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Rückfahrt über die Schweiz

Also, in Norditalien selbst Ende März einen Stellplatz oder Campingplatz zu finden, der geöffnet und auch noch groß genug ist, ist sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir, irgendwo einen Platz zu finden, wo wir noch ein paar Nächte bleiben konnten, bevor wir zurück nach Deutschland fahren. Das funktionierte nicht und so fuhren wir über Genua, Mailand und Como (290km) in die Schweiz. Entlang der Riviera di Levante, also von Cinque Terre bis Genua war es eigentlich eine Tunnelfahrt. Von der Landschaft bekommt man dort nur wenig zu sehen.

Vor dem Grenzübertritt mussten wir uns schlau machen, was für die Maut in der Schweiz nötig ist. Für unser Womo über 3,5t brauchten wir eine Schwerverkehrsabgabe, für den kleinen Anhänger eine Vignette. Beides zusammen bekamen wir am Grenzübergang und kostete ca. 60,-€.

auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel

Auf der ersten Raststätte hinter der Schweizer Grenze übernachteten wir, kostenlos. Wie sich auf der Durchfahrt durch die Schweiz herausstellte, werden normalerweise auf den Parkplätzen der Raststätten 15,-€ für die Zeit von 19-5 Uhr fällig. Da hatten wir nochmal Glück.

Die Preise in den Läden und Tankstellen der Schweiz sind unsagbar teuer. Als wir die Preise sahen, war uns klar, dass wir uns nicht lange in der Schweiz aufhalten werden. Eine Nacht wollten wir aber doch noch irgendwo übernachten, wo es schön wäre. Genauso wenig wie schon in Italien fanden wir auch in der Schweiz nahe der Autobahn keinen Platz. Nur vorm Gotthard-Tunnel legten wir eine Pause am Parkplatz der Seilbahn ein, wo wir eigentlich eine Übernachtung geplant hatten. Das Panorama ist wunderschön, mit den schneebedeckten schroffen Gipfeln der Alpen. Ich konnte nicht umhin, wenigstens einmal durch den Schnee zu stapfen. Die Seilbahn mit zwei gegenläufigen großen Kabinen bringt die Leute hoch in die weiße Winterwelt. Es stand am Schalter kein Preis für die Seilbahnfahrt, den ich hier nennen könnte.

letzter Parkplatz vorm Gotthard-Tunnel, an der Seilbahn

Eine Käserei mit Restaurant wartet auf Gäste. Bis zum Gotthard-Tunnel scheint die Schweiz noch zu Italien zu gehören, denn die Schilder sind auf italienisch und es wird italienisch gesprochen. Die Preise in der Käserei sind doppelt so hoch, wie wir sie von Italien her gewohnt sind.

Die Kälte der Alpen, der Schnee reichte bis an die Tunneleinfahrt heran und der Raureif der Nacht lag noch auf den Bäumen, ließ uns dann doch weiterfahren.

Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist in der Vignette/Schwerverkehrsabgabe enthalten, kostet also nicht extra. Als wir nachsahen, wie wir am besten über die Alpen kommen, blieb nur der Gotthard-Tunnel. Auf der Strecke über Turin in die Schweiz liegen der Fréjus-Tunnel und der Mont Blanc-Tunnel. Beide dürfen nicht von Fahrzeugen mit Emissionsklasse 0 befahren werden. So blieb uns nur die Strecke mit dem Gotthard-Tunnel. Die Steigungen sind moderat, da war die Überquerung des Brenner wesentlich kniffliger. Der Gotthard-Pass ist bis Mitte Mai geschlossen.

derzeitige Einfahrt in den Gotthard-Tunnel von Süden

Der Gotthard-Tunnel ist mit 16,9km der viertlängste Tunnel der Welt. Die LKWs werden nur einzeln, per Ampel gesteuert, in den Tunnel gelassen. Sie müssen einen Sicherheitsabstand von 150m zueinander einhalten. Da Überholverbot im Tunnel herrscht, müssen sich die PKWs einordnen und im Tempo der LKWs mitfahren. Erst in einigen Jahren wird es möglich sein, beide Tunnelröhren und dann jeweils beide Fahrspuren zu nutzen. Nach vielen schrecklichen Unfällen im Tunnel wurde viel für die Sicherheit unternommen. Mit den großen Abständen und dem relativ geringen Verkehr zur Zeit, fühlten wir uns schon ziemlich sicher. Nach 16 Minuten kamen wir endlich wieder ans Tageslicht.

Am Vierwaldstätter See wartet ein 9,25km langer Tunnel. Es folgen dann noch viele Tunnel. Die meisten zwischen 1-3km lang, aber auch längere Tunnel. Irgendwann hat man dann einfach keine Lust mehr auf die Dinger. Schade um die schöne Bergwelt, die ständig aus dem Blickfeld verschwindet. Lange wird man von den schneebedeckten Gipfeln begleitet. Leider ist das Tal, welches sich vom Gotthard bis zum Vierwaldstätter See anschließt, von Stromtrassen verschandelt.

am Vierwaldstätter See

Irgendwann passiert man den Sempacher See, wo wir eine Pause auf dem Parkplatz einlegten, und schon bald ist man in Basel. Am Grenzübergang nach Deutschland nahmen wir die Busspur, weil wir ja kein PKW sind, und standen vor einer roten Ampel. Die Ampel wurde nicht grün und es kam auch niemand, der sich um uns kümmerte. So ging ich ins Büro und fragte, ob wir weiterfahren könnten. Als dann der deutsche Zollbeamte zu sprechen war, fragte er nur, ob wir aus der Schweiz etwas zu verzollen hätten. Ich sagte ihm, dass wir aus Italien kommen. Dann könnten wir durchfahren, Gute Fahrt. So weit wollten wir am Stück (330km) gar nicht fahren, aber was soll man machen.

Ausflug von Müllheim nach Neuenburg – Narrenbrunnen

Erst in Müllheim-Hügelheim, am Kräuterhof, fanden wir ein Plätzchen zum Stehen und Übernachten. In dem großen freundlichen Laden wird alles was mit und aus Kräutern gemacht ist verkauft. Die Preise sind in Ordnung. Beim Fleischer, nicht weit weg, konnten wir etwas gegen unseren Heißhunger für Fleischsalat, Leberwurst und Sülze tun. In Italien gibt es nur an die 50 Sorten Salami und Schinken, aber sonst nix. Das wird für Abwechslungs-Fetischisten wie uns zur Tortur. Jetzt werden wir uns erst einmal wieder mit richtigen deutschen Gerichten verwöhnen. Immer nur Pasta wird auf die Dauer auch langweilig. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, dass wir auf Sizilien sehr viele gute Gerichte probiert haben, weil dort alles sehr günstig ist.

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Gotthard oder Brenner?

Wir haben festgestellt, dass ganz viele Wohnmobilfahrer nicht wissen, wie sie am besten über die Alpen kommen. Wir hatten uns ebenso diese Frage gestellt. Inzwischen haben wir die Antworten, aus eigener Erfahrung:

Die Strecken über den Brenner (Österreich) und den Gotthard-Tunnel (Schweiz) sind die angenehmsten. Ich möchte an der Stelle auf unsere entsprechenden Beiträge verweisen: Brenner und Rückfahrt über die Schweiz. Dort haben wir unsere beiden Alpenüberquerungen beschrieben, inkl. der notwendigen Mautzahlungen. Wir hoffen, die darin enthaltenen Angaben helfen Euch bei den Planungen Eurer Touren über die Alpen ein wenig weiter.

in Richtung Brenner

 

Bloggertreffen zur CMT in Stuttgart

Bloggertreffen 2016

Bloggertreffen 2016

Nachdem ich kurz vor Weihnachten vom Bloggertreffen zur CMT (Camping Motor Touristik) in Stuttgart gehört hatte, fand ich es eine gute Idee, uns als A+K Weltenbummler auch einmal dort vorzustellen und wir ließen uns akkreditieren. Im letzten Jahr waren wohl um die fünfzig Blogger anwesend, während ihre Zahl diesmal nicht so hoch war. Den Großteil stellten Touristikfachleute, vor allem aus dem Raum Süddeutschland. Drei internationale Vertreter der Fremdenverkehrsämter Indiens, der Schweiz und Dänemarks komplettierten die Runde.
Nachdem sich jeder Teilnehmer kurz vorgestellt hatte, konnten ausgiebig Verbindungen geknüpft werden. Leider war weder ein Blogger dabei, den ich im Laufe der letzten eineinhalb Jahre im Internet kennenlernte, noch war einer der Anwesenden auf Großbritannien spezialisiert. Großbritannien wird das erste Ziel sein, welches wir beim Start unserer nächsten großen Reise ansteuern wollen. So setzten wir unsere ganzen Hoffnungen auf die Ausstellungshallen und wurden in einigen Dingen, was unsere Ausstattung betrifft, zumindest ideenmäßig fündig.
Die CMT ist eine der weltgrößten Reisemessen der Welt, mit Schwerpunkt auf Wohnmobilen.

Inzwischen haben wir ein Wohnmobil, müssen nun also nur noch die Reisevorbereitungen getroffen werden. Routenplanung, unabhängiges WIFI, Versicherung usw. Im Mai soll es dann losgehen, wenn nichts dazwischen kommt.

Da wir bisher noch nie in Stuttgart waren, fuhren wir schon am Samstag los, das Treffen fand am Sonntag statt. Ausgerechnet an diesem Wochenende wurde es Winter, mit Schnee und Kälte. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt hatten wir Glück und kamen auf den Straßen fast ungestört voran. Andere hatten dieses Glück nicht, wie aus dem Radio zu hören war.

Stuttgarter Rathaus

Stuttgarter Rathaus

Ein ausgedehnter Stadtbummel ist bei dem Wetter kaum möglich, deshalb beschränkten wir uns auf das Stadtzentrum. Schön ist anders, finden wir. Fast alle Gebäude sehen irgendwie gleich aus, viele Geschäfte, so gut wie keine Kneipen, um sich vielleicht bei einem Glühwein aufzuwärmen. In der Markthalle ist es viel zu eng, um sich die vielen leckeren Auslagen vernünftig ansehen zu können. Die Preise sind für einen Hunsrücker kaum erschwinglich. Die Parkgebühren sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Altes Schloss

Altes Schloss

Sehenswert sind nur das Alte Schloss, das Neue Schloss und der Schlossplatz. Leider hatten wir keine Gelegenheit, durch die Schlossgärten zu wandeln. Die Stiftskirche ist zwar von außen alt, aber im Inneren hat die Moderne Einzug gehalten.
Beim Verlassen Stuttgarts nach Süden führt eine Straße immer weiter den Berg hinauf und wir erkannten, dass das Stadtzentrum in einem tiefen Talkessel liegt. Auf der Rückfahrt am Sonntag hörten wir im Radio eine Durchsage, dass die Stadt Stuttgart ab Montag ein zweitägiges Fahrverbot für alle Benzinautos ausgesprochen hat. Dieses ist jedoch noch auf freiwilliger Basis. Eine extrem hohe Feinstaubbelastung macht diese Maßnahme erforderlich. Stuttgart kämpft durch seine Lage ständig mit der Umweltverschmutzung, zumindest, wenn der Wind nicht mitspielt.

 

Kenia

Jambo 

Nachdem wir in diesem Jahr so gar nicht wussten, wohin die Reise gehen sollte, stolperten wir über ein tolles Angebot für Kenia. Schwarzafrika, das interessierte uns schon länger. Den Norden Afrikas hatten wir durch Tunesien kennengelernt, jetzt sollte es Kenia am Äquator sein – Jambo.

Die Reisevorbereitungen wie das Visa, die Impfungen usw. gestalteten sich etwas umfangreicher als wir es bisher gewohnt waren, doch der Aufwand lohnte sich. Wir hatten einen wirklich tollen Urlaub.

Baobab

Baobab

Kenia ist ein aufstrebendes Land und hat landschaftlich einiges zu bieten: Steilküsten, herrliche Strände, Savanne mit vielen wilden Tieren, Buschland, Felder und Flüsse. Am beeindruckendsten sind die riesigen Baobabs, die nur in Küstennähe wachsen und aussehen, als würden sie ihre Wurzeln in den Himmel recken.
Zu diesen Bäumen gibt es eine schöne Geschichte: Vor langer, langer Zeit hatten die Baobabs die Herrschaft über das Land an sich gerissen. Sie feierten ständig ausschweifende Partys, tanzten wild in der Gegend umher und nahmen keine Rücksicht auf die kleinen Tiere. Die Stachelschweine, Kaninchen und anderen Tiere hatten Mühe, den gewaltigen Bäumen rechtzeitig aus dem Weg zu gehen. Als es ihnen zu bunt wurde, gingen sie zum lieben Gott und erzählten von ihrem Leid. Gott forderte die Baobabs zu mehr Rücksicht auf. Die ließen sich aber nichts erzählen und feierten weiter ihre Partys. Dann wurde es auch dem lieben Gott zu bunt. Der nahm sich die Bäume, einen nach dem anderen, und steckte sie kopfüber in den Erdboden. 

traditionelles Leben

traditionelles Leben

Die meisten Menschen in Kenia sind bitterarm, aber sehr zufrieden und stolz. Das konnten wir immer wieder feststellen, wenn wir uns mit den Einheimischen unterhielten. Mehr und mehr können sich die Menschen, die allerdings oft ihre angestammten Gebiete im Landesinneren, meist aus existentiellen Gründen heraus, verlassen mussten, bessere Hütten oder Häuser an der Küste bauen, wo der Tourismus und der Fischfang ein bescheidenes Auskommen versprechen.
Außerdem stießen wir immer wieder auf Projekte der Entwicklungshilfe wie wichtige Brücken, das Wasser– und das Elektrizitätswerk.  

Den Großteil der Bevölkerung an der Küste, eigentlich der gesamten ostafrikanischen Küste, stellen die Suahelis. Diese Menschen sind eine Mischung aus der schwarzen Bevölkerung Afrikas und den arabischen Sklavenhändlern und deren Familien. Die Suahelis haben eine schokobraune Haut und Mandelaugen.

Kilifi-Creek

Kilifi-Creek

Da wir es etwas ruhiger mögen, haben wir uns ein kleines, familiär geführtes Hotel sechzig Kilometer nördlich von Mombasa in Kilifi ausgesucht, direkt an einem Creek, einer Brackwasserlagune, die von mehreren Flüssen aus dem Landesinneren gespeist wird, nur einen Katzensprung vom offenen Meer entfernt.

kleines, feines Hotel im landestypischen Stil

kleines, feines Hotel im landestypischen Stil

Das Hotel besteht aus einigen runden Bungalows im afrikanischen Stil und einem offenen Gemeinschaftsbau, in dem sich die Gäste zum Essen, einkaufen und zu kulturellen Ereignissen treffen, direkt am Ufer des Creek und einem schönen Sandstrand. Außer einem weiteren, kaum bewohnten Hotel gibt es sechzig Kilometer im Umkreis keinen weiteren Tourismus. Besser kann man ein afrikanisches Land nicht erleben. Am Eingang des Hotels tummeln sich abends kleine, scheue Affen, die wir manchmal beobachteten. Wo hat man so etwas schon.

Neben den erwähnten Möglichkeiten, das Land Kenia kennenzulernen, gibt es zahlreiche andere. Da kann man zum Beispiel zum Victoriasee, der Wiege der Menschheit, reisen, den Mt. Kenia erleben, der direkt auf dem Äquator liegt, oder beim Hochseeangeln sein Glück versuchen.

Safari-Tour 

Buschflieger

Buschflieger

Ein Buschflieger brachte uns nach einer Stunde zum Kimana-Schutzgebiet im Tsavo-Nationalpark, dreihundert Kilometer landeinwärts. Unter uns gab es nichts außer einer fast baumlosen Wildnis. Nicht einmal Wege konnten wir entdecken.
Erst bei der ziemlich holprigen Landung sichteten wir die ersten Massai-Dörfer und wilde Tiere.
Auf unserem Weg zur Kimana-Lodge kamen wir an Zebras, Gnus und Pavianen vorbei. In der Lodge selbst graste ganz gemütlich ein Gnu. Es ließ sich gar nicht stören.

Kaffernbüffel

Kaffernbüffel

Auf unserer ersten Safari begegneten wir Pavianen, Kaffernbüffeln, einer Eule, den allgegenwärtigen Gnus und Zebras sowie Impalas. In der Nähe der Lodge ist der Busch ziemlich dicht. Er bietet den Tieren guten Schutz von Löwen und Co.

Giraffe in der Savanne

Giraffe in der Savanne

Später kamen wir in die Savanne. Diese Landschaft hat ihren eigenen Reiz. Die meisten Gewächse haben Dornen, das Gras ist meistens vertrocknet, hier und da lockern ein paar Schirmakazien die weite Ebene auf. Dort konnten wir Thompson-Gazellen, Elenantilopen, Giraffen, Warzenschweine, Geier, einen Sekretär, Strauße und Wasserböcke beobachten. Zwei Kadaver, die zum Kreislauf des dortigen Lebens nun einmal dazu gehören, ließen uns die Tragödien erahnen, die sich hier abspielen beim Spiel „Fressen oder Gefressen werden“.
Manchmal kreuzten auch Hyänen, Riesentrappen, Kaffernbüffel, Adler und Geier unseren Weg.

Elefanten, das Highlight

Elefanten, das Highlight

Manchmal trafen wir auf Elefanten. Wie majestätisch sie sich durch die Landschaft bewegen, grandios. Am schönsten waren die ganz kleinen Jungtiere, gerade eine Woche alt. Wir konnten uns an Ihnen gar nicht satt sehen. Die riesigen Bullen, die fast immer allein anzutreffen sind, nötigten uns Respekt ab.

Prachtstar

Prachtstar

Erstaunlich viele Vögel bevölkern die Savanne von Kenia, überall zwitschert es und die Vögel leuchten in den schönsten Farben. Blauracken, Prachtstare, die dort so häufig sind wie bei uns die Spatzen, leuchtend gelbe Webervögel und viele andere schöne Vögel, die für uns keinen Namen haben. Herrlich.

Kilimandscharo

Kilimandscharo

Der Kilimandscharo, der höchste Berg von Kenia, in dessen Nähe unsere Lodge lag, hielt sich ständig unter Wolken. Nur einmal hatten wir das Glück, einen Blick auf den Gipfel von Afrikas höchstem Berg werfen zu können. Wir hatten schon so viel von diesem Berg gehört, jetzt waren wir hier und konnten ihn selbst sehen. 

Wir haben sehr viele verschiedene Tiere der verschiedensten Art gesehen, leider keinen Löwen, Leoparden und kein Nashorn. Andere Gruppen hatten da mehr Glück. Trotzdem ist diese Reise nach Kenia unvergesslich. Man kann eben nicht immer alles haben.

Hütte der Massai

Hütte der Massai

In größeren Abständen finden sich die kleinen Massai-Dörfer in der Wildnis. Es war interessant, hautnah zu erleben, wie diese Buschmenschen in Kenia mit fast nichts zurecht kommen. Ihr ganzes Leben ist auf die Beschaffung von Nahrung ausgerichtet, das Wasser muss von weit her geholt werden, Strom gibt es gar keinen und Feuer wird in den Hütten gemacht, um den Busch nicht abzufackeln. Entsprechend erstickend ist die Luft in den Hütten. Deshalb spielt sich das Leben meistens draußen ab.

im Massai-Dorf

im Massai-Dorf

Das Dorf wird rundherum von trockenen Akazienzweigen vor wilden Tieren geschützt, dahinter stehen die Hütten der Menschen. An solch einer Hütte wird eine Woche lang gebaut und sie hält dann ungefähr sechs Jahre. Das Grundgerüst besteht aus Zweigen, die Zwischenräume werden mit einem Sand-Wasser-Gemisch ausgefüllt. Das Dach wird mit Leder ausgelegt und ebenfalls mit diesem Gemisch belegt. Ein paar wenige, winzige Öffnungen in der Wand sorgen nicht für genügend Licht in der Hütte. Eine Trennwand teilt den Innenraum in zwei Räume mit Liegestatt und Bank, der eine Raum hat einen „Schrank“, der andere einen Tisch. Die ganze Inneneinrichtung ist aus Holz oder Zweigen und Leder hergestellt.
In der nächsten Reihe waren trockene Akazienzweige zu Gattern für die Tiere wie Ziegen, Schafe und Hühner angeordnet. Dann blieb noch ein größerer Platz als Dorfmittelpunkt, der tagsüber als Treffpunkt dient, nachts die Rinder beherbergt.  

Die Männer sind tagsüber meistens mit ihren Rinderherden draußen, die Frauen kümmern sich um Haus und Kinder. Übrigens, bei den Massai haben die Frauen das sagen.

Krokodil

Krokodil

Die benachbarte Lodge eine ganz besondere Lodge. Auf Ihrem Gebiet liegt ein größeres Wasserloch, in dem Krokodile und Nilpferde leben. Für die Bewohner der Lodge ist das nicht ungefährlich, denn tagsüber laufen die Krokodile durch das Gebiet, abends kommen die Hippos aus dem Wasser. Da die noch gefährlicher sind als die Krokodile, müssen die Gäste ab 19 Uhr in ihren Bungalows bleiben.

Kimana-River

Kimana-River

Dieses Wasserloch wird von zwei kalten Quellen und vom Kimana-River gespeist, dessen Wasser vom Kilimandscharo herunter kommt. Der Fluss an sich ist frei von Krokodilen und das ist gut so. Denn er dient den Einheimischen und Lodges als Wassereservoir.

Nilpferde

Nilpferde

Toll, jetzt bekamen wir auch noch Hippos zu sehen, was will der Mensch mehr? Allerdings beschränkte sich das Sichtbare der Nilpferde zum größten Teil auf die Augen, Ohren und Nasenlöcher, alles andere war unter Wasser. Trotzdem war das beeindruckend. Am anderen Ufer lag ein Krokodil, das sich sonnte.

Ausflüge in Kenia

eine Storchenart

eine Storchenart

Im Kilifi-Creek liegt eine Insel, die tausenden Vögeln als Brut- und Übernachtungsrevier dient. Zwischen Mangroven und hohen Bäumen sahen wir Löffler, Ibisse, zwei verschiedene Reiherarten, eine kleine Marabuart, Eisvögel, Schwalben und sogar ein paar Fischadler. Alle diese Vögel sammeln sich jeden Abend, um hier ihre Schlafplätze aufzusuchen. Es soll hier auch Pelikane geben, doch da konnten wir keinen entdecken.

Adler

Adler

Wir beobachteten die Vögel aus allernächster Nähe und das eine ganze Weile, wie sie sich putzten, von Ast zu Ast sprangen oder einfach nur dösten. Das war doch eine interessante Tour und die Liste der in Kenia beobachteten Tiere wurde immer länger. Fernglas nicht vergessen!

Segel klar machen

Segel klar machen

Die traditionellen Segelboote des indischen Ozeans heißen Dhau. Mit solch einem alten Segelboot schipperten wir fast lautlos die Küste entlang zu einem Strand, der treffend „Cobacobana“ genannt wird. Nur das sich teilende Wasser vor dem Bug konnten wir vernehmen. Allerdings war diese Fahrt für die Mannschaft nicht so erholsam, denn der ständig wechselnde Wind erforderte immer wieder neue Segelmanöver, die wirklich schwere Arbeit bedeuten. 

Die Mannschaft ist auch eine Band

Die Mannschaft ist auch eine Band

Zur Einstimmung der Fahrt spielte uns die Mannschaft um Käpt´n Issa ein Ständchen auf Muscheln, Stöcken, Trommeln und Blechen. Das Lied war zur Zeit überall in Kenia zu hören und geht so: Jambo, Jambo Bwana, Habari gani, Mzuri sana… Hakuna Matata, Karibu in Kenya. Es ist wirklich ein Ohrwurm. Das heißt übersetzt: Hallo, Hallo Mister, wie geht es Ihnen, mir geht es gut… alles kein Problem, Willkommen in Kenia. Suaheli ist eine relativ einfach zu lernende Sprache.

die Cobacobana

die Cobacobana

Die Cobacobana ist ein blendend weißer Strand an der Küste mit ausgespülten Felsen, die uns Schatten spendeten. Dort genossen wir ein leckeres Mal aus Langusten, Marlin, Kokosreis und frischem Gemüse. Gegessen wurde natürlich mit den Fingern, wodurch es noch einmal so gut schmeckte. Bananen und Mango´s gab es zum Nachtisch. Unser Glück war vollkommen.

Auf der Rückfahrt hatten wir Gelegenheit zum Schnorcheln. Dadurch konnten auch die Nichttaucher die Unterwasserwelt bestaunen.

Bamburi-Tour

Dschungel im Haller-Park

Dschungel im Haller-Park

Direkt neben dem Bamburi-Zementwerk nahe Mombasa liegt der Haller-Park, ein renaturierter Tagebau. Hier wurde bis vor dreiunddreißig Jahren großflächig Korallenstein abgebaut. Der Schweizer Rene Haller nahm sich dieses Tagesbaues an und wollte ihn zurück in ein Naturparadies verwandeln. Dafür sammelte er auf der ganzen Welt Pflanzen und siedelte sie dort an. Innerhalb kürzester Zeit waren die meisten Pflanzen eingegangen, das Experiment missglückt. Haller gab nicht auf und versuchte es mit den Pflanzen, die sich gehalten hatten und ergänzte sie nach und nach durch weitere verschiedene Arten, die er diesmal etwas sorgfältiger aussuchte. So verwandelte sich die Tristesse in einen Dschungel. Später kamen dann die Tiere dazu. 

Paradies für Krokodile

Paradies für Krokodile

Wir kamen uns wirklich vor wie in einem Dschungel. Blumen, Büsche, Bäume und Palmen, alles zusammen bildet stellenweise undurchdringliches Dickicht, in einer Vielfalt, die man sonst nicht findet. Da wachsen vor allem zarte Pinien, alle Arten von Palmen bis hin zu riesigen chinesischen Palmen, deren Stamm wie Flechtwerk aussieht, Bambus und vieles, vieles mehr.

Nilpferde an Land

Nilpferde an Land

Die tiefsten Stellen des Parks sind mit Grundwasser angefüllt, in denen viele Fische leben, die die Moskitos in Schach halten. Ein Wasserloch samt Dschungel drumherum dient als Brutgebiet für Nilkrokodile, in zwei anderen leben Nilpferde. Dazu gibt es Elenantilopen, Giraffen, Kaffernbüffel, Schildkröten, ein Stachelschwein, Agamen, Skinks, exotische Libellen und immer wieder grüne Meerkatzen und Vögel aller Art sowie Fledermäuse. Außerdem züchtet auch dieser Park Schlangen und Nilkrokodile. 

Aus dem Experiment des Herrn Haller ist ein wirklich phantastisches Ergebnis heraus gekommen. Man fühlt sich wohl in diesem Park und vollkommen der Welt draußen entrückt. Nur stellenweise dringt der Lärm der Zementfabrik an die Ohren der Besucher.

Malindi und Watamu

Fischerhütte

Fischerhütte

Malindi ist der größte Fischerort in Kenia. Der Tourismus hat das meiste Traditionelle in Malindi zerstört, deshalb ist die Stadt kaum sehenswert. Sie ist geprägt von Hotels und Shops, trotzdem kommt von hier der meiste Fisch des Landes.

Krokodil- und Schlangenfarm

Krokodil- und Schlangenfarm

Wir besuchten dort zuerst die Krokodil- und Schlangenfarm. Dort kann man in Kenia heimische Schlangenarten bestaunen, Schildkröten streicheln und halten wie in einem Streichelzoo, sogar eine große Elefantenschildkröte von den Seychellen ist da. In dieser Farm werden Nilkrokodile, die einzige in Kenia heimische Krokodilart, gezüchtet, um sie später auszuwildern. Sie können bis zu sechs Meter lang werden.

Malindi

Malindi

In Malindi ist 1498 Vasco da Gama auf seiner Entdeckungsreise um Afrika mit seiner Mannschaft an Land gegangen. Ihm zu Ehren wurde im 16. Jahrhundert eine kleine Kirche gebaut, die heute noch steht. Zwei Männer seiner Mannschaft starben hier an Malaria. Sie sind auf dem kleinen Friedhof dieser Kirche begraben.
Auf einer kleinen Halbinsel in der Nähe steht das Vasco da Gama-Denkmal.

Falknerei zum Anfassen

Falknerei zum Anfassen

Außer der Schlangenfarm kann man auch eine Falknerei besuchen. Bei einer Führung kann man mit Falken, Sperber, Adler, Enten, Käutzen und auch Affen auf Tuchfühlung gehen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die meisten Tiere sind Pflegefälle gewesen, weil sie vielleicht ihre Eltern verloren hatten oder krank waren. Immer wieder werden neue Tiere gebracht, um ihnen zu helfen. Die meisten Tiere werden nach der Pflege zurück in die Natur entlassen.

Schnitzerwerkstatt

Schnitzerwerkstatt

Malindi hat noch mehr zu bieten – eine große Schnitzerwerkstatt. Hier wird alles aus Holz oder Speckstein hergestellt und verkauft. Es ist Schwerstarbeit, das zum Teil sehr harte Holz in Form zu bringen. In dieser Werkstatt werden Mangoholz, Neemholz, Teakholz, Mahagoni und Ebenholz verarbeitet, alles in Handarbeit.
Wir lernten auch einiges über Hölzer wie Mahagoni und Ebenholz. Mahagoni ist nicht rot, sondern genauso hell wie jedes andere Holz, mit dunkleren Stellen drin. Rot wird es durch die Beize.
Ebenholz ist nicht nur schwarz, sondern der Ebenholzstamm hat eine dicke weiße Außenschicht. Die wird allerdings in den allermeisten Fällen entfernt. Die Schnitzer heben diese Besonderheit hier in vielen Fällen in ihren Arbeiten dekorativ heraus. Das macht die Ebenholzstücke zu etwas ganz besonderem.

Watamu-Beach

Watamu-Beach

Watamu-Beach ist eine wunderschöne, durch Felsen fast vom Meer abgeschnittene, runde Lagune. Schmale Lücken ermöglichen den Zugang zum Meer. Der Strand ist strahlend weiß.

Gedi-Ruinen

Gedi-Ruinen

Die Gedi-Ruinen sind die berühmtesten Ruinen Kenias, unter prächtigen Baobabs und Ebenholzbäumen. Diese Stadt wurde zu Entdeckerzeiten von Arabern gegründet und später zu einem Stützpunkt für Sklavenhandel ausgebaut.
Die Stadt ist aus Korallenstein gebaut und noch gut erhalten. So findet man heute noch verschiedene Säulengräber, zwei große Brunnen, eine große Moschee, den Palast des Sultans von Oman, viele Wohnhäuser und immer wieder Löcher in der Erde, durch die sich die Zisternen mit Wasser füllen.
Zweitausendfünfhundert Menschen sollen hier gewohnt haben. Die Unterkünfte, in denen die Sklaven zusammengepfercht auf ihren Abtransport warten mussten, sind auch noch zu sehen. Mit ihnen wurde nicht zimperlich umgegangen. Fast jede Familie hat Mitglieder in die Sklaverei verloren.
Die Sklaverei wurde erst vor einhundertfünfzig Jahren durch die Engländer abgeschafft, die Kenia dafür zu Ihrer Kolonie machten.

Tauchen

Tauchvorbereitung

Tauchvorbereitung

Über eine wirklich kleine Tauchbasis, die von einem Deutschen geführt wird, erkundeten wir die Unterwasserwelt des Indischen Ozeans. Die Wellen draußen sind nicht ohne und fast immer gegenwärtig. Da wird das Tauchen zum Abenteuer.
Hier und da zeigen Wellenkämme an, dass sich dort oberflächennahe Riffe befinden. Fast die gesamte kenianische Küste wird von Riffen und Lagunen geschützt. Dadurch gibt es nur selten wirklich tiefe Tauchgänge. 

Die Sichtweiten sind nicht berauschend, aber annehmbar. Meist hat man etwas Strömung, so dass man sich manchmal nur treiben zu lassen braucht. Wir haben viele verschiedene Fische wie Anemonenfische, Fledermausfische, Riesenkugelfische, Rotfeuerfische, Netzmuränen und sogar einen kleinen Anglerfisch gesehen. Der Boden war von kleinen Fächerkorallen und großen, flachen Schwämmen bedeckt. Das nenne ich Tauchen, so viel zu sehen bei nur einem Tauchgang. Es war aufregend.

Bei anderen Tauchgängen beobachteten wir Langnasendoktorfische, große schwarze Stachelrochen, Drückerfische, Feilenfische, sogar einen Geigenrochen und die interessanten Sepien.

Tauchboot

Tauchboot

Vor der Küste Kenias hat man große Chancen auf einen Walhai, den größten Fisch der Welt. Wir hatten sogar das Glück bei unserer ersten Ausfahrt. Eine schwarze, ziemlich kleine Haiflosse durchzog die Wasseroberfläche. Ich war nicht sicher, ob es wirklich ein Walhai war oder vielleicht eine andere, gefährliche Art. Doch die meisten waren schon im Wasser und schwammen mit dem Hai. Da mir gerade die Wellen zusetzten, dauerte es bei mir etwas länger, doch auch ich sah den Riesenfisch noch, der von mehreren Schiffshaltern begleitet wurde. Er war nicht eben groß, „nur“ zirka sieben Meter – gewaltig und beeindruckend.  


Kenia war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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