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Los Angeles – Kalifornien

Los Angeles

Los Angeles

Das einzige Wohnmobil, das in Los Angeles unterwegs war, war unseres. Gesehen von Los Angeles haben wir 4-6 spurige Straßen, in beide Fahrtrichtungen, und PKW-Kolonnen. Was haben wir noch gesehen – nichts, weder den Santa Monica Pier, der das Ende der Route 66 darstellt, noch den Walk of Fame, noch den berühmten Schriftzug „Hollywood“, noch den berühmten und seit langem in Rente gestellten Luxusliner Queen Mary oder was die Stadt der Engel, wie Los Angeles übersetzt heißt, sonst noch so zu bieten hat.
 Inzwischen habe ich auch die Antwort, warum LA so viele Autos hat. Die Stadt wurde als „Autostadt“  entworfen. Öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie gar nicht, so dass alle Leute mit dem eigenen Auto zu ihren Zielen gelangen müssen. Da hilft es auch nicht, dass extra Spuren für Fahrzeuge eingerichtet wurden, in denen 2 oder mehr Insassen sitzen müssen. Solche Spuren gibt es übrigens in jeder amerikanischen Großstadt. Es gibt sogar „nebenberufliche Beifahrer“, die „angeheuert“ werden, damit diese Voraussetzung erfüllt ist und die Schnellspuren genutzt werden können.

Koberindfleisch

Koberindfleisch

Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir im Außenstadtteil Rosemead. Das es ein chinesischer Stadtteil ist, damit meine ich nicht Chinatown, erfuhren wir erst, als wir da waren. Ein asiatischer Supermarkt lockte uns. Das Angebot ist sehr gut und sehr exotisch. Dinge, die wir sonst nirgendwo bekommen, außer in den chinesischen Vierteln. Dazu gehört das teuerste Rindfleisch, das man für Geld kaufen kann: das japanische Koberind. Die Rinder aus der japanischen Stadt Kobe bekommen eine ganz spezielle Zuwendung. Neben dem liebevollen Umgang mit den nicht sehr bewegungsfreudigen Rindviechern werden diese auch noch jeden Tag mit Bier massiert. Wozu das Bier gut ist, lassen wir dahin gestellt. Die Massagen bewirken jedenfalls, dass sich das Fett gleichmäßig im Fleisch verteilt. Das Fleisch hat dann eine gleichmäßige Maserung aus Fett und Fleisch. So schmeckt das Fleisch dann auch, sehr ausgewogen. Unsere 0,34-Pfund-Packung kostete dann auch 8,84 Dollar.

Die zweite Spezialität, leider nur gefroren, sind Abalone. Wie sich das mit den Muscheln verhält, hatte ich ja schon im Artikel „Mendocino County“ beschrieben. Inzwischen wissen wir, dass sich eine Abalonezucht in Cayucos bei Morro Bay befindet, aber die Chinesen müssen eigene Zuchten besitzen, bei dem Abalone-Angebot, welches sie haben. Probiert haben wir die Muscheln noch nicht, werde später berichten. Ganz billig sind die Abalone auch bei den Chinesen nicht, aber probieren müssen wir einfach. Solch ein Angebot bekommen wir wahrscheinlich kein zweites Mal.

Mit der Erfahrung auf dem Küstenabschnitt zwischen Santa Barbara und Los Angeles hat sich die weitere Fahrt an der Pazifikküste entlang für uns erledigt. Statt nach San Diego weiterzufahren, bogen wir nun ins Landesinnere ab. Alles andere hat keinen Zweck mit solch einem großen Auto.

USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

Tourkarte USA/Kanada

 

Tourkarte Nordamerika

Tourkarte Nordamerika

 

Unsere Rundreise durch die USA und Kanada begann in Tampa (Florida), hinüber zur Ostküste, weiter Richtung Norden. Bei Charleston bogen wir zu den Great Smoky Mountains ab. Nachdem wir dort ein schwerwiegendes Problem an unserem Auflieger feststellen mussten, blieb uns nichts weiter übrig, als nach Tampa zurückzufahren (gestrichelte Linie). Nach Reparatur des Schadens starteten wir erneut. Ab Charleston folgten wir immer weiter der Ostküste in Richtung Norden bis nach Nova Scotia (Kanada). Bevor uns der Herbst einholte, wendeten wir uns Richtung Westen und fuhren den St. Lorenz-Strom hinab. Über die Niagara-Fälle erreichten wir Chicago. Ab hier lag unser Schwerpunkt auf der Route 66, die uns bis zum Grand Canyon begleitete.

Den Winter verbrachten wir in Arizona. Die Kälte zwang uns, eine Zeit lang in Phoenix zu bleiben, bis wir für zwei Monate nach Deutschland zurückkehrten. Im März nahmen wir unsere Tour wieder auf und gelangten über den Hooverdamm und Las Vegas ins Tal des Todes. Von dort arbeiteten wir uns über die Sierra Nevada in den Norden Kaliforniens bis nach Oregon vor. Hier stoppte uns der Winter ein weiteres Mal und zwang uns zur Umkehr. Der einmalig schönen Westküste nach Süden folgend erreichten wir San Francisco und Los Angeles.

Über den Süden der USA nach Osten gerichtet durchquerten wir Arizona, Texas und die Südstaaten, bis wir den Kreis in Florida schlossen.

Yuma – Arizona

Imperial Sanddünen

Imperial Sanddünen

Im Artikel Death Valley-Kalifornien berichtete ich über eine einzelne Sanddüne, die wie von Geisterhand aufgeschüttet wirkte. Jetzt haben wir vielleicht die Erklärung, wie sie dorthin gekommen sein könnte. Südöstlich der Salton Sea liegen die Imperial Sanddünen, eine relativ schmale Sandwelt, die sich über 40 Meilen in der Länge erstreckt. Von hier könnte der Sand gekommen sein. Man nimmt an, dass sich die Imperial Sanddünen zu der Zeit gebildet haben, als der Lake Cahuilla (habe im Artikel Salton Sea-Kalifornien davon berichtet) fast ausgetrocknet war. So konnten die Wüstenwinde den Sand forttragen und an anderer Stelle neue Dünen formen.

Diese Imperial Sanddünen durchquerten wir auf dem Weg nach Yuma. In Yuma sollte man das Yuma Quartermaster Depot und das Yuma Territorial Prison, also das Gefängnis, besuchen. Beides liegt direkt am Colorado River, der kurz vor seiner Mündung in den Golf von Kalifornien immer noch kein Strom geworden ist.

Yuma Quartermaster Depot

Yuma Quartermaster Depot

Das Quartermaster Depot wurde in den 1860ern von der amerikanischen Armee aufgebaut, um das Material zu beschaffen, zu lagern und zu verteilen, welches von den Militärposten benötigt wurde. Es wurde per Dampfschiff von San Francisco bis hierher gebracht. Der Posten bestand damals unter anderem aus einem kleinen Hafen, Lagerhallen, Ställen für die Zugtiere, einem Wasserspeicher, dem Wohnhaus des Kommandanten mit angeschlossenen Räumen für die Bediensteten und dem Office. Heute kann man zudem noch einen der alten Eisenbahnwaggons, Planwagen, einen alten LKW und einen wunderschönen rot-gold glänzenden Ford T bewundern.

Yuma Territorial Prison

Yuma Territorial Prison

Das fast nebenan liegende Gefängnis leistete seinen Dienst 33 Jahre lang von 1876 bis 1909. 3069 Gefangene, Weiße, Mexikaner, Indianer, Menschen jeden Schlages, die aus verschiedenen Gründen von Diebstahl bis hin zu Mord einsaßen, lernten die Bedingungen dort kennen. 111 von Ihnen verließen das Gefängnis nicht lebend und sind auf dem Gefängnisfriedhof ganz in der Nähe begraben. Die Zellen sind eng, waren dicht belegt und wer nicht spurte, machte mit der Dunkelzelle Bekanntschaft. Manch ein Gefangener konnte wohl davon nicht genug bekommen. Gesichter, Namen, Geschichten, alles findet man im Museum, das nicht in einem Originalbau untergebracht ist, sondern auf dem Platz des abgebrannten Hospitals und der Messhalle aufgebaut wurde.

Zellentrakt

Zellentrakt

Das Gefängnis an sich war fortschrittlich, hatte sanitäre Einrichtungen, 1x wöchentlich Baden war Pflicht, wenn nötig auch öfters. Medizinische Versorgung gab es und sogar eine Bücherei. Im Volksmund nannte man das Gefängnis „Countryclub“. Der Beiname „Höllentor“ kommt von den klimatischen Bedingungen, unter denen die Gefangenen leben mussten. In den 33 Jahren gelang es nur zwei Gefangenen zu fliehen, die anderen wurden wieder eingefangen oder bei der Flucht erschossen. 1909 schloss man das Gefängnis und verlegte die restlichen Gefangenen nach Florence in der Nähe von Phoenix. Dann stand es leer oder wurde während der Zeit der großen Depression anderen Nutzungen unterzogen. Da es jedoch immer noch Besucher anzog, wurde das Gefängnis zum Museum.

Brücke ins Nirgendwo

Brücke ins Nirgendwo

Knapp nördlich von Yuma entdeckten wir durch Zufall die McPhauls Bridge, auch die Brücke ins Nirgendwo genannt. Diese wurde 1929 über den Gila River gespannt, hat eine sehr wechselvolle Geschichte und war das Vorbild für den Bau der Golden Gate Bridge in San Francisco. Inzwischen ist die Brücke für den Verkehr gesperrt und auch heran kommt man nicht wirklich.

 

Bewässerungskanal

Bewässerungskanal

Noch immer trotzt der Mensch der Wüste Land für seine Äcker ab. Getreide, Melonen, Futterpflanzen für die Tiere und andere Früchte werden über ein dichtes Kanalnetz bewässert, durch das Unmengen von Wasser fließt. Die Klarheit des Wassers spricht für Grundwasser. Manche Felder sind direkt überflutet. Was einmal in den Kanälen landet, ist zum großen Teil für immer verloren.

Im asiatischen Supermarkt in Los Angeles hatten wir uns recht günstig auch eine Ziegenschulter mit Bein gekauft. Nach einem Rezept aus dem Internet zubereitet, ist das ein sehr leckeres und fein schmeckendes Fleisch. Man muss eben wissen, wie man es macht.

Lake Elsinore – Kalifornien

Los Angeles verließen wir an den Chino Hills vorbeifahrend. Die anschließenden Santa Ana Mountains sind bekannt für ihre heißen Winde, die von dort des Öfteren über Los Angeles und dessen Umland wehen und für die rasche Ausbreitung der verheerenden Flächenbrände mit verantwortlich sind.

Lake Elsinore

Lake Elsinore

Der Lake Elsinore ist der größte natürliche See in Südkalifornien, doch außer Boot fahren kann man mit dem See nichts weiter anfangen. Ja, angeln geht auch noch, aber die Fische kann man nicht essen. Die Karpfen, die wir sahen, hingen luftschnappend an der Wasseroberfläche. Der Lake Elsinore ist vollkommen verdreckt. Schilder warnen außerdem davor, auch nur die Füße ins Wasser zu halten. Da hat man so einen schönen See vor sich und hat nichts davon. Es gibt nur einen spärlichen bis gar keinen Zufluss und keinen Abfluss. Es gibt also keinen Wasseraustausch bzw. das Wasser wird durch die Verdunstung zusehends weniger. Es gab aber auch Zeiten, als sich der See durch unheimliche Regenfälle bis zum Rand füllte, dann verschwand das Wasser wieder durch lange Trockenzeiten.

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Die Stadt Lake Elsinore, die im April 125jähriges Bestehen gefeiert hat, glänzt mit dem alten Badehaus, zu dem einmal eine heiße Quelle gehört hat, und dem alten Bahnhofsgebäude. In den späten 1790ern kamen die spanischen Entdecker hierher und nahmen den Indianern das Land weg. Später übernahmen die Amerikaner das Land und machten eine Ranch daraus. 1883 wurde die Ranch verkauft. Der neue Besitzer Franklin Heald erfüllte sich damit seinen Traum und entwickelte Pläne, aus der Ranch eine Stadt zu machen.

Auf einem der Hügel an der Nordseite steht Aimee´s Castle, das schon fast so alt wie die Stadt selbst ist. Es ist ein wunderschöner, weißer Palast mit maurischen und christlichen Gestaltungselementen, ein Herrenhaus, welches sich Aimee McPherson bauen ließ, eine Dame aus Los Angeles. Normalerweise kann das Anwesen besichtigt werden, aber im Moment haben es irgendwelche Mönche gemietet und die wollen unter sich bleiben. Zudem erfuhren wir, dass dieses Anwesen einst auch das zu Hause Johnny Weismullers gewesen sein soll. Immer wieder richteten sich unsere Blicke auf den wunderschönen Bau. Leider habe ich kein Bild davon.

 

Malibu – Kalifornien

Von Santa Barbara bis nach Los Angeles gibt es keine Parkmöglichkeiten für große Wohnmobile. Die einzigen Möglichkeiten sind die vollkommen überteuerten Campingplätze. In Los Angeles hätten wir auf einem Parkplatz, der nicht wirklich für große Wohnmobile gemacht war, 40,-$ Gebühr bezahlen sollen.

Malibu

Malibu

Das Einzige, was wir uns an diesem Küstenabschnitt ansehen konnten, war Malibu. Knapp südlich von Malibu brannte vor Kurzem ein großer Teil der Santa Monica Mountains ab, die sich direkt hinter den Stränden und dem Highway 1 erheben. Wie viele Menschen sind notwendig, um in dem riesigen Brandgebiet wenigstens die in Gefahr geratenen Häuser vor den Flammen zu schützen? Was für ein Gefühl muss es sein, solch eine Flammenwand auf sein Haus zukommen zu sehen? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Vom Westen kommend, erreicht man zuerst den Surferstrand, an dem die Autos auf den zu knappen Parkflächen fast aufeinander parken. Den Highway 1 weiter fahrend, gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus man auf die lange Küste Malibus sehen kann. An den Berghängen stehen die Villen derjenigen, die ein bisschen mehr Geld haben als der Rest der Welt. Das gilt eigentlich für die ganze Küste von Santa Barbara bis nach Los Angeles. Palmen, Bougainvillea-Sträucher und Araukarien lassen das Alles in einem noch schöneren Bild erscheinen. Allerdings, wenn man auf das Meer schaut, steht eine ganze Reihe Ölbohrplattformen vor den Channel Islands, die mit einem 6-Meilen Meeresschutzstreifen zu einem Nationalpark gehören.

Malibu - Baywatch Strand

Malibu – Baywatch Strand

Der Strand aus der Fernsehserie „Baywatch“ sieht immer noch so aus, die Aufsichtshäuschen stehen noch immer so da und die Baywatchleute haben immer noch ihre rote Kleidung an, nur die Autos und das Boot der Lifeguard sind etwas moderner. Das Wasser ist immer noch nicht wärmer als am Rest der kalifornischen Küste. Ob da im Sommer wirklich so viele Leute baden gehen, wie in der Serie gezeigt wird?Die Stadt Malibu mit den zahlreichen Stränden zieht sich über viele Kilometer in die Länge. In der Nähe des Stadtzentrums sieht man jedoch kaum mehr das Wasser, weil alles zugebaut ist. Hier ist das Wohnen noch angenehm. Im nahen Los Angeles ist dagegen die Hölle los.

Route 66 Amarillo-Glenrio – Texas

Westlich von Amarillo liegt die Cadillac-Ranch. 10 Cadillacs sind mit den Fronten voran zum Teil in einem Feld eingegraben und sollen die goldenen Jahre dieser Fahrzeuge sowie die Freiheit auf der Route 66 symbolisieren. Wir haben uns auf diesen Besuch gefreut und waren bitter enttäuscht. Von den Cadillacs sind nur noch Ruinen übrig, und die werden jeden Tag neu von Besuchern, die mit Farb-Sprühdosen in der Hand bewaffnet sind, „verschönert“. Mit dem eigenen Graffiti werden dann Fotos gemacht. Die Farbe ist teilweise zentimeterdick. Empfehlen können wir diese Route 66 Attraktion nicht mehr.

In Vega sind noch einige Dinge aus der Route 66 Zeit zu finden, wie die Magnolia Station, das Vega Motel und das Court House. Am Ende des Ortes und der originalen Route 66, versteckt gelegen, findet man das Dot´s Mini Museum. Es war leider bei unserer Ankunft geschlossen. Aber auch vor dem Museum sind viele nette Dinge zu besichtigen.
 Den Ort Landergin gibt es praktisch nicht mehr. Dort stehen nur noch die Überreste eines Restaurants und ein Getreidespeicher, kein Haus mehr, nichts.

Dafür ist Adrian einen Besuch wert, vor allem wegen des MidPoint Cafés, das sich direkt in der Mitte der Route 66 befindet. Von hier aus sind es 1139 Meilen nach Los Angeles und 1139 Meilen nach Chicago. Das Café wirbt mit den besten Hamburgern und den besten Kuchen der gesamten Route 66. Wir haben hier einmal ein echtes amerikanisches Sandwich bestellt, allerdings war es ein bisschen klein für den Preis, den wir bezahlt haben.

Die letzte Station auf der texanischen Route 66 ist die Geisterstadt Glenrio. Die meisten Gebäude sind verlassen und verfallen. Davor stehen die alten Autos und rosten vor sich hin, schade. Aber überall hängen Schilder daran, dass diese Dinge Eigentum von jemandem sind.
 Auf dem ganzen Weg durch Texas, und auch schon durch Oklahoma, hat es wohl im letzten und auch in diesem Jahr mehrere Flächenbrände gegeben. Kein Wunder, bei der Trockenheit und den sowieso schon trockenen Büschen.

Amarillo – Texas

Kurz vor Amarillo bogen wir noch nach Groom ab, um das zweithöchste Kreuz der westlichen Hemisphere zu besichtigen. Ein Mr. Steve Thomas wollte Gott für seine Segnungen ein Zeichen setzen. Mit Hilfe mehrerer Sponsoren setzte er ein über 60 Meter hohes Kreuz aus Stahl, der mit weißen Aluminiumplatten verkleidet ist, in die Landschaft. Es wurde am Ostersonntag 1995 fertiggestellt und soll Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Meilen die Stunde standhalten. Rund um den Fuß des Kreuzes sind in Skulpturen, die zwölf Abschnitte des Weges Jesus zur Kreuzigung und die Kreuzigung selbst dargestellt, sowie das Abendmahl.
 Östlich von Groom steht ein Wahrzeichen der Route 66, der Schiefe Wasserturm.

Amarillo. Amarillo war bisher für uns immer eine Art Legende. Im wahren Leben ist die Stadt unscheinbar. Nur eineinhalb Hochhäuser zieren das Zentrum, fast alle Straßen laufen im rechten Winkel und die Ränder der Stadt verlaufen sich in der weiten Ebene. Wir haben uns nur ein paar Dinge für die Besichtigung heraus gepickt. Das Route 66 Viertel in der 3. Straße ist nicht mehr wirklich attraktiv. Manche alten Gebäude, wie das Barneby´s Beanry stehen zwar noch, aber das Flair der Route 66, wie wir es bisher erlebten, ging hier verloren. In den meisten Shops sind Antiquitätenläden drin. Wie die alle überleben können, ist uns wirklich ein Rätsel.

Was uns weit mehr interessiert hat, ist das Jack Sisemore RV Museum, in dem alte Wohnmobile und Wohnanhänger zu sehen sind, die dieser Jack Sisemore zusammengesammelt und zum Teil von Grund auf restauriert hat. Da sind schon einige Raritäten dabei. Die Tankstelle, die er einmal betrieben hat und mehrere Motorräder sind ebenfalls ausgestellt. Das Highlight der Sammlung war für uns der rot-weiße 1948er Flxible (ist richtig geschrieben), der, etwas modifiziert, in dem Film mit Robin Williams „RV“ zum Einsatz kam. Diesen Film hatten wir uns vor Kurzem im Video angesehen, der ist wirklich gut. Diese 1948er Flxible Busse werden als wahre amerikanische Schätze bezeichnet.

Das „Muss“ in Amarillo ist jedoch die Big Texan Steak Ranch, die für ihre Steaks weltberühmt ist. Hier gibt es ein 72-Unzen-Steak (knapp 2 kg) für umsonst, allerdings nur dann, wenn man es samt Beilagen innerhalb 1 Stunde verdrückt. Ein paar Tausend Leute sollen das schon geschafft haben, noch viel mehr sind daran gescheitert. Wir haben uns mit dem kleinsten Steak samt Beilagen begnügt, das nur 8 Unzen (um die 250 g) wog, und waren mehr als satt und geschmeckt hat es hervorragend. Es werden aber auch Steaks bis zu 20 Unzen (um die 620 g) für den normalen Gast angeboten, die allesamt vor den Augen der Gäste in einer großen offenen Flamme gebraten werden. Eine eigene Brauerei gehört zum Restaurant, in der verschiedene und ausgefallen Biere gebraut werden. Das Ambiente innen ist westernmäßig ansprechend, außen dominieren kräftige Farben und Werbung. Zu dem Komplex gehören kunterbunte Mini-Motels und eine Pferdepension. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

Das typische, anhaltende und laute Hupen der Amtrak Railroad begleitet uns nun schon seit Chicago. Die Bahn unterhält eine Handvoll Überlandstrecken quer durch die USA. Eine davon läuft parallel zur Route 66 von Chicago nach Los Angeles. Dieses Hupen, das jedesmal zu hören ist, wenn die Bahn durch eine Stadt kommt oder an Bahnübergängen, ist manchmal ganz schön nervig. Was machen bloß die Leute, die direkt an einem solchen Punkt wohnen? Ich werde diesen Ton jedenfalls noch eine ganze Weile im Kopf haben, wenn wir schon lange nicht mehr da sind.

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