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Narva

Russland-Narva-Estland

Die Stadt Narva ist Grenzstadt der EU, die nordöstlichste Stadt Estlands und der nordöstlichste Punkt unserer Baltikum-Rundreise. Auf der Fernstraße 1 erreicht man direkt das Zentrum Narvas. Fährt man über den Fluss Narva hinüber, ist man schon in Russland, Grenzkontrolle inklusive. Wir wollten eigentlich unsere Rundreise über St. Petersburg machen, aber die Formalitäten (Visa, Einladung, Versicherungen für jedes Fahrzeug und jede Person und weiteres) fanden wir für die kurze Zeit, die wir in Russland gehabt hätten, viel zu üppig. Aus dem gleichen Grund hatten wir auch Kaliningrad ausgelassen. Wir werden es überleben.
Die Peterburgi Brücke verbindet also nicht nur Estland mit Russland, sondern auch die beiden Burgen, die sich bedrohlich gegenüber stehen. Die Burg auf estnischer Seite, die Hermannsburg, errichteten ab 1276 die Dänen. Im 14. Jahrhundert kamen die deutschen Ordensritter und bauten die Hermannsburg aus. 1492 bekam sie Gesellschaft von der Festung Ivangorod auf der anderen Seite der Narva.

Narvas Promenade

Um über Narvas Promenade zu wandeln, muss man einige Stufen hinabsteigen, denn auch hier spielt die Kalksteinwand, von Gotland über Saareema kommend, eine große Rolle. Sie ist in Narva allerdings durch mächtige Mauern verkleidet worden. Das ganze ergibt jedenfalls ein wunderschönes Ensemble am Ufer der Narva, zu dem zwei in den Fluss ragende Plattformen gehören. Von denen aus bekommt man einen schönen Blick auf beide Burgen, die Peterburgi Brücke und den Fluss.

Narvas Rathaus

Das imposante Rathaus aus dem 17. Jahrhundert vereint verschiedene Stilrichtungen und besaß im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen. Leider ist wohl seit der Unabhängigkeit von Russland nichts mehr an den Gebäude gemacht worden. Danach sehen viele Gebäude Narvas aus, was dem allgemeinen Stadtbild wenig zuträglich ist. Dafür bietet die Stadt drei große Shoppingcenter.

Umkleidewagen

Etwa 10km nördlich von Narva, an der Küste und an der Mündung der Narva in den Finnischen Meerbusen, liegt Narva-Jõesuu, das Seebad der Städter. Die Blütezeit des Seebads lag in den „goldenen Dreißigern“. Daran erinnern die hübschen weiß-roten Umkleidewagen, die den Strand zieren. In Narva-Jõesuu beginnt ein Sandstrand, der sich 12km Richtung Westen ausdehnt. Es ist damit der längste Küstenstrand Estlands.

Fallen für Neunaugen

Im kleinen Fischerhafen liegen überall Bündel mit kleinen Plastiktüten. Da wir uns nicht recht erklären konnten, was man damit fängt, soviel war klar, fragten wir einfach einen der Fischer. Es ist an der Narva die Fangtechnik für Neunaugen. Während man in der Salaca die Neunaugen mit einem über den Fluss gespannten Netz und Reusen fängt, übernehmen das in der Narva diese merkwürdigen Tüten.

Valaste juga

Die höchste Steilküste Estlands findet man zwischen Aseri und Toila. Es ist das Ontikacliff und unser Womo steht mittendrauf, 55m hoch über dem Meeresspiegel, beim Feriendorf Valaste Pohkaküla. Genau an dieser Stelle ist auch der 33,8m hohe Wasserfall Valaste juga zu finden. An der Stelle, an der sich das Wasser in die Tiefe stürzen soll, ist bogenförmig ausgewaschen. Dadurch wurden die Kalksteinschichten freigelegt, die zudem durch die Mineralien verschiedene Farben angenommen haben. Das Problem ist nur, dass gerade kein Wasser fließt, was sich bis zum Herbst sicher auch nicht ändern wird. Damit hätten wir uns abgefunden, aber es ist auch nicht mehr möglich, sich den Wasserfall vernünftig anzusehen. Es gab einmal eine Zeit, da konnte man von einer Brücke aus direkt das Naturwunder bestaunen. Inzwischen ist die Brücke baufällig und der Zugang wurde schon demontiert. Schwindelfreie finden linker Hand einen abenteuerlichen Weg zu einem Punkt, von dem aus sie trotzdem auf den Wasserfall blicken können.

Strand bei Saka

In der Hoffnung, die 55m hohe Steilwand von unten bewundern zu können, fuhren wir nach Saka. Dort führt zwar ein Weg an den Strand, aber von der Steilwand ist nichts zu sehen. Ein ganzer Wald verhindert das, der sich an der Steilwand angesiedelt hat. Nur gut, dass wir das Pangacliff sehen durften. Ein anderer Weg führt zur oberen Kante des Durchbruchs, von wo aus sich ein schöner Blick über das Gebiet eröffnet.

Toila

In Toila versuchten wir es erneut, aber wieder kein Blick auf die Steilwand, nur Bäume. Beim Hafen liegt ein schöner Strand. Der Parkplatz kostet allerdings 5,-€. Der Hafen und der Strand werden von einem schönen großen Park umrahmt, der auch den Fluss umfasst, der in Toila mündet. Vor dem Park kann man das Auto gratis stehen lassen. Der Höhenunterschied von 55m muss dann zu Fuß überwunden werden.

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Peipussee

Nordufer des Peipussees

Der Peipussee ist das viertgrößte Binnengewässer Europas und siebenmal größer als der Bodensee. Fährt man an seiner Nordküste entlang, kommt man sich wie an die Ostsee versetzt vor. Beide Landschaften sind austauschbar: Sanddünen, Kiefernwald, Strandzugänge, Ferienwohnungen und -häuser sowie Zeltplätze. Der einzige Unterschied ist, dass der Peipussee wärmer als die Ostsee ist, na ja, vom Salzgehalt abgesehen.  Jetzt, Mitte Juli, hat das Wasser des Sees 24 Grad. Da habe selbst ich mich überwinden können, in die Fluten zu steigen. Ein gegenüberliegendes Ufer ist nicht zu sehen.

Mündung des Rannapungerja

Wir haben ein schönes Plätzchen direkt an der Mündung der Rannapungerja im gleichnamigen Ort gefunden. Nicht auf dem Campingplatz, der 25,-€ haben will, sondern direkt am Ufer des Flusses für 5,-€. Es ist wirklich ein sehr schönes Fleckchen. Leider ist es zumindest an den Wochenende eine Hochburg für Motorboot- und Jetskifreunde. Von Mittag bis abends wird die Luft vom Dröhnen der Motoren erfüllt. In dieser Zeit hat die Natur keine Chance. Da bleibt bloß noch, sich aufzumachen und die Gegend zu erkunden.

Strand Kauksi

Es führt immer direkt am Nordufer des Peipussees entlang eine Straße Richtung russische Grenze. Will man am Strand von Kauksi baden gehen, kostet das 15,-€ Parkgebühr für den Tag. Dafür ist der Strand breit, aufgeräumt und eine Imbissbude sorgt für das leibliche Wohl. Für den Rest des Weges kann man überall am Straßenrand parken. Ein paar Meter Fußweg führen dann durch den Kiefernwald zum nicht ganz so breiten Strand.
Der Peipussee ist mit durchschnittlich 8m sehr flach. Da muss man schon ganz schön weit rein laufen, wenn man schwimmen will. Baden macht aber in jedem Fall Laune.

in Vasknarva ist Schluss

Am Ende der Norduferstraße liegt der kleine Grenzort Vasknarva. Vor dem Krieg zählte der Ort 840 Einwohner, danach waren es nur wenige, heute vierzig. Hauptsächlich Rentner und Sommerurlauber beleben Vasknarva, das doch sehr abgeschieden liegt. Von der Vasknarvafestung ist nur noch eine kleine Ecke übrig. Von hier aus sieht man über die Narva, die wir schon in der Stadt Narva kennenlernten, nach Russland hinüber. Es gibt allerdings keine Verbindung mit der anderen Seite, keine Brücke, keine Fähre. Es ist einfach nur idyllisch und sehr russisch. Überhaupt wird es immer russischer, je näher man der Grenze kommt. Die Autos haben alle estnische Nummern, aber es wird zu 95% russisch gesprochen. Die Häuschen, das Drumherum, alles erinnert uns an vor über dreißig Jahren, als wir vier Jahre lang in der Sowjetunion an der Erdgastrasse arbeiteten.

Kallaste liivakivipaljand

Den zweiten Halt am Peipussee legten wir kurz vor Kallaste ein. Direkt zwischen der Straße 43 und dem Kiesstrand liegt der Campingplatz „Nemo“. Ein wunderschöner Platz, frei und ruhig. Nur 6km weiter liegt Kallaste. Im Gegensatz zu den Dörfern, die wir bisher am Peipussee kennenlernten, ist Kallaste direkt groß. Die Stadt besitzt sogar so etwas wie ein Kaufhaus, wo man alle Waren des täglichen Bedarfs bekommt. Das sah in den letzten Tagen anders aus. Da mussten wir uns in den winzigen Lädchen unsere Einkäufe zusammensuchen.
Während der Nordstrand des Peipussees sandig ist, gibt es am Westufer nur wenige Stellen, die zum Baden geeignet sind. Eigentlich hat hier das Schilf die Oberhand. Kallaste ist da wieder bevorteilt. An dem ausreichend großen Sandstrand kann man gut baden gehen, auch einen Aussichtsturm gibt es.
Am südlichen Ufer der Stadt gibt es sogar eine kleine Steilküste, Kallaste liivakivipaljand, nicht groß und nicht hoch, aber rot, mit Höhlen darin. Steigt man auf den Felsen, hat man eine schöne Sicht auf die Küste des Sees. Sieht irgendwie wie an der Cote d´Azur aus, mit kleinen Buchten, die durch Steinreihen voneinander getrennt sind, mit viel Grün.

ausgedient

Liebhaber von Süßwasserfischen kommen am Peipussee auf ihre Kosten. Sehr lecker sind die frischen maränenähnlichen Fische. Geräuchert sind diese Fische mit 15,-€ pro Kilo kaum zu bezahlen.
Den Peipussee teilen sich übrigens die Esten mit den Russen. Die Grenze verläuft mitten durch den See, daher gibt es bestimmte Regeln für den Bootsverkehr. Private estnische Boote dürfen sich bis zu einem Kilometer vom Ufer entfernt aufhalten. Estnischen Berufsfischern steht die ganze Seite bis 200m vor der Grenze zur Verfügung. Wird diese Grenze überschritten, kann es schnell vorkommen, dass die russische Marine die Sünder aufgreift und in Russland inhaftiert. Dann dürfen sich die Botschaften beider Länder mit dem Fall beschäftigen. So haben wir es jedenfalls von mehreren Einheimischen erzählt bekommen. Wie es auf der russischen Seite aussieht, wissen wir jedoch nicht.

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