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Tourkarte Marokko

Dies sind die Routen, auf denen wir schon in Marokko unterwegs waren:

Tourkarte Marokko

 

Dieses Material für eine Reiseplanung für Marokko können wir empfehlen:

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Große Marokko-Rundreise

Vor fast genau sieben Jahren führte uns der Zufall nach Agadir und wir hatten eine schöne Zeit dort. Viele Wohnmobilisten verbringen inzwischen den Winter in Marokko und bei uns reifte der Entschluss, irgendwann noch einmal in dieses Land zu reisen. Mit dem Womo kamen wir noch nicht dorthin, deshalb buchten wir jetzt eine 14tägige Flugreise über sonnenklar.tv. Wir verreisten schon mehrmals über diesen Anbieter. Sie haben sehr gute Angebote und bisher waren wir immer sehr zufrieden. Da wir den Norden Marokkos noch nicht kannten, entschieden wir uns für die „5-Königsstädte-Rundreise“ plus eine Woche Strandurlaub.

Als wir in Marokko ankamen und es zur Verteilung der Rundfahrtgäste auf die Busse kam, erfuhren wir, dass wir für die „Große Marokko-Rundreise“ umgebucht worden waren. Noch konnten wir es nicht ganz glauben, aber es stimmte. Die Rundfahrt startete in Marrakesch. Wir hatten großes Glück mit dieser Rundreise. Wir bekamen nicht nur die Königsstädte Marokkos zu sehen, sondern lernten auch einige Gebiete südlich des Hohen Atlas kennen. Wir waren nicht böse darüber. Zudem waren wir eine kleine Gruppe von 21 Personen. Normalerweise ist der Bus voll. Dann sind es über vierzig Gäste. Vor allem in den Medinas zahlte sich die kleine Gruppe aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das ganze mit vierzig Mann abgelaufen wäre. Mit dem Reiseleiter und der Organisation hatten wir ebenfalls großes Glück. Sehr angenehm war es, dass wir zu nichts gedrängt wurden. Wir blieben frei in unseren Entscheidungen, was die Verkaufsveranstaltungen anging. Niemand nahm es übel, wenn wir nichts kauften. Da haben wir schon durchaus andere Erfahrungen gemacht. Es war also eine sehr schöne Rundreise, von den ersten drei Tagen Regen und Kälte abgesehen. Niemand der Einheimischen konnte sich daran erinnern, Schnee in der Sandwüste Marokkos gesehen zu haben. Einer der Reiseleiter zeigte uns ein Foto von einer seiner Touren: Schnee auf dem roten Sand der Wüste, halb Sand und halb Schnee. Wahnsinn.

Da der ganze Bericht viel zu lang für einen Beitrag ist, habe ich ihn in die einzelnen Etappen aufgegliedert:

Marrakesch

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Fes

Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Erfoud – Tineghir – Quarzazate

Quarzazate – Marrakesch

Vögel Marokkos

Neben Amseln, Hausspatzen, Elstern, Felsentauben und Bachstelzen, die es wohl überall auf der Welt gibt, entdeckten wir auch in Marokko für uns neue Arten. Manche trafen wir jedoch schon in Südspanien. Ich möchte sie hier vorstellen:

 

 

Marokko

Der Sommer in diesem Jahr 2010 dauerte ganze drei Wochen und fiel in den Juli. In diesen drei Wochen war es zugegeben noch richtig heiß. Gerade richtig für uns beide. Ausgerechnet in diesen drei Wochen fuhren wir gute eineinhalb Wochen in die Bretagne, wo wir eher mit Regen und Kühle zu kämpfen hatten, als das es Sommer war. So dauerte unser persönlicher Sommer nur eine gute Woche. Eine gute Woche Sommer im ganzen Jahr, dass war absolut zu wenig. Deshalb beschlossen wir, zu Weihnachten noch eine Woche in die Sonne zu verreisen. Wir buchten Last Minute und es wurde Marokko, viel Auswahl war ja nicht mehr. Bisher hat es uns noch nie nach Marokko gezogen, doch wenn es schon einmal so sein soll, lassen wir uns überraschen und wir haben es nicht bereut. Die Abreise im winterlichen Chaos war jedoch ziemlich abenteuerlich.

Hotel in Agadir

Hotel in Agadir

Dafür war die Landung im sonnigen Marokko für uns umso schöner, endlich eine Woche Frühling mitten im Winter genießen. Was uns zuerst auffiel war das fröhliche Vogelgezwitscher überall. Das herrliche und satte Grün ließ uns aufatmen.

Landschaft um Agadir

Landschaft um Agadir

Marokko ist im Norden fruchtbarer als im Süden. Im Norden gibt es viel Obst- und Gemüseanbau, die Gegend von Agadir ist bekannt für ihr Arganöl und je weiter man in den Süden kommt, umso mehr breitet sich die Wüste aus. Hier lebt dann auch der größte Teil der Nomaden, diejenigen Berber, die dem Wasser und dem Futter für die Tiere hinterher ziehen. Im Norden sind die Berber auf Grund der größeren Wassermengen weitgehend sesshaft geworden und betreiben eine einträgliche Landwirtschaft.

Marokko wird geprägt durch die 3 Teile des Atlasgebirges, die die westlichsten Ausläufer des riesigen Atlasgebirges sind, das sich von Marokko bis nach Tunesien erstreckt. Genauer gesagt sind es nur zwei Teile: der Hohe Atlas südlich von Marrakesch und der Antiatlas östlich von Agadir. Der kleine Gebirgszug ganz im Norden nennt sich Rif. Es gibt also allerhand zu entdecken in Marokko.

Weihnachtsdinner

Weihnachtsdinner

Das Gala-Dinner zu Heilig Abend war eine große Überraschung. Weihnachten in einem arabischen Land? Das Hotel hat sich alle Mühe gegeben, den Urlaubern fern der Heimat ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bereiten. Alles war aufs Schönste geschmückt, die Tische liebevoll gedeckt, die Kellner waren mehr als aufmerksam und erst das Essen…, das Essen war wundervoll. Selten haben wir so toll gegessen. Es war ein Erlebnis für unsere Geschmacksnerven. Alles war wunderbar aufeinander abgestimmt und jeder Gang überraschte mit Neuem. Wir waren einfach nur begeistert. Als uns dann der Kellner auch noch einen marokkanischen Rotwein empfahl und wir diesen probierten, wussten wir nicht mehr was wir sagen sollten. Einfach nur phantastisch. Das war jedenfalls ein völlig unvermutetes Weihnachtsgeschenk. Niemand hätte das übertreffen können.  

Tagine ist das traditionelle Gericht in Marokko, das in den gleichnamigen Topf mit dem hohen kegelförmigen Deckel über Holzkohlenfeuer gegart wird. Hierin kann man Couscous, Fleisch, Gemüse, Fisch, eben alles lecker und saftig garen. Die marokkanischen Gewürze wie Ras-el-Hanout oder Kurkuma geben dem Gericht ein einmaliges Aroma.

Agadir

im Vogelpark Agadir

im Vogelpark Agadir

Agadir ist die Urlaubsstadt im Süden von Marokko. Den Vogelpark entdeckten wir zuerst. Der interessierte uns und wir spazierten durch den Park. Außer jeder Menge Vögel, von Singvögeln bis zu Kranichen, können die Besucher auch Bergziegen, Wallabys und andere Exoten bestaunen. Es ist eine sehr große Anlage, die zwar schön angelegt ist, doch machte uns der Zustand der meisten Tiere nachdenklich. Es scheint nicht genug Geld für die Pflege da zu sein. Dem Besucheransturm durch die Einheimischen tut das keinen Abbruch. Es ist praktisch ihr Erholungsgebiet. 

Im Berbermuseum der Stadt besichtigten wir denjenigen Teil, in dem man den Schmuck nur einer Berberfamilie bewundern kann. Der Schmuck einer Berberfamilie ist so umfangreich, dass er mehrere Räume benötigt. Der ganze Schmuck besteht aus schwerem Silber und ist sehr raumgreifend. Riesige Kopfbänder, an denen der Ohrschmuck befestigt ist, der nicht minder groß ist. Kein Ohr der Welt hält diese Gewichte aus. Deshalb ist der Ohrschmuck an Kopfbändern befestigt. Noch größer sind die Ketten, dazu Arm- und Fußreife. Alles mit üppigen Bernsteinen, Korallen oder Edelsteinen besetzt. Das kostet mehr als ein Vermögen. Doch uns wurde gesagt, dass die jungen Leute sich heute kaum noch diesen Schmuck anlegen, weil er einfach viel zu schwer ist. Vorwiegend trug man diesen Schmuck zu Hochzeiten oder sonstigen Feierlichkeiten.

Moschee

Moschee

Das nächste Ziel war die größte Moschee von Agadir, die Hassan II-Moschee, die zu den größten Moscheen der Welt zählt. Leider ist sie nur von außen zu besichtigen.

Kasbah von Agadir

Kasbah von Agadir

Jetzt fuhren wir zur Kasbah. Die ganze Altstadt von Agadir lag bis 1960 in und um die Kasbah auf dem Hügel. Es war ein mondäner Badeort, der in der Nacht vom 29. Februar zum 1. März durch ein verheerendes Erdbeben total dem Erdboden gleich gemacht wurde. Kein Stein blieb mehr auf dem anderen, fünfzehntausend Menschen verloren ihr Leben. Vereinzelt kann man um die Kasbah noch Ruinen und die zerstörte Zisterne erkennen. Das einzig „überlebende“ Gebäude, ein Marabou, steht oberhalb des Hafens.

Von der Kasbah hat man einen 360°-Blick über Agadir, die angrenzenden Berge und das Meer.

Marina von Agadir

Marina von Agadir

Nach diesem Besuch fuhren wir zur Marina, dem teuersten Stadtviertel. Die Marina von Agadir hat einen relativ kleinen Hafen und es liegen kaum Boote drin. Manche Geschäfte und die meisten Wohnungen stehen leer, bei 1500,- € Miete nicht verwunderlich. Trotzdem herrscht in der Marina eine gemütliche Atmosphäre.

Fischereihafen

Fischereihafen

Dann ging es weiter zum Fischereihafen und zur Werft, wo wir uns ein wenig umsehen durften. Schon immer ist der Hafen von Agadir ein Umschlagplatz für den Welthandel und wo ein Hafen ist, muss es auch Schiffbau und Reparaturmöglichkeiten geben.

fliegender Händler

fliegender Händler

Die letzte Station der Stadtrundfahrt war der Besuch des größten Souks von Agadir. Der Souk el Had soll an die zwanzig Eingänge in der Mauer haben, die ihn umgibt. Es ist unwahrscheinlich, dass man durch den selben Eingang heraus geht, durch den man herein gekommen ist. Das Wegegewirr innerhalb des Souks ist sehr verwirrend, vor allem, wenn man sich auf die unzähligen Shops mit ihren bunten oder duftenden Angeboten konzentriert. Obst, Gemüse, Klamotten, Haushaltswaren, Möbel, Gewürze, nichts was es nicht gibt. Sogar kleine Chamäleons wurden verkauft. Wir fragten, was man mit den armen Tieren macht und bekamen zur Antwort, das dies Haustiere für den Garten wären. Ebenso gab es sehr kleine Schildkrötchen zu kaufen. 

Avenue Hassan II

Avenue Hassan II

Die Prachtstraße von Agadir, die Avenue Hassan II, ließ etwas zu wünschen übrig. Naja, ein paar Boutiquen und teure Geschäfte gibt es schon, doch die Fußwege sind relativ schlecht und mindestens ein viertel der Läden und Wohnungen stehen leer. Wer kann sich das leisten? Irgendwann bogen wir dann links ab und spazierten durch die Nebenstraßen wieder zurück. Auf diesen Straßen spielt sich eher das Leben der Einheimischen ab, hier gibt es die kleinen Lädchen und Werkstätten und die kleinen Cafés. 

Marrakesch

Morgen in Marokko

Morgen in Marokko

Rechts und links der Straßen z.B. nach Marrakesch wachsen die Argan-Bäume, die es nur in Marokko und zwar im Umkreis von zirka sechzig Kilometern um Agadir herum gibt, sonst nirgendwo auf der Welt. Sie werden auch Ziegenbäume genannt, weil sich die Ziegen gern das leckere Fruchtfleisch der Nüsse holen, indem sie auf die Bäume klettern.

Die Kerne der Nüsse sind zu hart. Sie werden von den Frauen gesammelt, geröstet und gepresst. Das Öl, welches dann aus der Mühle fließt, ist reich an Vitamin D und E und an Omega 3 und 6 Fettsäuren. Aus sieben Kilogramm Nüssen gewinnt man einen Liter Öl. Das kann, je nach Weiterverarbeitung, in der Küche oder für medizinische Zwecke verwendet werden.

Berberdorf

Berberdorf

Vereinzelt liegen Berberdörfer in der Landschaft. Die Berber nennen sich in Marokko selbst „Imazighen“, was soviel heißt wie „Freie“. Wie gesagt, sie haben sich zum größten Teil ihre ursprüngliche Lebensweise bewahrt, egal wer da kam und das Land erobern wollte. Die anteilmäßig meisten Berber leben in Marokko, wo sie sechzig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sonst verteilen sie sich in ganz Nordafrika, Südspanien und den Kanaren.

marokkanische Wüste

marokkanische Wüste

Die Autobahn führt durch die roten und über und über mit Arganbäumen bestandenen Berge des Hohen Atlas, in dem man den höchsten Berg Nordafrikas, den 4167 m hohen Djebel Toubkal, findet. Der ist bis weit in den Sommer hinein noch schneebedeckt. Eine dreiviertel Stunde vor Marrakesch sind die Berge weg und das Land es eben und sehr trocken. Es gibt nur noch winzige Büsche, es sieht wüstenartig aus.

Kurz vor Marrakesch gibt es kleine Mandelbaumplantagen und es wird wieder grüner, Palmen wachsen, Merkmale einer Oase lassen sich erkennen.

Marrakesch

Marrakesch

Marrakesch ist die viert größte Stadt von Marokko mit heute 1,2 Millionen Einwohnern nach Casablanca, Rabat und Fés und war schon drei Mal im Laufe seiner Geschichte unter verschiedenen Sultanen Hauptstadt. Zuletzt war das im 16. Jahrhundert der Fall. Gegründet wurde Marrakesch im 11. Jahrhundert als Karavanentreffpunkt und Handelszentrum. Marrakesch ist neben Meknés, Fés und Rabat, der heutigen Hauptstadt von Marokko, eine der vier Königsstädte.

Palast „Bahia“

Palast „Bahia“

Der Palast „Bahia“ wurde erst im 19. Jahrhundert für die erste Frau des Sultans Bahia gebaut. Neben der ersten Frau durften die Sultane und alle die, die es sich leisten konnten, drei weitere Ehefrauen haben. Das war der Harem. Neben dem Harem hatten die Herrscher weitere Frauen, die Konkubinen. Der Palast hat unzählige Räume, die sich um mehrere kleine Innenhöfe gruppieren, in deren Mitte ein Brunnen steht und die reich bepflanzt sind. Die Räume sind prächtig mit Ornamenten verziert und haben noch prächtigere Decken aus geschnitztem Zedernholz. Die Fußböden sind mit Mosaiken ausgelegt, die Fenster- und Türrahmen sind ebenfalls prächtig geschmückt, alles sehr orientalisch, versteht sich.

Jemaa el Fna

Jemaa el Fna

Der Mittelpunkt von Marrakesch ist der Platz der Geköpften, marokkanisch: Jemaa el Fna. In früheren Zeiten diente dieser Platz als Hinrichtungsplatz. Sehr beliebt dabei war wohl das Köpfen. Die abgetrennten Köpfe steckte man auf Spieße und stellte sie zur Abschreckung auf dem Platz aus.

Heute hat der Platz einen besseren Namen, wenn auch inoffiziell: der Gauklerplatz. Den ganzen Tag trifft man auf Gaukler, Artisten, Spieler, Schlangenbeschwörer, Fetischverkäufer und andere Selbstdarsteller, die sich mit den Auftritten ihren Lebensunterhalt verdienen. Natürlich werden auch die Touristen geschröpft, doch die meisten Einnahmen stammen von den einheimischen Zuschauern, die sich über die Jahrhunderte hinweg immer noch locken lassen.

Abends auf dem Jemaa el Fna

Abends auf dem Jemaa el Fna

Wenn die Dämmerung hereinbricht ändert sich das Bild auf dem Jemaa el Fna. In ungeahnter Schnelligkeit werden die Garküchen auf dem Platz aufgebaut und schon gibt es die ersten Leckereien. Wenn es dunkel ist, steht der halbe Platz voller Garküchen mit allerlei leckeren Gerichten, und das auch schon seit ewigen Zeiten. Hier sollte man unbedingt einmal probieren.

Koutoubia-Moschee

Koutoubia-Moschee

Südwestlich des Jemaa el Fna steht die große Koutoubia-Moschee, die leider ebenfalls nur von außen zu besichtigen ist.

Assaka-Geländewagentour

Atlantikküste

Atlantikküste

Wir fuhren den ganzen Tag durch die verschiedenen Landschaften südlich von Agadir. Zuerst erreichten wir die Atlantikküste von Marokko. Diese ist hier weiter südlich sehr rauh und steil. Es wächst nicht viel auf dem harten Sandboden. In atemberaubendem Tempo preschten wir mit dem Geländewagen durch die Küstenlandschaft, bis wir an einer schönen Stelle Halt machten. Es gab keine Straße, nur leichte Fahrspuren, die hin und wieder nach links oder rechts Abzweigungen hatten. Wahrscheinlich liegen an deren Enden versteckt ein paar Häuser.

Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung

Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung

Dann ging unsere Fahrt durch eine karge und steinige Landschaft weiter nach Massa Souss zum Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung, einem Fluss, der durch Marokko fließt. Es ist eine sehr schöne und grüne Landschaft mit fruchtbaren Feldern und kleinen Siedlungen. Die Menschen hier bauen Mais und Bananen sowie Gemüse an. Sie haben auch ein wenig Vieh. Sie sind zum größten Teil Selbstversorger und unabhängig. In dem Vogelschutzgebiet hier soll es mehr als dreißig verschiedene exotische Vögel wie Flamingos geben, die man mit etwas Glück und so sie denn hier sind, beobachten kann.

kleines Museum

kleines Museum

Auf unserem Weg weiter zum Anti-Atlas legten wir eine Kaffeepause ein. Ein einsamer Hof steht an der Straße und bewirtet die Vorbeikommenden Reisenden. Hier tranken wir einen Tee.

Der Innenhof ist sehr schön, ein kleines Museum gibt es auch.

Hotel im Nirgendwo

Hotel im Nirgendwo

Nach dieser Pause fuhren wir weiter durch das Hinterland von Marokko Richtung Anti-Atlas bis wir zu einem mitten im Nirgendwo stehenden Hotel kamen, oberhalb eines Flusses. Unterhalb des Hotels, an dem Fluss, steht ein kleines Dorf mitten in Bananenstauden. Der Boden ist voller Geröll, auf dem nur Kakteen und Dornengestrüpp wachsen.

Das Hotel ist von außen sehr schön, wir konnten sogar in den Innenhof sehen. Begrenzt wird es rund herum von einer hohen Mauer aus Lehm. Das ganze Hotel ist aus Lehm gebaut.

Mini-Sahara

Mini-Sahara

Ein Stück weiter erreichten wir die Mini-Sahara. Dünen auf nicht einmal einem Quadratkilometer. Rundherum die beschriebene Landschaft, mitten drin die Dünen. Das ist schon merkwürdig. Wie sind die ausgerechnet hier her gekommen?

Wir erklommen die nur ein paar Meter hohen Dünen und fühlten uns fast wie in der Sahara. Der Sand ist genauso fein, hier und da steht ein Busch, überall finden sich Spuren von Käfern, Skorpionen und irgendwelchen vierfüßigen Tieren. Kleine, zarte Pflänzchen behaupten sich neben einem Busch, der ein paar Meter von sich auf dem Boden ein verzweigtes Netz von Stengeln ausbildet, an denen kugelförmige Früchte wachsen. Der Name dieser Pflanze ist jedoch unaussprechlich.

Talsperre

Talsperre

Als Nächstes fuhren wir zu einer der zur Zeit einhundertfünfzig in Marokko existierenden Talsperren in der Nähe. Dafür fuhren wir auf ein Plateau und jetzt lag die Landschaft, durch die wir den ganzen Tag gefahren waren, unter uns. Von hier aus sahen wir auch das Hotel, an dem wir gehalten haben, und das Tal, wieder. So ändern sich die Perspektiven. Die Talsperre liegt relativ hoch im Anti-Atlas.

Restaurant im Anti-Atlas

Restaurant im Anti-Atlas

Die Mittagszeit war längst vorbei und wir hatten alle Hunger. Endlich fuhren wir in ein Dorf in den Bergen, in dem es etwas abseits ein Restaurant gibt. Als Alleinfahrer kann man solche herrlichen Ecken nicht finden. Ein kleiner Garten schließt sich an und von hier oben hat man einen tollen Blick. Durch einen kleinen und einen etwas größeren Hof gelangten wir zu den Gasträumen. Wir wurden mit Wasser, Salat, Brot und einer Couscous-Tagine bewirtet. Zum Abschluss gab es eine große Obstschale mit kleinen Bananen und Orangen. Wie immer, hat alles superlecker geschmeckt und wir fühlten uns sehr wohl. Es war echt gemütlich.

Oase von Assaka

Oase von Assaka

Frisch gestärkt und mit neuen Kräften fuhren wir die Oase von Assaka an. Irgendwie hatte ich mir unter einer Oase etwas anderes vorgestellt. Unser Fahrer setzte uns in der Nähe eines Ortes in einem kleinen Tal ab, dass von einem kleinen Fluss durchzogen wird. Es ist grüner als anderswo, das ist richtig, aber eine Oase sieht für mich anders aus. Trotzdem ist es ein hübscher Flecken Erde und wir sahen uns ein wenig um.

Tiznit

Tiznit

Unser letztes Ziel für diesen Tagesausflug in das Hinterland, auf den Spuren der Nomaden, der Halbwüste und des Anti-Atlas, fuhren wir nach Tiznit, „der“ Stadt der Silberschmiede in Marokko. Überall in Marokko wird Silber verarbeitet, doch Tiznit ist die Silberhauptstadt. Tiznit ist von einer Stadtmauer umgeben und noch nicht sehr alt. Sie wurde erst 1882 als Karawanentreffpunkt gegründet.

Wir fuhren kreuz und quer durch die engen Gassen, bis wir Halt machten. Da wir keine Zeit hatten, uns die Stadt selbst anzusehen, besuchten wir nur eine der zahlreichen Silberschmieden. Diese liegt im Erdgeschoss eines Wohnhauses. Gleich hinter dem Eingang saßen drei Männer, die filigrane Silberdrähte zu wirklichen Kunstwerken verbanden. Ketten, Armbänder, Gürtel und vieles mehr entstehen unter ihren Händen. Es wird mit Edelsteinstaub gearbeitet oder ganzen Edelsteinen. In den anschließenden Ausstellungs- und Verkaufsräumen konnten wir die ganze Vielfalt des hier hergestellten Schmuckes bewundern.

Es gibt noch so viel zu sehen in Marokko, vor allem die anderen drei Königstädte, die wir nicht gesehen haben. Von Marrakesch haben wir auch nicht wirklich viel gesehen und um Agadir herum gibt es weitere Ziele wie die blau-weiße Stadt Essaouira an der Küste, das Städtchen Tafraout im Anti-Atlas, mit seinen rosafarbenen, von gigantischen Granitblöcken umgebenen Häusern, oder Taroudant, eine der ältesten Städte in Marokko. 

 

Auf einer zweiten Reise nach Marokko lernten wir auf der „Großen Marokko-Rundreise“ weitere Städte und Landschaften kennen. Auch mit dem Mietauto waren wir unterwegs. In den folgenden Berichten könnt Ihr unseren Spuren folgen:

Große Marokko-Rundfahrt

Essaouira

Immouzer


Marokko war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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La Spezia

Fast alle, die nach La Spezia kommen, haben ein Ziel: Cinque Terre. Aber auch die Stadt selbst ist recht sehenswert und besitzt viele schöne Details. Zum Beispiel die außergewöhnliche und moderne Kathedrale di Cristo Re mit ihrer absolut runden Form, die auf einem Arkadengang mit Geschäften und Cafés sitzt. Davor befindet sich die großzügige Piazza Europa.

Kathedrale di Cristo Re

Zwischen der Altstadt und dem Hafen dehnt sich ein palmengesäumter Park aus. Von hier aus starten im Sommer die Boote entlang der Küste der Cinque Terre. Jetzt ist es ruhig im Hafen.

Park zwischen Stadt und Hafen

Die Altstadt besteht aus ziemlich hohen Häusern. Entsprechend der Renaissance stehen sich an manchen Straßenecken zwei gleiche Häuser gegenüber. Eines davon (Grattacielo) aus dem Jahre 1927, an der Via Vittorio Veneto, heißt sogar „der Wolkenkratzer“. Ihm gegenüber steht der Regierungspalast.

Grattacielo, der Wolkenkratzer

Sehr schön sind die Jugendstilfassaden, aber auch Neoklassizismus ist zu finden. Viele Arkadengänge laden zum Bummeln darunter ein. Manche von ihnen sind mit schönen Malereien verziert. Die alten, hohen Türen aus Bronze oder Holz lassen kurz innehalten und staunen. Die meisten Häuser sind gepflegt und schön anzusehen.

toll gestalteter Arkadengang

In der Via Chiodo wurde ein kleiner Park mit Brunnen, Magnolien und Sitzgelegenheiten angelegt. Der Hingucker ist aber die Reihe Tore in dessen Mitte, die von einer Seite grellbunt und von der anderen Seite verspiegelt sind. Ein schöner Ruhepol inmitten des Stadtbetriebes.

Spiegelungen im Park an der Via Chiodo

An der Piazza Cavour hat die Markthalle ihren Platz. Die aufwändige Überdachung scheint recht modern. Obst, Gemüse, Käse, Fleisch und Fisch werden hier manchmal lautstark gehandelt.

Markthalle an der Piazza Cavour

Wenn man die Hauptgeschäftsstraßen entlang geht und ab und zu Richtung angrenzenden Berg guckt, dann sieht man die Treppenkonstruktionen, die die Unterstadt mit der Oberstadt verbinden. Dort ist auch das Castello zu finden.

Treppe in die Oberstadt

In der Nähe der Piazza Garibaldi beginnt ein Tunnel, der unter der Oberstadt hindurch verläuft und in der Nähe der Kathedrale wieder heraus kommt. Ein moderner Brunnen mit Marmorskulptur setzt einen tollen Kontrast zu den älteren Gebäuden am Platz. 1943 wurden große Teile von La Spezia durch Luftangriffe zerstört, so dass die meisten Bauten nicht wirklich alt sind.

Brunnen auf der Piazza Garibaldi

La Spezia hat also jede Menge zu bieten, aber die Altstadt besteht fast nur aus Einbahnstraßen. Das heißt, man fährt viele Umwege mit dem Auto und die Busse fahren fast nie wieder dort ab, wo sie angekommen sind. Eine Busfahrt kostet 1,50€, wenn man die Karten im Tabacchi-Shop kauft, 2,50€ im Bus selbst.

Im 18. Jahrhundert wurde der Hafen unter Napoleon zum Militärhafen ausgebaut, der eine große Bedeutung erlangte, die bis in die Gegenwart anhält. Das Arsenale Militare Marittimo hat heute seinen Sitz am Ufer des Kanals an der Via Giovanni Amendola. Dort befindet sich auch das Militär-Museum für Marinetechnik. Im Museum ist ein ganzer Raum den Marine-Kleinkampfmitteln gewidmet (Torpedoreiter, Sprengboote), die in La Spezia entwickelt und eingesetzt wurden.

links Arsenale Militare Marittimo, rechts Via Giovanni Amendola

Einen schönen Bummel kann man auch durch die Marina Porto Mirabello haben, die man über die Hängebrücke Ponte Thaon di Revel für Fußgänger erreicht. Hier liegen kleine und große Yachten. Bei unserem Besuch lag die königliche Segelyacht aus Marokko am Kai, ein riesiges Schiff mit noch größeren Masten. Wahnsinn. Von der Marina aus sieht man auch das Castello von La Spezia.

Marina Porto Mirabello

Unser Wohnmobil steht auf dem Stellplatz am Pagliari-Bassin, für 6,-€ ohne Strom. Mit Strom kostet der Platz 12,-€. Von hier aus sind es mehr als 5km ins Stadtzentrum.

Selbstgemacht

Erst war da nur ein Plätschern, welches sich zu einem Rinnsal steigerte. Nun ist es ein Fluss, bald wird es ein Strom sein: die Bewegung gegen Chemie und gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe in unserer Kosmetik und Drogerieartikel. Die Warnungen werden immer lauter und zahlreicher. Grund genug, auch uns über diese Situation Gedanken zu machen. Wir haben zwar noch nie für jedes Putzvorhaben ein anderes Mittel gekauft, sondern uns auf weniges Notwendige beschränkt.

Vor Kurzem fand ich eine Internetseite, die sich mit Selbstgemachtem aller Art beschäftigt. Auf www.smarticular.net findet man zahlreiche Rezepte und Anregungen, um seine Kosmetik- und Drogerieartikel einfach selbst herzustellen. Einige Produkte, auf Basis alter Hausmittel, habe ich seit zirka fünf Monaten getestet und bin vollkommen zufrieden. Bei der Anwendung der gekauften Produkte hatte ich schon seit Jahren ein ungutes Gefühl, z.B. beim Geschirrspülmittel, welches nicht mit dem Geschirrtuch entfernt wird, oder das Benutzen der Putzmittel ohne Handschuhe usw. Dieses Gefühl ist mit den selbst hergestellten Mitteln verschwunden.

Ich möchte hier die bisher von uns selbstgemachten und selbst getesteten Produkte vorstellen. In vielen Rezepten ist Kernseife enthalten. Die meisten Kernseifen enthalten jedoch Palmöl. Wer darauf verzichten möchte, kann die Kernseife auch durch Olivenölseife* austauschen. Die anderen Hausmittel wie Soda*, Waschsoda* oder Natron* werden, wie auch deren Anwendung, auf der og. Internetseite beschrieben.

Also hier nun unsere Rezepte:

Waschmittel
100g Kernseife
16 El Waschsoda
1,5 – 2 l Wasser
Die Kernseife in Flocken zerkleinern, mit heißem Wasser auffüllen, aufkochen und solange mit einem Schneebesen rühren, bis sich die Seife aufgelöst hat. Abkühlen lassen, erneut aufkochen. Dann das Soda hinzugeben und nochmals gut rühren. Vorsicht: es kann stark schäumen!! In einen Behälter abfüllen. Wenn die Masse erkaltet ist, besitzt sie eine feste Konsistenz. Davon genügt ein guter Teelöffel voll für einen Waschgang. Bei starker Verschmutzung entweder mehr von dem Waschmittel oder einen zusätzlichen Löffel Waschsoda zugeben.

Es ist auch möglich, vor allem bei weißer Wäsche, diese über Nacht in einer Waschsodalösung einzuweichen.

Bevorzugt Ihr eher flüssiges Waschmittel, dann nehmt Ihr einfach mehr Wasser. Die Dosis muss dann allerdings entsprechend erhöht werden.

Spülmittel

15g Kernseife
300 ml Wasser
4 Tl Natron
etwas Zitronensaft
Mit Kernseife und Wasser wie oben verfahren. Nach dem zweiten Aufkochen das Natron zufügen. Wenn das Spülmittel etwas abgekühlt ist, in eine gebrauchte Spülmittelflasche umfüllen und etwas Zitronensaft zufügen.

Dieses Rezept ist für normales Wasser gedacht. Solltet Ihr mit härterem Wasser zu kämpfen haben, dann muss entsprechend mehr Natron verwendet werden.

Vor jedem Gebrauch kurz und kräftig schütteln. Das Fett entfernt den Schmutz, der Zitronensaft sorgt für Glanz. Das Spülmittel schäumt nicht! Bei hartnäckigem Schmutz das Geschirrteil einfach in das Spülwasser eintauchen und eine Minute beiseite stellen. Der Schmutz sollte sich dann leicht lösen.

Bei angebackenen Resten in Töpfen oder Auflaufformen einfach etwas Spülmittel mit Wasser einfüllen und aufkochen.

Flüssige Seife

50g Kernseife
300 ml Wasser
2 El Natron
Mit Kernseife und Wasser wie oben verfahren. Nach dem zweiten Aufkochen das Natron zufügen. Wenn die Seife etwas abgekühlt ist, in eine gebrauchte Flüssigseife-Flasche umfüllen. Gut schütteln.

Deo-Creme

2 El Kokosöl
3 El Natron
3 El Speisestärke
Natron und Speisestärke miteinander vermischen. Kokosöl erwärmen, damit es flüssig wird. Nach und nach etwas Öl in die Natron-Stärke-Mischung geben, bis eine cremige Masse entstanden ist. Fertig ist das neue Deo. Am besten in einen leeren Glastiegel, z.B. einer Gesichtscreme, abfüllen.

Während gekaufte Deo´s oft versagen, wirkt diese selbstgemachte Deo-Creme bei uns 100%ig. Dabei genügt eine Menge, die auf die Fingernagelspitze passt.

Kokosöl* ist ein Naturprodukt und besitzt keine lange Haltbarkeit. Bitte daher mit äußerster Sauberkeit vorgehen und lieber des öfteren eine neue Dosis herstellen.

Parfüm

Rezeptvorschläge findet Ihr bei smarticular. Da muss jeder seinen Duft herausfinden. Wir haben uns von der letzten Reise nach Marokko ätherische Öle mitgebracht. Man kann für die Herstellung des eigenen Parfüms Alkohol (Weingeist 96%) verwenden. Wer Alkohol auf der Haut nicht verträgt, mischt das Öl statt mit Alkohol nur mit Wasser, allerdings lässt die Haltbarkeit dann zu wünschen übrig. Ich benutze die Ölkomposition mit einem Miniroller jetzt pur.

Unser derzeitiges Rezept:

3 Tr Orangenöl
10 Tr Jasminöl
10 Tr Rosenwasser
Bei der Zugabe des Wassers gilt die Regel 1 Teil Öl = 4 Teile Wasser, ist aber nicht zwingend. Das Parfüm in einen Glaszerstäuber abfüllen.

Gerade auf Reisen geht es um Gewicht und Umfang des Gepäcks. Eine tolle Idee, trotzdem das Lieblingsparfüm bei sich zu haben, ist ein kleiner nachfüllbarer Zerstäuber* für die Tasche.

Mückenspray (für 300ml)
In den Masuren getestet und für wirksam befunden.

220 ml abgekochtes Wasser
80 ml klare Spirituose (z.B. Wodka mit mind. 40%)
9 Tr Teebaumöl*
27 Tr Lavendelöl*
Alles vermischen und in eine Sprayflasche füllen.

Auch hier kann man verschiedene Öle, wie Citronella, Lemongras oder Eukalytus, verwenden. Alle diese Düfte können Mücken vertreiben.

Wer eine längerfristige Lösung sucht, weil er vielleicht mehrere Wochen in Gebieten unterwegs ist, die die Mücken genauso lieben, dann habe ich folgenden Tipp. Funktioniert garantiert:
Apfelessig mit Honig mischen, ca. 2:1. Davon jeden Tag einen Schluck mit einem Glas Wasser verdünnt trinken. Mit dieser Kur sollte man aber schon drei Wochen vor dem „Mückentrip“ beginnen. Eure Ausdünstungen sind für den Menschen nicht wahrnehmbar, aber die Mücken halten Abstand. Ein sehr beruhigendes Gefühl. Man sollte die Kur solange machen, bis der Mückenalarm vorrüber ist.

Zahncreme

Zahnpasta ist auch ein heikles Thema. Viele Rezepte sind mit Birkenzucker, eine sehr teure Zutat. Der Birkenzucker soll die Bakterien im Mund neutralisieren. Die gleiche Wirkung hat auch die Kernseife. Mein Rezept für selbstgemachte Zahnpasta sieht deshalb so aus:

2 Tl Kokosöl
1 Tl Kernseife (in heißem Wasser aufgelöst)
1 Tl Natron (sehr fein gemahlen, bitte kein Kaiser-Natron, das ist zu grob und kann nicht fein genug gemahlen werden)
1 El Salbei (sehr fein gemahlen, tut der Mundhöhle gut)
1-2 Tr Teebaumöl (desinfiziert und neutralisiert)
Alles gut miteinander vermischen und in ein sauberes kleines Gefäß füllen. Ich habe dafür einen leeren Cremetiegel 50ml genommen. Mit einem kleinen Spatel lässt sich die Zahncreme gut auf die Zahnbürste bringen.

Diese Zahnpasta schäumt nicht. Nach einem halben Jahr Gebrauch stand ein Zahnarztbesuch an. Das Ergebnis des Checks war so gut wie nie vorher. Der Aufwand lohnt sich also.

Maske (Antifalten und Mineralien)

Magnesium-Brausetabletten, Milch oder Milchprodukt
Brausetabletten zerreiben und in die Milch, Sahne o.ä. geben. Wasser geht auch, aber die Milchprodukte steuern weitere Minearalien bei. Auflösen lassen, auftragen und nach 10-15min abspülen, danach eincremen. Einfacher und wirkungsvoller geht es kaum. 

Allzweckreiniger

1 Tl Natron
1 Tl geriebene Kernseife
1 Spritzer Zitronensaft
1 Tasse warmes Wasser
ein paar Tropfen Teebaumöl
Kernseife und Wasser in einen Topf geben und erwärmen, bis sich die Seife aufgelöst hat. Alle weiteren Zutaten zugeben, umrühren und abkühlen. Fertigen Reiniger in Sprühflasche abfüllen.

Während unserer Testphase stellten wir fest, dass es manchmal gegenüber den gekauften Mitteln ein klein wenig mehr Mühe macht, ans Ziel zu kommen. Wir finden jedoch, dass es ein sehr kleiner Preis für unsere Gesundheit ist. Der Geldbeutel freut sich jedenfalls auch.

Nach diesen von uns erfolgreich angewandten Rezepten, werden wir nach und nach neue Produkte ausprobieren. Über deren Erfolg werden wir später berichten.

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Immouzer

Paradise Valley

Eine andere Tagestour mit dem Mietauto führte uns zur Bergoase Immouzer, im Hohen Atlas gelegen. Der Ort heißt eigentlich Imouzzer des Ida-Outanane. Nimmt man von Agadir aus den Weg über Aourir und folgt dann der Beschilderung nach Immouzer, erreicht man ziemlich schnell die ersten Ausläufer des Hohen Atlas und man fährt durch eine spektakuläre Landschaft, über Berge und durch Täler. Der Höhepunkt der Tour ist wohl die Durchfahrt durch das Paradise Valley, das Paradiestal. Die Straße, die teilweise keine mehr ist, weil sie vom Wasser weggespült wurde, schlängelt sich immer am Bach entlang durch das sehr enge Tal. Die hellen Felswände aus geschichtetem Sandstein ragen fast senkrecht gen Himmel. Vereinzelt stehende Palmen, Bananenstauden und Oleander sorgen für das Paradiesfeeling. Nach jeder Kurve zeigt sich eine andere Seite des Tales. Die Straße ist oft so eng, dass kaum zwei PKW´s aneinander vorbeikommen. Im Hotel wird die Fahrtzeit mit einer Stunde angegeben, dazu diese enge Straße, das kann nicht der Weg sein, den die Reisebusse nach Immouzer nehmen. Diese Strecke ist zwar nur knapp 50km lang, aber man braucht gut und gerne zwei Stunden dafür. Es ist eine wirklich kurvenreiche, aber sehr schöne Strecke.

Blick von der Auberge Panoramique

Das letzte Teilstück der Straße nach Immouzer führt wieder oben an den Berghängen entlang, teilweise mit engen Passagen und steilen Kurven. Oft gibt es keinen Randstreifen, keine Brüstung, und der Berghang fällt steil ab. Jetzt im Januar gab es nicht viel Gegenverkehr, aber wenn, dann wird es gefährlich.
An einer wirklich idyllischen Ecke zwischen dem Paradise Valley und Immouzer hat sich jemand angesiedelt und betreibt dazu ein kleines Hotel „Auberge Panoramique“ mit angeschlossenem Panorama-Restaurant, sowie eine Imkerei. Die vielen bunten Blumen, eine Augenweide in dem ewigen rot-braun-grün der Landschaft, versprühen ihren Duft. Es ist ein perfekter Ort für Ruhe suchende Naturliebhaber.

Olivenhain in Immouzer

Dann endlich erreicht man die auf der Höhe gelegene, neue Stadt Imouzzer des Ida-Outanane. Wir wollten aber zu den Wasserfällen „Les Cascades“, mit denen Immouzer wirbt. In den Prospekten wird ein Bild der Bergoase gezeichnet, welches den Touristen suggeriert, unbedingt dorthin fahren zu müssen. Es würde Wasser im Überfluss geben. Deswegen waren wir gekommen.
Um den Wasserfall zu erreichen, muss man am anderen Ende der neuen Stadt wieder hinunter ins Tal, über eine noch engere Straße als schon bis hierher. Im Tal liegt die wirkliche Bergoase. Das Auto stellten wir auf dem „freiwillig“-kostenpflichtigen Parkplatz ab, der sich in einem alten Olivenhain befindet. Wasserrinnen und alte Mauerreste zeigen an, dass hier wohl einmal der Ursprung der Oase lag.

Wasserfall von Immouzer

Durch diesen Olivenhain muss man hindurch, um zum Wasserfall zu gelangen. Ungefragt schließen sich einem wieder selbsternannte Führer an. Wer sich alleine nicht traut, den Weg zum Wasserfall zu suchen, der sollte diesen Dienst annehmen. Es ist jedoch durchaus möglich, alleine auf den angedeuteten Trampelpfaden zum Ziel zu kommen.
Nach einem etwa 5-minütigen Fußweg erreicht man den Wasserfall. Man hört es zwar rauschen, aber als wir den Wasserfall erreichten, kam da kein Tropfen Wasser herunter. Es ist nur ein steinerner Vorhang zu sehen, der sich im Laufe einer langen Zeit durch den Kalk im Sandstein gebildet hat. Damit die Enttäuschung nicht zu groß wird, hat man sich für diese Kalksteinformation den Namen „Brautschleier der Fatima“ ausgedacht, was die Situation aber nicht besser macht.
Am Fuße des Wasserfalls gibt es allerdings Wasser. Es kommt aus einem Wasserschlauch, den man wohl von einer Quelle aus nach dorthin verlegt hat.

im Dorf Immouzer

Wir suchten uns also einen Weg zurück ins Dorf und erkundeten es ein wenig. Viele Touristen streifen wohl nicht durch die Gassen und Wege. Stellenweise sieht es aus, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts mehr getan. Ursprüngliche Wege, Wasserrinnen, Tore, Lehmhäuser und kleine Felder prägen das Bild des Dorfes.

ausgetrocknetes Flussbett

Unweigerlich kommt man wieder zum steinigen Flussbett, welches seinen Ursprung am Pool des Wasserfalls hat. Dann kann man erst einmal für einen Kaffee oder Minztee auf der Terrasse des Hotels „Amalou“ einkehren und die Landschaft auf sich wirken lassen, bevor man sich auf den Weg zum Pool macht.
Man kann über die Steine im Flussbett steigen, bis große Felsbrocken den Weg versperren. Dann muss man links am Restaurant einen kleinen Hang hinaufklettern und dem Weg weiter zum Pool folgen. Souvenirstände säumen den Weg bis dahin. Es gibt wohl auch einen bequemeren Weg am Flussbett entlang, aber der Eingang zu diesem Weg muss erst einmal gefunden werden.

unterer Pool des Wasserfalls

Hat man es dann geschafft, steht man vor einer schönen Kulisse, die die Natur geschaffen hat und man erkennt, dass es eigentlich zwei Pools sind. Man muss allerdings etwas klettern, um den oberen Pool zu erreichen. Einheimische klettern die Felswände noch weiter nach oben, um in diesen Pool zu springen. Es ist weniger das Erlebnis des Springens in das kalte Wasser, als das Hoffen auf einen Obolus von den umstehenden Zuschauern. Fotografiert man die Springer, wird dieser Obolus eingefordert.
Es reicht aber auch, das Naturerlebnis am unteren Pool zu genießen. Das Quellwasser aus dem erwähnten Wasserschlauch fließt in einem dünnen Schleier aus dem oberen Pool über die Grünpflanzen der Felswände, die den unteren Pool säumen, herab.
Im März soll dann endlich wieder Wasser den Wasserfall hinunterstürzen, wenn es genug geregnet hat. Der Winter ist Regenzeit in Marokko. Wir sind etwas skeptisch, ob es in diesem Jahr klappt.

zurück nach Agadir

Um nach Agadir zurück zu kehren, mussten wir erst einmal die schmale steile Straße wieder in das neue Dorf Immouzer des Ida-Outanane hinauf. Etwas später teilt sich die Straße. Da wir auf keinen Fall wieder die gleiche Straße zurückfahren wollten, bogen wir nach links ab. An der Einmündung stand ein Polizeiposten. Den fragten wir, ob diese Straße besser wäre, als die, die wir gekommen waren. Er bestätigte das und wir nahmen die gut 20km längere Strecke über Amskroud. Sie ist wesentlich entspannter zu befahren, wesentlich besser für Reisebusse geeignet, und die Zeitvorgabe von einer Stunde Fahrt kann auch eingehalten werden. Außerdem sieht man noch einen weiteren Teil der Agadirer Umgebung.

Tagesfahrt Essaouira

Kaffee NusNus

Mit dem Mietauto unternahmen wir eine Tagesfahrt nach Essaouira, der „weißen Perle am Atlantik“, wie die Stadt auch beschrieben wird. Schon die Fahrt dorthin, von Agadir aus, ist ein Erlebnis. Die Straße führt fast immer an der Küste entlang, meistens zumindest in Sichtweite davon.
Einen ersten Stopp legten wir in Aourir ein. Im Ort gibt es nicht viel zu sehen, aber der Strand lohnt einen Besuch. Der Sandstrand ist fast menschenleer. In dem Restaurant „La plancha du rocher“ wird der marokkanische Kaffee NusNus serviert. Er schmeckt so gut wie er dekorativ aussieht, allerdings ist er wohl mit 3,60€ der teuerste kleine Kaffee, den man bekommen kann.

Strand bei Aourir

Gleich hinter dem Restaurant erstreckt sich bis hoch an die Hauptstraße ein großer Campingplatz. Hier hat man Ruhe, ist direkt am Strand, aber der Wind pfeift wohl die meiste Zeit über ihn hinweg.
Südlich des Badestrandes schließt sich der Surfstrand an. Zwischen beiden Stränden steht der Devils Rock im Wasser. Der kleine Felsen, auf dem noch die Grundmauern eines alten Gebäudes zu erkennen sind, ist jedoch nur bei Ebbe halbwegs trockenen Fußes zu erreichen.

Küstenstraße

Die Küstenstraße schlängelt sich nun immer am Wasser entlang. Die Landschaft wird immer trockener, obwohl man sich Richtung Norden bewegt. Dann kommt man am Tamri Nationalpark vorbei, wo die Landschaft etwas grüner, als in der Gegend üblich, ist. Die Einheimischen lassen hier ihre Ziegen, Schafe oder auch Kamele weiden.
Kurz hinter dem Nationalpark schwenkt die Straße ins Landesinnere ab, um eine Flussmündung zu umgehen. Palmen, Schilf und Kakteen bestimmen das Bild zu beiden Seiten des Flusses.
Wo die Straße in die Berge abbiegt, sind Sanddünen direkt an der Küste zu erkennen. In dem schmalen Streifen zwischen Straße und Wasser leben einzelne Berberfamilien in meist dürftigen Unterkünften.

Direktvertrieb

Nach ein paar Kilometern am Fluss entlang führt die Straße zurück Richtung Küste, ehe sie wieder nach Norden abbiegt. Nun fährt man durch eine hügelige Landschaft, bis sich die Straße über eine Bergkette windet. Die vorherrschenden Bäume sind auch hier die Arganbäume. Mehrere Ortschaften sind mit der Straße verbunden, in denen das Hauptthema Arganöl ist. Für uns neu war, dass es auch Arganhonig gibt. Eine Spezialität ist Arganhonig mit ganz vielen gemahlenen Mandeln vermischt. Nicht nur in den teuren Geschäften werden die Arganprodukte verkauft. Viele Erzeuger verkaufen sie auch direkt am Straßenrand an die vorbeikommenden Autofahrer. Auch wir hielten auf der Rückfahrt bei einem der Straßenverkäufer an und probierten verschiedene Sachen. Wir kauften ihm ein Glas Arganhonig und ein Glas Arganhonig-Mandel-Mischung ab und bekamen dafür zu dem sowieso schon günstigen Preis noch einen Rabatt. Das Arganöl ist nicht unser Geschmack.

Ziegen im Arganbaum

Was uns sehr freute war, dass wir endlich einmal die berühmten Ziegen in den stacheligen Kronen der Arganbäume sehen durften. Diese Ziegen sind richtige Kletterkünstler. Argannüsse sind ihre Lieblingsspeise.

Fort Essaouira

Nach 175km kamen wir in Essaouira an. Wir stellten das Auto direkt am Hafen ab. Die Tagesgebühr für den Parkplatz beträgt umgerechnet 2,50€. Als wir diese bezahlt hatten, kamen gleich zwei weitere Männer, die ebenfalls Geld von uns kassierten, für was auch immer.

Werftgelände

Zuerst lenkten wir unsere Schritte zur Werft. Dort wird gleichzeitig an mehreren der traditionellen Fischereischiffe gewerkelt, Aufbauten reparieren, Planken ausbessern usw. Wir hatten das Gelände noch gar nicht betreten, als wir auch schon wieder einen Mann an unserer Seite hatten, der uns ungefragt Erklärungen gab. Als wir merkten, was Sache war, bedankten wir uns bei ihm und wollten gehen. Er blieb jedoch hartnäckig und wir mussten ihm seinen Obolus bezahlen. Wir haben noch gut unseren Besuch in der Werft Agadirs von unserer früheren Reise im Gedächtnis und brauchten keine weitere Führung. Gleich zweimal Abzocke in zehn Minuten, na das kann ja heiter werden.

Garküche im Fischereihafen

Jetzt setzten wir unseren Weg alleine fort und besichtigten die Hafenfront des alten Forts, den Fischereihafen und die Mole. An mehreren Ständen wird der frische Fang des Tages verkauft, den man sich auch gleich in einer der kleinen Garküchen grillen lassen kann. Die Preise erschienen uns für marokkanische Verhältnisse allerdings recht hoch.

Vom Kopf der Mole aus sieht man eine kleine Insel mit Ruinen darauf. Sie heißt „kleines Essaouira“. Heute wohnt dort niemand mehr. In der Bucht vor dem langen Sandstrand der Stadt liegt eine weitere Insel namens Mogador. Sie wurde schon zur Zeit der Phönizier bewohnt, seitdem wechselten sich die Nationalitäten ab. Irgendwann war sie wohl auch eine Gefängnisinsel. Inzwischen wird sie kaum mehr betreten und ist ein Naturreservat.

Auslage des Fisch-Grills

Durch das Bab el Marsa, welches zum Fort gehört, betraten wir die Medina von Essaouira. Das heißt, zuerst betritt man einen großen freien Platz, der links von der alten Fortmauer begrenzt wird, rechts befindet sich ein kleiner Park. Ein kleiner Fischgrill davor lockt Gäste mit seiner gut ausgestatteten Auslage. Die verschiedensten Fischarten, von der Sardine bis zur Muräne, Meerestiere wie Seeigel und Tintenfische, mehrere Garnelenarten und große Krabben laden zur Einkehr ein. Der Preis stimmte auch und so nahmen wir Platz, nachdem wir uns ein paar Delikatessen ausgesucht hatten. Dazu wurden Brot und Salat gereicht. Es dauerte ziemlich lange, bis wir den gegrillten Fisch bekamen. Als es dann soweit war, war die Enttäuschung bei uns groß. Genauso wie bei den Garküchen war auch hier alles verbrannt und so trocken, dass kaum noch etwas zum essen übrig war. Das war einfach nur schade um die guten Tiere. Wir waren nur froh, dass wir nicht soviel dafür bezahlt hatten. Marokkaner können anscheinend keinen Fisch grillen, denn auch in den Garküchen am Fischereihafen Agadirs kommt alles verbrannt auf die Teller.

Medina Essaouira

Enttäuscht stürzten wir uns nun in die Gassen der Medina. Die vorherrschenden Farben Essaouiras sind weiß und blau. Viele Cafés, Restaurants und Hotels buhlen um Gäste. Lederwaren, Holzschnitzereien und Arganprodukte sind die vorherrschenden Waren, die verkauft werden.
Die Medina ist nicht sehr groß und so verließen wir sie bald wieder durch eines der großen Stadttore. Ein frisch gepresster Zuckerrohrsaft mit ein wenig Limette und Ingwer stillte unseren Durst. Es ist und bleibt unser Lieblingsgetränk, nachdem wir es in Indien zum ersten Mal probiert hatten.

typische Küstenlandschaft

Nach einem kurzen Blick über den sehr weitläufigen Sandstrand Essaouiras fuhren wir den gleichen Weg zurück nach Agadir, den wir gekommen waren.
An dieser Stelle möchte ich warnen: Bitte auf keinen Fall zu schnell fahren! In Marokko stehen alle paar Kilometer Polizeiposten. Ihre Hauptaufgabe sind zwar Fahrzeugkontrollen im Kampf gegen Drogen- und Waffenschmuggel, aber auch Geschwindigkeitskontrollen. Jeder Verstoß wird mit umgerechnet 15,-€ Bußgeld bestraft. Neben festen Radargeräten wird aber auch gerne mit Radarpistolen aus der Deckung heraus gemessen. Meistens wird sofort kassiert, es kann aber auch sein, dass erst der nächste Posten, wie bei uns in sechs oder sieben Kilometern, das Bußgeld einfordert. Obwohl kaum bewiesen werden kann, ob wirklich der richtige Geschwindigkeitssünder gestoppt wurde, ist eine Diskussion eher zwecklos. Dabei ist es überhaupt nicht einfach, der zahlreichen, nicht immer eindeutigen Beschilderung zu folgen.

Quarzazate – Marrakesch

Passstraße über den Hohen Atlas

Um nach Marrakesch zu gelangen, mussten wir ein weiteres Mal den Hohen Atlas in vielen Kurven überqueren. Diesmal ging die Fahrt über den verschneiten Paß „Col du Tichka“, der auf einer Höhe von 2260m liegt. Noch einmal machten wir Bekanntschaft mit Schnee in Marokko und genossen den Blick über die Berge des Hohen Atlas.

im Färberviertel

Wir konnten uns an dem Schnee und der Schönheit des Hohen Atlas gar nicht satt sehen. Gegen Mittag kamen wir in Marrakesch an. Nachdem wir im Hotel Club Les Idrissidres eingecheckt und zu Mittag gegessen hatten, fuhr uns der Bus zur Medina von Marrakesch. Ihr galt am heutigen Nachmittag unsere ganze Aufmerksamkeit. Zuerst schlenderten wir durch das Färber- und Weberviertel, besichtigten den Innenhof eines Riads, welches einem Amerikaner gehört und der daraus ein Hotel gemacht hat, und kamen an verschiedenen Läden vorbei. Wunderschöne Kleider, mit Schmucksteinen und goldenen Borden verziert, wie aus 1001 Nacht entlehnt, strahlen aus vielen Schneidereien. Leider kann ich kein Beispiel zeigen, da uns das fotografieren versagt wurde.

Arganölmühle

Nach einer ganzen Weile betraten wir eine Apotheke, die einer Kooperative angehört. In witziger und sehr kurzweiliger Form erklärte uns der Inhaber die Wirkung der verschiedenen Kräuter und Gewürze und erklärte, was es mit dem Arganöl auf sich hat. Von unserer früheren Reise wussten wir schon, dass die Arganbäume ausschließlich bis 60km Umkreis (Luftlinie) um Agadir herum wachsen, sonst nirgendwo auf der Welt. Nur hier wird das Arganöl produziert. Es ist eine sehr mühsame Arbeit, die sich letztendlich auch im Preis niederschlägt. Das Öl hat sehr viele gesunde Inhaltsstoffe, leider ist es nicht unser Geschmack. Wir mussten auch hier nichts kaufen, aber es ist unglaublich, dass wirklich für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen ist. Westliche, zudem überteuerte Medizin ist so gut wie überflüssig. Dahinter bin ich schon seit einiger Zeit gekommen, deshalb verwende ich fast nur noch Teebaumöl, Aloe Vera und Tees. Da wir schon mehrfach gehört haben, dass Schwarzkümmel sehr gut ist, um die Atemwege freizumachen, nahmen wir davon etwas mit nach Hause. Dort ausprobiert, entfaltete es sehr schnell seine Wirkung. Das war eine gute Ausgabe.
Fast alle Teilnehmer kauften das marokkanische allround-Gewürz Ras el Hanout, welches wir auch schon mehrfach nachgekauft hatten.

Delikatesse Schafskopf

Endlich kamen wir zum Höhepunkt der ganzen Rundreise, dem Jemaa el Fna, oder auch Gauklerplatz oder Platz der Geköpften. Schon bei unserer ersten Reise nach Marrakesch hatten wir den Platz besucht, nun waren wir ein zweites Mal da.
Als wir auf dem Platz eintrafen, waren die Garküchen schon aufgebaut. Zuerst hatten wir Durst und kauften uns einen frisch gepressten Orangensaft. Klaus hatte sich aber seit Jahren schon vorgenommen, irgendwann einmal einen Schafskopf zu essen. Damals kam das organisierte Abendessen dazwischen. Diesmal suchten wir uns einen der zahlreichen Stände aus, die Schafskopf anbieten, und bestellten einen halben davon. Wir dachten, dass wir die Hälfte eines der ausliegenden Schafsköpfe auf den Teller bekämen, aber so ist es nicht. Die Köpfe werden in großen Kesseln gegart und der Verkäufer löst dann alles essbare vom Schädel, um es kleingeschnitten zu servieren. So landen Hirn, Zunge, Backen und Ohren auf dem Teller. Die Augen werden vorher entfernt und nicht mit serviert. Man muss es einmal probiert haben, aber zum Lieblingsgericht wird Schafskopf dann doch nicht.

Jemaa el Fna

Uns blieb viel Zeit, um das abendliche Treiben auf dem Jemaa el Fna zu erleben. Noch nach Jahrhunderten hat der Platz nichts von seiner Faszination verloren. Noch immer kommen Unmengen von Einheimischen und Touristen, um den Geschichtenerzählern zu lauschen, den Schlangenbeschwörern und verschiedenen Künstlern zu folgen oder sich mit allerlei Hausmittelchen einzudecken. Die rot gekleideten Wasserträger verdienen sich ihr Geld heute eher als Fotomotive. Nach eineinhalb Stunden inmitten verschiedener Musikrichtungen, der Gerüche und Tätigkeiten, die auf einen einströmen, wird die Wahrnehmung ganz schön auf die Probe gestellt.
Man kann sich das Treiben auch von einem der Panorama-Restaurants von oben ansehen, allerdings nur als Kunde. Nur mal gucken ist nicht.

Dar es-Salam

Das Abendessen nahmen wir im Dar es-Salam ein. Das ist ein altes und berühmtes, sehr prächtiges Restaurant. 1956 drehte Alfred Hitchcock in diesen Räumen seinen Film „Der Mann, der zu viel wusste“. Das marokkanische Essen ist sehr gut. Den Abend beschloss eine orientalische Folkloreshow.

Zeitig am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück nach Agadir, um die gebuchte Badewoche anzutreten und uns von der doch anstrengenden, aber sehr schönen und interessanten Rundfahrt auszuruhen. Noch einmal vielen Dank an unseren tollen Reiseleiter Abdullah Mazza von Meeting Point Morocco.

Erfoud – Tinerhir – Quarzazate

Saadier-Zisternen

Auf dem Weg zwischen Erfoud und Quarzazate sind manchmal merkwürdige Erhebungen in der Landschaft zu finden, mal mehr, mal weniger viele. Bei näherer Betrachtung befinden sich in der Mitte der Erhebungen schmale, tiefe Löcher. Dies sind ehemalige Zisternen aus der Saadierzeit. Sie stammen also aus dem 16.-17. Jahrhundert und wurden noch lange instandgehalten. In Zeiten, als es mehr Wasser in der Wüste gab, wurde das Regenwasser mit Hilfe solcher Zisternen aufgefangen. Heute sind sie ausgetrocknet und verfallen.

Berberzelt

Es scheint jedoch immer noch im Untergrund Wasser zu geben, denn gerade an solchen Stellen wurden mehr Brunnen als anderswo gebohrt. Deshalb halten sich nomadisierende Berberfamilien in ihren Zelten in der Nähe der Zisternen auf. Man findet diese Familien aber auch überall sonst in Südmarokko, solange sie dort Wasser finden. Sie leben zumeist von ihren Ziegen oder Kamelen, die sie bei Bedarf verkaufen. Viel brauchen die Nomaden nicht zum Leben.

Tinerhir

In Tinerhir legten wir eine Pause ein, um uns auf dem Markt mit Proviant zu versorgen, welcher später für ein Picknick dienen soll. Der Markt gruppiert sich um einen kleinen Häuserblock im Zentrum der Stadt und bietet alles, was man zum Leben braucht. Die Stadt selbst scheint recht schön zu sein. Mehrgeschossige Häuser im Berberstil, die Fassaden besitzen den typischen roten oder braunen Ton der marokkanischen Erde, dominieren das Stadtbild.

In Tinerhir bog der Bus für einen Abstecher nach Norden ab, immer am Qued Todra entlang. Zuerst ist das Tal eine weite Flussoase, aber mit jedem Kilometer weiter nach Norden verengt sich das Tal. Oberhalb des Ortes Ait Snan hat man einen tollen Blick über die südlichen Ausläufer des Hohen Atlas, die Flussoase und den Ort.

Flussoase Qued Todra

Qued Todra

Immer weiter schlängelt sich die Straße durch das Qued Todra, stetig an Höhe gewinnend. Einige Kilometer weiter setzte uns der Bus vor dem Eingang zur Todra-Schlucht ab. Die Felswände steigen senkrecht 300m in die Höhe, die Talsohle liegt auf ca. 1400m über dem Meer. Vor dem Eingang in die Schlucht laden Cafés und kleine Restaurants zur Einkehr ein. Wir packten unseren Proviant vom Markt in Tinerhir aus und suchten uns ein Plätzchen am klaren Wasser des Flüsschens. Ein wenig Brot, Käse, gebratene Würstchen und eine Orange, nichts aufregendes, aber in dieser supertollen Landschaft schmeckte es wie das Mahl eines Kaisers.

Todra-Schlucht

Nach der Stärkung starteten wir unseren Spaziergang ein Stück weit in die enge Schlucht hinein. Die Felswände stehen so eng, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden erreicht. Die allgegenwärtigen Straßenverkäufer stürzen sich auf jeden, der in die Schlucht kommt, aber ein paar hundert Meter weiter kann man sich ganz auf die Schönheit der Todra-Schlucht konzentrieren. Es ist ein unglaublich schönes Stück Land in Marokko. In einer Biegung schmiegt sich ein Hotel an die Felswand, im Winter ist es geschlossen. Ganz weit oben sind hier und dort Kletterer zu beobachten, für die das hier ein Paradies ist. Uns blieb genügend Zeit, das alles zu genießen und den Aufenthalt mit einem Minztee zu beschließen.

Hoher Atlas

Nun ging die Fahrt nach Quarzazate weiter, fast immer mit dem Blick zu den verschneiten Gipfeln des Hohen Atlas. Der Himmel war endlich wolkenlos und blau. Bei Boumalne Dadès trafen wir auf das Qued Dades, dem wir mehr oder weniger nah bis nach Quarzazate folgten. Kurz vor der Stadt breitet sich linker Hand eine große Talsperre aus, die vor allem das Wasser des Dades speichert.

kunstvolle Schilfdecke

Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Vieles ist nur Schein statt Sein, aus Pappmaschee statt Stein. Zuerst besichtigten wir die Kasbah de Taourirt, am östlichen Stadtrand. Sie ist kein Schein, sondern eine der eindrucksvollsten Kasbahs, die zu besichtigen sind. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist bis heute bewohnt. Ein Teil der Wohnburg kann besichtigt werden. Endlich durften wir uns solch eine Kasbah von innen ansehen. Von den allermeisten Lehm-Kasbahs sind heute nur noch Ruinen übrig und wir haben uns schon gefragt, wie es dort drinnen ausgesehen haben mag. Nun hatten wir die Gelegenheit, einen Blick in das Innere einer Kasbah zu werfen.

Blick aus dem Fenster

Die Räume sind klein, die Fenster auch, schmale Treppen und noch schmalere Gänge führen durch das Haus, gezielt gesetzte Löcher im Mauerwerk übernehmen die Funktion der Klimaanlage. Die Wände sind aus Lehm, die tragenden Deckenbalken bestehen aus Zedernstämmen, verstärkt mit Olivenholz, kunstvoll verlegtes Schilfrohr bildet den Unterbau für die Fußböden. Eigentlich ist solch eine Kasbah eher ein mehrstöckiges Labyrinth aus Räumen. Repräsentative Räume wie Wohn- oder Empfangsräume sind prächtig mit bunten Fliesen, Stuck und buntbemalten Zedernholzdecken ausgeschmückt. Der Besuch der Kasbah de Taourirt war sehr interessant.

Hotel „Farah al Janoub“

Am Abend bezogen wir unsere Zimmer im Hotel „Farah al Janoub“. Von außen ist dieses Hotel ziemlich hübsch, aber innen ist die Zeit wohl seit dreißig Jahren stehen geblieben, dazu funktionierte fast nichts. Sowohl das Hotel als auch der Service lassen sehr zu wünschen übrig, was sich auch in den vernichtenden Kritiken unserer Bewertungen der Rundreise niederschlug.
Nach dem Abendessen schlenderten wir noch eine Weile durch die nähere Umgebung. Es war die letzte Nacht unserer Rundreise, bevor es morgen zurück nach Marrakesch geht.

Atlas Corporation Studios

Quarzazate war eine alte Karawanenstadt. Viele Karawanen machten hier Zwischenstation auf dem Weg nach Tombouctou, bei uns besser bekannt als Timbuktu, im heutigen Staat Mali. 52 Tage brauchten die Kamele, um den Weg dorthin zu bewältigen. Heute ist Quarzazate eine Filmstadt. Mehrere Filmsets sind rund um die Stadt verteilt. Filme wie „Gladiator“, „Das Jesus-Video“ oder „Der Medicus“ wurden hier gedreht. Die Atlas Corporation Studios, kurz Atlas Studios, sind am nordwestlichen Rand von Quarzazate zu finden. Zwei große Filmklappen kennzeichnen die Einfahrt, den etwas entfernt liegenden Eingang in der umschließenden Mauer zieren mehrere Pharaonen-Statuen aus Pappmaschee.

Kasbah Ben-Haddou

30 Kilometer in Richtung Marrakesch befindet sich die Kasbah Ben-Haddou. Niemand weiß, seit wann es diese Kasbah gibt. Sie ist zwar immer noch teilweise bewohnt, aber eigentlich dient sie nur noch als berühmte Filmkulisse. Nur deshalb werden die Lehmbauten immer wieder instandgehalten. Seit 1962 wurden Filme wie „Lawrence von Arabien“, „Jesus von Nazareth“ oder „Die Jagd nach dem Juwel vom Nil“ in den Mauern gedreht. Nachdem Touristenströme den Verfall der Lehmstadt immer mehr beschleunigten, ist eine Besichtigung heute nicht mehr möglich. Man kann die Kasbah Ben-Haddou nur noch aus der Entfernung betrachten.

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