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Terracina

Dank der Tatsache, dass es den riesengroßen Parkplatz an der Marina in Terracina gibt, bekamen wir die Gelegenheit, doch ein Stück von der Via Appia zu sehen. Die Mutter der Straßen Italiens, so etwas wie die Route 66 in den USA, wurde von den Römern gebaut, um schnell durch das riesige Reich zu kommen. Zuerst waren es Eroberungen, dann diente sie der Erhaltung des Reiches und irgendwann war sie eine wichtige Handelsroute. In den meisten Fällen verlief sie schnurgerade, so wie zwischen Cisterna di Latina, südlich von Rom, bis kurz vor Terracina. Das sind ca. 40km. Sie wurde jedoch in der Neuzeit überbaut und ist heute die Staatsstraße 7.

Die Via Appia begann in Rom am Circus Maximus und führte bis nach Brindisi im Süden des heutigen Italien, dem Tor zum Orient. Die Straße war 539 Kilometer lang. 312 v.Chr. begann man mit dem ersten Abschnitt der Via Appia. Den Namen bekam die Straße von ihrem Initiator, Appius Claudius, der auch Cesar der Blinde genannt wurde.

Es gibt mehrere Teilabschnitte, die noch heute im Originalzustand besichtigt werden können. Dazu gehört das durch die historische Altstadt Terracinas, oben auf einem Hügel. Der Platz vor der Kathedrale war einst das Aemilius Forum mit einem Theater. Daran schloss sich im Südosten ein großes Tor an, der Vier-Gesichter-Bogen. Im Mittelalter überbaute man die römischen Relikte, die nach dem Bombardement 1943 wieder zum Vorschein kamen. Aurus Aemilius war der lokale Magistrat der Stadt Terracina, der den Bau des Platzes in Auftrag gab. Das war um den Beginn unserer Zeitrechnung.

römisches Aemilius Forum mit dem Theater im Vordergrund

Das Theater wird gerade freigelegt, so dass seine interessanten Strukturen zum Vorschein kommen. Direkt davor verläuft ein Stück originale Via Appia.

originale Via Appia in Terrecina

Dominiert wird der Platz von der Kathedrale, die im Jahre 1074 auf den Ruinen eines römischen Tempels errichtet wurde. Sie wurde dem heiligen Ceasareus geweiht, der 251 n.Chr. als Märthyrer starb. Ihr heutiges Erscheinungsbild stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es ist eine Kombination aus christlichen und römischen Elementen, sehr dekorativ.

Kathedrale St. Ceasareus

Das kleine Café „Café del Duomo“ stammt aus dem Jahre 1793. Es ist ein guter Ort zum Entspannen, einen guten Kaffee zu trinken und die Szenerie auf sich wirken zu lassen. Auf dem Platz spürt man hautnah die vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende, befindet man sich irgendwo zwischen dem Mittelalter und dem alten Rom.

Café del Duomo

Geht man durch das erhaltene Tor direkt neben der Kathedrale, trifft man auf das Capitol aus dem Jahre 50 v.Chr. Es war war einmal ein Tempel für die drei Götter Jupiter, Juno und Minerva. Es steht noch einiges von dem Gebäude. Interessant ist aber die Verkleidung der Wände mit kleinen quadratischen Steinen aus schwarzer Lava und weißem Marmor. Hinter dem Capitol verläuft eine weitere originale Straße, die von der Via Appia abzweigte.

Capitol

Überall gehen kleine Gassen ab, z.B. auf den Weg an der Stadtmauer entlang. Wir spazierten jedoch durch einen weiteren Bogen und kamen so am Porta Romana heraus. Das monumentale Tor ließ Papst Pius VI. Ende des 18. Jahrhunderts erbauen. Hier endet die historische Altstadt und man gelangt wieder ins 21. Jahrhundert.

Porta Romana

Die Via Appia erlangte traurige Berühmtheit, als im Jahre 71 v.Chr. der Spartacus-Aufstand durch die Römer niedergeschlagen wurde. 6000 Überlebende Spartacus-Anhänger wurden anschließend zwischen Rom und Capua entlang der Via Appia gekreuzigt.

Ein weiteres Ausflugsziel in Terracina ist der Tempel des Jupiter Anxur, der auf einer Felsnase hoch über der Stadt zu sehen ist. Er stammt aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. und war wohl einmal eine Orakelstätte.

Tempel des Jupiter Anxur

Weitere römische Überbleibsel liegen direkt neben dem großen Parkplatz an der Marina. Durch eine große Hecke sichtgeschützt, nimmt sie kaum jemand wahr.

römische Grundmauern an der Marina

Die meisten Leute konzentrieren sich auf den Hafen, über den man auch die kilometerlange Promenade zum Capo Circeo erreicht.

Promenade von Terracina

In der Ferne, links neben dem Felsen des Capo Circeo sind die Pontinischen Inseln zu sehen. Fähren bringen die Besucher von Terracina zu den Inseln hinüber und wieder zurück.

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Golf von Neapel

Kein Pompei, kein Herculaneum, kein Vesuv, keine Phlegräischen Felder und auch kein Sorrent. Mit einem großen Wohnmobil kann man nur um den ganzen Moloch herumfahren. Es gibt keine Plätze, die groß genug wären. Auf Empfehlung steuerten wir den Campingplatz Zeus in Pompei an. Die Anfahrt war zwar leicht, aber die Parzellen sind klein. Dafür, dass wir uns dann irgendwo hineingequetscht haben, Toilettenpapier muss man auch noch selber mitbringen, mussten wir 28,-€ pro Nacht bezahlen. Das ist doppelt soviel, wie wir auf der ganzen Rundreise jemals bezahlt haben. Es gibt zwar noch zwei einfache Parkplätze, aber für große Wohnmobile zahlt man auch 25,-€, für gar nix, nur für´s Stehen.

erster Blick auf den Vesuv

Die ganze Gegend ist Touristen-Abzock-Bereich. Überall werden organisierte Fahrten angeboten, bei denen man einiges investieren muss. Es geht aber auch anders, haben wir mitbekommen. Man geht zum Bahnhof und kann von dort zu Billigpreisen überall hinfahren. Eine Busfahrt zum Vesuv kostet pro Fahrt 3,10€. Allerdings kostet die Wandertour zum Krater hinauf 10,-€, was noch in Ordnung ist. Ohne Führer geht da gar nichts.

Die Zugfahrkarte nach Herculaneum kostet um die 2,80€. Der Eintritt ist zwar etwas günstiger, aber das Areal in Herculaneum ist klein. Dafür soll es viel schöner als Pompei sein, weil der Erhaltungszustand wesentlich besser ist.

Na ja, jedenfalls hatten wir gerade genug Gelegenheit, um die Ausgrabungsstätte Pompei ein Stück herumzulaufen und ein paar Bilder zu machen.

eines der Stadttore von Pompei mit Vesuv

Das Zentrum den neuen Pompei ist sehr hübsch und hell. Vor allem die Kathedrale mit dem separaten Uhrturm ist beeindruckend. Innen ist sie eine der prunkvollsten Kirchen, die wir auf der Reise gesehen haben. Ein Hingucker sind die schmalen Vertäfelungen aus grünem Marmor mit einzigartigen Mustern. Die Leute müssen echt lange gesucht haben, um solche Strukturen im Marmor zu finden.

Kathedrale des neuen Pompei

Frustriert verließen wir am nächsten Morgen Pompei und fanden erst wieder kurz hinter Sperlonga, ca. 20km vor Terracina, einen Parkplatz, auf dem wir Platz hatten und übernachten konnten. Bis dahin ist nichts zu wollen. Die Via Domiziana, wie die Küstenstraße entlang der Riviera Di Ulisse heißt, verläuft entlang einer wunderschönen Küste mit steilen Abhängen und Stränden dazwischen.

Riviera di Ulisse

Die Altstadt Sperlongas thront wieder auf einer Felsnase hoch über dem kleinen Hafen. Auf der Spitze steht der Torre Truglia, der durch eine Brücke mit der Altstadt verbunden ist.

Torre Truglia

Die Gassen bestehen fast alle nur aus Treppen und werden oft von Bögen überspannt. Nette kleine Ecken findet man überall. Von der halb umlaufenden Terrasse kann man die Küste entlang und über Hafen und Strände blicken.

Gasse in der Altstadt von Sperlonga

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