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Sierra Nevada – Kalifornien

Blick auf den Yosemite National ParkKeine Chance, auch durch den Yosemite National Park, der als der bezauberndste Nationalpark der USA beschrieben wird, konnten wir nicht fahren. Wieder hatten wir kein Informationsmaterial über den Straßenverlauf im Park, so dass wir nicht vorher entscheiden konnten, ob wir die Strecke fahren können oder nicht. Neben den Sequoia-Beständen soll der Park auch durch seine hohen Wasserfälle, glatten Granitfelsen und bestechenden Aussichten punkten.

Oakhurst - 2000 Jahre alter SequoiastammVon Fresno aus auf der Road 41 erreichten wir das hübsche Örtchen Oakhurst, das schon auf 3000 Fuß Höhe liegt. Die Touristinformation dort war am Sonntag, wenn die meisten Besucher kommen, geschlossen. So entschieden wir uns, doch zum Parkeingang zu fahren. Welche Überraschung: der liegt auf ganzen 6000 Fuß Höhe. Damit dachten wir, dass wir doch durch den Yosemite National Park fahren und uns dessen Naturschönheiten ansehen könnten. Auf Anfrage, wie der Straßenverlauf im Park ist, bekamen wir zur Antwort, dass die Straße schon mal von 6000 Fuß auf 2000 Fuß abfällt, dann wieder auf 5000 Fuß ansteigt und wieder auf 1000 Fuß abfällt, von wo aus wir endlich wieder auf 6000 Fuß klettern müssten. Unmöglich mit unserem Motorhome, leider. Ein zweites Mal mussten wir uns der Sierra Nevada geschlagen geben.

Unser Motorhome vor SequoiasKurz unterhalb des Parkeinganges fand sich ein kleiner Platz im Wald, der voller kleinerer Sequoias ist. Dort parkten wir, um wenigstens ein bisschen ´was von den Riesenmammutbäumen mitzubekommen. Der Wald besteht zur guten Hälfte aus Sequoias, den Rest machen genauso riesige Kiefern und Tannen aus, die entsprechend riesige Zapfen ausbilden. Die meisten Bäume sind mindestens 60m hoch, eine merkwürdige Atmosphäre und ein herrlicher Waldduft machen sich breit. Das ist etwas ganz anderes, außergewöhnliches.

McClure Valley

Na ja, was nicht ist, ist nicht. So fuhren wir weiter über Mariposa, weil wir am Lake McClure übernachten wollten. Auf unserer Karte hören die Berge hinter Mariposa auf, was zu unserem Leidwesen nicht der Wahrheit entspricht. Immer neue Berge türmten sich vor uns auf, das arme Wohnmobil und natürlich der arme Klaus, der sich mit den Gegebenheiten herumschlagen muss. Beide taten mir fürchterlich leid. Kurz vor dem Lake McClure Tal erreichten wir eine Aussichtsplattform und der Schreck fuhr uns in die Glieder – Berge ohne Ende und vor dem dicken Ende standen wir gerade. Kennt jemand den Geiranger Fjord mit seinen Serpentinen? Genauso und noch höher, auf der einen Seite hinunter, auf der anderen Seite wieder hinauf.

McClure Valley - wilde Truthühner

McClure Valley Wilde Truthühner

Im Tal wartete ein wunderschöner Campingplatz auf uns, mitten in der Natur mit einem Gebirgsfluss und auf beiden Seiten aufsteigenden Berghängen. Ein Kanadagans-Pärchen schickte sich gerade an, ein Nest zu bauen und wilde Truthühner liefen kollernt und balzent durch die Landschaft. Ein Truthahn zeigte sich zur Balz ab und zu von seiner schönsten Seite. Mutterseelenallein standen wir auf diesem einsamen Platz und erholten uns von den Strapazen der letzten Tage. Eigentlich wollten wir den Abend im Freien genießen, doch da wir im Schwarzbären- und Pumagebiet waren, hielten wir es für besser, uns mit dem Einbruch der Dunkelheit in das schützende Wohnmobil zu begeben. Dann fing es auch noch an zu regnen und es gab die ganze Nacht Wolkenbrüche.Coulterville Am nächsten Vormittag schien wieder die Sonne und wir setzten unsere anstrengende Fahrt fort. In dem kleinen Örtchen Coulterville rasteten wir. Es ist ein kleines Bergdorf am Rande des Goldgebietes Calaveras. Ganz in der Nähe, bei Greenly Hill, fand jemand 2008 ein Nugget im Goldwert von knapp 5000,-$. Der Sammlerwert wurde auf knapp 50.000,-$ beziffert. In einem Schaufenster stand ein Foto von dem Nugget mit diesen Angaben. Überall kann man Bücher und Ausrüstung zum Goldschürfen kaufen. Coulterville wurde jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts von Leuten gegründet, die den Mexikanern, damals war das hier wohl noch mexikanisches Land, mit Saloons, Kantinen und Lebensmittelgeschäften das Leben etwas angenehmer machten.

Seen und Berge an der Road 49Die Touristinformation war zwar auch hier geschlossen, doch die Dame in einem Antikladen riet uns, die Road 49 weiterzufahren. Das schlimmste Stück hätten wir hinter uns, ab jetzt wäre die Straße recht einfach zu befahren und es lägen noch sehr schöne kleine Städtchen an derselben. Dem Rat folgend, fuhren wir die Road 49 weiter und kamen durch hübsche kleine Orte wie Jamestown, wo der Film „High Noon“ (12 Uhr mittags ?) gedreht wurde, Sonora, Columbia und Angels Camp. Überall ist die Rede von Gold. Also, wenn ich hier wohnen würde, würde ich auch nach Gold schürfen.

Bei Drytown bogen wir nach Sacramento ab, weil wir dort übernachten und über unsere weitere Route nachdenken wollten. Kurz vor Sacramento wird die Landschaft von merkwürdigen, grünen Hügeln bestimmt. Es sind Sanddünen, die sich vor langer Zeit hier abgelagert haben müssen. Heute findet man überall Tagebaue, in denen der Sand abgebaut wird.

Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Eine Rundfahrt durch die Berge führte uns über Níjar und Sorbas nach El Rio de Aguas. Während Níjar uns nicht mehr vom Hocker reißt, weil der Ort eher „normal“ ist, haute uns die Landschaft der Berge der östlichen Sierra de Alhamilla direkt um. Die Straße windet sich durch die Berge immer höher und höher hinauf. An jeder Kurve bekommt man einen anderen Blick auf die Bergwelt und die Küste. Es ist einsam hier oben. Frühere Häuser sind allesamt verfallen, es wohnt niemand mehr in der Sierra außerhalb der offiziellen Orte. Dafür wird auf großen Flächen Solarstrom erzeugt. Hier und da stehen Olivenbäume, die bewirtschaftet werden, ansonsten ist sich die Natur selbst überlassen. Es gibt keine Bäume, nur Büsche und Gras.

Kirche von Lucainena

Kirche von Lucainena

La Rambla Honda ist eine Ansammlung von Anwesen, dafür pulsiert das Leben in dem kleinen Bergdorf Lucainena de las Torres. Man sollte hier durch die Gassen bis hinauf zum Rathaus schlendern. Tavernen und kleine Läden säumen den Weg. Vom Vorplatz der Kirche, der als Aussichtspunkt ausgebaut ist, hat man einen wundervollen Blick ins Tal hinunter und zu den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Das ist ein herrlicher Ort zum Leben.

Kalkbrandöfen Lucainena

Kalkbrandöfen Lucainena

Kurz hinter Lucainena stehen die Überreste von Kalkbrandöfen. Sie wurden 1900 errichtet, um den abgebauten Kalkstein zu brennen. Die rohen Kalksteine sowie der gebrannte Kalk wurden dann auf eine Bahn verladen und abtransportiert. Die Steine kamen aus den über der Anlage befindlichen Bergen. Ein Netz aus Wasserläufen sorgte für das notwendige Nass. Außerdem baute man hier auch Eisenerz ab. Große Abraumhalden und eine aus Schlacke und Steinen gebaute Wand zeugen noch davon.

Sorbas

Sorbas

Sorbas liegt in einem Karstgebiet und hat z.B. eine Gipshöhle zu bieten, die besucht werden kann. Die Stadt breitet sich auf einem Plateau aus, viele der Häuser am Rande stehen praktisch am Abgrund. Daher nennt man sie die „hängenden Häuser“. Ein tiefer Graben, vielleicht 40 bis 60m tief, führt in einem großen Bogen an Sorbas vorbei.

östliche Sierra de Alhamilla

östliche Sierra de Alhamilla

Kurz hinter Sorbas biegt eine weitere Bergstraße ab, die über El Rio de Aguas führt. Nicht weit hinter dem Abzweig bei Sorbas muss man unbedingt am Aussichtspunkt anhalten. Für uns zählt dieser Ort mit zu den schönsten Orten der Erde. Auf dem Platz steht eine arabische Zisterne, wie wir sie schon am Cap de Santa Pola kennengelernt haben. Von hier hat man einen 360°-Blick über die fantastische Landschaft der Sierra de Alhamilla.

Mini Hollywood bei Tabernas

Mini Hollywood bei Tabernas

In der westlichen Sierra de Alhamilla buhlen drei Filmsets bzw. Westernstädte um zahlende Kunden. Direkt an der Abfahrt 376 von der A92 kommt man nach „Western Leone“. Inmitten der Wüste stehen Tipis und eine Westernstadt. Der Eintritt kostet 11,-€ inkl. Westernshow. Wir begnügten uns mit der Ansicht von außen und fuhren nach Mini Hollywood nur ein paar Kilometer Richtung Tabernas weiter. Als wir dort eintrafen, war eine Shows schon voll im Gange, Cowboys schlugen sich, es fielen Schüsse. Die Berglandschaft drumherum ist durchzogen von einem großen Canyon. Die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada sind von fast überall aus zu sehen. Der Eintritt für Mini Hollywood beläuft sich auf 22,50€ pro Erwachsener plus 2,90€ Parkgebühr. Heute wurde die Parkgebühr allerdings nicht kassiert.
Die dritte Westernstadt nennt sich Texas Hollywood/Fort Bravo. Die Zufahrt führt gut einen Kilometer durch ein Flussbett, welches nach dem letzten großen Regen immer noch stellenweise unter Wasser steht. Wenn man dann bei Fort Bravo angekommen ist, will man auch hier Eintrittsgeld haben, und zwar 19,40€. Fort Bravo ist
also nach schweren Regengüssen geschlossen, weil dann niemand durch das Flussbett fahren kann.
Der Hintergrund für die drei Westernstädte ist, dass in den 1950er und 1960er Jahren in der Mondlandschaft von Tabernas viele Western- und Abenteuerfilme gedreht wurden. Drei der Filme sind „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Der Schuh des Manitou“ und „100 Riffles“.

arab Castillo Tabernas

arab Castillo Tabernas

Hoch über Tabernas thronen die Überreste einer arabischen Burg. Einer der Türme und das Eingangstor wurden rekonstruiert, einige Teile erneuert, das meiste ist jedoch verschwunden. Man hat von dort oben jedoch einen 360°-Blick, auch hin zum größten Solarenergiezentrum Europas. Die riesigen Solarpaneelflächen, die dafür benötigt werden, verteilen sich offensichtlich in den umliegenden Bergen.

tolle Filmkulissen

tolle Filmkulissen

Östlich von Tabernas zweigt eine Straße nach rechts zum Bergdorf Turrillas ab. Bis kurz vorher führt die Straße durch ein weites Tal, ehe sie sich in engen Serpentinen bis auf 1000 Meter zum „Mirador de Turrillas“ hinaufwindet. Von dort oben blickt man über das weite Tal, an welches sich die Sierra de los Filabres anschließt. Über Lucainena und Níjar beendet man die Bergtour durch die westliche Sierra de Alhamilla.

Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Das Warten auf unseren neuen ACSI-Katalog sorgte dafür, dass wir zwei Wochen lang in Cabopino auf dem Parkplatz hinter den Dünen standen, gleich neben Puerto Cabopino und gegenüber des Campingplatzes Cabopino. Viele Spaziergänge durch die Dünen waren mir beschieden, bei denen ich einige neue Vogelarten für meine Bildersammlung entdeckte. In dem flachen lockeren Bewuchs fühlen sich viele verschiedene Vögel wohl. Was man hier nicht sieht sind Möwen.
Noch eine Besonderheit zeichnet Cabopino aus. Hier steht ein Turm am Strand, der Torre Ladrones. Er ist vollkommen anders als die anderen Türme, die die Küste Spaniens säumen. Er ist etwas höher, schmaler und viereckig. Er diente jedoch genauso wie die anderen Türme der Verteidigung der Küste. Seit 1985 ist der Turm ein kulturelles Monument. Wenn abends die Sonne untergeht, schwärmen aus dem Torre Ladrones einige Fledermäuse zu ihrem nächtlichen Beutezug aus.

Sonnenuntergang und Gibraltar

Sonnenuntergang und Gibraltar

An diesem Abschnitt der Küste, an dem die A7 direkt entlangführt, irgendwohin zu wollen, kann dies schon einmal eine kleine Weltreise bedeuten. In ganz Spanien ist fast überall das Linksabbiegen verboten. Das heißt, man muss jedes Mal bis zum nächsten Kreisverkehr fahren und dort umdrehen. Hier ist es noch schwieriger, irgendwohin zu kommen, denn hier muss man bis zur nächsten Wendemöglichkeit fahren, was immer einige Kilometer Umweg bedeutet. Was in diesem Land unnötig an Sprit verfahren und Zeit vergeudet wird ist unglaublich.
Es sind in Cabopino viele schöne Sonnenuntergänge zu beobachten. Meistens bilden die Berge von Gibraltar und Ceuta die Kulisse dafür am Horizont. Der Sternenhimmel ist unglaublich, die Venus leuchtet im Moment unübersehbar hoch am Abendhimmel.

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Ein kleiner Ausflug ins Hinterland von Calahonda gleich östlich von Cabopino führte uns zu einem gigantischen Golfplatz. Die Einrichtungen wie das Hotel und ein Shop nennen sich La Cala. Eigentlich sind es wohl zwei Golfplätze mit Namen Europa und Amerika. Das gesamte Areal ist unüberschaubar groß und sehr zergliedert. Dazu liegen viele Teile des Platzes an Berghängen einer herrlichen Landschaft. Zudem fließt der Río de Ojén durch das Gelände. Das muss Spaß machen, auf diesem Platz zu spielen, so abwechslungsreich, wie er ist. Schon der erste Abschlag ist außergewöhnlich: er liegt hoch über dem nächsten Spielfeld mit Blick über einen Großteil des Golfplatzes. Mit dem Golfcart geht es dann nach unten, wo die Bälle weitergespielt werden. Zwei Seen und ein kunstvoll angelegter Wasserfall gehören auch noch zum Gelände. Da kann man eine Weile damit zubringen, die Golfer bei ihrem Tun zu beobachten.
Durch das Wohngebiet La Mairena gelangten wir wieder zur Küste hinunter. Die Straße hat teilweise ein Gefälle von 17%. Überraschenderweise reicht von La Mairena aus der Blick bis zur Sierra Nevada mit ihren immer noch schneebedeckten Gipfeln.

Granada

Aussicht vom Campingplatz

Aussicht vom Campingplatz

Auf der A92 geht die Fahrt weiter nach Granada, immer an den verschneiten Gipfeln der Sierra Nevada entlang. Selbst in dieser Höhe wachsen überall Olivenbäume, die reife Früchte tragen. Eine riesige Solarthermieanlage liegt ebenfalls am Wegesrand.
Kurz vor Granada, bei Beas de Granada, stehen wir auf dem Campingplatz Alto de Vinuelas. Mit ACSI-Campingcard kostet der 15,-€ pro Nacht,
ab 01.01.217 dann 19,-€. Von hier aus sind die Schneegipfel zum Greifen nahe. Zu verlockend ist es, dort hinaufzufahren.

am Pico de Veleta

am Pico de Veleta

Luftlinie nur ein kurzes Stück, wird die Fahrt zum zweithöchsten Gipfel der Sierra Nevada, dem 3392m hohen Pico de Veleta, zum Geduldsspiel. Die Kilometer summieren sich, egal ob man auf kleinen Straßen quer durch die Olivenhaine oder den Umweg über Granada fährt. Auf jeden Fall lohnt sich die Tour, die immer wieder herrliche Aussichten in die Bergwelt und auf einen Stausee bietet. Ab 2000m Höhe beginnt im Moment der Schnee, der zeitgleich mit dem großen Regen, den wir erleben mussten, fiel. Der Parkplatz für die Wintersportler liegt auf 2075m. Mehrere Ski- und Kabinenlifte, die von einem großen Hotelkomplex noch weiter oben abgehen, bringen die Menschen bis ganz hoch auf die Bergspitzen. Der höchste Gipfel, der 3479m hohe Mulhacén ist nur ein paar Kilometer weiter zu finden. Auch auf der Tour bergab sollte man sich Zeit nehmen und die Natur genießen. Uns zeigte sich sogar einer der seltenen Geier, die hier leben.

Kakibaum in Beas de Granada

Kakibaum in Beas de Granada

Ein Spaziergang nach Beas de Granada führt an Olivenhainen, Mandelbäumen, die jetzt kahl sind und an denen die Mandeln auf ihre Ernte warten, und an Kakibäumen vorbei. Der Ort ist ruhig und abseits der großen Welt gelegen. Die meisten Gassen sind so eng, dass die Autos der Anwohner auf zentralen Plätzen abgestellt werden müssen. Um die Kirche zu finden, muss man dem Glockenläuten folgen, wenn es soweit ist.

Da wir erst für den 3. Januar nachmittags Tickets für die Alhambra vorbestellen konnten (online), weil wirklich alles bis mindestens zum nächsten Tag ausverkauft ist, dazwischen kam auch noch Neujahr, müssen wir zwei Nächte an den Aufenthalt auf dem Camping Alto de Vinuelas dranhängen. Wir hätten zwar einen Stellplatz in einem Gewerbegebiet bei Granada gefunden, aber es ist eine Katastrophe, selbst mit dem Auto in die Altstadt zu fahren. Zur Alhambra findet man von den großen Straßen aus noch problemlos, aber von dort in die Stadt oder durch die Stadt, das ist einfach nicht zu machen, ohne jedes Mal große Umwege über die Hauptstraßen nehmen zu müssen. Die Einbahnstraßen führen einfach alle in die entgegengesetzte Richtung. Findet man dann doch eine Einbahnstraße in die richtige Richtung, ist es an der nächsten Ecke wieder vorbei und man fährt wieder einen riesigen Umweg durch die einspurigen und verwinkelten Gassen. Deshalb werden wir mit dem städtischen Bus vom Campingplatz aus zur Alhambra fahren und versuchen, zu Fuß weitere Teile der Stadt, wie die Kathedrale, die arabische Markthalle oder das arabische Viertel zu erreichen.

Guadix

Sierra Nevada

Sierra Nevada

Auf dem Weg von Almería nach Guadix, ein Stück weit im Landesinneren, kamen wir noch einmal durch die Wüste von Tabernas. Noch einmal konnten wir die Mondlandschaft bewundern, bevor unsere Bewunderung der Sierra Nevada galt. Ganz nah fuhren wir auf einer Höhe von fast 1000 m nördlich an diesen Bergen vorbei. Auf der anderen Seite erheben sich die Berge der Sierra de los Filabres, ebenfalls mit leicht schneebedeckten Gipfeln.

Höhlenwohnungen Guadix

Höhlenwohnungen Guadix

Nachdem wir schon Höhlenwohnungen in Matmata (Tunesien) und in Kappadokien (Türkei) gesehen haben, besuchten wir nun Guadix wegen der Höhlenwohnungen. Südlich der Stadt erstrecken sich drei „Wohnviertel“, in denen sehr viele Höhlenwohnungen in die Berge gegraben wurden. Es wurden irgendwann so viele Höhlenwohnungen, dass die Regierung verbot, weitere Löcher in die Berge zu graben. In der ganzen Gegend um Guadix sind jedoch Höhlenwohnungen zu finden. Die Landschaft sieht fast wie in Kappadokien aus, nur das es hier nicht Tuff, sondern Löß ist. Die Ansicht der Siedlungen ist jedoch wieder ganz verschieden von den von uns bisher besuchten Gebieten. Früher begnügten sich die Menschen mit dem Graben ihrer Zimmer in den Fels. Heute sind die Ansprüche gestiegen und vor vielen Höhlenwohnungen baute man weitere Zimmer mit Fenster davor, meist noch mit einer Terrasse. Die Schornsteine ragen dann einfach irgendwo aus dem Berg. Viele der Häuser, Eingänge und Schornsteine sind weiß getüncht und bilden einen Kontrast zur sandigen Umgebung.

Schmuckstück

Schmuckstück

Im nördlichen Teil der drei Siedlungen steht eine schöne kleine Kirche, es gibt Kneipen und Aussichtspunkte. Am Aussichtspunkt in der Nähe der Kirche lädt ein alter Mann die Besucher ein, sich sein kleines Heim anzusehen, gegen eine kleine Spende oder dem Kauf eines Souvenirs. Schon die Außenseite der Wohnung ist sehr schön und liebevoll gestaltet, die direkt unter dem Aussichtspunkt liegt, von dem aus man die Kathedrale und das Castillo sehen kann. Es gibt eine Diele, ein Bad, eine Toilette, einen Salon, ein Schlafzimmer, zwei Kinderzimmer und eine Küche, die ein Fenster besitzt. Die Wände sind weiß getüncht oder gefließt, die Möbel sind traditionell und geschmackvoll. Es ist eine echt schöne Wohngegend.

Kathedrale von Guadix

Kathedrale von Guadix

Die Stadt Guadix wird von der Kathedrale überragt, die ein architektonisches Juwel ist. Zu deren Füßen laufen Ausgrabungen römischer oder maurischer Grundmauern und Säulen. Leider gibt es keine Erklärung dazu und es ist auch nicht wirklich viel zu erkennen, weil das Gelände umzäunt ist.
Unser Motorhome stellten wir auf einem großen Platz direkt neben dem Krankenhaus ab, wo wir auch die Nacht verbrachten. Die Höhe von 915m macht sich nachts bemerkbar. Während die Temperaturen tagsüber recht angenehm sind, solange kein Wind weht, liegen sie im Moment nachts um die Null Grad. Der Kältewelle, die sich gerade über Europa legt, sei Dank. Weite Teile Spaniens bibbern bei -11 Grad. Die südliche Küste hat dann immer noch 12 Grad plus.

Zum Schluss dieses Artikels wünschen wir Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2017 und alles Gute.

Costa Almería

Camperpark Oasis al Mar

Camperpark Oasis al Mar

Nach drei Tagen und drei Nächten Unwetter, so etwas hat Spanien noch nicht erlebt, kamen wir in Vera an und stellten das Motorhome für zwei Nächte im Camperpark Oasis al Mar ab. Genau genommen liegt der Camperpark zwischen der Stadt Vera und dem Strand Vera. Viele Wohnmobilisten fahren den Platz schon etliche Jahre an und küren ihn zu einem der besten Stellplätze überhaupt. Zugegeben, er ist nicht schlecht, besitzt aber keine sanitären Einrichtungen.

Mojacár

Mojacár

Endlich lachte morgens wieder die Sonne und es war der perfekte Tag, nach Mojácar zu fahren. Der Ort hat arabische Wurzeln und bis heute blieb die arabische Architektur und Bauweise erhalten. Dazu strahlen alle Häuser in schönstem Weiß. Schachtelförmig schmiegen sich die Häuser fast übereinander an die Berghänge. Das Auto muss unten stehen bleiben, die Zufahrt ist nur für Bewohner gestattet. Der Weg hoch zur Kirche und dem Aussichtspunkt ist nicht weit und bietet jede Menge schönster Aussichten auf das Umland und das Meer. Das Unwetter brachte in den Bergen der Sierra Nevada Schnee, deren Gipfel nun weiß gegen den blauen Himmel leuchten.

Zeichen für den Indalo

Zeichen für den Indalo

Durch Gassen und über Treppen spaziert man durch Mojácar, an Bars und kleinen Kneipen vorbei. Es ist der erste Ort in Andalusien, den wir besuchten. Von hier stammt auch der „Indalo“, Bote der Götter, dessen früheste Darstellung in einer jungsteinzeitlichen Höhle bei Mojacar gefunden wurde. Früher sollte er Böse Geister verjagen und vor Stürmen schützen, inzwischen wird der Indalo als Wahrzeichen und Glücksbringer in ganz Andalusien geehrt. Das Zeichen für ihn findet sich fast an jedem Haus. Mojácar sollte auf jeden Fall auf die Liste der Besichtigungen gesetzt werden.
Die Küstenstraße führt durch mehrere Badeorte, die alle fast ausschließlich aus weißen Häusern bestehen, zumeist noch mit Kuppeln verziert. Bausünden gibt es hier nicht, alle Bauten sind nicht höher als drei Stockwerke. Die Strände sehen jedoch sehr mitgenommen aus und die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter, auch auf Straßen und Plätzen, sind in vollem Gange.

Castillo Macenas

Castillo Macenas

Die Küstenstraße weiter nach Süden fahrend, erreicht man das Castillo Macenas. Es steht am Strand und stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Fort war mit Kanonen bewaffnet, barg eine Pulverkammer und Unterkunftsräume für die Besatzung. Als nur wenige Jahrzehnte später keine bewaffnete Verteidigung mehr notwendig war, wurde das Fort zum Beobachtungsturm umfunktioniert, ab 1873 nutzten die Polizei und die spanische Zivilgarde den Turm.

arabische Wasserpumpe

arabische Wasserpumpe

Die Weihnachtszeit verbringen wir auf dem Stellplatz Cabo de Gata Camper Park bei San José, an der Grenze zum Cabo de Gata Naturpark östlich von Almería. Der Platz liegt zwischen Meer und Bergen, inmitten von Gewächshäusern, mit Blick auf die Sierra Nevada. Zwischen der A7 und dem Cabo de Gata Naturpark zieren Meere von Gewächshäusern die Landschaft. Hauptsächlich werden hier Tomaten angebaut. Olivenbäume gibt es immer noch, nur die Orangenbäume sind weniger geworden.
San José ist ein kleiner Badeort, der jetzt im Winter, wie fast alle Badeorte, einen Dornröschenschlaf schläft. Auf dem Weg dorthin findet man eine alte arabische Waschstelle. Mit Hilfe zweier Holzräder, die über ein Zahnrad miteinander verbunden sind, wird das
Wasser über Eimer an die Oberfläche gebracht und in eine Rinne geleitet. Dort sind Becken eingearbeitet, in denen die Wäsche gewaschen werden kann. Anscheinend wird die Waschstelle heute noch benutzt, aber mit elektrischer Bedienung, nicht mehr mit einem Esel.

Roquetas de Mar

Roquetas de Mar

Nachdem wir sechs Nächte über Weihnachten im Cabo de Gata Camper Park standen, entschieden wir uns weiterzufahren. Wir haben von einem anderen Wohnmobilisten einen Tipp bekommen, dass am 29.12. eines jeden Jahres eine Art Fischerfest, das Las Moragas, in Roquetas de Mar stattfindet. Es ist das größte heidnische Fest der Provinz Almera, bei dem sich die Leute am Strand treffen und zusammen grillen, essen und trinken. Früher gab es Fisch, vor allem Sardinen, heute landet auch Fleisch auf dem Grill. Zudem findet an jeden 3. Donnerstag im Monat der große Wochenmarkt von Roquetas de Mar statt, zu dem wir zufällig gerade anwesend waren. Man sollte jedoch aufpassen, wenn etwas abgewogen wird. Da geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu.

Salinen Roquetas de Mar

Salinen Roquetas de Mar

Um an den Strand von Roqueteas de Mar zu gelangen, muss man wieder durch einen großen Dschungel von Gewächshäusern, die sich wie ein Gürtel um die Stadt legen. Die Strände sind sehr lang, sehr breit und sehr schön, vor allem die Aussichten auf die Umgebung. Man sollte sich auch einmal Zeit nehmen, um auf den Wegen durch die Salinen zu spazieren. Dort findet man wieder viele Vogelarten. Die Rosaflamingos sollen sich in den Salinen südlich der Stadt aufhalten.
Eine schöne Ecke ist auch das Castillo de Santa Ana mit dem Leuchtturm in der Nachbarschaft. Alles ist sehr schön angelegt und es lässt sich dort hervorragend entspannen.

Küstenstraße nach Almería

Küstenstraße nach Almería

Da die Busverbindung von Cabo de Gata nicht optimal ist, wollten wir von Roquetas aus selbst mit dem Auto nach Almería fahren. Der Stellplatz in Roquetas de Mar ist ein sehr großer Platz direkt am Strand, in der Verlängerung der Avenida Polonia, natürlich ohne alles, dafür kostenlos.
Von Roquetas de Mar nach Almería fährt man am besten die N340a an der Küste entlang. Wie für die Autobahn hoch oben durch die Berge wurde auch für die Küstenstraße jede Menge Erde bewegt. Herrliche Aussichten bieten sich von der Küstenstraße aus auf das Meer und die angrenzenden Orte.

Alcazaba Almería

Alcazaba Almería

In Almería kommt man zuerst zum Fährhafen nach Marokko. Irgendwo dort weist ein Schild zur Alcazaba, der maurischen Festung. Zu dieser Jahreszeit findet man sogar noch einen Parkplatz in der Nähe der Festung. Zu unserer Überraschung ist der Eintritt gratuito, also frei. Man betritt die Alcazaba, die aus dem 9. Jahrhundert stammt, durch das Justice Gate, welches wie die meisten gutaussehenden Teile der Festung Anfang des 20. Jahrhundert rekonstruiert wurde. Schon steht man vor dem ersten Wasserbecken der Anlage, welches von einem kleinen terrassierten Bachlauf gespeist wird. Von den Zinnen der Mauern hat man einen weiten Blick über den Hafen und die Stadt Almería. Die Festung wurde von den Mauren zur Verteidigung gegen die Wikinger, die ebenfalls ihren Anspruch auf das andalusische Land geltend machten, errichtet. Sie war zugleich das Macht- und Verwaltungszentrum Almerías. Achthundert Jahre dauerte der Aufenthalt der Mauren in der Gegend um Almería.
Die meisten Leute beginnen ihren Rundgang an der Nordmauer entlang. Diese Mauer ist das einzige Stück, welches noch fast original erhalten ist. Von dort aus blickt man auf das Cerro San Cristóbal, in dessen Rücken ein weiteres Stück Mauer entlangläuft.

im Garten der Alcazaba

im Garten der Alcazaba

Der unterste Teil der Alcazaba, das Fort, war einmal der älteste Teil der Stadt, in dem die Wohnhäuser, Geschäfte und Bäder standen. Zudem befand sich der Hydraulikkomplex in diesem Abschnitt. Dahinter versteckt sich die Zisterne, die über das gleiche Wasserpumpsystem, wie beim Waschplatz bei San José zu besichtigen ist, gespeist wurde. Mehrere kleine Wasserläufe sowie Brunnen sorgten für ein gutes Mikroklima in der Festung, die über weitere Pumpanlagen in Betrieb gehalten wurden. In den 1950er und 1960er Jahren wurden erste Ausgrabungen getätigt und später wieder zugeschüttet. Danach legte man auf dem Gelände einen Garten an, in dem auch Granatäpfel wachsen. Verschiedene Artefakte wie Gebrauchsgeschirr, Marmorfriese und kleine Kunstwerke sind in einem nachgebauten Wohnhaus ausgestellt.

2. und 3. Teil der Alcazaba

2. und 3. Teil der Alcazaba

Das Fort wurde oberhalb durch eine Mauer und zwei Türme vom Palastkomplex abgetrennt. Der Palastkomplex, in dem der Kalif mit seinem Hofstaat lebte, besitzt eine eigene Zisterne. Wohnräume, Gärten, ein Hamam und natürlich der Palast selbst sind im heute mittleren Teil der Festung zu finden. Hier werden heute neue Ausgrabungen mit neuen Methoden durchgeführt. Eine Reihe von Grundmauern sind so zu erkennen.
1489 kamen die Christen, die die Mauren aus dieser Gegend vertrieben, vor um Almería ihrerseits zu beherrschen. Die Stadt war inzwischen gewachsen und ein großes Handelszentrum für die Mittelmeeranlieger. Hauptexportartikel zu muselmanischer Zeit waren Stoffe und Marmor.
Die Alcazaba wurde jedoch zwei Jahre vor Ankunft der Christen durch ein Erdbeben zerstört. Die Christen bauten sie zu einer militärischen Festung um und ergänzten sie durch einen dritten Teil, der direkt über dem Palastkomplex liegt. In die Wand, die das ehemalige Fort und den Palastkomplex trennte, bauten die Christen eine Kirche ein.
Die Besichtigung der Alcazaba ist ein reines Vergnügen. Es muss ein herrliches Leben auf diesem Berg gewesen sein, rundherum mit Blick auf das Meer und die umliegenden Berge.

Kathedrale Almería

Kathedrale Almería

Das war auch schon das interessanteste, was Almería zu bieten hat. Die Kathedrale, ebenfalls durch die Christen errichtet und zu einer Festung ausgebaut, steht in der Altstadt. Deren Besichtigung kostet 5,-€ pro Person.
Der Strand Almerías liegt ziemlich weit von der Altstadt weg. Zusammenfassend finden wir Almería an sich nicht besonders attraktiv, von der Alcazaba abgesehen, die nach der Alhambra in Granada die zweitgrößte maurische Festung Andalusiens ist.

USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

Tourkarte USA/Kanada

 

Tourkarte Nordamerika

Tourkarte Nordamerika

 

Unsere Rundreise durch die USA und Kanada begann in Tampa (Florida), hinüber zur Ostküste, weiter Richtung Norden. Bei Charleston bogen wir zu den Great Smoky Mountains ab. Nachdem wir dort ein schwerwiegendes Problem an unserem Auflieger feststellen mussten, blieb uns nichts weiter übrig, als nach Tampa zurückzufahren (gestrichelte Linie). Nach Reparatur des Schadens starteten wir erneut. Ab Charleston folgten wir immer weiter der Ostküste in Richtung Norden bis nach Nova Scotia (Kanada). Bevor uns der Herbst einholte, wendeten wir uns Richtung Westen und fuhren den St. Lorenz-Strom hinab. Über die Niagara-Fälle erreichten wir Chicago. Ab hier lag unser Schwerpunkt auf der Route 66, die uns bis zum Grand Canyon begleitete.

Den Winter verbrachten wir in Arizona. Die Kälte zwang uns, eine Zeit lang in Phoenix zu bleiben, bis wir für zwei Monate nach Deutschland zurückkehrten. Im März nahmen wir unsere Tour wieder auf und gelangten über den Hooverdamm und Las Vegas ins Tal des Todes. Von dort arbeiteten wir uns über die Sierra Nevada in den Norden Kaliforniens bis nach Oregon vor. Hier stoppte uns der Winter ein weiteres Mal und zwang uns zur Umkehr. Der einmalig schönen Westküste nach Süden folgend erreichten wir San Francisco und Los Angeles.

Über den Süden der USA nach Osten gerichtet durchquerten wir Arizona, Texas und die Südstaaten, bis wir den Kreis in Florida schlossen.

Jedediah Smith Redwood National Park – Kalifornien

 

Smith River Valley

Smith River Valley

Wie wir jetzt erfahren haben, sind wir von Grants Pass aus den Mystic Corridor entlang gefahren. Von Cave Junction aus immer auf dem Highway 199 Richtung Süden. Von der kalifornischen Grenze aus schlängelt sich die Straße erst durch den Collier Tunnel und dann durch die wildromantische Schlucht des Smith River nach Crescent City an der pazifischen Küste. Das Wasser des Smith River hat eine graublaue Färbung, die von einer großen Anzahl Mineralien im Wasser herrührt. Da sind so viele Mineralien in diesem Wasser, dass es, glaube ich, nicht für den dauerhaften Verzehr bestimmt ist, zumal auch eine Anzahl Schwermetalle enthalten sind. Schön sieht es allemal aus.

Darlingtonia Bog

Darlingtonia Bog

An der Straße liegt ein kleiner botanischer Trail, an dem wir durch Zufall angehalten haben. Dieser Stopp hat sich mehr als gelohnt. Die meisten Leute fahren achtlos daran vorbei, wenn die wüssten! Neben einem Wald, der an Artenreichtum wahrscheinlich seinesgleichen sucht und der schon fast ein Regenwald ist, gibt es an dieser Stelle einen wahren botanischen Schatz: Darlingtonia Bog. Das ist eine fleischfressende Pflanze, die um einen halben Meter hoch wird und sehr nassen Boden braucht. Es stehen nicht nur eine handvoll dieser Pflanzen dort, sondern die Darlingtonia Bog nehmen etliche Quadratmeter in Anspruch.

Giftige Eiche

Giftige Eiche

Dem nicht genug, es gibt neben wilden Azaleen, deren Blüten einen wunderbaren Duft im Wald verströmen, auch eine giftige Eichenart, vor deren Berührung gewarnt wird. Das ist kein Baum, sondern ähnlich dem Efeu eine Kletterpflanze, die sich große Bäume als Wirt aussucht. 90% der Menschen reagieren auf den Kontakt allergisch, die Früchte aber sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Wildtiere.

Neben all diesen Pflanzen und Bäumen stehen überall „Touristenbäume“, wie wir sie in Tobago kennengelernt haben. Sie heißen so, weil sich ihre Rinde schält und darunter eine zweite, glatte und rote Rinde zum Vorschein kommt, wie beim sonnenverbrannten Menschen. Irgendwie passen diese außergewöhnlichen Bäume nicht hierher in den nassen Nordwesten Kaliforniens. Außerdem gibt es einen Baum, der nicht wusste, ob er ein Nadel- oder Laubbaum werden sollte: die Tanneneiche. Die Äste, Zweige und Blätter sind die einer Eiche, der Stamm der einer Tanne. Es gibt schon komische Dinge hier.

Coast Sequoias oder Redwoods

Coast Sequoias oder Redwoods

Und dann, nur ein paar Kilometer weiter, führt die Straße durch einen Wald Küstensequoias. Das sind die Verwandten der Riesensequoias, die wir in der Sierra Nevada besucht haben. Die Küstensequoias werden hier allerdings Redwood Bäume genannt und sind die höchsten lebenden Wesen der Erde. Sie erreichen nicht den Durchmesser der Riesensequoias, werden aber wesentlich höher, so um die 112 Meter. Einige Exemplare sollen noch einige Meter draufgelegt haben. Trotzdem ist deren Stammdurchmesser schon gewaltig und die Bäume wachsen kerzengerade. Ein ganzer Wald voll dieser außergewöhnlichen Riesen, das ist einfach überwältigend.
Tannenzapfensammler hätten hier in den Wäldern ihre wahre Freude. Hätten wir die verschiedenen Tannenzapfen, von ganz klein bis ganz groß, gesammelt, hätten wir jetzt schon eine ansehnliche Sammlung zusammen.

 

Sacramento Valley

Sacramento RiverEigentlich sollte die Tour jetzt über die nördliche Sierra Nevada zum Lake Tahoe gehen. Der Lake Tahoe ist der größte Bergsee Nordamerikas und liegt auf 1900m Höhe, mit Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra. Angesichts der letzten Tage ließen wir von diesem Vorhaben ab und fahren jetzt im Sacramento Valley weiter nach Norden. Die Temperaturen in den Bergen liegen nur noch um die 15°C, in den Höhenlagen sanken sie bis auf 2°C. Im Tal des Sacramento River setzen sich die Felder und Plantagen fort, nur dass jetzt die Walnussbäume, Unmengen davon, die Oberhand haben. Wein und Oliven sind seltener, die Erdbeerernte läuft. Das alles verbraucht unendlich viel Wasser, zu viel Wasser.

Blick auf den Lassen Volcanic National ParkNordwestlich von Yuba City liegt ein Vulkanspot, die einzige Erhebung aus dem Tal, das westlich und östlich von langen Bergketten flankiert wird. Durch den Sacramento River gibt es allerdings so viele Mücken, dass man sich vor allem abends kaum draußen aufhalten kann. Deren Stiche erzeugen jedesmal Beulen, die tagelang jucken. Den Abstecher zum Lassen Volcanic National Park konnten wir uns sparen, denn die Straße durch das recht aktive Vulkangebiet ist noch immer wegen Schnee und starken Winden geschlossen. Der Park wäre eine gute Alternative zum Yellowstone Park gewesen, denn auch dort gibt es Schwefelquellen, Geysire und andere vulkanische Aktivitäten. Es wird sogar gesagt, dass der Vulkan Lassen seit dem verheerenden Ausbruch des Mt. Saint Helens unter besonderer Beobachtung steht, weil er sich seitdem vermehrt regt.

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