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Ottawa City – Ontario

Da gerade Laborday ist und sogar Walmart ab Mittag geschlossen hat, haben wir unseren Trailer auf deren Parkplatz in Gatineau abgekoppelt und sind mit dem Truck nach Ottawa City auf der anderen Seite des Flusses gefahren. Menschen über Menschen, langes Wochenende und bestes Wetter, bevölkerten die Innenstadt. In die Parkhäuser kommen wir nicht hinein und am Straßenrand war die Parkzeit auf 1 Stunde begrenzt und mit 25 cent für 5 Minuten viel zu teuer. Durch Zufall fanden wir an der O´Connor einen Parkplatz für 3,-CAD Tagespreis, auf dem zudem kein Auto stand. Da wir aber nichts entdecken konnten, was uns das Parken dort verbot, blieben wir stehen.
 Ottawa City glänzt mit vielen historischen Steinbauten in der Downtown. Dazwischen stehen hohe Glaspaläste. Das Parlamentsgebäude hoch über dem Ottawa-River, zu dem der Haupttrakt, zwei separate Seitentrakte und im hinteren Bereich die alte Bücherei des Parlaments zählen, beeindruckt. Der Uhrenturm, ähnlich Big Ben in London, ist 92m hoch. 

Hier beginnt der Rideau Canal, der sich durch die Stadt Richtung Süden bis nach Kingston erstreckt, mit 8 Schleusenkammern. Diese Anlage wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und funktioniert noch heute über Handbetrieb.

Auf dem Platz vor der National Gallery of Canada steht eine überdimensionale „Spinne“. Ein Stück weiter befindet sich der ebenso überlaufene Ursprung von Bytown mit kleinen alten Häusern und der Markthalle. Aus diesem Kern erwuchs Ottawa City.

Eine ganz besondere Stadtrundfahrt bietet „Lady Dive“ an. Deren Busse können auf der Straße fahren, auf Schienen fahren und im Wasser fahren. Sogar ein Rettungsfloß ist an Bord. Wenn das nichts ist?

Alles in allem ist Ottawa City eine tolle, harmonisch anmutende und sehr internationale Stadt. In der Hauptstadt Kanadas trifft sich die ganze Welt und es gibt unzählige Möglichkeiten, die Stadt zu entdecken. Es ist aber ebenso möglich, alles zu Fuß zu erreichen.

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Ottawa-River – Quebec

Da wir uns verfahren haben, weil wir irgendwie den Ort Charlemagne nicht fanden, sind wir fast inmitten von Montréal gelandet. Nachdem uns das klar war, bogen wir auf die Autobahn ab, die uns nördlich aus der Stadt führte. In Oka trafen wir auf den Ottawa-River. Von dort bringt eine kleinere Fähre Autos und Leute auf die andere Seite des Flusses, wo die Provinz Ontario liegt. Der Ottawa-River ist die Grenze zwischen den Provinzen Quebec und Ontario. Wir entschieden uns dafür, auf der Quebecer Seite nach Ottawa zu fahren. Im westlichen Teil von Oka lebt eine große Gemeinschaft von Mohawks, durch die wir unvermittelt kamen. Indianer darf man ja in Amerika nicht sagen. In Kanada heißen die Ureinwohner First Nation, in den USA werden sie Native People genannt. Als wir durch den Ort fuhren, fielen uns die Unmengen von Zigaretten- und Tabak-Verkaufsstellen auf. Irgendwie kamen wir uns wie auf dem Polenmarkt vor.

Am Straßenrand hatte eine Quebecer Familie einen großen Flohmarktstand aufgebaut, deshalb hielten wir an. Direkt daneben standen viele kleine Hütten, die wir vom St. Maurice-River kennen. Die Frau sprach uns an und wir kamen ins Reden. Dabei fragten wir, ob das Hütten fürs Eisangeln sind. Ja genau, aber hier werden die Hütten neben die Eislöcher gestellt und die Fische, die hier durchkommen, sind größer. Da jedoch beim Aufbau des Eises auf dem Fluss nicht nachgeholfen wird, ist es in manchen Wintern kaum möglich, dieses Eisangel-Event zu begehen – der Klimawandel lässt grüßen. Die Frau sagte uns auch, dass der Zigarettenverkauf „das“ Geschäft der Mohawks ist. Ob da bei der Menge der Läden noch genug für den Einzelnen abfällt?

Die Route 344, später ist es die 148, führt durch eine flache und grüne Landschaft mit vielen Farmen und hübschen Orten wie Montebello und Papineauville. Papineauville hat auf dem Grund und Boden der alten, von einem Herren Papineau gebauten Wasserturbinen-Mühle, die 130 Jahre lang arbeitete, einen kleinen Park mit Dokumentationen über diese Mühle und den Ort angelegt.

Vor Montebello, bei Sainte-André-d´Argenteuil, kommt man noch am Carillon Canal vorbei. Ein gigantisches, stromerzeugendes Stauwerk spannt sich über den Ottawa-River. Im Rahmen einer Gratisführung kann man das Innere der Anlage besichtigen. Was uns aber viel mehr interessiert hat, ist die 20m hohe Schleuse, die flussabwärts von einem 200 Tonnen schweren Stahltor abgeschottet wird. Dieses riesige Tor ist einzigartig in Nordamerika und eine Schleusung mehr als interessant. Wir haben auf unseren Reisen inzwischen manche Schleuse gesehen, aber die hier ist phänomenal. Woanders hätte man da vielleicht 6-8 Schleusenkammern gebaut und eine Schleusung hätte ewig gedauert. Der Carillon Canal bringt die Boote innerhalb einer knappen halben Stunde von einer Ebene auf die andere. Wir waren jedenfalls hin und weg.

Route 66 Chicago-Lincoln – Illinois

Die legendäre Route 66, betitelt auch als „Mutterstraße“ der Straßen in den USA, „Traumstraße“, die 8 Bundesstaaten miteinander verbindet, oder auch als „Nostalgiestraße“, die das alte, aufstrebende Amerika wieder aufleben lässt. Wie auch immer, unser schon sehr lang gehegter Traum, einmal die Route 66 entlang zu fahren, ist nun in Erfüllung gegangen. An deren Anfang in Chicago haben wir ja schon gestanden. 1926 begann der Bau, an dem die 8 Bundesländer gleichzeitig beteiligt waren. In Abständen von mehreren Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach umgestaltet oder bekam eine neue Streckenführung. Dadurch kommt es oft vor, dass es mehrere „Route 66“ nebeneinander gibt. Dazu kommt die „Historic Route 66“, die Originalstraße, die noch an vielen Stellen neben der neuen Streckenführung liegt. Nur manchmal kann die Originalstraße, so sie noch erhalten ist, befahren werden.

In Joliet führt das Besucherzentrum für die Route 66, mit angeschlossenem Historischem Museum, die angehenden Entdecker dieser Straße in alles Wissenswerte ein, allerdings nur bis St. Louis, wo sie Illinois verlässt. Von Joliet aus starteten wir dann auch unsere Reise auf der Straße aller Straßen. Die Chicago Street und die Ottawa Street in Joliet sind Teile der Route 66, wo man alte, aufgemöbelte Tanksäulen und die braun-weißen Schilder mit der Aufschrift „ Historic Route 66“ findet.

In Dwight besuchten wir die „Amber-Becker Texaco Gas Station“, im Jahre 1932 gebaut. Diese Tankstelle gilt als die am längsten operierende Tankstelle entlang der Route 66.  66 Jahre, von 1933 – 1999. Nach allgemeinen Restaurationsarbeiten wurde sie 2007 als Besucherzentrum wiedereröffnet.

Pontiac glänzt mit seiner Downtown und seiner interessanten Hall of Fame und Museum. Vor dem Museum liegt ein Stück des Klinkerplasters, mit dem die Historic Route 66 streckenweise ausgestattet war, bevor es mit einer Betondecke überzogen wurde. Ein als Besucherzentrum umgestalteter alter Schulbus, total crazy, lässt die Besucher staunen. Rund um das Museum stehen noch die kleinen alten Häuser. Aber auch die großen Bauten, wie das Gerichtsgebäude aus dem Jahre 1875, beeindrucken.

In Towanda haben Studenten und Lehrer der dortigen High School auf einem 1,6 Meilen langen Originalstück der Route 66 eine „Geographische Reise“ durch die acht Route 66-Staaten aufgebaut. Jeder Bundesstaat hat eine eigene Tafel mit entsprechenden Informationen.

Atlanta ist ein kleiner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie den Atlanta´s Bunyon Giant, den J.H. Howes Grain Elevator (Getreidespeicher mit Aufzug) & Museum und wieder historische Bauten wie den Glockenturm und die Bücherei von 1908. In der  Gunnar Mast Trading Post, einem kleinen Laden mit sehr interessanten alten Dingen zur Route 66, trafen wir Gene Martin, einen absoluten Liebhaber von Marianne Rosenberg. Er gab uns eine Ansichtskarte mit einer Botschaft für Marianne mit, die wir ihr übergeben sollten. Seine Vorfahren waren vor langer Zeit aus Deutschland über die Schweiz in die USA ausgewandert. 

Lincoln ist der einzige Ort, in dem Abraham Lincoln gelebt und gearbeitet hat, bevor er Präsident wurde. Am 27. August 1853 taufte Lincoln, der wohl in den USA einen sehr guten Ruf hat, beim Verkauf des ersten Stückes Land in der Nähe der heutigen Amtrak-Station, die Stadt mit dem Saft einer Wassermelone. Sehenswert ist der Logan-County Courthouse Square mit dem beeindruckenden Gerichtsgebäude in der Mitte. In mancher Straße stehen noch viele alte Gebäude.

Das Postville Courthouse, die Stadt Lincoln hieß vorher Postville, ist eine Reproduktion des ersten Logan-County Courthouse, das von 1840-1847 benutzt wurde. Abraham Lincoln diente dort als Anwalt.

 

Das Mühlen-Restaurant eröffnete 1929 unter dem Namen „Blue Mill“ und servierte gegrillte Sandwiches. 1945 wurde die Mühle verkauft, bekam eine Bar und eine Tanzhalle und wurde zudem Scheunen-Rot angemalt. Berühmt wurde sie dann durch die gebratenen Schnitzel. 1996 wurde sie geschlossen und seit 2007 restauriert.

Der weltgrößte Planwagen mit seinem Fahrer Abraham Lincoln ist im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen und von Reader´s Digest zur Nr. 1 der zahlreichen Roadside Attractions entlang der Route 66 gewählt. Der Planwagen wurde 2001 gebaut. Nach zweimaligem Umsetzen bekam er im Dezember 2009 seinen heutigen Standort. Er ist 12,2 m lang und 7,6 m hoch, wirklich gigantisch.

Alle wirklichen Fans der Route 66 lesen diesen Absatz bitte nicht. Südlich von Lincoln findet man die „Lincoln Ghost Bridge“, die einmal den Salt Creek überspannte. Schon der Weg dorthin, zwischen den Holy Cross und Old Union Friedhöfen hindurch, ist deprimierend. Während die Cobblestone Avenue noch das originale Klinkerpflaster zeigt, ist die alte Route 66 am Ende der Straße mit Beton überzogen und führt mitten in einen Urwald. Kein Mensch kümmert sich mehr um die alte Straße, der Wald nimmt sie langsam in Beschlag. Irgendwann erreicht man die Überreste der alten Brücke. Die Fahrbahn ist komplett verschwunden, wahrscheinlich abmontiert. Stattdessen wachsen Bäume zwischen den Pfeilern. Dem Salt Creek ist das wohl egal. Wir kamen uns wirklich wie in einem Urwald vor. Am Boden liegende Brotfrüchte und Johannisbrote zeigen an, dass wir uns jetzt doch schon einige Kilometer weit Richtung Süden bewegt haben.

Rideau Canal – Ontario

Oh je, jetzt sind wir entgegen unseren Erwartungen noch tiefer in den Herbst gekommen. Eigentlich dachten wir, je weiter nach Süden, umso später der Herbst. Dazu hat es uns einen Nachmittag bis in den Abend hinein eingeregnet. Seit dem Laborday haben jetzt schon einige Campingplätze geschlossen. Weitere Plätze folgen bis Mitte Oktober. Nur noch wenige Plätze haben dann noch bis Ende Oktober oder gar das ganze Jahr auf. Mal sehen, wie das mit dem Übernachten dann wird.
Achtung jetzt an alle Schleusen-Fans: Das Mekka für Euch ist der Rideau Canal, der sich mit endlos vielen Seen und Flüssen und vor allem Schleusen von Ottawa City bis nach Kingston zieht. Die Landschaft in diesem Gebiet ist hügelig und manchmal von Felsen durchzogen. Ein wenig erinnert sie uns an den Spreewald, nur das das hier alles flächenmäßig viel größer ist. Bis ein Lt. Col. John By kam und den Kanal baute, existierten an allen Stellen, wo sich heute die Schleusen befinden, Stromschnellen und Wasserfälle. 1832 wurde der Kanal eröffnet und die Wasserstraße von Ottawa nach Kingston damit schiffbar.  Von Kingston bis zum höchsten Punkt des Rideau Canals, Newboro,  gibt es 14 Schleusenkammern, die 50 m Höhenunterschied überwinden. Von dort aus nach Ottawa gibt es noch einmal 31 Schleusenkammern, die 83 m Höhenunterschied ausgleichen. Diese vielen Schleusenkammern sind auf 23 Standorte verteilt. Na, sind das genug Schleusen in einer Landschaft? Zumeist sind es Schleusen mit mehreren Kammern. In Betrieb sind die Schleusen von Mai bis Mitte Oktober und jede Schleuse hat ihren eigenen Reiz.
Wir haben uns die Mehrfach-Schleuse in Merrickville angesehen, über die zudem noch eine Drehbrücke führt, die bei entsprechend hohen Booten geöffnet wird. Ein historischer Platz mit mehreren Mühlenruinen, einer Wasserturbine, einer Schmiede und einem Stauwerk sind ebenfalls in Merrickville zu besichtigen.

 

 

 

Vom Sand Lake Campground & Cottages aus besichtigten wir drei weitere Schleusen: Chaffeys Lock, Davis Lock und Jones Falls. Davis Lock zählt für die Schleusenwärter zu den einsamsten Standorten. Wir fanden ihn dafür landschaftlich am Schönsten.

An einem der Abende kreisten plötzlich 11 Truthahngeier in unmittelbarer Nähe über dem Wald. Die merkwürdigen Rufe der Loons, hübsche Taucher (Wasservögel), begleiten uns schon sehr lange auf unserer Reise. Immer wieder treffen wir auf Kanadagänse. Eine Schlange war jetzt auch einmal wieder dabei.

 

 
Touristisch erschlossen ist diese Wasserwelt eigentlich nur für die Bootsfahrer. Für Autofahrer ist es schwer, den richtigen Weg zu finden, da jeder Ort eine andere Vorstellung von Beschilderung hat, die zudem noch meist sehr klein gehalten ist.
Die Ziegenfleischwürste haben wir gegrillt, die waren superlecker.

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