ziegenköpfe werden gleich im Ganzen angeboten. Hätte ich mir das Treiben des Fleischers noch länger angesehen, hätte wahrscheinlich auch mein Magen rebelliert.

Das letzte Ziel des Tages war Fes, wo wir im Hotel „Golden Tulip“ abgesetzt wurden. Da es noch immer regnete und wir vollkommen durchgeweicht und frierend dort ankamen, beließen wir es für diesen Abend beim Abendessen, ohne noch einmal vor die Türe zu gehen. Wir werden sicher morgen Abend noch einmal die Möglichkeit dafür haben, denn wir bleiben zwei Nächte in Fes.

Emden

Autotransporter kommt aus der Schleuse

Diese Stadt steuerten wir an, um ganz liebe Bekannte zu besuchen, die wir im letzten Winter in Cabopino (Südspanien) kennengelernt haben. Das Womo stellten wir am Außenhafen ab. Es ist allerdings nicht so ganz einfach, dort noch ein Plätzchen zu finden. Der Platz ist sehr begehrt. Er liegt zwischen dem Außenhafen und der Schleuse zum Neuen Binnenhafen. Es ist besser als Kino, dem ständigen Hafenbetrieb zuzusehen. Gleich neben der Schleuse fließt die Ems in den Dollart, einem natürlichen Erweiterungsbecken des Flusses.

Dat Otto-Huus

Das Stadtzentrum von Emden ist nicht unbedingt etwas zum Shoppen, aber zum Bummeln ganz nett. Der Ratsdelft, ein alter Arm des Binnenhafens, reicht bis ans Zentrum heran. Im Wasser liegen drei Museumsschiffe. Von hier aus werden verschiedene Bootsausflüge angeboten.
Unübersehbar steht das Ostfriesische Landesmuseum Emden am Ende des Ratsdelfts. Dem Gebäude gegenüber steht „Dat Otto Huus“. Der Komiker Otto Waalkes wurde in Emden geboren. Anlässlich der Welturaufführung „Otto – der Film“ wurde 1985 ein kleines Museum gegründet, welches sich im oberen Teil des kleinen Hauses befindet. Im Erdgeschoss werden Andenken aller Art rund um Otto angeboten.
Wer eine ruhigere Region der Stadt sehen möchte, der sollte einen kleinen Spaziergang entlang des Stadtwalls unternehmen. Dem Wall folgt ein kleines Flüsschen, auf dem man auch eine Bootstour machen kann. Von der Stadtmauer und der ehemaligen Festung ist nichts mehr übrig.
Weitere Sehenswürdigkeiten Emdens sind die Kunsthalle, das Bunkermuseum und der Chinesen-Tempel. Dieser wurde Ende der 1920er Jahre als öffentliche Bedürfnisanstalt gebaut. Heute befindet sich eine Künstlerwerkstatt darinnen.

Ems-Sperrwerk

Ein Stück die Ems hinauf findet man das Ems-Sperrwerk. Das beeindruckende Bauwerk wurde 2002 fertiggestellt und dient dem Küstenschutz sowie der Regulierung der Ems. Auf 476 Metern Länge sind 7 Öffnungen untergebracht, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden können. Immer geöffnet ist der rechte Durchlass für die Berufsschifffahrt, außer die Ems muss wegen einer Kreuzfahrtschiff-Überführung aus Papenburg oder zum Sturmflutschutz geschlossen werden. Das Bauwerk ist an die Deiche der Ems angeschlossen.

Knock

Von Emden aus starteten wir eine kleine Rundfahrt. Die erste Station war das Schöpfwerk und Siel von Knock. Zu finden ist die Anlage immer am Ufer entlang westlich von Emden. Siele sind künstliche Bauwerke, Tore verschiedener Art, um Wasserläufe im Landesinneren von den Küstengewässern abzuschließen. Sie dienen ebenso wie das Sperrwerk dem Küstenschutz bzw. dem Schutz der Felder, Weiden und Häuser hinter den Deichen. Der Siel von Knock ist mit einem Schöpfwerk verbunden, mit dessen Hilfe das hinter dem Deich liegende Land be- oder entwässert werden kann.

Rysum

Einen Besuch des alten Rundwarfendorfes Rysum sollte man sich nicht entgehen lassen. Dörfer wurden früher, vor dem Deichbau, auf kleinen Erhebungen gebaut, die bei Hochwasser noch aus dem Wasser schauten und die Häuser so trocken blieben, jedenfalls meistens. Am höchsten Punkt stand die Kirche, drumherum drängten sich die Wohnhäuser. Den äußeren Kreis bildeten die Wohnhäuser der Bauern, an denen sich direkt die Stallungen anschlossen. Alle Wege liefen sternförmig zur Kirche. Die Kirche von Rysum beherbergt einen Schatz: die älteste noch bespielbare Orgel in Nordeuropa, aus dem Jahre 1457 stammend.
Von der Galerie der Mühle kann man über das Dorf sehen. Spenden dienen der Erhaltung der Mühle, die durch einen Verein vollkommen neu aufgebaut wurde. Wer in der Mühle übernachten möchte, kann sich ein Bett im Schlafsaal mieten. Im Mühlenhaus gibt es eine kleine Gaststube. Das Leben in Rysum läuft sehr gelassen ab.

Greetsiel

Auf dem Weg nach Greetsiel fährt man durch mehrere kleine Dörfer, die wie an einem Band aufgefädelt wirken. Zwei Abstecher kann man zu den Leuchttürmen von Campen und Pilsum unternehmen.
Die kleine Hafenstadt Greetsiel ist eine touristische Hochburg. Das Auto muss am Rande des Ortes abgestellt werden, denn das Zentrum rund um den Siel ist autofrei. Der Greetsiel ist als Brücke ausgebildet und war schiffbar. Im Außenbereich liegen mehrere Krabbenkutter und die Ausflugsschiffe. Hinter dem Siel bietet eine zweite, neuere Brücke den Besuchern eine weitere Möglichkeit, den Fluss zu überqueren.
Will man dem Trubel entfliehen, findet man hinter der zweiten Brücke eine kleine Lounge namens „Anleeger“. Der Außenbereich ist terrassiert und liegt direkt am Ufer des kleinen Flusses. Bei einem Kaffee oder Wein kann man die Seele ein wenig baumeln lassen. Ein kleines Motorboot startet von hier aus zu einer gemütlichen Rundfahrt auf dem Fluss.
Die besten, oder wenigstens die zweitbesten Pommes, die wir je gegessen haben, gibt es an der „Wurstbude“. Sie werden frisch gemacht, wie auch die Panaden und Soßen für die Fisch- bzw. Wurstgerichte. Das beste Eis, hausgemacht, wird gleich nebenan angeboten.

Wer mehr Zeit hat, sollte die herrliche Landschaft auf dem Fahrrad erkunden. Das Radwegenetz ist sehr gut ausgebaut.

 

 

Bordeaux

Gegend um Bordeaux

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe von Bordeaux, wenn möglich schon in Richtung Deutschland, kamen wir in das Dorf St. Romain la Virvée nordöstlich von Bordeaux. Der Platz ist sehr ruhig gelegen. Drumherum wird überall Wein angebaut. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, die Kirschen warten schon darauf, dass sie rot werden, und der Wein wächst. Es ist schön um diese Jahreszeit rund um Bordeaux.

Geburtshaus von Cousteau

In der benachbarten kleinen Stadt St. André de Cubzac kann man in den Zug nach Bordeaux steigen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet knapp 9,-€ pro Person hin und zurück. Während eines Bummels durch St. André de Cubzac fanden wir zufällig heraus, dass in dieser Stadt 1910 Jacques-Yves Cousteaux, der Pionier der Tauchtechnik, geboren wurde. An dem Haus in der Rue de National 82 hängt eine Gedenktafel. Später zog eine Apotheke in das Haus ein. Heute ist es ein Platz für Kinder. Cousteau wurde hier in seiner Heimatstadt auch begraben, obwohl er in Paris starb. Eigentlich hatten wir ein tolles Grab erwartet. Es ist zwar groß, aber sehr schlicht.

Bordeaux ist eine tolle Stadt. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie Bordeaux aussieht. Wir begannen den Stadtbummel vom Bahnhof Gare de Bordeaux St. Jean aus am Fluss La Garonne entlang. Die gesamte Front zum Fluss hin bietet ein einheitliches Gesicht. Die Häuser, Stadttore und Paläste bilden eine Einheit. Am attraktivsten und Weltkulturerbe ist der Place de la Bourse mit seinem Bautenensemble. Dieses Ensemble spiegelt sich im größten Wasserspiegel der Welt wider. Die 3450m² große Fläche ist mit nur wenig Wasser bedeckt und es ist eine Freude für Groß und Klein, bei diesen Temperaturen barfuß darin umher zu tollen. Auf einem Bild sahen wir, dass der Brunnen auch eine breite Nebelwand versprühen kann.

Place de la Bourse

Brunnen an der Girondiner-Säule

Am Anleger für Flusskreuzfahrten lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff von den Bahamas. Es wirkte viel zu groß für die Stadt. Ansonsten liegen nur flache Flusskreuzfahrtschiffe am Kai.
Auf dem größten Platz Europas, Esplanade des Quinconces, breitet sich ein gigantischer Antikmarkt mit Imbissständen durchsetzt aus. Am Ende des Parks steht das Monument der Girondiner, eine Siegessäule mit zwei großen Figurenbrunnen am Fuße.

Straße in Bordeaux

Nun setzten wir unseren Stadtbummel durch die Gassen der Altstadt fort. Bisher sahen wir nur einmal solch eine fast gleichförmige Einheit der Gebäude, die alle aus gelbem Sandstein bestehen. Die Häuser sind hoch, nicht sehr breit und viele besitzen geschmiedete Geländer vor den Balkonen. Dieser Anblick erinnert uns stark an die englische Stadt Bath. Am äußeren Rand der Altstadt sind die meisten Häuser nur noch zweigeschossig. Die Leute, die dort wohnten, hatten wohl nicht so viel Geld, um sich höhere Häuser zu leisten.

Allées de Tourney

Gleich in der Nähe der Siegessäule befindet sich die Allées de Tourney. Sie erinnert mit dem vielen Grün und dem Karussell an die Champs Élysèes in Paris.
In der Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine lässt es sich vortrefflich bummeln und günstig einkaufen. Am Ende der Straße geht man durch das Porte d
´Aquitaine und gelangt so auf den ziemlich runden Place de la Victoire, von dem mehrere Straßen nach allen Richtungen abgehen. Dies erinnert wiederum an Paris. Überhaupt spürt man hier und da in Bordeaux auch das Pariser Flair.

Kathedrale von Bordeaux

Einmal mehr ist auch in Bordeaux die Kathedrale das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Besonders ist hier, dass der Hauptturm ein paar Meter entfernt von der Kathedrale steht. Er wird von einer großen goldenen Marienstatue gekrönt.
Natürlich hat auch Bordeaux viel mehr zu bieten, als man zu Fuß an einem Tag erreichen kann. Aufgefallen sind uns dabei die in der Ferne zu sehende moderne Hubbrücke Pont Jacques Chabon-Delmas über den Fluss La Garonne oder das futuristisch anmutende La Cité de Vin
, eine Anlage rund um das große Thema Wein.

In der ersten Nacht in St. Romain la Virvée hörten wir, als es stockdunkel draußen war, Vogelgesang. Normalerweise sind nachts keine Singvögel zu hören. Was war das? Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich, dass es sich bei den nächtlichen Sängern um Ziegenmelker handelt. Von der Vogelart Ziegenmelker erfuhren wir zum ersten Mal an der Trafalgarküste in Südspanien. Tagsüber sind diese ungewöhnlichen Vögel nicht zu hören oder gar zu sehen. Sobald es dunkel ist, stimmen sie ihr Konzert an. Dieses hielt die ganze Nacht an, bis zum frühen Morgen. Leider gelangen mir keine Stimmenaufnahmen. Das wollte ich in der nächsten Nacht besser machen, aber diese Nacht war absolut still. Kein einziger Ziegenmelker war mehr da.

Monforte de Lemos

Praia de Afife

Wie schon berichtet, müssen wir unsere Spanien-Portugal-Rundreise abkürzen. Da uns jetzt jedoch jede Menge Berge im Weg stehen, suchten wir die Strecke mit den wenigsten Bergen heraus. Das hieß zuerst, weiter der Costa Verde zu folgen. Immer auf der N13 nach Norden fahrend, überquerten wir bei Viana do Castelo den Rio Lima, und zwar auf einer von Gustav Eiffel konstruierten Brücke. Diese ist aber nicht so spektakulär wie die bisher gesehenen Bogenbrücken. Die Brücke über den Rio Lima besteht nur aus einem gerade verlaufenden Fachwerk mit einer Fahrbahn.
Von hier aus führt die N13 wieder direkt an der Küste entlang. Am Praia de Afife fanden wir noch einmal einen schönen Stellplatz direkt hinter dem Strand. Nur ein kurzer Fußweg in Richtung Süden kommt ein kleines Flüsschen aus den Bergen und windet sich auf den letzten Metern durch den Strand. Sein Wasser ist glasklar.
Der Strand an sich ist wieder oft mit großen Felsenformationen durchsetzt. Durch die Dünen kann man auf einem Bretterweg laufen.

Valenca

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt auf der N13 fort und kamen so zum Rio Minho, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Seine Mündung ist sehr breit und mitten drin steht ein kleines Fort auf einer Insel.
In Valen
ç
a, leider stehen in der West-Ost-Richtung keine Parkplätze zur Verfügung, um sich die Flusslandschaft anzusehen, überquerten wir den Rio Minho nach Spanien. Nun befuhren wir die A55 und bogen dann auf die A52 nach Ourense ab. Ourense kann, wie viele Orte in den weiteren Umgebung mit Thermalquellen aufwarten. Bis hierher wäre die Tour für einen Tag schon lang genug gewesen, aber es fand sich kein geeigneter Stellplatz. Nun hätten wir drei Straßen gehabt, auf denen wir unsere Fahrt fortsetzen könnten. Ein Blick auf die Höhenprofile im Navi sagte uns, dass die N120 nach Monforte am wenigsten bergig ist.

Monforte

In Monforte de Lemos wartet ein Stellplatz, der groß genug ist. Nach einer ganzen Tagestour erreichten wir endlich die Stadt am Rio Cabe. Der Stellplatz befindet sich direkt am Fluss, gegenüber des Castells. Schnell ist man zu Fuß durch die Stadt spaziert. Der Weg hinauf zum Castell lohnt sich, denn man hat von dort oben einen 360°-Blick über das Umland. Im Gebäude des Castells ist ein Hotel unterbracht.
Ein Spaziergang am Ufer des Rio Cabe zurück, immer mit dem Castell im Blick, ist sehr erholsam.

Coimbra

Coimbra

Inzwischen haben uns wieder 4 Tage lang Regen, Sturm und Kälte begleitet. Für solch ein Wetter sind wir eigentlich nicht hier herunter gefahren, aber was will man machen.
Unser mobiles Heim wollte wohl unbedingt, dass wir Coimbra etwas intensiver kennenlernen als von uns geplant. Kurz vor Coimbra fuhren wir auf den Autobahnparkplatz und kamen dort erst einmal nicht mehr weg. Wie das immer so ist, passierte es natürlich wieder am Wochenende. Normalerweise fahren wir keine Autobahn, aber wenn der Motor heiß wurde, dann ging er an den unmöglichsten Stellen aus. Dann gab es keine Lenkung, keine Bremsen, nichts mehr, und dass womöglich in einer Serpentine dieser bergigen Landschaft. So konnten wir erst am nächsten Tag eine Werkstatt in Coimbra anfahren. Das bedeutete, dass wir die ohnehin schon gesalzene Maut doppelt bezahlen mussten, denn das Ticket ist immer nur für 12 Stunden gültig. Wenn man nach dieser Zeit in die nächste Mautstelle fährt, zahlt man das Doppelte, vollkommen unlogisch und ungerecht. Wir werden versuchen, den Mehrbetrag über unsere Versicherung zurückzubekommen, denn es war nicht unsere Schuld.
Jedenfalls wurden wir in Coimbra durch drei Werkstätten komplimentiert und keine konnte uns helfen. Am Ende halfen wir uns selbst mit einem Anruf bei einer Werkstatt in Deutschland. Die mussten jedoch das Teil erst in den USA bestellen und dann dauerte es, bis es hier in Coimbra ankam. So standen wir fast zwei Wochen auf dem schönen Womo-Stellplatz im Parque Verde am Rio Mondego. Allerdings fehlt uns nun diese Zeit für unsere Route, die wir zwangsläufig abkürzen müssen, um rechtzeitig Anfang Mai zu Hause zu sein.

Goldene Bibliothek im alten Universitätsgebäude

Coimbra ist Universitätsstadt. Die Universität wurde im Jahre 1290 gegründet, ist somit eine der ältesten Universitäten Europas und sorgte im Laufe der Jahrhunderte für den Aufschwung der Stadt. Man sagt, es ist ein „Muss“, die „Goldene Bibliothek“, die Biblioteca Joanina, zu besuchen und es ist wahr. Die prächtigen geschnitzten Bücherregale in zwei Etagen, die vielen Vergoldungen an den Stützen und Geländern, die Bemalung der Decken, alles im barocken Stil, dies ist wohl einzigartig. Leider darf in der Bibliothek nicht fotografiert werden. In dem Ticket von 10,-€ pro Person sind aber neben der Bibliothek auch das Universitätsgefängnis in deren Keller, die Kapelle São Miguel mit der prächtigen Orgel aus 1733 und der königliche Palast enthalten. Das alte Universitätsgebäude hat die Form eines U mit einem großen Platz in der Mitte. Vom freien Ende schweift der Blick wieder über einen Teil Coimbras mit dem Rio Mondego.

Parque Verde und Rio Mondego

Wer möchte kann für 2,-€ mehr auf den Glockenturm steigen und von dort oben einen 360°-Blick genießen. Das gesamte Ensemble ist sehr sehenswert, vor allem die kunstvoll gestalteten steinernen Tore, die in die verschiedenen Bereiche führen.
Ein Spaziergang durch das Universitätsviertel mit den neuen Gebäuden für die verschiedenen Studiengebiete, welches ganz oben auf einem Hügel angesiedelt ist, offeriert viele tolle Blicke hinunter in die Stadt, über den Rio Mondego und den Parque Verde.

Friedhof von Coimbra

In Coimbra kamen wir das erste Mal in den Genuss, einen portugiesischen Friedhof zu besichtigen. Solche Pracht haben wir noch nie auf einem Friedhof gesehen, und wir haben im Laufe unserer Reisen schon manches Mal gestaunt. Wie auf den spanischen stehen auch auf den portugiesischen Friedhöfen viele Mausoleen, die jeweils einer Familie gehören, nur dass diese richtig schön verziert sind. Während die Spanier die Särge durch Platten verdecken, so dass niemand herein sehen kann, sind in Portugal überall Glasscheiben davor. Es ist schon etwas gruselig, wenn man vor allem die alten, halb verfallenen Särge stehen sieht. Fast alle Särge sind jedoch meist mit goldenen oder weißen Decken bedeckt.

Torre da Almedina

Für einem Stadtbummel sollte man sich Zeit lassen und auch mal durch die ruhigen Gassen schlendern. Es lohnt sich. Die Altstadt, nach der römischen und iberischen Zeit eine ehemalige maurische Medina, bietet viele Überraschungen. Wer genau hinsieht, entdeckt sogar die Grundmauern des römischen Forums, auf denen später erst der Alcazar (maurischer Palast), später ein bischöflicher Palast und seit 1911 das Nationalmuseum Machado de Castro gebaut wurden. Eines der alten Stadttore aus dem Mittelalter, welches in einer 2km langen Stadtmauer integriert war, ist von der Fußgängerzone Rua Ferreira Burges zu erreichen. Wenn man durch dieses Tor geht, betritt man quasi eine andere Welt.

Igreja de Santa Cruz

An vielen Ecken erheben sich Kirchen. Einen Besuch lohnt auf jeden Fall die Igreja de Santa Cruz. Die Innenwände sind in der unteren Hälfte mit weiß-blauen Fliesen geschmückt, die Azulejos genannt werden. Sie wurden wie schon in der kleinen Klosterkirche von Peniche erwähnt bemalt.
Schmuckstücke der Kirche sind die steinerne Kanzel, der Hauptaltar und vor allem die Orgel, die neben den stehenden auch liegende Orgelpfeifen aufweist. In einem der Seitenschiffe ist zu sehen, dass die Kirche einmal umgebaut wurde, denn es sind noch alte Fenster und ein steinerner Bogen zu sehen, die nicht ins Bild passen.

Jardim da Manga

Biegt man am benachbarten Rathaus rechts ab und folgt der Straße, dann kommt man am Jardim da Manga mit einem Kunstwerk von Brunnen vorbei. Dieser wirkt inmitten der neuen Bebauung ziemlich deplatziert, schade.
Noch eine Ecke weiter steht die Markthalle der Stadt. Von außen nicht weiter erwähnenswert, weist sie im Inneren eine eigenartige Stahlkonstruktion auf. Leider ist von dem Gesamtbild kaum etwas zu sehen, da die Verkaufsbuden das meiste verdecken.

Aufzug in die Oberstadt

Hinter der Markthalle befindet sich ein Aufzug in die Oberstadt. Eine Fahrt kostet 1,60€. Von unten ist zu sehen, dass es noch ein Stückchen weiter nach oben geht, und zwar mit Hilfe einer Standseilbahn. Diese ist aber gerade außer Betrieb.
Sehr schön anzusehen ist auch der Largo de Portagem, der große Platz direkt im Anschluss an die Ponte de Santa Clara.
Einen anderen grandiosen Ausblick auf Coimbra bekommt man von der Veranda da Santa Clara geboten, die auf der Rua Mendes dos Remédios zu finden ist, auf der Flussseite gegenüber der Altstadt. Dort befindet sich auch eine Self-Service-Wäscherei.

Rio Mondego mit Dorf

Wer Flussromantik liebt, der fährt am besten von Coimbra aus Richtung Westen immer am Rio Mondego entlang. Die Straße führt etwas über dem Fluss durch eine traumhaft schöne Landschaft und gemütliche Bergdörfer. Es gibt auch zwei Möglichkeiten, an das Flussufer zu fahren und es sich an den Stränden gemütlich zu machen.

Kalkbrandöfen

Bei Penacova bogen wir in Richtung Luso ab, befuhren jedoch die kleinere der beiden parallel verlaufenden Straßen, die N235. In Casal de Santo Amaro, einem der kleinen Dörfer durch die man hier fährt, stießen wir auf eine Überraschung. In dem Tal wurde einst Kalkstein abgebaut und gebrannt. Eine Reihe alter Kalkbrandöfen stehen noch abseits des Straßenrandes und sind kostenlos zu besichtigen. Einer der alten Öfen wurde restauriert. Leider gibt es keine näheren Auskünfte dazu, interessant anzusehen sind sie allemal. Gleich dahinter lädt das winzige Restaurant Marilopes zum Café oder einem Gläschen Portwein ein. Hier ist man inmitten des ursprünglichen portugiesischen Lebens.

Brunnen in Luso

Auf der N235 weiter nach Luso fahrend, durchquert man manchen Weinberg und immer wieder Eukalyptuswälder. Kurz vor Luso biegt eine kleine Straße zum Aussichtspunkt Cruz Alta ab. An derem Beginn steht ein Kassenhäuschen, an dem 5,-€ fällig werden. Bis zum Aussichtspunkt sind aber dann noch 8-9 Kilometer zu fahren. Ein Hotel und ein Militärmuseum sind dort oben auch noch angesiedelt.
Luso selbst ist eine kleine Kurstadt mit Thermalquellen. Leider sind in Portugal wie auch in Spanien bisher alle Thermalquellen nicht frei zugänglich gewesen, sondern nur Kurgästen vorbehalten. Trotzdem lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch den schönen und gepflegten Ort.

Seit einer Woche haben wir nun endlich blauen Himmel, Sonne satt und 25-28 Grad. Der Frühling auf seinem Höhepunkt duftet herrlich süß. Trotzdem wir nun zwei Wochen wegen des Ersatzteiles verloren haben, hatten wir doch eine schöne Zeit hier. Es hätte uns auch auf einem lauten und ungemütlichen Platz erwischen können. Coimbra ist durchaus eine Stadt, in der es sich angenehm leben und erholen lässt.

 

Blumen und Blüten weltweit

Auf Reisen gibt es immer viel zu entdecken. Neben allerlei Landschaftaufnahmen, die im Archiv landen, und in unserem Fall Bilder von den Vögeln, die uns auf allen Wegen begleiten, galt unsere Aufmerksamkeit auch schon immer den Blumen. Blumen sind etwas wunderbares. Ob sie nun klein und unscheinbar sind oder durch ihre Größe beeindrucken, man kann sie kaum übersehen. Die unzähligen Formen und Farben der Blüten ziehen einfach in ihren Bann.
Nun sind wir beim Stöbern in verschiedenen Reiseblogs auf die ReiseEule gestoßen. Sie hat zur Fotoparade „Die schönsten Blumen und Blüten weltweit“ aufgerufen, der wir uns sehr gerne anschließen. Dadurch bekommen wir Gelegenheit, auch unsere Blumen-Fotos aus dem Archiv zu kramen und sie hier zu präsentieren. Vielen Dank dafür an die ReiseEule.
Nun sind wir keine Botaniker und können die meisten Exemplare nicht bestimmen, deshalb stellen wir die Bilder zum Teil ohne Untertitel, aber nach Ländern getrennt vor und hoffen, allen Blumen- und Blütenliebhabern eine Freude damit zu machen.

Auf den Britischen Inseln ist eher klein angesagt. Vielleicht hängt dies mit dem Wetter zusammen. Trotzdem ist der Reiz der dortigen Blumen und Blüten nicht geringer:

Indien ist das Land der Farben und Exotik:

Marokko ist durch seine klimatischen Bedingungen ein spezielles Thema in Sachen Blumen und Blüten. Uns haben es die Pflanzen angetan, die sich gegen die Wüste behaupten können:

Exotisch, manchmal geheimnisvoll geht es in der Blumenwelt der USA/Kanada zu:

Die Wüsten der USA überraschen mit einer Fülle von Blumen und Blüten:

Hier sind noch ein paar Blumen, die sich über die ganze Welt verteilen, für die sich jedoch keine eigene Kategorie lohnt:

Natürlich wuden wir auch auf unserer 6-monatigen Rundfahrt durch Spanien und Portugal fündig. Da blüht es auch im Winter. Vor allem im Süden dieser Länder ist es irgendwie immer grün und irgendetwas blüht immer.

 

 

 

 

Olhão – Faro

üppiges Grün überall

üppiges Grün überall

Hier in Portugal herrscht inzwischen der richtige Frühling. Es ist zwar im Süden Spaniens und Portugals im Winter irgendwie immer grün, aber jetzt erfreuen saftiges und dichtes Gras, rapsfarben blühende Kleeteppiche, Obstbaumblüten und erste Bäume mit frischem Laub das Auge. Nichts erinnert an die von der Sonne verbrannte Landschaft im Sommer und Herbst.
Übrigens liegt Portugal in einer anderen Zeitzone, womit wir eine Stunde hinter der deutschen Zeit liegen.

Rohmaterial Kork

Rohmaterial Kork

Olhão kann Ausgangspunkt für viele Unternehmungen sein. Ein Mitwohnmobilist gab uns den Tipp, die Korkfabrik in São Bras de Alportel zu besuchen. In Tavira bewunderten wir in einem Laden Hüte, Taschen und sogar einen Regenschirm, die aus Kork hergestellt sind. Unglaublich, dass man Regenschirme aus Kork herstellen kann. Umso gespannter waren wir auf die Korkfabrik. In der Touristinformation von São Bras de Alportel fanden wir einen Prospekt, der uns zur Fabrik Francisco Carrusco führte. Nichts weist dort auf Führungen hin und so schauten wir uns einfach selbst auf dem Gelände um, bis uns jemand fragte, ob wir eine Führung wollten. Für 10,-€ pro Person bekamen wir eine sehr interessante Privatführung durch die Fabrik. Das ist nicht der normale Ablauf. Eigentlich beginnen die Führungen im Korkmuseum der Stadt und beinhaltet das Museum, die Korkeichenplantage und die Fabrik. Das kostet dann allerdings 19,-€. Wir waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Korkverarbeitung

Korkverarbeitung

Ich will hier nicht alles wiedergeben, was wir bei der Führung gehört haben, dass kann man sicher im Internet nachlesen. Nur ein paar Eckdaten: der Händler kauft praktisch die Katze im Sack, weil der Kork noch am Baum ist, wenn gekauft wird. Die Qualität zeigt sich erst in der Fabrik und noch eindeutiger bei der Verarbeitung. Der Kork wird nach der Ernte 6-8 Monate gelagert, dann 1 Stunde bei 100 Grad gekocht, um Insekten und andere Verunreinigungen zu entfernen, 4 Wochen im Außenbereich gelagert, noch einmal unter denselben Bedingungen gekocht und im Innenbereich gelagert und getrocknet. Dabei verflacht sich das Material. Zum Weiterverkauf werden Pakete gepackt. Je nach deren Qualität kostet solch ein Paket zwischen 90,- (70 kg) und 700,- Euro.
Was in der Fabrik weiterverarbeitet wird, wird bearbeitet und wieder sortiert. Am Ende liegen mindestens 10 verschiedene Qualitäten in der Halle, die zu Furnier, Korken oder Kunstwerk verarbeitet werden.
Es gibt nichts, was nicht aus Kork hergestellt werden kann. Am Ende der Führung zeigte die Dame uns eine Mustermappe. Durch Beschichtungen der hauchfein geschnittenen Korkplatten, z.B. aus Plastik oder Textil, werden der Korkverwendung keine Grenzen gesetzt. Wenn man die Löcher von Korkblöcken mit Glitter oder was auch immer ausfüllt, ergeben sich die unglaublichsten Muster für Taschen, Etuis und was auch immer, sogar Tapeten sind möglich.
Aus den Eicheln der Korkeichen werden unter anderem Liköre hergestellt. Man sollte sich eine Führung durch eine Korkfabrik wirklich nicht entgehen lassen.

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

Wer lieber Natur mag, dem ist der Ria Formosa (übersetzt: schönes Haff) Naturpark empfohlen, der sich von Olhão bis nach Faro erstreckt. Der Park beinhaltet Kiefernwälder, Dünen und Salzwiesen, die Heimat für zahlreiche Vogelarten sowie Kinderstube für verschiedene Fischarten sind. In dem Parkabschnitt Olhão ist ein Rundweg angelegt, der zirka 3km lang ist. Auf vielen Informationstafeln erfährt der Besucher etwas über Flora, Fauna und von Menschen gebauten Anlagen. Sogar Reste einer römischen Anlage aus dem 1. Jahrhundert, in der Garum hergestellt wurde, sind zu bestaunen.
Unser größtes Interesse galt allerdings den Chamäleons, ca. 10-15cm lang, aber keines ließ sich sehen. Die Meister der Tarntechnik sollen sich hauptsächlich auf kleinen Kiefern aufhalten, aber so sehr wir viele Bäume untersuchten, wir konnten nicht ein Chamäleon entdecken.
Eine weitere Besonderheit des Ria Formosa Parks ist die Gezeitenmühle aus dem Jahre 1885. Gezeitenmühlen sind in Portugal jedoch schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Mit Hilfe des Gezeitenstromes trieben kleine Turbinenräder Mahlsteine an, die Korn zu Mehl mahlten.
Zwei bis drei Stunden sollte man schon einplanen, wenn man sich alles ansehen möchte, was der Park zu bieten hat.

Kathedralenplatz in Faro

Kathedralenplatz in Faro

Vom Zentrum Olhãos aus fahren Boote zu den vorgelagerten Inseln, die ebenfalls zum Ria Formosa-Gebiet gehören.
Faro ist natürlich auch einen Besuch wert. Die Innenstadt glänzt durch sehr viele kleine Plätze und die Gassen sind auch nicht so eng wie anderswo, selbst in der Altstadt.
Am Hafen werden verschiedene Rundfahrten zu mehreren Inseln und durch den Naturpark angeboten.

Gezeitenstrom

Gezeitenstrom

Ein anderer interessanter Ausflug ist eine Fahrt auf die Ilha do Ancão. Hinter der Brücke, die auf die Insel führt, hielten wir uns links und fuhren soweit es möglich war, bis an das Ende des Ortes. Danach spazierten wir auf der linken Seite der Landzunge am Wasser entlang, vorbei an einfachsten Fischerhäusern. Die Hauteinnahmequelle sind Muscheln, die in Massen im Bodden gesammelt werden. Es gibt aber auch kleine Muschelzuchten. Wer es schafft, bis ans Ende der Landzunge zu laufen, der steht an einem wunderschönen Ort, vor allem bei Sonnenschein und Flut. Schon aus 500m Entfernung hört man die einlaufende Flut, zu sehen ist sie schon viel weiter vorher. Es tritt dabei eine unglaubliche Strömung auf. Der Einlass ist nicht breit und dahinter beginnt die Ilha de Barreta. Auf beiden Seiten des Einlasses gibt es nur noch Sanddünen und Sandstrand, sonst nichts, dazwischen die Flutwellen, die sich gegen das Wasser des Boddens stemmen. Dieses Bild erinnerte uns gleich an die Landzunge von Skågen im Norden Dänemarks, auch wenn das Szenario dort einiges größer ist.
Übernachtet haben wir auf dem kleinen
aber netten Stellplatz Canto do Sol Quelfes, am Nordrand von Olhão.
In den 10.-€ Gebühr sind der komplette Service inkl. WIFI und Waschmaschine enthalten.

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