A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Suchergebnisse für: “Loch Ness

Loch Ness

Loch Ness

Loch Ness

Zwischen zwei Regentagen ein sonniger Tag mit 25°C, wie gemacht für eine Rundtour um Loch Ness. Zuerst fuhren wir die A82 am Nordufer des Loch Ness entlang. An einigen Stellen sind Parkplätze eingerichtet, von denen aus man auf den See sehen kann. An beiden Ufern erheben sich ziemlich hohe Berge. Bei schönem Wetter sieht der See gar nicht so unheimlich aus, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Es ist ein See wie jeder andere auch, bis man nach Drumnadrochit kommt. In dem Ort dreht sich alles um Nessie, das Ungeheuer des Loch Ness. Es gibt eine Loch Ness Ausstellung, ein Nessie Land, Nessie Hotels usw.

Urquhart Castle

Urquhart Castle

An das Urquhart Castle kamen wir nicht heran, ohne eine halbe Stunde auf einen freiwerdenden Parkplatz zu warten. Deshalb stellten wir den Smart auf dem Busparkplatz ab und warfen einen kurzen Blick auf die Ruine des Castles. Der Eintritt kostet 8,50 Pfund pro Person.

Fort Augustus

Fort Augustus

So fuhren wir weiter, über Invermoriston nach Fort Augustus. Das ist ein netter Ort am Anfang von Loch Ness. Zwei Flüsse und der Caledoniankanal, Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut, speisen den See. Im Ort wird der Höhenunterschied des Caledoniankanals mittels fünf hintereinander liegenden Schleusenkammern überwunden. Es ist eine schöne Anlage, leider wollte gerade kein Boot hindurch.

Abbey Fort Augustus

Abbey Fort Augustus

Von Fort Augustus aus starten auch Ausflugsboote, die über den See fahren. Eine Fahrt kostet wohl 15,- Pfund.
Zwischen Schleuse und Bootsstegen überspannt eine Drehbrücke den Kanal, die zu festen Zeiten die Boote passieren lässt.
Die erhaltene Abbey steht auf einer Landzunge im Grünen. Ich weiß nicht, ob man sie besuchen kann. Wir begnügten uns mit deren Anblick.

im schottischen Hochland

im schottischen Hochland

Nachdem wir den See noch eine Weile genossen hatten, setzten wir die Fahrt am Südufer entlang fort. Dies ist nur eine schmale, meist einspurige Straße mit Ausweichstellen. Die Straße führt zuerst hoch in die Berge, in eine einmalig schöne Landschaft. So stellt man sich das schottische Hochland vor, allerdings ist der höchste Berg hier nur 470m hoch. Die Baumgrenze liegt bei etwa 400m. Da kann man sich in etwa vorstellen, wie es im Winter hier zugeht, denken wir. Am höchsten Punkt der Straße liegt ein Parkplatz, von dem aus man auf einem relativ kurzen Weg die Möglichkeit hat, einen Berggipfel erklimmen. Von dort oben eröffnet sich ein grandioser 360°-Blick über das herrliche Bergland.

Foyers Wasserfall

Foyers Wasserfall

Ein Stück weiter bei Foyers lockt ein sehenswerter Wasserfall. Es sind dreihundert Meter Fußweg durch den Wald und hinunter, aber er lohnt sich. Der Wasserfall liegt abgeschieden in einer Art großem Felsloch und besitzt einen Pool an seinem Ende.

In Höhe des Urquhart Castle befindet sich ein Picknickplatz. Von dort aus kann man auf das andere Ufer und Drumnadrochit sehen, aber es ist nicht wirklich viel zu erkennen.

Das waren ganz schön viele und überraschende Entdeckungen für einen Tag und uns blieb dann auch kaum Zeit, Ausschau nach Nessie zu halten, leider.

Inverness

Cairnsgorm National Park

Cairnsgorm National Park

Auf dem Weg nach Inverness durchquerten wir den Cairnsgorm National Park, den höchsten Gebirgszug der Britischen Inseln. Dabei passiert man den Druimuachdar Pass, der auf 452 m Höhe liegt, dass heißt die Bahnstation liegt so hoch, die man in einiger Entfernung von der Straße aus sieht. Sie ist damit die höchstgelegene Bahnstation des britischen Bahnnetzwerkes. Wenn man sich die karge Landschaft ansieht, kommt man sich allerdings auf etwa 2000 Metern Höhe vor. Es ist eine dramatische Landschaft, sehr sehenswert.

River Ness in Inverness

River Ness in Inverness

Inverness liegt am River Ness, dessen Wasser direkt aus dem Loch Ness kommt. Der Fluss ist nicht tief, aber die Strömung ist gewaltig. Am Ufer des Flusses lässt es sich gut bummeln. Jeweils in Sichtweite überspannen zwei Fußgänger-Hängebrücken und eine massive Straßenbrücke den Fluss. Am linken Ufer steht die Kathedrale, auf der anderen Seite reihen sich das Castle, sowie die Türme zweier Kirchen aus dem Grün des Ufers.

Altstadt Inverness

Altstadt Inverness

Die Altstadt ist verkehrsberuhigt, so dass man sich voll auf das Shoppen konzentrieren kann. Es sind nicht so viele Menschen unterwegs, und gute und günstige Geschäfte gibt es genug. Das Stadtbild ist recht aufgelockert, so dass man Raum zum Atmen hat. Natürlich finden sich auch hier und da die üblichen engen Gassen. Uns gefiel Inverness.

Clava Cairns

Clava Cairns

Östlich von Inverness, bei Newlands, liegt sehr verborgen ein steinzeitlicher Friedhof, Clava Cairns. Die Grabanlagen sind drei- bis viertausend Jahre alt. Freigelegt sind zwei Grabanlagen, die aus Steinhügeln bestehen und in der Mitte einen kuppelüberdachten Raum besaßen. Diesen Raum erreichte man über schmale Gänge in den Steinhügeln. In ein paar Metern Entfernung zum Hügel steht ein Kreis aus mehreren großen, flachen Steinplatten.
Zwischen den beiden Grabanlagen befindet sich ein flacher Ring aus den gleichen Steinen, der jedoch keine Kuppel trug und wahrscheinlich zeremoniellen Riten diente.
Hier und da sind auf dem Gelände große Steinringe zu sehen, die jedoch wesentlich jünger sind.

Schlachtfeld von Culloden

Schlachtfeld von Culloden

Nur ein bis zwei Kilometer von dieser Stätte entfernt liegt das berühmte Schlachtfeld von Culloden. Hier fand 1746 die letzte Schlacht zwischen Engländern und Schotten statt. Die in einem Durcheinander auftretenden Schotten hatten jedoch gegen die in Schlachtordnung angetretenen Engländer keine Chance. Dies zeigt sehr anschaulich eine animierte Tafel in Museum.

Fort George

Fort George

Über das beschauliche Örtchen Ardersier gelangt man zum Fort George, welches sich auf einer Landzunge zum Moray Firth ausbreitet. Es ist rundherum von einem tiefen, breiten Wassergraben umgeben und kanonenbewehrt. In deren Schutz stehen die Gebäude für die Kommandantur und die Soldaten.

Für ein paar Nächte stehen wir auf dem einladenden Bauernhof Druim Heath bei Nairn, für 5,- Pfund pro Nacht. Inzwischen rufe ich selbst bei den Farmen an, um uns anzukündigen und nachzufragen, ob die Plätze auch für unser großes Motorhome befahrbar sind. Vor Ort stellen wir dann oft fest, dass die Eigentümer keine Ahnung haben, was da auf sie zukommt. Die meisten Farmer hier oben im Norden kümmern sich zudem wenig bis gar nicht um ihre Campinggäste, manche lassen sich nie sehen. Das Geld für die Übernachtungen hinterlässt man bei Abreise in einem Umschlag, fertig.

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

Fort William

Loch Ness im Regen

Loch Ness im Regen

Am nächsten verregneten Tag mit nächtlichen Gewittern setzten wir unsere Rundfahrt durch Schottland fort. Dafür mussten wir die Strecke nach Fort Augustus noch einmal mit dem Motorhome fahren, um nach Fort William zu gelangen. Diesmal erlebten wir das geheimnisvolle Loch Ness, nebelverhangen und ruhig. Die Wasseroberfläche bewegte sich kaum, aber hier und da trieben mysteriöse Wellenformationen über sie hinweg. Das haben wir noch bei keinem anderen See beobachtet. Sind diese Wellenformationen, bei etwas rauerer See wohl noch eindrucksvoller, der Hintergrund für die Nessie-Geschichten? Nessie ist keine Erfindung der Neuzeit. Erste Berichte sind schon sechshundert Jahre alt.

überall Wasserfälle

überall Wasserfälle

Am Ufer entlang stürzen sich heute, nach dem großen Regen, überall Wasserfälle über die steilen Uferhänge in die Tiefe, die gestern noch nicht da waren. Die Wasserfälle, die wir gestern sahen, führen heute 4-5mal soviel Wasser. Da kommen ganz schöne Wassermassen aus den Bergen herunter.

Abend am Loch Lochy

Abend am Loch Lochy

Durch eine wildromantische Tallandschaft führt die A82 am Loch Oich und am Loch Lochy vorbei, mal links vom See, mal rechts. Am Loch Lochy fanden wir einen wunderschön gelegenen Parkplatz direkt am Seeufer, der sogar eine Art Wohnmobilstellplatz hat. Wir konnten nicht anders, als dort zu übernachten. Die Wolken hingen immer noch tief, aber zwischendurch ließ sich auch kurz die Sonne sehen. Das zauberte eine ganz besondere Abendstimmung in die Berge und über den See. Ein kleines Lagerfeuer vollendete den schönen Abend. Die Abende sind auf diesem Breitengrad sehr lang. Bei schönem Wetter ist es noch um 23.15 Uhr nicht richtig dunkel.

Loch Lochy

Loch Lochy

Dieses ganze, gerade verlaufende, von der West- zur Ostküste Schottlands reichende Tal bezeichnet eine Linie, auf der vor Millionen von Jahren zwei Kontinente aufeinander trafen. Alles Land nördlich dieser Linie gehörte vor Millionen von Jahren zu Kanada, bis es sich entschied, von dort abzuwandern und irgendwann später an der britischen Insel anzudocken. Seither schob sich der nördliche Teil schon um die 200km nach links am südlichen Teil entlang und zerrieb die Gesteinsschicht an der Kollisionsstelle, die 3km breit und 40km tief ist. Die Gletscher der Eiszeit schoben diese losen Gesteinsmassen vor sich her und das Great Glen mit den Lochs entstand. Das Loch Ness ist 230m tief, das Loch Lochy 150m. Die Kollision formte auch die Caledonian Bergkette zu beiden Seiten. Wir finden das eine sehr interessante Geschichte, die alles noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Commando Memorial

Commando Memorial

Bei Spean Bridge, wieder auf den wunderschönen Höhen des schottischen Berglandes, steht das Commando Memorial, ein Denkmal für die britischen Kommandotruppen. In diesen Bergen lag ihr Trainingsgebiet für die Einsätze im 2. Weltkrieg. Inzwischen wird jedoch auch den Gefallenen in neueren Kriegen gedacht.

Ben Nevis

Ben Nevis

Wenn man in Fort William eintrifft, fällt sofort Großbritanniens höchster Berg, der 1344m hohe Ben Nevis auf. Der Berg erhebt sich direkt westlich der Stadt. Um ihn zu besteigen, ist allerdings eine längere Wanderung möglich.

Schleuse in Fort William

Schleuse in Fort William

Der Caledonian Kanal, der die Lochs in dieser geografischen Linie verbindet, muss vor den Schleusen in Fort Augustus zuerst das hiesige Schleusensystem passieren. Diesmal kamen wir zurecht, um Schleusungen zu beobachten. Motor- und Segelboote müssen neun Kammern überwinden. In Richtung Westen befinden sich direkt hinter dem letzten Schleusentor zwei Drehbrücken. Beide Brücken, eine für den Straßenverkehr, eine für die Eisenbahn, werden kurzfristig geöffnet, um die Boote durchfahren zu lassen. Solch eine Kombination ist wohl einmalig.

Hafengebiet von Fort William

Hafengebiet von Fort William

Die Stadt Fort William hat an sich nicht viel zu bieten, aber die Lage am Scheitelpunkt von Loch Eil und Loch Linnhe macht sie für einen Besuch attraktiv. Am Ufer findet man die Grundmauern eines alten Forts, mit Blick auf den Hafen, der zur Ebbe trocken liegt. Bei schönem Wetter bietet ein Spaziergang am Kai entlang schöne Ausblicke. Vom kleinen Pier starten Ausflugsfahrten in Naturschutzgebiete, in denen sich Seeadler oder Robben aufhalten sollen.

West Highland Museum

West Highland Museum

Im West Highland Museum, kostenloser Eintritt, Spenden werden gern angenommen, kann man sich über viele Gebiete der schottischen Highlands informieren. In einem alten Bankgebäude behandelt jedes Zimmer eine andere Geschichte, wie z.B. die der Jakobiter, archäologische Funde, die Natur und Geologie oder auch die britischen Kommandotruppen.

Glenfinnan Monument

Glenfinnan Monument

In Fort William startet eine alte Dampfloklinie nach Mallaig an der Westküste. Zuerst führt die Linie direkt am Loch Eil entlang, bevor sie in die Berge abbiegt. Das Viadukt der West Highland Line ist bei Glennfinnan zu sehen. Gleich gegenüber steht das Glenfinnan Monument am Loch Shiel. Es erinnert an die geschlagenen Jakobiten auf dem Schlachtfeld von Culloden 1746.

Übernachtet haben wir auf dem Linnhe Lochside Holidays Park bei Corpach, ein sehr schöner Platz am Loch Eil, für 22,50 Pfund pro Nacht.

Schweden

Ein großer Traum von uns war es, einmal mit dem Wohnmobil durch Schweden hoch zum Nordkap zu fahren und durch Norwegen wieder nach Hause. Uns war klar, dass wir dafür eine ganze Menge Zeit für diese Tour brauchen würden und so nahmen wir uns fünf Wochen Urlaub. Immerhin mussten um die 10.000 Kilometer zurückgelegt werden und wir wollten um keinen Preis eine Hetzjagd daraus machen.

Über die Jahre hatte ich viele Informationen über Sehenswürdigkeiten in Schweden und Norwegen gesammelt. Jetzt holte ich sie hervor, kaufte mir eine schöne große Straßenkarte von Skandinavien und markierte mir die Stellen, an denen es etwas zu sehen gibt.
Danach wählte ich unsere Route aus, zählte die ungefähren Kilometer zusammen und teilte sie durch die Tage, die uns zur Verfügung standen. So kam ich auf die Kilometer, die wir im Schnitt an jedem Tag zurücklegen mussten. Das stellte sich als äußerst wichtig heraus, denn man macht sich keine Vorstellung davon, wie weit 10.000 Kilometer sein können, bis man dann wirklich auf Tour ist. Man würde sich sonst maßlos verzetteln.
Diese Tageskilometer sind nur eine Richtschnur, die es einzuhalten gilt. Man kann sich also an interessanten Stellen etwas länger aufhalten, an den weniger interessanten Abschnitten kann man dann die Zeit wieder herausfahren. Wir sind mit diesem Konzept sehr gut gefahren.

Schwedische Straße

Schwedische Straße

Landschaftlich sind Schweden und Norwegen einfach einmalig.
Schweden ist mehr lieblich, hügelig und es gibt Seen und Wälder ohne Ende. Weiter im Norden, wo es fast nur noch Wälder und unendlich lange Straßen gibt, kann man auf Rentiere und mit viel Glück auch auf einen Elch treffen. Man ist fast allein auf der Straße und wenn man spazieren geht, trifft man keinen Menschen. Nur wir und die Natur, einfach herrlich. 

Die Tierwelt in Schweden und Norwegen ist enorm, wenn man sich Zeit für die Natur nimmt. Wir konnten viele verschiedene Küstenvögel wie den Austernfischer beobachten, Kanada- und Graugänse zeigten sich uns genauso wie eine ganze Schar Kraniche. Sogar einen Fuchs mit einer Ente als Beute konnten wir in Schweden beobachten. Es war mitten auf einer abgelegenen Straße, als er da saß. Nur widerwillig lief er ins Grüne, um etwas Abstand zu uns zu gewinnen. Dann blieb er stehen und beobachtete uns, ohne seine Beute abzulegen, bis er sich langsam weiter entfernte.
Solche seltenen Begegnungen sind immer wieder ein Höhepunkt auf unseren Reisen. Jedenfalls, was wir in Skandinavien alles für Tiere gesehen haben, bricht alle Rekorde. Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Die beste Reisezeit für Schweden und Norwegen ist natürlich Juni bis August. Zur Sommersonnenwende geht die Sonne nicht unter und bis in den Juli hinein sind die Nächte so hell, dass man nicht merkt, dass es Nacht ist. Also, wer in hellen Nächten nicht schlafen kann, bitte unbedingt etwas zum Fenster verdunkeln mitnehmen.
Sehr ratsam ist warme und möglichst regenabweisende Kleidung, denn das Wetter lässt ziemlich zu wünschen übrig. Nördlich des Polarkreises ist es auch im Sommer ziemlich kalt.

Um unseren Speiseplan etwas abwechslungsreicher zu gestalten, haben wir Fische geangelt, unsere warme Fleischwurst auf einem Bett von gegarten Brennnesseln und Löwenzahnblättern serviert, Himbeerblättertee oder Kamillentee aus selbst gesammelten Pflanzen zubereitet, Miesmuscheln und Seetang gesammelt und im Meerwasser gedünstet sowie Pilze gesammelt. Man kann sich sehr gut von der Natur ernähren und es ist alles ganz frisch. Nur die Lachse haben wir gekauft, da wir keine Ausrüstung zum Fliegenfischen hatten. Sie sind in Schweden sehr günstig zu haben und schmecken so frisch und saftig, gegrillt oder in Alufolie mit Butter über dem Feuer gegart, einfach phantastisch.
Durch das „Allemanns-Recht“ kann man sich überall auf skandinavischem Boden frei bewegen, solange man die Natur respektiert und niemanden stört. Es ist ein schönes Gefühl, nicht ständig auf Verbotsschilder zu stoßen.

Südliches Schweden

Ostsee in Schweden

Ostsee in Schweden

Wir erreichten Schweden mit der Fähre von Saßnitz nach Telleborg. Nachdem wir ein paar Kilometer gefahren waren, führte uns die Straße an der Küste der Ostsee entlang. Wir stiegen aus und schauten über das Wasser. So sieht also die Ostsee von der anderen Seite aus. Der einzige Unterschied: es bevölkerten keine Leute den Strand. Es sah auch nicht so aus, als wäre das irgendwann anders. Wir waren ganz allein auf dem langen Sandstrand.
Mich interessieren immer wieder die Steine und Muscheln, die im Sand liegen und gleich beim zweiten Griff hatte ich einen großen „Hühnergott“ in meiner Hand. Wer nicht wissen sollte, was das ist: Hühnergötter sind Steine mit einen Loch darin. Meinen Glücksbringer für diesen Urlaub hatte ich nun.

Monolithen in Ystad

Monolithen in Ystad

Ystad ist ein schmuckes Küstenstädtchen im Süden von Schweden, das sich in seinem Zentrum das historische Antlitz bewahrt hat. Mehr als dreihundert, sehr gepflegte und schmucke Fachwerkhäuser, die an kopfsteingepflasterten Gassen stehen, kann man hier bewundern.
Wir interessierten uns eher für „Ales Stenar“. Das liegt außerhalb des Ortes bei dem kleinen Fischerort Kåseberga und ist eine sagenumwobene Stätte aus der Vorwikingerzeit. Majestätisch erheben sich Monolithen auf einem Hügel zwischen Meer und Land. Keiner weiß, wann die 58 Steine, die in Form eines Schiffes aus dem Boden ragen, von wem errichtet wurden und was sie bedeuten. Es ist die größte Monolithensammlung auf skandinavischem Boden.

Königsgrab in Kivik

Königsgrab in Kivik

In Kivik gibt es ein Königsgrab aus der Bronzezeit. Das hatten wir auf einer der ausgestellten Informationstafeln in Ales Stenar erfahren. Diese Monolithen, sowie das Königsgrab und ein Ort in der Linie der beiden Stätten standen wohl in fernen Zeiten in Zusammenhang.
Das Königsgrab in Kivik ist ein riesiger Steinhaufen, zehn Meter im Durchmesser. Ein Gang durch diesen Haufen zu seiner Mitte führte uns zu einer Tür. Dahinter erwartete uns diffuses Licht und eine Wand, um die wir herumgehen mussten. Hinter dieser Wand befindet sich das Grab. Es wird von aufrecht stehenden Steinplatten umgeben, die mit steinzeitlichen Malereien versehen sind. Der Innenraum ist nicht viel größer als das Grab selbst. 
Dahinter erwartete uns diffuses Licht und eine Wand, um die wir herumgehen mussten. Hinter dieser Wand befindet sich das Grab. Es wird von aufrecht stehenden Steinplatten umgeben, die mit steinzeitlichen Malereien versehen sind. Der Innenraum ist nicht viel größer als das Grab selbst.

Tykarpsgrottan

Tykarpsgrottan

Tykarpsgrottan ist eine riesige unterirische Kalksteingrube mit einem 10.000 m² großen Labyrinth. Die Bauern dieser Gegend haben hier jahrhundertelang bis in die jüngste Vergangenheit hinein Kalkstein abgebaut.
Wir bekamen jeder eine Karbidlampe in die Hand und dann tauchten wir in die unterirische Welt aus Stein ab. Unsere Lampen hatten dabei nur Alibifunktion. Die einzige Lampe, die etwas Licht ins Dunkel brachte, war die unserer Führerin. Wir waren die einzigen Gäste und tasteten uns durch die dunkle Welt voller Hohlräume und Pfeiler. Hier sollen siebzehn Fledermausarten leben. Im Moment waren wohl alle ausgeflogen, denn wir bekamen nicht eine einzige zu sehen.
Die Grube wurde wegen Unrentabilität geschlossen. Die Männer bauten das Gestein ab und die Frauen brachten die zwei- bis dreihundert Kilogramm schweren Brocken an die Oberfläche.
Heute wird diese Grube wegen der guten Akustik manchmal für Konzerte genutzt. Die Beleuchtung erfolgt dann nur durch Kerzen und Teelichter. Elektrische Beleuchtung gibt es nicht. 

In Kosta im mittleren Süden von Schweden gibt es die älteste Glashütte dieses Gebietes. Sie stellt moderne Glasprodukte her. Es gibt sehr viele Glashütten hier, die man auch besuchen kann, und man sollte sich vorher schlau machen, welche am interessantesten für einen ist. Wir hatten uns für Kosta entschieden.
Im Verkaufsraum wird vom Glasservice über Vasen bis hin zu Glasobst alles angeboten. Dabei herrscht ein innovativer Stil mit naiver Malerei vor. Doch auch feinst graviertes Glas konnten wir bewundern.
Das, was uns zugesagt hätte, hatte einen horrenden Preis. Trotzdem kauften die Leute.
Wir wollten jedoch die Herstellung dieser Produkte sehen, dafür sind wir hergekommen. In einem benachbarten Gebäude konnten wir den Glasbläsern über die Schulter sehen. Es ging laut zu. Die Leute arbeiten in einem Inselbetrieb. Das heißt, jede Arbeitsgruppe stellt eine bestimmte Ware her, zum Beispiel ein Glas oder eine Vase. Mehrere Glasbläser arbeiten sich an mehreren Arbeitsplätzen vom ersten bis zum letzten Arbeitsgang, vom Glasklumpen bis zum fertigen Produkt, durch. Es muß also jeder Glasbläser jeden Arbeitsschritt beherrschen. Es ist bestimmt eine schöne Arbeit, aber vor allem schwer.
In einem weiteren Gebäude ging es ganz anders zu, sehr ruhig und sehr bedacht. Wir waren im Bereich der Glasgravuren. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, um die winzigen Punkte und Striche zu einem Muster oder einem Bild zusammenzufügen.

Elchpark

Elchpark

Nicht weit von der Glashütte entfernt führte uns ein Schild zu einem Elchpark. Da wir nicht wussten, ob wir auf unserer Tour durch Schweden einen Elch sehen würden, nutzen wir hier die Gelegenheit.
Im Elchshop wurde dem Besucher vom Kitsch bis hin zur Weste aus Elchleder oder –fell alles präsentiert. Am Ende des Shops kamen wir in den Elchpark. In den ersten Gehegen tummelten sich Hängebauchschweine, Ziegen und Tauben. Dahinter begann die Welt der Elche. Sie lagen oder standen in der Sonne. Das sind ja gewaltige Tiere, echt beeindruckend. Wir konnten uns gar nicht satt sehen.
Zum Abschluss dieses Besuches lockte uns eine selbstgegrillte Elchbratwurst auf einem wunderschönen Grillplatz mit Teich und Hütten. Die Würste gab es im Shop zu kaufen, dazu konnte man Ketchup, Senf und Servietten haben. Auf dem Grillplatz loderte den ganzen Tag mindestens ein Feuer und zehn Minuten später konnten wir unsere Würste genießen, dazu gab es mitgebrachtes Bier. Unser Glück war perfekt.

Gern hätten wir uns die Altstadt von Stockholm, der Hauptstadt von Schweden angesehen, doch wir bekamen mit unserem Gespann, Geländewagen und Wohnanhänger, keinen Parkplatz in der Nähe. Wir hätten viel zu weit laufen müssen und dafür fehlte uns die Zeit. Außerdem hatten wir unser Augenmerk auf das Wasamuseum auf der Insel Djurgarden gelegt. Schon seit der Schulzeit wollte ich mir dieses einzigartige Schiff ansehen. Ich musste über zwanzig Jahre auf diesen Moment warten. Jetzt stand ich davor. Es war grandios. Wie groß dieses Schiff ist und welche Arbeit und Mühe in die Rekonstruktion der „Wasa“ gesteckt wurden, einfach unglaublich. Als es in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gehoben wurde, waren sämtliche Aufbauten weg und auch sonst war das Schiff in einem erbärmlichen Zustand. Heute steht es wieder in seiner vollen Pracht und Größe in diesem Museum. Wie das Finden, Heben und Rekonstruieren vonstatten gingen, kann man in einem Film sehen, der im Museum läuft. – unbedingt empfehlenswert.
Um die „Wasa“ herum sind Galerien aufgebaut, von denen aus man die Möglichkeit hat, das Schiff von jeder Höhe aus anzusehen. Leider kann man es nicht betreten, aus verständlichen Gründen. Stellenweise brachte man sogar die ursprüngliche Farbe wieder auf das Holz, so dass man die einstige Pracht erahnen kann.
Neben dem Schiff selbst sind auch Artefakte ausgestellt, die Nachbauten eines Kanonendecks und der Kapitänskajüte, die begehbar sind, Teile der originalen Segel und vieles mehr. Ein Besuch der „Wasa“ lohnt sich in jedem Fall. Alle waren begeistert.

Kopparberget in Falun

Kopparberget in Falun

Kopparberget in Falun, das größte „Wunder“ in Schweden. Es ist das größte Loch der Erde, kann man in Reiseführern lesen. Nicht das im Rahmen eines Tagesbaues so tief gegraben wurde, sondern das Loch entstand durch den Einsturz der in großer Gier gebohrten Schächte. Es war eine Kupfermine, die nebenbei das Falunrot liefert, das wir durch die roten Häuschen der Schweden kennen.
Wenn man von Rande aus in das sechzig Meter tiefe Loch sieht, kann man anhand der zu erkennenden Löcher und Wege sehen, dass das noch nicht alles ist, was es dort zu sehen gibt.
Also nichts als hinab in den Bauch der Erde. Ein Fahrstuhl brachte uns fünfundfünfzig Meter tief hinunter. Zu Fuß erreichten wir durch verschiedene Stollen und Grotten siebenundsechzig Meter. Die gesamte Grube ist siebenhundert Meter tief. Irgendwann war der Berg dann so durchlöchert, dass eines Tages alles in sich zusammenstürzte. Zu dieser Zeit haben gerade fünfhundert Mann darin gearbeitet. Ein Toter wurde vierzig Jahre später als Mumie gefunden und in einem Glassarg in der hiesigen Kirche aufgebahrt.
Die Arbeit in der Grube war zur damaligen Zeit, 16. und 17. Jahrhundert, mehr als ungesund. Selbst Pferde arbeiteten in der Grube, die über Hühnerstiegen hinaus und hinein kamen. Wie sie das anstellten, ist mir ein komplettes Rätsel. Die Anfänge dieser Grube gehen über tausend Jahre zurück.
Es war jedenfalls ein höchst interessanter Besuch. 

Wer glaubt, es gibt nur im schottischen Loch Ness ein Ungeheuer, der irrt, auch Schweden kann mit einem solchen Wesen aufwarten. Im Storsjönsee im Jämtland soll das Ungeheuer ähnlich wie Nessie sein und leben. Es sind seit 1635 zweihundert Augenzeugenberichte von fünfhundert Personen überliefert. Der Sage nach sollen zwei Trollfrauen einen Zaubertrank solange gekocht haben, bis daraus das Ungeheuer entstand. Ebenso wie in Loch Ness sind Anstrengungen unternommen worden, dieses Wesen zu fangen, doch ebenso ergebnislos. Heute stehen das Storsjönungeheuer, der See und alles drum herum unter Naturschutz, um weitere Hetzjagden zu verhindern.
Die beste Zeit zur Beobachtung soll ein warmer Julitag sein, an dem der See spiegelglatt daliegt. Wir hatten jedenfalls keine Zeit uns einen ganzen Tag oder länger auf Lauer zu legen. Es gibt übrigens acht Beobachtungsstellen für das Seeungeheuer rund um den See.

Döda fallet im Indalsälven-Tal

Döda fallet im Indalsälven-Tal

Im Indalsälven-Tal kann man mehrere Wasserfälle bestaunen. Der merkwürdigste ist der „Döda fallet“, der Tote Wasserfall. Wie der Wasserfall einmal ausgesehen hat, zeigt heute eine Tafel. Vor gut zweihundert Jahren hörte der Wasserfall durch eine von Menschen gemachte Katastrophe auf zu existieren. Der Indalsälven war ein wichtiger Flößweg, doch über die dreißig Meter hohe Stufe des heutigen Toten Wasserfalls war ein Holztransport unmöglich. Der Fluss sollte umgeleitet werden. Dafür wurde ein neuer Ausgang aus dem darüber gelegenen See Ragundasjön gegraben. Als der Wasserdruck auf diese Stelle zu groß wurde, lehrte sich der riesige See mit einem Male und das Wasser suchte sich mit großen Getöse und verheerender Zerstörung einen neuen Weg an den Stromschnellen vorbei. Ein Wunder, dass damals niemand ums Leben kam. 

Der Ristafallet sind eher mehrere grandiose Stromschnellen. Das Wasser stürzt hier über zerklüftete Felsnasen und über zwei, mehrere Meter hohe Etagen talabwärts. Wir folgten dem Weg am Rande des Wassers nach unten. Es ist einfach ein schönes und gewaltiges Naturschauspiel. Am Ende der Stromschnellen beruhigt sich das Wasser sehr schnell wieder, biegt um die Ecke und wirkt, als könnte es Keinem und Nichts etwas zu leide tun.

Tännforsen

Tännforsen

Der Tännforsen im mitten in der Wildnis ist der größte Wasserfall in Schweden und entsprechend mit Touristen überfüllt. Um den Wasserfall zu erreichen, muss man erst einen Spaziergang durch den Wald machen. Dann kommt man oberhalb des Tännforsen heraus und kann sich die Landschaft und den Fluss aus dieser Perspektive ansehen.
Der Rückweg führt direkt am Wasser entlang nach unten. In einem ohrenbetäubenden Getöse stürzen die Wassermassen achtunddreißig Meter in die Tiefe. Am Fuße des Wasserfalles stolpert das Wasser noch über kleine Stufen, dann beruhigt es sich im anschließenden See.
Das dem Parkplatz angeschlossenen schöne Restaurant lockte uns mit Rentier-und Elchfleisch, die Spezialitäten in Schweden. Da es gerade um die Mittagszeit war, konnten wir nicht widerstehen und kehrten ein. Wir konnten uns nicht für eine Sorte Fleisch entscheiden, deshalb bestellten wir Elch-Ren-Ragout. Richtiges Fleisch, ich meine Braten oder Steak gab es dort nicht. Dazu gab es Pilze und Preiselbeeren. Als Vor- oder Nachspeise probierten wir das schwedische Dünnbrot mit Salzbutter bestrichen. Das war einfach so lecker, das es bei uns von jetzt an zu fast jeder Mahlzeit gereicht wurde. Das Dünnbrot und die Salzbutter waren in jedem Supermarkt zu haben. Zu Hause vermisste ich es direkt.

Wilhelmina

Wilhelmina

Wilhelmina ist der zentrale Ort des südlichen Lapplandes. Lappland nimmt einen großen Teil von Schweden ein. Sehenswert ist vor allem die Kirchenstadt (Kyrkstad) mit ihren siebenundzwanzig Blockhütten aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde für die Sami, die Ureinwohner des Lapplandes, gebaut. Wie überall auf der Welt, wo die Missionare unterwegs waren, wurden die Einheimischen zum Christentum bekehrt. Um die Sache zu vereinfachen und die „Schäfchen“ um die Kirche zu versammeln, wurden solche Kirchenstädte gebaut. Heute sind es ganz normale, gut erhaltenen Wohn- oder Ferienhäuser.
Etwas außerhalb steht eine wunderschöne weiße Holzkirche, die man auch von innen besichtigen kann. Sie ist sehr zurückhaltend eingerichtet.

Nördliches Schweden

Arvidsjaur

Arvidsjaur

Je weiter man in den Norden von Schweden fährt, umso zahlreicher werden die Begegnungen mit Rentieren. Inzwischen trifft man ganze Herden. An einem See sahen wir zwei Singschwäne.
Unser Ziel war Lappstaden, eine Art Stadtteil von Arvidsjaur und Versammlungsstätte der Waldsami. Sie treffen sich hier regelmäßig zu verschiedenen Anlässen wie Familientreffen, Hochzeiten, Markt oder Festen. Ansonsten leben sie im Wald.
Auf einem kleinen Platz stehen etwa achzig Wohn- und Lagerhäuser. Auch diese Stadt existiert seit der Zeit der Missionare und ist die älteste Kirchenstadt Schwedens. Heute ist Lappstaden ein Museum, doch immer noch in Gebrauch.
Auch die heutige Kirche ist sehr schön, von außen und von innen. Es ist schon beeindruckend, welch große Bauten man aus Holz herstellen kann und sie haben irgendwie eine viele wärmere Ausstrahlung als die schnöden Steinbauten.

Polarkreis in Jokkmokk

Polarkreis in Jokkmokk

Kurz vor Jokkmokk überquerten wir den Polarkreis. Jetzt waren wir wirklich im hohen Norden. Mittels eines Zertifikates, dass man im Shop kaufen kann, kann man die Überquerung des Polarkreises amtlich machen. Das hat doch einen gewissen Reiz.

herrliche See´n

herrliche See´n

Die Flüsse, See´n und Wälder im Norden von Schweden sind einfach toll. Viele haben uns prophezeit, dass die Strecke zum Nordkap so was von langweilig ist, dass wir schon ins Grübeln kamen. Wir konnten es jedenfalls überhaupt nicht langweilig finden. Klar, die Strecke zieht sich, aber es gibt soviel zu entdecken, wenn man die Augen aufhält.
Unsere Übernachtungsplätze lagen fast immer an irgendeinem See oder Fluss im Grünen. Es war einfach toll.

In Kiruna befindet sich die größte Eisenerzgrube der Welt. In etwa sechshundert Metern Tiefe fährt man mit einem Bus in rasantem Tempo durch ein steinernes Labyrinth. Doch da die englischsprachigen Führungen für diesen Tag ausgebucht waren und das Eintrittsgeld mehr als gepfeffert war, erübrigte sich für uns ein Besuch. Auch sonst hat die Stadt nicht viel zu bieten außer ihrem Ruhrpottcharme.

Eishotel in Jukkasjärvi

Eishotel in Jukkasjärvi

Das berühmte Eishotel von Schweden. Ich wollte mir die Stelle und die Umgebung einmal ansehen, an dem dieses Eishotel steht. Mitten in Jukkasjärvi, direkt am Tornefluss, fanden wir das „Eishotel„, das es überraschenderweise auch im Sommer gibt. Natürlich dann ohne die aus Eis gebauten Teile. Im Sommer kann man in Bungalows wohnen und sommerliche Aktivitäten ausüben.
In einer großen Halle werden die eisigen Skulpturen und Teile der Inneneinrichtung über den Sommer gebracht. Dreitausend Tonnen Eis sollen in der Halle lagern. Im Winter werden die Teile wieder in Schuss gebracht und erneut verbaut.
Im Sommer sieht man nur eine Kuppel aus Metall, die mit einem Tarnnetz überzogen ist. Das ist das Gerüst für die Kathedrale. Hier und da liegt ein Häufchen Eis, um die Neugier der Besucher zu wecken.
Irgendwann möchte ich auch in diesem Eishotel übernachten, wenn das nur nicht so teuer wäre!

Bitte lest den 2. Teil unserer Reise unter der Rubrik Norwegen


Schweden war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

Datenschutz


Insektenhotel aus Fensterpalette

Im Zuge des Hausumbaues ließen wir uns neue Fenster liefern. Diese kamen auf einer extra für Fenster gezimmerten Lieferpalette. Sie war 2,50m lang und auch sonst riesengroß. Da sie nagelneu war, wollte ich sie nicht entsorgen. Sie war wie gemacht für das Insektenhotel, welches wir bauen wollten. Warum irgendetwas zusammenzimmern, wenn schon etwas fertig vor einem steht?

Zuerst trennten wir die Palette von der Halterung, an der die Fenster lehnten. Diese Halterung war das Grundgestell, auf dem wir aufbauten. Die Palette selbst nahmen wir auseinander und verwendeten die langen Bretter zur Stabilisierung der ganzen Konstruktion. Außerdem braucht es eine Art Auflage für die Füllungen, die den Insekten als Unterkunft dienen sollen, und das Dach. So verbauten wir fast alles aus der Palette als Halterung für die Auflage, als Trennung zwischen den verschiedenen Abteilungen oder als weitere Möglichkeiten zur Befüllung. Das Dach besteht aus alten Wandpaneelen und erhielt eine Deckung aus Schindeln aus dem Baumarkt.

Um das Holz in Bodennähe vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen, steht die Konstruktion auf Lochziegeln, die aus dem Abriss stammten. Weitere Lochziegel und Ziegelbruch verteilten wir entlang des Insektenhotels auf dem Boden und bedeckten das Ganze mit etwas Erde. Mit der Zeit wird dies zuwachsen und bodenlebenden Insekten, Asseln und Käfern ein Versteck bieten.

Um die obere Etage zu befüllen, brachten wir Drahtgitter an. Das stand in einem der vielen Schuppen, die wir übernommen hatten. Die so entstandenen Hohlräume wurden mit kurzgeschnittenen Baumstämmen, in deren Schnittflächen Löcher gebohrt wurden, Tannenzapfen, Zweigen, naturbelassenem Furnier, welches als Zwischenlage auf den Dachziegelpaletten dienten, getrockneten Brennnesseln und Heu befüllt. Einige kleine Brettchen, ebenfalls einseitig mit Bohrlöchern versehen, ergänzen das Angebot an Unterkünften.

Zum Schluss brachten wir an der hinteren und vorderen Seite weiteres Drahtgitter an, um die Füllung vor Wind und Wetter zu schützen.

Das fertige Insektenhotel steht im hinteren Teil des Gartens, welcher oft im Schatten liegt und von großen Bäumen vor zu viel Wind geschützt liegt. Die ersten Gäste sind schon sehr bald dagewesen. Kleine Spinnen meldeten Besitzansprüche an. Mal sehen, wer da noch alles kommt und das wirklich imposante Insektenhotel bewohnen wird.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: