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Tartu

Hauptgebäude der Universität

Tartu ist Universitätsstadt. Das ist auf Schritt und Tritt zu sehen. Das Hauptgebäude der Universität ist beeindruckend. Das Hauptportal ist, wie so oft im Baltikum, dem griechischen entlehnt. Ein dreieckiger Giebel wird von großen Säulen getragen. Überall in der Stadt sind Gebäude verteilt, die zur Uni gehören. Viele davon waren früher schon Akademien für verschiedene Bereiche. Die Universität gründete 1632 Schwedens König Gustav II Adolf von Schweden.

Rathausplatz

Der Rathausplatz ist sehr schön und großzügig. Schicke Jugendstilbauten schmücken ihn, wie den Großteil von Tartus Altstadt. Der Brunnen der „Küssenden Studenten“ ist fast schon berühmt. Am unteren Ende des Rathausplatzes ist das Schiefe Haus von Tartu zu finden, gebaut um 1790. Inzwischen hat ein Teil der hölzernen Pfahlgründung nachgegeben. Trotz der doch großen Schieflage ist es tadellos in Ordnung. Das Schiefe Haus ist heute Heimat für die Städtische Kunstsammlung.

Pulverkeller

Wenn man durch die Straßen schlendert, trifft man auf viele besondere Restaurants, Bierkeller und Bars. Darunter ist auch der „höchste Pub der Welt“, der es ins Guinessbuch der Rekorde geschafft hat. Ehemals war es der Pulverkeller der Stadt, im 18. Jahrhundert von der Zarin Katharina in Auftrag gegeben. Das Gewölbe ist 10,2m hoch. Neben vielen anderen Biersorten wird auch das Hausbier Püssirohu angeboten. Wer sich dafür entscheidet, muss eine weitere Entscheidung treffen: das Männerbier (1l), das Frauenbier (0,5l) oder das XS-Frauenbier (0,25l). Die Suppen werden alle in einer Brotschüssel serviert.

Pendel zum Anzeigen der Erdrotation

Zu Tartu gehört auch der Domberg, auf den man über viele Stufen kommt. Obendrauf steht die Ruine des Doms aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Einst war die Kathedrale die größte in Osteuropa. Ein Viertel des Doms wurde rekonstruiert, um das Universitätsmuseum und einen Shop. darin unterzubringen. Vor dem Shop hängt ein Pendel. Es wurde am obersten Punkt der Halle angebracht. So ist es mit 20,8m lang genug, um die Rotation der Erde sichtbar zu machen. Dafür muss man jedoch das Pendel mindestens eine halbe Stunde beobachten. Das Gewicht am Ende des Pendels wiegt 60kg.

Engelsbrücke

Man kann den Domberg, der von einem Park umgeben ist, aber auch über die Lossistraße wieder verlassen. Dadurch erreicht man bald zwei Brücken: die Engelsbrücke und die Teufelsbrücke. In der Nähe der Engelsbrücke ist das Observatorium zu finden.
Ist man unter der Engelsbrücke hindurch gegangen, ist man wieder auf dem Weg in die Altstadt, Richtung Rathausplatz.

Schwein vor der Markthalle

Auch sehr schön ist der Botanische Garten Tartus. Er ist frei zugänglich und zeigt viele exotische und einheimische Pflanzen, inkl. einem Teich und einem kleinen Pavillon. Von hier aus kann man immer am Ufer der Emajõgi, die sich durch die Stadt schlängelt, zurück zur Altstadt spazieren. Dabei kommt man an der Freiheitsstatue Tartus vorbei und passiert mehrere Brückenköpfe. Irgendwann erreicht man die Anleger der Ausflugsboote und die Markthalle, vor der ein riesiges Bronzeschwein auf einem Sockel steht. Auf ihm sind die verschiedenen Fleischteile markiert, wie sie beim Fleischer zu bekommen sind. Die Markthalle, ein alter Bau, ist im Inneren sehr neu und übersichtlich. Der offene Markt lädt an der Flussbiegung an der Turubrücke ein.

Tartu hat aber auch viele moderne Bauten mit überraschender Architektur zu bieten. Große Schoppingcenter gibt es mehr als Finger an einer Hand. Das größte von ihnen, mit 160 Shops und einer Eisbahn, ist das „Lõunakeskus“.
Das Womo haben wir im Hafen Karlova Sadam stehen, zwei Kilometer östlich der Altstadt.

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Vöru

Katharinenallee

Die Stadt Võru liegt herrlich am Ufer des Tamulasees. Obwohl der Ort schon seit mindestens fünftausend Jahren besiedelt ist, existiert die Stadt Võru erst seit dem 21. August 1784. Sie wurde auf Wunsch der Zarin Katharina II, zusammen mit dem Generalgouverneur von Riga errichtet. Das Zurechtfinden in Võru ist einfach, denn alle Straßen verlaufen rechtwinklig zueinander. Das kennen wir doch woher? Ja richtig, in Amerika ist das ein sehr beliebtes Schema. Viele der ursprünglichen Holzhäuser sind bis heute erhalten geblieben. Dabei besinnt man sich inzwischen wieder auf das Traditionelle und an manchen der alten Fassaden werden die Verkleidungen entfernt, so dass die dicken Holzbalken wieder zum Vorschein kommen. Die moderne Wärmedämmung muss dann wohl innen erfolgen.
Für den Bau der Katharinenkirche, die am 24. Juli 1793 eingeweiht wurde, spendete die Zarin 28.000 Silberrubel. Auch eine Katharinenallee gibt es in Võru. Sie führt vom Kreutzwaldpark hinter dem Strand bis zum Marktplatz. Die 50 alten Bäume, die die Allee säumten, wurden 2013 im Zuge der Renovierung durch jüngere Bäume ersetzt.

Kreutzwaldpark

Ein Name taucht in Võru immer wieder auf: Kreutzwald. Dr. Fr.R. Kreutzwald hat sich um die estnische Literatur verdient gemacht und ist der Autor eines Nationalepos. Dazu verstand er etwas von Medizin und Physik und machte sich beim mentalen Aufbau Estlands einen Namen. 44 Jahre lebte Kreutzwald in Võru. Er starb 1882 und wurde in Tartu begraben.

Brücke zur Roseninsel

Der Tamulasee ist, wie der Peipussee, auch ziemlich warm und angenehm zum Baden gehen. Die Stadt verfügt über einen großen Strand mit vielen Freizeitmöglichkeiten. In den See hinein ragt die Halbinsel Roosisaar, Roseninsel. Im Sommer 1938 fand eine Frau aus Võru ein Auerochsenhorn und verschiedene andere Dinge aus längst vergangener Zeit, als sie ihren Ring suchte, der in den Fluss gefallen war. 1958 wurde eine Brücke über den Fluss am Westende des Sees gebaut. Dabei fand man weitere Stücke wie Steinwerkzeuge, Tonscherben, noch mehr Hörner und Bernsteinschmuckstücke, sowie 24 Skelette. Untersuchungen ergaben, dass die Siedlung 4500 Jahre alt ist.
Seit dem 23.12.1998 ersetzt die längste Hängebrücke Estlands, die eine Länge von 111m hat, die alte Brücke über den Fluss. Durch einen gelben Rahmen, wie es viele in Estland gibt, es ist ein Kunstprojekt, wird die Hängebrücke ins rechte Licht gesetzt.

Suur Munnamägi

16km südlich von Võru erhebt sich der Suur Munnamägi, der höchste Berg des Baltikums. Das klingt gut und spannend, aber der Berg misst gerade einmal 318m. Auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm. Nachdem man das Eintrittsgeld bezahlt hat, darf man den Rundumblick über das weite Umland genießen.

Aussichtsturm in Rõuge

Einen Besuch lohnt auch der Ort Rõuge, westlich vom Suur Munnamägi. Hier lockt ein besonderer Aussichtsturm mit zwei Plattformen. Bis 2015 stand ein hölzerner Turm an der Stelle, bevor er 2016 ersetzt wurde. Der neue Turm sieht aus, als würde er zwei Storchennester tragen.
In der Nähe des Turmes begannen Studenten der Tartu Universität mit der Rekonstruktion einer Wikingersiedlung, auf Grundlage der Ausgrabungen an dieser Stelle. Sie lebten und arbeiteten sogar eine Woche lang in dieser Siedlung, einer sehr kalten Woche im Winter, Über den Ausgang steht nichts geschrieben.
Auf dem Hügel nebenan, direkt über dem Nachtigallental, stand im 5. Jahrhundert ein Dorf, welches zu einer Siedlung mit mehreren hundert Einwohnern anwuchs. Der Handel blühte auf und ein Fort wurde gebaut. Ende des 11. Jahrhunderts gingen die Siedlung und das Fort unter. Erst 1613 lebte Rõuge wieder auf.

Das waren unsere letzten Erlebnisse in Estland. Nun kehren wir wieder nach Lettland zurück. Die letzte Nacht verbrachten wir übrigens auf dem Parkplatz direkt an der längsten Hängebrücke Estlands am Tamulasee.

Otepää

Eine Hitzewelle hat ganz Europa im Griff. Am späten Nachmittag, der heißesten Tageszeit, werden 34° gemessen. Jeden Tag wurde es jetzt heißer. Uns gefällt es, auch wenn das bei jeder Bewegung schwitzen bedeutet, denn die Luftfeuchtigkeit ist dazu durch die vielen Moore und Sümpfe sehr hoch. Nur nachts könnte es doch etwas mehr abkühlen. Die Luft steht in unserem Wohnmobil und schlafen ist kaum möglich. Es ist wirklich ein Supersommer und das seit Ende April, mit nur ganz wenigen Unterbrechungen. Wir glauben, so etwas gab es noch nie in Europa.

Schanze von Otepää

Inzwischen sind wir wieder im Süden Estlands. Die Stadt Otepää, zwischen Tartu und Vöru gelegen, liegt in einer wunderschönen Berglandschaft, in der überall Seen versteckt sind. Wobei Berglandschaft relativ ist. Otepää liegt auf etwa 165m Höhe über NN. Das klingt lächerlich, trotzdem ist die Stadt internationales Wintersportgebiet, sogar Worldcups werden hier ausgetragen. Das Tehvandi Sportzentrum bietet im Sommer Trainingsmöglichkeiten für alle Sportler. Im Winter ist das Gelände von Loipen durchzogen. Sogar eine Sprungschanze gibt es. Die Plattform, die auch von Touristen besucht werden kann, befindet sich 33,36m über dem Gelände. Der Schanzenkopf hat eine Höhe von knapp 55m. Die besten Sprungweiten liegen bei um die 100m. Die Aussicht von der Plattform ist überwältigend. Der Eintritt kostet per Treppe (10 Etagen) 2,-€ und per Aufzug 3,-€. Wir konnten sogar Skispringer beim Training hautnah beobachten. Die Anlaufspuren auf der Schanze bestehen aus Keramik, das Landestück ist mit Plastikmatten ausgelegt, die nass gehalten werden, und das Auslaufstück ist mit Holzspänen aufgefüllt. Diese Kombi ermöglicht ein optimales Skispringen, wenn kein Schnee liegt. Dieser Besuch war mehr als interessant.

Auf jeden Fall ist es das schönste Gelände, das ich überhaupt gesehen habe: verschlungene Wege durch Wald, bergauf- und bergab, Über- und Unterführungen, Lichtungen und Teiche. Markierte Hauptwege von 3-5km Länge und zahlreiche kleinere Wege durch Wald und Flur sorgen für jede Menge Abwechslung beim Laufen. Skilangläufer und Biathlonläufer finden in Otepää ideale Bedingungen.

Hügel mit Fort

Otepää, eine der ältesten Siedlungen Estlands, besaß schon vor 2000 Jahren ein Fort, welches auf einem 30m hohen Hügel errichtet wurde. Der Hügel an sich ist rätselhaft, da er sich mitten in einem ziemlich runden Tal erhebt. Von hier aus konnte die Besatzung des Forts die beiden großen, sich kreuzenden Handelswege kontrollieren. 1116 übernahmen die Russen das Fort, Anfang des 13. Jahrhunderts baute der Bischof von Tartu, Hermann, das Fort zu einer Burg aus. Von der ist jedoch so gut wie nichts mehr übrig, aber man hat einen schönen Blick auf die Stadt und die Umgebung.

St. Mary´s

Die St. Marys Lutherian Church, der Kirche Otepääs, ist der Ursprungsort der Estnischen Nationalflagge. Am 4. Juni 1884 „erfand“ die Estonische Studentengesellschaft die blau-schwarz-weiße Flagge, die 1992 zur Nationalflagge der Republik Estland wurde.
Otepää hat uns also vollauf überrascht. Übernachtet haben wir auf dem großen Parkplatz des Tehvandi Sportzentrums. 

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