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Suchergebnisse für: “Motorhome für Reise 2016

Motorhome für Reise ab 2016

Nachdem wir das letzte Motorhome in den USA zurück lassen mussten, weil es zu breit war, hieß es, auf die Suche nach einem anderen Motorhome zu gehen. Nach über einem Jahr Suche wurden wir in Köln fündig. Es ist ein Euro Liner, also ein amerikanisches Motorhome für den europäischen Markt gebaut. Alle Anschlüsse und Einrichtungen passen, nichts muss umgebaut werden. Ein paar individuelle Anpassungen und es kann los gehen. Mit einer Länge von gerade 9,60m sollte es weniger Platzprobleme in Europa geben. Hier ein paar Bilder:

 

 

Sitges – Barcelona

kurz vor Sitges

kurz vor Sitges

Jetzt mussten wir wieder einmal einen Campingplatz anfahren. Der laut ACSI-Katalog ganzjährig geöffnete Platz Bellsol in Pineda de Mar hatte doch geschlossen, so wie alle Campingplätze in Pineda. Der nächste Platz ist erst knapp 40 km südlich von Barcelona zu finden. In Sitges an der Costa Daurada befindet sich der Platz El Garrofer. Der Vorteil dieses Platzes ist, dass von dort aus ein Bus nach Barcelona fährt.
Um Sitges zu erreichen, benutzten wir die B20 um die große Stadt Barcelona herum. Ansonsten hielten wir uns immer an die N-II, da die großen Straßen alle mautpflichtig sind. So mussten wir die kurvenreiche Küstenstraße zwischen Barcelona und Sitges fahren. Normalerweise ist das kein Problem, auch diese Straße hält schöne Aussichten bereit, aber ausgerechnet dort überraschte uns ein Gewitter mit starkem Regen und Hagelschlag. Die Hagelkörner waren bis zu 2cm groß und peitschten mit großer Kraft durch die Luft. Wir hatten Angst um die Frontscheibe des Motorhomes, außerdem verursachten die Hagelkörner einen Höllenlärm auf dem Dach. Das Szenario wurde so schlimm, dass wir das Unwetter auf dem nächsten Parkplatz abwarten mussten, zusammen mit vielen PKWs.
In Sitges angekommen, hatte das Wasser ganze Seen auf den Straßen gebildet. Auch auf dem Campingplatz standen große Pfützen, außerdem sind viele Bäume auf dem Platz verteilt, so dass die Platzsuche bei dem Wetter nicht ganz einfach war. Es regnete den ganzen Abend weiter und wir rührten uns nicht mehr hinaus.

Sitges

Sitges

Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und wir besuchten Sitges per Fahrrad, zuerst an der breiten Promenade entlang Richtung Norden, wo die Kirche auf einem Felsen steht. Direkt hinter der Kirche kommt man sich wie in einem maurischen Viertel vor. Wunderschöne Gebäude mit sehr schönen architektonischen Details bezaubern die Besucher. Hier befindet sich das Museum von Sitges.
Zwischen hier und dem Port de Sitges liegen zwei kleinere, ruhige Buchten mit Badestränden.

Sonnenuntergang bei Sitges

Sonnenuntergang bei Sitges

Den Rückweg sollte man dann durch die Gassen von Sitges nehmen.
Am Südende der langen Promenade kommt man zu einem kleinen Fluss, der ins Meer mündet. Hier geht der Weg nicht mehr weiter, aber es ist eine sehr romantische Ecke, vor allem zum Sonnenuntergang.

Sagrada Familia

Sagrada Familia

Direkt vorm Campingplatz El Garrofer fährt eine Buslinie nach Barcelona ab. Der Fahrpreis beträgt für die fast 40 km bis dorthin sage und schreibe 4,-€ pro Person. Dafür kann man mit dem eigenen PKW kaum fahren, dazu kommen der Stress des Großstadtverkehrs und die Parkplatzsuche bzw. -gebühren.
Entspannt kamen wir am Placa de Catalunya an, aber jetzt? Wir kamen uns vor, wie ins kalte Wasser geschmissen, nun schwimm! Von dem Platz aus starten Stadtrundfahrten und es steht eine kleine Touristinfo dort. Die steuerten wir an und bekamen einen Stadtplan in die Hand. Im Vorfeld hatten wir den Stadtplan schon studiert, um eine Route festzulegen. Natürlich ist das Stadtzentrum vom Placa de Catalunya bis hinunter zum Kolumbus-Denkmal ein Muss, wenn man nur einen Tag in Barcelona zur Verfügung hat. Ein zweites Muss ist die Sagrada Familia, die dummerweise ganz schön ab vom Schuss liegt. Die Touristinfo empfahl uns, die Strecke mit dem Bus zurückzulegen. In der Gran Via fährt die Linie 50, die in Ostrichtung direkt an der Sagrda Familia hält.
In unserer Vorstellung war das Bauwerk, eine Kathedrale, viel größer. Der große Künstler Antonio Gaudí, für seine schrägen Entwürfe bekannt, begann den Bau 1881. Seitdem wird unentwegt daran gebaut. Wenn man davor steht und sich die verschiedenen Ansichten sowie vielen Details ansieht, bekommt man das Gefühl, dass alle paar Jahre ein neuer Architekt dem Bau seinen Stempel aufdrücken will. Der älteste Teil sieht noch am interessantesten aus. Viele filigrane Details, Verschnörkelungen, Durchbrüche und die Optik, als würde der Eingang in einer Tropfsteinhöhle liegen, faszinieren. Aber schon gleich links daneben wird es etwas sachlicher, mit verspielten bunten Details auf den Gaubenspitzen.

Pelikanfamilie an der Sagrada Familia

Pelikanfamilie an der Sagrada Familia

Ist irgendjemandem der schneeweiße Pelikan mit seinen um Futter bettelnden Jungen hoch in einer Nische der Fassade aufgefallen? Eine sehr ungewöhnliche Darstellung an einer Kirche.
Umrundet man die Sagrada Familia rechts herum, fällt eine Art Domanbau auf. Dazwischen wieder jede Menge Details wie die vielen filigranen Türmchen, die bunten Fensterscheiben, die nur bei Lichteinfall auffallen, oder die Echsen und Schlangen, die sich als Wasserspeier an die Fassade klammern, und wieder verspielte bunte Turmspitzen.

"Rückseite" der Sagrada Familia

„Rückseite“ der Sagrada Familia

Die Kehrseite der Sagrada Familia ist das ganze Gegenteil von dem, was man bisher bewundert und studiert hat. Diese Eingangsseite ist hypermodern gestaltet, mit sehr kantigen Darstellungen aus der Bibel und wer weiß, was sonst noch. Mächtige schräge Streben tragen eine weiße Säulenreihe, die wiederum einen Schriftzug trägt.
Da kann sich jeder seine Lieblingsseite heraussuchen. Der Eintritt in die Kathedrale kostet 18,-€. Der Innenraum als eher nüchtern zu bezeichnen, nach dem, was wir auf einer Postkarte gesehen haben.

Torre Agbar

Torre Agbar

Neugierig machte uns nun ein Gebäude, welches wie die „Gurke“ in London aussieht. Es handelt sich dabei um den Torre Agbar, der offensichtlich einmal zum olympischen Viertel gehörte. Heute sieht der Turm irgendwie unbewohnt aus, vielleicht täuscht das ja auch, außerdem wird gerade eine neue U-Bahnlinie daran vorbei gebaut. Die Glasfassade des Torre Agbar ist nicht so spektakulär wie die der Gurke.

La Barca del Salamanca

La Barca del Salamanca

Von hier aus steuerten wir direkt den olympischen Hafen an. An der Moll de Gregal findet man das „La Barca del Salamanca“. Wer gut und günstig essen gehen möchte, vor allem frischen Fisch und Meerestiere, der ist hier genau richtig. Es gibt sogar Menüs für schon ab 10,90€. Dabei sind auf Kosten des Hauses eine heiße Brühe, eine Flasche Wasser und ein Limoncello mit Kuchenstückchen inkludiert. Des weiteren gehören zwei große Gänge, ein Dessert und ein Kaffee zum Menü. Das ist alles gar nicht zu schaffen, aber sehr lecker. Entsprechend voll ist es in dem Restaurant.

Moll de Barcelona

Moll de Barcelona

Nun schlendert man auf der breiten Promenade immer an den verschiedenen Hafenbecken und Stränden entlang. Im Port Vell liegen die zum Teil haushohen Superyachten der Superreichen. Da lässt sich manches Juwel bewundern. Gleich gegenüber steht das Museum für katalanische Geschichte.
Jetzt hat man es fast zum Kolumbus-Denkmal geschafft. Dabei fallen zwei Fachwerktürme auf. Sie sind Haltestellen für Seilbahngondeln, die vom nahen Berg herunter kommen. Eine weitere Seilbahn führt zum Kastell hinauf.
Ein auffallender Glasbau ist das World Trade Center am Ende der Moll de Barcelona.

im Mercat de la Boqueria

im Mercat de la Boqueria

Vom Kolumbus-Denkmal führt nun die La Rambla, die Flaniermeile Barcelonas durch das Barrio Gotico, zum Place de Catalunya zurück. Läden, Restaurants und Künstler aller Art buhlen auf dieser Straße um die Gunst der Besucher. Bleibt man einmal stehen und es fährt gerade eine U-Bahn unter der La Rambla hindurch, dann merkt man, wie der Boden unter den Füßen bebt. Das Barrio Gotico ist das älteste Viertel Barcelonas.
Unbedingt abbiegen muss man am „Bauch von Barcelona“, dem größten und lebendigsten Markt der Stadt, so ließt man in vielen Reiseführern. Im Mercat de la Boqueria bekommt man alles, was das Genießerherz begehrt: Obst, Gemüse, Fleisch, riesige Schinken sowie frischen Fisch und Meerestiere. Alle Auslagen sind sehr ansprechend und man sollte mit vollem Magen hineingehen, um sich nicht um Kopf und Kragen zu kaufen.

Jetzt, wenige Tage vor dem 1. Advent, merkt man schon ein wenig die vorweihnachtliche Stimmung, die langsam um sich greift. Die Straßen sind schon geschmückt, die Geschäfte verkaufen überall Weihnachtssachen und der ein oder andere Weihnachtsmarkt wird aufgebaut.
Mit einem ganzen Tag in Barcelona in den Füßen und jeder Menge Eindrücke aus dieser Stadt stiegen wir abends in den Bus, der uns nach Sitges zurück brachte.

Figueres

Dali Museum

Dali Museum

Der erste Anlaufpunkt in Spanien war die Stadt Figueres. Hier lockte vor allem das Dalí Museum, welches man von Bildern kennt. Die außergewöhnliche und verspielte Architektur des Gebäudes ruft verschiedenste Gefühle hervor. Was bedeuten die riesengroßen Eier auf dem Rand des Daches? Was bedeuten die immer gleichen kleinen Reliefs, die die gesamte Fassade zieren? Da wir nur entfernt Dalí´s künstlerischen Stil kennen, setzten wir uns nicht weiter damit auseinander. Das Gebäude lädt jedenfalls zu Diskussionen ein. Der Eintritt ins Museum ist nicht gering. Figueres ist die Geburtsstadt Dalí´s.
Die Altstadt von Figueres mit den vielen Gassen ist abwechslungsreich. Die Preise in den Läden sind bezahlbar. Es macht Spaß, die Altstadt zu entdecken.
Da die Stadt für Fahrzeuge über 5t gesperrt ist, stellten wir das Motorhome an einer Tankstelle außerhalb von Figueres ab und fuhren mit dem Smart ins Zentrum. Für fast gut eine Stunde im Parkhaus am Dalí Museum bezahlten wir 2,45€. Am Straßenrand besteht so gut wie keine Chance, einen Parkplatz zu finden.

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

Fahrt nach Dover

Sandgate

Sandgate

Und schon ist die Hitzewelle nach nur vier Tagen durch einen zweitägigen Regen beendet, dazu ist es unverkennbar Herbst. Eigentlich wollten wir uns noch Hastings und Rye ansehen, aber wieder war kein Stellplatz zu bekommen. Neben dem Internet und dem Telefon funktionieren jetzt nicht einmal mehr Whatsapp, SMS und Google Maps. Man ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Seit einer Woche konnten wir unsere Berichte nicht mehr einstellen, kein Wort an die Familie, nichts.

Bei der Durchfahrt in Hastings sahen wir, dass es hier vom Baustil her irgendwie wie in Llandudno aussieht. Die Stadt ist groß und es herrschen die hohen viktorianischen Gebäude vor. Dazu kommt, dass die Straßen steil bergauf und bergab führen, gerade das Richtige für unser Motorhome. Das nennt sich A-Straße 1. Ordnung, also sehr gut zu befahren. Durch Hastings durch sieht das jedoch völlig anders aus. Dazu kommt die verwirrende Verkehrsführung.

Rye hätte uns wirklich noch interessiert, aber auch hier blieb uns nur das Durchfahren. Dabei kommt man am Altstadtkern vorbei und sieht, dass viele der alten Häuser im Erdgeschoss ein festes Mauerwerk haben und ab der ersten Etage geteerte Holzverkleidungen. Solch schwarze Häuser sahen wir schon in Lom (Norwegen). Sie verbreiten eine eigenartige Stimmung.

Na ja, es ist eben so. Zum Glück hatte unsere letzte Hoffnung, der Black Horse Farm Caravan Club Site in Densole, nördlich von Folkestone, einen Stellplatz für uns. Es ist der gleiche Campingplatz, den wir bei unserer Einreise nach England angefahren haben. Daher wussten wir, dass es Internet gibt und wir endlich die Fähre nach Calais buchen und die aufgelaufenen Berichte auf unserem Blog veröffentlichen können. Nachrichten an unsere Familien waren nun auch endlich möglich.

Folkestone statteten wir noch einen Besuch ab und wurden positiv überrascht. Dieser Abstecher war nicht geplant, aber wir mussten noch etwas einkaufen und in Folkestone sind die nächsten Supermärkte zu finden.
Wir steuerten den Hafen an. Sehr schön ist auch der Küstenweg, immer am Wasser entlang. Am Hafen stießen wir auf Überreste aus der viktorianischen Zeit. Der Hafen wurde 1826 gebaut. Von hier fuhren Fähren auf´s Festland. Später kam ein Bahnhof dazu, damit die Zugreisenden direkt am Anleger aussteigen konnten. Es gab eine Eisenbahnbrücke, eine Drehbrücke und auf der Mole ein Café. Das alles ist heute noch zu erkennen, aber in einem sehr schlechten Zustand. Bis auf das Café auf der Mole, welches liebevoll restauriert wurde. Heute beherbergt es viele kleine, verschiedene Kneipen. Im ersten Weltkrieg diente es der Versorgung der Soldaten, die an die Front zogen oder heimkehrten.
Von der Mole aus kann man bis zum Hafen nach Dover sehen, entlang der Kreidefelsen, die von Folkestone bis hinter Dover reichen.
Es gibt Pläne, den alten Hafen und den Bahnhof wieder aufzumöbeln, aber das scheint eine Sache von vielen Jahren zu werden.
Auf dem Platz vor dem inneren Hafenbecken steht ein Imbissstand, an dem frische Meeresfrüchte aller Art zu bekommen sind. Alles ist wirklich frisch und man kann sich seine Snacks selbst zusammenstellen.
Eigentlich ist die Hafengegend eine einzige Partymeile. Manche Kneipen und Pubs spielen lautstarke Musik, was natürlich die Leute in Scharen anzieht.

Noch ein Wort zum Stellplatz. Wir haben herausgefunden, dass Wohnmobile am Hafen über Nacht stehen können, gegen 15,- Pfund Gebühr, ohne alles, aber mit ganz viel Platz.

„Beinahe“ London

Greenacres Stables

Greenacres Stables

Das große Ziel London hoben wir uns für den Schluss unserer Rundreise über die britischen Inseln auf. Nach langem Suchen und Beratschlagen fuhren wir auf gut Glück zu Greenacres Stables bei Winchfield südwestlich von London, noch außerhalb des Autobahnringes. Es ist eine Pferdefarm. In der Nähe befindet sich ein Bahnhof, von dem aus wir mit dem Zug nach London fahren wollten. Schon bei der Planung dabei, was wir in London sehen wollten, wurde uns klar, dass ein Tag viel zu wenig ist. So brachten wir in Erfahrung, was ein Hopp on–Hopp off -Bus kostet, um wenigstens die Sehenswürdigkeiten abgefahren zu haben. Wenn Zeit bliebe, könnte man da und dort aussteigen und sich umsehen. Diese Fahrt kostet 26,- Pfund/Person. Das hätten wir noch in Kauf genommen, dass macht man nicht alle Tage. Als wir dann in Winchfield zum Bahnhof kamen, hätten wir dort alleine 5,50 Pfund für den Tag bezahlen sollen. Die Zugfahrt hätte auch noch einmal 37,- Pfund/Person gekostet. Für den Stress, den wir dann hätten und die kurze Zeit in London fanden wir das zusammen genommen einfach zu viel. Da kommt man besser, eine Wochenendreise mit vorgebuchtem Zimmer, Billigflug und Sparticket für die Sehenswürdigkeiten zu machen. Dann hat man Zeit, die Stadt zu genießen und wenigstens ein wenig kennenzulernen.
So legten wir einen Ruhetag ein und fuhren nur kurz in der näheren Umgebung von Winchfeld umher. Es stellte sich dabei heraus, dass fast die ganze Gegend militärisches Gebiet ist. Aldershot ist eine Garnisonsstadt, in der die Gurkhas, Teil der britischen Armee, stationiert sind. Die Stadt ist daher fest in nepalesischer Hand. Es gibt sehr viele nepalesische/indische Geschäfte und Restaurants und die Menschen tragen ihre gewohnte orientalische Kleidung. Irgendwie ist in Aldershot England ein Stück weit weg.
Hinweisschilder nach Fernzielen sucht man fast vergebens, fast alle Schilder weisen in die einzelnen Teile des militärischen Sperrgebietes. Als privater und fremder Autofahrer steht man dann ganz schön verlassen da.

Down House

Down House

Im Südosten des Londoner Großraumes, bei Biggin Hill, steht das Down House, in dem Charles Darwin die letzten vierzig Jahre seines Lebens verbrachte. Er wurde in London geboren und wuchs dort auf. Als junger Erwachsener reiste er fünf Jahre lang auf dem Segler „Beagle“ um die Welt. Dabei sammelte er Proben, Tiere und Pflanzen, die er nach London schickte, nachdem er sie in seine Unterlagen aufgenommen hatte. Dabei stieß er darauf, dass nicht Gott die Welt erschaffen hat, sondern die Natur ganz allein dahintersteckt. Er nannte diesen ganzen Entwicklungsprozess Evolution.
Mit 33 Jahren, er hatte kurz vorher geheiratet, zog er in das viktorianische Landhaus. Seitdem widmete er sich, außer seiner Familie, vor allem seinen Forschungen und Auswertungen seiner Sammlung aus den fünf Jahren, die er in fernen Ländern zusammentrug.
Die Besucher sehen in sein Leben, seine Wohnräume und seinen Garten mit dem Gewächshaus. Er stirbt 1882 mit 73 Jahren. Das Familiengrab, mit seinem Vater und seiner Frau zusammen, ist auf dem Friedhof der Kirche von Downe zu finden. Sein Leichnam ist jedoch in Westminster Abbey beigesetzt, so ist auf der Grabplatte zu lesen. Der Ort Downe selbst ist ein very lovely Village, würden die Engländer sagen, klein und gemütlich.

Trompetenzucchini (unten)

Trompetenzucchini (unten)

Aus dem Garten des Down House kauften wir eine Trumpetchini (Trompetenzucchini), eine keulenartige Zucchini, zum Probieren. Wir verarbeiteten sie in einem Salat, um den Geschmack zu erhalten. Die Trumpetchini schmecken sehr fein.
Eigentlich wollten wir von hier aus noch einmal versuchen, nach London zu fahren, aber man riet uns ab, nur für einen Tag die Stadt besuchen zu wollen. Zwei Nächte stand das Motorhome auf der Westerham Heights Farm, für 3,- Pfund/Nacht, nur mit Entsorgungsmöglichkeit.
Übrigens: In England herrscht schon seit vier Tagen eine „Hitzewelle“ von 24-27 Grad. Uns gefällt es, während sich die meisten Engländer darüber beschweren.

Rush

North Beach Caravan Park

North Beach Caravan Park

Der Versuch, in Dublin einen Stellplatz im Phoenix Park zu finden, scheiterte an den Spiegeln unseres Motorhomes, die zu weit nach außen stehen und deshalb nicht durch das Parktor passten. Stellplätze oder geeignete Campingplätze im Osten Irlands zu finden ist ungleich schwieriger als im touristischen Westen der Insel. Deshalb fuhren wir auch an den Wicklow Mountains vorbei, durch die zudem wieder nur enge Straßen führen.
Also richteten wir uns zwei Nächte im Caravan Park in Rush ein, wo wir direkt am Strand standen, Blick auf das Meer aus der ersten Reihe. Leider schlug nun das Wetter wieder um. Immerhin waren uns eineinhalb Wochen Sonne beschieden, die wir in vollen Zügen genossen.

Grey Seals

Grey Seals

Dieser Teil der Küste scheint vom Tourismus noch kaum erreicht. Es herrscht eine wohltuende Ruhe. Wir besuchten die Orte Rush, Skerries, Balbriggan und Loughshinny. Alle Orte besitzen einen kleinen bis winzigen Hafen und eine wunderschöne Küste, mit Felsen und Sandstränden im Wechsel. Alle diese Häfen laden zum Schlendern ein, oder den Fischern bei der Arbeit zuzusehen. Der Hafen von Balbriggam ist allerdings der schäbigste, den wir in unserer ganzen Reisezeit gesehen haben. Die Gebäude wie auch die Boote sind in einem erbärmlichen Zustand. Trotzdem hielt dieser Hafen eine Überraschung für uns bereit: Grey Seals, Graue Robben. Gleich fünf dieser geräuschlosen Gesellen hielten sich im Hafenbecken auf und lauerten zusammen mit den Möwen darauf, dass die Fischer Abfälle ins Wasser warfen. In aller Ruhe konnten wir die Robben beobachten, die immer wieder den Kopf aus dem Wasser hielten, eine Strecke schwammen oder wieder abtauchten. Keiner der anderen Besucher des Hafens hatte eine Ahnung von den Robben, da jeder nur Augen für die Fischer und ihre Boote haben. Die meisten Boote sind Muschelfangboote. Es werden aber auch Fische und Krabben gefangen.

Runder Turm

Runder Turm

Entlang des ganzen Küstenabschnittes steht ungefähr alle zwei Kilometer ein runder Turm. Wofür diese Türme einmal dienten, stand nirgends geschrieben.

 

Ardmore

Cork

Cork

Die Südwestküste Irlands hat ebenfalls sehr schöne Ecken zu bieten, aber erstens haben wir schon so viele schöne Ecken Irlands gesehen, zweitens ist kein Stellplatz zu finden, der groß genug für uns ist, und drittens sind da einfach zu viele Leute unterwegs. Deshalb entschlossen wir uns, an
die Südküste weiterzufahren.
In Cork wählten wir den Nordring, statt den wahrscheinlich einfacher zu befahrenden Südring. Dadurch fuhren wir direkt durch das enge Stadtzentrum und am Ostende auf ein großes Schiff zu, das im Hafen festlag.

Motorhomepark Ardmore

Motorhomepark Ardmore

Als wir uns dort durchgefitzt hatten, fuhren wir weiter über Midleton und Youghal in den kleinen Hafenort Ardmore. An der Straße entdeckten wir sogar noch zwei große Eukalyptusbäume, eine botanische Überraschung folgt der nächsten.
In Ardmore läuft die Zeit wieder langsamer. Vier Nächte verbrachten wir auf dem riesengroßen, direkt an Meer und Strand liegenden Stellplatz am Ort. Der Platz ist in Privathand, bietet Wasser und Abwasserentsorgung und kostet 10,- € pro Nacht, fünf Minuten Fußweg in den Ort.

Cliff Walk

Cliff Walk

Auf der Erkundung Ardmores fanden wir den Cliff Walk, den wir sofort in Angriff nahmen. Der Weg beginnt am Hafen, dahinter den Berg hoch, am Cliff House Hotel vorbei. Dort oben befindet sich die alte Küstenwache, die heute noch in Betrieb ist. Unterhalb dieser, direkt am Weg, findet man die St. Declan´s Quelle. An dieser Stelle baute St. Declan eine Kirche, um die Menschen hier zu christianisieren. Nun führt der Weg immer weiter auf die Felsenzunge und um sie herum. Von dort oben hat man einen unbegrenzten Blick über das Meer. Auf dem Plateau werden Getreide und Gemüse angebaut.

Beobachtungsturm und Ausguck

Beobachtungsturm und Ausguck

Etwas später trifft man auf einen Beobachtungsturm aus Napoleons Zeiten und einem Ausguck, der heute der Beobachtung von Meeressäugern und Riesenhaien dient. An diesem Ausguck hängt eine Tafel mit den Tieren, die man immer wieder sehen kann. Erst vor einer Woche wurden Finnwale, Riesenhaie und Delfine gesehen, ist auf dieser Tafel zu lesen. Wir hingegen guckten uns die Augen aus, nichts, außer unendlich viel Wasser.
Da zwei Tage später herrlichstes Wetter war, kaum Wind, fast keine Wellenbewegung auf dem Meer, ging ich noch einmal zum Ausguck am Cliff Walk und nahm ein Fernglas mit. Tatsächlich, zwei Gruppen Delfine hielten sich ein paar hundert Meter vor der Küste auf und zeigten sich immer wieder. Gut eine halbe Stunde verbrachte ich mit Ausschau halten, aber die Rückenflosse eines Riesenhais konnte ich nicht entdecken, obwohl sich Riesenhaie immer wieder in diesem Gebiet aufhalten sollen. Wale hingegen sind um diese Jahreszeit eher untypisch.

Wrack

Wrack

Kurz vor dem Turm steht das Wrack eines großen Krans an der Küste und rottet vor sich hin.
Dem Cliff Walk weiter folgend, erreicht man eine weitere Quelle, kunstvoll umbaut, bevor der Weg durch die Felder zurück nach Ardmore führt. Kurz vor dem Ort steht der Runde Turm, auf dem Friedhof mit den Resten der alten Kirche.
Im Ort selbst gibt es nur das Notwendigste, zwei Läden, ein paar Kneipen und den langen Strand. Mit viel Mühe wurde der Kräuter-, Gemüse- und Wildlife-Lehrpfad entlang des Baches angelegt, der durch Ardmore fließt. Kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien vervollständigen das Kleinod.

Ballynacourty Point

Ballynacourty Point

Zum Einkaufen fuhren wir nach Dungarven, wo wir uns zuerst den Ballynacourty Point ansahen. An der Straße dorthin reihen sich teure Grundstücke mit ebensolchen Häusern. Das kleine, uralte Häuschen dazwischen sieht da etwas fehlplatziert aus, trotzt aber tapfer seinen großen Nachbarn.
Ein Golfplatz, ein kleiner Bootshafen und ein Leuchtturm, dann ist die Welt per Auto zu Ende.

Dungarven

Dungarven

In Dungarven ist in diesem Jahr das Castle am großen Hafen kostenlos zu besuchen. Früher war es eine normannische Festung, später wurde es ein Fort.
Der Hafen war früher Liegeplatz für die großen Segelschiffe, die Handel und Fischerei betrieben.

Youghal

Youghal

Unbedingt einen Besuch wert ist das Städtchen Youghal. Die mittelalterliche Altstadt und die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, mit dem Uhrturm, sind noch komplett erhalten, wenn auch der Neuzeit angepasst. Es lässt sich gut durch die Gassen schlendern. Überall sind schöne Details zu entdecken.
Im 9. Jahrhundert siedelten Wikinger hier, später die Normannen.
1209 wurde Joughal von Bristol aus kolonisiert, seitdem stieg die Stadt zu einem bedeutenden Handelshafen auf. 1275 baute man die Stadtmauer, 1464 bekam Youghal das College und 1777 den Uhrturm. Heute ist die Stadt etwas für Erholungssuchende. Außerdem war Youghal Schauplatz für den Film Moby Dick mit Gregory Peck.
In Richtung Cork findet man den Leuchtturm (der zu verkaufen ist) und einen langen, schönen Sandstrand.

Marienstiftskirc he

Marienstiftskirc he

Die Marienstiftskirche und der alte Friedhof unterhalb der Stadtmauer sind auch ein interessantes Ziel. Das älteste Grab stammt aus dem Jahre 1643. Im Februar 1950 stürzte durch einen technischen Fehler ein Hubschrauber der Royal Navy bei der Überwachung der Küste auf den Rand des Friedhofs. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Eine Gedenktafel hängt an dieser Stelle.

Am Rande: Unglaublich, seit einer Woche hat es nicht mehr geregnet. Am vierten Tag in Ardmore war sogar so schönes Wetter, dass wir uns nach mehr als zwei Monaten Rundreise das erste Mal an den Strand legen konnten, bei blauem Himmel, Sonne und gut 20 Grad.

 

Inverness

Cairnsgorm National Park

Cairnsgorm National Park

Auf dem Weg nach Inverness durchquerten wir den Cairnsgorm National Park, den höchsten Gebirgszug der Britischen Inseln. Dabei passiert man den Druimuachdar Pass, der auf 452 m Höhe liegt, dass heißt die Bahnstation liegt so hoch, die man in einiger Entfernung von der Straße aus sieht. Sie ist damit die höchstgelegene Bahnstation des britischen Bahnnetzwerkes. Wenn man sich die karge Landschaft ansieht, kommt man sich allerdings auf etwa 2000 Metern Höhe vor. Es ist eine dramatische Landschaft, sehr sehenswert.

River Ness in Inverness

River Ness in Inverness

Inverness liegt am River Ness, dessen Wasser direkt aus dem Loch Ness kommt. Der Fluss ist nicht tief, aber die Strömung ist gewaltig. Am Ufer des Flusses lässt es sich gut bummeln. Jeweils in Sichtweite überspannen zwei Fußgänger-Hängebrücken und eine massive Straßenbrücke den Fluss. Am linken Ufer steht die Kathedrale, auf der anderen Seite reihen sich das Castle, sowie die Türme zweier Kirchen aus dem Grün des Ufers.

Altstadt Inverness

Altstadt Inverness

Die Altstadt ist verkehrsberuhigt, so dass man sich voll auf das Shoppen konzentrieren kann. Es sind nicht so viele Menschen unterwegs, und gute und günstige Geschäfte gibt es genug. Das Stadtbild ist recht aufgelockert, so dass man Raum zum Atmen hat. Natürlich finden sich auch hier und da die üblichen engen Gassen. Uns gefiel Inverness.

Clava Cairns

Clava Cairns

Östlich von Inverness, bei Newlands, liegt sehr verborgen ein steinzeitlicher Friedhof, Clava Cairns. Die Grabanlagen sind drei- bis viertausend Jahre alt. Freigelegt sind zwei Grabanlagen, die aus Steinhügeln bestehen und in der Mitte einen kuppelüberdachten Raum besaßen. Diesen Raum erreichte man über schmale Gänge in den Steinhügeln. In ein paar Metern Entfernung zum Hügel steht ein Kreis aus mehreren großen, flachen Steinplatten.
Zwischen den beiden Grabanlagen befindet sich ein flacher Ring aus den gleichen Steinen, der jedoch keine Kuppel trug und wahrscheinlich zeremoniellen Riten diente.
Hier und da sind auf dem Gelände große Steinringe zu sehen, die jedoch wesentlich jünger sind.

Schlachtfeld von Culloden

Schlachtfeld von Culloden

Nur ein bis zwei Kilometer von dieser Stätte entfernt liegt das berühmte Schlachtfeld von Culloden. Hier fand 1746 die letzte Schlacht zwischen Engländern und Schotten statt. Die in einem Durcheinander auftretenden Schotten hatten jedoch gegen die in Schlachtordnung angetretenen Engländer keine Chance. Dies zeigt sehr anschaulich eine animierte Tafel in Museum.

Fort George

Fort George

Über das beschauliche Örtchen Ardersier gelangt man zum Fort George, welches sich auf einer Landzunge zum Moray Firth ausbreitet. Es ist rundherum von einem tiefen, breiten Wassergraben umgeben und kanonenbewehrt. In deren Schutz stehen die Gebäude für die Kommandantur und die Soldaten.

Für ein paar Nächte stehen wir auf dem einladenden Bauernhof Druim Heath bei Nairn, für 5,- Pfund pro Nacht. Inzwischen rufe ich selbst bei den Farmen an, um uns anzukündigen und nachzufragen, ob die Plätze auch für unser großes Motorhome befahrbar sind. Vor Ort stellen wir dann oft fest, dass die Eigentümer keine Ahnung haben, was da auf sie zukommt. Die meisten Farmer hier oben im Norden kümmern sich zudem wenig bis gar nicht um ihre Campinggäste, manche lassen sich nie sehen. Das Geld für die Übernachtungen hinterlässt man bei Abreise in einem Umschlag, fertig.

Jedburgh – Kelso

k-DSC05596Inzwischen hat sich die Landschaft ein weiteres Mal geändert. Jetzt herrschen Grasland, noch mehr Schafe, Mäuerchen und kleine Waldstücke vor. Apropos Mäuerchen: viele dieser Steinmauern, die als Weide- und Grundstückbegrenzungen dienen und allerorten zu finden sind, stammen wohl von den römischen Forts und dem Hadrianswall, wie wahrscheinlich viele Wohnhäuser. Die Steine waren leicht zu beschaffen und ein idealer Baustoff für dieses nasse Wetter.

Carter Bar

Carter Bar

Am 07. Juli 2016 überquerten wir die englisch-schottische Grenze auf der A68, an der Carter Bar. Zuvor fuhren wir durch den Northhumberland National Park. Der Nationalpark ist ziemlich groß und ein Naturparadies, ideal für Wanderer. Es führen kaum Straßen hindurch.
An der Carter Bar hatten sogar wir mit unserem großen Motorhome Gelegenheit, anzuhalten und die herrliche Landschaft und Aussicht auf Schottland zu genießen.

Schottland

Schottland

Schottland empfing uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. In der kurzen Zeit, in der wir verweilten, hielten mehrere deutsche und belgische PKWs, sogar ein deutscher Reisebus. Er ist auf einer 6-Tage-Rundfahrt über Glasgow und Edinburgh unterwegs.
Immer, wenn ein Reisebus hält, spielt ein älterer schottischer Herr mit allem Drum und Dran Dudelsack, nebenbei verkauft er Souvenirs. Es ist ein wirklich schöner Flecken Erde.

Einfahrt Ashieburn House

Einfahrt Ashieburn House

Die Stellplatzsuche gestaltete sich diesmal etwas schwierig. Wir hatten nicht vorgebucht, weil wir sehen wollten, ob wir auch irgendwo so stehen können. In Schottland soll das ja einfacher sein. Da wir nichts fanden, fuhren wir einen der Plätze des Caravan Club an, The Bairnkine Farm kurz vor Jedburgh. Dort fanden wir eine Wiese direkt neben einem Kuhstall, der Gestank war unerträglich, dazu voller Fliegen. Das wollten wir uns nicht antun und so fuhren wir weiter. Kurz hinter Jedburgh, bei Ancrum, fanden wir Ashieburn House, ein schöner kleiner und ruhiger Platz auf einem sehr gepflegten Grundstück, für 12,- Pfund die Nacht. Allerdings ist die Einfahrt so eng, dass es Millimeterarbeit ist, das Motorhome dort hindurch zu fädeln, Straßensperrung inklusive.

Straßenfest in Jedburgh

Straßenfest in Jedburgh

Bei unserem Besuch von Jedburgh trafen wir am Ortseingang auf eine Sperrung der Straße durch das Ordnungsamt. Wir durften passieren und suchten uns einen Parkplatz. Der zentrale Parkplatz, wie auch die Parkplätze bis dahin, waren alle mit Pferdeanhängern blockiert. Was geht hier bloß ab, fragten wir uns. Nachdem wir mit dem kleinen Smart doch noch ein Plätzchen ergattert hatten, spazierten wir auf die Abbey zu und hörten schon Musik. Vor der Abbey spielte ein Orchester, Musiker in Schottentracht standen bereit.

Castle and Jail

Castle and Jail

Nachdem wir eine Weile zugehört hatten, spazierten wir zum Castle and Jail, auf einem Hügel hinter der Abbey gelegen. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird gerne angenommen. Eigentlich ist das ganze nur ein Gefängnis. Der Mittelbau mit dem Glockenturm, diente dem Gefängniswärter und seiner Familie sowie seinem Helfer als Wohnstätte. Die Glocke wurde immer dann geläutet, wenn ein Gefangener zu fliehen versuchte. Dieses Wohnhaus zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Stadt Jedburgh, die auch mit dem Leben der Maria Steward, Königin von Schottland, verbunden ist.

Zellenblock

Zellenblock

Um das Wohnhaus gruppieren sich drei Zellenblöcke. Um 1820 wurde das Gefängnis eingerichtet. Damals waren noch Männer, Frauen und Kinder zusammen untergebracht, egal für welche Verbrechen sie einsaßen, es gab keine Heizung und nur spärliche Verpflegung. Etwa um 1850 trennte man die drei Gefangenengruppen und jede bewohnte einen Zellenblock. Freigang war nur auf einem kleinen Hof möglich. Es wurde jeweils ein Gefangener bestimmt, der sich durch gute Führung auszeichnete. Er bekam eine Zelle mit Kamin, durfte für die Insassen einkaufen oder sogar Tabak konsumieren.
In den Zellenblöcken für Männer und Frauen gab es im Erdgeschoss einen Gemeinschaftsbereich, oben befanden sich die Zellen. Der Block für die Schwererziehbaren (Kinder und Jugendliche) besaß solch einen Raum nicht.

Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey

Für die Abbey von Jedburgh wird Eintritt verlangt, deshalb besichtigten wir sie nur von außen. Es sind nur noch Ruinen von ihr übrig. Die Abbey stand bei ihrem Bau im 12. Jahrhundert an der englisch-schottischen Grenze. Die Engländer fielen dann im 14. Jahrhundert immer wieder bei den Schotten ein und zerstörten diese Abbey und weitere Abbeys, wie die von Kelso, Melrose und Dryburgh, mehrfach und gründlich. Jedburgh Abbey war die reichste Abbey.

Jedburgh Callants Festival

Jedburgh Callants Festival

Inzwischen war ein Umzug in Jedburgh voll im Gange. Die Musikgruppe in den schottischen Kleidern führte den Zug an, dann folgten jede Menge Reiter. Vor der Abbey nahmen etwas später ein paar vornehm gekleidete Leute Aufstellung, an denen der Zug später vorbeimarschierte. Die Straßen waren von Menschenmassen gesäumt, es war ein wirklich großes Ereignis. In der Touristinfo erfuhren wir, dass es sich um das Jedburgh Callants Festival handelt, welches jedes Jahr um diese Zeit stattfindet. Es erinnert an die Zeiten des 13. und 14. Jahrhunderts, als die Schotten ihre Grenze gegen die Engländer verteidigten. Um sich vor Übergriffen zu schützen, patroullierten die verschiedenen Familien an der Grenze entlang.

Kelso Abbey

Kelso Abbey

Kelso liegt am River Tweed und besitzt eigentlich keine alten Bauten. Dafür haben die Engländer in drei Jahrhunderten gesorgt. So besitzt Kelso mit dem großen Marktplatz einen eigenen Charme. Kelso Abbey war einmal die größte der Border-Abbeys, heute ist am wenigsten von ihr übrig.

River Tweed

River Tweed

In der Nähe der Abbey-Ruine befindet sich eine Brücke über den Tweed. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Rückseite von Kelso, wo schöne Wiesen und Terrassen liegen.
Auf der anderen Seite des Flusses zeigt sich Floors Castle, ein Prachtbau, der 1721 gebaut wurde und noch heute von der Familie bewohnt wird. Es ist für Besucher geöffnet.

 

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