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Quarzazate – Marrakesch

Passstraße über den Hohen Atlas

Um nach Marrakesch zu gelangen, mussten wir ein weiteres Mal den Hohen Atlas in vielen Kurven überqueren. Diesmal ging die Fahrt über den verschneiten Paß „Col du Tichka“, der auf einer Höhe von 2260m liegt. Noch einmal machten wir Bekanntschaft mit Schnee in Marokko und genossen den Blick über die Berge des Hohen Atlas.

im Färberviertel

Wir konnten uns an dem Schnee und der Schönheit des Hohen Atlas gar nicht satt sehen. Gegen Mittag kamen wir in Marrakesch an. Nachdem wir im Hotel Club Les Idrissidres eingecheckt und zu Mittag gegessen hatten, fuhr uns der Bus zur Medina von Marrakesch. Ihr galt am heutigen Nachmittag unsere ganze Aufmerksamkeit. Zuerst schlenderten wir durch das Färber- und Weberviertel, besichtigten den Innenhof eines Riads, welches einem Amerikaner gehört und der daraus ein Hotel gemacht hat, und kamen an verschiedenen Läden vorbei. Wunderschöne Kleider, mit Schmucksteinen und goldenen Borden verziert, wie aus 1001 Nacht entlehnt, strahlen aus vielen Schneidereien. Leider kann ich kein Beispiel zeigen, da uns das fotografieren versagt wurde.

Arganölmühle

Nach einer ganzen Weile betraten wir eine Apotheke, die einer Kooperative angehört. In witziger und sehr kurzweiliger Form erklärte uns der Inhaber die Wirkung der verschiedenen Kräuter und Gewürze und erklärte, was es mit dem Arganöl auf sich hat. Von unserer früheren Reise wussten wir schon, dass die Arganbäume ausschließlich bis 60km Umkreis (Luftlinie) um Agadir herum wachsen, sonst nirgendwo auf der Welt. Nur hier wird das Arganöl produziert. Es ist eine sehr mühsame Arbeit, die sich letztendlich auch im Preis niederschlägt. Das Öl hat sehr viele gesunde Inhaltsstoffe, leider ist es nicht unser Geschmack. Wir mussten auch hier nichts kaufen, aber es ist unglaublich, dass wirklich für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen ist. Westliche, zudem überteuerte Medizin ist so gut wie überflüssig. Dahinter bin ich schon seit einiger Zeit gekommen, deshalb verwende ich fast nur noch Teebaumöl, Aloe Vera und Tees. Da wir schon mehrfach gehört haben, dass Schwarzkümmel sehr gut ist, um die Atemwege freizumachen, nahmen wir davon etwas mit nach Hause. Dort ausprobiert, entfaltete es sehr schnell seine Wirkung. Das war eine gute Ausgabe.
Fast alle Teilnehmer kauften das marokkanische allround-Gewürz Ras el Hanout, welches wir auch schon mehrfach nachgekauft hatten.

Delikatesse Schafskopf

Endlich kamen wir zum Höhepunkt der ganzen Rundreise, dem Jemaa el Fna, oder auch Gauklerplatz oder Platz der Geköpften. Schon bei unserer ersten Reise nach Marrakesch hatten wir den Platz besucht, nun waren wir ein zweites Mal da.
Als wir auf dem Platz eintrafen, waren die Garküchen schon aufgebaut. Zuerst hatten wir Durst und kauften uns einen frisch gepressten Orangensaft. Klaus hatte sich aber seit Jahren schon vorgenommen, irgendwann einmal einen Schafskopf zu essen. Damals kam das organisierte Abendessen dazwischen. Diesmal suchten wir uns einen der zahlreichen Stände aus, die Schafskopf anbieten, und bestellten einen halben davon. Wir dachten, dass wir die Hälfte eines der ausliegenden Schafsköpfe auf den Teller bekämen, aber so ist es nicht. Die Köpfe werden in großen Kesseln gegart und der Verkäufer löst dann alles essbare vom Schädel, um es kleingeschnitten zu servieren. So landen Hirn, Zunge, Backen und Ohren auf dem Teller. Die Augen werden vorher entfernt und nicht mit serviert. Man muss es einmal probiert haben, aber zum Lieblingsgericht wird Schafskopf dann doch nicht.

Jemaa el Fna

Uns blieb viel Zeit, um das abendliche Treiben auf dem Jemaa el Fna zu erleben. Noch nach Jahrhunderten hat der Platz nichts von seiner Faszination verloren. Noch immer kommen Unmengen von Einheimischen und Touristen, um den Geschichtenerzählern zu lauschen, den Schlangenbeschwörern und verschiedenen Künstlern zu folgen oder sich mit allerlei Hausmittelchen einzudecken. Die rot gekleideten Wasserträger verdienen sich ihr Geld heute eher als Fotomotive. Nach eineinhalb Stunden inmitten verschiedener Musikrichtungen, der Gerüche und Tätigkeiten, die auf einen einströmen, wird die Wahrnehmung ganz schön auf die Probe gestellt.
Man kann sich das Treiben auch von einem der Panorama-Restaurants von oben ansehen, allerdings nur als Kunde. Nur mal gucken ist nicht.

Dar es-Salam

Das Abendessen nahmen wir im Dar es-Salam ein. Das ist ein altes und berühmtes, sehr prächtiges Restaurant. 1956 drehte Alfred Hitchcock in diesen Räumen seinen Film „Der Mann, der zu viel wusste“. Das marokkanische Essen ist sehr gut. Den Abend beschloss eine orientalische Folkloreshow.

Zeitig am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück nach Agadir, um die gebuchte Badewoche anzutreten und uns von der doch anstrengenden, aber sehr schönen und interessanten Rundfahrt auszuruhen. Noch einmal vielen Dank an unseren tollen Reiseleiter Abdullah Mazza von Meeting Point Morocco.

Marrakesch

Hotel Club Les Idrissidres

Zuerst fuhren wir, aus Agadir kommend, zum Hotel Club Les Idrissidres, in dem wir die erste Nacht verbrachten. Es liegt etwa eine Wegstunde von der Medina entfernt. Nach einem hervorragenden Abend- und Frühstücksbüffet begann die Rundfahrt mit ersten Besichtigungen in Marrakesch. Die Stadt ist eine der fünf Königsstädte. Im Laufe ihrer Geschichte hatte die Stadt mehrere Male die Funktion einer Königsstadt.

Marrakesch wird auch als Stadt aus 1001 Nacht bezeichnet, da in der riesigen Medina das Leben immer noch in altem Rhythmus abläuft. Außerdem sind noch viele Sehenswürdigkeiten aus alten Zeiten erhalten, die ihrer Entdeckung durch die Besucher harren. Den Namen „rote Stadt“ hat Marrakesch erhalten, weil die vorherrschende Farbe der Fassaden in der Farbe der sie umgebenden Erde erstrahlt. Das ist im gleißenden Licht der Sonne wesentlich angenehmer für die Augen als das sonst so beliebte Weiß.

Der „Menara-Garten“ aus dem 12. Jahrhundert ist eine 100ha große Anlage, die eigentlich eine Olivenbaumplantage ist. Zentraler Punkt des heutigen Stadtparks, südöstlich der Medina gelegen, ist ein großes Wasserbecken. Es wird über alte Wasserleitungen durch die Regen- und Schmelzwasser aus dem nahen Atlasgebirge befüllt und für die Bewässerung der Olivenbäume genutzt. Im Becken tummeln sich Karpfen, die auf kleine Leckerbissen von den Gartenbesuchern warten.

Parc Lalla Hasna und Koutoubia Moschee

Durch den Parc Lalla Hasna erreicht man die Koutoubia Moschee, die durch die gesamte Mittelallee des Parks zu sehen ist. Die Moschee stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist die größte Moschee Marrakeschs, sowie eine der ältesten Moscheen in Marokko. Wie alle Moscheen in Marokko ist auch sie nicht von innen zu besichtigen. Der Zutritt ist nur gläubigen Muslimen erlaubt. Neben dem schön gestalteten Minarett steht nur eine Hälfte des vielschiffigen Gebetsraumes. Die zweite Hälfte wird nur von den Außenmauern und zahlreichen Pfeilerstümpfen angedeutet. Läuft man in der Achse Parc Lalla Hasna – Koutoubia Moschee weiter gelangt man zum berühmten Gauklerplatz Jemaa el Fna, dessen Besuch am Ende der Rundfahrt auf dem Programm stand.

Bab Agnaou

Am Bab Agnaou legten wir einen weiteren kleinen Stopp ein. Dieses große und einst repräsentative Tor im maurischen Stil stand an der Grenze zwischen der Altstadt und dem ehemaligen Regierungsviertel von Marrakesch. Leider hat es etwas von seiner Schönheit eingebüßt, denn es nagt der Zahn der Zeit an ihm und die Störche haben es in Beschlag genommen.

Saadier-Gräber

Gleich in der Nähe des Bab Agnaou sind die Saadier-Gräber zu finden. Die Saadier oder Saaditen lösten die Mauren in ihrer Herrschaft über Marokko ab. Sie regierten im 16. und 17. Jahrhundert. Ihre bedeutendste Nekropole sind die Saadier-Gräber in Marrakesch. Die Anlage erinnert ein wenig an die Alhambra in Granada, die wir erst vor einem Jahr besichtigten, allerdings ist sie längst nicht so groß. Deshalb kam uns alles ein wenig bekannt vor. Vier Sultane und 62 Familienangehörige fanden auf dem Gelände ihre Ruhestätte. Je höher ihre gesellschaftliche Position war, um so prächtiger fielen ihre Gräber aus. Auffallend sind die vielen bunten, quadratischen Keramiksteine, mit denen alle Gräber belegt sind. Die Mausoleen weisen die typisch maurischen Stuckarbeiten an den Wänden und die wunderschön gestalteten Decken aus Zedernholz auf. Ein kleiner Garten sorgt für ein wenig Grün und bunte Blüten.
Nach zweihundert Jahren Herrschaft folgte eine neue Dynastie. Gleich der erste Sultan umschloss die Nekropole mit einer hohen Mauer, um die Saaditen aus dem Gedächtnis der Menschen zu verbannen. Erst 1917 fand man bei archäologischen Forschungen den engen Gang zu den Saadier-Gräbern wieder.

Nach der Besichtigung des Bahia-Palastes, den wir schon bei unserer ersten Reise nach Marrakesch gesehen haben, setzten wir die Rundfahrt zur zweiten Königsstadt, nach Casablanca fort.

Erfoud – Tinerhir – Quarzazate

Saadier-Zisternen

Auf dem Weg zwischen Erfoud und Quarzazate sind manchmal merkwürdige Erhebungen in der Landschaft zu finden, mal mehr, mal weniger viele. Bei näherer Betrachtung befinden sich in der Mitte der Erhebungen schmale, tiefe Löcher. Dies sind ehemalige Zisternen aus der Saadierzeit. Sie stammen also aus dem 16.-17. Jahrhundert und wurden noch lange instandgehalten. In Zeiten, als es mehr Wasser in der Wüste gab, wurde das Regenwasser mit Hilfe solcher Zisternen aufgefangen. Heute sind sie ausgetrocknet und verfallen.

Berberzelt

Es scheint jedoch immer noch im Untergrund Wasser zu geben, denn gerade an solchen Stellen wurden mehr Brunnen als anderswo gebohrt. Deshalb halten sich nomadisierende Berberfamilien in ihren Zelten in der Nähe der Zisternen auf. Man findet diese Familien aber auch überall sonst in Südmarokko, solange sie dort Wasser finden. Sie leben zumeist von ihren Ziegen oder Kamelen, die sie bei Bedarf verkaufen. Viel brauchen die Nomaden nicht zum Leben.

Tinerhir

In Tinerhir legten wir eine Pause ein, um uns auf dem Markt mit Proviant zu versorgen, welcher später für ein Picknick dienen soll. Der Markt gruppiert sich um einen kleinen Häuserblock im Zentrum der Stadt und bietet alles, was man zum Leben braucht. Die Stadt selbst scheint recht schön zu sein. Mehrgeschossige Häuser im Berberstil, die Fassaden besitzen den typischen roten oder braunen Ton der marokkanischen Erde, dominieren das Stadtbild.

In Tinerhir bog der Bus für einen Abstecher nach Norden ab, immer am Qued Todra entlang. Zuerst ist das Tal eine weite Flussoase, aber mit jedem Kilometer weiter nach Norden verengt sich das Tal. Oberhalb des Ortes Ait Snan hat man einen tollen Blick über die südlichen Ausläufer des Hohen Atlas, die Flussoase und den Ort.

Flussoase Qued Todra

Qued Todra

Immer weiter schlängelt sich die Straße durch das Qued Todra, stetig an Höhe gewinnend. Einige Kilometer weiter setzte uns der Bus vor dem Eingang zur Todra-Schlucht ab. Die Felswände steigen senkrecht 300m in die Höhe, die Talsohle liegt auf ca. 1400m über dem Meer. Vor dem Eingang in die Schlucht laden Cafés und kleine Restaurants zur Einkehr ein. Wir packten unseren Proviant vom Markt in Tinerhir aus und suchten uns ein Plätzchen am klaren Wasser des Flüsschens. Ein wenig Brot, Käse, gebratene Würstchen und eine Orange, nichts aufregendes, aber in dieser supertollen Landschaft schmeckte es wie das Mahl eines Kaisers.

Todra-Schlucht

Nach der Stärkung starteten wir unseren Spaziergang ein Stück weit in die enge Schlucht hinein. Die Felswände stehen so eng, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden erreicht. Die allgegenwärtigen Straßenverkäufer stürzen sich auf jeden, der in die Schlucht kommt, aber ein paar hundert Meter weiter kann man sich ganz auf die Schönheit der Todra-Schlucht konzentrieren. Es ist ein unglaublich schönes Stück Land in Marokko. In einer Biegung schmiegt sich ein Hotel an die Felswand, im Winter ist es geschlossen. Ganz weit oben sind hier und dort Kletterer zu beobachten, für die das hier ein Paradies ist. Uns blieb genügend Zeit, das alles zu genießen und den Aufenthalt mit einem Minztee zu beschließen.

Hoher Atlas

Nun ging die Fahrt nach Quarzazate weiter, fast immer mit dem Blick zu den verschneiten Gipfeln des Hohen Atlas. Der Himmel war endlich wolkenlos und blau. Bei Boumalne Dadès trafen wir auf das Qued Dades, dem wir mehr oder weniger nah bis nach Quarzazate folgten. Kurz vor der Stadt breitet sich linker Hand eine große Talsperre aus, die vor allem das Wasser des Dades speichert.

kunstvolle Schilfdecke

Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Vieles ist nur Schein statt Sein, aus Pappmaschee statt Stein. Zuerst besichtigten wir die Kasbah de Taourirt, am östlichen Stadtrand. Sie ist kein Schein, sondern eine der eindrucksvollsten Kasbahs, die zu besichtigen sind. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist bis heute bewohnt. Ein Teil der Wohnburg kann besichtigt werden. Endlich durften wir uns solch eine Kasbah von innen ansehen. Von den allermeisten Lehm-Kasbahs sind heute nur noch Ruinen übrig und wir haben uns schon gefragt, wie es dort drinnen ausgesehen haben mag. Nun hatten wir die Gelegenheit, einen Blick in das Innere einer Kasbah zu werfen.

Blick aus dem Fenster

Die Räume sind klein, die Fenster auch, schmale Treppen und noch schmalere Gänge führen durch das Haus, gezielt gesetzte Löcher im Mauerwerk übernehmen die Funktion der Klimaanlage. Die Wände sind aus Lehm, die tragenden Deckenbalken bestehen aus Zedernstämmen, verstärkt mit Olivenholz, kunstvoll verlegtes Schilfrohr bildet den Unterbau für die Fußböden. Eigentlich ist solch eine Kasbah eher ein mehrstöckiges Labyrinth aus Räumen. Repräsentative Räume wie Wohn- oder Empfangsräume sind prächtig mit bunten Fliesen, Stuck und buntbemalten Zedernholzdecken ausgeschmückt. Der Besuch der Kasbah de Taourirt war sehr interessant.

Hotel „Farah al Janoub“

Am Abend bezogen wir unsere Zimmer im Hotel „Farah al Janoub“. Von außen ist dieses Hotel ziemlich hübsch, aber innen ist die Zeit wohl seit dreißig Jahren stehen geblieben, dazu funktionierte fast nichts. Sowohl das Hotel als auch der Service lassen sehr zu wünschen übrig, was sich auch in den vernichtenden Kritiken unserer Bewertungen der Rundreise niederschlug.
Nach dem Abendessen schlenderten wir noch eine Weile durch die nähere Umgebung. Es war die letzte Nacht unserer Rundreise, bevor es morgen zurück nach Marrakesch geht.

Atlas Corporation Studios

Quarzazate war eine alte Karawanenstadt. Viele Karawanen machten hier Zwischenstation auf dem Weg nach Tombouctou, bei uns besser bekannt als Timbuktu, im heutigen Staat Mali. 52 Tage brauchten die Kamele, um den Weg dorthin zu bewältigen. Heute ist Quarzazate eine Filmstadt. Mehrere Filmsets sind rund um die Stadt verteilt. Filme wie „Gladiator“, „Das Jesus-Video“ oder „Der Medicus“ wurden hier gedreht. Die Atlas Corporation Studios, kurz Atlas Studios, sind am nordwestlichen Rand von Quarzazate zu finden. Zwei große Filmklappen kennzeichnen die Einfahrt, den etwas entfernt liegenden Eingang in der umschließenden Mauer zieren mehrere Pharaonen-Statuen aus Pappmaschee.

Kasbah Ben-Haddou

30 Kilometer in Richtung Marrakesch befindet sich die Kasbah Ben-Haddou. Niemand weiß, seit wann es diese Kasbah gibt. Sie ist zwar immer noch teilweise bewohnt, aber eigentlich dient sie nur noch als berühmte Filmkulisse. Nur deshalb werden die Lehmbauten immer wieder instandgehalten. Seit 1962 wurden Filme wie „Lawrence von Arabien“, „Jesus von Nazareth“ oder „Die Jagd nach dem Juwel vom Nil“ in den Mauern gedreht. Nachdem Touristenströme den Verfall der Lehmstadt immer mehr beschleunigten, ist eine Besichtigung heute nicht mehr möglich. Man kann die Kasbah Ben-Haddou nur noch aus der Entfernung betrachten.

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Die Ursprünge der Stadt Casablanca gehen zwar auf das 8. Jahrhundert zurück, aber Altes hat Casablanca nicht zu bieten. Ein schweres Erdbeben, das sogenannte „Erdbeben von Lissabon“, zerstörte 1755 die Stadt, die bis dahin schon eine wechselvolle Geschichte hatte. Der Name Casablanca stammt von den Spaniern, die sich hier im 19. Jahrhundert niederließen. Es heißt übersetzt „Weißes Haus“ und der Name ist auch heute noch Programm. Über drei Millionen Einwohner zählt die Stadt.

Hassan-II.-Moschee

Wir besichtigten hier nur die Hassan-II.-Moschee, die sich direkt am Ufer der Casablanca Bucht erhebt. Sie wurde erst 1993 fertiggestellt und ist die fünftgrößte Moschee der Welt. Das Minarett ist gewaltige 210m hoch und damit das höchste der Welt. Ein Teil des Gebetsraum-Daches lässt sich bei Bedarf öffnen, indem die beiden Dachhälften nach den Seiten verschoben werden können. Die reich verzierten gewaltigen Tore des Hauptbaus sowie der Bogengang vor dem Haupteingang lassen uns Menschen ziemlich klein aussehen.
Zu dem großzügigen Komplex gehören auch ein Museum und eine Bibliothek.

Strandpromenade Casablanca

Nach der Besichtigung legten wir eine Teepause an der Promenade ein. Während die meisten Reisegäste zu einem Tee einkehrten, spazierten wir ein Stück die Promenade entlang. An den Strand gelangt man nur durch eines der vielen Lokale, kein freier Durchgang. In der Mitte liegt eine Art öffentliche Badeanstalt mit mehreren Pools. Es ist nicht unsere Vorstellung einer Strandpromenade. Am rechten Rand der Bucht ist der Leuchtturm durch die gischterfüllte Luft auszumachen.
Übernachtet haben wir im Le Zenith Hotel & Spa Casablanca. Da der Tag lang und anstrengend war, verließen wir das Hotel nicht, um uns ein wenig in der Umgebung umzusehen. Wie es aussah, gibt es da auch nicht wirklich viel zu erleben.

Königspalast Rabat

Am nächsten Morgen ging es schon weiter, nach Rabat. Rabat ist die heutige Königsstadt und Hauptstadt Marokkos. Zuerst fuhren wir zum Königspalast, der Teil eines riesigen umzäunten Parkgeländes ist, zu dem auch diverse Ministerien gehören. Um Pfützen hüpfend und über einen Wasserfilm laufend erreichten wir vom etwas entfernten Parkplatz den Königspalast. Man darf nicht allzu nah heran. So schossen wir nur ein paar Bilder von Gebäude und von den Wachen. Drei verschiedene Einheiten schieben zusammen Wache vor den Toren: die Polizei, die Armee und die Palastwache. Am äußeren Zaun entlang steht alle um die 75m ein Posten. Das ist nicht nur hier so, sondern um jeden Königspalast in Marokko, und davon gibt es viele, ob der König oder seine Familie sich nun in einem der Paläste aufhält oder nicht. Geld hat der derzeitige König Mohammed VI. ja genug, um das alles zu unterhalten. Mohammed VI. gibt jedoch sein Geld nicht nur für sich aus, sondern investiert intensiv in sein Land und seine Menschen. Es existiert kaum ein Bereich, den er nicht fördert, angefangen von der Bildung über Sozialwohnungen bis hin zur Wasserwirtschaft. Früh erkannte er das Dilemma mit dem knapper werdenden Wasser. Inzwischen halten 132 Talsperren quer durch´s Land das Regen- und Schmelzwasser aus den Bergen zurück, und es werden immer noch mehr. Der König ist bei seinem Volk so beliebt, dass er als einziger Herrscher den arabischen Frühling ziemlich unbeschadet überstand. Das hatte uns damals schon stutzig gemacht, jetzt wissen wir, warum das so ist. Ich bin schon wieder abgeschweift.

Mausoleum Mohammend V.

Sehenswert ist auch das Mausoleum von Mohammed V., dem Großvater des heutigen Königs. Unter der Herrschaft Mohammed V. erreichte Marokko die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien. Er starb 1961 in Rabat und fand in dem von seinem Sohn Hassan II. in Auftrag gegebenen Mausoleum seine letzte Ruhe. Inzwischen sind auch Hassan II. und sein Bruder neben ihrem Vater bestattet. Das Mausoleum ist ein Prachtbau aus weißem Marmor, mit vier Toren auf vier Seiten, reich verziert. Vor jedem Tor steht eine Wache in traditioneller weißer Kleidung. Das Innere ist noch viel prächtiger gestaltet, mit Stuck an den Wänden, Zedernholzdecke mit kleinen Fenstern, durch die ein wenig Tageslicht fällt, messingbeschlagenen großen Türen, und noch mehr Marmor. Auf einer umlaufenden Galerie kann man das Innere des Mausoleums auf sich wirken lassen.

Hassanturm

Direkt vor der großen Freitreppe sollte Ende des 12. Jahrhunderts eine Große Moschee entstehen. Als der damalige Herrscher und Auftraggeber starb, wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die Moschee wurde nie fertig. Der Hassanturm ist nur halb so hoch, wie er einst werden sollte. Mit der Zeit verfiel die Moschee. Nur ein paar Ruinen und rekonstruierte Säulenstümpfe zeugen noch von dem Vorhaben.

Kasbah des Oudaia

Unbedingt besuchen sollte man die Kasbah des Oudaia in Rabat. Hoch oben, direkt auf der Spitze zwischen Hafen und Flussmündung stehen die mächtigen Mauern einer verborgenen Altstadt. Die Kasbah wurde im 12. Jahrhundert als Wehrfestung angefangen, später um Wohnhäuser, Palast und andalusischen Garten erweitert. Heute ist sie ein Ensemble, in dem man sich der realen Welt entrückt fühlt. Eindrucksvoll sind die weißen Häuser mit ihren blauen Akzenten. Vor allem im Winter hat man gute Chancen, in Ruhe durch die engen Gassen zu schlendern. Manche Wege sind steil und mit Stufen durchsetzt. Liebevoll gestaltete Ecken laden zum Verweilen und Staunen ein.

Blick nach Salé

Am Flussufer kann man in Ruhe einen Kaffee oder Tee genießen und sich frisches Gebäck schmecken lassen. Von der Terrasse aus schweift der Blick an der Kasbahmauer entlang zum Hafen. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt Salé, die zusammen mit Rabat eine Zwillingsstadt bildet. Die Kasbah des Oudaia hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Nun setzten wir die Rundfahrt nach Meknes fort. Die Aussprache Meknes geht auf die Franzosen zurück. Die Araber nennen die Stadt Maknas. Wie wir erfuhren, werden fast alle „e“ im arabischen als „a“ gesprochen, wie zum Beispiel al (el), Fas (Fes), Arfoud (Erfoud) usw. Ich bleibe jedoch beim „e“, da die Ortsnamen auf den Karten alle französisch geschrieben stehen. Man möge mir verzeihen, ich möchte keine Verwirrung stiften.

Bab el-Khemis

Während wir mit dem Regen in Marrakesch und Casablanca noch etwas Glück hatten, kam er während unserer Rabat-Meknes-Fes-Tour den ganzen Tag in Strippen herunter. Dazu war es unangenehm kalt und windig. Regen bedeutet in Marokko eine ziemliche Sauerei, da viele Straßen und Wege kaum richtig befestigt sind. In den Löchern sammelt sich das Wasser, so dass wir von oben und von unten nass wurden. Dazu kam, dass es weder im Reisebus noch in den Hotels, die wir besuchten, wirklich warm wurde. Die Straßenverkäufer stellten im Handumdrehen von Sonnenbrillen auf Regenschirme um, die meisten schön kariert. Das nur am Rande.
Das erste Ziel in Meknes war ein kurzer Fotostopp beim Bab el-Khemis. Das große Tor wurde im 17. Jahrhundert erbaut und führte in das Judenviertel.

Bassin Souani

Als nächstes hielten wir am Bassin Souani, einem riesigen Wasserbecken. Es sollte Teil der neuen Palaststadt sein, denn im 17. Jahrhundert verlegte der damalige Herrscher den Königssitz von Fes nach Meknes. Die Palaststadt wurde jedoch nie vollendet. Übrig blieben das Wasserbecken und die Ruinen von Vorratsbauten sowie der ehemaligen königlichen Pferdeställe.

Bab al Mansour

Im Zuge der Entstehung der neuen Palaststadt Meknes entstand das Bab al Mansour. Es ist das beeindruckendste Tor der Stadt und das schönste Tor Marokkos. Es sollte den Übergang zwischen der alten Medina und der neuen Palaststadt durch die Stadtmauer ermöglichen.

Fleischer im Souk

Gegenüber des Tores liegt der Place Lahdim, in dessen linker Flanke sich die Zugänge zum Souk befinden. Der Souk ist nicht groß, dafür sehr überraschend. Neben dem wirklich tollen Angebot konnten wir einen Fleischer beobachten, der sich gerade an Rinderköpfen zu schaffen machte. Ich möchte hier aber nicht weiter ins Detail gehen, um nicht zart besaiteten Lesern den Appetit zu verderben. Schafs- und Ziegenköpfe werden gleich im Ganzen angeboten. Hätte ich mir das Treiben des Fleischers noch länger angesehen, hätte wahrscheinlich auch mein Magen rebelliert.

Das letzte Ziel des Tages war Fes, wo wir im Hotel „Golden Tulip“ abgesetzt wurden. Da es noch immer regnete und wir vollkommen durchgeweicht und frierend dort ankamen, beließen wir es für diesen Abend beim Abendessen, ohne noch einmal vor die Türe zu gehen. Wir werden sicher morgen Abend noch einmal die Möglichkeit dafür haben, denn wir bleiben zwei Nächte in Fes.

Große Marokko-Rundreise

Vor fast genau sieben Jahren führte uns der Zufall nach Agadir und wir hatten eine schöne Zeit dort. Viele Wohnmobilisten verbringen inzwischen den Winter in Marokko und bei uns reifte der Entschluss, irgendwann noch einmal in dieses Land zu reisen. Mit dem Womo kamen wir noch nicht dorthin, deshalb buchten wir jetzt eine 14tägige Flugreise über sonnenklar.tv. Wir verreisten schon mehrmals über diesen Anbieter. Sie haben sehr gute Angebote und bisher waren wir immer sehr zufrieden. Da wir den Norden Marokkos noch nicht kannten, entschieden wir uns für die „5-Königsstädte-Rundreise“ plus eine Woche Strandurlaub.

Als wir in Marokko ankamen und es zur Verteilung der Rundfahrtgäste auf die Busse kam, erfuhren wir, dass wir für die „Große Marokko-Rundreise“ umgebucht worden waren. Noch konnten wir es nicht ganz glauben, aber es stimmte. Die Rundfahrt startete in Marrakesch. Wir hatten großes Glück mit dieser Rundreise. Wir bekamen nicht nur die Königsstädte Marokkos zu sehen, sondern lernten auch einige Gebiete südlich des Hohen Atlas kennen. Wir waren nicht böse darüber. Zudem waren wir eine kleine Gruppe von 21 Personen. Normalerweise ist der Bus voll. Dann sind es über vierzig Gäste. Vor allem in den Medinas zahlte sich die kleine Gruppe aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das ganze mit vierzig Mann abgelaufen wäre. Mit dem Reiseleiter und der Organisation hatten wir ebenfalls großes Glück. Sehr angenehm war es, dass wir zu nichts gedrängt wurden. Wir blieben frei in unseren Entscheidungen, was die Verkaufsveranstaltungen anging. Niemand nahm es übel, wenn wir nichts kauften. Da haben wir schon durchaus andere Erfahrungen gemacht. Es war also eine sehr schöne Rundreise, von den ersten drei Tagen Regen und Kälte abgesehen. Niemand der Einheimischen konnte sich daran erinnern, Schnee in der Sandwüste Marokkos gesehen zu haben. Einer der Reiseleiter zeigte uns ein Foto von einer seiner Touren: Schnee auf dem roten Sand der Wüste, halb Sand und halb Schnee. Wahnsinn.

Da der ganze Bericht viel zu lang für einen Beitrag ist, habe ich ihn in die einzelnen Etappen aufgegliedert:

Marrakesch

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Fes

Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Erfoud – Tineghir – Quarzazate

Quarzazate – Marrakesch

Unglaublich

Negativberichte ließt man normalerweise nicht gern. Was uns jedoch in zwei Wochen Flugreise nach Marokko passiert ist, wollen wir Euch nicht vorenthalten. Von Anfang bis Ende verfolgten uns die unerfreulichen Dinge verschiedener Art. Unglaublich, wie viele da zusammengekommen sind.

Es kommt schon manchmal vor, dass vor allem bei selbst organisierten Reisen das Ein oder Andere nicht immer so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Das macht das Reisen aus. Diesmal jedoch wurde das Maß überschritten, welches man noch als „lustig“ bezeichnen kann. Begonnen hatte alles mit dem Wechsel unseres geplanten Reiseziels von Zypern auf Marokko. Hier nun eine Auflistung aller Fakten:

– Das Reisebüro nahm die angegebene Adresse nicht vollständig auf. Dadurch erreichten uns die Reiseunterlegen nicht. Kurz vor Abreise und auf Nachfrage unsererseits, was mit den Reiseunterlagen sei, setzte sich das Reisebüro in Bewegung, so dass wir bezahlen und die Unterlagen einen Tag vor Abreise endlich in Empfang nehmen konnten.

– Der Zug zum Flug über die DB funktionierte reibungslos. Trotz zweier Umsteigestationen fuhren die Züge absolut pünktlich. Am Bahnhof in Leipzig holte uns das bestellte Shuttle zur Pension ab. Trotz der Angabe bei booking.com, nach der das Shuttle kostenlos sei, bezahlten wir 5,-€. In der Pension selbst konnten wir keine Ansprechperson finden. Der Check-in sollte per Automat erfolgen. Der akzeptierte jedoch unsere Kreditkarten nicht, auch nicht die der zweiten Familie, die in der Pension übernachten wollte. Keine Zahlung, kein Zimmerschlüssel. Zu unserem Glück half uns die Shuttle-Fahrerin weiter. Irgendwann funktionierte der Automat wieder und wir konnten die Zimmer beziehen.

– Da wir zum Frühstück das letzte Mal etwas gegessen hatten, hatten wir nun am Abend Hunger. Im Umkreis von mehreren Kilometern gibt es rund um die Pension keine Einkaufsmöglichkeit, auch keine Kneipe. Abendbrot in der Pension – Fehlanzeige. Die Shuttle-Fahrerin meinte, sie würde uns gegen weitere 5,-€ zu einem Restaurant fahren. Zurück müssten wir dann auch wieder, gegen Entgelt. Nach unserem Protest eröffnete sie die Möglichkeit, einen Pizzaservice in Anspruch zu nehmen, was wir dann auch taten.

– Auf dem Flughafen in Leipzig angekommen, per kostenpflichtigem Shuttle-Service, stellten wir uns am Gepäckschalter an, wo sich schon eine lange Schlange gebildet hatte. Nachdem an den zwei Schlangen zwei oder drei Personen abgefertigt wurden, bewegte sich eine dreiviertel Stunde nichts mehr. Keine Information seitens des Flughafens, nichts. Irgendwann sickerte durch, dass die Gepäckbänder des Flughafens nicht funktionierten. Dann endlich wurden wenige weitere Personen abgefertigt und wieder ging nichts. Eine knappe dreiviertel Stunde vor dem Start der Maschine händigte man nur noch die Flugtickets aus. Unsere Koffer mussten wir bis ans Ende des Terminals selbst schleppen, wo ein Notband in Betrieb genommen worden war.

– Das hieß in der Folge, keine Zeit mehr, um sich ein Frühstück zu besorgen. Da wir vor 7 Uhr die Pension Richtung Flughafen verlassen mussten, kamen wir nicht in den Genuss eines Frühstücks, obwohl im Übernachtungspreis inklusive. Nicht schlimm, dachten wir, im Flugzeug wird es etwas geben, bei viereinhalb Stunden Flugzeit. Durch das Gepäckbanddilemma erreichten wir im Eilschritt das Flugzeug der Gesellschaft sunexpress. Die im Reisepaket enthaltene Fluggesellschaft bietet aber jeden Service nur gegen Bezahlung an, zu vollkommen überhöhten Preisen. Wir fanden unsere Unwissenheit grenzenlos. Also trösteten wir uns mit dem Gedanken, am vermeintlichen Zielort Agadir etwas zu Essen zu bekommen.

– Der Start des Flugzeuges verzögerte sich um zwei Zeitfenster, weil immer noch das Gepäck von zwanzig Fluggästen fehlte. Nach einer Stunde im Flugzeug musste es dann ohne die fehlenden Gepäckstücke starten. Das schreibt irgendeine EU-Verordnung vor, um den globalen Flugplan nicht vollends durcheinander zu bringen. Fehlte nun auch unser Gepäck, da wir ziemlich die letzten beim check-in waren?

– Endlich Landung in Agadir, zum Glück mit unserem Gepäck. Nun würden wir endlich etwas zu essen bekommen. Wieder falsch gedacht. Beim Verteilen der Reisegäste auf die bereitstehenden Busse am Flughafen kristallisierte sich heraus, dass wir jetzt noch eine dreistündige Fahrt nach Marrakesch hinter uns bringen mussten. Nachdem der Bus dann irgendwann endlich losfuhr, legte er nach einer guten Stunde zum Glück eine Rast ein. In dem der Tankstelle angeschlossenen Restaurant konnten wir uns endlich, seit gestern Abend, das erste Mal wieder etwas zu essen besorgen. Inzwischen war der Tag bis zum Nachmittag fortgeschritten.

– In Marrakesch angekommen, konnten wir uns nach einem hervorragenden Abendbrot auf die Rundfahrt vorbereiten, die wir gebucht hatten. Schon wieder änderte sich der Plan, aber diesmal zu unserem Vorteil. Gebucht hatten wir eine „5-Königsstädte-Rundtour“, bekommen hatten wir eine „Große Marokko-Rundreise“. Unser Bericht zu dieser Rundreise folgt demnächst. Schon einmal vorneweg: es war alles gut.

– Die zweite Woche in Marokko verbrachten wir in einem Hotel in Agadir. Erst am dritten Tag des Aufenthaltes fand eine Info-Veranstaltung statt. Bis dahin hatten wir uns zum größten Teil selbst durchgewurstelt. Bei dieser Veranstaltung erfuhren wir jedoch, dass uns ein Gutschein in den Reiseunterlagen fehlte. Unser Reisepaket enthielt neben anderen Vergünstigungen durch das kostenlose Upgrade auf All-inklusiv-ultra eine 20-minütige Massage pro Person sowie 25% Nachlass auf alle anderen Anwendungen im Spa-Bereich. Nach der Reklamation bei der Reiseleitung dauerte es noch bis zum nächsten Tag, bis wir den Gutschein in den Händen hielten. Das bedeutete, die fast letzten zwei Termine für die Massagen, keine Termine mehr für andere Anwendungen.

– Leihwagen in Agadir: Wir wollten in Agadir flexibel sein und selbstständig einige Touren machen. Am Anmiettag erhielten wir erst zum Mittag den Mietwagen, deshalb war keine lange Tour mehr möglich. So fuhren wir zur Kasbah hinauf und danach ein Stück die Küstenstraße nach Norden, bis nach Aourir.

Am nächsten Tag war Essaouira unser Ziel, 175km Fahrt. Alle paar Kilometer werden in Marokko Polizeikontrollen durchgeführt. Auch uns hielt bald ein Verkehrspolizei-Posten an, der nach Woher und Wohin fragte und uns dann eine gute Fahrt wünschte. Kurz vor Essaouira wurden wir erneut durch die Verkehrspolizei gestoppt. Laut Radarpistole wären wir statt 60km/h 75km/h gefahren. Die uns vor die Nase gehaltene Radarpistole zeigte 75kmh an, jedoch gab es keinen Beweis, dass ausgerechnet wir geblitzt worden waren. Der Polizist füllte einen Standardvordruck über umgerechnet 15,-€ aus und wir bezahlten. Von jetzt an achteten wir auf die Verkehrszeichen. Es ist aber kaum möglich, der Beschilderung vollends zu folgen, denn alle paar Meter stehen andere Geschwindigkeitsbegrenzungen. Man darf keinen Moment den Straßenrand aus den Augen lassen, um wirklich kein Schild zu übersehen, die manchmal willkürlich scheinen. Da steht z.B. ein 60er-Schild, irgendwann danach werden die „80“ aufgehoben. Manchmal stehen alle Nase lang Schilder, dann lange Zeit wieder nicht und man weiß nicht, wie viele km/h erlaubt sind. Es ist wirklich schwierig. Auf der Rückfahrt nach Agadir zog uns ein dritter Posten, eine andere Polizei, heraus. Vor sechs oder sieben Kilometern seien wir gestoppt wurden, mit 8 km/h zu schnell. Kein Foto, keine Radarpistole, nichts, aber das Standardformular über 15,-€. Irgendwie konnte Klaus seine Einwände gegen diese Praktik klar machen und er bekam nur eine Verwarnung. Reine Schikane, kommt einem da in den Sinn, denn das Mietauto ist schon aus Kilometern Entfernung als solches auszumachen. Bloß gut, dass wir das Auto nur noch einen weiteren Tag hatten und es dann über Nebenstraßen ins Hinterland gehen sollte.

– Solange man sich im Hotel aufhält oder in einer Reisegruppe unterwegs ist, ist alles gut. Ist man auf eigene Faust unterwegs, wird man in Marokko nur noch abgezockt. Ich will nur zwei Dinge von vielen nennen. Auf dem Parkplatz in Essaouira angekommen, hielten gleich drei Mann die Hand auf. Der Parkplatzwächter, zurecht. Ihm schlossen sich zwei weitere Männer an, die ebenfalls Geld von uns haben wollten, für was auch immer.

Manche Parkplätze am Straßenrand sind gebührenpflichtig. Das zeigen Schilder an. Dort stehen dann auch die meiste Zeit Männer in Warnwesten, die beim Abfahren die Gebühr kassieren. An vielen Straßenrändern ohne die Parkgebühren-Schilder stehen jedoch auch Männer, die in ihren Warnwesten ebenfalls Geld kassieren. Man hat den Eindruck, dass sich jeder eine Warnweste anziehen und Geld von den Parkern kassieren kann. Dreimal fuhren wir aus dem Hotelparkplatz, nicht gebührenpflichtig. Einmal stand jemand und wollte 5,- Dirham von uns haben, obwohl 2,- Dirham Standard sind, die wir letztlich auch bezahlten.

– Nach zwei Wochen ging der Urlaub zu Ende. Ein Bus brachte uns zum Flughafen, der oft ziemlich verlassen daliegt. Viel Flugbetrieb gibt es nicht. Zwei Stunden saßen wir und warteten auf unser Flugzeug. Dann, ganz heimlich, nur darauf aufmerksam geworden, dass keine Maschine der gebuchten Airline auf dem Flugfeld stand, erfuhren wir über die Anzeige, dass unser Flug knapp zwei Stunden Verspätung haben wird. Na toll, noch zwei Stunden rumsitzen. Als endlich die Zeit heran war, verschwand die Anzeige mit dem neuen Starttermin, um eine Weile später einen noch späteren Starttermin anzuzeigen. Mit zwei Stunden und fünfzig Minuten Verspätung hob die Maschine dann endlich ab. Ausladen, einladen und Bording verliefen im Schnelldurchgang, um verlorene Zeit aufzuholen. Im Flugzeug erklärte man uns dann den Grund für die Verspätung: Eine der Türen des Flugzeugs ließ sich vor dem Abflug in Leipzig nicht schließen. Die Reparatur dauerte fast drei Stunden. Diese Nachricht verbunden mit den überstürzten Abflugvorbereitungen ließen ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend bei uns aufkommen.

– Viele Male hatten wir vergeblich versucht, ein Shuttle durch die Pension in Leipzig zu bestellen, ohne Erfolg. Ich erreichte sie weder per email von Agadir aus noch in Leipzig per Telefon. Nur mit der sehr freundlichen Unterstützung der Flughafeninfo, das WLAN im Flughafen funktionierte nicht, die Telefonnummer der Pension existierte nicht mehr, konnten wir die Nummer des Shuttle-Service ausfindig machen, der dann auch sofort kam. Der wusste schon, dass wir aus Agadir kommen und unser Flugzeug Verspätung hat. Das weder WLAN noch Telefon funktionierten ist wohl der Tatsache geschuldet, dass zwei Tage vorher ein Unwetter mit Schnee und Sturm über die Mitte Deutschlands hinwegzog. Wir waren schon froh, dass wir nicht zu dieser Zeit zurückkamen, denn es wurden sowohl der Zug- als auch der Flugverkehr voll eingestellt.

– Zug zum Flug nach Hause. Der ICE mit den vorausgebuchten Sitzplätzen hatte zwanzig Minuten Verspätung. Dadurch erreichten wir unmöglich den Anschlusszug, für den wir ursprünglich nur eine viertel Stunde zum Umsteigen hatten. Also, ab zur Bahnhofsinfo, die uns eine neue Bahnverbindung heraussuchte. Das funktionierte dann auch, inkl. Schienenersatzverkehr.

Unglaublich, was man alles „Unerfreuliches“ auf nur einer vierzehntägigen Urlaubsreise erleben kann. Es scheint wie die Strafe dafür, dass wir nicht unserer ersten Entscheidung für Zypern gefolgt sind. Die Marokkaner haben das Wort „Kismet“. Es heißt übersetzt Schicksal, erzählte unser Reiseführer. Alles kommt, wie es kommen soll.

Unsere Bücher

Unsere Reiseberichte könnt Ihr als Taschenbuch oder auch als eBook bestellen. Nachfolgend findet Ihr Beispiel-Links zu den Büchern und eBooks. Natürlich könnt Ihr die Bücher auch in jedem Buchladen oder einem der anderen bekannten Online-Shops bestellen. Die Kurzbeschreibungen findet Ihr auf den jeweiligen Bestellseiten.
(bitte als Suchbegriff eingeben: A+K Weltenbummler)

Wir bedanken uns für den Kauf unserer Reiseberichte und Eure Unterstützung.

Viel Spaß beim Lesen und lasst Euch auf verschiedenste Arten in fremde Länder entführen. Über eine Bewertung der gelesenen Reiseberichte würden wir uns freuen.


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Walter Sch. aus Graz/Österreich schrieb am 05.11.2015:

Liebe A+K Weltenbummler,
habe mir bei Google Play eure beiden Bücher Normandie und Bretagne mit
dem Wohnmobil gekauft. Bin hellauf begeistert, da ich diese Reise Frühjahr (Mai) 2016 machen werde. Bin zwar kein Wohnmobilfahrer, sondern ein Autowanderer mit Hund und Frau in Europa unterwegs. Ich bevorzuge immer, wenn ich mich auf eine Reise vorbereite, Reiseberichte von Wohnmobil Fahrern. Die haben immer tolle Tipps auf Lager.

Gerhard F. aus Marktoberdorf schrieb am 08.02.2015:
„Nach dem ich einen Ihrer spannenden Reiseberichte zu lesen angefangen habe, kann ich einfach nicht damit aufhören, bis ich an seinem Ende angekommen bin. Leider dauert das bei mir etwas länger als bei anderen Lesern, denn ich benutze gleichzeitig dazu noch Google Maps und Wikipedia. Schon beim Lesen des Berichts springe ich bei Ortsangaben zu Google Maps und suche mir den entsprechenden Ort. Dort kann man sich auch gleichzeitig Bilder dieses Ortes und seiner Umgebung anschauen. Von da aus springe ich dann zu Wikipedia, um dort nach zuschauen, was über diesen Ort alles Wissenswertes gespeichert ist. Gleichzeitig sind dort weitere Bilder und Links die mehr zu diesem Ort sagen. Durch das Lesen des Reiseberichts und der gleichzeitigen Information über die Orte dauert es in der Regel ganz schön lang, bis man an das Ende des Reiseberichts kommt, aber man fühlt sich hinterher als ob man jetzt selbst diese Reise gemacht hat.
Deshalb freue ich mich immer wieder auf einen neuen Reisebericht, denn das ist für mich wie ein eigener Urlaub, meistens jedoch anstrengender. Vor allem, wenn der Reisebericht etwas länger ist.“

Wir würden uns sehr über weitere Kommentare zu den Reiseberichten freuen, wenn Ihr eines der Bücher gelesen habt. Vielen Dank.

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Marokko

Der Sommer in diesem Jahr 2010 dauerte ganze drei Wochen und fiel in den Juli. In diesen drei Wochen war es zugegeben noch richtig heiß. Gerade richtig für uns beide. Ausgerechnet in diesen drei Wochen fuhren wir gute eineinhalb Wochen in die Bretagne, wo wir eher mit Regen und Kühle zu kämpfen hatten, als das es Sommer war. So dauerte unser persönlicher Sommer nur eine gute Woche. Eine gute Woche Sommer im ganzen Jahr, dass war absolut zu wenig. Deshalb beschlossen wir, zu Weihnachten noch eine Woche in die Sonne zu verreisen. Wir buchten Last Minute und es wurde Marokko, viel Auswahl war ja nicht mehr. Bisher hat es uns noch nie nach Marokko gezogen, doch wenn es schon einmal so sein soll, lassen wir uns überraschen und wir haben es nicht bereut. Die Abreise im winterlichen Chaos war jedoch ziemlich abenteuerlich.

Hotel in Agadir

Hotel in Agadir

Dafür war die Landung im sonnigen Marokko für uns umso schöner, endlich eine Woche Frühling mitten im Winter genießen. Was uns zuerst auffiel war das fröhliche Vogelgezwitscher überall. Das herrliche und satte Grün ließ uns aufatmen.

Landschaft um Agadir

Landschaft um Agadir

Marokko ist im Norden fruchtbarer als im Süden. Im Norden gibt es viel Obst- und Gemüseanbau, die Gegend von Agadir ist bekannt für ihr Arganöl und je weiter man in den Süden kommt, umso mehr breitet sich die Wüste aus. Hier lebt dann auch der größte Teil der Nomaden, diejenigen Berber, die dem Wasser und dem Futter für die Tiere hinterher ziehen. Im Norden sind die Berber auf Grund der größeren Wassermengen weitgehend sesshaft geworden und betreiben eine einträgliche Landwirtschaft.

Marokko wird geprägt durch die 3 Teile des Atlasgebirges, die die westlichsten Ausläufer des riesigen Atlasgebirges sind, das sich von Marokko bis nach Tunesien erstreckt. Genauer gesagt sind es nur zwei Teile: der Hohe Atlas südlich von Marrakesch und der Antiatlas östlich von Agadir. Der kleine Gebirgszug ganz im Norden nennt sich Rif. Es gibt also allerhand zu entdecken in Marokko.

Weihnachtsdinner

Weihnachtsdinner

Das Gala-Dinner zu Heilig Abend war eine große Überraschung. Weihnachten in einem arabischen Land? Das Hotel hat sich alle Mühe gegeben, den Urlaubern fern der Heimat ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bereiten. Alles war aufs Schönste geschmückt, die Tische liebevoll gedeckt, die Kellner waren mehr als aufmerksam und erst das Essen…, das Essen war wundervoll. Selten haben wir so toll gegessen. Es war ein Erlebnis für unsere Geschmacksnerven. Alles war wunderbar aufeinander abgestimmt und jeder Gang überraschte mit Neuem. Wir waren einfach nur begeistert. Als uns dann der Kellner auch noch einen marokkanischen Rotwein empfahl und wir diesen probierten, wussten wir nicht mehr was wir sagen sollten. Einfach nur phantastisch. Das war jedenfalls ein völlig unvermutetes Weihnachtsgeschenk. Niemand hätte das übertreffen können.  

Tagine ist das traditionelle Gericht in Marokko, das in den gleichnamigen Topf mit dem hohen kegelförmigen Deckel über Holzkohlenfeuer gegart wird. Hierin kann man Couscous, Fleisch, Gemüse, Fisch, eben alles lecker und saftig garen. Die marokkanischen Gewürze wie Ras-el-Hanout oder Kurkuma geben dem Gericht ein einmaliges Aroma.

Agadir

im Vogelpark Agadir

im Vogelpark Agadir

Agadir ist die Urlaubsstadt im Süden von Marokko. Den Vogelpark entdeckten wir zuerst. Der interessierte uns und wir spazierten durch den Park. Außer jeder Menge Vögel, von Singvögeln bis zu Kranichen, können die Besucher auch Bergziegen, Wallabys und andere Exoten bestaunen. Es ist eine sehr große Anlage, die zwar schön angelegt ist, doch machte uns der Zustand der meisten Tiere nachdenklich. Es scheint nicht genug Geld für die Pflege da zu sein. Dem Besucheransturm durch die Einheimischen tut das keinen Abbruch. Es ist praktisch ihr Erholungsgebiet. 

Im Berbermuseum der Stadt besichtigten wir denjenigen Teil, in dem man den Schmuck nur einer Berberfamilie bewundern kann. Der Schmuck einer Berberfamilie ist so umfangreich, dass er mehrere Räume benötigt. Der ganze Schmuck besteht aus schwerem Silber und ist sehr raumgreifend. Riesige Kopfbänder, an denen der Ohrschmuck befestigt ist, der nicht minder groß ist. Kein Ohr der Welt hält diese Gewichte aus. Deshalb ist der Ohrschmuck an Kopfbändern befestigt. Noch größer sind die Ketten, dazu Arm- und Fußreife. Alles mit üppigen Bernsteinen, Korallen oder Edelsteinen besetzt. Das kostet mehr als ein Vermögen. Doch uns wurde gesagt, dass die jungen Leute sich heute kaum noch diesen Schmuck anlegen, weil er einfach viel zu schwer ist. Vorwiegend trug man diesen Schmuck zu Hochzeiten oder sonstigen Feierlichkeiten.

Moschee

Moschee

Das nächste Ziel war die größte Moschee von Agadir, die Hassan II-Moschee, die zu den größten Moscheen der Welt zählt. Leider ist sie nur von außen zu besichtigen.

Kasbah von Agadir

Kasbah von Agadir

Jetzt fuhren wir zur Kasbah. Die ganze Altstadt von Agadir lag bis 1960 in und um die Kasbah auf dem Hügel. Es war ein mondäner Badeort, der in der Nacht vom 29. Februar zum 1. März durch ein verheerendes Erdbeben total dem Erdboden gleich gemacht wurde. Kein Stein blieb mehr auf dem anderen, fünfzehntausend Menschen verloren ihr Leben. Vereinzelt kann man um die Kasbah noch Ruinen und die zerstörte Zisterne erkennen. Das einzig „überlebende“ Gebäude, ein Marabou, steht oberhalb des Hafens.

Von der Kasbah hat man einen 360°-Blick über Agadir, die angrenzenden Berge und das Meer.

Marina von Agadir

Marina von Agadir

Nach diesem Besuch fuhren wir zur Marina, dem teuersten Stadtviertel. Die Marina von Agadir hat einen relativ kleinen Hafen und es liegen kaum Boote drin. Manche Geschäfte und die meisten Wohnungen stehen leer, bei 1500,- € Miete nicht verwunderlich. Trotzdem herrscht in der Marina eine gemütliche Atmosphäre.

Fischereihafen

Fischereihafen

Dann ging es weiter zum Fischereihafen und zur Werft, wo wir uns ein wenig umsehen durften. Schon immer ist der Hafen von Agadir ein Umschlagplatz für den Welthandel und wo ein Hafen ist, muss es auch Schiffbau und Reparaturmöglichkeiten geben.

fliegender Händler

fliegender Händler

Die letzte Station der Stadtrundfahrt war der Besuch des größten Souks von Agadir. Der Souk el Had soll an die zwanzig Eingänge in der Mauer haben, die ihn umgibt. Es ist unwahrscheinlich, dass man durch den selben Eingang heraus geht, durch den man herein gekommen ist. Das Wegegewirr innerhalb des Souks ist sehr verwirrend, vor allem, wenn man sich auf die unzähligen Shops mit ihren bunten oder duftenden Angeboten konzentriert. Obst, Gemüse, Klamotten, Haushaltswaren, Möbel, Gewürze, nichts was es nicht gibt. Sogar kleine Chamäleons wurden verkauft. Wir fragten, was man mit den armen Tieren macht und bekamen zur Antwort, das dies Haustiere für den Garten wären. Ebenso gab es sehr kleine Schildkrötchen zu kaufen. 

Avenue Hassan II

Avenue Hassan II

Die Prachtstraße von Agadir, die Avenue Hassan II, ließ etwas zu wünschen übrig. Naja, ein paar Boutiquen und teure Geschäfte gibt es schon, doch die Fußwege sind relativ schlecht und mindestens ein viertel der Läden und Wohnungen stehen leer. Wer kann sich das leisten? Irgendwann bogen wir dann links ab und spazierten durch die Nebenstraßen wieder zurück. Auf diesen Straßen spielt sich eher das Leben der Einheimischen ab, hier gibt es die kleinen Lädchen und Werkstätten und die kleinen Cafés. 

Marrakesch

Morgen in Marokko

Morgen in Marokko

Rechts und links der Straßen z.B. nach Marrakesch wachsen die Argan-Bäume, die es nur in Marokko und zwar im Umkreis von zirka sechzig Kilometern um Agadir herum gibt, sonst nirgendwo auf der Welt. Sie werden auch Ziegenbäume genannt, weil sich die Ziegen gern das leckere Fruchtfleisch der Nüsse holen, indem sie auf die Bäume klettern.

Die Kerne der Nüsse sind zu hart. Sie werden von den Frauen gesammelt, geröstet und gepresst. Das Öl, welches dann aus der Mühle fließt, ist reich an Vitamin D und E und an Omega 3 und 6 Fettsäuren. Aus sieben Kilogramm Nüssen gewinnt man einen Liter Öl. Das kann, je nach Weiterverarbeitung, in der Küche oder für medizinische Zwecke verwendet werden.

Berberdorf

Berberdorf

Vereinzelt liegen Berberdörfer in der Landschaft. Die Berber nennen sich in Marokko selbst „Imazighen“, was soviel heißt wie „Freie“. Wie gesagt, sie haben sich zum größten Teil ihre ursprüngliche Lebensweise bewahrt, egal wer da kam und das Land erobern wollte. Die anteilmäßig meisten Berber leben in Marokko, wo sie sechzig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sonst verteilen sie sich in ganz Nordafrika, Südspanien und den Kanaren.

marokkanische Wüste

marokkanische Wüste

Die Autobahn führt durch die roten und über und über mit Arganbäumen bestandenen Berge des Hohen Atlas, in dem man den höchsten Berg Nordafrikas, den 4167 m hohen Djebel Toubkal, findet. Der ist bis weit in den Sommer hinein noch schneebedeckt. Eine dreiviertel Stunde vor Marrakesch sind die Berge weg und das Land es eben und sehr trocken. Es gibt nur noch winzige Büsche, es sieht wüstenartig aus.

Kurz vor Marrakesch gibt es kleine Mandelbaumplantagen und es wird wieder grüner, Palmen wachsen, Merkmale einer Oase lassen sich erkennen.

Marrakesch

Marrakesch

Marrakesch ist die viert größte Stadt von Marokko mit heute 1,2 Millionen Einwohnern nach Casablanca, Rabat und Fés und war schon drei Mal im Laufe seiner Geschichte unter verschiedenen Sultanen Hauptstadt. Zuletzt war das im 16. Jahrhundert der Fall. Gegründet wurde Marrakesch im 11. Jahrhundert als Karavanentreffpunkt und Handelszentrum. Marrakesch ist neben Meknés, Fés und Rabat, der heutigen Hauptstadt von Marokko, eine der vier Königsstädte.

Palast „Bahia“

Palast „Bahia“

Der Palast „Bahia“ wurde erst im 19. Jahrhundert für die erste Frau des Sultans Bahia gebaut. Neben der ersten Frau durften die Sultane und alle die, die es sich leisten konnten, drei weitere Ehefrauen haben. Das war der Harem. Neben dem Harem hatten die Herrscher weitere Frauen, die Konkubinen. Der Palast hat unzählige Räume, die sich um mehrere kleine Innenhöfe gruppieren, in deren Mitte ein Brunnen steht und die reich bepflanzt sind. Die Räume sind prächtig mit Ornamenten verziert und haben noch prächtigere Decken aus geschnitztem Zedernholz. Die Fußböden sind mit Mosaiken ausgelegt, die Fenster- und Türrahmen sind ebenfalls prächtig geschmückt, alles sehr orientalisch, versteht sich.

Jemaa el Fna

Jemaa el Fna

Der Mittelpunkt von Marrakesch ist der Platz der Geköpften, marokkanisch: Jemaa el Fna. In früheren Zeiten diente dieser Platz als Hinrichtungsplatz. Sehr beliebt dabei war wohl das Köpfen. Die abgetrennten Köpfe steckte man auf Spieße und stellte sie zur Abschreckung auf dem Platz aus.

Heute hat der Platz einen besseren Namen, wenn auch inoffiziell: der Gauklerplatz. Den ganzen Tag trifft man auf Gaukler, Artisten, Spieler, Schlangenbeschwörer, Fetischverkäufer und andere Selbstdarsteller, die sich mit den Auftritten ihren Lebensunterhalt verdienen. Natürlich werden auch die Touristen geschröpft, doch die meisten Einnahmen stammen von den einheimischen Zuschauern, die sich über die Jahrhunderte hinweg immer noch locken lassen.

Abends auf dem Jemaa el Fna

Abends auf dem Jemaa el Fna

Wenn die Dämmerung hereinbricht ändert sich das Bild auf dem Jemaa el Fna. In ungeahnter Schnelligkeit werden die Garküchen auf dem Platz aufgebaut und schon gibt es die ersten Leckereien. Wenn es dunkel ist, steht der halbe Platz voller Garküchen mit allerlei leckeren Gerichten, und das auch schon seit ewigen Zeiten. Hier sollte man unbedingt einmal probieren.

Koutoubia-Moschee

Koutoubia-Moschee

Südwestlich des Jemaa el Fna steht die große Koutoubia-Moschee, die leider ebenfalls nur von außen zu besichtigen ist.

Assaka-Geländewagentour

Atlantikküste

Atlantikküste

Wir fuhren den ganzen Tag durch die verschiedenen Landschaften südlich von Agadir. Zuerst erreichten wir die Atlantikküste von Marokko. Diese ist hier weiter südlich sehr rauh und steil. Es wächst nicht viel auf dem harten Sandboden. In atemberaubendem Tempo preschten wir mit dem Geländewagen durch die Küstenlandschaft, bis wir an einer schönen Stelle Halt machten. Es gab keine Straße, nur leichte Fahrspuren, die hin und wieder nach links oder rechts Abzweigungen hatten. Wahrscheinlich liegen an deren Enden versteckt ein paar Häuser.

Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung

Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung

Dann ging unsere Fahrt durch eine karge und steinige Landschaft weiter nach Massa Souss zum Vogelschutzgebiet an der Souss-Mündung, einem Fluss, der durch Marokko fließt. Es ist eine sehr schöne und grüne Landschaft mit fruchtbaren Feldern und kleinen Siedlungen. Die Menschen hier bauen Mais und Bananen sowie Gemüse an. Sie haben auch ein wenig Vieh. Sie sind zum größten Teil Selbstversorger und unabhängig. In dem Vogelschutzgebiet hier soll es mehr als dreißig verschiedene exotische Vögel wie Flamingos geben, die man mit etwas Glück und so sie denn hier sind, beobachten kann.

kleines Museum

kleines Museum

Auf unserem Weg weiter zum Anti-Atlas legten wir eine Kaffeepause ein. Ein einsamer Hof steht an der Straße und bewirtet die Vorbeikommenden Reisenden. Hier tranken wir einen Tee.

Der Innenhof ist sehr schön, ein kleines Museum gibt es auch.

Hotel im Nirgendwo

Hotel im Nirgendwo

Nach dieser Pause fuhren wir weiter durch das Hinterland von Marokko Richtung Anti-Atlas bis wir zu einem mitten im Nirgendwo stehenden Hotel kamen, oberhalb eines Flusses. Unterhalb des Hotels, an dem Fluss, steht ein kleines Dorf mitten in Bananenstauden. Der Boden ist voller Geröll, auf dem nur Kakteen und Dornengestrüpp wachsen.

Das Hotel ist von außen sehr schön, wir konnten sogar in den Innenhof sehen. Begrenzt wird es rund herum von einer hohen Mauer aus Lehm. Das ganze Hotel ist aus Lehm gebaut.

Mini-Sahara

Mini-Sahara

Ein Stück weiter erreichten wir die Mini-Sahara. Dünen auf nicht einmal einem Quadratkilometer. Rundherum die beschriebene Landschaft, mitten drin die Dünen. Das ist schon merkwürdig. Wie sind die ausgerechnet hier her gekommen?

Wir erklommen die nur ein paar Meter hohen Dünen und fühlten uns fast wie in der Sahara. Der Sand ist genauso fein, hier und da steht ein Busch, überall finden sich Spuren von Käfern, Skorpionen und irgendwelchen vierfüßigen Tieren. Kleine, zarte Pflänzchen behaupten sich neben einem Busch, der ein paar Meter von sich auf dem Boden ein verzweigtes Netz von Stengeln ausbildet, an denen kugelförmige Früchte wachsen. Der Name dieser Pflanze ist jedoch unaussprechlich.

Talsperre

Talsperre

Als Nächstes fuhren wir zu einer der zur Zeit einhundertfünfzig in Marokko existierenden Talsperren in der Nähe. Dafür fuhren wir auf ein Plateau und jetzt lag die Landschaft, durch die wir den ganzen Tag gefahren waren, unter uns. Von hier aus sahen wir auch das Hotel, an dem wir gehalten haben, und das Tal, wieder. So ändern sich die Perspektiven. Die Talsperre liegt relativ hoch im Anti-Atlas.

Restaurant im Anti-Atlas

Restaurant im Anti-Atlas

Die Mittagszeit war längst vorbei und wir hatten alle Hunger. Endlich fuhren wir in ein Dorf in den Bergen, in dem es etwas abseits ein Restaurant gibt. Als Alleinfahrer kann man solche herrlichen Ecken nicht finden. Ein kleiner Garten schließt sich an und von hier oben hat man einen tollen Blick. Durch einen kleinen und einen etwas größeren Hof gelangten wir zu den Gasträumen. Wir wurden mit Wasser, Salat, Brot und einer Couscous-Tagine bewirtet. Zum Abschluss gab es eine große Obstschale mit kleinen Bananen und Orangen. Wie immer, hat alles superlecker geschmeckt und wir fühlten uns sehr wohl. Es war echt gemütlich.

Oase von Assaka

Oase von Assaka

Frisch gestärkt und mit neuen Kräften fuhren wir die Oase von Assaka an. Irgendwie hatte ich mir unter einer Oase etwas anderes vorgestellt. Unser Fahrer setzte uns in der Nähe eines Ortes in einem kleinen Tal ab, dass von einem kleinen Fluss durchzogen wird. Es ist grüner als anderswo, das ist richtig, aber eine Oase sieht für mich anders aus. Trotzdem ist es ein hübscher Flecken Erde und wir sahen uns ein wenig um.

Tiznit

Tiznit

Unser letztes Ziel für diesen Tagesausflug in das Hinterland, auf den Spuren der Nomaden, der Halbwüste und des Anti-Atlas, fuhren wir nach Tiznit, „der“ Stadt der Silberschmiede in Marokko. Überall in Marokko wird Silber verarbeitet, doch Tiznit ist die Silberhauptstadt. Tiznit ist von einer Stadtmauer umgeben und noch nicht sehr alt. Sie wurde erst 1882 als Karawanentreffpunkt gegründet.

Wir fuhren kreuz und quer durch die engen Gassen, bis wir Halt machten. Da wir keine Zeit hatten, uns die Stadt selbst anzusehen, besuchten wir nur eine der zahlreichen Silberschmieden. Diese liegt im Erdgeschoss eines Wohnhauses. Gleich hinter dem Eingang saßen drei Männer, die filigrane Silberdrähte zu wirklichen Kunstwerken verbanden. Ketten, Armbänder, Gürtel und vieles mehr entstehen unter ihren Händen. Es wird mit Edelsteinstaub gearbeitet oder ganzen Edelsteinen. In den anschließenden Ausstellungs- und Verkaufsräumen konnten wir die ganze Vielfalt des hier hergestellten Schmuckes bewundern.

Es gibt noch so viel zu sehen in Marokko, vor allem die anderen drei Königstädte, die wir nicht gesehen haben. Von Marrakesch haben wir auch nicht wirklich viel gesehen und um Agadir herum gibt es weitere Ziele wie die blau-weiße Stadt Essaouira an der Küste, das Städtchen Tafraout im Anti-Atlas, mit seinen rosafarbenen, von gigantischen Granitblöcken umgebenen Häusern, oder Taroudant, eine der ältesten Städte in Marokko. 

 

Auf einer zweiten Reise nach Marokko lernten wir auf der „Großen Marokko-Rundreise“ weitere Städte und Landschaften kennen. Auch mit dem Mietauto waren wir unterwegs. In den folgenden Berichten könnt Ihr unseren Spuren folgen:

Große Marokko-Rundfahrt

Essaouira

Immouzer


Marokko war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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