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Monte Cofano

Wir haben ein traumhaftes Plätzchen zum Stehen und Übernachten gefunden. Zwischen dem Monte Cofano und San Vito Lo Capo im äußersten Nordwesten Siziliens breitet sich eine kleine Ebene zwischen den Bergen und dem Meer aus. Direkt am Strand liegt ein großer freier Platz mit einem atemberaubenden Panorama. Es ist der schönste Platz auf unserer bisherigen Italien/Sizilienreise, auf dem wir zwei fast windstille und sonnige Tage erleben durften.

traumhafter Stellplatz kurz vor San Vito Lo Capo

Es ist eine felsige Küste mit nur wenigen schmalen sandigen Zugängen ins Meer. Zudem sind Spuren zu finden, dass vor langer Zeit der Kalkstein dieser Ebene von Menschen gebrochen wurde. Die Steine wurden wahrscheinlich für den Häuserbau verwendet.

Spuren menschlichen Wirkens

Unterhalb des großen freien Platzes ist „roter Sand“ zu finden. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich bei den winzigen roten Stücken um Bruchstücke der Roten Koralle handelt. Hier haben wir nun den Beweis dafür, dass es vor der Küste Rote Korallen gibt. Wie ich schon im Bericht für Trapani geschrieben habe, sind die Roten Korallen geschützt. Ich konnte aber nicht umhin, etwas von dem „roten Sand“ zu sammeln, für Dekozwecke. Es war einfach zu verlockend. Da kann ja niemand etwas dagegen haben.

„roter Sand“

Nun lockte uns aber doch das Naturschutzgebiet Monte Cofano. Es führt ein Wanderweg um den Berg herum, der bis nach Cornino am Südende reicht. Auf dem Weg sind viele interessante Dinge zu sehen, wie zwei Wehrtürme, Höhlen und uralte Siedlungsspuren.

Am Eingang zum Naturschutzgebiet steht ein Tickethäuschen, welches jetzt aber nicht besetzt ist. Der Zutritt des Parks ist zwar durch Schilder verboten, wegen Steinschlaggefahr, aber es gibt keine Zugangsbeschränkungen. Man ist wahrscheinlich auf eigene Gefahr unterwegs, aber solange es keine Wetter- oder sonstige Unbilden gibt, ist die Gefahr eines Steinschlags wohl eher gering. Der Wanderweg ist wunderschön und es wäre wirklich schade, wenn man sich nicht dazu durchringen könnte.

badetauglicher Zugang

Zuerst trifft man auf den Torre della tonnara di Cofano, den Turm mit Thunfischschlinge, was immer das heißt. Der Turm aus dem Jahre 1404 ist trotzdem einzigartig auf Sizilien, denn er besitzt konkave Wände. Sie haben eine Dicke von 2,5m im Erdgeschoss, und eine Weite von Ecke zu Ecke von 17,4 Metern. An jeder Seite sind mehrere runde Löcher zu sehen, aus denen zur Verteidigung für die Angreifer ungesunde Dinge hinab geschüttet werden konnten. 1560 landeten Piraten an der Küste, nahmen die Thunfischer gefangen und verkauften sie in die Sklaverei.

Torre della tonnara di Cofano

Nahe des Turms sind auch Spuren einer römischen Siedlung sowie aus dem Felsen gehauene Becken aus dem 4.-3. Jahrhundert v.Chr. zu finden. Zu dieser Zeit wurde „Garum“, die berühmte römische Fischsoße, produziert.

Als nächstes stößt man auf die Überreste zweier alter Kalkbrennöfen. Solche Öfen kennen wir von unseren Reisen rund um die Welt. Hier erfuhren wir jedoch das erste Mal, dass die abgebauten Kalksteine eine ganze Woche im Ofen „backen“ mussten. Danach verschloss man die Öffnung des Ofens und der Kalk kühlte eine Woche lang darin ab. Nach dieser Zeit entnahm man den gebrannten Kalk und übergoss ihn mit Wasser. Dadurch brach das Gestein auf. Den so entstandenen Kalk verwendete man dann für verschiedene Bautätigkeiten.

Kalkbrennofen (teilweise rekonstruiert)

Eine Spur, die noch weiter in der Zeit zurück führt, nämlich in das 5.-4. Jahrhundert v.Chr., als die Griechen hier lebten, ist auf dem Plateau ganz oben zu finden. Es ist eine Zisterne, in die Stufen hinunter führen. Darin wurde wahrscheinlich Regenwasser gesammelt, welches für die Versorgung der hiesigen Einwohner diente. Allerdings währte deren Zeit nicht lange, denn bald beendeten die Karthager ihre Herrschaft, wie an so vielen Plätzen in Sizilien. Diese Info entnahmen wir den Infotafeln am Wegrand, denn gesehen haben wir die Zisterne nicht.

Am „Weg der Braut“ stößt man auf den Schrein des Heiligen Nikolaus. Ein Relief aus weißem Marmor stellt den Heiligen Nikolaus, Bischof von Bari, mit drei Jungen auf einem Boot dar. Durch die römische Inschrift lässt sich das Relief datieren.

Schrein des Heiligen Nikolaus

Um den „Weg der Braut“ rankt sich die Legende um eine Familientragödie. Der heutige Wanderweg war vor langer Zeit die kürzeste Verbindung zwischen den Ortschaften an der Küste. Eine junge Braut starb an dieser Stelle durch den Sturz über das Cliff ins Meer. Der bei sonnigem Wetter hellblau scheinende Teil im Wasser unterhalb der Stelle soll der Schleier der Braut sein. Niemand weiß jedoch, wann sich dies zugetragen hat.

Den Weg immer weiter gehend, erreicht man bald darauf die „Grotte des Heiligen Kreuzes“. Der Eingang zur Höhle ist riesig und von unten nach oben spitz zulaufend, eine natürliche Form im Kalksteinfelsen. Es wurden Artefakte gefunden, dass diese Höhle schon vor 11.000 Jahren von Tieren und später von Menschen genutzt wurde. Die Menschen lebten von Wildschweinen, Hirschen und Muscheln, wie Funde bei Ausgrabungen zeigten. Diese Höhle wurde anscheinend noch bis in jüngere Zeit genutzt, was die rußgeschwärzten Wände der Höhle belegen. Den Rauchabzug übernahm ein natürliches Loch in der Felswand oberhalb des Höhleneinganges.
In der hintersten Ecke der großen Höhle ist der Zugang zu einer weiteren Höhle zu sehen.

Grotte des Heiligen Kreuzes

Das Ziel dieser interessanten Wanderung war der Saint John-Turm, welcher im Juni 1595 errichtet wurde. Dieser Turm wurde im späten 16. Jahrhundert teil des Verteidigungssystems der sizilianischen Küste gegen die türkischen Angreifer, welches im Auftrag des spanischen Königs aufgebaut wurde. Wie schon bei den Römern wurden Signale über Feuer, Geschütze oder Flaggen von Turm zu Turm getragen, wenn Gefahr bestand. Die Besatzung solch eines Turms bestand normalerweise nur aus einem Kommandanten und zwei Schützen.

Saint John-Turm, im Hintergrund der Berg mit Erice

Hier drehten wir um und stolperten den ganzen Weg wieder zurück. Der Wanderweg ist eher ein Hindernisweg, bei dem man jeden Schritt bewusst setzen sollte. Bei den Kalkbrennöfen zweigt ein steiler Weg den Berghang hinauf ab, der zu einem großen Überhang führt, der auch schon immer Tier und Mensch als Schutz diente. Der Weg ist nicht für jedermann zugänglich. Man sollte trittsicher und halbwegs schwindelfrei sein. Ist man endlich oben angelangt, liegen einem das Meer und die Küste mit den Zeichen frühen menschlichen Lebens zu Füßen.

großer Überhang oder Höhle

Laut der App MapsMe führt der Weg, den man nach oben genommen hat, auf der anderen Seite etwas komfortabler wieder nach unten, und zwar zurück zum Torre della tonnara di Cofano. Da gibt es nur ein winziges Problem: die Überwindung einer mehrere Meter hohen senkrechten Felswand. Da wir uns das nicht zutrauten, mussten wir wohl oder übel den abenteuerlichen und steilen Weg wieder nach unten klettern, den wir gekommen waren.

Eine unerwartete Überraschung bietet das Naturschutzgebiet auch noch. Wir fanden, und konnten es nicht glauben, Stachelschweinborsten. Nachforschungen ergaben, dass das Gewöhnliche Stachelschwein tatsächlich in Süditalien und auf Sizilien lebt, wahrscheinlich seit den Zeiten der Römer, die sie eingeführt haben sollen. Wir haben uns über diese Funde gefreut.

unverhoffter Fund im Naturschutzgebiet: Stachelschweinstachel

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San Vito Lo Capo

Das westlichste Kap im Norden Siziliens ist etwas für Naturliebhaber, im Sommer auch für Badebegeisterte und Taucher. Der Strand der Stadt ist der schönste, den wir bisher in Italien/Sizilien gesehen haben, das Wasser ist tiefblau und glasklar, und die Landschaft ist einfach nur traumhaft. Jetzt im Winter hat man das alles fast für sich alleine. Entweder lässt man in Ruhe die Seele baumeln oder man unternimmt Wanderungen an den felsigen Küsten oder durch die Berge.

traumhafte Landschaft am Capo San Vito

Vom Leuchtturm aus nach Westen führt ein Weg zwischen der Küste und den Steilwänden entlang. In den Steilwänden sind unzählige Höhlen und Grotten zu finden, mal einfach zugänglich, mal nur mit bergsteigerischen Fähigkeiten und der entsprechenden Ausrüstung. Diese senkrecht abfallenden Kalksteinwände sind ein Kletterparadies, obwohl sie naturgemäß sehr bröckelig sind.

jede Menge große und kleine Höhlen und Grotten zieren die Kalksteinwände

In der Grotta di Cala Mancina wurden steinzeitliche Werkzeuge wie Faustkeile und Speerspitzen gefunden, berichtet eine Infotafel. Bis zu dieser Grotte ist ein guter Weg verfügbar. Will man noch bis zur Pferdehöhle weitergehen, muss man einem kleinen Trampelpfad folgen. Die Pferdehöhle und eine gleich links davon liegende große Höhle liegen etwas erhöht, so dass etwas Kletterei vonnöten ist, um dorthin zu gelangen. Wofür die weißen Kalksteine, exakt in länglichen oder runden Gebilden aufgestapelt, gut waren, wissen wir nicht. Es gibt mehrere davon, die sich in einem Gebiet konzentrieren.

mysteriöse Steinhaufen zwischen Meer und Felsen

Zum Wasser kommt man eher nicht, denn das Ufer ist über eine große Breite mit spitzen, hochstehenden Felsnadeln übersät. Auch hier, wie am Monte Cofano, sind wieder Stacheln von Stachelschweinen am Wegesrand zu finden, wenn man die Augen offen hält.

Entweder geht man denselben Weg dann wieder zurück oder man kommt irgendwann am Torre Isulitta aus dem 16. Jahrhundert, welcher auf einer Steilwandecke thront, heraus. Unterhalb des Turmes kann man einem kurzen Naturpfad am Fuße der Steilwand folgen.

Torre Isulitta

Ein anderes Wandergebiet befindet sich im Osten der Halbinsel Capo San Vito. Kostenlos ist der Weg hinauf zum 528 Meter hohen Monte Monaco. Kurz vor dem Gipfel, auf dem ein Kreuz steht, kann man hinunter zum Golfo di Cofano im Westen und zum Golfo di Castellammare im Osten sehen. Dort sind auch noch die Überreste zweier Steinbrüche zu erkennen.

Gipfelkreuz auf dem Monte Monaco

Für Schwindelfreie bietet sich vom Kreuz aus eine sicher aufregende 360°-Sicht, mit der Stadt San Vito Lo Capo zu Füßen. Einen guten Blick auf die Stadt mit Strand, Hafen und Leuchtturm hat man auch von etwas weiter unten.

Blick auf San Vito Lo Capo

Ich bin von der Ostseite des Berges aus gestartet. Von dort aus ist der Weg zum Monte Monaco gut ausgeschildert. Zurück auf die Westseite, zum Parking Camping Giovanni, auf dem wir ein paar Tage lang stehen, musste ich mir mit der App MapsMe den Rückweg suchen. Den kurzen Weg gibt es heute praktisch nicht mehr, wahrscheinlich zu steil und zu gefährlich, also nahm ich den langen Weg und kam direkt auf dem Gelände des Marmorsteinbruches heraus. Der Weg ist zwar auch stellenweise abenteuerlich, aber irgendwie muss man ja wieder herunter kommen.

Der Zugang zum Naturschutzgebiet Zingaro kostet 5,-€ pro Person, ab 65 Jahre ist auch dieses kostenlos.

Eingang zum Naturschutzgebiet Zingaro

Die gute Fee des vorher erwähnten Campingplatzes, Stella, kümmert sich mit viel Hingabe um ihre Gäste und den Platz. Manchmal kommt sie herum und gibt ein Gläschen Marsala-Wein für jeden Gast aus. Der Platz kostet 13,-€ pro Nacht, ab 3 Nächten 10.-€, inkl. Blick auf den Monte Monaco und den weiterführenden Bergrücken.

Sonnenuntergang am Monte Monaco

Stella wies uns darauf hin, dass im Sommer viele tolle Veranstaltungen, wie z.B. ein Ballonfest oder Couscousfest, stattfinden.

Erice

In 751 Metern Höhe, auf dem Bergmassiv mit dem Monte Erice, liegt die mittelalterliche Stadt Erice. In den Gassen der Stadt scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Nichts hat sich seit damals geändert. Man spaziert über die alten Pflaster der gewundenen Gassen, an denen die kleinen mittelalterlichen Häuser stehen. Nur die Kirchen nehmen den ihr gebührenden Raum ein, und natürlich das Castello de Venere aus dem 12. Jahrhundert.

eine der Gassen in Erice

In der Antike soll an dieser höchsten Stelle ein Venus-Tempel gestanden haben. Der Legende nach soll Eryx, der Sohn von Aphrodite, den Ort gegründet haben. Das normannische Kastell hat dann den Namen übernommen.

Castello Venere in den tiefhängenden Wolken

Von vielen Stellen aus hat man einen wunderschönen Blick hinunter über die Landschaft, fast in jede Richtung. Allerdings zieht es um diese Jahreszeit ganz schön kalt um die Ecken, ein Nachteil der exponierten Lage und der Höhe. Wir mussten auch vier Tage warten, dass die tief hängenden Wolken die Stadt freigeben. Das hat nicht ganz geklappt, trotzdem schickte die Sonne immer mal wieder für einen kurzen Moment Ihre Strahlen nach Erice.

Blick nach Norden zum Monte Cofano

Eigentlich ist Erice berühmt für sein Marzipan, welches bergeweise darauf wartet, von den Touristen gekauft zu werden. Leider konnten wir nichts dergleichen finden, denn es hatte fast alles geschlossen. Nur einige Souvenirgeschäfte und das kleine hübsche Café San Giuliano laden Gäste ein.

Café San Giuliano

Es lohnt sich trotzdem auch im Winter zu kommen, denn die vielen kleinen architektonischen Details, die vom Arabischen, über das Normannische bis hin zum Barock reichen, machen den Stadtbummel durch das Juwel Erice besonders. Außerdem ist man fast alleine unterwegs und man kann die Ruhe genießen.

außergewöhnliche Kuppel der Kirche San Giovanni Battista

Wir wollten uns die angeblich wunderschöne Fahrt mit der Seilbahn nicht entgehen lassen, aber leider ist diese wegen Revision bis Ende März geschlossen. Die westlich um den Berg führende Straße nach Erice ist jedoch mindestens genauso schön, mit den vielen Aussichten über Trapani und die Salinen, bis hin zu den Ägadischen Inseln, sowie die Fahrt durch die Karstlandschaft selbst.

Blick über Trapani zu den Ägadischen Inseln

Hinunter nahmen wir die ostwärts verlaufende, sehr kleine, sehr kurvige, eigentlich gesperrte Straße. Da hat es wohl einige Unfälle gegeben, bei denen die Autos von der Straße abkamen und den meist senkrechten Hang abstürzten. Einige Spuren zeugen von den Tragödien. Da kann man nur der Technik des eigenen Autos vertrauen. Wir wurden nicht enttäuscht.

Trapani

Nach fast drei Tagen Sauwetter mit Regen, Sturm, Kälte und Dunkelheit, die wir auf dem Parking Le Saline im Südosten Trapanis zubrachten, kommt nun endlich die Sonne wieder zum Vorschein. Viel konnten wir in der Zeit nicht unternehmen, es war einfach zu eklig. Auf den Fotos kommt das auch nicht gut. Also guckten wir Videos, spielten Karten, fuhren mal zum Einkaufen oder was man sonst so macht.

Am Nachmittag des dritten Tages klarte sich der Himmel kurzzeitig auf und wir nutzten die Zeit, um den Salinen von Trapani und Paceco einen Besuch abzustatten, die ein Naturschutzgebiet sind. Mit dem Auto kann man sich nur am äußeren Rand der Salinen bewegen, aber es führen viele Fußwege hindurch. Der zentrale Punkt ist das Salzmuseum, welches auch Exkursionen durch die Salzpfannen anbietet.

Blick über die Salinen zum Monte Erice

Überall liegen Salzhügel verteilt, die statt schneeweiß eher grau sind, so lange liegen sie schon. Manche sind mit einer Schicht Dachpfannen geschützt. Die Salzproduktion läuft in Trapani nur von April bis Ende September, da die Wetterbedingungen keinen Abbau im restlichen Jahr zulassen, wegen fehlender Verdunstung. Im Winter werden die Becken gereinigt und mit dem inzwischen gesammelten Schlamm abgedichtet. Dann werden im Frühjahr die Salzpfannen wieder geflutet und der Zyklus geht von vorne los.

mit Dachziegeln geschützte Salzhügel

Die Salinen, wie überall in der Welt, sind ein Paradies für Vögel. Während wir auf der bisherigen Fahrt durch Italien und Sizilien noch nicht gerade verwöhnt wurden, was Vogelbeobachtungen angeht, haben sich in den Salinen von Trapani und Paceco schon einige Arten eingefunden. Mehrere Entenarten wie Löffelente, Brandgans und Spießente, Rotschenkel und vor allem die immer wieder faszinierenden Rosaflamingos tummeln sich in der geschützten Wasserlandschaft. Die tollen Farben der Flamingos kommen erst richtig im Sonnenlicht zur Geltung, erst recht wenn sie ihre Flügel ausbreiten. Ich kann mich kaum an ihnen sattsehen.

immer wieder faszinierend: Rosaflamingos

Endlich wieder ein Tag mit mehr Sonne als Wolken, so dass wir eine Fahrt im Uhrzeigersinn rund um das Bergmassiv machen konnten, auf dem Erice liegt. Die Straße führt bis nach Valderice meist bergan. Ab und zu hat man einen schönen Blick auf Trapani und die Küste mit den Salinen. Dann biegt man nach Norden ab und bekommt tolle Ausblicke auf diese Küste. Trapani liegt auf einer langen Landzunge und ist eigentlich überall von Wasser umgeben. Bei Sonnenschein leuchtet das Meer herrlich blau, nur die Strände sind jetzt überall mit Müll und abgestorbenem Seegras übersät, was wenig appetitlich ist.

Blick von Tonnare di Bonagia zum Monte Cofano

Klaus hat mich dann 10km vor dem Hafen Trapanis abgesetzt und ich bin zu Fuß zurück gelaufen, immer am Wasser entlang. Dabei kommt man an mehreren Sandstränden, Ruinen einer alten Thunfischfabrik und der stillen Rückfront Nordtrapanis vorbei. Der alte Fischmarkt, eine alte Festung (Bastione Conco) und ein alter Turm sorgen außerdem für Abwechslung auf dem Weg.

alter Fischmarkt

Ein Stadtbummel durch Trapani lohnt eigentlich nur entlang des Corso Vittorio Emanuele, wo sich sehr schöne Barockbauten ein Stelldichein geben. Sie als Flanier- und Einkaufsmeile zu bezeichnen, ist allerdings etwas übertrieben.

Dieses Detail am Corso Vittorio Emanuele erinnert mich an das Dresdner Schloss

Sehenswert ist auch die Front entlang der Fähranleger, wo unter anderem das Denkmal für Giuseppe Garibaldi, der 1890 in Trapani eintraf, zu finden ist. Über den Namen Giuseppe Garibaldi stolperten wir schon auf der ganzen Reise durch Italien/Sizilien. In Marsala erfuhren wir, dass er 1860 mit tausend Freiwilligen mit Schiffen in Marsala landete, um Sizilien von den letzten Besatzern zu befreien und Italien zu einigen.

nettes Detail gegenüber der Fähranleger

In Trapani wurde früher viel Rote Koralle verarbeitet, die immer noch vor den Küsten Siziliens gedeihen soll. Diese Korallenart ist inzwischen streng geschützt und so hat der Handel mit echter Koralle stark nachgelassen. Es gibt zwar immer noch Schmuckgeschäfte, in denen Korallenschmuck angeboten wird, der ist aber fast immer aus Plastik.

Markttag ist jeden Donnerstag auf dem Platz am großen Schwimmbad. Es gibt aber fast nur Klamotten und Krimskrams. Nur wenige Verkäufer bieten Obst, Gemüse oder Spezialitäten an. Der Fischmarkt am Hafen findet dagegen jeden Morgen statt.

Thunfischprodukte und Baccala (Trockenfisch) auf dem Wochenmarkt

Vor Trapani liegen die Ägadischen Inseln. Die drei größten heißen Levanzo, Favignana und Marettimo. Ihre hohen Felsen sind nicht zu übersehen. Die Inseln können vom Fähranleger Trapanis aus besucht werden. Es soll sich lohnen, aber dann wohl doch eher in der warmen Jahreszeit.

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