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Zurück auf der Route 66 – Arizona

Hatte ich schon erklärt, wieso die Route 66 diesen Namen hat? Thomas Jefferson kreierte das Netzsystem der Straßen durch die USA. Dabei bekamen die Ost/West-Verbindungen gerade Zahlen und die Nord/Süd-Straßen ungerade Zahlen. Da die Route 66 mehr eine Ost/West-Verbindung ist, musste sie eine gerade Zahl bekommen. Die Zahlen 62, 64 und 66 waren noch zu vergeben, wobei Kansas schon die Hand auf der 62 hatte. Der Aufsichtsrat legte deshalb einen Plan für die Route 66 vor, die entsprechende Karte folgte etwa 2 Tage später und die Route 66 war geboren. Das war, wie schon vorher erwähnt, 1926.

Wir stießen bei Ash Fork auf die Route 66. Der kleine Ort hat nicht sehr viel zu bieten. Vernachlässigte Oldtimer, meist verlassene Läden und ein kleiner Bahnhof machen Ash Fork aus. Der Ort entstand mit der Ankunft der Eisenbahn. Der Bergbau war ebenfalls ein wichtiger Punkt. Einige Motels, Tankstellen und Geschäfte operierten hier seit 1926. Sechs Betriebe stellen flache Steinplatten her, die aus großen gebrochenen Steinen gespalten werden. Diese Platten können vielfältig genutzt werden, z.B. als Gehwegplatten, zu Mauern aufgeschichtet oder als Abdeckungen. Der kleine „Siedler-Friedhof“ liegt etwa eine halbe Meile außerhalb Ash Forks und wird heute noch genutzt. Kleine weiße Holzkreuze mit kleinen Steinplatten davor markieren die alten Gräber vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Uns ist inzwischen aufgefallen, dass die frühen Siedler ihre Friedhöfe alle etwa eine halbe bis eine Meile außerhalb der Ortschaften anlegten.
Ash ForkSiedler-Friedhof in Ash Fork

Von Ash Fork aus startet der längste übriggebliebene, ungefähr 140 Meilen lange Abschnitt der Route 66, wobei die ersten 5 Meilen nicht gewartet wurden und daher nicht mehr befahrbar sind. Wir fuhren deshalb auf der Interstate 40 bis nach Seligman, von wo aus wir der alten Route 66 in Richtung Westen folgten. Seligman wurde 1886 gegründet und lag an der Kreuzung zur Santa Fe Railroad-Hauptstrecke. In den frühen Jahren der Route 66 legte man dann das Augenmerk auf die motorisierten Reisenden. Heute fühlt man sich in der kleinen Stadt in die Vergangenheit zurückversetzt. Großen Anteil daran hat der Barbier Angel Delgadillo, der auch ein Gründungsmitglied der Route 66 Association ist. Da Klaus gerade einen Haarschnitt nötig hatte, bemühten wir Angel. Der Mann, der mexikanische Eltern hat, wird im nächsten Monat 86 Jahre alt. Seit 1947 betreibt er dieses Geschäft und will noch möglichst lange seiner internationalen Kundschaft ihren Kopf verschönern. Auf unsere Frage diesbezüglich, antwortete er, dass er noch einhundert Jahre alt werden will. Wenn man ihn allerdings mit dem aufs Schärfste geschliffenen Rasiermesser am Kinn eines Kunden sieht, dann kommt man schon ins Nachdenken. Klaus bekam jedenfalls von ihm einen perfekten Haarschnitt, in aller Ruhe, versteht sich. Die abgeschnittenen Haarreste entfernte Angel dann ganz ungewöhnlich mit einem Staubsauger. Da blieb nichts mehr übrig. Warum ist in Deutschland noch niemand darauf gekommen? Der nette alte Mann wünschte uns eine gute Weiterreise. Er machte uns auch darauf aufmerksam, dass ich, Angela, den gleichen Namen habe wie er. Im Mexikanischen nennt man das Tocatillos oder so, habe ich leider schon wieder vergessen. Sehenswert in Seligman sind weiterhin unter anderem das von Angels Bruder geführte Snow Cap Drive-In und das Roadrunner Café.
Angels Barber Shop in SeligmanRoadrunner Café in Seligman

 

 

 

Valle Vista

Valle Vista

Über die kleinen Orte Peach Springs, Truxton, Valentine mit dem Safari Zoo, und Hackberry gelangten wir nach Valle Vista, wo wir mit dem Blick auf das Westende des Grand Canyon Massivs übernachteten. Unterwegs begegneten uns Züge mit einer Länge von mindestens eineinhalb Kilometern, unglaublich.

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Route 66 Amarillo-Glenrio – Texas

Westlich von Amarillo liegt die Cadillac-Ranch. 10 Cadillacs sind mit den Fronten voran zum Teil in einem Feld eingegraben und sollen die goldenen Jahre dieser Fahrzeuge sowie die Freiheit auf der Route 66 symbolisieren. Wir haben uns auf diesen Besuch gefreut und waren bitter enttäuscht. Von den Cadillacs sind nur noch Ruinen übrig, und die werden jeden Tag neu von Besuchern, die mit Farb-Sprühdosen in der Hand bewaffnet sind, „verschönert“. Mit dem eigenen Graffiti werden dann Fotos gemacht. Die Farbe ist teilweise zentimeterdick. Empfehlen können wir diese Route 66 Attraktion nicht mehr.

In Vega sind noch einige Dinge aus der Route 66 Zeit zu finden, wie die Magnolia Station, das Vega Motel und das Court House. Am Ende des Ortes und der originalen Route 66, versteckt gelegen, findet man das Dot´s Mini Museum. Es war leider bei unserer Ankunft geschlossen. Aber auch vor dem Museum sind viele nette Dinge zu besichtigen.
 Den Ort Landergin gibt es praktisch nicht mehr. Dort stehen nur noch die Überreste eines Restaurants und ein Getreidespeicher, kein Haus mehr, nichts.

Dafür ist Adrian einen Besuch wert, vor allem wegen des MidPoint Cafés, das sich direkt in der Mitte der Route 66 befindet. Von hier aus sind es 1139 Meilen nach Los Angeles und 1139 Meilen nach Chicago. Das Café wirbt mit den besten Hamburgern und den besten Kuchen der gesamten Route 66. Wir haben hier einmal ein echtes amerikanisches Sandwich bestellt, allerdings war es ein bisschen klein für den Preis, den wir bezahlt haben.

Die letzte Station auf der texanischen Route 66 ist die Geisterstadt Glenrio. Die meisten Gebäude sind verlassen und verfallen. Davor stehen die alten Autos und rosten vor sich hin, schade. Aber überall hängen Schilder daran, dass diese Dinge Eigentum von jemandem sind.
 Auf dem ganzen Weg durch Texas, und auch schon durch Oklahoma, hat es wohl im letzten und auch in diesem Jahr mehrere Flächenbrände gegeben. Kein Wunder, bei der Trockenheit und den sowieso schon trockenen Büschen.

Route 66 Shamrock-McClellan – Texas

Die Route 66 führt  geradewegs von West nach Ost, oder natürlich umgekehrt, durch den Panhandle (Pfannenstiel) von Texas, auf Grund der Form des Gebietes so genannt. Der Panhandle ist eine Hochebene, die einer Halbwüste gleicht und die von Canyons durchschnitten wird. Die Bäume sind erst kleiner, dann weniger geworden. Bei Alanreed herrschen Grasland, wenige Büsche und jede Menge Gestrüpp vor. Im Sommer werden es gerne mal 40°C und es gibt manchmal verheerende Sandstürme. Was wir uns bei dem Anblick der Landschaft und den Temperaturen nicht vorstellen können ist, dass es im Winter, ja Winter, auch Blizzards gibt. Das mit den Stürmen haben wir im Museum von McLean erfahren. Aber eines nach dem anderen.

Von Texola sind wir nach Shamrock gefahren. Ich muss dazu sagen, dass wir uns der Einfachheit halber fast nur auf der Interstate bewegt haben, da die Route 66 sowieso parallel dazu verläuft. Der Route 66 sind wir nur in den Orten gefolgt. In Shamrock ist sie, wie so oft schon, sehr verlassen. Sehenswert ist hier das berühmte, neu restaurierte U-Drop-Inn mit der Tower Service Station. Das Gebäude wurde 1936 gebaut, besitzt eine einzigartige Architektur mit grün glasierten Ziegeln und diente als das Tor zur Stadt. Auf der einen Seite des Gebäudes befand sich die Tankstelle, auf der anderen Seite ein gutes Restaurant.  2003-2004 wurde es aufwändig renoviert und einer neuen Nutzung übergeben. Das Büro ist jedoch leer, aber das Besucherzentrum hält Prospekte und Informationen für die Reisenden bereit.

Das Museum in McLean habe ich ja schon erwähnt. Es sind eigentlich mehrere Museen in einem: das Route 66 Museum, das sehr interessante und umfangreiche Stacheldraht-Museum, in dem es um den anscheinend hier erfundenen Stacheldraht und Zäune im Allgemeinen geht, das Mercantile-Museum, das eigentlich der Shop ist und eine Ecke mit Infos zur Region. Das Alles gibt es gegen eine kleine Spende zu besichtigen. Nebenbei ist es die Heimat der Old Route 66 Association of Texas. Wie der Stacheldraht erfunden wurde, weiß übrigens niemand mehr genau. Da gibt es mehrere Geschichten.
 Etwas weiter auf der Route 66 Richtung Westen, aber noch in McLean, finden sich die erste Phillips 66 Gas Station, die in Texas gebaut wurde, eine Texaco Station und das anscheinend schon lange geschlossene Avalon Theater. Am Ende des Ortes liegt das Cactus Inn Motel.

In Alanreed hielten wir nach einer großen Attraktion Ausschau, der Super 66 Service Station. Fast wären wir daran vorbei gefahren, denn die gar nicht so große Station ist fast zugewachsen und steht einsam an einer kaum bewohnten Kreuzung. Dahinter hat sich einmal ein Futter- und Saatmarkt befunden, auch nur noch eine Ruine. Die älteste Baptistenkirche an der Route 66 in Texas ist jedoch nicht zu übersehen.

Die Landschaft an der Raststätte „Texas Stars over Route 66“ an der Ausfahrt 129 ist atemberaubend und gigantisch.

Route 66 – Oklahoma

Bei Tulsa sind wir wieder auf die Route 66 gestoßen und ihr bis nach Oklahoma City gefolgt, immer parallel zur hier zollpflichtigen Interstate 44. Dabei kamen wir durch eines der Cherokee Reservate, später bei Bristow durch ein Creek Reservat, und Stroud liegt im Sac & Fox Reservat. Von den Sac & Fox habe ich noch nie etwas gehört. Dieses Volk wurde aus Kansas hierher gebracht, lasen wir auf einem Schild. Am Straßenrand sind immer noch Zeugen wie Shops, Autowerkstätten, Tankstellen und so weiter aus der Zeit der Route 66 zu finden, teilweise dem Verfall preisgegeben, teilweise restauriert. Die Landschaft wird von Farmen und noch mal Farmen bestimmt, die keinen Platz mehr für die wahre Natur lassen. Pferdekopfpumpen fördern Wasser für Feld und Vieh. Rote Erde bestimmt das Bild.

In Strout hielten wir an, weil wir am Rock Café vorbeikamen, das offensichtlich aus der Zeit der Route 66 stammt. Es wurde 2003 restauriert. Daneben findet sich Mamie´s General Store, in dem heute Route 66 Souvenirs verkauft werden. Der Bummel durch die historische Hauptstraße des Ortes war allerdings recht deprimierend. In den meisten Häusern lebt niemand mehr, die meisten Geschäfte sind schon lange geschlossen.

Das Route 66 Museum in Chandler, Interpretive Center genannt, ist eines der besonderen Art. Da kann man sich in 6 Sektionen, bequem und weich in Hotelbetten liegend oder auch in Ford Mustang oder Willys Jeep Sitzen sitzend, Videos zu verschiedenen Themen der Route 66 ansehen und eine nostalgische Reise machen. Fotos und Tafeln zeigen ebenfalls das Leben mit und an der Route 66.

Beim Durchfahren des Ortes Yukon kamen wir an einer großen, modernen Getreidemühle vorbei, die, so verspricht ihre Werbung, das beste Mehl von Amerika liefert. Das kleine Eisenbahnmuseum war leider geschlossen.

Nach einem heftigen Gewittersturm, der uns einige Zeit zum Anhalten gezwungen hatte, erreichten wir den Cherokee Trading Post an der Ausfahrt 108 der Interstate 40, den es seit 1958 gibt. Neben einer Tankstelle und einem Restaurant gibt es den großen „Handelsposten“, in dem authentische indianische Kunst aus dem ganzen Land angeboten wird. Hochwertige Decken, Töpferwaren, Schmuck, Kunstwerke und vieles mehr suchen interessierte Käufer. In einem Gatter werden für die Besucher ein paar Büffel, die als Wahrzeichen dieser Station dienen, gehalten.

In Clinton sind wir noch einmal von der Interstate abgebogen, um der historischen Route 66 in die Stadt zu folgen. Der historische Straßenzug wirkte genauso ausgestorben. Vielleicht liegt es daran, dass wir an einem Sonntag durch die Straßen spaziert sind. Ein bisschen mehr Leben als in Strout vermuten wir dort dann doch noch. Der Mohawk Lodge Indian Store und das Oklahoma Route 66 Museum sind weitere Sehenswürdigkeiten in Clinton.

14 Meilen vor der texanischen Grenze sind wir überraschend an Baumwollfeldern vorbei gefahren. Anscheinend sind wir im Süden angekommen. Die Bäume sind nicht mehr so bunt, die Temperaturen liegen im Moment bei 27°C. Da können wir unsere warmen Sachen wohl wieder wegpacken. Dafür ist es im Norden und Osten der USA ungemütlich mit viel Regen, manchmal auch schon Schnee. In den Bergen von Colorado hat es auch geschneit, was die Wintersportler freut.

Kurz vor der texanischen Grenze lässt sich noch einiges von der alten Route 66 aus den 50er Jahren entdecken, die durch Erick und Texola führt. Erick soll gut 1000 Einwohner haben, wo die leben, keine Ahnung. Dafür haben wir ein schräges Pärchen kennengelernt, die seit 1987 in alten City Meat Market in Erick den inzwischen angesagten Sandhills Curiousity Shop betreiben. Die beiden heißen Harley und Annabelle Russell. Harley ist Gitarrist und reiste lange Zeit als Musiker durch die USA. Seit 1980 versuchte er es mit mehreren Geschäften, die alle nicht funktionierten. Annabelle lernte Harley in einem der Geschäfte kennen. Zusammen versuchten sie, ihre Hobbys unter einen Hut zu bringen und so ist der Sandhills Curiousity Shop, der eine Mischung aus Antikladen und Musikshow ist, Lunch inbegriffen, entstanden. Für das alles verlangen die Beiden kein Geld. Annabelle meint, wenn sie den Laden als Geschäft betreiben würden, würde dies auch nicht funktionieren. Spenden sind jedoch gern gesehen, von irgendetwas müssen sie ja leben. Ganze Busladungen besuchen inzwischen den Laden. Gerade, als wir kamen, fuhr ein Bus wieder weg. Harley und Annabelle haben ihren Spaß und die Besucher aus aller Welt auch. Motels, Tankstellen und Schilder aus der Zeit der Route 66 finden sich fast an jeder Ecke.

Wie viele Leute auf ihrer Route 66 Reise durch Texola kommen, weiß ich nicht. Es können aber nicht viele sein. Der Ort ist kaum noch als Ort zu erkennen. Ein zufällig entdecktes, fast schon zugewachsenes, am Boden liegendes Schild wies uns den Weg zum 1-Raum-Gefängnis. Alte Zeitungsartikel über Jessy James und Butch Cassidy sowie einigen makabren Fotos sind neben dem Ofen das einzige Interior.
Zwischen Erick und Texola hat ein Sammler alter Landmaschinen und Autos, die eigentlich alle nur noch Schrottwert haben, sein Refugium. So manchem Oldtimer-Fan würden die Tränen kommen.

Bei einer kurzen Rundfahrt auf der anderen Seite der Interstate 40 entdeckten wir Teile der alten Route 66 aus den 20er Jahren, die offensichtlich damals die beiden Orte Sayre und Erick direkt verband. Das war reiner Zufall. Diese Straße kennen nur die Einheimischen. Die Landschaft, so nah bei Texas, ist jetzt fast wüstenartig geworden. Es ist trocken und die Pflanzen sind wehrhaft. Barfuß in leichten Sandalen ist da nicht angebracht, wie wir erfahren mussten.

 

Route 66 St.Louis-Joplin – Missouri

Die Old Chain of Rocks Bridge bei Granite City ist ein Relikt der Route 66. Sie ist eine Fachwerkbrücke aus Stahl, über 1 Meile lang und führte den Verkehr über den großen Mississippi. Heute ist sie Teil verschiedener Trails und die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt. Auf der Illinois-Seite überspannt die Brücke einen breiten Auwald, aus dem Geräusche wie aus dem Dschungel zu hören waren. Die Mitte des Mississippi ist zugleich die Grenze zwischen Illinois und Missouri.
Mitten im Fluss stehen zwei schmucke Häuschen auf hohen Fundamenten, deren Bedeutung ich nicht herausfinden konnte. So hübsch sie auch sind, ich weiß nicht, ob ich mitten in den Fluten des Mississippi wohnen möchte.

Bis Stanton sind wir die Interstate 44 gefahren, denn es ist schwierig herauszufinden, wo die wirkliche Route 66 verläuft. In Stanton ist das wohl schönste Höhlensystem in Amerika zu finden. Die Meramec Caverns waren die erste Attraktion an der Route 66 und der berühmte Jessie James mit seiner Gang soll sich hier nach seinem spektakulären Zugüberfall 1874 in Gadshill versteckt haben. Im Bürgerkrieg in den 1870ern unterhielten die Konföderierten, zu denen auch Jesse James gehörte, eine Pulvermühle. Das einzige Jesse James Wachs Museum steht an der I44 nahe der Höhlen. Da werden Fragen rund um die Legende Jesse James beantwortet und da sind Waffen und persönliche Dinge von ihm und seiner Gang ausgestellt.

Jetzt muss ich doch erst einmal eine Anmerkung machen: solange wir jetzt auf der Route 66 unterwegs sind, waren fast alle Sehenswürdigkeiten kostenlos oder gegen eine kleine Spende zu besichtigen, was wir als sehr angenehm empfanden. Nur wenige Museen verlangen ein Eintrittsgeld. Die Meramec Caverns sind gleich mit 19,95$ dabei. Wir haben diesen Besuch ausgelassen, da wir schon viele wunderschöne und aufregende Höhlen gesehen haben.

Kurz vor Cuba fanden wir endlich die Historische Route 66. Gegenüber liegt der Campingplatz „Meramec Valley Resort“, riesengroß mit ganz viel Natur. Cuba ist als die „Route 66 Gemäldestadt“ bekannt und das Tor zu den Ozark-Bergen. 12 große Wandgemälde an historischen Gebäuden entlang der Route 66 verschönern die Stadt. 4 Meilen westlich von Cuba steht der mit knapp 13 Metern Höhe größte Schaukelstuhl der Welt. Er wurde 2008 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.

In der Elbow Inn Bar & BBQ in Devil´s Elbow wollten wir endlich einmal die großartige Atmosphäre für die Route 66-Reisenden erleben. Die Kneipe hat nur noch montags geöffnet und das auch nur nachmittags. Schade. Der Ort Devil´s Elbow, der hinter einer Brücke der ersten Route 66 aus den 1920ern liegt, ist kaum noch ein Ort. Drei Häuser, eine Post, eingewachsene alte Autos und ein großes Schild, was es in dem Ort gegeben hat, das ist alles. Parallel zur Interstate 44 führt die zweite Route 66 aus den 1950ern, die sogar vierspurig ist. Das mit der 1. und 2. Route 66 hat uns ein alter Mann erzählt, der uns ansprach, als wir etwas in der Gegend herum liefen.

Das Munger Moss Motel in Lebanon ist wohl eine neuere Ausgabe, aber das Neon-Werbeschild davor ist noch original. Wir wollten auch noch Mr. C´s Route Post besichtigen, wo schöne alte, restaurierte Autos stehen sollen, aber die haben wir leider nicht gefunden. Ebenso die Replik des Hubble Teleskops in Marshfield. Auf meine Frage an einer Tankstelle beschrieb man mir zwar den Weg, aber mit dem Hänger hinten dran war das nicht machbar. Der Astronom und Konstrukteur des Teleskops Edwin P. Hubble wurde in Marshfield geboren.

Springfield ist für uns nicht unbedingt interessant, deshalb umfuhren wir die Stadt. Sie hat aber eine abwechslungsreiche Geschichte. Sie wurde 1833 gegründet und 1838 führte der Trail der Tränen die aus dem Osten vertriebenen Cherokee, es waren Zehntausende, von denen mehrere Tausend starben, durch das Gebiet der Stadt. 1870 wurde Springfield an die Zugverbindung St. Louis – San Francisco angeschlossen und am 30. April 1926 wurde in Springfield die Route 66 geboren. 1938 bekam die Route 66 den Namen „Mutterstraße“ und war der erste komplett gepflasterte transkontinentale Highway, der sich von den großen Seen bis zum Pazifik erstreckte. Ein Teil der Bonnie & Clyde Story spielte sich ebenfalls in Springfield ab. 1953 hatte die Stadt mit mehreren Kobras zu kämpfen, die irgendjemand ausgesetzt hatte. Natürlich gibt es noch viel mehr Geschichte, aber diese Tatsachen waren für uns die Interessantesten. Nördlich von Springfield befinden sich die Fantastic Caverns, das einzige Höhlensystem in Nordamerika, das mit einem Jeep mit Anhänger befahren werden kann. Die Führung durch die Kalksteinhöhle dauert eine knappe Stunde.
Der Rest der Route 66 bis an die Grenze zu Kansas führt durch Farmland und vor allem die Gegend um Joplin ist Rinderland.

Route 66 Lincoln-St. Louis – Illinois

Eigentlich könnte man alle paar Meilen anhalten und Spuren aus der „guten alten Zeit“ entdecken. Tanksäulen, Tankstellen, Schilder, Kneipen und Restaurants sowie die „Giants“, sehr große Figuren, und die kleinen Läden mit allerlei Souvenirs zur Route 66, Originale und Nachgemachtes, lassen den Enthusiasten kaum vorwärts kommen. Da sind noch nicht die Sehenswürdigkeiten in den anliegenden Orten dabei.

Springfield ist die Stadt, in der der 16. Präsident der Vereinigten Staaten Abraham Lincoln, liebevoll Abe genannt, sehr lange arbeitete, in der sein einziges eigenes Haus steht, in dessen Straßen seine Kinder spielten und in der er begraben ist. Es gibt unzählige Sehenswürdigkeiten in Springfield, von denen wir uns nur auf wenige konzentriert haben, wie die Abraham Lincoln Presidential Library, die Lincoln Home National Historic Site, die Union Station mit dem Park dahinter, die Old State Capitol und die Illinois State Capital. Wir waren an einem Sonntag dort und die Straßen der Stadt wirkten wie ausgestorben.

Im Norden der Stadt steht das Grabmonument, das man ich glaube ein Jahr nach seinem gewaltsamen Tod 1865 errichtet hat. Darin liegen er, seine Frau May und drei seiner Söhne begraben. Es ist vollkommen aus grauem Granit und zeigt an den 4 Ecken Szenen aus den 4 Waffengattungen, die Lincoln während des Bürgerkrieges befehligt hat. Leider ist das Innere des Grabes sonntags und montags geschlossen.
Da die Route 66 auch durch Springfield verläuft, gibt es da natürlich auch noch etwas zu sehen wie Shea´s Gas Station Museum und das Cozy Dog Drive-In, in dem es in Teig frittierte Würstchen am Stiel geben soll. Den dritten der 4 Giants, den Lauterbach Giant an einer Autowerkstatt, haben wir leider übersehen. Von dem haben wir erst erfahren, als es zu spät war.

Seit Tagen fahren wir nun schon zwischen unendlich scheinenden Bohnen- und Maisfeldern, die zum Teil abgeerntet sind, kleinen Dörfern und Getreidesilos. In Virden existiert noch ein Gemälde an der Wand eines Gebäudes, auf dem ein Teil der Geschichte der Route 66 erzählt wird. Die ominösen Truthahn-Fußabdrücke auf dem Bürgersteig in Nilwood haben wir leider nicht gefunden.

Der einzige Platz an der Route 66 in Illinois, der ein Rondell in der Mitte aufzuweisen hat, liegt in Carlinville. Das kleine Gefängnisgebäude hat kanonenkugelsichere Wände und war von 1869 bis 1988 in Betrieb. In der Zeit gab es nur einen Ausbruch, der ein paar Blocks weiter sein Ende fand. Gleich gegenüber steht das gewaltige „Million Dollar“ Gerichtsgebäude. Es wurde mit 50.000$ in der Planung 1867 begonnen. Als es drei Jahre später fertig war, hatte es über 1,3 Millionen Dollar gekostet. Woher kenne ich das bloß? Dafür war es das wohl zweitgrößte Gerichtsgebäude nach dem größten in New York. In einer der Straßen in Carlinville findet sich noch einmal das alte Pflaster der Historischen Route 66.

Unser nächster Halt war in Staunton, wo wir Henry´s Rabbit Ranch besuchten. Henry war wohl einmal LKW-Fahrer. Alte LKWs, PKWs, eine alte Tankstelle und alte Reklameschilder füllen sein Grundstück. In dem kleinen Gebäude der ehemaligen Tankstelle verkauft er heute Souvenirs der Route 66 und hält Kaninchen, die gerne auch mal frei im Raum umherlaufen. Wie Gene in Atlanta ist auch Henry ein echtes Original.
Ebenfalls in Staunton befindet sich das Country Classic Cars. Auf dem großen Grundstück und in den Hallen auf dem Grundstück stehen über 600 Autos aus den Jahren 1920 bis 1980, die allesamt zu verkaufen sind. Die Preise für solche Klassiker sind nach deutschen Maßstäben ein Lacher. Die meisten Autos werden für um die 10.000$ verkauft. Die „Schätzchen“ stehen in einem klimatisierten Raum und kosten etwas mehr. Da sind wirklich schöne Stücke dabei.

In der Pink Elephant Antique Mall in Livingston werden Antikes und Trödel in drei Etagen teuer verkauft. Vor dem Gebäude steht der vierte der vier Giants, ein junger Schwimmer mit einem Eis in der Hand. Ein anderer Prospekt spricht von dem Harley Davidson Giant, was nicht oder nicht mehr der Tatsache entspricht.

In Mitchell steht das Luna Café. Das alte Haus steht noch alleine an dieser Stelle und gehört optisch irgendwie nicht mehr dorthin. In dessen Umfeld an der Highway-Ausfahrt befindet sich heute ein Gewerbegebiet. Das Café wurde 1924 gebaut, also 2 Jahre vor der Route 66. Es wurde von manchen Gangstern frequentiert wie z.B. Al Capone. Im Kellergeschoss beherbergte das Gebäude eine Spielhölle im Obergeschoss befanden sich die „Räume mit krankem Ruf“.

Nördlich von Granite City, östlich vom Mississippi steht der Lewis & Clark Confluence Tower mit 3 Plattformen bis in eine Höhe von etwa 50 Metern. Von dort oben kann man die Mündung des Missouri River in den Mississippi und über St. Louis sehen. William Clark & Meriwether Lewis waren Entdecker, die einen Wasserweg vom Camp River Dubois zum Pazifik suchten. Sie folgten 1804 zuerst dem Missouri und kamen später am Columbia River am Pazifik heraus. 1806 traten sie die Heimreise an. Es versteht sich von selbst, dass auch diese Expedition nicht ohne Zwischenfälle ablief.

Die Chain of Rocks Bridge wollen wir uns im Zuge unseres Besuches von St. Louis ansehen, bevor wir die Route 66 in Missouri weiter bereisen.

Route 66 Chicago-Lincoln – Illinois

Die legendäre Route 66, betitelt auch als „Mutterstraße“ der Straßen in den USA, „Traumstraße“, die 8 Bundesstaaten miteinander verbindet, oder auch als „Nostalgiestraße“, die das alte, aufstrebende Amerika wieder aufleben lässt. Wie auch immer, unser schon sehr lang gehegter Traum, einmal die Route 66 entlang zu fahren, ist nun in Erfüllung gegangen. An deren Anfang in Chicago haben wir ja schon gestanden. 1926 begann der Bau, an dem die 8 Bundesländer gleichzeitig beteiligt waren. In Abständen von mehreren Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach umgestaltet oder bekam eine neue Streckenführung. Dadurch kommt es oft vor, dass es mehrere „Route 66“ nebeneinander gibt. Dazu kommt die „Historic Route 66“, die Originalstraße, die noch an vielen Stellen neben der neuen Streckenführung liegt. Nur manchmal kann die Originalstraße, so sie noch erhalten ist, befahren werden.

In Joliet führt das Besucherzentrum für die Route 66, mit angeschlossenem Historischem Museum, die angehenden Entdecker dieser Straße in alles Wissenswerte ein, allerdings nur bis St. Louis, wo sie Illinois verlässt. Von Joliet aus starteten wir dann auch unsere Reise auf der Straße aller Straßen. Die Chicago Street und die Ottawa Street in Joliet sind Teile der Route 66, wo man alte, aufgemöbelte Tanksäulen und die braun-weißen Schilder mit der Aufschrift „ Historic Route 66“ findet.

In Dwight besuchten wir die „Amber-Becker Texaco Gas Station“, im Jahre 1932 gebaut. Diese Tankstelle gilt als die am längsten operierende Tankstelle entlang der Route 66.  66 Jahre, von 1933 – 1999. Nach allgemeinen Restaurationsarbeiten wurde sie 2007 als Besucherzentrum wiedereröffnet.

Pontiac glänzt mit seiner Downtown und seiner interessanten Hall of Fame und Museum. Vor dem Museum liegt ein Stück des Klinkerplasters, mit dem die Historic Route 66 streckenweise ausgestattet war, bevor es mit einer Betondecke überzogen wurde. Ein als Besucherzentrum umgestalteter alter Schulbus, total crazy, lässt die Besucher staunen. Rund um das Museum stehen noch die kleinen alten Häuser. Aber auch die großen Bauten, wie das Gerichtsgebäude aus dem Jahre 1875, beeindrucken.

In Towanda haben Studenten und Lehrer der dortigen High School auf einem 1,6 Meilen langen Originalstück der Route 66 eine „Geographische Reise“ durch die acht Route 66-Staaten aufgebaut. Jeder Bundesstaat hat eine eigene Tafel mit entsprechenden Informationen.

Atlanta ist ein kleiner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie den Atlanta´s Bunyon Giant, den J.H. Howes Grain Elevator (Getreidespeicher mit Aufzug) & Museum und wieder historische Bauten wie den Glockenturm und die Bücherei von 1908. In der  Gunnar Mast Trading Post, einem kleinen Laden mit sehr interessanten alten Dingen zur Route 66, trafen wir Gene Martin, einen absoluten Liebhaber von Marianne Rosenberg. Er gab uns eine Ansichtskarte mit einer Botschaft für Marianne mit, die wir ihr übergeben sollten. Seine Vorfahren waren vor langer Zeit aus Deutschland über die Schweiz in die USA ausgewandert. 

Lincoln ist der einzige Ort, in dem Abraham Lincoln gelebt und gearbeitet hat, bevor er Präsident wurde. Am 27. August 1853 taufte Lincoln, der wohl in den USA einen sehr guten Ruf hat, beim Verkauf des ersten Stückes Land in der Nähe der heutigen Amtrak-Station, die Stadt mit dem Saft einer Wassermelone. Sehenswert ist der Logan-County Courthouse Square mit dem beeindruckenden Gerichtsgebäude in der Mitte. In mancher Straße stehen noch viele alte Gebäude.

Das Postville Courthouse, die Stadt Lincoln hieß vorher Postville, ist eine Reproduktion des ersten Logan-County Courthouse, das von 1840-1847 benutzt wurde. Abraham Lincoln diente dort als Anwalt.

 

Das Mühlen-Restaurant eröffnete 1929 unter dem Namen „Blue Mill“ und servierte gegrillte Sandwiches. 1945 wurde die Mühle verkauft, bekam eine Bar und eine Tanzhalle und wurde zudem Scheunen-Rot angemalt. Berühmt wurde sie dann durch die gebratenen Schnitzel. 1996 wurde sie geschlossen und seit 2007 restauriert.

Der weltgrößte Planwagen mit seinem Fahrer Abraham Lincoln ist im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen und von Reader´s Digest zur Nr. 1 der zahlreichen Roadside Attractions entlang der Route 66 gewählt. Der Planwagen wurde 2001 gebaut. Nach zweimaligem Umsetzen bekam er im Dezember 2009 seinen heutigen Standort. Er ist 12,2 m lang und 7,6 m hoch, wirklich gigantisch.

Alle wirklichen Fans der Route 66 lesen diesen Absatz bitte nicht. Südlich von Lincoln findet man die „Lincoln Ghost Bridge“, die einmal den Salt Creek überspannte. Schon der Weg dorthin, zwischen den Holy Cross und Old Union Friedhöfen hindurch, ist deprimierend. Während die Cobblestone Avenue noch das originale Klinkerpflaster zeigt, ist die alte Route 66 am Ende der Straße mit Beton überzogen und führt mitten in einen Urwald. Kein Mensch kümmert sich mehr um die alte Straße, der Wald nimmt sie langsam in Beschlag. Irgendwann erreicht man die Überreste der alten Brücke. Die Fahrbahn ist komplett verschwunden, wahrscheinlich abmontiert. Stattdessen wachsen Bäume zwischen den Pfeilern. Dem Salt Creek ist das wohl egal. Wir kamen uns wirklich wie in einem Urwald vor. Am Boden liegende Brotfrüchte und Johannisbrote zeigen an, dass wir uns jetzt doch schon einige Kilometer weit Richtung Süden bewegt haben.

Route im Test

Sabine vom Blog „Ferngeweht berichtet über Ihre 10-tägige Tour über die schöne Insel Irland, inkl. Darstellung Ihrer Route, was gut war und was eher nicht. Sie reiste mit Flugzeug und Mietwagen. Sabine möchte mit dem Beitrag anderen Reisenden die Möglichkeit geben, Ihre eigene Route zusammenzustellen. Deshalb verweise ich jetzt auch auf Ihre Seite. Unsere Tour könnt Ihr zum Vergleich auf der Tourkarte „Britische Inseln“ nachsehen. Wir waren mit dem Wohnmobil unterwegs und hatten natürlich wesentlich mehr Zeit als wohl die Meisten von Euch. Irland ist jedoch eine große Insel mit sehr viel Sehenswertem, nicht nur den touristischen Highlights. Deshalb solltet Ihr Euch über das im Klaren sein, was Ihr wirklich sehen wollt, finden wir. Die Berichte unserer Ziele auf Irland könnt Ihr unter Irland nachlesen.

 

 

Causeway Coastal Route

Küstenstraße

Küstenstraße

Larne ist ebenfalls ein Ankunftshafen, wenn man aus Cairnryan in Schottland kommt. Hier geht es noch viel ruhiger als in Cairnryan zu. Der Hafen ist fast winzig.
Ein Stück weiter findet man das Olderfleet Castle, von dem jedoch nur noch die Reste eines Turmes übrig sind.
Die Altstadt besteht aus einer Geschäftsstraße, für alles, was der Mensch braucht, oder auch nicht. Deshalb sollte man lieber auf der A2 ein paar Kilometer nach Norden fahren. Bei schönem Wetter, wie wir es noch einmal erleben durften, kommt man sich wie am Mittelmeer vor: blaues Wasser, blauer Himmel, eine wunderschöne Uferstraße und kleine Ortschaften. Viele der Häuser haben riesige Yucca-Palmen im Garten stehen, die für das Mittelmeer-Feeling sorgen.

alter Aussichtsturm

alter Aussichtsturm

An der Hafeneinfahrt steht ein alter Aussichtsturm, heute geschlossen, aus dem 19. Jahrhundert. Er ist auch vom Stadtpark im Norden von Larne aus zu sehen. Der Stadtpark liegt hoch über dem Meer, auch hier wieder mit schönen Aussichten. An der Kimm ist ein Leuchtturm auszumachen. Weiter links zeichnet sich die Insel Kintyre (Schottland) ab.

Glenarm

Glenarm

Zwölf Meilen nördlich von Larne liegt Glenarm, am Ende des gleichnamigen Tals durch die Antrim Mountains, die von neun Tälern durchzogen werden. An der Marina fanden wir einen großen Stellplatz für die Nacht, kostenlos.
Glenarm schmiegt sich um die Glenarm Bay. Der Altstadtkern ist der älteste der Region Ulster, wie der frühere Name Nordirlands lautet. Glenarm wurde schon um die 12. Jahrhundertwende das Stadtrecht zuerkannt, und zwar von King John of England.

Hintereingang Glenarm Castle

Hintereingang Glenarm Castle

Quasi in der zweiten Reihe steht Glenarm Castle. Das frühere, monumentale Tor, das man in der Stadt über eine Brücke erreicht, und das nach beiden Seiten von einer Zinnenmauer umrahmt wird, sieht mit dem wilden Bewuchs ziemlich verwunschen aus. Der Eingang heute liegt Richtung Meer. Das Schloss und der Schlosspark samt Garten können besichtigt werden, wenn nicht gerade eine Hochzeitsfeier stattfindet, wie es bei unserem Besuch der Fall war. Zum Schloss gehören ebenfalls eine Teestube und ein Shop.
Durch den urwaldartigen Glenarm Forest hinter der Stadt führt ein dreieinhalbstündiger Wanderweg, durch eine reiche Fauna und Flora.

Carnlough

Carnlough

Da wir nicht wussten, ob wir in Carnlough einen Stellplatz finden würden, spazierten wir zu Fuß die etwa 2 Meilen dorthin, immer am Ufer der Bucht entlang. Auffallend ist in dieser Gegend die Allgegenwart des Kalksteins. Man sieht mehrere Steinbrüche in den Hängen der Berge. Hafenmauern, Kirchen und weiße Kiesel am Strand, überall findet man den Kalkstein.
In Carnlough fand gerade eine Vintage-Messe statt, direkt an der Kalksteinbrücke, die am Hafen über die Straße spannt. Für die Messe brauchen die Iren keinen großen Platz, sondern es reichen die Straßenränder der Stadt, an denen alte Traktoren, Oldtimerautos und sogar ein kleiner KFOR-Panzer präsentiert wurden. Schafscherer, Drechsler und ein Dachdecker, der mit Flachs arbeitet, zeigten ihre Zunft auf althergebrachte Weise, und noch einiges Interessante mehr wurde den Besuchern geboten. Zusammen mit dem Flair von Carnlough war das ein sehr schönes Erlebnis.
Für den Rückweg nach Glenarm nutzten wir die Buslinie. Wie schon in England bezahlt man für eine Meile 1,- Pfund für das Ticket, zumindest auf den kurzen Strecken, die wir bisher fuhren.
Die schottische Insel Kintyre ist jetzt deutlicher zusehen. Von der Nordostspitze Nordirlands aus sind es nur noch zwanzig Kilometer bis dorthin.

Glenariff

Glenariff

Der A2 oder der Causeway Coastal Route weiter folgend kommt man durch Glenariff. Der kleine Ort liegt am Ende des als schönstes Tal der Antrim Mountains beschriebenen neun Täler. Leider fanden wir keinen Stellplatz in der Nähe, so dass wir nur kurz für ein paar Bilder anhielten. Hier führte einstmals die Kalksteinbahn am Ufer entlang. Alte Brückenreste sind noch zu sehen.

Loughareema

Loughareema

Bei Cushendall biegt die A2 in die Berge ab, wo man sich wieder wie im Hochgebirge vorkommt, keine Bäume, Moorlandschaft und viel Grün. Allerdings ist man wohl kaum zweihundert Meter hoch.
Die Straße führt über den
Loughareema, einen See, der manchmal keiner ist. Von Zeit zu Zeit verschwindet der See, dann taucht er wieder auf. Hier gibt es auch einen kleinen Wald, den Ballypatrick Forest.
In
Ballycastle
erreicht die A2 wieder das Meer. Von dort aus fahren Fußgängerfähren zur vorgelagerten Insel Rathlin.

Ballintoy

Ballintoy

In Dunseverick parkten wir unser Motorhome für 2 Nächte auf der Feigh Farm, für 14,- Pfund die Nacht, inklusive einer schönen Aussicht über die hügelige Landschaft und das Meer. Von hier aus besuchten wir den sehr kleinen Hafen Ballintoy, der gerade von mehr Autos überschwemmt wurde, als das Gelände Platz dafür bieten kann. Die Straße hinunter in die Bucht ist sehr eng, entsprechend groß das Chaos.
Der Hafen wird von Steilwänden aus Kalkstein überragt, die einmal Teil eines Steinbruches waren. Zwei große Höhlen zeugen von der Arbeit. Praktischerweise baute man hier auch gleich einen Brennofen dazu.
Hier, wie an der gesamten Ostküste siedelten schon zur Steinzeit Menschen, wie Funde belegen.
Von zwei Fischern kauften wir frisch gefangene Makrelen gleich vom Boot weg, 4 Stück für 2,- Pfund. Die lassen wir uns heute Abend schmecken. Gestern versuchte ein Angler in Glenarm große Fische zu fangen. Es gingen ihm jedoch nur kleinere Dorsche an die Angel. Nachdem er die ersten Dorsche wieder zurückwarf, meinten wir, dass wir uns darüber freuen würden. Etwas später hatten wir einen normalen und einen roten Dorsch im Kühlschrank.

Zum unbedingten Besuch empfohlen wird die Seilbrücke Carrick-a-Rede. Sie überspannt eine 20m breite Schlucht in einer Höhe von 30m. Am anderen Ende liegt eine Felseninsel. Schon die Anfahrt, nur eine einspurige Straße, war mit Autos verstopft. Vor dem Ticketschalter drängte sich eine Menschentraube. 5,90 Pfund werden fällig, um über die Brücke laufen zu dürfen. Uns gefiel weder das eine noch das andere und so verließen wir den Ort, ohne die Seilbrücke wenigstens gesehen zu haben.

White Bay

White Bay

Die White Bay ist ein herrlicher Ort, eine weite Bucht mit feinstem Sandstrand. Sanft erhebt sich das grüne Land rund um den hinteren Teil der Bucht. Eine neue Art von „Seekühen“ entdeckten wir an diesem Strand.

Dunseverick Castle

Dunseverick Castle

Der Causeway Coastal Trail führt immer an der Küste entlang und auch an den kargen Resten des Dunseverick Castle vorbei, die auf einer Felsspitze stehen. Herrliche Aussichten auf das Meer, die Landschaft, die Steilküsten und die Inseln bieten sich auf dem Weg.

Portballintrae

Portballintrae

In dem ruhigen Hafenort Portballintrae, mit seinen vielen schneeweißen Häusern, wird die Nähe zum Kalkstein deutlich. Dies setzt sich in den weiteren Orten fort. Es wird hier weniger mit Kalksteinblöcken gemauert, sondern viele Mauern und Wände sind einfach weiß getüncht. So weiß strahlen die vereinzelt stehenden Gehöfte weithin über das Land. Es wird zudem mehr mit Pastellfarben gearbeitet, was den Orten doch ein wesentlich angenehmeres Äußeres verschafft, als die bisher gewohnten grauen Bauten.

Dunluce Castle

Dunluce Castle

Die Castleruine Dunluce steht direkt an der Steilküste. Es war eigentlich mehr eine Stadt mit Wohngebäuden, Ställen, Brauerei, Marktplatz und einem Garten. Die nahe Steilküste kostete dem Castle eines Tages die Küche, die abbrach und mit Mann und Maus den Hang hinunter stürzte. Im 13. Jahrhundert begann man mit dem Bau der Anlage, später wurde sie ständig erweitert. 1641 wurde Dunluce Castle bei einem Aufstand weitgehend zerstört, 1680 endgültig verlassen.
Will man durch die Ruinen schlendern, muss man 5,90 Pfund hinlegen.

Causeway Coastal Route

Causeway Coastal Route

Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr schöner, setzt die Natur noch einen drauf. Weiße Kalkfelsen und schwarze Lavazungen, Strände und Steilküsten, weiße Häuser und grüne Wiesen, Hügel und Dünen sowie Felsspitzen und Inseln im Meer, es ist eine unglaublich schöne Landschaft. Man muss einfach an jeden Parkplatz anhalten und sich umsehen.

Portrush

Portrush

Portrush hat zwei Seiten. Auf der einen Seite setzt die helle Stadt auf Amüsement, auf der anderen auf Ruhe und Entspannung. Der Hafengrund ist sandig, ohne Schlick, das Wasser ist glasklar. Das Meer ist schon seit Larne sehr sauber und lädt eigentlich zum Baden ein, aber leider ist es doch sehr frisch. Die Luft ist mit 16-18 Grad auch nicht wirklich warm. Seit wir in Nordirland ankamen, vor vier Tagen, haben wir schönes Wetter. Wenn die Sonne scheint, ist es richtig angenehm. Wird jetzt endlich Sommer?

Bushmills Destillerie

Bushmills Destillerie

Der Bushmills-Destillerie statteten wir nur einen kurzen Besuch ab, da wir schon zwei Whisky-Destillerien im Rahmen von Führungen kennengelernt haben. Zudem ist im Moment (Anfang Juli bis Anfang August) Sommerpause und es wird nicht produziert. Verschiedene Abteilungen sind wegen Reinigungsarbeiten geschlossen.
Im Ort
Bushmills
stehen viele Gebäude leer. Um den Eindruck von Leben zu vermitteln, sind die Fenster der leerstehenden Gebäude mit Kunststofftafeln verkleidet, auf denen Leute herausschauen, Deko im Fenster steht oder es aussieht, als würde man die Auslage im Schaufenster sehen. Solche Fensterverkleidungen sahen wir bisher schon öfters, aber Bushmills hat dies zur Perfektion gebracht.

Giant´s Causeway

Giant´s Causeway

Wenn man in Irland nichts gesehen haben sollte, den (Damm der Riesen) muss man erleben. Im Sommer ist dort allerdings anscheinend immer die Hölle los. Die Parkplätze waren voll, tausende von Menschen unterwegs. Deshalb entscheiden wir, etwa gegen 17 Uhr noch einmal zum Damm der Riesen zu fahren. Wir bekamen jedoch den Tipp, erst nach Schließung des Visitor Centers dort hinzufahren. Dann braucht man keine 9,- Pfund Eintritt pro Person bezahlen und die Anzahl der Besucher ist übersichtlich.
Vom Besucherzentrum ist es ein Fußweg von etwa einem Kilometer bis zum Damm der Riesen. Das ist eine Formation aus Basaltsäulen, die sich vom Hang der Steilküste bis ins Wasser erstreckt. Irgendwie passt die Formation nicht in die Landschaft. Die Iren sind von ganzem Herzen überzeugt, dass nicht die Natur dieses Wunder vollbracht hat, sondern der Riese Finn McCool. Finn hatte eine Freundin auf der schottischen Insel Staffa. Er konnte nicht schwimmen und baute deshalb einen Damm von hier nach Staffa, wo ebenfalls heute noch die Reste solcher Säulen zu finden sein sollen. Über diesen Damm konnte er seine Freundin nach Ulster herüber holen.
Das ist doch eine nette Geschichte.

Basaltsäulen

Basaltsäulen

Die Zunge aus Basaltsäulen, von was auch immer so abgeschnittenen, ist schon beeindruckend. Vor allem die wie mit einer Säge eingeschnittenen sechseckigen Formen der Säulen erscheint unnatürlich. Es müssen bestimmte Umstände herrschen, damit aus einem Lavafluss solche Säulen entstehen. Wie gesagt, diese Säulenzunge passt so gar nicht in das Bild der übrigen Küste.

wunderschöne Küste

wunderschöne Küste

Wer dem Ganzen die Krone aufsetzen will und Glück hat, sollte die Szenerie im Licht der untergehenden Sonne erleben. Der schönste Teil der Küste liegt allerdings östlich des Dammes der Riesen. Der Trail führt hinter dem Damm weiter, den Berg hinauf und an der Kante der Steilküste entlang zurück. Einmalige Aussichten, während die Sonne immer weiter untergeht und alles in ein goldenes Licht taucht, hat man von dort oben. Um diese Tageszeit ist man fast allein auf dem Weg und es herrscht eine wohltuende Ruhe. Das ist einfach gigantomanisch, die Krönung unserer Tour auf dem Causeway Coastal Route von Larne nach Portrush.


Terracina

Dank der Tatsache, dass es den riesengroßen Parkplatz an der Marina in Terracina gibt, bekamen wir die Gelegenheit, doch ein Stück von der Via Appia zu sehen. Die Mutter der Straßen Italiens, so etwas wie die Route 66 in den USA, wurde von den Römern gebaut, um schnell durch das riesige Reich zu kommen. Zuerst waren es Eroberungen, dann diente sie der Erhaltung des Reiches und irgendwann war sie eine wichtige Handelsroute. In den meisten Fällen verlief sie schnurgerade, so wie zwischen Cisterna di Latina, südlich von Rom, bis kurz vor Terracina. Das sind ca. 40km. Sie wurde jedoch in der Neuzeit überbaut und ist heute die Staatsstraße 7.

Die Via Appia begann in Rom am Circus Maximus und führte bis nach Brindisi im Süden des heutigen Italien, dem Tor zum Orient. Die Straße war 539 Kilometer lang. 312 v.Chr. begann man mit dem ersten Abschnitt der Via Appia. Den Namen bekam die Straße von ihrem Initiator, Appius Claudius, der auch Cesar der Blinde genannt wurde.

Es gibt mehrere Teilabschnitte, die noch heute im Originalzustand besichtigt werden können. Dazu gehört das durch die historische Altstadt Terracinas, oben auf einem Hügel. Der Platz vor der Kathedrale war einst das Aemilius Forum mit einem Theater. Daran schloss sich im Südosten ein großes Tor an, der Vier-Gesichter-Bogen. Im Mittelalter überbaute man die römischen Relikte, die nach dem Bombardement 1943 wieder zum Vorschein kamen. Aurus Aemilius war der lokale Magistrat der Stadt Terracina, der den Bau des Platzes in Auftrag gab. Das war um den Beginn unserer Zeitrechnung.

römisches Aemilius Forum mit dem Theater im Vordergrund

Das Theater wird gerade freigelegt, so dass seine interessanten Strukturen zum Vorschein kommen. Direkt davor verläuft ein Stück originale Via Appia.

originale Via Appia in Terrecina

Dominiert wird der Platz von der Kathedrale, die im Jahre 1074 auf den Ruinen eines römischen Tempels errichtet wurde. Sie wurde dem heiligen Ceasareus geweiht, der 251 n.Chr. als Märthyrer starb. Ihr heutiges Erscheinungsbild stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es ist eine Kombination aus christlichen und römischen Elementen, sehr dekorativ.

Kathedrale St. Ceasareus

Das kleine Café „Café del Duomo“ stammt aus dem Jahre 1793. Es ist ein guter Ort zum Entspannen, einen guten Kaffee zu trinken und die Szenerie auf sich wirken zu lassen. Auf dem Platz spürt man hautnah die vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende, befindet man sich irgendwo zwischen dem Mittelalter und dem alten Rom.

Café del Duomo

Geht man durch das erhaltene Tor direkt neben der Kathedrale, trifft man auf das Capitol aus dem Jahre 50 v.Chr. Es war war einmal ein Tempel für die drei Götter Jupiter, Juno und Minerva. Es steht noch einiges von dem Gebäude. Interessant ist aber die Verkleidung der Wände mit kleinen quadratischen Steinen aus schwarzer Lava und weißem Marmor. Hinter dem Capitol verläuft eine weitere originale Straße, die von der Via Appia abzweigte.

Capitol

Überall gehen kleine Gassen ab, z.B. auf den Weg an der Stadtmauer entlang. Wir spazierten jedoch durch einen weiteren Bogen und kamen so am Porta Romana heraus. Das monumentale Tor ließ Papst Pius VI. Ende des 18. Jahrhunderts erbauen. Hier endet die historische Altstadt und man gelangt wieder ins 21. Jahrhundert.

Porta Romana

Die Via Appia erlangte traurige Berühmtheit, als im Jahre 71 v.Chr. der Spartacus-Aufstand durch die Römer niedergeschlagen wurde. 6000 Überlebende Spartacus-Anhänger wurden anschließend zwischen Rom und Capua entlang der Via Appia gekreuzigt.

Ein weiteres Ausflugsziel in Terracina ist der Tempel des Jupiter Anxur, der auf einer Felsnase hoch über der Stadt zu sehen ist. Er stammt aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. und war wohl einmal eine Orakelstätte.

Tempel des Jupiter Anxur

Weitere römische Überbleibsel liegen direkt neben dem großen Parkplatz an der Marina. Durch eine große Hecke sichtgeschützt, nimmt sie kaum jemand wahr.

römische Grundmauern an der Marina

Die meisten Leute konzentrieren sich auf den Hafen, über den man auch die kilometerlange Promenade zum Capo Circeo erreicht.

Promenade von Terracina

In der Ferne, links neben dem Felsen des Capo Circeo sind die Pontinischen Inseln zu sehen. Fähren bringen die Besucher von Terracina zu den Inseln hinüber und wieder zurück.

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