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Norwegen

Auf unserer Seite Schweden haben wir schon so allgemeine Dinge wie die Tierwelt, die beste Reisezeit für Skandinavien und unseren Speiseplan beschrieben, deshalb mache ich gleich mit unserer Norwegenrundfahrt weiter.

Fjord in Norwegen

Fjord in Norwegen

Norwegen dagegen ist rauh, bergig, hat herrliche Fjordlandschaften, schneebedeckte Hochebenen und Kurven ohne Ende. Seine Natur ist so geheimnisvoll, wie man es sagt, dass konnten wir am eigenen Leib erfahren.
Es ist nicht schwer, in dieser Natur hinter jedem Baum oder jedem Felsen einen Troll zu erwarten. Man braucht nur zu Fuß einen Abstecher in die endlosen Wälder zu machen und sich diesem Wald zu öffnen. Er ist wild, urwüchsig, überall liegen Felsbrocken am Boden verstreut und es gibt ominöse Löcher im Boden, immer direkt an einem Baum oder einem dieser Felsbrocken. Die Stimmung dort ist jedenfalls recht mysteriös. Leider blieben die Trolle unseren Augen verborgen, doch sie beobachteten uns ganz sicher.

Zelt der Sami

Zelt der Sami

Kautokeino liegt in der Finnmark im Norden von Norwegen und ist das Zentrum der Bergsami und Mittelpunkt des Rentierhandels. Alles hier dreht sich um die halbwilden Rentiere, denen die Sami bis heute auf ihren Wanderungen nachziehen. Die Stadt ist wenig sehenswert, hat kein eigentliches Zentrum, denn die Häuser stehen weit verstreut. Die Leute tragen noch ihre traditionelle blau-rote Tracht.
Außerdem ist Kautokeino das Zentrum der hiesigen Silberindustrie und besitzt eine große Silbergalerie, die man unbedingt besuchen muss. Diese Galerie hat eine eigenwillige Architektur. Durch Zufall hatten wir erfahren, dass es hier vor Jahren eine Lawine gegeben hat. Ihre Natur hat man in diesem Gebäude nachempfunden. Im Inneren überrascht die Galerie durch ihre moderne Raumaufteilung in verschiedenen Ebenen.
Neben handgemachten Kunstgegenständen aus weiten Teilen der Welt gibt es vor allem Silberschmuck vom Feinsten. Dieser Silberschmuck ist anders als alles, was wir bis dahin gesehen haben. In ihm spiegelt sich die Natur des Eises wider, trotzdem zieht er uns gleich in seinen Bann.

Trockengestell für Dorsch

Trockengestell für Dorsch

Auf der Fahrt zum Nordkap mehrten sich die baumlosen Ebenen, die verbleibenden Bäume wurden immer kleiner. Krüppelbirken hatte ich vorher noch nie gesehen, sie bestimmen das Bild der Landschaft im äußersten Norden von Norwegen. Unaufhaltsam geht es zum Nordmeer, immer entlang des Porsangenfjordes. Rauh und kalt ist es, man spürt einen arktischen Hauch. Die Stockfische waren schon längst abgenommen, nur die leeren Gestelle geben einen Eindruck davon, wie viele es sein müssen.

Nordkap

Nordkap

Kilometer um Kilometer fuhren wir immer weiter in den Norden, dann standen wir vor dem Nordkaptunnel. Die Maut für den 6,8 Kilometer langen Tunnel ist recht happig. Noch ein kleines Stück und wir sind am Ziel. Den ganzen Aufwand haben wir nur für dieses eine Ziel betrieben, hier oben zu sein, am Ende Europas. Wir wollten einmal am Nordkap stehen, auf das Wasser gucken und sehen, dass es hier nichts mehr zu sehen gibt. Irgendwann, am anderen Ende dieses Wassers ragt dann nur noch das ewige Eis der Arktis empor.
Leider hatten wir einen sehr schlechten Tag erwischt, die Wolken hingen fast bis zum Meeresspiegel hinunter, mit anderen Worten, wir sahen gar nichts.
Der Eintrittspreis zum letzten Stück, dem Kap, war noch mehr als gepfeffert, doch wir waren nicht bis hier hoch gefahren, um zu kapitulieren. Wir hatten jedoch Glück, die Wolken lichteten sich und wir bekamen einen kleinen Eindruck vom Kap und der Küste. Bis dahin schlenderten wir in den Ausstellungsräumen der Nordkaphallen, im Kino, im Shop und in der Post umher. Hier erfuhren wir auch, dass das Nordkap nicht der nördlichste Punkt Europas ist, sondern das links benachbarte Kap. Das hängt mit dem Seefahrer zusammen, der das Nordkap entdeckt hat und eben hier an Land gegangen ist.
In Anbetracht der Wetterlage hatte es keinen Sinn, auch noch die Nacht hier zu verbringen, um die mitternächtliche Mittsommersonne zu bewundern. Es würde heute keine Sonne geben.

Meridiansäule in Hammerfes

Meridiansäule in Hammerfes

Die nördlichste Stadt der Welt, Hammerfest, eine Großstadt mitten im hohen Norden von Norwegen, die sich in eine windgeschützte Bucht schmiegt. Sehenswert ist hier die „Meridiansäule“, eine bronzene Erdkugel auf einer Granitsäule. Sie erinnert an die erste Vermessung der Erde im 19. Jahrhundert, auf Veranlassung des schwedischen Königs und des russischen Zaren. Von hier hat man auch einen schönen Blick über die Stadt.
Auf dem Markt reichte das Angebot vom Norwegerpullover, über Samikleidung, Rentier- und Robbenfelle bis zum russischen Stockfisch.

Felszeichnungen in Alta

Felszeichnungen in Alta

In Alta lockten uns uralte Felszeichnungen. Alta selbst ist kaum lohnenswert. Die Stadt liegt nur herrlich am Ende des gleichnamigen und malerischen Fjordes. Ringsherum erheben sich die hohen, teils schneebedeckten Berge.
Die Felszeichnungen liegen auf dem Freigelände eines Museums. In verschlungenen Pfaden und immer wieder mit Blickkontakt auf den Altafjord führt ein Weg durch das Gelände. Hier soll es in frühesten Zeiten eine Siedlung gegeben haben, zu der die Felszeichnungen gehören. Ausgrabungen belegen diese Theorie.
Diese Zeichnungen befinden sich auf in der Landschaft verteilten, von Gletschern glatt geschliffenen Felsen. Zur besseren Kenntlichkeit sind sie mit der berühmten roten Farbe übermalt und anhand von Prospekten kann man die Zeichnungen sogar deuten. Sie stammen aus drei langen Epochen, zwischen denen jeweils mehrere Tausend Jahre liegen. Das spiegelt sich auch in der Art der Darstellung wider, die von Strichmännchen bis zu „künstlerischer“ Gestaltung reichen. Ein Besuch ist auch hier auf jeden Fall lohnenswert.

Eismeer-Kathedrale in Tromsø

Eismeer-Kathedrale in Tromsø

Der allergrößte Teil von Tromsø liegt auf einer Insel mitten in einem Fjord, nur durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Die Stadt wird auch die „Pforte zum Eismeer“ genannt, weil von hier aus viele Expeditionen in die Arktis starten.
Am Anfang der Brücke auf dem Festland steht die „Eismeer-Kathedrale„, derentwegen wir hier waren. Sie hat eine einzigartige Architektur und ist ziemlich neu. Eigentlich besteht sie nur aus einem spitzwinkligen, gezackten, weißen Dach. Sie sieht aus wie aus Eis gemacht, ganz schlicht, aber doch besonders. Im Inneren besticht sie durch ihr modernes Design und dem größten Glasmosaik Europas. Man kann von jeder Stelle aus nach draußen sehen, denn zwischen den schmalen Dachplatten sind raumhohe Fenster eingebaut. Bis auf das Mosaikfenster ist alles in weiß gehalten.
Das Besonderste ist die Orgel. Sie hat keinen Resonanzkörper, sondern nur silber- und kupferfarbene Pfeifen. Die unterste Reihe liegt waagerecht in den Kirchenraum hinein. Der Organist gab uns eine kleine Kostprobe vom Klang dieser originellen Orgel. Es war einfach großartig.

Tromsø

Tromsø

Tromsø hat aber noch mehr zu bieten. Zum einen gibt es ein Nordlicht-Planetarium und zum anderen das Tromsø-Museum, dass die nordische Tier- und Pflanzenwelt darstellt sowie über die Gebräuche der Lappen informiert, die außer in Schweden auch im Norden von Norwegen leben.
Die Innenstadt besticht durch ihre kleinen, bunten, aneinander gereihten Holzhäuser.

Narvik

Narvik

In Narvik endet die Lapplandbahn, die das Eisenerz aus Schwedisch-Lappland und aus Kiruna, transportiert. Das Erz wird dann von hier aus verschifft. Narvik hat einen der größten und modernsten Eisenerzhäfen der Welt. Man kann sich einer Führung anschließen und sich das alles aus nächster Nähe ansehen.
Ansonsten ist die Stadt ziemlich nichtssagend. Das kommt daher, dass sie zum Ende des zweiten Weltkrieges total zerstört wurde. Es gibt kein altes Gebäude mehr. Ein Kriegsgedenkmuseum informiert anschaulich über die damaligen Ereignisse.
Im Hafen von Narvik liegen die Wracks von sechunddreißig Schiffen, zwei Zerstörern und zwei Flugzeugen. Wenn man das Wasser des Hafens ablassen würde, wäre der Boden kaum noch zu erkennen, so dicht liegen die Wracks, die ebenfalls zum Kriegsende versenkt wurden.
Die Aufbauten der vielen Wracks wurden bis auf zwölf Meter Wassertiefe abgeschnitten, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern. Diese liegen zum Teil heute im Museum.

Malstrom Saltstraumen

Malstrom Saltstraumen

Wir näherten uns dem Malstrom, den Saltstraumen, dem größten Gezeitenstrom der Erde, im Westen von Norwegen gelegen. Er entsteht durch den Wechsel von Ebbe und Flut, in dem sich die Wassermassen durch eine Felsenge quetschen müssen. Dieser Malstrom inspirierte Jules Vernes zu seinem Malstrom, der allerdings ein einziger riesiger Strudel war, der die Schiffe in die Tiefe zieht.
Hier sieht es ein bißchen anders aus. Es gibt viele kleinere, aber genauso gewaltige Strudel, die zwar genauso gefährlich sind, aber auch für einen unheimlichen Fischreichtum sorgen. Entsprechend viele Angler gibt es hier.
Über die Bucht spannt sich eine Brücke, von der aus man das ganze Schauspiel beobachten kann. Wir hatten Glück und kamen gerade zum Höhepunkt der Flut, bei dem sich das Wasser mit ungeheurer Wucht in den Saltfjord presste. Man konnte die Strömung der Strudel sogar sehr gut hören. Dabei herrscht eine eigenartige Atmosphäre. Da möchte ich jetzt nicht im Wasser sein. Es ist ein grandioses Naturschauspiel. In den kurzen Pausen ohne Strömung kann man mit Hilfe von einheimischen Guides dann angeln oder sogar tauchen.

Grønligrotte

Grønligrotte

Der Svartisen-Gletscher ist der zweitgrößte Gletscher in Norwegen. Von der Svartisdalenstraße kommt man zur Grønligrotte. Sie beherbergt einen unterirdischen Wasserfall und Gletschermühlen. Das sind Überbleibsel der Eiszeitgletscher, kleinere und größere kreisrunde Löcher im Gestein. Um diese Grotte zu begehen, muss man gut zu Fuß und im Klettern sein, festes Schuhwerk ist Voraussetzung. Es gibt keinen ausgebauten Weg. Es geht über Steine und Felsen, zum Teil an Geländern oder Felsen hangelnd in die Tiefe. Vierhundert Meter ist der Weg lang und sehr abenteuerlich. Eis und Wasser haben hier eine unterirdische Landschaft geschaffen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dafür hat sich die Kletterei gelohnt. 

Lachswasserfall bei Trondheim

Lachswasserfall bei Trondheim

Der Lachswasserfall liegt an der Straße nach Trondheim, eine nicht enden wollende Straße. Sie führt durch grüne Täler und das Namdal.
Wasserfall ist allerdings zu viel gesagt. Früher war das mal einer, heute steht hier ein Wasserkraftwerk und der Wasserfall ist nur noch selten in Betrieb. Nur ein kleines Rinnsal und eine Lachstreppe sorgen dafür, dass der Fluss noch fließen kann.
Es dreht sich hier alles um die Lachse. Norwegen ist eben auch das Land der Lachse. In einem Aquarium kann man diese Fische aus nächster Nähe sehen. Sie können bis zu zwanzig Kilogramm schwer werden. Ebenso gibt es an der Lachstreppe ein Fenster, durch das man die wandernden Fische sehen kann.
Wer Lust hat, kann sich sogar selbst einen Lachs fangen oder einen geräucherten Lachs kaufen, doch beides ist nicht zu bezahlen.

Trondheim

Trondheim

In Trondheim ist ein kleiner Stadtrundgang zu empfehlen. Vom Nidaro-Dom führt die Hauptstraße der Altstadt, die Munkegatan, zum Hafen und den Fischhallen. Auf einem runden Platz auf der Munkegatan steht ein Denkmal von Olav – dem Wikinger. Ein Stück weiter befindet sich das ehemalige Schloss Stiftsgården. Trondheim war der erste Königssitz von Norwegen.
Etwas auswärts findet sich ein Monstrum von Zugbrücke. Konstruktionen gibt es, unglaublich.
Die kleinen, hübschen Holzhäuser sind alle nicht mehr original. Trondheim wurde mehrmals durch Feuer zerstört.

zum Trollstieg

zum Trollstieg

Wir hatten wieder einmal eine Passfahrt durch eine der rauen Hochebenen von Norwegen hinter uns, als wir in Andelsnes ankamen. Von dort aus erreicht man den Trollstieg. Das ist die Straße Norwegens. Von Andelsnes aus führt eine kleine Straße immer am Fuß der Berge und an einem Bach entlang zum Trollstieg. Die Straße wurde immer enger und plötzlich standen wir vor einer senkrechten Wand. Wo geht es jetzt weiter? Vom Parkplatz aus sahen wir uns die Sache genauer an. Wir mussten schon sehr genau hinsehen, um die Serpentinen zu entdecken, die den fast senkrechten Hang des Berges erklimmen. Langsam kämpften sich die Fahrzeuge den Berg hoch oder runter. Das muß ein rechter Phantast gewesen sein, der die Idee hatte, hier eine Straße zu bauen.

der Trollstieg

der Trollstieg

Dem nicht genug, die Straße muss auch noch mehrmals einen großen, einhundertachzig Meter hohen Wasserfall überqueren. Daneben gibt es unzählige weitere Wasserfälle.
Dieses Stück Land ist wohl so recht nach dem Gefallen der Trolle. Hier ist wohl ihre Hochburg.
Das Erklimmen des Trollstieges mit dem Auto ist ein Abenteuer, das starke Nerven erfordert. Nur gut, dass wir bisher nie schlecht von den Trollen geredet haben, denn jetzt hofften wir, dass sie uns wohl gesonnen sind. Als wir endlich oben waren, auf achthundertzweiundsiebzig Metern, baute ich den Trollen zum Dank einen Steinhaufen, dass hatte ich auf der Serpentine versprochen.
Bevor wir wieder runter mussten, genossen wir den Ausblick in das Tal und auf den „Trollstieg“. Es gibt nur ein Wort, das hier zu beschreiben: Wahnsinn. Hier haben die Reiseinformationen wirklich einmal recht, man muss hier gewesen sein.

Ålesund

Ålesund

Die auf drei Inseln gelegene Innenstadt von Ålesund wurde nach einem Brand 1904 im Jugendstil wieder aufgebaut. Sie hebt sich im Aussehen komplett von allen anderen skandinavischen Städten ab. Dazu durchziehen viele Kanäle mit glasklarem Wasser diese helle und freundliche Stadt. Man schlendert gern durch die Straßen.
Den besten Blick über die Straßen und Häuser hat man vom nahegelegenen Berg Aksla aus.
Ålesund besitzt eines der größten Aquarien Europas. Hier werden Fische und Meerestiere gezeigt, wie sie in den nordischen Gewässern vorkommen. Das Highlight war ein riesiger Heilbutt.

Sunnmøre-Museum

Sunnmøre-Museum

In der Nähe von Ålesund gibt es das Sunnmøre-Museum. Es ist ein Freilichtmuseum, in dem man die Lebensweise der Menschen in Norwegen aus früheren Zeiten bis heute erleben kann. Uns interessierten vor allen die restaurierten Wikingerboote, zumeist kleinere Fischerboote. An besonderen Tagen liegen draußen im Hafen richtig große, vollständig rekonstruierte oder nachgebaute Wikingerschiffe. Wir waren leider zum falschen Zeitpunkt da.

Geirangerfjord

Geirangerfjord

Der Geirangerfjord ist der schönste Fjord in Norwegen, an dessen Ende die Stadt Geiranger liegt. Wir befanden uns am Ende des Fjordes und von oben hat man einen schönen Blick über das Wasser, die Stadt und die Bergwelt rundherum.
Über eine Serpentinenstraße erreichten wir die siebenhundert Meter tiefer gelegene Küstenstraße. Von einem Aussichtspunkt aus konnten wir die „Sieben Schwestern“ sehen, den berühmten Wasserfall des Geirangerfjordes, zu dem auch Ausflugsboote fahren. Die Aussichten sind toll.
Doch so wie wir heruntergekommen waren mussten wir auf der anderen Seite wieder hinauf, diesmal tausend Meter. Eine grandiose Landschaft versank sehr schnell unter uns. Die Straßen hier sind der helle Wahnsinn.
Über eine weitere Etappe Serpentinen erreichten wir eine vierzehnhundert Meter hoch gelegene Hochebene. Es ist einfach ein überwältigendes Stück Landschaft. Stellenweise liegen auch im Sommer noch Schneereste in diesen Höhen.

Stabkirche in Lom

Stabkirche in Lom

Dem Ottatal folgend kamen wir nach Lom. Lom überraschte uns. Die ganze Innenstadt besteht aus schwarzen Holzhäusern. Das sieht sehr interessant aus und ist kein bisschen bedrückend, wie man es denken könnte.
Das sehenswerteste ist aber die Stabkirche von Lom, mustergültig erhalten in geteertem Holz. Entsprechend „teerig“ ist die Duftnote der Kirche. Von außen beeindruckend und im Inneren prächtig gestaltet.

Jotunheimen-Nationalpark

Jotunheimen-Nationalpark

Jotunheimen-Nationalpark, das „Heim der Riesen“, wie es übersetzt heißt. Durch das Sognefjell, eine weitere Hochebene, führt die höchste Passstrasse von Norwegen. Hier gibt es das ganze Jahr über Schnee und man kann mehrere kleine Gletscherzungen bestaunen. Es ist eine echte Hochgebirgslandschaft auf knapp eintausendfünfhundert Metern Höhe.

Sognefjord

Sognefjord

Am anderen Ende der Straße kommt man wiederum über steile Serpentinen am Sognefjord, dem längsten und tiefsten Fjord der Welt, heraus. Den fuhren wir ein ganzes Stück entlang. Kaum einer weiß, das die Ufer des Sognefjordes genauso weit in die Tiefe gehen, wie die anschließenden Berge hoch sind, also über eintausend Meter. Außerdem hat er unzählige Nebenarme.

Nigardsbreen

Nigardsbreen

Das Jostedalsbreengebiet im Herzen von Norwegen ist der größte Gletscher Europas, der viele Zungen in die Täler schiebt. Wir besuchten den Nigardsbreen, der ist am einfachsten von Graupne aus zu erreichen. Der Weg führte uns durch ein wunderschönes, kleines Tal. Nachdem man „Zoll“ gezahlt hat, kann man auf einen Parkplatz fahren. Von dort hat man schon einen sehr schönen Blick auf die blaue Gletscherzunge. Davor liegt ein See, in den das Gletscherwasser fließt.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Gletscherzunge zu erreichen. Einmal führt ein ziemlich anstrengender Fußweg von einer dreiviertel Stunde dorthin, zum anderen kann man gegen eine Gebühr mit dem Boot übersetzen.

Gletscherzunge

Gletscherzunge

Je näher wir dem Gletscher kamen, um so gewaltiger wurde das Eis. Der Wind wurde immer kühler, obwohl es bis zum See herrlich warm war. Es ist gigantisch, so nah an uraltem Eis zu stehen. Durch das Gletscherwasser hatte sich ein Tunnel im Eis gebildet. Etwas Eis war an seinem Ausgang abgebrochen und gab den Blick frei auf ein wunderschönes Blau im Inneren.
Wer Zeit und Lust hat und es werden gerade Führungen angeboten, der sollte die Möglichkeit nutzen, eine Gletscherwanderung zu unternehmen und sich in die Hand des Gletschers begeben.

Bergen

Bergen

Vom Jostedalsbreen, dem Übersetzen mit einer Fähre und der Überquerung des Hordalandes erreichten wir Bergen. Bergen ist eine der regensreichsten Städte, die es gibt. Da gab es bei uns keine Ausnahme.
Leider macht bei Regen der beste Stadtspaziergang keine Freude, trotzdem sahen wir uns den berühmten Stadtteil Brygge an, nachdem wir über den Fischmarkt geschlendert sind. Herrlich frischer Fisch vom Dorsch bis zum Hummer wird dort angeboten.
Die deutsche Hanse hatte in Bergen früher eine Speicherstadt gebaut. Der Kai hieß Tyskbrygge (deutsche Brücke) und wurde nach dem Krieg in Brygge umbenannt. Die alten Holzhäuser sind noch relativ gut in Schuss, etwas größer hatte ich mir das Viertel doch schon vorgestellt, trotzdem ist es beeindruckend. Überall sind kleine, originelle Geschäfte untergebracht, auch ein Restaurant.
In der Nähe führt eine Seilbahn auf einen Berg, von dem man einen tollen Blick über Bergen hat.

Latefoss

Latefoss

Unaufhaltsam nähern wir uns nun dem Süden von Norwegen und Oslo. Über den Hardangerfjord, am Fuße des Hardangervidda entlang, kurz hinter Odda, besichtigten wir den doppelten Wasserfall, den Latefoss. Die Straße führt direkt über den Auslauf des Wasserfalles hinweg, so dass man praktisch mittendrin ist.

Hardangervidda

Hardangervidda

Jetzt mussten wir durch viele Tunnel, der längste war siebeneinhalb Kilometer lang. In Røldal steht eine weitere Stabkirche. Sie ist nicht so groß und auch nicht so schön geschmückt, wie die anderen.
Wieder mussten wir über eine Hochebene, die Hardangervidda, Europas größte Hochebene, auf der sogar Moschusochsen leben sollen. Auf der einen Seite hoch, auf der anderen wieder runter, wie schon so oft in Norwegen.

Mit einem Mal befanden wir uns im „Obstgarten“ von Norwegen. So weit das Auge reicht, gibt es Erdbeeren, Kirschen und Äpfel. Das Obst muss mit riesigen Planen vor dem ewigen Regen geschützt werden, doch das Klima muss im allgemeinen ganz gut sein.

Telemark-Kanal

Telemark-Kanal

Der Telemark-Kanal ist ein technisches Wunderwerk und war einst ein wichtiger Verkehrsweg für Norwegen. Mit Hilfe von 18 urigen Schleusen können die Schiffe einen Höhenunterschied von 72 Metern auf 105 Kilometer bewältigen. Heute ist dieser Kanal eine Touristenattraktion.
Die größte und interessanteste Schleuse ist die Vrangfoss-Schleuse nahe Ulefoss, die gleich fünf direkt hintereinander liegende Schleusenkammern besitzt. Damit werden zwanzig Meter Höhenunterschied überwunden, allerdings dauert das seine Zeit. Die Technik ist inzwischen einhundert Jahre alt und funktioniert immer noch tadellos.

Stabkirche in Heddal

Stabkirche in Heddal

In Heddal steht die größte und perfekteste Stabkirche der Welt. Sie ist zum Teil gerade rekonstruiert worden. Neben christlichen Darstellungen schmücken die Kirche auch heidnische Götzendarstellungen und Schnitzereien. Die Wikinger trauten unserem Gott nicht so recht und die Kirche duldete diese Darstellungen. Sogar Reste von Runeninschriften und mittelalterliche Malereien sind erhalten. Die Einrichtung ist eher spartanisch.
In der Nähe befindet sich eine große Flößerstation. 

Thor Heyerdahl´s RA II

Thor Heyerdahl´s RA II

Oslo, die Hauptstadt von Norwegen ist eine moderne, freundliche Stadt, sehr schön am Olsofjord gelegen.
Unser Hauptinteresse galt der Museumsinsel Bygdøy. Ich wollte mir das Kon-Tiki-Museum ansehen. Gleich daneben fanden wir das Schifffahrtsmuseum mit dem originalen Forschungsschiff „Fram“, mit der Nansen und Amundsen ihre Polarexpeditionen unternahmen.
Im Kon-Tiki-Museum stehen die originalen Boote Ra II und Kon-Tiki von Thor Heyerdahl, der hier in Oslo geboren wurde. Wir waren begeistert. Die Ra II ist ein Papyrusboot, mit dem Thor Heyerdahl über den Atlantik gesegelt ist. Die Ra I zerlegte sich damals bei der Überfahrt in ihre Einzelteile. Aber ich muss sagen, man muss schon sehr waghalsig sein, sich mit so einer strohigen Nussschale auf das weite Meer zu begeben.

Kon-Tiki

Kon-Tiki

Die Kon-Tiki ist ein Balsa-Floß, mit dem der Abenteurer von Südamerika nach Polynesien segelte. Auch dieses Floß ist nicht mehr als ein Spielball der Naturgewalten. Trotzdem brachten diese beiden Boote mehrere Menschen in monatelangen Fahrten über die Weltmeere.
Unter der Kon-Tiki hat das Museum die Unterwasserwelt nachgestellt. Unter dem algenbehangenen Floß tummeln sich Segelfische, Doraden, Makrelen und ein zehn Meter langer Walhai.

In diesem Museum ist praktisch das Leben Thor Heyerdahls aufgezeichnet. Man kann die Entwürfe für die Boote sehen, Dokumente aus seinem Leben, und man kann seine Reisen um die Welt nachvollziehen. Es ist alles da.

Norwegen mit seinem rauhen Charme ist unbedingt eine Reise wert. Wir waren jedenfalls begeistert.


Norwegen war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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Rückblick Baltikum-Rundreise

Knapp vier Monate verbrachten wir in Nordpolen und den Baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Auf dem Weg nach Tallinn hielten wir uns zumeist an der Küstenlinie auf, nur um Kaliningrad mussten wir einen Bogen fahren. Die Visa- und Einreiseformalitäten für die russische Enklave waren uns für die kurze Zeit, die uns dort blieb, viel zu aufwändig. Ohne Zeitdruck erreichten wir nach zweieinhalb Monaten Tallinn, den Wendepunkt der Reise.

Innenhof der Malbork (Marienburg)

Als wir losfuhren, fragten wir uns, was wir bloß den ganzen Sommer über machen sollen. Die kürzeste Route bis Tallinn ist ca. 1200km lang. Die Strecke an der Küste entlang ist aber um einiges länger, und dann gab es so viele schöne Ziele auf der Strecke, dass wir immer nur Teilstrecken zwischen 50 und 80km zu fahren hatten, manchmal sogar weniger. Oftmals verbrachten wir mehrere Tage an einem Ort, weil auch die Umgebung einiges zu bieten hatte. So kam es, dass aus unserem zweiten großen Ziel, den Lofoten in Norwegen, nichts mehr wurde. So entschieden wir uns, von Tallinn aus nach Narva an der russischen Grenze zu fahren und am Peipussee entlang die Rückreise Richtung Süden anzutreten. Während im Osten Estlands noch mehrere Stell- und Campingplätze zur Verfügung stehen, sieht es im Landesinneren von Lettland und Litauen mehr als mau aus. So mussten wir an vielen interessanten Zielen vorbeifahren, weil wir keinen Platz für unser großes Wohnmobil fanden. Tagestouren von 200km und mehr kamen da schnell zusammen, und Tankstellen boten als einzige Platz zum Übernachten. Da muss noch dran gearbeitet werden, wenn auch diese Bereiche von Lettland und Litauen mehr Besucher haben wollen. An den gut besuchten Küsten gibt es dahingehend keine Probleme.

Gefahrene Kilometer gesamt mit dem Wohnmobil: 4900. Dazu kommen unzählige Kilometer, die wir wegen der Wohnmobilgröße mit dem Smart zurücklegten.

Irischer Pub in Tallinn

Die drei Baltischen Staaten sind eigentlich sehr unterschiedlich. Jedes Land hat seine eigene Sprache. Das Litauisch und Lettisch hat wohl etwas mit einem indogermanischen Ursprung zu tun, deshalb gibt es auch keine Parallelen zu den slawischen Sprachen, von denen wir dank unserer bruchstückhaften Russischkenntnisse wenigstens hin und wieder etwas verstehen. Auffallend sind die vielen Anlehnungen an das Griechische, zumindest vom Gefühl her. Vor allem im Litauischen enden viele Wörter mit …as. Im Estnischen hängt man gerne mal ein i an, zudem ist in dieser Sprache der finnische Einfluss nicht zu übersehen. Die vielen Doppelvokale sind ein eindeutiges Zeichen dafür.
Dank der verschiedenen Sprachen dieser drei Länder können sich die Einwohner untereinander nicht verständigen. Da ist es doch ganz praktisch, dass durch die russische Besatzung das Russisch als Amtssprache in allen drei Ländern eingeführt wurde. So konnten auch wir uns etwas verständlich machen, wo wir mit Englisch nicht weiterkamen. Deutsch spricht dort so gut wie niemand, wenn er nicht unmittelbar mit deutschen Touristen zu tun hat.

Die Preise sind ebenso unterschiedlich. Das teuerste Land ist Estland, es ist auch das fortschrittlichste der drei Baltischen Staaten. Die niedrigsten Preise findet man in Lettland, welches das ärmste Land des Baltikums ist. Nur die Spritpreise liegen in Lettland höher als in Litauen. Litauen liegt irgendwo im Mittelfeld, ist aber immer noch billiger als Polen. Es macht also mehr Spaß im Baltikum einen Kaffee zu trinken oder in einem Restaurant essen zu gehen. Diese Preise sind da recht einheitlich. Das Baltikum ist also ein ziemlich günstiges Reiseziel.

Was die Straßen angeht, da nehmen sich die polnischen und litauischen Straßen kaum etwas. Abseits der großen Fernstraßen sind viele Straßen ziemlich schlecht. Es sind jedoch Anstrengungen im Gange, da etwas zu ändern. Die besten Straßen sind in Estland zu finden, wenigstens soweit dies keine untergeordneten Nebenstraßen sind. Das Schlusslicht bildet Lettland, wo es eigentlich nur asphaltierte Hauptstraßen gibt. Die allermeisten Nebenstraßen sind Schotterpisten, wovon die meisten dazu noch einen sehr hässlichen Waschbretteffekt besitzen. Diese Pisten sollte man mit mindestens 80km/h befahren, damit man den Waschbretteffekt nicht so merkt. Allerdings wird wohl das Auto früher oder später protestieren. Gerade am Kap Kolka und im Gauja Nationalpark sorgten die Waschbrettpisten dafür, dass wir viele Ziele nicht anfahren konnten.

Landschaftlich lassen die Baltischen Staaten keine Wünsche offen. Vor allem Naturfreunde kommen dort voll auf ihre Kosten. Die großen Sanddünen bei Łeba und auf der Kurischen Nehrung sind genauso beeindruckend wie die Steilwände auf Saaremaa. Je weiter man nach Norden und Osten vorankommt, umso waldreicher werden die zumeist flachen Landschaften. Von Elchen, Wölfen und Bären ist die Rede, aber nicht eines dieser Tiere konnten wir zu Gesicht bekommen. In Estland soll es sogar mehr Elche als Menschen geben. Das wären dann mindestens 1,3 Millionen. Um eine Chance auf Sichtung zu bekommen, müsste man aber weit in die tiefen Urwälder vordringen, was wiederum von den Heerscharen an Pferdefliegen (Bremsen) unmöglich gemacht wird, wenigstens ohne besonderen Schutz. Man kommt keine fünf Meter in den Wald hinein, ohne attackiert zu werden.

Große Sanddüne bei Nida

Wenn man wie wir bei über dreißig Grad Außentemperatur unterwegs ist, will man beim besten Willen nicht mehr als nötig anziehen. Bei solchen Temperaturen kommt man sich im Baltikum auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit sowieso schon wie in den Südstaaten der USA vor. Es ist das reinste Treibhausklima. Eine gute Idee wäre da vielleicht ein Hut mit sehr breiter Krempe, von dem ein Ganzkörperkondom aus Gaze bis auf den Boden reicht. Das Thema Mücken ist dafür kaum eines, außer ca. vierzehn Tage im Mai und vierzehn Tage im August, wenn die Plagegeister vermehrt auftreten. Warum das so ist, keine Ahnung, jedenfalls funktioniert die Natur in der meisten Zeit des Jahres noch und hält die Mückenpopulation in Schach.

Zu den tiefen Wäldern des Baltikums kommen noch die großen Gebiete der Moorlandschaften. Estland besteht zu einem Viertel aus Mooren und Sümpfen, in denen eine besondere Natur zu Hause ist. Man sagt, von keinem Punkt in Estland aus ist der Weg bis zum nächsten Sumpf oder Moor weiter als 10km. Das könnte in etwa stimmen.

Suwalkipark

Wir hatten uns sehr auf die reiche Blaubeer- und Pilzernte gefreut. Wälder von Blaubeerkraut verhießen reiche Beute. Geblieben waren uns nur ein paar Handvoll, denn die Einwohner der Baltischen Staaten sind noch sehr naturverbunden und leben vielfach auch von dem, was die Wälder ihnen bieten. Einen Teil ihrer Ernte verkaufen sie am Straßenrand an vorbeifahrende Kunden und verdienen sich damit ein Zubrot. Da blieb für uns nichts mehr übrig. Der heiße und trockene Sommer, der ganz Europa im Griff hatte, trug sicher auch dazu bei, dass der Ertrag nicht ganz so üppig ausfiel.
Vor allem Honig wird sehr oft und überall angeboten. Der Preis für Honig liegt nicht weit unter den üblichen Honigpreisen im Rest Europas.

Was gibt es noch? Wer Stadtbesichtigungen liebt, der ist in den drei Hauptstädten des Baltikums sehr gut aufgehoben. Vilnius, Riga und Tallinn beeindrucken jede auf ihre eigene Weise, wohl vor allem, weil die Innenstädte noch original erhalten sind. Die schönste Skyline hat Riga zu bieten, die vollständigste Stadtmauer ist in Tallinn zu finden. Die schönste Aussicht auf die Stadt bietet sich über Vilnius. Die engen mittelalterliche Gassen, die hübschen Häuser und Fassaden haben alle drei Städte gemeinsam. Man kann wunderbar bummeln oder sich ein hübsches Plätzchen in einem der vielen Cafés oder Restaurants suchen.

Skyline Riga

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Maut. In den Baltischen Staaten sind Wohnmobile von der Maut ausgenommen. In Polen ist es dagegen ziemlich kompliziert und es ist sehr angeraten, sich ausgiebig mit dem Mautthema zu beschäftigen, wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Es gibt zwei Kategorien: Fahrzeuge unter 3,5t und über 3,5t. Die Mautstrecken für Fahrzeuge unter 3,5t beschränken sich auf wenige Strecken. Auskunft darüber erhält man beim ADAC. Allerdings haben wir unterwegs erfahren, dass man auch mit einem leichten Wohnmobil in die über 3,5t-Kategorie rutscht, wenn man über eine bestimmte Länge kommt, z.B. durch einen Anhänger. Wo diese Grenze liegt, können wir nicht sagen, aber wir trafen jemanden, der abkassiert wurde, weil er einen Motorradanhänger hinter dem unter 3,5t-Wohnmobil herzog.

Alle Fahrzeuge über 3,5t müssen eine ViaToll-Box haben, womit die Probleme schon anfangen. Um die ViaToll-Box zu bekommen, muss man einen ViaToll-Punkt anfahren, z.B. manche Orlen-Tankstellen. Auskunft darüber, und welche Strecken von der über 3,5t-Maut betroffen sind, bekommt man über die Internetseite von ViaToll. Wir haben jedenfalls geschlagene zwei Stunden auf der Tankstelle zugebracht, weil das System von ViaToll einfach mal abgestürzt war. Man muss also die persönlichen Daten hinterlegen, sowie 120,-Zl Kaution für die ViaToll-Box und 120,-Zl Vorkasse zahlen. Das sind zusammen ca. 60,-€. Das Gerät kommt an eine bestimmte Stelle an der Frontscheibe und dann kann man problemlos die Mautstrecken fahren. Wir wollten uns das eigentlich nicht antun und nur Landstraßen fahren, aber gerade wenn man an der Küste entlang fährt, kommt man um eine Mautstraße garantiert nicht herum, nämlich die einfache Landstraße 6 nördlich von Danzig, die auch mautpflichtig ist, was jedoch vorher niemand weiß. Es heißt, dass bestimmte Autobahnen und die S-Straßen mautpflichtig sind, aber auch normale Landstraße können mautpflichtig sein. Das bekommt man jedoch zu spät mit und schon ist man in die Mautfalle getappt. Dazu kommt, dass immer wieder neue Mautstrecken dazu kommen, die nirgends aufgeführt sind. Also am besten gleich eine ViaToll-Box zulegen, dann geht man allen Problemen dahingehend aus dem Weg.

Ein anderes Problem bekommt man, wenn man die ViaToll-Box wieder abgeben will. Während man das Gerät fast flächendeckend bekommt, gibt es im Land selbst nur um die fünf Stellen, wo man sie wieder los wird. Wir kamen über Bydgoszcz nach Wollin zurück. In Wollin riefen wir bei ViaToll an, wo wir die Box wieder abgeben könnten. Da bekamen wir zur Auskunft, das dies in Bydgoszcz möglich wäre. Wenn man aber von Bydgoszcz Richtung Stettin fährt, kommt man garantiert noch einmal in Mautstrecken hinein, so dass die Box bis dorthin noch gebraucht wird. Wie soll das gehen? Eine andere Möglichkeit ist, die Box an die Zentralstelle in Poznan per Post zu schicken und dann auf das Geld zu warten. Das sollte man von Polen aus tun, weil sonst die Postgebühren viel zu hoch sind. Also wir finden, dass dieses System viel zu kompliziert ist. Wir fuhren mit dem PKW ein weiteres Mal nach Polen und gaben das ViaToll-Gerät auf der Post ab. Mal sehen, was weiter passiert.

Es war jedenfalls eine weitere tolle Tour, die wir erleben durften. Die ganze Route könnt Ihr Euch auf der Tourkarte ansehen. Vielleicht seid Ihr jetzt auch so neugierig auf das Baltikum wie wir es bei unserem Aufbruch waren. Es lohnt sich.

Lebensraum einer Kormorankollonie auf der Kurische Nehrung

Ich möchte noch anmerken, dass diese Ausführungen unsere persönlichen Eindrücke sind. Wir haben aber schon mehrfach gehört, dass es da durchaus auch andere Meinungen über bestimmte Dinge gibt. Habt Ihr noch Änderungen oder Ergänzungen, die Ihr uns mitteilen möchtet, dann bitte gern als Kommentar hinterlassen. 

Côte Vermeille

Strandzugang Argeles-Plage

Strandzugang Argeles-Plage

Der allersüdlichste Küstenabschnitt Südfrankreichs ist die Côte Vermeille, die Zinnober- oder Purpurküste. Felsige Landzungen strecken sich ins Meer, nicht weniger felsige Buchten liegen dazwischen.
Argeles-Plage ist eine Stadt der Neuzeit und hat fast nur Hotelzimmer, Ferienwohnungen sowie Campingplätze zu bieten, natürlich inklusive der unvermeidlichen Kneipen- und Ladenmeilen. Der lange und breite Strand ist durch eine grüne Promenade von der Stadt getrennt. Um diese Jahreszeit haben nur ungefähr fünf Prozent der Kneipen und Läden geöffnet, alles wirkt wie ausgestorben. Im Sommer möchten wir dagegen nicht hier sein, da sieht man sicher vor lauter Menschen sonst nichts mehr.

Collioure

Collioure

Wesentlich attraktiver ist dagegen der Ort Collioure mit seiner farbenfrohen, gewachsenen Altstadt, die sich um eine Bucht schmiegt. Auch hier finden sich wieder enge Gassen, schmale Häuser und gemütliche Eckchen.
Blickpunkte an der Bucht sind das Ch
âteau Royal und die Notre-Dame-des-Anges. Die Burg dient seit jeher den französischen Kommandotruppen als Ausbildungsstätte. Gerade wurden wir Zeuge, als Kampfschwimmer mit Kajaks von einer Übung zurückkamen.
Die Kirche kann von innen besichtigt werden. Deren Seiten beherbergen, ebenso wie die Kathedrale in Perpignan, verschiedene geschnitzte Altäre und Wandmalereien. Allerdings gibt es keine Orgel. Der runde Turm der Kirche war im 17. Jahrhundert ein Leuchtturm, der die Einfahrt nach Collioure markierte.
Vom Leuchtfeuer auf der Mole aus hat man einen schönen Blick über das gesamte Ensemble Stadt, Burg und Kirche. Auf dem felsigen Kap, alles hier ist Schiefer, steht eine kleine Seefahrerkirche. Von dort aus blickt man auf die Rückseite einer Häuserzeile, die direkt am Abhang steht.
Über Collioure thronen zwei weitere Burgruinen sowie eine Windmühle.

le Cap Béar

le Cap Béar

Port Vendres sieht wieder etwas neuer aus. Die Stadt gruppiert sich um einen großen kommerziellen Hafen, der einzige Fischereihafen, der an der Küste noch übrigblieb.
Gleich hinter dem Hafen biegt man zum le Cap Béar ab. Zufällig fanden wir dieses Ziel auf einem Touristinfo-Plan in St.-Cyprien-Plage. Oben auf dem höchsten Punkt des Caps sitzt wieder die Armee. Die schmale Straße, die um den Stützpunkt und um den Berg herum führt, endet am Leuchtturm des Cap Béar. Gern wird der Weg, immer am Wasser entlang, auch gewandert.
Auf der Capspitze stehen noch Ruinen einer ehemaligen Verteidigungsanlage der Deutschen. 120 Mann waren hier von 1942 bis 1944 stationiert. Beim Abzug der Deutschen zerstörten sie diese Anlage genauso, wie den Hafen und die Schiffe, die heute vor dem Hafen auf dem Meeresboden liegen. Das erinnert uns an Narvik in Norwegen, wo das Gleiche geschah.

Côte Vermeille

Côte Vermeille

Von der äußersten Capspitze lässt sich die gesamte Côte Vermeille überblicken. Im Frühjahr und im Herbst sollen hier zehntausende Meeresvögel wie der Mittelmeer-Basstölpel oder Papageientaucher Station machen.

Teufelsbrücke in Céret

Teufelsbrücke in Céret

An der Côte Vermeille reichen die Berge der Albéreskette bis ans Meer. Die D115 führt direkt an den Bergen entlang, bis an die spanische Grenze. Da wir nicht nur Küste, sondern auch Berge sehen wollten, unternahmen wir eine Rundfahrt ins Hinterland. In Céret, dem Ort direkt am Eingang zum Vallespir, wie sich das Tal nach Spanien nennt, lenken gleich drei nebeneinander liegende Brücken die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die Brücken überspannen den Fluss Tech, der aus den Bergen kommt. Die südliche Bogenbrücke, die Teufelsbrücke aus dem 14. Jahrhundert, ist die älteste der drei Bauwerke. Als diese wohl für den modernen Verkehr nicht mehr ausreichte, baute man direkt daneben die neue Autobrücke. Im Norden, nur ein wenig weiter, steht eine Eisenbahnbrücke, wahrscheinlich aus der gleichen Zeit wie die Autobrücke. Der Bahnverkehr ist jedoch schon vor langer Zeit eingestellt worden, denn die Natur erobert sich das Gleisbett zurück.
Über die Eisenbahnbrücke hinweg prangen die schneebedeckten Berge, der Pic du Canigou (2784m) und der Pic des Très Vents (2731m) vor dem blauen Himmel in nicht allzu weiter Ferne.

Der D118 weiter folgend, kommt man durch Amelie-les-Bains. Die heißen Quellen, die hier zutage treten, werden von einem Hotel genutzt. Der Ort streckt sich entlang des Tech-Tales zu beiden Seiten. Viele der Häuser klettern dabei die Berghänge hinauf.

Corsavy

Corsavy

Bei Arles-sur-Tech biegt eine Straße nach Corsavy ab. Mit teilweise 14% Steigung führt die Straße zu diesem Bergort, der auf 780m liegt. Die Straße führt dann noch knapp zehn Kilometer weiter den Berg hinauf, zum Pic de l´Estelle (1778m). Dieser Gipfel liegt gleich neben den beiden vorher erwähnten schneebedeckten Berggipfeln, die man von dort aus ganz bestimmt zum Greifen nah hat.
Corsavy ist ein altes Bergdorf, durch dessen Gassen man bergauf und bergab unbedingt einmal schlendern sollte. Die meisten Gassen sind nicht befahrbar, so eng sind sie. Andere Gassen sind mit Stufen ausgestattet, um die Höhenunterschiede zu bewältigen. Hier scheint das Leben stillzustehen. Es herrscht eine himmlische Ruhe und an vielen Orten eröffnet sich ein Blick über die bergige Landschaft bis hin zum Meer.

Bergwelt der Pyrenäen

Bergwelt der Pyrenäen

Um noch mehr von der Pyrenäen-Bergwelt mitzubekommen, nahmen wir den Weg von Amelie-les-Bains aus über die D618. Diese Straße sollte jedoch nur befahren, wer genug Zeit und Ausdauer hat, denn die 40 Kilometer bestehen nur aus Kurven. Unzählige Berghänge müssen umfahren werden, die unendlich weit scheinen und zum größten Teil mit Korkeichen bestanden sind.

St. Marsal

St. Marsal

Nur wenige Dörfer und ein paar Einzelgehöfte liegen an der Straße. St. Marsal liegt als einziges Dorf auf einer Bergspitze, ziemlich in der Mitte der Strecke. Hier parkten wir noch einmal das Auto, um durch die Gassen zu spazieren. Auf dem Place de Republique, an dem das Restaurant und die Schule stehen, tranken wir einen Café.
Man soll es nicht glauben, aber an vielen Stellen sind Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet. Man sollte sich allerdings schlau machen, bis zu welcher Größe die Stellplätze angefahren werden können, denn manche Zufahrten sind abenteuerlich.
Ab St. Marsal führt die Straße abwärts, bis man bei Bouleternère auf das Flachland stößt. Durch unendliche Weinfelder, jetzt im Herbst in vielen Farben leuchtend, erreicht man wieder die Küste.
Durch diese kleine Tour lernten wir wenigstens ein wenig die Bergwelt der Pyrenäen kennen, die sich von der Mittelmeerküste entlang der spanischen Grenze bis
zur
Biskaya im Norden erstrecken.

Fahrt nach Dover

Sandgate

Sandgate

Und schon ist die Hitzewelle nach nur vier Tagen durch einen zweitägigen Regen beendet, dazu ist es unverkennbar Herbst. Eigentlich wollten wir uns noch Hastings und Rye ansehen, aber wieder war kein Stellplatz zu bekommen. Neben dem Internet und dem Telefon funktionieren jetzt nicht einmal mehr Whatsapp, SMS und Google Maps. Man ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Seit einer Woche konnten wir unsere Berichte nicht mehr einstellen, kein Wort an die Familie, nichts.

Bei der Durchfahrt in Hastings sahen wir, dass es hier vom Baustil her irgendwie wie in Llandudno aussieht. Die Stadt ist groß und es herrschen die hohen viktorianischen Gebäude vor. Dazu kommt, dass die Straßen steil bergauf und bergab führen, gerade das Richtige für unser Motorhome. Das nennt sich A-Straße 1. Ordnung, also sehr gut zu befahren. Durch Hastings durch sieht das jedoch völlig anders aus. Dazu kommt die verwirrende Verkehrsführung.

Rye hätte uns wirklich noch interessiert, aber auch hier blieb uns nur das Durchfahren. Dabei kommt man am Altstadtkern vorbei und sieht, dass viele der alten Häuser im Erdgeschoss ein festes Mauerwerk haben und ab der ersten Etage geteerte Holzverkleidungen. Solch schwarze Häuser sahen wir schon in Lom (Norwegen). Sie verbreiten eine eigenartige Stimmung.

Na ja, es ist eben so. Zum Glück hatte unsere letzte Hoffnung, der Black Horse Farm Caravan Club Site in Densole, nördlich von Folkestone, einen Stellplatz für uns. Es ist der gleiche Campingplatz, den wir bei unserer Einreise nach England angefahren haben. Daher wussten wir, dass es Internet gibt und wir endlich die Fähre nach Calais buchen und die aufgelaufenen Berichte auf unserem Blog veröffentlichen können. Nachrichten an unsere Familien waren nun auch endlich möglich.

Folkestone statteten wir noch einen Besuch ab und wurden positiv überrascht. Dieser Abstecher war nicht geplant, aber wir mussten noch etwas einkaufen und in Folkestone sind die nächsten Supermärkte zu finden.
Wir steuerten den Hafen an. Sehr schön ist auch der Küstenweg, immer am Wasser entlang. Am Hafen stießen wir auf Überreste aus der viktorianischen Zeit. Der Hafen wurde 1826 gebaut. Von hier fuhren Fähren auf´s Festland. Später kam ein Bahnhof dazu, damit die Zugreisenden direkt am Anleger aussteigen konnten. Es gab eine Eisenbahnbrücke, eine Drehbrücke und auf der Mole ein Café. Das alles ist heute noch zu erkennen, aber in einem sehr schlechten Zustand. Bis auf das Café auf der Mole, welches liebevoll restauriert wurde. Heute beherbergt es viele kleine, verschiedene Kneipen. Im ersten Weltkrieg diente es der Versorgung der Soldaten, die an die Front zogen oder heimkehrten.
Von der Mole aus kann man bis zum Hafen nach Dover sehen, entlang der Kreidefelsen, die von Folkestone bis hinter Dover reichen.
Es gibt Pläne, den alten Hafen und den Bahnhof wieder aufzumöbeln, aber das scheint eine Sache von vielen Jahren zu werden.
Auf dem Platz vor dem inneren Hafenbecken steht ein Imbissstand, an dem frische Meeresfrüchte aller Art zu bekommen sind. Alles ist wirklich frisch und man kann sich seine Snacks selbst zusammenstellen.
Eigentlich ist die Hafengegend eine einzige Partymeile. Manche Kneipen und Pubs spielen lautstarke Musik, was natürlich die Leute in Scharen anzieht.

Noch ein Wort zum Stellplatz. Wir haben herausgefunden, dass Wohnmobile am Hafen über Nacht stehen können, gegen 15,- Pfund Gebühr, ohne alles, aber mit ganz viel Platz.

Fahrt nach Cairnryan

2 Nächte im Caravan Park „The Ranch“ (20,- Pfund) bei Maybole, südlich von Ayr an der Westküste. Das ist ein sehr freizügig angelegter, grüner Platz mit weiten Aussichten auf das Umland. Der Besitzer ist ein Ire, der uns auch gleich bei der Ankunft Tipps für Irland gab.

Ayr

Ayr

Ayr wird als Seebad beschrieben. Der Strandbereich ist jedoch wenig attraktiv. Uns gefiel die Altstadt am Fjord mit ihren alten, roten Sandsteingebäuden und mehreren Brücken. Der Kirchturm ist außergewöhnlich gestaltet.
Am Kaiende, gegenüber befindet sich eine Werft, steht ein kleiner Leuchtturm. Auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt stehen die Überreste eines weiteres Kais. Diesen Platz haben sich die Kormorane als Ruheplatz ausgesucht. Als wir schon wieder gehen wollten, ließen sich zwei Kegelrobben sehen.

Dunure

Dunure

Wenn man die Küstenstraße A719 nach Süden fährt, sollte man einen Abstecher in den kleinen Hafen Dunure machen. Dies war einmal ein bedeutender Fischerhafen, der im Laufe der Zeit dreimal umgebaut wurde. Heute kommt man sich hier wie am Rande der Welt vor. Ein kleines Café und die Reste eines Castles sind die Höhepunktes des Ortes. Der Straße bergauf folgend gelangt man noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Blick auf die kleine, fast kreisrunde, hoch aufragende Insel Aisla Craig hat. Im Hintergrund zeichnet sich die Insel Arran ab.

Lendalfoot

Lendalfoot

Immer weiter Richtung Süden, jetzt auf der A77, immer an der Küste entlang, fanden wir einen schönen und geschützten Parkplatz kurz hinter Lendalfoot. Das ist ein Picknickplatz, auf dem ein Denkmal für den russischen Kreuzer Varyag steht. Er war im russisch-japanischen Krieg ( 1901-04) im Einsatz. Auf der Rückfahrt in den heimischen Hafen Murmansk ist er hier vor der Küste wohl untergegangen.
Für einen Tag schien mal wieder die Sonne und Basstölpel fanden sich abends zum Fische fangen aus dem Sturzflug ein. Es war interessant, ihnen zuzusehen. Als die Flut auf dem Höhepunkt war, hielt sich eine graue Robbe eine Zeitlang zum Fressen auf und schaute zwischendurch ab und zu aus dem Wasser.

Napfschnecken

Napfschnecken

Klaus sammelte heute Napfschnecken, die wir schon lange einmal probieren wollten. Da uns das Internet in Sachen Napfschnecken zubereiten nicht wirklich weitergeholfen hat, versuchten wir es auf unsere Weise: Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen, Chilli, Zimt, Lorbeer, Piment und Zucker zugeben und aufkochen. In den Sud die Napfschnecken, am besten nur die größten sammeln, geben und eine dreiviertel Stunde kochen lassen. Nach etwa zehn Minuten lösen sich die Schnecken von den Schalen. Ich habe die Schalen dann heraus sortiert und die Schnecken weiter kochen lassen. Zum Schluss den Sud andicken, fertig. Wie sich dann herausstellte, sollte man den kugeligen, dunklen Teil wegnehmen. Das scheint der Magen zu sein und ist nicht wirklich lecker und zumeist noch sandig dazu. Der Rest schmeckt super.

Fahrt zur Fähre

Fahrt zur Fähre

Während man sich weiter oben im Norden, wo sich die großen Fjorde befinden, wie in Norwegen vorkommt, erinnert die Küstenlandschaft hier unten sehr an die Westküste der USA. Man kommt sich wie auf dem Highway No. 1 vor, nur ein wenig sanfter. Eine raue, felsige Küste, kleine Dörfer, Robben, auch mal Schickimicki, es ist schön hier. Prachtexemplare von Yucca-Palmen überraschen hier.

im Bauch der Fähre

im Bauch der Fähre

Von Lendalfoot ist es nicht mehr weit bis Cairnryan, von wo die Fähre nach Belfast (Nordirland) ablegt. Es ist ein kleines, sehr übersichtliches Terminal. Wir nahmen eine Fähre der Stenaline. Eigentlich wollten wir gleich nach Larne übersetzen, aber nach Belfast ist es günstiger.
Der Hafen von Cairnryan wurde 1941-1943 gebaut. Von hier aus starteten viele britische Einheiten, zusammen mit amerikanischen und kanadischen Truppen samt Material, zum D-Day nach Nordfrankreich.

Oban

Falls of Lora

Falls of Lora

Weiter am Ufer des Loch Linnhe nach Südwesten entlang, fanden wir einen weiteren Parkplatz, der zum Übernachten einlud. Der Platz liegt bei Appin. Von dort aus sind es noch 14 Meilen bis Oban.
Kurz vor Oban führt eine Brücke bei Connel über das Loch Etrive. Unter der Brücke findet man die Falls of Lora, aber nur, wenn die Ebbe am stärksten ist und das Wasser mit hoher Geschwindigkeit aus dem Loch fließt. Dann erkennt man die Stromschnellen, über die das Wasser in starken Strudeln abfließt, bis weit hinter der Brücke. Dieses eindrucksvolle Ereignis erinnerte uns stark an den größten Malstrom der Erde bei Bod
ø
in Norwegen. Außerhalb dieser Zeit ist von den Stromschnellen nichts zu erkennen und jeder wird sich fragen, wo man die Falls of Lora finden kann. Wir hatten Glück, gerade zur richtigen Zeit dort zu sein.

Oban

Oban

Die Stadt ist von Touristen fast überfüllt, der Verkehr fließt durch die engen Straßen nur zögernd. Oban schmiegt sich um eine halbkreisförmige Bucht, die Häuser ziehen sich einen Berghang hinauf. Alte und neue Gebäude harmonieren miteinander. Hoch über der Stadt zeigt sich der McCaig´s Tower. Es ist eine Nachbildung des Kolosseums in Rom. Nur ein Fußweg führt dort hinauf.
Vom Hafen aus starten Autofähren zu verschiedenen vorgelagerten Inseln, wie die Insel Mull. Kleinere Ausflugsboote bieten auch hier Fahrten zu Naturreservaten an.

Oban Destillierie

Oban Destillierie

Unser Hauptziel in Oban war jedoch die Destillerie, die zu den zwölf Destillerien des Diageo-Firmenverbundes gehört, genauso wie Blair Athol, die wir in Pitlochy besuchten. Deshalb war der Eintritt für uns kostenlos, da wir ja im Besitz des Whisky-Passes sind. Normalerweise kostet der Eintritt 8,- Pfund pro Person. Diesmal gehörten wir zu einer Gruppe, die eine Führung durch die Anlagen bekam. Die Ansagen des Guides waren die gleichen, die wir schon in Pitlochy gehört hatten. In Oban wird jedoch ein Whisky mit leicht torfigem Geschmack produziert, denn die Trocknung des Malzes geschieht unter Torfzugabe. Außerdem werden hier 1,3 Millionen Flaschen OBAN 14 Jahre abgefüllt, während es in Blair Athol nur 9000 Flaschen ihres Whiskys sind. Trotzdem zählt Oban, seit 1794 bestehend, zu den kleineren Traditionsdestillerien.
Zum Schluss durften wir einen 12 Jahre alten OBAN mit 69% Alkoholanteil probieren, allerdings nur in einer homäopatischen Dosis. Dazu bekam jeder Gast ein Original Oban Whiskyglas als Geschenk. Zum Schluss testeten wir einen OBAN 14 Jahre, das Hauptprodukt dieser Destillerie.

Am Fähranleger steht ein Imbissstand mit frischem Fisch und Meeresfrüchten. Alles ist superfrisch und fantastisch zubereitet, dazu recht preiswert, sehr zu empfehlen.

Stalker Castle

Stalker Castle

Die Aussichten am Wasser entlang sind wieder herrlich. Das beste Fotomotiv liefert aber das Stalker Castle vor Appin, auf einer kleinen Insel gelegen.

 

York

Stellplatz beim Kohlenhändler

Stellplatz beim Kohlenhändler

Die nächsten fünf Nächte verbringen wir auf der Farm eines Kohlenhändlers, der J H Wright Farm. Für nur 5,- Pfund pro Nacht kann man nicht viel verlangen, aber es steht den wenigen Gästen eine riesengroße Wiese zur Verfügung, von Wald und Feldern umgeben.

Konstantin der Große

Konstantin der Große

York ist nicht weit entfernt. Es steht zwar ein P+R-System zur Verfügung, aber wir fuhren selbst in die Stadt und stellten das Auto einfach auf einem der Superstore-Parkplätze ab, um die Parkgebühren zu umgehen. Eine Brücke über den Fluss Ouse führt in die nahe Altstadt von York.
Als die Römer im Jahre 71 n.Chr. hier eine Siedlung gründeten, gaben sie ihr den Namen Eburacum. Im Jahre 313 n.Chr. krönte man hier Konstantin den Großen zum römischen Kaiser. Sein Denkmal, zusammen mit Überresten einer Säule des römischen Hauptquartiers in dieser Gegend, befindet sich an der Südseite des Münsters.

römisches Bad

römisches Bad

Ein römisches Bad lässt sich in der Nähe des Marktplatzes besichtigen. Das Museum liegt im Keller, während eine Etage höher ein Restaurant einlädt. Über der Treppe zum Keller hängt eine Tafel mit der Geschichte von York, in Kurzfassung.
Später, um 866, kamen die Wikinger. Unter ihnen bekam der Ort den Namen Yorvik. Wer in die Zeit der Wikinger eintauchen möchte, kann das im Yorvik Viking Center tun. Die nachgebaute Siedlung besitzt sogar einen kleinen Wikingerhafen.

York Münster

York Münster

Das Münster ist die größte mittelalterliche gotische Kirche in Nordeuropa. Es steht auf den Überresten des römischen Forts. Im Moment sieht man den Innenraum vom Eingang aus nur, wenn man Eintritt bezahlt. Eine Bühne verwehrt den Blick, eine große Theateraufführung steht ins Haus. Am Bauwerk selbst wird gerade Hand angelegt. Umfassende Rekonstruktionsmaßnahmen, vor allem durch Steinmetze, sind im Gange.

Die Altstadt Yorks wird von einer 3,4 km langen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, der längsten Stadtmauer Englands, umfasst. Wer möchte, kann auf ihr die Altstadt umrunden.

Shambles

Shambles

Die Shambles, fünfhundert Jahre alt, ist die engste Gasse Yorks. Früher war sie die Heimat der Schlachter und Fleischer. Heute sind, wie in fast allen Fachwerkhäusern sonst, Kneipen, Teestuben und kleine Lädchen untergebracht. Auf dem Marktplatz am Shambles wird seit eh und je an jedem Wochentag Markt abgehalten.

Viadukt

Viadukt

Östlich von York, an der A166 befindet sich der Ort Stamford Bridge. Er liegt auf einem Schlachtfeld aus dem Jahre 1066. König Harold von England besiegte hier seinen Bruder Tostig und König Hardraada von Norwegen. Für uns sind das fremde Namen. Ein Viadukt in der Nähe des Picknickplatzes ist sehenswert.
Zwischen Stamford Bridge und unserem Stellplatz in Gate Helmsley lockt ein Farm Shop mit U-Pick-Feldern. Das heißt, man kann sein Obst und Gemüse selbst pflücken. Jetzt sind Erdbeeren und Rhabarber im Angebot, später reifen unter anderem Johannisbeeren, Stachelbeeren, Blaubeeren und Kürbisse. Man sollte denken, dass die selbst gepflückten Früchte billiger sind, aber das ist nicht der Fall. Dafür hat man den Spaß und die Gewissheit, dass die Früchte frisch vom Feld sind.

Anklam und Usedom

Um Weihnachten herum besuchten wir einmal mehr die alte Heimat Anklam, kurz vor Usedom. Eine Tagestour führte uns auf die Insel Usedom, um die Ostsee zu sehen. In Ahlbeck spazierten wir durch die Straßen und an die Seebrücke, sowie am Strand entlang. Während sich im Sommer die Menschen drängen, ist es im Winter sehr erholsam, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt.

Restaurant Haithabu

Restaurant Haithabu

Im Zentrum Ahlbecks fanden wir das Restaurant Haithabu, in dem sich alles um Wikinger dreht. Vor kurzem erst sahen wir im Fernsehen eine Reportage über die Wikingersiedlung an der Schlei in Schleswig-Holstein. Haithabu war einst ein bedeutendes Handelzentrum der dänischen Wikinger. Um die 1000 Einwohner verschiedener Völker sollen in Haithabu gelebt haben. Ein Museum berichtet über die Ausgrabungen und die Geschichte des Ortes. Da wir schon in Schweden und Norwegen über die Wikingerkultur gestolpert waren, interessierte uns das Restaurant in Ahlbeck und wir kehrten ein. Stilecht werden die Gäste empfangen und bewirtet. Speisen und Getränke werden in Tongeschirr serviert, die Speisekarte ist sehenswert, das Essen ausgezeichnet. Wir können das Haithabu nur empfehlen.

Bansiner Strand

Bansiner Strand

Bei Bansin machten wir noch einen Abstecher zum Ostseestrand, hinter dem sich die bewaldete Steilküste erhebt. Hierher verirrt sich zur Winterzeit kaum jemand und man hat den Strand fast für sich alleine. Eine eigenartige Ruhe hüllt die Umgebung ein.

Spuren der Biberarbeit

Spuren der Biberarbeit

An der Peene bei Anklam fühlen sich die Biber wohl, die hier seit geraumer Zeit wieder leben. Ihre Zahl nimmt stetig zu. Wenn es ruhig ist, hat man gute Chancen, diese possierlichen Tiere zu beobachten. Die Spuren ihres Tuns sind überall zu sehen. Angenagte oder sogar gefällte Bäume, Holzspäne, Zweige und Wege zeigen unübersehbar ihre Anwesenheit an.

Pommernkogge "Ucra"

Pommernkogge „Ucra“

Im Stadthafen von Ückermünde ist ein Stück Vergangenheit aufgetaucht. In jahrelanger und mühevoller Handarbeit entstand in Torgelow eine Kogge. Dieses Segelschiff war im Mittelalter der gängige Handelsschiffstyp auf der Nord- und Ostsee. Die „Ucra“, so der Name der Pommernkogge, kam im Sommer 2015 nach Ückermünde, wo die restlichen Aufbauten montiert werden. Bald soll die „Ucra“ Touristen auf dem Stettiner Haff und der Ostsee durch die Wellen schippern.

 

 

Toyota HJ 61

Für den eigentlichen Zweck, eine Libyen/Algerien-Rundreise, konnte der Geländewagen leider nicht eigesetzt werden, da diese Reise kurz nach dem 11. September 2011 stattfinden sollte. Nach dem Anschlag in New York war diese Reise nicht mehr möglich. Dafür tourten wir 5 Wochen durch Griechenland. Dabei leistete das Auto, voll ausgestattet mit Stauraum, Küche und Dachzelt, sehr gute Dienste.

Nach dieser sehr guten Erfahrung brachte uns der HJ 61 noch einmal 5 Wochen durch Schweden und Norwegen. Es war nicht leicht, solch ein tolles und zuverlässiges Auto zu finden. Als wir ihn dann verkaufen mussten, fanden wir einen Nachfolger, der den Toyo ebenso hegte und pflegte, wie wir.

 

Pressemitteilungen

Buchveröffentlichung Reisebericht „Britische Inseln“
                    fair-news         news4press

Buchveröffentlichung Reisebericht „Schweden+Norwegen“
openpr       fair-news         news4press

Buchveröffentlichung Reisebericht „Indien“
openpr       fair-news

Buchveröffentlichung Reisebericht „Bretagne“
openpr
       fair-news         news4press

Buchveröffentlichung Reisebericht „Normandie“
openpr
       fair-news         news4press

Buchveröffentlichung Reisebericht „Griechenland“
openpr 
      fair-news         news4press

 

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