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Quarzazate – Marrakesch

Passstraße über den Hohen Atlas

Um nach Marrakesch zu gelangen, mussten wir ein weiteres Mal den Hohen Atlas in vielen Kurven überqueren. Diesmal ging die Fahrt über den verschneiten Paß „Col du Tichka“, der auf einer Höhe von 2260m liegt. Noch einmal machten wir Bekanntschaft mit Schnee in Marokko und genossen den Blick über die Berge des Hohen Atlas.

im Färberviertel

Wir konnten uns an dem Schnee und der Schönheit des Hohen Atlas gar nicht satt sehen. Gegen Mittag kamen wir in Marrakesch an. Nachdem wir im Hotel Club Les Idrissidres eingecheckt und zu Mittag gegessen hatten, fuhr uns der Bus zur Medina von Marrakesch. Ihr galt am heutigen Nachmittag unsere ganze Aufmerksamkeit. Zuerst schlenderten wir durch das Färber- und Weberviertel, besichtigten den Innenhof eines Riads, welches einem Amerikaner gehört und der daraus ein Hotel gemacht hat, und kamen an verschiedenen Läden vorbei. Wunderschöne Kleider, mit Schmucksteinen und goldenen Borden verziert, wie aus 1001 Nacht entlehnt, strahlen aus vielen Schneidereien. Leider kann ich kein Beispiel zeigen, da uns das fotografieren versagt wurde.

Arganölmühle

Nach einer ganzen Weile betraten wir eine Apotheke, die einer Kooperative angehört. In witziger und sehr kurzweiliger Form erklärte uns der Inhaber die Wirkung der verschiedenen Kräuter und Gewürze und erklärte, was es mit dem Arganöl auf sich hat. Von unserer früheren Reise wussten wir schon, dass die Arganbäume ausschließlich bis 60km Umkreis (Luftlinie) um Agadir herum wachsen, sonst nirgendwo auf der Welt. Nur hier wird das Arganöl produziert. Es ist eine sehr mühsame Arbeit, die sich letztendlich auch im Preis niederschlägt. Das Öl hat sehr viele gesunde Inhaltsstoffe, leider ist es nicht unser Geschmack. Wir mussten auch hier nichts kaufen, aber es ist unglaublich, dass wirklich für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen ist. Westliche, zudem überteuerte Medizin ist so gut wie überflüssig. Dahinter bin ich schon seit einiger Zeit gekommen, deshalb verwende ich fast nur noch Teebaumöl, Aloe Vera und Tees. Da wir schon mehrfach gehört haben, dass Schwarzkümmel sehr gut ist, um die Atemwege freizumachen, nahmen wir davon etwas mit nach Hause. Dort ausprobiert, entfaltete es sehr schnell seine Wirkung. Das war eine gute Ausgabe.
Fast alle Teilnehmer kauften das marokkanische allround-Gewürz Ras el Hanout, welches wir auch schon mehrfach nachgekauft hatten.

Delikatesse Schafskopf

Endlich kamen wir zum Höhepunkt der ganzen Rundreise, dem Jemaa el Fna, oder auch Gauklerplatz oder Platz der Geköpften. Schon bei unserer ersten Reise nach Marrakesch hatten wir den Platz besucht, nun waren wir ein zweites Mal da.
Als wir auf dem Platz eintrafen, waren die Garküchen schon aufgebaut. Zuerst hatten wir Durst und kauften uns einen frisch gepressten Orangensaft. Klaus hatte sich aber seit Jahren schon vorgenommen, irgendwann einmal einen Schafskopf zu essen. Damals kam das organisierte Abendessen dazwischen. Diesmal suchten wir uns einen der zahlreichen Stände aus, die Schafskopf anbieten, und bestellten einen halben davon. Wir dachten, dass wir die Hälfte eines der ausliegenden Schafsköpfe auf den Teller bekämen, aber so ist es nicht. Die Köpfe werden in großen Kesseln gegart und der Verkäufer löst dann alles essbare vom Schädel, um es kleingeschnitten zu servieren. So landen Hirn, Zunge, Backen und Ohren auf dem Teller. Die Augen werden vorher entfernt und nicht mit serviert. Man muss es einmal probiert haben, aber zum Lieblingsgericht wird Schafskopf dann doch nicht.

Jemaa el Fna

Uns blieb viel Zeit, um das abendliche Treiben auf dem Jemaa el Fna zu erleben. Noch nach Jahrhunderten hat der Platz nichts von seiner Faszination verloren. Noch immer kommen Unmengen von Einheimischen und Touristen, um den Geschichtenerzählern zu lauschen, den Schlangenbeschwörern und verschiedenen Künstlern zu folgen oder sich mit allerlei Hausmittelchen einzudecken. Die rot gekleideten Wasserträger verdienen sich ihr Geld heute eher als Fotomotive. Nach eineinhalb Stunden inmitten verschiedener Musikrichtungen, der Gerüche und Tätigkeiten, die auf einen einströmen, wird die Wahrnehmung ganz schön auf die Probe gestellt.
Man kann sich das Treiben auch von einem der Panorama-Restaurants von oben ansehen, allerdings nur als Kunde. Nur mal gucken ist nicht.

Dar es-Salam

Das Abendessen nahmen wir im Dar es-Salam ein. Das ist ein altes und berühmtes, sehr prächtiges Restaurant. 1956 drehte Alfred Hitchcock in diesen Räumen seinen Film „Der Mann, der zu viel wusste“. Das marokkanische Essen ist sehr gut. Den Abend beschloss eine orientalische Folkloreshow.

Zeitig am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück nach Agadir, um die gebuchte Badewoche anzutreten und uns von der doch anstrengenden, aber sehr schönen und interessanten Rundfahrt auszuruhen. Noch einmal vielen Dank an unseren tollen Reiseleiter Abdullah Mazza von Meeting Point Morocco.

Erfoud – Tinerhir – Quarzazate

Saadier-Zisternen

Auf dem Weg zwischen Erfoud und Quarzazate sind manchmal merkwürdige Erhebungen in der Landschaft zu finden, mal mehr, mal weniger viele. Bei näherer Betrachtung befinden sich in der Mitte der Erhebungen schmale, tiefe Löcher. Dies sind ehemalige Zisternen aus der Saadierzeit. Sie stammen also aus dem 16.-17. Jahrhundert und wurden noch lange instandgehalten. In Zeiten, als es mehr Wasser in der Wüste gab, wurde das Regenwasser mit Hilfe solcher Zisternen aufgefangen. Heute sind sie ausgetrocknet und verfallen.

Berberzelt

Es scheint jedoch immer noch im Untergrund Wasser zu geben, denn gerade an solchen Stellen wurden mehr Brunnen als anderswo gebohrt. Deshalb halten sich nomadisierende Berberfamilien in ihren Zelten in der Nähe der Zisternen auf. Man findet diese Familien aber auch überall sonst in Südmarokko, solange sie dort Wasser finden. Sie leben zumeist von ihren Ziegen oder Kamelen, die sie bei Bedarf verkaufen. Viel brauchen die Nomaden nicht zum Leben.

Tinerhir

In Tinerhir legten wir eine Pause ein, um uns auf dem Markt mit Proviant zu versorgen, welcher später für ein Picknick dienen soll. Der Markt gruppiert sich um einen kleinen Häuserblock im Zentrum der Stadt und bietet alles, was man zum Leben braucht. Die Stadt selbst scheint recht schön zu sein. Mehrgeschossige Häuser im Berberstil, die Fassaden besitzen den typischen roten oder braunen Ton der marokkanischen Erde, dominieren das Stadtbild.

In Tinerhir bog der Bus für einen Abstecher nach Norden ab, immer am Qued Todra entlang. Zuerst ist das Tal eine weite Flussoase, aber mit jedem Kilometer weiter nach Norden verengt sich das Tal. Oberhalb des Ortes Ait Snan hat man einen tollen Blick über die südlichen Ausläufer des Hohen Atlas, die Flussoase und den Ort.

Flussoase Qued Todra

Qued Todra

Immer weiter schlängelt sich die Straße durch das Qued Todra, stetig an Höhe gewinnend. Einige Kilometer weiter setzte uns der Bus vor dem Eingang zur Todra-Schlucht ab. Die Felswände steigen senkrecht 300m in die Höhe, die Talsohle liegt auf ca. 1400m über dem Meer. Vor dem Eingang in die Schlucht laden Cafés und kleine Restaurants zur Einkehr ein. Wir packten unseren Proviant vom Markt in Tinerhir aus und suchten uns ein Plätzchen am klaren Wasser des Flüsschens. Ein wenig Brot, Käse, gebratene Würstchen und eine Orange, nichts aufregendes, aber in dieser supertollen Landschaft schmeckte es wie das Mahl eines Kaisers.

Todra-Schlucht

Nach der Stärkung starteten wir unseren Spaziergang ein Stück weit in die enge Schlucht hinein. Die Felswände stehen so eng, dass kaum ein Sonnenstrahl den Boden erreicht. Die allgegenwärtigen Straßenverkäufer stürzen sich auf jeden, der in die Schlucht kommt, aber ein paar hundert Meter weiter kann man sich ganz auf die Schönheit der Todra-Schlucht konzentrieren. Es ist ein unglaublich schönes Stück Land in Marokko. In einer Biegung schmiegt sich ein Hotel an die Felswand, im Winter ist es geschlossen. Ganz weit oben sind hier und dort Kletterer zu beobachten, für die das hier ein Paradies ist. Uns blieb genügend Zeit, das alles zu genießen und den Aufenthalt mit einem Minztee zu beschließen.

Hoher Atlas

Nun ging die Fahrt nach Quarzazate weiter, fast immer mit dem Blick zu den verschneiten Gipfeln des Hohen Atlas. Der Himmel war endlich wolkenlos und blau. Bei Boumalne Dadès trafen wir auf das Qued Dades, dem wir mehr oder weniger nah bis nach Quarzazate folgten. Kurz vor der Stadt breitet sich linker Hand eine große Talsperre aus, die vor allem das Wasser des Dades speichert.

kunstvolle Schilfdecke

Quarzazate ist das Hollywood Marokkos. Vieles ist nur Schein statt Sein, aus Pappmaschee statt Stein. Zuerst besichtigten wir die Kasbah de Taourirt, am östlichen Stadtrand. Sie ist kein Schein, sondern eine der eindrucksvollsten Kasbahs, die zu besichtigen sind. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist bis heute bewohnt. Ein Teil der Wohnburg kann besichtigt werden. Endlich durften wir uns solch eine Kasbah von innen ansehen. Von den allermeisten Lehm-Kasbahs sind heute nur noch Ruinen übrig und wir haben uns schon gefragt, wie es dort drinnen ausgesehen haben mag. Nun hatten wir die Gelegenheit, einen Blick in das Innere einer Kasbah zu werfen.

Blick aus dem Fenster

Die Räume sind klein, die Fenster auch, schmale Treppen und noch schmalere Gänge führen durch das Haus, gezielt gesetzte Löcher im Mauerwerk übernehmen die Funktion der Klimaanlage. Die Wände sind aus Lehm, die tragenden Deckenbalken bestehen aus Zedernstämmen, verstärkt mit Olivenholz, kunstvoll verlegtes Schilfrohr bildet den Unterbau für die Fußböden. Eigentlich ist solch eine Kasbah eher ein mehrstöckiges Labyrinth aus Räumen. Repräsentative Räume wie Wohn- oder Empfangsräume sind prächtig mit bunten Fliesen, Stuck und buntbemalten Zedernholzdecken ausgeschmückt. Der Besuch der Kasbah de Taourirt war sehr interessant.

Hotel „Farah al Janoub“

Am Abend bezogen wir unsere Zimmer im Hotel „Farah al Janoub“. Von außen ist dieses Hotel ziemlich hübsch, aber innen ist die Zeit wohl seit dreißig Jahren stehen geblieben, dazu funktionierte fast nichts. Sowohl das Hotel als auch der Service lassen sehr zu wünschen übrig, was sich auch in den vernichtenden Kritiken unserer Bewertungen der Rundreise niederschlug.
Nach dem Abendessen schlenderten wir noch eine Weile durch die nähere Umgebung. Es war die letzte Nacht unserer Rundreise, bevor es morgen zurück nach Marrakesch geht.

Atlas Corporation Studios

Quarzazate war eine alte Karawanenstadt. Viele Karawanen machten hier Zwischenstation auf dem Weg nach Tombouctou, bei uns besser bekannt als Timbuktu, im heutigen Staat Mali. 52 Tage brauchten die Kamele, um den Weg dorthin zu bewältigen. Heute ist Quarzazate eine Filmstadt. Mehrere Filmsets sind rund um die Stadt verteilt. Filme wie „Gladiator“, „Das Jesus-Video“ oder „Der Medicus“ wurden hier gedreht. Die Atlas Corporation Studios, kurz Atlas Studios, sind am nordwestlichen Rand von Quarzazate zu finden. Zwei große Filmklappen kennzeichnen die Einfahrt, den etwas entfernt liegenden Eingang in der umschließenden Mauer zieren mehrere Pharaonen-Statuen aus Pappmaschee.

Kasbah Ben-Haddou

30 Kilometer in Richtung Marrakesch befindet sich die Kasbah Ben-Haddou. Niemand weiß, seit wann es diese Kasbah gibt. Sie ist zwar immer noch teilweise bewohnt, aber eigentlich dient sie nur noch als berühmte Filmkulisse. Nur deshalb werden die Lehmbauten immer wieder instandgehalten. Seit 1962 wurden Filme wie „Lawrence von Arabien“, „Jesus von Nazareth“ oder „Die Jagd nach dem Juwel vom Nil“ in den Mauern gedreht. Nachdem Touristenströme den Verfall der Lehmstadt immer mehr beschleunigten, ist eine Besichtigung heute nicht mehr möglich. Man kann die Kasbah Ben-Haddou nur noch aus der Entfernung betrachten.

Große Marokko-Rundreise

Vor fast genau sieben Jahren führte uns der Zufall nach Agadir und wir hatten eine schöne Zeit dort. Viele Wohnmobilisten verbringen inzwischen den Winter in Marokko und bei uns reifte der Entschluss, irgendwann noch einmal in dieses Land zu reisen. Mit dem Womo kamen wir noch nicht dorthin, deshalb buchten wir jetzt eine 14tägige Flugreise über sonnenklar.tv. Wir verreisten schon mehrmals über diesen Anbieter. Sie haben sehr gute Angebote und bisher waren wir immer sehr zufrieden. Da wir den Norden Marokkos noch nicht kannten, entschieden wir uns für die „5-Königsstädte-Rundreise“ plus eine Woche Strandurlaub.

Als wir in Marokko ankamen und es zur Verteilung der Rundfahrtgäste auf die Busse kam, erfuhren wir, dass wir für die „Große Marokko-Rundreise“ umgebucht worden waren. Noch konnten wir es nicht ganz glauben, aber es stimmte. Die Rundfahrt startete in Marrakesch. Wir hatten großes Glück mit dieser Rundreise. Wir bekamen nicht nur die Königsstädte Marokkos zu sehen, sondern lernten auch einige Gebiete südlich des Hohen Atlas kennen. Wir waren nicht böse darüber. Zudem waren wir eine kleine Gruppe von 21 Personen. Normalerweise ist der Bus voll. Dann sind es über vierzig Gäste. Vor allem in den Medinas zahlte sich die kleine Gruppe aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das ganze mit vierzig Mann abgelaufen wäre. Mit dem Reiseleiter und der Organisation hatten wir ebenfalls großes Glück. Sehr angenehm war es, dass wir zu nichts gedrängt wurden. Wir blieben frei in unseren Entscheidungen, was die Verkaufsveranstaltungen anging. Niemand nahm es übel, wenn wir nichts kauften. Da haben wir schon durchaus andere Erfahrungen gemacht. Es war also eine sehr schöne Rundreise, von den ersten drei Tagen Regen und Kälte abgesehen. Niemand der Einheimischen konnte sich daran erinnern, Schnee in der Sandwüste Marokkos gesehen zu haben. Einer der Reiseleiter zeigte uns ein Foto von einer seiner Touren: Schnee auf dem roten Sand der Wüste, halb Sand und halb Schnee. Wahnsinn.

Da der ganze Bericht viel zu lang für einen Beitrag ist, habe ich ihn in die einzelnen Etappen aufgegliedert:

Marrakesch

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Fes

Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Erfoud – Tineghir – Quarzazate

Quarzazate – Marrakesch

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