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Abschied von Kerala und Kochi

Silvester feierten wir in Kerala. Seit Weihnachten schmückten die Menschen in Fort Kochi ihre Stadt und ihre Häuser jeden Tag ein Stück mehr. Zu Silvester wurden sogar noch die Straßen gefegt und der meiste Müll beiseite geschafft. Man sieht also, es geht, wenn die Leute nur wollen.

Aufruf zum Umweltschutz, aufwändig gebaut

Aufruf zum Umweltschutz, aufwändig gebaut

So langsam wächst auch hier das Verständnis, dass man die Erde nicht unendlich verschmutzen kann. Plakate werben auf dem großen Vasco-da-Gama-Platz für eine saubere Umwelt und eine Erde, die noch lange so bleiben soll, wie sie ist. Das viele Laub, welches das ganze Jahr über von den zahlreichen Bäumen auf die Wege fällt, wird nicht von Zeit zu Zeit entsorgt, sonst zusammengefegt und an Ort und Stelle verbrannt, besser gesagt, flämmt vor sich hin. Oft erfährt der Müll die gleiche Behandlung und die Gegend ist verräuchert und stinkt.

Am Morgen des Silvestertages fand Klaus, der alleine unterwegs war, weil ich diese Nacht nicht geschlafen habe und nicht so früh aufstehen wollte, einen Aushang mit der Einladung zu einem Galadinner im Spice Fort Hotel in der Princess Street. Der Preis war vernünftig und das Angebot stand am Nachmittag immer noch. So reservierten wir zwei Plätze für 21 Uhr. Als Einleitung des Abends zeigte eine einheimische Gruppe Trommler ihr Können. Diese Gruppe spielt normalerweise in Kali-Klöstern im Süden Keralas. So hört sich die Musik auch an. Irgendwann wiederholte sich der Rhythmus immer und immer wieder, ganze vierzig Minuten lang. Die Gäste, ausnahmslos Europäer, reagierten mit der Zeit immer genervter.
Nach dieser Einführung eröffnete die nette Dame, die durch den Abend führte, das Buffet. Dieses war sehr reichhaltig und bot für jeden Geschmack etwas, bis hin zum Dessert. Alles, was wir probierten, schmeckte sehr gut. Es war allerdings unser allererstes alkoholfreies Silvester jemals, denn dieses Hotel schenkt keinerlei Alkohol aus. Es gibt überhaupt nur wenige Kneipen in Kerala, die Alkohol ausschenken dürfen. Nicht einmal ein Bierchen ist dann zu haben.
Gegen 23 Uhr trat die Trommelgruppe ein weiteres Mal auf. Die Gäste bekamen einen Zettel mit der Erläuterung, was sie nun zu sehen bekämen. Danach sollten zwei Tänzer in traditionellen und bunten Kostümen, die verschiedene Götter, in dem Fall Kali und Ganadu oder so darstellen sollen, zu sehen sein. Ganadu, ich weiß nicht mehr, wie der Gott richtig heißt, soll Kali geopfert werden. Was bekamen wir zu hören und zu sehen? Richtig. Vierzig Minuten lang das gleiche Trommeln, wie schon vorher, dazu zwei Tänzer in identischen Kostümen mit identischen, nichtssagenden Bewegungen. Es waren einfach nur Hin-und Herlaufen, Bück- oder Hampelmannbewegungen, hin und wieder schnelle Drehbewegungen, sonst nichts. Das Einzige, was man bewundern konnte, war die Ausdauer aller. Vor allem den „Tänzern“ mussten wir Respekt zollen, denn bei den Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit und den Kostümen wären wir wahrscheinlich bald umgefallen.
Nachdem wir auch diese Darbietung ertragen hatten, kündigte die Ansagedame die Trommlergruppe für die nächsten zehn Minuten ein weiteres Mal an. Der Innenhof, in dem wir saßen, leerte sich. Als ich auf´s Örtchen verschwinden wollte, sprach mich eine englische Frau an und meinte, dass das jetzt genug Trommelei gewesen wäre, für immer, betonte sie und ging. Wir schlossen uns an. Ich weiß nicht, aber viele Gäste sind nach den zehn Minuten wahrscheinlich dort nicht mehr aufgetaucht. Es war inzwischen schon zwanzig vor Zwölf. So schlossen wir uns den Massen draußen an und richteten unsere Schritte zum Strand, um darauf zu warten, was dann käme. Eine geschätzte halbe Million Menschen trafen sich dort unten. Gegen 24 Uhr setzte an vier Stellen ein kleineres Feuerwerk ein, um das Neue Jahr zu begrüßen.
Die ganze Gegend wurde über die letzten Tage videoüberwacht und überall stand Polizei. Alles verlief friedlich und ruhig.
Irgendwann gingen wir zum Hotel zurück, aber an Schlafen war die halbe Nacht nicht zu denken, denn die Leute feierten noch lange. Schallschutz gibt es in indischen Hotels nicht.

altes chinesisches Fischernetz

altes chinesisches Fischernetz

Am Neujahrstag besuchten wir den Cherai Beach auf der Insel Vipin. Dazu setzten wir mit der Autofähre über und fuhren dann mit dem öffentlichen Bus nach Cherai. Inzwischen sind wir soweit, so etwas zu tun. Um den Strand zu erreichen, mussten wir noch zwei Kilometer laufen und dabei eine breite Wasserstraße überqueren, in der ebenfalls chinesische Fischernetze stehen. Gleich danach standen wir am kilometerlangen Strand.

Cherai Beach

Cherai Beach

Leider ist dies nicht, wie wir uns das vorgestellt hatten, ein Palmenstrand. Keine Sonnenschirme, nichts schützt vor der Sonne. Wir spazierten eine Weile den Strand entlang nach Süden. Später liefen wir im Schutze einiger Palmen und Bäume, die hinter dem Strand stehen, die Uferstraße entlang.

Skulpturen hinterm Strand

Skulpturen hinterm Strand

An einem kleinen Kiosk tranken wir einen Tee mit Milch, hier die normale Ausführung von Tee, ruhten uns eine Weile aus und setzten dann unseren Weg zurück fort. Gleich gegenüber dem Kiosk stehen ein paar künstlerische Skulpturen.

ein schönes  Häuschen

ein schönes
Häuschen

Über einen Damm, der in mehreren 90°-Winkeln angelegt ist, und auf dem hier und da kleinste Fischerhütten stehen, überquerten wir den Wasserweg wieder und kamen irgendwann auf der Straße heraus, auf der wir mit dem Bus gekommen waren.
In diesem Bereich bis zum Strand stehen überall kleine Häuschen, mal sehr schön, mal weniger schön, im Schatten der Vegetation. Das erinnerte uns wieder an das geruhsame Leben auf den Philippinen. Hier lässt es sich aushalten, fernab vom Trubel.

Dann liefen wir noch ein Stück die Hauptstraße entlang, bis wir uns an einer Haltestelle vom Bus aufnehmen ließen, der uns zurück zur Fähre brachte. Das war noch mal ein schöner Abschluss.
Kurz nachdem wir in Fort Kochi angekommen waren, sollte eine Neujahrsparade stattfinden. Die Leute standen schon erwartungsvoll an den Straßenrändern, aber wir waren für den Tag genug gelaufen und wollten uns ausruhen. Am Abend gingen wir noch einmal essen. An verschiedenen Stellen gab es Disco oder anderweitige Unterhaltung und noch einen kleinen Umzug.

Nachtrag zu Kerala:

sozialistisches Plakat

sozialistisches Plakat

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass Kerala heute ein Sozialistischer Staat ist, konnte diese Behauptung jedoch nicht mehr finden. Nachdem wir fast überall, in Munnar ganz besonders, viele rote Plakate und rote Fahnen mit Hammer und Sichel gesehen haben, sind wir sicher, dass dies so ist. Ab uns zu prangten uns sogar die Gesichter Marx´, Engels´, Lenin´s und sogar Castro´s entgegen.

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Verschiedenes in Fort Kochi

Wir wissen nicht, ob es in Fort Kochi immer so ist, aber seit wir hier sind, leben fast so viele Nebelkrähen in dem Ort wie Menschen. Vom Hellwerden, wo es ein besonders kräftiges Krächzkonzert gibt, über den ganzen Tag, den man ohne Unterlass die Krähen hört, bis die Vögel zum Sonnenuntergang ihre Schlafbäume am Strand aufsuchen, ständig sind sie lautstark gegenwärtig. Es gibt aber auch Anzeichen, dass die Krähen jetzt hier Brutsaison haben. Vielleicht ist es den Rest des Jahres dann ruhiger?
Ab und zu hört man auch einmal andere Vögel zwitschern oder rufen, doch nicht jedes Rufen ist ein Vogel. Wie schon in den USA oder Kanada geben auch hier kleine Hörnchen helle Rufe ab, die einem Vogel zum Verwechseln ähnlich sind. Dazwischen sind Rufe wie von Brüllaffen zu hören. Noch wissen wir nicht, was es ist. Neben den fremden Vogelarten haben wir sogar schon ein paar ganz gewöhnliche Spatzen gesichtet.

ehemaliges Gefängnis

ehemaliges Gefängnis

Östlich des Vasco-da-Gama-Platzes fanden wir gestern das ehemalige Gefängnis des Ortes. Es ist ein kleines Gefängnis mit nur bis zu zehn Zellen und einem Brunnen im Hof. Es ist frei zu besichtigen.

Apropos frei zu besichtigen: Bei unserem Bummel im Judenviertel stießen wir auf die kleine Polizeistation, die ein kleines Museum zur freien Besichtigung eingerichtet hat. Einer der Polizisten sagte uns, dass es ein großes Polizeimuseum in Ernakulam gibt.

Rest des alten Forts

Rest des alten Forts

Nachdem wir nun schon mehrfach die Promenade hoch und runter gelaufen sind, entdeckten wir erst jetzt, dass tatsächlich noch Überreste des alten portugiesischen Forts existieren. Sie sind meist über- oder umbaut und von riesigen Bäumen verdeckt, so dass sie kaum zu sehen sind. Sogar eine Kanone steht noch auf einem übriggebliebenen Geschützstand.

Bei unserem ersten Rundgang entgegen dem Touristenviertel, vor ein paar Tagen, sahen wir einen Campingladen. Jetzt wollten wir den Laden wiederfinden, aber bei dem Straßengewirr haben wir es trotz zweimaligem Anlauf nicht geschafft. Bei einem der Versuche hatten wir uns wieder dermaßen verlaufen, dass uns erst ein Tuk-tuk wieder auf den rechten Weg bringen musste. Wir haben zwar einen Stadtplan, aber der ist nicht zu gebrauchen.

Endlich hatten wir ein Restaurant gefunden, welches Ente, Rind und Schwein auf seiner Speisekarte stehen hat. Auf unsere Bestellung für ein Entengericht wurden wir mal wieder enttäuscht. Ente ist nicht verfügbar.
Heute sind wir schon außerhalb frühstücken gewesen, weil es in unserem Hotel immer das gleiche Angebot gibt: Toast und Ei, Ei und Toast und wieder von vorne.

Zum ersten Mal probierten wir frisch gepressten Zuckerrohrsaft, allerdings mit Limonensaft versetzt. Der schmeckt sehr lecker und ist nicht so süß wie der Kokosnusssaft. Den Zuckerrohrsaft werden wir wohl noch öfters trinken.

Neuerdings preisen die Tuk-tuk-fahrer ihre Gefährte als Ferrari oder Bugatti an. Als uns mal wieder einer fragte, meinte Klaus, er würde nur mit einem Porsche mitfahren. Kurzerhand fuhr der Fahrer sein Gefährt ein Stück vor und zeigte uns die Rückseite. Größer kann der Zufall nicht sein, da prangte ganz groß ein Porschezeichen auf der Plane, zusammen mit dem Audi-Logo und einem sehr kleinen Ferrari-Logo. Tja, manchmal bekommt man ganz unverhofft Kontra. Wir amüsierten uns köstlich.

Aquarienfisch

Aquarienfisch

Seit vor Weihnachten bis Anfang Januar läuft eine mobile Blumen- und Haustierausstellung, die wir besuchten. In der Blumenabteilung kam es uns so vor, als würde man die europäischen Pflanzen wie Studentenblume, Aster oder Dahlie in Indien bekannt machen wollen. Dafür staunten wir in der Haustierabteilung nicht schlecht. Sowohl bei den Fischen als auch bei den Tauben und Hühnern werden Typen und Rassen gezeigt, die wir weder in der Natur noch im Fernsehen jemals gesehen haben. Da gibt es schon verrückt aussehende Tiere.

Zum Abendessen waren wir wieder in dem sehr schönen, kleinen Restaurant „Oceanos Seafood Ahoy“. Man muss nur zu den ersten Gästen gehören, wenn abends wieder geöffnet wird, sonst steht man lange an.

Die nächsten zwei Tage sind wir auf Tour nach Munnar im Landesinneren.

Weihnachten in Fort Kochi

Ich hatte ja im vorletzten Bericht geschrieben, dass fast überall für Weihnachten geschmückt wurde. Gestern und heute, an den Weihnachtsfeiertagen, waren viele Leute auf den Beinen. Sie waren fein angezogen und promenierten vor allem abends am Strand oder durch die Gassen rund um den Vasco-da-Gama-Platz. Öffentliche Veranstaltungen gab es nicht. Wir sahen aber auch ein paar Leute arbeiten, z.B. die Müllabfuhr oder beim Pflastern von neuen Fußwegen. Die Händler arbeiten sowieso jeden Tag.

Synagoge

Synagoge

Mit Hilfe eines Tuk-tuks besuchten wir das Judenviertel am Ostrand von Fort Kochi. Die sehr versteckt liegende und unscheinbare Synagoge hat freitags geschlossen, so dass wir sie nicht von innen besichtigen konnten. Im Reiseführer steht, dass in den 1950er Jahren die meisten Juden dieses Gebiet, welches sie schon seit frühester Zeit bewohnten, verlassen haben. Trotzdem konnten wir einigen Händlern in der Nähe der Synagoge das Jüdische ansehen, vor allem die typische Bartform.

Ginger House & Restaurant

Ginger House & Restaurant

Es gibt sehr viele Antikgeschäfte in dem Viertel. Das größte ist wohl das Ginger-House, dem das Ginger-Restaurant direkt am Wasser angeschlossen ist. Der Laden verkauft sehr schöne Stücke aus alter Zeit und restauriert zugleich die alten Kunstwerke, wie Türen, Säulen, Ornamente, Figuren usw., die ganze Palette.
Im Ginger-Restaurant werden viele Speisen mit Ingwer zubereitet, wie der Name auch sagt. Die Ausstattung des Restaurants besteht aus zusammengewürfelten alten Tischen und Stühlen, die zusammen doch eine Einheit bilden. Dazwischen stehen Skulpturen von Tieren oder Fabelwesen. Über das Wasser hinweg sieht man zur Insel Willingdon. Das Essen ist zwar teurer, aber auch jede Rupie wert.

Haus im Judenviertel

Haus im Judenviertel

Außerhalb der Touristengassen ist das Judenviertel sehr vernachlässigt und ruhig. Hier und da hängen noch Schilder mit den Namen der ehemaligen Besitzer an den Hauswänden.

Fort Kochi Jain-Tempel

Fort Kochi Jain-Tempel

Eine andere Station unserer selbst zusammengestellten Stadtrundfahrt mit Tuk-tuks war der Jain-Tempel, in dem gerade eine Gebetsstunde abgehalten wurde. Zutritt ist für Nichthindu´s absolut untersagt. So konnten wir nur von außen gucken. Zu dem großen Tempel gehört auch noch ein kleiner Wassertempel.

Der Dutch-Palace oder auch Mattancherry-Palace, so nach dem Stadtviertel benannt, ist von außen wenig sehenswert, soll jedoch im Inneren sehr prachtvoll sein. Leider ist auch dieser Palast freitags geschlossen.
Noch ein Wort zum äußeren Zustand der Häuser. Jedes Jahr fegen drei Monate lang im Sommer heftige Monsune über Indien hinweg. Die hinterlassen Spuren und kaum ein Inder kann es sich leisten, sein Haus alle paar Jahre neu herzurichten.

Am Abend des 26. Dezember fand am Strand eine Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Tsunamis im Indischen Ozean statt. Zudem mahnte man, mit unserer Erde vernünftig umzugehen. Es wurden Kerzen angezündet, Lampions auf dem Wasser ausgesetzt oder Glücksballons steigen gelassen. Eine kleine Musikeinlage brachte die nötige Aufmerksamkeit.

Kochi Erkundung

Kerala ist ein kleiner Bundesstaat Indiens am südwestlichen Ende des Subkontinents. Seit der Entdeckung dieses Landes durch Vasco da Gama und die Gründung der Ostindischen Kompanie hat sich das Leben der Menschen hier in vieler Hinsicht geändert. Der Gewürzhandel brachte das Land zu Wohlstand. Dann kamen die Engländer und die Holländer, die alle ein Stück vom Kuchen abhaben wollten, was nicht ohne Konflikte blieb.
Die religiöse Vielfalt sucht heute seinesgleichen. Inder mit ihren vielen Religionen, Christen, Moslems und Juden leben in Eintracht nebeneinander. Da stehen z.B. Kirchen und hinduistische Tempel auf einem Grundstück.

3D-Darstellung im Maritimen Museum Kochi

3D-Darstellung im Maritimen Museum Kochi

Wir haben uns das Maritime Museum angesehen, in dem über die Geschichte der indischen Marine berichtet wird. Die Anfänge dieser Einrichtung liegen mindestens 400 Jahre vor Christus. Damals noch zum größten Teil Handel treibend, baute man die ersten Schiffe, die mit der Zeit immer ein wenig weiterentwickelt wurden. Kochis Werft ist eine der ältesten Werften an der indischen Küste.
Seit die Europäer auftauchten, wurden die Aktivitäten der Königlich-Indischen Marine aufgezeichnet. Seit dem ist dieser Militärzweig fast ständig bei irgend welchen Auseinandersetzungen und Kriegen dabei gewesen. Die Liste endet 1950.
Bisher noch nie in einem Museum gesehen haben wir die großen 3D-Darstellungen. Wie ein tiefes Relief sind Szenen aus dem Leben, Kriegsschiffe damals und heute, Karten usw. dargestellt. Durch die farbige Gestaltung sieht alles fast echt aus. Dazu sind unter anderem Uniformen, Urkunden, Bildmaterial, Bordgeschütze und Lenkraketen zu sehen.

Nach diesem Besuch verbrachten wir eine Weile am Badestrand von Fort Kochi, wie der Stadtteil heißt, in dem wir uns befinden. Na ja, Badestrand ist zuviel gesagt, da die Inder kaum baden gehen und wenn, dann mit all ihren Sachen. An diesem Strand ist noch das Problem, dass überall Fischnetze liegen. Hier und da stehen Fischer im Wasser, die mit Handnetzen ihr Glück versuchen. Baden gehen können wir somit abhaken.

Jedenfalls fühlen wir uns hier in Fort Kochi wesentlich aufgehobener als in Delhi. Es ist viel ruhiger, sauberer und entspannter, wenngleich man ständig wegen einer Stadtrundfahrt mit dem Tuk-tuk oder vor einem Restaurant oder Laden angesprochen wird.
In Kerala gibt es keine Analphabeten, während über die Hälfte der Rajasthani nicht lesen oder schreiben können. Die Anzahl der Bettler ist hier sehr gering, während man in Delhi ständig Hände entgegengestreckt bekommt.

gemütliches Sträßchen in Fort Kochi

gemütliches Sträßchen in Fort Kochi

Bei unserem nachmittäglichen Spaziergang lenkten wir unsere Schritte in die der Touristenecke entgegengesetzte Richtung und fanden dort gemütliche Sträßchen mit zum Teil sehr schönen Häuschen. Jede Menge große und kleine oder kleinste Kirchen standen an unserem Weg. In Hotelnähe, nur ein paar Schritte weiter, entdeckten wir kleine Läden mit allem Nötigen wie Wasser, Obst und Gemüse, einem Bäcker bis hin zur Drogerie. In einer Art Hinterhof ging ein Fleischer seinem Geschäft nach. Hier können wir uns versorgen.

Straßenschmuck für Weihnachten

Straßenschmuck für Weihnachten

Heute ist Heilig Abend und fast überall wird auf die Schnelle noch für die Feiertage geschmückt. Sterne, Girlanden, Lampions, seltener ein kleiner Weihnachtsbaum prangen an und vor den Häusern. Teilweise sind ganze Straßen mit Girlanden praktisch überdacht.
Ein kleines und feines Restaurant fanden wir heute auch, in das wir zum Kaffee und zum Abendessen einkehrten. Es hat ausgezeichnete Speisen, vor allem Fischgerichte. Für zusammen ganze 8 Euro aßen und tranken wir vorzüglich. Das Restaurant wurde am Nachmittag noch geschmückt. Jetzt spielte im Hintergrund sogar Weihnachtsmusik.

Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal an den Strand, wo immer noch das Leben tobt. Nur gut, dass wir heute mit Mückenspray vorgesorgt haben.

Ankunft in Kochi

Gegen Mitternacht, es waren immer noch 29°C bei ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit, kamen wir bei unserem gebuchten Hotel an. Die gute Dame des Hauses meinte, wir sollten am nächsten Tag die Formalitäten erledigen, damit wir jetzt endlich ins Bett kämen. Nachdem wir durch ihre Wohnräume im Haus gegangen waren, zeigte sie uns ein Zimmer in der oberen Etage. Hotel mit Familienschluss? Wir hatten keinen Nerv mehr für irgend etwas. Das Bett war viel zu schmal und viel zu hart, kein Schrank und ein Gemeinschaftszimmer.
Sobald es hell wurde, begannen Vögel Melodien zu trällern, die wir noch nie gehört hatten. Daran schlossen sich die Krähen an, die stundenlang lauthals krächzten. Derweil begann das Leben im Haus und auf dem Hof. An Schlafen war nicht mehr zu denken. Gegen halb 8 Uhr standen wir genervt auf.
Wer uns kennt, weiß, dass bei unseren selbst gebuchten Reisen fast immer etwas daneben geht. Jetzt war es soweit. Wir waren in keinem Hotel, sondern in einem Gästezimmer gelandet. Die Wirtin hatte uns wohl schon am Abend angemerkt, dass wir bei Ihr falsch sind. Nachdem ich erzählt hatte, wie es uns ergangen war, half sie uns aus der Misere herauszukommen. Sie sah selbst im Internet (Booking.com) nach und sah, dass ihre Pension als Hotel dargestellt wird. Wir hatten ja schon die 11 Nächte im Voraus gebucht. Jetzt brauchten wir nur die Taxifahrt hierher und die eine Nacht bezahlen. Sie meinte, wir sollten uns ein Hotel suchen, wo es uns besser gefallen würde.

Gama Hertitage Residenz

Gama Hertitage Residenz

Auf der Straße wird man hier ständig gefragt, ob wir ein Tuk-tuk haben möchten. Diesmal sagten wir zu und der Fahrer half uns, ein Hotel in unserer Preislage zu finden. Alleine hätten wir uns wohl den Wolf gelaufen. Schnell fanden wir ein schönes Hotel, das „Gama Heritage Residenz“. So checkten wir in der Pension wieder aus und im Hotel ein.

chinesisches Fischernetz

chinesisches Fischernetz

Danach spazierten wir ein bisschen durch die Gegend und kamen zuerst am Strand heraus, dort wo die chinesischen Fischernetze stehen, die es so schon fünfhundert Jahre lang gibt und die Kochis Attraktion sind. Noch heute fangen die einheimischen Fischer ihre Beute mit diesen Netzen und verkaufen sie direkt am nebenan gelegenen Markt. Wenn man möchte, kauft man beim Fischhändler den Fisch und der wird dann sofort von einem Koch in einem nahegelegenen Restaurant zubereitet. Heute wollten wir jedoch nur erst einmal schauen. Eine frische Kokosnuss gönnten wir uns, weil wir Durst hatten. Ansonsten treten sich die Souvenirhändler gegenseitig auf die Füße.

Kirche in Kochi

Kirche in Kochi

Auffallend ist, dass Kochi sehr viele Kirchen und ein jüdisches Viertel hat. Nähere Informationen dazu haben wir jedoch noch nicht.

Nach einigen Kilometern Weg in der heißen Sonne und einem frisch gepressten Saft, gingen wir zum Hotel zurück. Am Abend ließen wir uns eine Kleinigkeit in einem der Straßenrestaurants am Vasco-da-Gama-Platz schmecken. Allerdings fraßen uns dort die Mücken auf, mit denen wir so gar nicht am Meer gerechnet hatten.

Po-Delta

Kaum hatten wir den Stellplatz im Delta des italienischen Flusses Po erreicht, empfing uns das Wetter mit einem ausgewachsenen Sturm und Regen, welches stundenlang und bis tief in die Nacht anhielt. Deshalb mussten wir unseren gerade begonnenen Rundgang durch den Fischereihafen von Goro-Gorino, dem wir einen Besuch des gleichnamigen Ortes anschließen wollten, schnell wieder beenden.
Wir stehen direkt zwischen dem Po-Goro und der Lagune am südlichen Deltarand. Durch den Sturm stieg der Wasserpegel schnell und drückte noch mehr Wasser durch die enge Schleuse zwischen beiden Gewässern, an der wir stehen. Es wurde etwas beängstigend. Müssen wir den schönen Stellplatz gleich wieder verlassen und tiefer ins Landesinnere, nach Goro, umziehen? Ein Auge hielten wir immer auf das Wasser gerichtet. Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne.

Unwetter über dem Po-Delta

Das Po-Delta ist die Heimat von Nutrias. Eine Gruppe von ihnen lebt kurz vor Goro-Gorino an einen Wasserloch. Mal schwimmen sie, mal fressen sie das satte Grün am Wasserrand. Sie sind sehr scheu und lassen sich nur aus der Entfernung fotografieren. Die nahe an ihnen vorbeifahrenden Autos stören sie dagegen nicht. Nutrias haben wir jedoch überall gesehen, wo Wasser in der Nähe ist. Leider werden viele von ihnen hier im Park des Po-Delta überfahren.

Nutrias

Das Po-Delta wird stark landwirtschaftlich genutzt. Von Möhren, Rüben und Salat bis hin zu Haselnüssen wird auf dem fruchtbaren Boden manches geerntet. Jetzt im Herbst sind aber die meisten Felder umgepflügt. Deshalb sind kaum noch Vögel im Delta unterwegs, außer den üblichen vier Reiherarten (Grau-, Silber-, Seiden-, Kuh-), Möwen, Elstern und ein paar Singvögeln. Im Ebro-Delta ist da schon mehr los um diese Jahreszeit.
Goro und Gorino sind zwei ruhige Orte. Hier hat man Zeit, hier regiert die Natur. Nur in den zwei großen Häfen sieht man so etwas wie Geschäftigkeit. Allerdings fragt man sich, angesichts der unzähligen Fischerboote: Was fangen die? Soviel Fisch kann es im Po und der Lagune gar nicht geben. Viele Boote haben Ausrüstung zum Muschelfang dabei. Vor allem Miesmuscheln und Venusmuscheln werden in den Lagunen gezüchtet. Im Sommer werden Bootstouren zu den Muschelbänken angeboten.

Von unserem Stellplatz im Fischereihafen von Gorino sehen wir einen Leuchtturm. Leider ist dieser nur mit einem Boot zu erreichen. Wir fuhren über eine Behelfsbrücke kurz vor Gorino über den Po-Goro. Diese Behelfsbrücke kostet für PKWs 2,50€ Zoll pro Überfahrt und basiert auf mehreren Betonschiffen, die nebeneinander im Po-Goro liegen. Mit lautem Gerappel, die meisten Bohlen sind lose, erreichten wir das andere Ufer und folgten der Straße auf dem Damm, bis zu deren Ende. Den Rest bis zur Po-Mündung in die Adria muss man zu Fuß gehen, allerdings mit Hindernissen und nassen Füßen am Po-Ufer entlang. Auf den letzten 50m stapelt sich das Treibholz meterhoch, so dass das Ufer der Adria unerreichbar bleibt. Einen schönen Blick auf den Leuchtturm hat man trotzdem.

Mündung des Po-Goro

Comacchio ist die heimliche Hauptstadt des Po-Deltas und war im Mittelalter ein erfolgreicher Handelshafen. Die großen Erwerbszweige sind hier das Salz und der Aal. Die Salzproduktion begann schon in der Antike, als die Etrusker die Stadt Spina gründeten, deren Reste in der Nähe von Comacchio ausgegraben wurden. Schon Spina war ein wichtiger Handelshafen. Die Etrusker, an denen man nicht vorbeikommt, wenn es um Italien geht, legten die Salinen an, die über die Jahrhunderte bis 1985 genutzt wurden. Dann wurde die Produktion eingestellt und die Natur bekam ihr Recht zurück. Nur wenige kleine Salzbauern gibt es noch. Flamingos sollen hier brüten, aber im Moment sind sie nicht da.
Die Lagunen von Comacchio sind ebenso Lebensraum der Aale, wenn sie aus der Sargassosee, östlich von Florida im Atlantik, kommen. In der Zeit von Oktober bis Dezember ziehen die Aale wieder dorthin zurück. Seit Jahrhunderten werden die Aale dann mit Hilfe von Schrankensystemen aus Holz und Weidenruten in den Kanälen gefangen. Es gab viele dieser Schrankensysteme im Delta. Die dazugehörigen Bauwerke, Wohn- und Arbeitsraum der Fischer, sind heute meist nur noch Ruinen. Aale gibt es kaum noch, deshalb ging auch dieser Erwerbszweig auf ein Minimum zurück. In der Manifattura dei Marinati, der Fischfabrik, auch Haus des Aales genannt, kann man sich auf die Spuren der Aalverarbeitung begeben. Von Oktober bis Dezember, wenn die Aale gefangen werden, ist das Museum wieder als Fabrik tätig. Dann werden die Aale angeliefert, der Kopf entfernt, und der Rest wird auf lange Spieße gefädelt. Diese werden vor große Feuer gehängt, es gibt zwölf Kamine, bis sie gut gebraten sind. Dann schichtet man sie in Fässer, die zum Abschluss mit Marinade aufgefüllt werden. Für 3,-€ Eintritt ist man dann hautnah dabei. Wir jedoch waren wohl etwas zu früh, denn die Kamine blieben kalt und die Spieße leer. Mehrere Filme erklären dann die Funktionsweise der Fischfabrik. Es wurde sogar ein Film mit Sophia Loren gedreht, der sich mit dem Aalfang und der Fischfabrik beschäftigt. Anfang Oktober findet jedes Jahr das „Aalfestival“ statt. Deshalb kamen wir mit der Erwartung nach Comacchio, dass wir überall an Ständen oder so Aal probieren könnten. Stattdessen wird der Aal für teures Geld als Konserve in Spezialitätenläden oder als teure Gerichte in den Restaurants und Trattorias angeboten.

Fischfabrik oder „Haus des Aals“ in Comacchio

Die Lagunenstadt Comacchio ist trotzdem sehr sehenswert und eine echte Konkurrenz zu Venedig. Hier ist es zu dieser Jahreszeit sehr ruhig. In aller Ruhe und Gemütlichkeit lässt es sich an den vielen schönen Kanälen und bunten Häusern entlang spazieren. Ziegelbrücken ermöglichen den Seitenwechsel. An fast jeder Ecke erhebt sich eine Kirche. Im Stadtzentrum stehen ein Uhrturm und der Weizenspeicher.

Kanäle überall

Das imposanteste Bauwerk ist die Trepponti-Brücke, die 1630 als monumentales Seetor gebaut wurde. Über mehrere Treppen kann die Trepponti-Brücke passiert werden. Gleich nebenan befindet sich der alte Fischmarkt mit der Fischhalle. Comacchio ist unserer Meinung nach ein Muss, wenn man das Po-Delta besucht.

Trepponti-Brücke

Noch eines muss ich erwähnen. Vollkommen überrascht waren wir, als wir die großen Fischernetze bei Comacchio sahen. Es ist das gleiche Prinzip, wie die chinesischen Netze in Kerala (Indien). Nur das diese dort mit einem Hebel und sechs bis acht Mann bedient werden, und hier in Comacchio mit Hilfe eines Motors funktionieren. Die großen viereckigen Netze sind stationär und werden in das Wasser abgesenkt. Nach kurzer Zeit zieht man sie hoch und der Fang, meist nur kleine Fische, die frittiert werden, werden mit einem Kescher herausgefischt. Dabei müssen die Fischer schnell sein, denn Heerscharen von kleinen Krebsen, die mit dem Netz nach oben kommen, stürzen sich ebenfalls auf die Fische. Natürlich wollen auch die Möwen ihren Anteil.

Fischernetze in Comacchio

Der zweite Stellplatz im Po-Delta, den wir nutzten, war der naturbelassene Platz „Area Sosta Camper“, direkt bei den Lagunen von Comacchio, knapp südlich der Stadt. Die breiten Strände von Porto Garibaldi, Estensi und Spina sind auch gleich in der Nähe. Dort ist inzwischen auch alles in einen Dornröschenschlaf gefallen. Nur ein paar in dicke Jacken gehüllt Spaziergänger bevölkern jetzt den Strand. Die meisten Kneipen haben bis zum Frühjahr geschlossen.

Reiseblogger und ihre Bilder – die Trends

Ich bin immer auf der Suche nach interessanten Reiseblogs und landete dabei bei Corinna und ihrem Blog aussteigenbitte. Ihr lustiger Beitrag „Reisebloggerbilder und ihre Trends“ animierte mich dazu, mir unser Bildarchiv vorzunehmen und meinen Senf dazuzugeben, trotzdem ihr  Beitrag schon eine Weile her ist. Ich habe zwar nicht die Angewohnheit, alle fünf Minuten meine Zahlen zu checken, obwohl es auch mir nicht egal ist, ob sich jemand für meinen Post oder Beitrag interessiert, es gibt jedoch so viele andere Dinge im Leben, die genausoviel Aufmerksamkeit verdienen. Aber, wie schreibt Corinna so treffend: „Wir alle schreiben den Blog, weil wir gelesen werden möchten. Dann macht es einfach mehr Spaß!“

Eigentlich finden wir es nicht wirklich interessant, Bilder von uns zu veröffentlichen, aber für diesen Artikel mache ich mal eine Ausnahme. Es besteht natürlich auch bei uns die Gefahr, wie ein Vollpfosten dazustehen. 🙂 Dieses Risiko gehe ich gerne ein. Ich versuche dabei, bei der Präsentation der Bilder auf Corinnas Kategorien zurückzugreifen, ergänze diese aber auch durch neue.

„Ich steh hier nur so rum“

Dieses Wandgemälde fanden wir in Bushmills, Irland

„Hier ist es so schön, ich könnte Luftsprünge machen und tue es auch“

Die Landschaft von White Sands, New Mexico, ist so überwältigend, dass man einfach Luftsrünge machen muss

Leider war der Selbstauslöser nicht so schnell, wie ich mit meinem Sprung, aber der Ansatz ist wohl erkennbar. Es ist wirklich grandios dort. Corinnas Bild ist da um einiges besser gelungen. 

„Ich schaue verträumt in die Ferne und wurde zufällig dabei fotografiert“

Im Hinterland von Cabopino, Spanien

Wir stehen dort an einem Golfplatz, der so groß ist, dass man ihn nur mit dem Fernglas erfassen kann. Auf dem Teich schwammen verschiedene Entenarten, denen ebenfalls meine Aufmerksamkeit galt.

 

„Selfie“

Zum Thema „Selfie“ kann ich leider im Moment nichts beisteuern. Das ist keine Lüge. Bisher haben wir immer nette Menschen gefunden, die uns vor einem tollen Motiv fotografiert haben. Wir finden es schon merkwürdig, dass die Leute ständig in der Gegend rumstehen und sich selbst fotografieren. Die vielen Selfie-Sticks sehen jedenfalls komisch aus. Vielleicht schaffe ich es irgendwann auch, ein Selfie zu produzieren, für diesen Beitrag.

 

„I’m to sexy for my shirt“

Colva, Indien

Zugegeben, das Bild passt nicht wirklich, denn mit einem Shirt am Strand zu sitzen wäre doof.

 

„Guck mal was ich leckeres zu Essen hier habe“

Meeresfrüchteplatte in Arcachon, Frankreich

Das war das leckerste Essen, welches wir je fotografiert haben. Es war jedoch gekauft. Ich habe aber auch das Bild eines selbstgekochten Essens. Es sind selbstgesammelte und zubereitete Napfschnecken, die wir an der Westküste Schottlands gefunden haben. Ich bin nicht wirklich ein Schneckenfan, aber die waren lecker. 

schottische Napfschnecken mit Stampfkartoffeln

„Guck mal wo ich stehe“

Bilder von Füßen haben wir auch, komischerweise alle von Klaus. Eines der Bilder zeigt, wie groß die Schulpe von Kalmaren werden können. Klaus hat große Füße.

Faro, Portugal

„Guck mal ich bin im Flugzeug“

Ägypten

Der Zufall wollte es, dass wir statt der gebuchten 2. Klasse dann doch 1. Klasse flogen. Leider dauerte dieser Flug von Luxor nach Kairo nur eine Stunde. Trotzdem, es war ein sehr angenehmer Flug.

 

„Guck mal ich mach Blasen“

Magsaysay-Island, Philippinen

Es sieht auf dem Bild nicht so aus, da es um mich ging, aber wir durften Tauchgründe erleben, die zu den schönsten der Welt zählen. Bis in Tiefen von über 40 Metern fühlt man sich rund um Magsasay-Island und Camiguin an der Nordküste Mindanaos wie im Aquarium.

 

„Spaziergang am Strand“

Wangerooge

Auf Wangerooge sehen die Strandspaziergänge oftmals etwas anders aus.

 

„Guck mal wie ich mich verrenken kann“

Kochi, Indien

Okay, der Versuch, am nächtlichen Strand sexy zu erscheinen, ging etwas daneben. So schönes Yoga wie Corinna kriege ich wohl auch kaum hin.

 

So, dass waren Corinnas Vorschläge. Ich habe aber noch ein paar weitere Bilder gefunden, für die ich neue Kategorien eröffnen muss:

„Guck mal wie ich der Gravitation ein Schnippchen schlage“

Confusion Hill, Kalifornien

Viel Spass und ganz neue Erfahrungen in Sachen Gravitation findet man bei „Confusion Hill“ in den Redwoodwäldern Nordkaliforniens. Stehe ich nun schief oder das Haus?

 

„Wie klein sind wir eigentlich“

Wir wissen, dass wir nur ein Staubkorn im Universum sind. Der ein oder andere Größenvergleich macht es immer wieder deutlich.

Die Redwoodbäume (Riesen-Mammutbäume) in Kalifornien sind wirklich gigantisch

 

Gulliver lässt grüßen. Gefunden auf Nova Scotia

„Guck mal ich kann schweben“

Skydeck, Chicago

400 Meter über dem Erdboden steht man in einem der gläsernen Erker des Skydecks, im 103. Stock des Willis Towers.

 

„Guck mal wen ich getroffen habe“

Kingston, Ontario

Eine Halloween-Bekanntschaft. Wirkt ziemlich echt, oder? Oder ist es gar ein Tramper, den keiner mitgenommen hat?

 

„Guck mal wie behütet ich bin“

Lafourche, Louisiana

Steht mir doch gut, finde ich. Überraschenderweise ist der Lotus auch in den Sümpfen Lousianas zu Hause.

 

„Guck mal wie ich spiele“

Wenhaston, England

Wusste gar nicht, dass das so viel Spass macht. Man muss trotzdem höllisch aufpassen.

 

„Guck mal ich bin im Spiegel“

Jaipur, Indien

Da ist jetzt doch einiges an Bildern zusammengekommen. Es hat Spass gemacht, sie herauszusuchen und zusammenzustellen. Das war eine ganz neue Herausforderung. Vielen Dank Corinna für dieses Thema.

 

 

Sines

Sines vom Fischerhafen

Sines stand gar nicht auf unserer Liste der Sehenswürdigkeitenl. Uns lagen keine Gründe vor, in diese Stadt zu fahren. Von Porto Covo aus sind Raffinerien, Werften und ein Heizkraftwerk zu sehen, keine Einladung. Nur der Umstand, dass wir tanken mussten, führte uns nach Sines. Bei der Einfahrt ins Zentrum standen ein paar Wohnmobile in der Nähe des Fischerhafens. So stellten wir uns dazu und beschlossen, eine Nacht zu bleiben. Sines überraschte uns dafür seinerseits.
Die Stadt liegt am Rande eines Berghanges, oberhalb des Vasco da Gama-Strandes und des Fischerhafens. Dort führt auch eine Straße entlang. Von der Mole des Fischerhafens wirkt Sines sogar gemütlich. Die hässlichen Fabriken sind kaum zu sehen.

Aufzug in die Altstadt

Es gibt nun drei Wege, in die Altstadt hochzukommen: entweder man nimmt die enge Straße und hofft, einen Parkplatz zu finden, oder man steigt eine Treppe hinauf, oder man nimmt den Aufzug. Ja, vom Strand aus bringt ein Aufzug die Besucher in wenigen Sekunden nach oben. Von dort hat man einen tollen Blick über die gesamte Bucht, an der Sines liegt. Die Treppe und der Aufzug stammen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, als Sines noch ein Thermalkurort war, bis man in den 70er-Jahren die Raffinerien baute.

Vasco da Gama-Denkmal

Nur ein paar Schritte weiter kommt man zur Kirche, der Bronzestatue von Vasco da Gama und zum Castell. Im Turm des Castells ist die Touristinfo untergebracht, die ebenso überrascht. Ein kleines Museum, kostenfrei, berichtet über die reiche und lange Geschichte von Sines. Der Ort ist schon seit der Steinzeit besiedelt. Im Museum sind Artefakte aus allen Epochen zu finden. Hier erfuhren wir auch, dass Vasco da Gama in Sines geboren wurde. Ihm gelang als erstem Europäer die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung, was den Seeweg nach Indien freimachte. Die portugiesischen Seefahrer waren keine Eroberer, sondern Entdecker. Der entstehende Gewürzhandel machte Portugal zu einer Weltmacht. Vasco da Gama starb in Kochi, im indischen Bundesland Kerala. Man überführte ihn zurück nach Portugal und bestattete ihn in Lissabon.

Gedenktafel für Vasco da Gama

In der Rua Vasco da Gama steht ein Haus, an welchem eine Tafel darauf hinweist, dass dies das Geburtshaus des Seefahrers ist. Dies ist unwahrscheinlich, da das Haus keine 500 Jahre alt ist, keines der Häuser von Sines. In dem Prospekt der Stadt steht, dass es wahrscheinlicher ist, dass da Gama nach seiner Rückkehr aus Indien einen Palast für sich bauen wollte. Dieser wurde jedoch nie fertig und verfiel irgendwann. Die Ruine wurde abgerissen und im Zuge der Stadterneuerung an dieser Stelle ein neues Haus gebaut.

Adega de Sines

Beim Bummel durch die Gassen von Sines entdeckten wir die Adega de Sines. Die Weinstube war gerade geschlossen, aber der in Gang gesetzte Grill direkt hinter dem Fenster machte uns neugierig. Durchweg begeisterte Bewertungen der Küche der Adega im Internet führten uns abends noch einmal dort hin. Der Vater der Familie fragte uns, ob wir zum Essen da wären. Wir bejahten die Frage und wurden umgehend direkt in die Küche komplimentiert, wo uns die Tochter empfing. Sie bot uns ganze drei Gerichte zur Wahl an: Bacalão, der berühmte portugiesische Stockfisch, die Spezialität des Hauses Huhn vom Grill, oder frischer Fisch. Das Essen kam sehr schnell und die Mutter kümmerte sich um die Getränke. Ein halber Liter Wein für zwei Personen ist im Preis des Essens enthalten, der zwischen 6,- und 9,-€ liegt. Authentischer als in dieser Adega kann man kaum bewirtet werden. Das Ambiente ist einfach, aber spannend. Nach dem reichlichen Essen fragten wir nach einem Verdauungsschnäpschen und wurden mit Schnaps und Likör aus eigener Herstellung bewirtet. Der Schnaps war so gut, dass wir uns gleich einen Liter abfüllen ließen. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend und alle hatten ihren Spaß. Man sollte wirklich einmal dort essen, wo die Einheimischen einkehren.

Indienreise Zusammenfassung

ein etwas anderes Wandbild

ein etwas anderes Wandbild

Fast fünf Wochen in Indien liegen nun schon wieder hinter uns. Drei Tage Delhi, sieben Tage Rundfahrt mit dem Auto durch Rajasthan, elf Tage im südlich gelegenen Bundesstaat Kerala, elf Tage im südlichen Goa und ein Tag im Mumbai. Das war eine aufregende, interessante, aber auch sehr anstrengende Reise durch das 1,2 Milliarden Einwohner zählende Land. Indiens staatliche Maßnahmen zur Geburtenkontrolle greifen viel zu langsam.
Delhi, die Hauptstadt Indiens, können wir als Urlaubsziel nicht empfehlen. Die Stadt hat inzwischen über 20 Millionen Einwohner. Die Armut ist sehr groß, der Verkehr ist gewaltig, laut und mehr als chaotisch, die Luft fast zum Schneiden dick und der Müll wird fallengelassen, wo er gerade anfällt.
In Delhi sollte man sich im Rahmen einer Stadtrundfahrt die Sehenswürdigkeiten ansehen, ansonsten schnellstmöglich zu einer der oft angebotenen Rajasthan-Rundreisen starten. Unser Eindruck ist, dass die allermeisten Touristen als Individualtouristen in Indien unterwegs sind.

auf Rajasthan-Rundfahrt

auf Rajasthan-Rundfahrt

Deshalb werden fast nur Privattouren mit PKW und Fahrer angeboten, die man unbedingt nutzen sollte. Dadurch hat man den Vorteil, halten zu können, wo man das möchte und nicht überall vorbeizufahren, wo etwas Interessantes auftaucht. Reisebüros findet man in Touristengegenden fast an jeder Ecke.
Selbstfahrer ist im indischen Verkehr, vor allem in den Großstädten, ganz und gar keine gute Idee. Es gibt zwar Fahrschulen und Verkehrsregeln, aber gefahren wird, als gäbe es kein Morgen. Jeder will der Schnellste sein und quetscht sich in jede noch so kleine Lücke, die nach unseren Vorstellungen schon längst keinen Platz mehr bietet. Es ist ein Wunder, dass es nicht mehr Beulen an den Fahrzeugen gibt. Dafür sorgt wahrscheinlich die Fahrzeugversicherung, die auch in Indien Pflicht ist.
In Rajasthan wird, je weiter man sich von Delhi entfernt, alles besser – weniger Menschen, weniger Verkehr, weniger Dreck, aber immer noch genug von allem. Die klassischen Rundfahrtorte sind Agra mit dem Taj Mahal und Jaipur, die rosa Stadt mit dem Palast der Winde. Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, sollte unbedingt auch Jodhpur, die blaue Stadt, Puschkar und Udaipur besuchen. Die Entfernungen sind zwar nicht so wahnsinnig weit, aber die indischen Verhältnisse fordern ihren Zeittribut. Europäische Maßstäbe schmeißt man am besten gleich über den Haufen.

in Fort Kochi

in Fort Kochi

In Kochi, etwa in der Mitte der Küste von Kerala gelegen, ist für Touristen vor allem der auf einer Insel gelegene Stadtteil Fort Kochi empfehlenswert. Dies ist der Ursprung der heutigen Stadt, die sich inzwischen auf viele Inseln ausgedehnt hat. Der größte und modernste Stadtteil, auf dem Festland gelegen, ist Ernakulam mit dem Flughafen.
In Fort Kochi werden unentwegt einstündige Stadtrundfahrten mit dem Tuktuk angeboten. Da es sowieso utopisch ist, sich alleine durch das Straßengewirr durchfinden zu wollen, ist es eine gute Idee, das Angebot anzunehmen, um diesen Stadtteil kennenzulernen.
Wer Strand in Kochi haben möchte, der richtet seinen Blick auf die Insel Vipin. An deren Westküste findet man kilometerlange, saubere Sandstrände.
Eine Backwatertour mit dem Hausboot gehört in Kerala, wie eine Tour in die Teeplantagen, selbstverständlich zum Programm.

die Seychellen lassen grüßen

die Seychellen lassen grüßen

Goa ist der kleinste Bundesstaat Indiens, etwa in der Mitte der Westküste, südlich von Mumbai, gelegen. Das Klima ist ganzjährig warm und lange nicht so feucht wie in Kerala, wo die Luftfeuchtigkeit in der Trockenzeit bei um die 70% liegt. Daher lässt es sich in Goa von den Wetterbedingungen sehr gut aushalten.
Wer Goa in Ruhe erleben möchte, der hält sich an die Strände im Süden. Wer Trubel haben möchte, fährt in den Norden. In Goa läuft das Leben etwas entspannter ab und es ist wesentlich sauberer. Außerdem ist der Lebensstandard höher als anderswo im Lande.
Als Ausflugsziele hat Goa vor allem Natur zu bieten: Wildparks, Strände, Wasserfälle.

Nach dieser Erholung ist man fast wieder bereit, sich in das Chaos von Mumbai zu stürzen. Mumbai ist eine weltoffene Stadt und auffallend sauber, was sich auch in den Preisen niederschlägt, die man dort zu zahlen hat. Im Verkehr fehlen die Handkarren und Ochsenkarren. Fahrräder, Mopeds und Tuktuks halten sich wohltuend in Grenzen.
Die Stadt hat viel Geschichte zu bieten, die sich vor allem in ihren Bauwerken ausdrückt. Der für Touristen sehenswerte Stadtteil ist Colaba, auf einer Landzunge im Südwesten gelegen. Für eine Stadtrundfahrt mit dem Taxi sollte man schon gut drei Stunden veranschlagen.

Doppelstockbus in Mumbai

Doppelstockbus in Mumbai

Die im Mumbai fahrenden Doppelstockbusse sind Nachbauten ihrer legendären, in London fahrenden Vorbilder. Die im ganzen Land fahrenden Oldtimer-Taxis sind ebenfalls Nachbauten, und zwar der alten Morris aus den 50iger Jahren. Sie laufen unter dem Namen Ambassador und sind in Delhi, Rajasthan und Kerala weiß, in Mumbai schwarz mit gelbem Dach.
Da in Indien Linksverkehr herrscht, sollte man beim Straße überqueren ganz besonders aufpassen. Da wir unser ganzes Leben lang eingetrichtert bekommen haben, erst nach links, dann nach rechts zu sehen, guckt man immer zur falschen Seite. Wenn man dann meint, die Straße ist frei, wird man plötzlich von der anderen Seite angehupt.

Eine letzte Bemerkung zu den Eintrittspreisen bei den Sehenswürdigkeiten. Vielerorts gibt es zwei Kassen, eine für indische Besucher und eine zweite für ausländische Besucher. Damit wird schon klar, dass mit zwei verschiedenen Maßen gerechnet wird. Das der Unterschied allerdings bei 1:25 liegt (10 Rupies zu 250 Rupies), finden wir schon eine Frechheit. Diese Frechheit dann auch noch öffentlich an einer Tafel zu dokumentieren, überbietet wohl alles.

Ich denke, mit diesen Ausführungen kann sich nun jeder Reisewillige, der das Riesenland besuchen möchte, sein eigenes Bild machen. Von den Millionen Händlern, in den Orten und Städten gibt es keine hundert Meter am Stück, wo nicht jemand etwas verkaufen will und dabei jeden anspricht, der vorbeikommt, habe ich nicht berichtet. Ich empfehle zu diesem Thema, sich ein sehr dickes Fell zuzulegen.

Munnar

Glück muss der Mensch haben. Gerade haben wir einen freundlichen walisischen Herren getroffen, den wir zur Zeit als Bungalownachbarn haben. Der hat unseren Laptop wieder gerichtet. Wunderbar und vielen Dank. Jetzt können wir unsere Berichtreihe fortsetzen:

Eine 2-Tagestour führte uns ins 130 Kilometer östlich von Kochi gelegene Munnar. Die Stadt liegt hoch in den Cardamom-Hills inmitten von weiten Teefeldern. Ab 1500 Metern Höhe gedeiht die Teepflanze, die in diesem Gebiet in großem Maßstab angebaut wird.

Elefantenbad

Elefantenbad

Der erste Stopp auf der Fahrt nach Munnar war das Kodanadu-Elefantencamp. Leider war an diesem Tag immer noch oder schon wieder Feiertag und das Camp hatte seine Pforten geschlossen. Wir konnten jedoch dem täglichen Elefantenbad zusehen. Dazu warteten wir an einem breiten Gebirgsfluss. Gebirgsflüsse verbinden wir immer mit eiskaltem Wasser. Dieses ist jedoch schön warm.
Nach einer kurzen Wartezeit kamen vier Elefanten mit ihren Mahuts. Im Wasser warteten weitere vier Männer. Nach einer kurzen und hautnahen Besichtigung der Elefanten wurden diese ins Wasser geführt. Irgendwann kam dann das Signal, dass sich die Elefanten, die Ketten um die Fußgelenke haben, hinlegen sollen. Das war für die Tiere, in dem Maße eingeschränkt, nicht so ganz einfach. Wahrscheinlich ist das Flussbett auch mit Steinen übersät. Als sie dann endlich im Wasser lagen, fingen jeweils zwei Männer an, einen Elefanten mit Bürsten zu schrubben. Das dauerte eine ganze Weile, dann begann das Ganze auf der anderen Seite: Elefant aufstehen, Elefant auf die andere Seite legen und wieder schrubben.
Nachdem wir von diesem Schauspiel genug hatten, setzten wir unsere Fahrt fort. Diesmal waren wir nicht alleine, sondern teilten die Fahrt mit einem französischen Pärchen, Caroline und Pierre aus Südfrankreich Nähe Marseille.

Cheeyappara-Wasserfall

Cheeyappara-Wasserfall

Als nächstes kamen wir an mehreren Wasserfällen vorbei. Bei zwei von Ihnen, z.B. dem Cheeyappara-Wasserfall hielten wir an, um Fotos zu machen. Auf der Tour überwogen, neben der immer üppiger werdenden tropischen Vegetation mit viel Bambus, Zimtbäume und Pfefferpflanzen.

British Couny Homestead

British Couny Homestead

Nachdem wir um 5.50 Uhr aufgestanden sind, um 6.30 Uhr abgeholt werden sollten und um 6.50 Uhr endlich losfuhren, kamen wir gegen 13 Uhr im British County Homestead an. Das ist ein kleines Haus mit drei privat vermieteten Zimmern und Terrasse mitten in den Bergen. Vom Tee war bis dahin noch nichts zu sehen.
Wir bezogen unsere Zimmer und bekamen ein indisches Mittagessen.

View Point

View Point

Um 14 Uhr wurden wir 40 Kilometer weit zum View Point gefahren. Auf der ganzen Strecke gibt es keine fünfzig Meter gerade Straße. Eine Kurve folgt auf die nächste. Kurz nach dem Losfahren begannen die ersten Teefelder, die uns fast die ganze Strecke begleiteten. Dann nehmen sehr hohe und schlanke Eukalyptusbäume das Zepter in die Hand.
Nach endlos scheinendem Kurvenfahren und zwei Talsperren später erreichten wir endlich den View Point. Unser Verständnis von einem Aussichtspunkt ist, dass man von dort weit ins Land sehen kann. Hier ist der Aussichtspunkt an einer Stelle, wo anscheinend eher das Aufsteigen von Nebelwolken aus den Tälern die Attraktion ist. Von den umliegenden Bergen ist dort kaum etwas zu sehen, nur weißer, dichter, aufsteigender Nebel. Das hat natürlich auch seinen Reiz, nur dass wir darauf nicht gefasst waren.

Danach fuhren wir wieder zum British County zurück, wo wir müde und ausgelaugt von den langen Fahrten ankamen. Das Abendbrot wartete schon auf uns. Was wir auch zu essen bekamen, es schmeckte alles lecker. Nur das Huhn zum Abendessen hatte mehr Knochen als Fleisch.
Nach dem Essen genossen wir noch ein wenig den Abend auf der Terrasse.

Tee-Museum Munnar

Tee-Museum Munnar

Nach dem Frühstück am zweiten Tag, der mit zwei Schauern begann, besuchten wir in Munnar selbst das Tee-Museum. Zuerst werden Bilder aus alten Zeiten der Teeplantage gezeigt, sowie Einrichtungsgegenstände aus den Häusern der Plantagenbesitzer, die über einhundert Jahre alt sind. Dann geht es zur Verarbeitung, die von einem Angestellten erläutert wird. Von dem Vortrag konnte ich kaum etwas verstehen, denn der wurde zwar englisch gehalten, aber in einem den Indern typischen Tempo und mit einem ganz schlimmen indischen Akzent. Ich habe nur mitbekommen, das die Teepflanzen keine Büsche sind, auch wenn sie eine angenehme Pflückhöhe haben. Es sind eigentlich Bäume, von denen die meisten mehrere hundert Jahre alt sind. Die Teepflanzen werden wohl bis zu vierhundertfünfzig Jahre alt. Wir haben aber auch neuere Pflanzungen gesehen.
Im Verarbeitungsraum stehen Schneide- und Trocknungsmaschinen. Die frisch gepflückten Blätter werden bis zu vier mal geschnitten, je nach Qualität und Anforderung. Dann werden die geschnittenen Blätter bei 104°C getrocknet. Dabei verklumpen die Blätter zum Teil oder es sind immer noch gröbere Bestandteile drin. Nach dem Durchlaufen einer Filtermaschine erhält man dann die verschiedenen Teequalitäten von grob bis fast gemahlen.
Will man schwarzen Tee, dann werden die grünen Blätter fermentiert, ansonsten läuft alles genauso ab.
In einem Verkaufsraum ist dann frischer grüner, schwarzer und aromatisierter Tee zu kaufen, sowie Gewürze aus der Gegend, wie Kardamom, Pfeffer und andere.

Rhesusaffen beim Spielen

Rhesusaffen beim Spielen

Gegen 16 Uhr waren wir zurück in Kochi. Auf der Rückfahrt hielten wir noch einmal an einem Aussichtspunkt. Die Aussicht war zwar nicht so toll, dafür sorgten die Rhesusaffen für Aufsehen. Sie fraßen die Nüsse, die ihnen von den Leuten zugeworfen wurden oder trieben miteinander ihre Spiele. Das erinnerte mich an die Anlage mit den Rhesusaffen im Dresdner Zoo, vor dem ich als Kind ewig stand und den Affen zusah.

 

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