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Phoenix – Arizona

Phoenix – Palmen, Kakteen, Sonne und Wärme, genau das, was wir brauchen. Den Winter haben wir endlich hinter uns gelassen. Keine 10 Meilen südlich von Cordes Junction standen die ersten Saguaro-Kakteen, riesige, bei uns als Kandelaberkakteen bekannte Gewächse. Heh, sind das paar Dinger. Da war ich immer so stolz auf meine Kakteen zu Hause, die schon ein stolzes Alter hatten. Weitere Kakteenarten, verschiedene Palmen, Eukalyptusbäume, Orangen gedeihen in den Vorgärten. Endlich gibt es wieder, nach so viel Herbst und Winter, bunt blühende Sträucher. Das ist einfach viel schöner.

Phoenix ist eine große Stadt, die Hauptstadt von Arizona, mit viel Verkehr. In der Nähe des Flughafens stehen wenige Hochhäuser, die nicht gerade rekordverdächtig hoch sind.
Sehenswert, aber voll auf Tourismus getrimmt, ist die Old Town von Scottsdale entlang der Scottsdale Road und der Main Street. Galerien und Boutiquen wie überall an solchen Orten. Viele Kunstwerke zieren die Straßen. Die Straßenbeleuchtung ist wohl einzigartig. Heute, an Thanksgiving, sind die meisten Geschäfte geschlossen und es sind kaum Leute auf den Straßen, so dass wir uns alles in Ruhe ansehen konnten.

Der Hauptgrund für den Besuch von Phoenix war der Flughafen Sky Harbour, wo wir unseren Flug nach Deutschland am 16. Januar gebucht haben. Das ging völlig problemlos und ohne Papierkram, wie man das sonst im Reisebüro immer hat. Ich hatte uns allerdings schon einen Flug im Internet herausgesucht, so dass wir nur noch zu buchen brauchten. Dafür haben wir das Parkplatzpersonal und uns am Flughafen vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt. Es gibt keinen Parkplatz für Wohnmobile auf dem Flughafengelände und wir mussten unseren Bus durch die für PKWs gebaute Schranke manövrieren. Das Parkplatzpersonal wusste nicht, wie es unsere Parkgebühren, die wir nun zahlen mussten, ohne den Automaten bemüht zu haben, verbuchen sollte. Mit ein bisschen guten Willen hatte aber dann alles seine Richtigkeit.

Endlich ist alles wieder wie am Anfang unserer Reise in Florida. Nicht nur die Vegetation und das Wetter stimmen, sondern wir können auch wieder im Pool baden, sonnen und die Abende genießen. Zum ersten Mal auf unserer Tour haben wir eine Fahrradtour gemacht. Mein Fahrrad erstanden wir im Flohmarkt, Klaus sein Fahrrad kauften wir beim Pfandleiher, die es hier in den USA an fast jeder Ecke gibt. Für mich bedeutet das, dass ich mit meinen 48 Jahren noch mal Fahrrad fahren lernen muss, aber so manches Mal haben wir uns schon ein Fahrrad gewünscht.

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Rush

North Beach Caravan Park

North Beach Caravan Park

Der Versuch, in Dublin einen Stellplatz im Phoenix Park zu finden, scheiterte an den Spiegeln unseres Motorhomes, die zu weit nach außen stehen und deshalb nicht durch das Parktor passten. Stellplätze oder geeignete Campingplätze im Osten Irlands zu finden ist ungleich schwieriger als im touristischen Westen der Insel. Deshalb fuhren wir auch an den Wicklow Mountains vorbei, durch die zudem wieder nur enge Straßen führen.
Also richteten wir uns zwei Nächte im Caravan Park in Rush ein, wo wir direkt am Strand standen, Blick auf das Meer aus der ersten Reihe. Leider schlug nun das Wetter wieder um. Immerhin waren uns eineinhalb Wochen Sonne beschieden, die wir in vollen Zügen genossen.

Grey Seals

Grey Seals

Dieser Teil der Küste scheint vom Tourismus noch kaum erreicht. Es herrscht eine wohltuende Ruhe. Wir besuchten die Orte Rush, Skerries, Balbriggan und Loughshinny. Alle Orte besitzen einen kleinen bis winzigen Hafen und eine wunderschöne Küste, mit Felsen und Sandstränden im Wechsel. Alle diese Häfen laden zum Schlendern ein, oder den Fischern bei der Arbeit zuzusehen. Der Hafen von Balbriggam ist allerdings der schäbigste, den wir in unserer ganzen Reisezeit gesehen haben. Die Gebäude wie auch die Boote sind in einem erbärmlichen Zustand. Trotzdem hielt dieser Hafen eine Überraschung für uns bereit: Grey Seals, Graue Robben. Gleich fünf dieser geräuschlosen Gesellen hielten sich im Hafenbecken auf und lauerten zusammen mit den Möwen darauf, dass die Fischer Abfälle ins Wasser warfen. In aller Ruhe konnten wir die Robben beobachten, die immer wieder den Kopf aus dem Wasser hielten, eine Strecke schwammen oder wieder abtauchten. Keiner der anderen Besucher des Hafens hatte eine Ahnung von den Robben, da jeder nur Augen für die Fischer und ihre Boote haben. Die meisten Boote sind Muschelfangboote. Es werden aber auch Fische und Krabben gefangen.

Runder Turm

Runder Turm

Entlang des ganzen Küstenabschnittes steht ungefähr alle zwei Kilometer ein runder Turm. Wofür diese Türme einmal dienten, stand nirgends geschrieben.

 

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Tourkarte USA/Kanada

 

Tourkarte Nordamerika

Tourkarte Nordamerika

 

Unsere Rundreise durch die USA und Kanada begann in Tampa (Florida), hinüber zur Ostküste, weiter Richtung Norden. Bei Charleston bogen wir zu den Great Smoky Mountains ab. Nachdem wir dort ein schwerwiegendes Problem an unserem Auflieger feststellen mussten, blieb uns nichts weiter übrig, als nach Tampa zurückzufahren (gestrichelte Linie). Nach Reparatur des Schadens starteten wir erneut. Ab Charleston folgten wir immer weiter der Ostküste in Richtung Norden bis nach Nova Scotia (Kanada). Bevor uns der Herbst einholte, wendeten wir uns Richtung Westen und fuhren den St. Lorenz-Strom hinab. Über die Niagara-Fälle erreichten wir Chicago. Ab hier lag unser Schwerpunkt auf der Route 66, die uns bis zum Grand Canyon begleitete.

Den Winter verbrachten wir in Arizona. Die Kälte zwang uns, eine Zeit lang in Phoenix zu bleiben, bis wir für zwei Monate nach Deutschland zurückkehrten. Im März nahmen wir unsere Tour wieder auf und gelangten über den Hooverdamm und Las Vegas ins Tal des Todes. Von dort arbeiteten wir uns über die Sierra Nevada in den Norden Kaliforniens bis nach Oregon vor. Hier stoppte uns der Winter ein weiteres Mal und zwang uns zur Umkehr. Der einmalig schönen Westküste nach Süden folgend erreichten wir San Francisco und Los Angeles.

Über den Süden der USA nach Osten gerichtet durchquerten wir Arizona, Texas und die Südstaaten, bis wir den Kreis in Florida schlossen.

El Centro – Kalifornien

Rio Bend

Rio Bend

Es sind 35 bis 39 Grad im Schatten und das ist erst der Anfang. Jetzt verstehen wir, dass die meisten Leute, die das können, im Mai aus Südkalifornien und Südarizona verschwunden sind. So wurde uns ja im Winter in Phoenix berichtet. Auf dem Campingplatz Rio Bend gibt es so gut wie keine Gäste mehr. Auf den Memorial Day hatten wir damit gerechnet, keinen Platz mehr zu bekommen.
Weit gehen „is nich“, der Pool ist Lebensmittelpunkt, so man hat.
El Centro war nur Zwischenstation für uns, bevor wir uns wieder nach Arizona begeben. Der Ort, wie auch weite Teile um den Salton Lake liegen etwas tiefer als der Meeresspiegel. In El Centro sind es wohl gute 10 Meter.
Kalifornien ist recht teuer und irgendwie in Allem ein bisschen anders als der Rest der Vereinigten Staaten. Kalifornien hat landschaftlich alles zu bieten, was die Erde ausmacht: Meer, weite Täler, Wälder, Flüsse, hohe Berge und Wüste.

Yuma – Arizona

Imperial Sanddünen

Imperial Sanddünen

Im Artikel Death Valley-Kalifornien berichtete ich über eine einzelne Sanddüne, die wie von Geisterhand aufgeschüttet wirkte. Jetzt haben wir vielleicht die Erklärung, wie sie dorthin gekommen sein könnte. Südöstlich der Salton Sea liegen die Imperial Sanddünen, eine relativ schmale Sandwelt, die sich über 40 Meilen in der Länge erstreckt. Von hier könnte der Sand gekommen sein. Man nimmt an, dass sich die Imperial Sanddünen zu der Zeit gebildet haben, als der Lake Cahuilla (habe im Artikel Salton Sea-Kalifornien davon berichtet) fast ausgetrocknet war. So konnten die Wüstenwinde den Sand forttragen und an anderer Stelle neue Dünen formen.

Diese Imperial Sanddünen durchquerten wir auf dem Weg nach Yuma. In Yuma sollte man das Yuma Quartermaster Depot und das Yuma Territorial Prison, also das Gefängnis, besuchen. Beides liegt direkt am Colorado River, der kurz vor seiner Mündung in den Golf von Kalifornien immer noch kein Strom geworden ist.

Yuma Quartermaster Depot

Yuma Quartermaster Depot

Das Quartermaster Depot wurde in den 1860ern von der amerikanischen Armee aufgebaut, um das Material zu beschaffen, zu lagern und zu verteilen, welches von den Militärposten benötigt wurde. Es wurde per Dampfschiff von San Francisco bis hierher gebracht. Der Posten bestand damals unter anderem aus einem kleinen Hafen, Lagerhallen, Ställen für die Zugtiere, einem Wasserspeicher, dem Wohnhaus des Kommandanten mit angeschlossenen Räumen für die Bediensteten und dem Office. Heute kann man zudem noch einen der alten Eisenbahnwaggons, Planwagen, einen alten LKW und einen wunderschönen rot-gold glänzenden Ford T bewundern.

Yuma Territorial Prison

Yuma Territorial Prison

Das fast nebenan liegende Gefängnis leistete seinen Dienst 33 Jahre lang von 1876 bis 1909. 3069 Gefangene, Weiße, Mexikaner, Indianer, Menschen jeden Schlages, die aus verschiedenen Gründen von Diebstahl bis hin zu Mord einsaßen, lernten die Bedingungen dort kennen. 111 von Ihnen verließen das Gefängnis nicht lebend und sind auf dem Gefängnisfriedhof ganz in der Nähe begraben. Die Zellen sind eng, waren dicht belegt und wer nicht spurte, machte mit der Dunkelzelle Bekanntschaft. Manch ein Gefangener konnte wohl davon nicht genug bekommen. Gesichter, Namen, Geschichten, alles findet man im Museum, das nicht in einem Originalbau untergebracht ist, sondern auf dem Platz des abgebrannten Hospitals und der Messhalle aufgebaut wurde.

Zellentrakt

Zellentrakt

Das Gefängnis an sich war fortschrittlich, hatte sanitäre Einrichtungen, 1x wöchentlich Baden war Pflicht, wenn nötig auch öfters. Medizinische Versorgung gab es und sogar eine Bücherei. Im Volksmund nannte man das Gefängnis „Countryclub“. Der Beiname „Höllentor“ kommt von den klimatischen Bedingungen, unter denen die Gefangenen leben mussten. In den 33 Jahren gelang es nur zwei Gefangenen zu fliehen, die anderen wurden wieder eingefangen oder bei der Flucht erschossen. 1909 schloss man das Gefängnis und verlegte die restlichen Gefangenen nach Florence in der Nähe von Phoenix. Dann stand es leer oder wurde während der Zeit der großen Depression anderen Nutzungen unterzogen. Da es jedoch immer noch Besucher anzog, wurde das Gefängnis zum Museum.

Brücke ins Nirgendwo

Brücke ins Nirgendwo

Knapp nördlich von Yuma entdeckten wir durch Zufall die McPhauls Bridge, auch die Brücke ins Nirgendwo genannt. Diese wurde 1929 über den Gila River gespannt, hat eine sehr wechselvolle Geschichte und war das Vorbild für den Bau der Golden Gate Bridge in San Francisco. Inzwischen ist die Brücke für den Verkehr gesperrt und auch heran kommt man nicht wirklich.

 

Bewässerungskanal

Bewässerungskanal

Noch immer trotzt der Mensch der Wüste Land für seine Äcker ab. Getreide, Melonen, Futterpflanzen für die Tiere und andere Früchte werden über ein dichtes Kanalnetz bewässert, durch das Unmengen von Wasser fließt. Die Klarheit des Wassers spricht für Grundwasser. Manche Felder sind direkt überflutet. Was einmal in den Kanälen landet, ist zum großen Teil für immer verloren.

Im asiatischen Supermarkt in Los Angeles hatten wir uns recht günstig auch eine Ziegenschulter mit Bein gekauft. Nach einem Rezept aus dem Internet zubereitet, ist das ein sehr leckeres und fein schmeckendes Fleisch. Man muss eben wissen, wie man es macht.

Wieder auf Tour

Aus der Traum von der ganz großen Rundreise, denn wir haben nur für ein halbes Jahr eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Mit unserem B2-Visum ist kein längerer Aufenthalt möglich, versicherte man uns. Unsere nächste Einreise dürfte dann auch erst nach mindestens einem halben Jahr stattfinden. Da wir für diese Zeit auch Versicherung bezahlen müssten, fällt diese Option aus und unsere Rundreise durch die USA/Kanada endet Mitte September. Kein Seattle, kein Vancouver, kein Yellowstone Park und kein Monument Valley. Wir werden also über Las Vegas durch die Nationalparks in Westkalifornien bis zur nördlichen Grenze von Kalifornien fahren, dann an der Westküste Richtung Süden und im Süden der USA nach Florida zurück, Änderungen vorbehalten.
 Jetzt sind wir aber erst einmal in Phoenix gelandet und haben unser Motorhome wieder. Hier ist es herrlich warm, über 20°C bei blauem Himmel, und vieles ist grün geworden. Es duftet an vielen Stellen wohltuend nach allerlei Blüten und die Vögel zwitschern überall. Vor allem die Apfelsinenbäume, die noch immer pralle Früchte tragen und blühen, duften intensiv. Der Duft erinnert stark an Jasmin, herrlich. Die im Winter tot scheinenden Ocotillos sind jetzt ebenfalls grün und haben sogar schon Knospenrispen angesetzt.
Orangen - Früchte und Blüten an einem BaumGrüner Ocotillo

Ende der 1. Etappe – Arizona

wunderschöner BesuchDer Kreis hat sich in Phoenix geschlossen, wir können nur noch auf den Flug warten. Durch die Kälteeinbrüche unterwegs und die hoch gelegene Landschaft im Südosten Arizonas sind wir früher als gewollt in Phoenix eingetroffen. Jetzt hat hier die Hochsaison begonnen, die bis Ende März andauert. Das heißt, dass das Platzangebot für uns sehr beschränkt ist. Unser erster Anlaufpunkt ist Apache Junction gewesen. Der Ort liegt im Osten von Phoenix und ist quasi schon einverlaibt. Wir haben unser Futterhäuschen für die Vögel wieder vor das Fenster gehängt und es wird den ganzen Tag belagert. Dabei finden sich jeden Tag neue, andere Vögel ein. Das ist wirklich schön, da kann man stundenlang zusehen. Wirkliche Überraschungsgäste sind die Rosella-Sittiche oder wie die richtig heißen. Von diesen Vögeln gibt es in Köln eine große, freilebende Kolonie. Anscheinend haben sich hier in Apache Junction ebenfalls ein paar dieser wunderschönen Vögel angesiedelt. Ansonsten fahren wir Fahrrad oder bringen ein paar Dinge in Ordnung, die bisher liegen geblieben sind.

Arizona MillsSpäter zogen wir in den Nordwesten von Phoenix um, klärten den Stellplatz für unser Motorhome in einem Storage (Lager) ab und bestellten schon einmal das Taxi für den 16. Januar. Zum Zeitvertreib besuchten wir die Arizona Mills, die größte Shopping Mall Arizonas. Da kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Vor allem das Rainforest Café ist eine Augenweide. Ganz authentisch dekoriert mit sich bewegenden Tieren, Urwaldgeräuschen, Sternenhimmel und sogar Gewittern. Dazu ein riesengroßes und mehrere kleinere Salzwasseraquarien, Nebel und Regen, das ist einfach Klasse.

Mehr Früchte geht nichtDas Wetter ist wechselhaft, aber es geht mit größeren Schritten auf den Frühling zu. Bourgainvilla, Wandelröschen, Oleander und Co blühen. Das tut richtig gut. Dazu ist es die Zeit der Zitrusfrüchte. Solche Winter, kurz und nicht zu kalt, lassen wir uns gefallen. Für die Einwohner hier ist es jedoch solch ein Winter wie für uns in Deutschland. Alles ist eingemottet, es ist kaum jemand auf der Straße. Naja, wenn im Sommer an die 50°C herrschen und im Rest des Jahres kaum unter 25°C zu verzeichnen sind, kann man das schon verstehen. Das Jahr 2012 ist das mit Abstand wärmste Jahr seit den Aufzeichnungen. Daran hat wohl die wochenlange Hitzewelle, in die wir geraten waren, auch ihren Anteil. Außerdem wurde überall über enormen Wassermangel geklagt. Wie es aussieht, beginnt jetzt auch in den USA das Umdenken im Bezug auf den Klimawandel. Diese Zeichen können nicht mehr übersehen werden.

Tonto National Forest – Arizona

Abfahrt zum Roosevelt LakeVon Globe aus führt die Straße zum Roosevelt Lake durch eine immer noch hügelige Landschaft mit Saguaro Kakteen, die eine Bestandsdichte aufweisen, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben. Die Kakteen haben auch mehr Arme als bisher gewohnt, was vielleicht darauf hinweist, dass der Bestand um einiges älter ist. Das letzte Stück der Straße hat auf 8 Kilometer 7% Gefälle. Da sollten die Bremsen schon in Ordnung sein oder die Motorbremse funktionieren.

Roosevelt DammDer See entstand 1911 durch den Bau einer Staumauer, die komplett aus Bruchsteinen konstruiert wurde. Sie war damit die größte Staumauer der Welt, die auf diese Weise gebaut wurde. 1981 wurde der Damm jedoch nach einer großen Flut erhöht und verstärkt. Oft soll das Wasser des Roosevelt Lakes an die 33°C haben, liest man in einem Prospekt. Es gibt viele Parks, in denen man Campen, Picknicken oder auch Boote zu Wasser lassen kann. Es ist ein großes Wildschutzreservat geworden.

Northern Cardinal - MännchenInzwischen sind wir begeisterte Vogelbeobachter. Mit unserem neuen Vogelhäuschen können wir die Vögel gut anlocken. Viele der Vögel sind herrlich bunt. Bei einem Kaffee in einem der Parks ließen sich sogar wieder die Northern Cardinals sehen, sogar ein Pärchen. Wir waren begeistert. Ein Gila Specht, „um Geld spielenden“ Wachteln, die leuchtend gelbbrüstigen Vögel mit dem schwarzen V darauf, ich weiß den Namen noch nicht, Tauben und die Spatzen mit 5 weißen Streifen auf dem Kopf haben uns viel Freude gemacht. Leider konnten wir um diese Jahreszeit nicht in dem Park übernachten, da es keine Stromanschlüsse für unsere Heizung gibt. Die Blicke auf den Roosevelt See und die Berge mit den Saguaro Kakteen sind herrlich. Die anscheinend vor langer Zeit angelegten, sehr langen Bootsrampen reichen inzwischen nicht einmal mehr bis ins Wasser, soviel Wasser fehlt in dem See, der zur Zeit 43% Füllstand hat. Die am Ufer wachsenden Bäume und Sträucher zeigen, dass dies schon länger so ist.

Im Tonto National Monument besichtigten wir eine Felsenwohnstätte. Die Bewohner waren die Salado Indianer, von denen wir schon in Globe gehört hatten. Wie sich die Menschen damals selbst nannten, weiß niemand. Das Wort Salado kommt aus dem Spanischen und ist vom Salt River, der zum Tonto Bassin fließt, abgeleitet. Die untere Felsenwohnstätte (Lower Dwelling) beherbergte 16 ebenerdige und 3 im 2. Stockwerk liegende Räume sowie einem Anbau. Seit der Entdeckung 1902 ist viel davon zerstört worden, wie ein Foto aus dieser Zeit zeigt. Trotzdem kann man sich eine Vorstellung vom Leben in dieser Felsengrotte machen. Die Aussicht auf das Tonto Bassin, wo die Salado Indianer ihre Felder angelegt hatten, ist jedenfalls unschlagbar. Im Rahmen einer Führung, die allerdings nur Sonntags und Montags durchgeführt wird, kann man zudem noch die weiter oben im Tal befindliche Felsenwohnstätte besuchen. Ausgrabungen haben gezeigt, dass es noch viele Siedlungen der Salado Indianer im Tonto Bassin gab. Es ist aber auch eine wunderschöne Landschaft, in der zudem der Frühling einkehrt. Seit Monaten sprießt das erste frische Gras, die tot scheinenden Ocotillos bekommen erste kleine grüne Blättchen und auch sonst sieht hier, weiter nördlich wieder alles etwas grüner aus. Es hat ja inzwischen einigen Regen gegeben. So ein kurzer Winter ist gut auszuhalten.
Lower Dwelling FelsenwohnstätteAussicht auf das Tonto Bassin

 

 

 

Eigentlich wollten wir über den Apache Trail nach Apache Junction fahren. Der Trail, den die Indianer, Cowboys und Minenarbeiter zwischen Globe und Mesa (Stadtteil von Phoenix) benutzten, führt durch das „erhabenste“ und schönste Panorama, dass die Natur je geschaffen hat. So hat sich Theodor Roosevelt ausgedrückt. Jeder Besucher Arizonas muss ihn einfach fahren. Für uns wäre es die kürzeste Verbindung gewesen, die uns allerdings zur Kapitulation zwang. Die „Straße“ ist ein unbefestigter Weg, der aber fast nur einem Waschbrett gleicht. Nach 4 Meilen durch eine wirklich unbeschreibliche Landschaft erreichten wir einen Campingplatz direkt am Apache Lake. Auf unsere Frage, wie weit dieser Zustand der Straße noch anhält, wurde uns geraten, den Weg zurückzufahren, den wir gekommen waren, das wäre das kleinere Übel. Würden wir den Apache Trail weiterfahren, wären das weitere 20 Meilen Waschbrettpiste. Das war absolut zu viel für unseren Bus, der sich am Ende des Trails wahrscheinlich in seine Einzelteile zerlegt hätte. So übernachteten wir am See, machten abends unser erstes Lagerfeuer seit langer Zeit und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit des Sees mitten im Nirgendwo.
Apache LakeAuf dem Apache Trail

 

 
Saguaro LakeAm nächsten Tag fuhren wir die 4 Meilen Waschbrettpiste zum Roosevelt Lake zurück. Das hieß aber auch, 50 Meilen Umweg über Punkin Center zu fahren, immer durch das wunderschöne Tonto Bassin. Der Highway zurück nach Apache Junction liegt dafür mitten in den atemberaubenden Bergen des Tonto National Forest. Auf 4500 Fuß Höhe hatten wir dann auch die Schneegrenze überschritten. Mehrere meilenlange, steile Abfahrten brachten uns dann wieder in gemäßigtere Zonen, wo wir dem Saguaro Lake noch einen Besuch abstatteten, der ebenfalls sehr schön gelegen ist.
Die letzte Station vor Apache Junction war ein Picknickplatz an dem Flusslauf, der aus dem Saguaro Lake kommt. Der Fluss führt erstaunlich viel Wasser und wir konnten neben einem Reiher und kleineren Vögeln sogar einen Eisvogel beobachten. Plötzlich, aus dem Nichts, tauchten am anderen Flussufer 3 Indianer auf, die mit ihren normalen Straßenschuhen und Klamotten einfach so durch den eiskalten Fluss wateten, so wie sie es schon immer getan haben. Anschließend die Schuhe trocknen? Fehlanzeige.

Sonora Wüste – Arizona

Auf unserer Autokarte ist das Sonoran Desert National Monument westlich von Gila Bend eingetragen. Das war der Grund für uns, von Phoenix aus nach Gila Bend zu fahren, um wenigstens eine minimale Vorstellung von der Sonora Wüste zu bekommen. Es führt nur eine Straße hindurch, an deren Rand hier und dort Infotafeln aufgestellt sind, aber das ganze zugängliche Gebiet ist zur Zeit (saisonabhängig) gesperrt. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Da wir noch fast 6 Wochen Zeit haben und nicht mehr so viele Kilometer zu fahren sind, entschieden wir uns, zum Organ Pipe Cactus National Monument zu fahren und uns dort umzusehen. Eigentlich stand dieser Park nicht auf meiner Liste, was ein sehr großer Fehler gewesen wäre.

Auf dem Weg dorthin liegt noch die kleine Stadt Ajo. Im Südwesten von Ajo befindet sich ein riesiger Kupfertagebau, in dem anscheinend immer noch abgebaut wird. Vom Besucherzentrum aus kann man einen Blick tief in die Grube werfen. Das Kupfer abgebaut wird, zeigen die grünen Stellen im Gestein. Dies ist die erste Kupfergrube Arizonas gewesen. Im Museum sind einige Stücke aus der frühen Zeit des Kupferabbaus ausgestellt, unter anderem ein uralter Holzwagen, mit dem Wasser von oder nach Gila Bend transportiert wurde. Das sind 42 Meilen einfache Wegstrecke. Da waren die Leute aber einige Zeit unterwegs. Ansonsten ist Ajo ein sehr schönes, sehr mexikanisch anmutendes Städtchen mit weiß getünchten Häusern und der hübschen Kirche.

Durch Wüste, eine zerrissene Vulkankraterlandschaft und durch Furten, die manchmal unverhofft Wasser führen, die Straße ist dann nicht passierbar, erreichten wir das Organ Pipe Cactus National Monument an der mexikanischen Grenze. Ich sage jetzt einfach mal Pfeifenkaktus-Park dazu. Für unseren Bus gibt es nur eine Straße und den Twin Peaks Campingplatz im Park. Weitere Straßen und der zweite Campingplatz sind den PKWs vorbehalten. Drei Tage standen wir auf dem Campingplatz, der leider keine Strom- und Wasseranschlüsse hat und wir uns deshalb nicht viel länger dort aufhalten konnten. In dem Park erfuhren wir auch, dass dieser Teil ein weiterer Teil der Sonora Wüste ist. Das ist noch nicht alles, denn die Sonora Wüste erstreckt sich über fast den gesamten Süden Arizonas, einen Teil Kaliforniens und den größten Teil Mexicos. Das hat uns echt überrascht.

Die Sonora Wüste ist die grünste und vielfältigste Wüste der Welt. Im Pfeifenkaktus-Park leben 28 verschiedene Kakteenarten, den Rest machen verschiedene Buscharten und die Ocotillos aus. Die Ocotillos sind merkwürdige Gewächse. Sie haben viele schlangenartige, unverzweigte Triebe, die voll von Dornen sind. Deshalb sehen sie aus wie Kakteen. Da die Ocotillos jedoch nur grün sind, wenn sie einige Tage zuvor Wasser bekommen haben und dann bald wieder „in den Schlaf“ gehen, sind es gewöhnliche Büsche. Jedenfalls „verschlafen“ die Ocotillos die meiste Zeit ihres Lebens und sehen eher tot aus. Sie sind mindestens so beeindruckend wie die Saguaro- und Pfeifenkakteen.

Ach so, habe ich ja noch vergessen: Die Pfeifenkakteen heißen richtig Orgelpfeifen-Kaktus, weil die ersten Siedler gemeint haben, dass die abgestorbenen Kakteen wie Orgelpfeifen aussehen. Diese Pfeifenkakteen gibt es noch seltener als die Saguaro Kakteen. Außerhalb des Parks kann man keine solchen Kakteen mehr entdecken und selbst im Park stehen sie nur an manchen Stellen.

Die Saguaro Kakteen sind die Giganten unter den Kakteen. Sie werden höher als manche Bäume und sind sehr stattlich. Die Seitentriebe werden erst ausgebildet, wenn die Kakteen mindestens 75 Jahre alt sind, habe ich irgendwo gelesen. Diese Seitentriebe verleihen den einzelnen Kakteen ein individuelles Aussehen und man kann sie in verschiedene Kategorien einteilen: die Lustigen, die Einladenden, die Musterexemplare, die Außergewöhnlichen und die verkrachten Existenzen. Das ist wirklich interessant.

Auf dem kurzen Desert View Trail am Twin Peaks Campground wird der Besucher über die Nutzung der Pflanzen durch die Ureinwohner, hier sind es die Tohono O´Odham, informiert. Diese Pflanzen sind ihre Apotheke für so ziemlich alle Zipperlein, die sie haben können. Die geschnittenen Triebe der Ocotillos werden als lebender Zaun genutzt und die Wasserleitungen der toten Saguaro Kakteen geben gutes Baumaterial für Hütten ab. Aus den Wurzeln eines Busches machen sie wohlschmeckenden Tee, andere Büsche werden zum Herstellen von Körben benutzt und aus dem Holz des Eisenbaumes machen sie Werkzeuge, Pfeilspitzen oder Figuren. Eine andere Pflanze liefert den Klebstoff und die Beeren der Misteln werden von den Medizinmännern genauso genutzt wie in Europa.

Aber nicht nur die Pflanzen gehören zur Wüste, sondern auch die Tiere. Bei unseren Wanderungen haben wir nur Eidechsen gesehen, einmal hörte ich das Grunzen eines der hier lebenden Wildschweine. Regen Betrieb hatten wir dagegen auf dem Campingplatz. Da gaben sich die Gila Spechte, Kaktus-Zaunkönige und Bogenschnabel Trasher ein Stelldichein. Wir fanden die „um Geld spielenden Wachteln“, so die Übersetzung, am schönsten. Sie waren aber sehr scheu und verschwanden schnell, wenn man ihnen zu nahe kam.
Überall im Westen der USA sind die stattlichen Raben zu finden, aber noch nie hatten wir ein turtelndes Pärchen gesehen, und das auch noch auf den stacheligen Abzweigungen eines Saguaro. Aufmerksam auf sie sind wir geworden, weil wir gemeint haben, Kraniche zu hören. Anscheinend klingen die Balzlaute der Raben genauso. Leider konnten wir auch dieses Mal keine Klapperschlange finden.

 

 
Am Ende des 3,5km langen Victoria MineTrails, der nur ein Trampelpfad durch die Wüste ist und mehrere Wasserläufe kreuzt, liegt die Victoria Mine. Mitten im Nirgendwo, in den Hang der Sonoyta Mountains, hat jemand ein Loch gebuddelt. Uns warfen sich zwei Fragen auf: Warum gerade an dieser Stelle? und: Was hat derjenige gesucht und ist er fündig geworden? Jedenfalls lagen auffällig viele grüne Steine in der Gegend herum, kupferhaltiges Gestein? Jede Menge Quarz ist aus dem Berg geschafft worden. Der Abraum liegt noch vor der Mine. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft mit ihren riesigen Kakteen.

 

 

Am letzten Abend beobachteten wir einen Meteoriten, oder auch verglühenden Weltraumschrott, das weiß man ja heutzutage nicht so genau. Der Feuerschweif war sehr lang und wir konnten seine Bahn fast vom Zenit bis zum Horizont verfolgen, ein sehr seltenes Ereignis. Im Moment haben wir sogar Vollmond und es ist nachts so hell, dass man soweit wie am Tage gucken kann. Fast ist es sogar möglich Zeitung zu lesen, Wahnsinn.

Einen Fahrradausflug zur 5 Meilen entfernten mexikanischen Grenze haben wir ebenfalls gemacht. Das Meer ist nur 100 Kilometer entfernt, aber da so dringend von einem Besuch Mexikos abgeraten wird, haben wir davon abgesehen, Rocky Point zu besuchen.

 

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