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Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Eine Rundfahrt durch die Berge führte uns über Níjar und Sorbas nach El Rio de Aguas. Während Níjar uns nicht mehr vom Hocker reißt, weil der Ort eher „normal“ ist, haute uns die Landschaft der Berge der östlichen Sierra de Alhamilla direkt um. Die Straße windet sich durch die Berge immer höher und höher hinauf. An jeder Kurve bekommt man einen anderen Blick auf die Bergwelt und die Küste. Es ist einsam hier oben. Frühere Häuser sind allesamt verfallen, es wohnt niemand mehr in der Sierra außerhalb der offiziellen Orte. Dafür wird auf großen Flächen Solarstrom erzeugt. Hier und da stehen Olivenbäume, die bewirtschaftet werden, ansonsten ist sich die Natur selbst überlassen. Es gibt keine Bäume, nur Büsche und Gras.

Kirche von Lucainena

Kirche von Lucainena

La Rambla Honda ist eine Ansammlung von Anwesen, dafür pulsiert das Leben in dem kleinen Bergdorf Lucainena de las Torres. Man sollte hier durch die Gassen bis hinauf zum Rathaus schlendern. Tavernen und kleine Läden säumen den Weg. Vom Vorplatz der Kirche, der als Aussichtspunkt ausgebaut ist, hat man einen wundervollen Blick ins Tal hinunter und zu den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Das ist ein herrlicher Ort zum Leben.

Kalkbrandöfen Lucainena

Kalkbrandöfen Lucainena

Kurz hinter Lucainena stehen die Überreste von Kalkbrandöfen. Sie wurden 1900 errichtet, um den abgebauten Kalkstein zu brennen. Die rohen Kalksteine sowie der gebrannte Kalk wurden dann auf eine Bahn verladen und abtransportiert. Die Steine kamen aus den über der Anlage befindlichen Bergen. Ein Netz aus Wasserläufen sorgte für das notwendige Nass. Außerdem baute man hier auch Eisenerz ab. Große Abraumhalden und eine aus Schlacke und Steinen gebaute Wand zeugen noch davon.

Sorbas

Sorbas

Sorbas liegt in einem Karstgebiet und hat z.B. eine Gipshöhle zu bieten, die besucht werden kann. Die Stadt breitet sich auf einem Plateau aus, viele der Häuser am Rande stehen praktisch am Abgrund. Daher nennt man sie die „hängenden Häuser“. Ein tiefer Graben, vielleicht 40 bis 60m tief, führt in einem großen Bogen an Sorbas vorbei.

östliche Sierra de Alhamilla

östliche Sierra de Alhamilla

Kurz hinter Sorbas biegt eine weitere Bergstraße ab, die über El Rio de Aguas führt. Nicht weit hinter dem Abzweig bei Sorbas muss man unbedingt am Aussichtspunkt anhalten. Für uns zählt dieser Ort mit zu den schönsten Orten der Erde. Auf dem Platz steht eine arabische Zisterne, wie wir sie schon am Cap de Santa Pola kennengelernt haben. Von hier hat man einen 360°-Blick über die fantastische Landschaft der Sierra de Alhamilla.

Mini Hollywood bei Tabernas

Mini Hollywood bei Tabernas

In der westlichen Sierra de Alhamilla buhlen drei Filmsets bzw. Westernstädte um zahlende Kunden. Direkt an der Abfahrt 376 von der A92 kommt man nach „Western Leone“. Inmitten der Wüste stehen Tipis und eine Westernstadt. Der Eintritt kostet 11,-€ inkl. Westernshow. Wir begnügten uns mit der Ansicht von außen und fuhren nach Mini Hollywood nur ein paar Kilometer Richtung Tabernas weiter. Als wir dort eintrafen, war eine Shows schon voll im Gange, Cowboys schlugen sich, es fielen Schüsse. Die Berglandschaft drumherum ist durchzogen von einem großen Canyon. Die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada sind von fast überall aus zu sehen. Der Eintritt für Mini Hollywood beläuft sich auf 22,50€ pro Erwachsener plus 2,90€ Parkgebühr. Heute wurde die Parkgebühr allerdings nicht kassiert.
Die dritte Westernstadt nennt sich Texas Hollywood/Fort Bravo. Die Zufahrt führt gut einen Kilometer durch ein Flussbett, welches nach dem letzten großen Regen immer noch stellenweise unter Wasser steht. Wenn man dann bei Fort Bravo angekommen ist, will man auch hier Eintrittsgeld haben, und zwar 19,40€. Fort Bravo ist
also nach schweren Regengüssen geschlossen, weil dann niemand durch das Flussbett fahren kann.
Der Hintergrund für die drei Westernstädte ist, dass in den 1950er und 1960er Jahren in der Mondlandschaft von Tabernas viele Western- und Abenteuerfilme gedreht wurden. Drei der Filme sind „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Der Schuh des Manitou“ und „100 Riffles“.

arab Castillo Tabernas

arab Castillo Tabernas

Hoch über Tabernas thronen die Überreste einer arabischen Burg. Einer der Türme und das Eingangstor wurden rekonstruiert, einige Teile erneuert, das meiste ist jedoch verschwunden. Man hat von dort oben jedoch einen 360°-Blick, auch hin zum größten Solarenergiezentrum Europas. Die riesigen Solarpaneelflächen, die dafür benötigt werden, verteilen sich offensichtlich in den umliegenden Bergen.

tolle Filmkulissen

tolle Filmkulissen

Östlich von Tabernas zweigt eine Straße nach rechts zum Bergdorf Turrillas ab. Bis kurz vorher führt die Straße durch ein weites Tal, ehe sie sich in engen Serpentinen bis auf 1000 Meter zum „Mirador de Turrillas“ hinaufwindet. Von dort oben blickt man über das weite Tal, an welches sich die Sierra de los Filabres anschließt. Über Lucainena und Níjar beendet man die Bergtour durch die westliche Sierra de Alhamilla.

Costa Blanca

Benidorm

Benidorm

Manche Orte zeigen einem, dass man nicht willkommen ist. So ein Ort ist Benidorm, der größte Ort der Costa Blanca. Seine Skyline gleich der einer amerikanischen Großstadt, die zwischen einzelnen Bergen liegt. Der Stellplatz, den wir herausgesucht hatten, war geschlossen. Alle Versuche, in der Umgebung einen Stell- oder Campingplatz zu bekommen, verliefen ergebnislos. Die Verkehrsführung ist für Auswärtige eine Katastrophe, die uns gleich ein Ticket für falsches Linksabbiegen kostete, obgleich wir keinen Hinweis finden konnten, dass Linksabbiegen verboten ist. Der Polizist war aber noch nachsichtig mit uns, trotzdem ist das mehr als ärgerlich.
Die Nacht verbrachten wir am Straßenrand an der N332, vor den Autohäusern und -werkstätten zwischen Altea und Benidorm. Der Keilriemen hatte sich verabschiedet, es war Feiertag und wir mussten einen neuen Ersatzkeilriemen bestellen.
Durch den Wechsel des Keilriemens und die Warterei wurde es zu spät, den nächsten herausgesuchten Stellplatz anzufahren. Kurz vorm Dunkelwerden fanden wir einen Parkplatz am Restaurante Eloy kurz vor El Campello, mit einem schönen Blick hinunter zum Meer. Der Stellplatz am Restaurante O.V.N.I. mit deutschem Besitzer ist für uns zu klein und schlecht anfahrbar.

Strand von El Altet

Strand von El Altet

Da wir Alicante besuchen wollten, blieben wir in der Nähe und verbrachten die nächste Nacht am Strand von El Altet knapp südlich des Hafens von Alicante. Zum Baden ist der Strand nichts, aber zum Angeln und Ausspannen. Man kann zwar dort unbegrenzte Zeit stehen, ein anderer riesiger Platz befindet sich ein paar hundert Meter weiter vor den nächsten Häusern am Strand, aber wir brauchten wieder einen Stellplatz mit allem Notwendigen. Deshalb fuhren wir zum Camper Park Santa Pola für 14,-€ pro Nacht. Der Platz liegt sehr ruhig auf einer Anhöhe. Das Meer ist in einiger Entfernung zu sehen.

Alicante Promenade

Alicante Promenade

Alicante besuchten wir bei Kaiserwetter, 25 Grad, Sonne und blauer Himmel. Das Castillo de Santa Barbara überragt die Stadt. Die breite Promenade ist von Palmen gesäumt. Die Altstadt von Alicante ist übersichtlich und durch mehrere kleine grüne Oasen aufgelockert. In der Marina liegt ein alter Segler in Übergröße, ein Nachbau, der als Restaurantschiff genutzt wird. Hinter der Marina und unterhalb des Castillos befindet sich der Strand der Stadt. Man kann sich hier wohlfühlen, aber der Lärmpegel des Verkehrs ist sehr hoch. Wer die Bucht und die Stadt von Alicante von oben sehen möchte, sollte sich auf die Höhen von l´Albufereta begeben. Dort führen ein paar Wege über die Felsen, auch bis hinunter zur Küste.

Cap de Santa Pola

Cap de Santa Pola

Ein sehr lohnendes Ziel ist Cap de Santa Pola bei Santa Pola. Eine vier Kilometer lange, schnurgerade Straße führt durch ein Wäldchen zum Leuchtturm. Der Leuchtturm ist eingezäunt, aber ein Weg rechts am Gelände vorbei bringt die Besucher zur spektakulären Aussichtsplattform. Eine geschwungene, über die Felskante reichende Konstruktion mit Gitterrosten als Fußboden erinnert an die Aussichtsplattform im Westen des Grand Canyons. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick von Alicante bis zur Insel Tabarca. Unter den Füßen liegt der flache Küstenstreifen mit der Küstenstraße, an der einige wilde Stellplätze direkt an der Küste liegen. So schön, wie es von oben aussieht, ist es auch von unten. In vielen Karten ist die Küstenstraße nicht eingetragen, aber es gibt sie und kann gut befahren werden. Von unten sieht man die senkrechte Felskante mit dem Leuchtturm und der überstehenden Aussichtsplattform darauf. Das Wasser ist glasklar.

Aljub del Manyo

Aljub del Manyo

Auf halbem Weg zur Aussichtsplattform findet man rechts abseits der Straße eine Art arabisches Marabut. So sieht es aus der Entfernung aus. Es ist jedoch eine Zisterne. Offensichtlich siedelten hier schon früh Menschen. Da es kein Wasser hier oben auf dem Cap gibt, legten die Römer Zisternen an. Als die Mauren kamen, erweiterten sie die Zisternen und drückten ihnen ihren arabischen Stempel auf. Noch heute ist der Zufluss zu erkennen. Zur Zisterne gehört zudem ein Oberbau, aus dem das Wasser entnommen wurde. In der Nähe befindet sich auch ein kleines rundes oberirdisches Wasserbecken.

in den Salinen von Santa Pola

in den Salinen von Santa Pola

Santa Pola besitzt eine Marina und zwei Strände rechts und links davon. An Restaurants und Bars mangelt es nicht.
Ein anderes Ziel sind die Salinen von Santa Pola. Es ist zwar nicht möglich, durch sie hindurch zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren, aber von der N332 aus gibt es schöne Aussichten auf die Salinenlandschaft, inkl.
den Rosaflamingos und anderen Wasservögeln. Große Salzberge türmen sich an der Fabrik auf.

Wrack eines Salzbootes

Wrack eines Salzbootes

Am Playa la Gola unterhalb der Salzberge befinden sich gleich zwei interessante Dinge. Erstens liegen dort noch Überreste von zwei Bunkern, die 1936-39 zum Mittelmeerwall gehörten. Seit wir an der Mittelmeerküste entlangfahren, stießen wir schon mehrmals auf Relikte dieses Walls. Es ist das Äquivalent zum Atlantikwall.
Zweitens wurde an dieser Stelle mit dem Salz gehandelt, welches in den Salinen gewonnen wird. Eine Tafel zeigt alte Aufnahmen vom Betrieb. Damals wurden noch Ochsen für den Transport eingesetzt. Das Salz wurde an einem Steg auf Boote verladen und verschifft. Heute gibt es Maschinen und LKWs. Der Strand gehört zum Naturpark Salinen von Santa Pola.

Palmenstadt Elche

Palmenstadt Elche

Wie in einer nordafrikanischen Oase kommt man sich in Elche (Elx) vor. In der ganzen Stadt stehen Palmen. Manchmal hat man das Gefühl, das es einmal eine Dattelpalmplantage der Mauren war. Kaum eine andere Stadt in Spanien besitzt so viele Parks und Gärten wie Elche. Viele historische Bauten künden von einer reichen Vergangenheit. Diese Stadt sollte man unbedingt besuchen. Die neunköpfige Palme, mit der die Stadt wirbt, es jedoch nur mit 5,-€ Eintritt in den Park Hort del Cura zu besichtigen.

Cunninghams Kasuarine

Cunninghams Kasuarine

Die Wälder aus Orangenbäumen sind verschwunden. Seit Benidorm herrscht Halbwüste vor. Es ist trocken, steinig und es wachsen stachelige Sträucher oder Gewächse mit dickfleischigen Blättern. Durch den vielen Regen in der letzten Zeit kommt jedoch frisches Grün zum Vorschein. Eine für uns neue Baumart entdeckten wir bei Santa Pola, die Cunninghams Kasuarine. Der Baum sieht wie eine urzeitliche Kiefer aus, aber es ist ein Laubbaum, der eigentlich in Australien zu Hause ist. Er wurde jedoch teilweise auch am Mittelmeer angepflanzt und eingebürgert. Der Baum fällt durch seine Wuchsform und seine Blätter auf. Die Blätter sehen wie geschachtelte Nadeln aus, so wie beim Schachtelhalm. Die Zapfen sind sehr klein. Es ist ein außergewöhnlicher Baum.

Umgebung von Naxos

Während in Giardini-Naxos jede Menge los ist, geht es in Letojanni gemächlich zu. Man kann in Ruhe die Straße hinter dem Strand entlang spazieren und dabei in die Gassen schauen, die in den Ort führen. Gleich dahinter erheben sich die Berghänge des Küstengebirgszuges. Den Rückweg sollte man durch die Parallelstraße zur Strandstraße nehmen. Nette Vorgärten, Eingänge und Balkone schmücken die eng stehenden Häuser.
Die Kirche San Giuseppe am Francesco Durante-Platz erstrahlt nach mehreren Renovierungen in jüngster Zeit in tollem Glanz. Die in mehrere große Rechtecke geteilte Decke ist mit schönen feinen, mosaikartigen Ornamenten geschmückt. Links vom Eingang erfreut eine kleine Besonderheit die Besucher, ein niedliches Modelldorf, in dem das Leben fast explodiert. Wenn man auf einen Knopf drückt, dann bewegen sich viele Teile davon und eine liebliche Musik erklingt dabei. Es macht viel Spaß, die vielen Details zu entdecken.

Straßentunnel in Letojanni

Ein weiteres Ziel ist das Calatabiano-Castle, dass heißt die Ruinen desselben. Es liegt auf einem 220m hohen Lößhügel hinter der Stadt, in der Nähe des Alcantara-Flusses. Der Alcantara bezeichnet die Grenze zwischen den Regionen Messina und Catania. Der heutige Ort Calatabiano existiert erst seit 1693, nachdem ein verheerendes Erdbeben im Noto-Tal die alte Siedlung zerstört hatte. Die Festung selbst ist römisch-griechischen Ursprungs und wurde später von den Normannen und Arabern genutzt. Die Araber erwähnten die Festung erstmals schriftlich. Sie bauten auch das kleine Schloss unterhalb der Festung.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Festung zu besuchen. Einmal die Nutzung des Liftes, oder zu Fuß per kurzer Wanderung den Berg hinauf, wobei man an mehreren Ruinen alter Wohnhäuser und später am arabischen Schloss vorbeikommt. Von dort oben hat man eine herrliche Aussicht auf Calatabiano, die Küste sowie Taormina. Das Eintrittsgeld in die Burg beträgt 5,-€, für den Lift bezahlt man noch einmal 2,-€.
Ist man wieder im Ort, sollte man einen kleinen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen unternehmen.

Castello Calatabiano

Der schönste Ort, den wir auf dieser Reise gesehen haben, ist Castelmola. Wir finden, es ist ein „Muss“, diesen Ort zu besuchen. Schon allein die Fahrt nach dort oben ist ein Abenteuer, erst durch Taormina und dann in engen Serpentinen die Berghänge hinauf, bis auf 529 Meter.

auf dem Weg nach Castelmola

Castelmola wurde im Laufe seiner 2800-jährigen Geschichte mehrmals zerstört, nicht durch Naturkatastrophen, sondern durch die verschiedenen Eroberer. Das heutige Gesicht des Ortes stammt wohl aus dem Mittelalter. Es macht Spaß, durch die engen Gassen zu spazieren, die zum Teil aus Treppen bestehen, um die großen Höhenunterschiede zu überwinden. Wunderschöne Aussichten auf die Küste, die unterhalb liegende Stadt Taormina und den Ätna bieten sich von vielen Stellen Castelmolas. Vor allem von den Ruinen der mittelalterlichen Festung aus, die über Castelmola thronen. Dort bietet sich eine 360°-Rundumsicht. Die Anfänge der Burg liegen wohl in der griechisch-byzantinischen oder römischen Zeit.

Blick vom Castell Castelmolas auf den Hauptplatz des Ortes

Achtung! Dieser Abschnitt ist nicht Jugendfrei. Der Hauptgrund, warum die meisten Touristen Castelmola besuchen, ist die Bar Turrisi. Sie hat von 9-2 Uhr nachts geöffnet und befindet sich an der Piazza del Duomo. In mehreren Etagen, liebevoll und stilecht eingerichtet, werden die Gäste vom sehr netten, mehrsprachigen Barbesitzer mit Essen und Trinken vom Feinsten verwöhnt. Das Thema der Bar? Alles rund um den Penis. Tischbemalungen, Wand- und Bodenfliesen, Lampen, Flaschen, Gläser, als Plastiken, was auch immer, überall sieht man Penisse, vollkommen verrückt.

Eingang zur Bar Turrisi

Und bitte, auf keinen Fall versäumen, die Toiletten aufzusuchen. Dort zieren die Wände schwarz-goldene Bilderfliesen mit Sexstellungen aus dem alten Griechenland, die dem Kamasutra alle Ehre machen.

Fliesendarstellung in der Toilette der Bar Turrisi

Auf dem Rückweg nach unten sollte man noch einmal zum Castello di Taormina fahren. Die Festung selbst kann nicht besucht werden, aber vom Aussichtsbalkon an deren Fuß kann man noch einmal toll über Taormina blicken. Sogar der Blick in das griechische Theater, Teatro Antico, ist frei.

Taormina mit Tetro Greco

Sehenswert hier ist auch die Kapelle „Madonna della Rocca“, der Patronin Taorminas. Die im 14. Jahrhundert halb in den Fels gebaut wurde. Der Innenraum mit der rohen Felsdecke ist mit zarten, gemalten Ornamenten geschmückt. Die zwei kleinen Altäre sind liebevoll gestaltet. Fast kommt man sich wie in einer Puppenstube vor, sehr schön.

Kapelle „Madonna della Rocca“

Zu einem der schönsten Orte Italiens zählt auch das kleine Bergdorf Savoca bei Santa Teresa. Es ist gleichzeitig ein Ort der Kunst. Gleich am Ortseingang hat sich ein Atelier niedergelassen, in dem Edelstahl zu Kunstwerken verarbeitet wird. In der näheren Umgebung sind einige dieser Kunstwerke ausgestellt, die man bewundern kann. Irgendwo in Savoca muss auch ein Keramik- und Tonkünstler zu Hause sein, denn allerorten sind kleine und große Reliefs in die Häuserwände eingelassen, sehr schön gearbeitet. Fast alle zeigen kirchliche Darstellungen.

Kunstwerk aus Edelstahl in Savoca

Während wir eigentlich eine bedrückende Enge in den Bergdörfern gewohnt sind, hat man in Savoca genug Luft zum Atmen. Wie Krakenarme gruppieren sich schmale Häuserzeilen entlang der Berggrate, die um den Zentralplatz herum liegen. Dort befindet sich einer der Parkplätze, ein Aussichtspunkt und die Bar Vitelli.
Die Bar Vitelli ist berühmt, weil dort 1972 einige Szenen des Meisterstücks von Francis Ford Coppola „Der Pate“ gedreht wurden. Marlon Brando und Al Pacino spielten in den Hauptrollen. Einige Fotos von den Arbeiten damals hängen in einem Raum der Bar, in dem sich sogar der hauseigene Brunnen befindet. Wahrscheinlich der Berühmtheit der Bar Vitelli ist es geschuldet, dass der Kaffee ganze 4,-€ kostet, inkl. zeitgenössischer Musikbeschallung.

Bar Vitelli

Wer Savoca besucht, sollte sich auf den Rundweg um die Burg Castello Pentefur machen, die über dem Ort thront. Drei schwere Erdbeben haben seit 1693 nicht mehr viel von dem Bauwerk übriggelassen. Die Burg wurde wohl zu römisch-byzantinischer Zeit errichtet, später von den Arabern übernommen und ausgebaut. Um 1070 zogen die Normannen ein, die daraus eine Sommerresidenz machten. Seitdem bewohnten weitere Eigentümer die Burg, bis zu den großen Erdbeben. Heutzutage sind Bemühungen im Gange, die Reste der Burg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Von jeder Ecke des Rundweges bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die umliegende Landschaft. Mehrere Kirchen säumen zudem den Weg.

Teilansicht von Savoca

Eine weitere Sehenswürdigkeit soll die Krypta des Convento del Cappuccini sein, in der Mumien aus dem 18. Jahrhundert aufbewahrt werden. Es waren reiche und mächtige Aristokraten, die durch natürliche Austrocknung in der Gruft der Kirche mumifizierten. Seit 1876 werden sie in ihrer zeitgenössischen Kleidung der Öffentlichkeit präsentiert. Eigentlich soll die Krypta von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein, aber bei unserem sonntäglichen Besuch war geschlossen. Wer will, kann per Telefon sein Interesse bekunden, dann wird wahrscheinlich geöffnet werden.

Seit fünf Wochen stehen wir nun schon in Naxos. Zeit genug, endlich einmal eine Wanderung in Angriff zu nehmen. Unsere Stellplatznachbarn Sarah und Jason, Kiwis, die seit vier Jahren in Wales ihre Wahlheimat gefunden haben, gaben uns den Tipp. Sie waren zu Fuß in Taormina, eine 12km-Wanderung. Sie berichteten von einem Ziegenpfad den Berg hinauf. Das machte mich neugierig. Auf einer Wanderung lernt man doch viel mehr von der schönen Landschaft kennen. Von Naxos aus sieht man den gesamten Gebirgszug vom Kap Taormina, über Taormina selbst, Castelmola bis hin zum Monte Veneretta (Veneri). Dort hinauf zog es mich. Die Tour bis zum ersten Aussichtspunkt am Monte Veneretta ist 8,8km lang, wobei auf 5,6km rund 800 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Das bedeutete, dass ich, ich machte die Wanderung alleine, ganze drei Stunden ausschließlich steil bergan steigen musste, teilweise über Treppen. Es war eine echte Herausforderung, aber die Tour selbst und die Aussichten waren die Anstrengung wert. Der Weg führt durch Taormina, an Castelmola vorbei und dann den Hang des Monte Veneretta hinauf.

auf dem Weg zum Monte Veneretta ist schon Frühling

Kurz vor dem Aussichtspunkt traf ich auf eine große schwarze Schlange. Ich hörte zuerst nur ein Geräusch. Als ich dem mit den Augen nachging, verschwand die Schlange gerade mit dem Kopf voran in einer Bruchsteinmauer. Der Umfang der tiefschwarzen Schlange maß ungefähr ein Dreiviertel meines Handgelenkumfanges, die Länge gut über einen Meter. Es war eine Prachtschlange. Sarah und Jason trafen bei ihrer Wanderung ebenfalls auf solch eine schwarze Schlange, die jedoch lange nicht so groß war. Meine Nachforschung ergab, dass es sich bei dieser schwarzen Schlange um eine Zornnatter handelt. Die normale Färbung ist gelbgrün, aber in Italien/Sizilien lebt eine schwarze Variante dieser Zornnatter. Sie ist nicht giftig und nicht aggressiv, aber bei Bedrohung beißt sie schnell zu und führt dann auch noch Kaubewegungen aus, was zu schweren Verletzungen führt.

am Hang des Monte Veneretta

Endlich war ich oben und genoss die Aussichten hoch über allem in Richtung Küste. Der Ätna hatte sich an diesem Tag dick in Wolken gehüllt, sonst schien die Sonne. Nachdem ich mich erholt hatte, nahm ich den Abstieg in Angriff, bis Castelmola den gleichen Weg, den ich gekommen war, dann wand ich mich in Richtung Giardini. Taormina passierte ich dabei fast ausschließlich über Treppen, Treppen ohne Ende, Wahnsinn. Irgendwann kam ich am namenlosen Fluss heraus, der in Giardini ins Meer fließt. Am Ende war ich gut fünf Stunden plus Pause auf den 17,6 Kilometern unterwegs.

hoch über der Küste und Giardini-Naxos

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