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Santander

entlang des Jakobsweges

Von Ponferrada aus fuhren wir nun immer am Jakobsweg entlang, zuerst auf der A6, später auf der N120 nach León, um der mautpflichtigen Autobahn zu entgehen. Genau neben der N120 verläuft der meist als Trampelpfad sichtbare Jakobsweg. Da müssen hunderte, wenn nicht über tausend Leute am Tag auf diesem Weg unterwegs sein. Alle haben das selbe Ziel: Santiago de Compostela. Fünf bis sechs Wochen ist man da wohl auf dem spanischen Abschnitt zu Fuß unterwegs. Bis zur spanischen Grenze ist jeder Weg, den jemand von zu Hause aus nimmt, der Jakobsweg. In Spanien treffen sich alle auf dem selben Weg.

Hochebene mit Picos de Europa

Von León aus folgten wir der A231 bis kurz vor Osorno, wo die A67 nach Norden, nach Santander abbiegt. Lange Zeit hat man den Blick auf die schroffen zweitausender-Gipfel der Picos de Europa.
Auf dem ersten Parkplatz übernachteten wir. Um die 180km lagen an diesem Tag hinter uns. Dafür brauchten wir 5 Stunden. Nachdem wir hinter Ponferrada noch einmal einen sehr langen Anstieg mit 5% hinter uns gebracht hatten, kamen wir zum Pass Puerto de Manzanal, der auf 1221m liegt. Danach ging es wieder ein Stück bergab und wir fuhren den Rest der Strecke bis kurz vor Santander auf einer Hochebene, die auf über 800m liegt, immer noch den Blick auf die beeindruckenden Picos de Europa. Die Temperaturen sind auf der Hochebene wesentlich niedriger, als wir es in den letzten Wochen gewohnt sind.

Palacio de la Magdalena

Wir stehen für zwei Nächte auf dem Womo-Stellplatz Somo-Park in Somo, einem kleinen Ort östlich von Santander. Es ist jetzt deutlich zu merken, dass wir im Norden Spaniens sind. Die Zeiten mit knapp 30 Grad sind vorbei. Jetzt bringt die Sonne selbst auf Meereshöhe nur noch 20 Grad, aber der Wind drückt die Temperaturen auf gefühlte 17 Grad.
Die Stadt Santander ließen wir diesmal links liegen und besichtigten lieber die ruhigeren Ecken drumherum. Vom Fährhafen legen Autofähren nach Südengland ab. Fährt man die Straße bis zum Ende weiter, kommt man zu der breiten Promenade. Dann wird es langsam immer ruhiger, bis die Straße zu Ende ist. Dort liegt eine Halbinsel mit dem Palacio de la Magdalena. Die ganze Halbinsel ist als Park angelegt. Auf einem Rundweg lassen sich viele schöne Aussichten genießen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete große Palast im englischen Stil ist der Blickfang. Von der Terrasse hinter dem Palast blickt man zur Leuchtturminsel draußen vor der Bucht. Am Ende des Rundweges wurden mehrere Gehege angelegt, in denen Pinguine, Seehunde und Seelöwen leben und schwimmen. Es gibt jedoch noch einiges mehr zu sehen oder man sonnt sich am Strand.
Ein weiterer Strand, der Primera Playa del Sardinero, befindet sich nördlich der Halbinsel, mit Blick auf einen weiteren Leuchtturm, den Faro de Cabo Mayor.

verwunschenes Haus

Auf dem Kap am anderen Ende dieses Strandes befindet sich ein Golfplatz. Dann fährt man noch ein Stück weiter nördlich und kommt so bald zum Leuchtturm am Cabo Mayor. Kurz davor steht ein altes Herrenhaus, von dem nichts mehr zu sehen ist. Die komplette Fassade ist mit Grün zugewachsen. So macht es einen sehr verwunschenen Eindruck.

Küste und Faro de Cabo Mayor

Vom Leuchtturm Faro de Cabo Mayor aus blickt man auf die Biskaya und hinüber nach Santander. Die Küsten sind hier oftmals Steilküsten. Die Landschaft erinnert uns stark an die britischen Küsten, felsig, rau, grüne Wiesen und blaues Wasser.

Eine Rolle Klebeband und ein Stück Plane besiegelten zwei Freundschaften auf dem Stellplatz in Somo. Nach unserer Ankunft dort kam ein englisches Wohnmobil. Das Pärchen bat uns um Hilfe, weil sie das komplette Fenster über dem Fahrerhaus auf der Autobahn verloren haben, ohne Vorwarnung. Gemeinsam lösten wir das Problem und sie waren so dankbar, dass sie uns gleich zu einem Glas Wein einluden. Etwas später gesellte sich ein zweites englisches Pärchen zu uns und bot seine Unterstützung an. So erweiterte sich die Runde von einer Flasche Wein zu einem geselligen Abend. Nach einem zweiten gemeinsamen Tag tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und versprachen, einander zu besuchen, wenn es irgendwie möglich wäre.

Donostia

unterwegs nach Zumaia

Von Santander über Bilbao nach Donostia-San Sebastian fuhren wir immer auf der N634, mal direkt an der Küste mit wunderschönen Aussichten, mal durch tolle Bergwelten, mal an einem Fluss entlang. Der Frühling ist weit fortgeschritten, alles grünt und blüht. In den Berglandschaften kommt man sich wie in den Alpen vor, mit Almen und Kühen. Nur die Häuser und Eukalyptusbäume verraten, dass es nicht so ist.

baskische Schriftzüge

Irgendwann ändern sich die Namen der Orte. Etwas später überquert man die Grenze von Kantabrien ins Baskenland. Was Wales für die Engländer ist, ist das Baskenland für die Spanier. Es ist eine eigenständige Region mit eigener Sprache und eigener Flagge. Anscheinend ist das Baskisch fast genauso schwer über die Zunge zu bringen wie das Walisisch. Die Buchstaben z, tz und tx kommen ganz oft vor, und die Kombination der Buchstaben ist auch schwer auszusprechen.

Zumaia

In Zumaia, kurz vor Donostia, legten wir eine Zwischenübernachtung in der Nähe der Marina ein. Ein kleiner Stadtbummel machte uns mit Zumaia bekannt. Die Stadt liegt zwischen dem Atlantik und dem Auslauf des Río Urola. Sie besitzt sogar eine kleine Werft. Bei Ebbe entdeckt man mehrere Wracks von alten Fischerbooten.
In Zumaia erfuhren wir auch, dass es einen weiteren Jakobsweg gibt, einen immer an der nordspanischen Küste entlang, mit Ziel Santiago de Compostela. Auf diesem sind auch nicht gerade wenige Leute unterwegs.

Donostia

Donostia ist der baskische Name der Stadt kurz vor der französischen Grenze. Die Spanier nennen sie San Sebastian. Alte Häuser und gemütliche Gassen sucht man in Donostia vergebens. Keines der großen und hohen Häuser ist älter als 170 Jahre. Die Innenstadt sieht wie einer der alten Badeorte europäischer Küsten aus. Zwei spanische Königinnen zeichnen dafür verantwortlich, die sich um den Wiederaufbau bemühten, nachdem Donostia Anfang des 19. Jahrhundert auf Grund einer Belagerung und ihrer Folgen vollständig niederbrannte. Mehrere Prachtbauten sind im Innenstadtbild zu bewundern.

Brückenschmuck

Schön ist auch die Lage an einem sichelförmigen und geschützten Strand. Eine Halbinsel trennt den Strand von der Flussmündung. Über den Fluss spannen sich vier verschiedenartige Brücken und man kann auf beiden Seiten an seinem Ufer entlang schlendern.

im Casa Alcalda

Die Spezialität der Stadt sind Tapas, wie wir sie nur hier gesehen haben, hoch belegte Baguettscheiben in vielen verschiedenen Kombinationen aus Schinken, Käse, Fisch und vielem mehr. Die meisten Bars, die diese Tapas anbieten, sind auf der Kale Nagusia zu finden, die direkt zur Iglesia de Santa María führt. Man sucht sich einfach seine Lieblingstapas aus und bezahlt diese an der Bar, wie an einem Buffet. Alle Bars haben etwas Besonderes, aber wir fanden die Casa Alcalde am dekorativsten und quirligsten.

Das Wohnmobil kann man auf dem Parkplatz der Arena stehen lassen. Von dort aus ist es gut eine halbe Stunde Fussweg in die Innenstadt.

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