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Tombstone – Arizona

Nachdem wir 4 Tage zwischen Whetstone und Tombstone in einem weitläufigen RV-Park festgesessen haben, konnten wir endlich nach Tombstone fahren, um uns in Ruhe umzusehen. Bei unserer kurzen Stippvisite vor 4 Tagen sind wir ja von allen Seiten angesprochen wurden, was wir alles besuchen sollten – Gunshows, Duelle, Saloons usw. Da ich nicht vorbereitet war, ging uns das alles viel zu schnell. Jetzt hatten wir Zeit, die Allen Street hoch und runter zu laufen. Sie ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt, denn auf dieser Straße lebt der alte wilde Westen noch fort. Wie zu Zeiten von Wyatt Earp und Doc Holliday gekleidete Herren laden zu den Shows ein, in einer nostalgischen Kutsche kann man sich Tombstone zeigen lassen oder man kann sich selbst wie die Damen und Herren am Ende des 19.Jahrhunderts kleiden, wenn man das nötige Kleingeld hat. Alles ist möglich. Die Westernstiefel, handgemacht und sehr teuer, sind aus verschiedenen Ledern gemacht, haben wir uns aufklären lassen: Krokodil, Schlange, Strauß, aber auch Deer (Reh), Hai, Stachelrochen und Echsen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr Möglichkeiten. Um keine Schwierigkeiten am Zoll zu bekommen, gibt es dies alles auch als Imitate.
Tombstone - Allen StreetTombstone - Kutsche für Rundfahrten

 

 

 

Tombstone - O.K.CorralTombstone – die berühmteste Westernstadt der Welt. Sie wirbt mit dem Slogan „Die Stadt, die zu zäh zum Sterben ist“. Dreimal täglich wird in einer halbstündigen Vorstellung im O.K.Corral, dem Originalschauplatz, unter anderem die berüchtigste Schießerei des 19. Jahrhunderts nachgestellt. Weihnachten 1881 bereiteten Wyatt Earp, zu der Zeit Sheriff von Tombstone, und Doc Holliday dem Treiben der Clanton Gang und der McLaurys ein Ende. Mitten am Tage auf offener Straße fielen 32 Schüsse in einer ganz knappen Minute, und Bill Clanton sowie Tom und Frank McLaury waren Geschichte. Das hatte soviel Eindruck hinterlassen, dass diese Schießerei bis heute lebt. Diverse Tafeln am Rand der Allen Street künden von weiteren Duellen, die in mehreren Örtlichkeiten dem Publikum dargeboten werden. Dazu war Tombstone ein Sündenpfuhl mit über 100 fragwürdigen Institutionen vom Saloon bis zum Bordell.

Auf dem Boothill Graveyard, dem von 1878 – 1884 genutzten Friedhof, beerdigte man die auf allerlei Art Verstorbenen. Nur wenige starben eines natürlichen Todes oder an diversen Krankheiten. Die Meisten von ihnen wurden im Duell erschossen, einfach getötet, von Indianern umgebracht, gelyncht oder rechtmäßig gehängt, mancheiner hat Selbstmord begangen. Allerdings haben die Toten dort einen Platz mit einer sehr schönen Aussicht gefunden. Die Grabsteine wurden in den 1920ern erneuert, nur selten findet man Blumen auf den Gräbern. Die Jahre 1881 und vor allem 1882 sind offensichtlich die ungesündesten Jahre gewesen, weswegen sich wohl das Gerichtsgebäude erforderlich machte. 
Tombstone - Boothill GraveyardEiner der ClantonsEr wurde "aus Versehen" gehängt

Schieffelin MonumentWarum heißt die Stadt nun Tombstone? Ihr Gründer, Ed Schieffelin, steckte 1878 trotz der Warnung seiner Freunde, er würde dort seinen eigenen Grabstein finden, seinen Claim im Nirgendwo zwischen Apachen und giftigen Schlangen ab. Er und die Stadt überlebten. Es folgten der Silberboom und 15000 Menschen. Irgendwann gab es nichts mehr zu holen und nur wenige blieben, die jedoch die Stadt und ihre Geschichte erhielten. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten lassen Tombstone in neuem Glanz erstrahlen, allerdings mit wenig fragwürdigem Treiben hinter den Türen.  

Weitere Sehenwürdigkeiten von Tombstone sind unter anderem: das 1882 gebaute Gerichtsgebäude, in dem ein Museum über die Geschichte der Stadt untergebracht ist und den Galgen im Hinterhof, das 1881 gebaute Birdcage Theater Museum, das Rose Tree Museum mit dem größten Rosenbusch der Welt, und die „Gut Genug Mine“, in der 90 Mann Gold und Silber zu Tage förderten.
Tombstone CourthouseBird Cage Theatre

 

 

 

The Tombstone EpitaphThe Tombstone Epitaph“ wurde 1880 gegründet und war die berühmteste Zeitung des alten Westens. Im kostenlosen Museum werden die alten Druckmaschinen und weiteres Zubehör gezeigt. In den originalen Zeitungen ließt man über den berühmten Schusswechsel am O.K.Corral, den Apachenkrieg unter Geronimo und das große Feuer in Tombstone.

Tombstone - Allen StreetIm Silver Strike Weingeschäft haben wir für ein kleines Entgelt Weine aus eigenem Anbau probiert.
Auf meine Frage, wo wir denn die Weingüter finden könnten, wurden wir auf Gebiete 30 Meilen östlich und 50 Meilen westlich verwiesen. Allerdings sind es nur kleine Weinfelder, die nur wenige Flaschen im Jahr abwerfen. Deshalb kostet eine Flasche dieses Weines von 50 Dollars aufwärts. Mehr als 100 Dollars sind nicht selten, es darf auch noch teurer sein. Aus einem ganz kleinen Anteil der Weine wird dann auch noch innerhalb von 4 Jahren eine Spezialität nach Art des Portweins hergestellt. Wir möchten nicht wissen, was die dann kostet.
Da wir in Tombstone übernachtet haben, hatten wir auch Gelegenheit, einen Spaziergang am Abend zu machen. Dann ist kaum noch jemand auf der Straße, nur in den Saloons und Restaurants ist noch Leben. Es ist wie zu Zeiten des alten wilden Westens, als es gefährlich war, sich nachts auf den Straßen aufzuhalten.

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Lustiges

Ich möchte mit diesem Beitrag ein Schmunzeln auf Eure Gesichter zaubern. Beim Durchstöbern unseres Bildarchivs im Hinblick auf verschiedene Themen für Beiträge auf unserem Blog, oder auch für Blogs anderer Reisender, fand ich einige witzige Fotos. Vielleicht habt Ihr auch Spaß daran.

Ein immer wieder beliebtes Thema sind Tiere:

autofahrender Mops

Diesen autofahrenden Mops trafen wir am Meteor Crater in Arizona.

 

Colva Indien

Was wohl heute im Angebot ist? (Colva, Indien)

 

Kroatien

Das spannende Katzenkino steht auf Dugi Otok – Kroatien.

 

Schilder geben auch manchmal Anlass zum Schmunzeln:

k-P1080140

Dieses Schild steht am Meteor Crater, Arizona.

 

Northhumberland Shore New Brunswick

Büro für Geldwäsche? Northhumberland Shore New Brunswick

 

Canterbury

Das tolle Angebot gibt es in Canterbury, England.

 

Tumbstone Arizona

Dieser Herr wurde „aus Versehen“ gehängt und liegt nun auf dem Boothill in Tombstone, Arizona.

 

Gefunden am Wismarer Marktplatz

Gefunden in Danzig am Zeughaus


Noch mehr Schönes:

k-Normandie 266

Was ist dort bloß zu sehen? (Rance-Kraftwerk in der Normandie)

 

Lower Keys Florida

Dieser Becherhalter macht richtig Spaß. Gefunden auf den Lower Keys, Florida.

 

Steiermark

Aliens gibt es doch. Sie sind im Grübelsee, Steiermark, zu Hause.

 

Gila Bend Arizona

Damit auch jeder Kunde zufrieden ist, wird der Tag einfach eine Stunde länger gemacht. (Gila Bend, Arizona)

 

Gartenradio. Not macht erfinderisch.

 

Euch allen alles Gute.

 

 

 

 

Fazit 2. Teil unserer Rundreise

Nach mehr als eineinviertel Jahren Rundreise durch die USA und den Osten Kanadas ist unsere Rundreise durch Nordamerika nun zu Ende. Wunderbare Erlebnisse, eine herrliche Natur und natürlich auch nicht so gute Zeiten machten diese Reise aus. Man hat uns schon manchmal gefragt, wo es uns am Besten gefallen hat. Spontan fällt mir da Arizona ein. Das ist unserer Meinung nach der Bundesstaat, der naturmäßig am Meisten zu bieten hat. Da sind Berge, Canyons, Flüsse und Seen und natürlich die Wüste. Dazu läuft dem Reisenden fast überall Geschichte über den Weg wie in Tombstone, die Route 66 oder der Hooverdamm. Die Einwohner Arizonas lieben ihr Land und sind stolz auf das, was sie haben. Dort fühlten wir uns überall willkommen, aber auch die anderen Bundesstaaten, die wir besuchten, machten Eindruck auf uns. Die Vereinigten Staaten sind ein sehr interessantes und geschichtsträchtiges Land, wenn es auch nicht auf Jahrtausende zurückblicken kann. Was uns ein wenig gestört hat ist, dass alles, wirklich alles reglementiert ist. Man kann nicht einen Schritt machen, ohne beobachtet zu werden, nichts tun, ohne das Einverständnis Irgendjemandes. Da ist man in Kanada schon freier, kann an schönen Stellen frei übernachten und es kommt nicht ständig ein Sheriff oder die Parkaufsicht daher gefahren. Alles in allem sind wir froh, diese Rundreise gemacht zu haben, wenn es auch nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. So ist das eben im Leben, es geht nicht immer nach dem eigenen Willen.

Ich möchte die Gelegenheit jetzt nutzen, um zwei Dinge zu ergänzen. Erstens fielen uns damals am südlichen Ende der Salton Sea, Kalifornien, große Kraftwerke auf, von denen wir glaubten, dass es Chemiebuden wären. In einer Fernsehdokumentation erfuhren wir jetzt, dass dies Geothermische Kraftwerke sind. 24 heiße Quellen hat man dort angebohrt. Auf diese Idee wären wir nie gekommen.
Zweitens berichtete ich mehrere Male von den zahlreichen Flechten, die von den Bäumen in den Südstaaten hängen. Richtigerweise handelt es sich um Spanisches Moos, dass sehr oft mit den Live Oaks, einer Eichenart, in Symbiose lebt, aber auch auf anderen Pflanzen zu finden ist. Es sieht jedenfalls sehr interessant aus.

Bevor wir Jacksonville und die USA per Flugzeug verließen, besuchten wir ein letztes Mal die Küste, um am Strand von Little Talbot Island im Norden Jacksonvilles im Meer zu baden. Das ewig warme Wetter (nicht die feuchte Hitze, der wir zum Großteil der letzten Monate ausgesetzt waren) und das warme Meerwasser werden uns unbedingt in Deutschland fehlen. Die entspannte Fahrweise und die Ruhe sowie die Ausgeglichenheit der Amerikaner wünschen wir uns auch in Deutschland.

In den letzten Tagen wohnten wir im Jacksonville Airport Hotel. Gegen diesen Internationalen Flughafen ist der kleine Flughafen Frankfurt-Hahn ein Bienenstock.
Bald hat uns das Alltagsleben wieder, bis wir irgendwann im nächsten Jahr auf eine neue Tour gehen.

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Fairbank – Arizona

Geisterstadt FairbankBevor wir Tombstone besuchten, führte uns ein kleiner Abstecher zur Geisterstadt Fairbank. Dort trafen wir ein deutsches Paar, dass 13 Monate mit dem eigenen geländegängigen Wohnmobil unterwegs ist, das sie von Deutschland aus in die USA verschifft haben. Sie gaben uns wertvolle Tipps für unsere Zukunft, aber zurück zu Fairbank. Dies ist wirklich eine Geisterstadt, da wohnt niemand mehr. Es stehen zwar nur noch wenige Gebäude, aber Tafeln vermitteln einen Eindruck vom Leben Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Fairbank wurde 1881 von einem Getreidehändler aus Chicago am San Pedro River gegründet, als die Eisenbahn von Benson aus gebaut wurde. Es war einige Zeit die wichtigste Station für das schnell wachsende Tombstone. Es gab ein elegantes Hotel, eine Post, mehrere Geschäfte und eine Schule, die Einwohner waren rassenmäßig bunt gemischt. Zwei schwere Fluten 1890 und 1894 zerstörten große Teile der Stadt, ein Erdbeben 1887 richtete weitere Zerstörungen an, zu der auch der Schienenstrang gehörte. Sogar ein versuchter Überfall auf die Wells Fargo Postkutsche gehört in die Geschichte von Fairbank. Dann verfiel die Stadt langsam, die noch bis in die 1950er bewohnt war. In den 1970ern existierte nur noch ein Laden mit einer Tankstelle und Mitte der 1970er verließ der letzte Einwohner Fairbank.

Fairbanks FriedhofAuf einem Rundweg erreicht man den eine halbe Meile entfernt gelegenen Friedhof und die Ruinen der alten Mühle. Der Friedhof ist auf einem Hügel angelegt und wurde schon lange nicht mehr genutzt. Verfallene Gräber und die alten, von der Zeit mitgenommenen Holzkreuze geben ein trauriges Bild ab. Nur auf einem Grab hat vor nicht allzu langer Zeit jemand eine Stoffpuppe und eine vergoldete „Münze“ mit einem Schutzengel niedergelegt.  Nur 3 Gräber haben einen Namen. Archäologische Funde belegen, dass dieser Hügel schon seit Jahrhunderten von Menschen benutzt wird. In dem ganzen Gebiet am San Pedro River sind Funde aus 11000 Jahren Menschheitsgeschichte ausgegraben worden. 

Da wir uns schon eine ganze Weile in Grenznähe zu Mexiko befinden, mussten wir schon mehrfach im Lande befindliche Grenzkontrollen passieren. Außerdem sind uns einige festgebundene Zeppeline aufgefallen, die der Grenzüberwachung dienen.

Patagonia/Sonoita – Arizona

Weinprobierstube in SonoitaAuf der Patagonia-Sonoita-Panoramastraße gelangt man über Patagonia nach Sonoita. Eine Nebenstraße führt nach Elgin. Es sind alles kleine Orte, die jedoch besonders sind. Hier, mitten in der Wüste liegt das beste Weinanbaugebiet von Arizona. Wir haben zwar beim Durchfahren nur ein winziges Weinfeld in Sonoita gesehen, aber es soll 11 Winzer geben, die den Französischen Burgunder anbauen. Die Weinprobierstuben hatten heute am Dienstag leider allesamt geschlossen. Übrigens sind wir wieder einmal auf über 1300-1500 Metern Höhe, was sich in den Temperaturen spürbar bemerkbar macht. Die Nachttemperaturen liegen schon wieder nur um die 0°C. Tagsüber ist es nur in ein paar Mittagsstunden halbwegs warm. Die Hochebenen sind von fast 3000 Meter hohen Bergen umgeben.

Pizzeria in PatagoniaAn der authentischen, kleinen Hauptstraße in Patagonia stehen der 1970 verlassene, inzwischen restaurierte kleine Bahnhof der South Pacific Railroad, das Stage Stop Motel, der lokale Saloon, die beliebte Pizzeria „Velvet Elvis“ und mehrere Kunstgalerien.
 In weiten Teilen des Santa Cruz Valley, von Tubac über Nogales bis hin nach Sonoita wurden über 64 Filme gedreht wie Rio Lobo mit John Wayne (1970), The Frisco Kid mit Gene Wilder und Harrison Ford (1979) und Tin Cup mit Kevin Costner (1995).

12.12.12 – In Sierra Vista bekamen wir im „Saveway“ die leckersten Brötchen, die wir seit der Wende gegessen haben. Schön mit viel Butter und wenig Salz, ein Gedicht. Da haben wir gleich noch einmal nachgekauft. Das Fort Huachuca Museum durften wir nicht besuchen, da es mitten in einem aktiven Militärposten liegt. Es scheint ganz interessant zu sein, will die Wichtigkeit des Militärpostens, den es schon seit dem späten 18. Jahrhundert gibt, darstellen. Allerdings sind nur US-Bürger für einen Besuch des Museums zugelassen. Da konnten wir nichts machen.
Das Datum 12.12.12 erinnerte mich auch gleich an den Weltuntergang am 21.12.12, der in der in Dresden ausgestellten Maya-Schriftrolle prophezeit wird. Ich bin ja gespannt.

schneebedeckte Berge in der Wüste bei FairbankSeit langer Zeit verfolgten wir wieder einmal einen Wetterbericht, der uns auch gleich zu einer erneuten Kursänderung zwang. Eigentlich wollten wir nach Bisbee, einer Minenstadt mit viktorianischer Architektur, an der mexikanischen Grenze weiterfahren. Die Sturmfront, die seit mindestens 2 Wochen die Westküste der USA im Griff hat, streckt jetzt ihre Ausläufer bis nach Tombstone. Zwei Tage Sturm, Regen und sogar Schnee sind angesagt gewesen. Heute Nacht kam die Front an. Es stürmte und regnete wie verrückt, am Tag wechselt sich dieses Wetter mit kurzen sonnigen Abschnitten ab. Sogar Schneeregen ist dabei und die Berge ringsum haben eine dünne Schneedecke. Schnee in der Wüste, nee, aber wir waren seit dem Pfeifenkaktuspark vorgewarnt. Da bleibt man doch lieber im warmen Stübchen.

 

Tucson – Arizona

Da ist es wieder, das nächtliche Konzert der Kojoten. Ich weiß nicht, aber ich glaube, dass es sonst keine Tierart auf der Erde gibt, die soviel Krach macht. Affen können zum Beispiel viel Lärm machen, aber dann nur, wenn Aufregung in der Gruppe herrscht, kurzzeitig. Die Kojoten melden sich ja die ganze Nacht, mal mehr, mal weniger stark, manchmal ohrenbetäubend. Die Tonlage hört sich an, als ob man einem Hund auf den Schwanz tritt. Bellen, Kichern, Lachen, Jaulen und Heulen, die Palette ist sehr vielfältig. Hier in Tucson kommt noch dazu, dass die zahlreichen Hunde mit ihrem Bellen dagegenhalten, auch wenn dem ein oder anderen Hund wohl in Anbetracht der geballten Macht und der Nähe der Kojoten anscheinend nicht so recht wohl in seiner Haut ist.

Old TusconOld Tucson – wo der Geist des alten und wilden Westens noch lebendig ist. Old Tucson ist eine Mischung aus Filmset und Freizeitpark. Seit 1939 wurden hier über 300 Wildwest Filme gedreht. John Wayne, Clint Eastwood, Elizabeth Taylor, Kurt Russell und weitere berühmte Schaupieler liefen über diese Straßen und spielten in den Klassikern wie „Rio Bravo“ und „McLintock“ sowie in moderneren Filmen wie „Die drei  Amigos“ oder „Tombstone“ mit. Die Fernsehserie „High Chapperal“ wurde ebenfalls dort gedreht. Verschiedene, ständig laufende Shows zeigen das Leben im wilden Westen mit Stuntshows, Waffenduellen, den fliegenden Händlern, Sheriffs und natürlich das Saloonleben. Überall kann man dabei sein oder selbst mitmachen.

Anklam Road in TucsonDie Stadt Tucson selbst liegt in einem Talkessel von Bergen umschlossen. Beim Durchfahren haben wir einige alte Häuser entdeckt, aber eine wirkliche Altstadt scheint es nicht zu geben. Viele Häuser, zumeist kleine Geschäfte, Galerien oder Werkstätten glänzen mit grellen Farben. Zumeist zeigt Tucson jedoch ein recht modernes Bild. Was uns am Meisten erstaunt hat ist, dass es eine Anklam Road gibt. Klaus stammt aus Anklam, dem DDR-Nadelöhr zur Insel Usedom in der Ferienzeit.

Sabino CanyonIm letzten Moment habe ich noch eine Werbung für den Sabino Canyon im Nordosten von Tucson gefunden, die uns neugierig gemacht hat. Den wollten wir uns unbedingt ansehen und wir wurden nicht enttäuscht. Der Canyon kann auf zahlreichen Trails bewandert oder mit der Parkbahn befahren werden. Wir entschieden uns dafür, die gut 4 Meilen lange Strecke mit der Parkbahn in den Canyon zu fahren und zurück zu laufen. Auf der Fahrt nach oben hatten wir gesehen, dass es einige sehr schöne Stellen im Canyon gibt, die es wert sind, erwandert zu werden.

am Grund des Sabino CanyonsEigentlich ist der ganze Canyon besonders. Am Grund des Canyons befindet sich das Flussbett, in dem um diese Jahreszeit nur noch Pfützen existieren. In der Monsunzeit Juli und August wälzen sich hier reißende Wassermassen ins Tal. Eine der Blitzfluten hat 80% aller im Wege stehenden Bäume vernichtet, ist uns erzählt worden. Rechts und links steigen steile Felswände mit schroffen Felsabschlüssen auf. Der höchste Berg des Parks, der Thimble Peak, ist über 1700 m hoch und ist von vielen Stellen aus zu sehen. Das interessanteste an dem Canyon ist seine Vegetation. Am Grund wachsen Weiden und Platanen, dann behaupten sich wieder die Wüstenpflanzen einschließlich der beeindruckenden Saguaro Kakteen.

Canyon BaumfroschAn Tieren haben wir einen Canyon Zaunkönig, sieht aus wie unsere Wasseramsel, eine Art größere Schwalbe, einen Canyon Baumfrosch und eine wunderschön mit grün-roten Streifen gezeichnete, lange schlanke Schlange gesehen. In der im Besucherzentrum aushängenden Liste hat sich gestern ein Besucher eingetragen, der früh um 9.30 Uhr einen Puma gesehen hat. Schade, da waren wir wohl ein bisschen zu spät dran, aber über unsere Entdeckungen waren wir auch glücklich.

Mahllöcher von den HohocamAm Halt 7 der Bahn kommt in der Regenzeit ein großer Wasserfall aus den Bergen. An seinem Fuße liegen riesengroße, rundgeschliffene und mit schönen Maserungen versehene Granitsteine. Das war vor hunderten von Jahren ein Lagerplatz der Hohocam Indianer. Runde Vertiefungen in den Steinen zeugen von ihrer Anwesenheit. Die Vertiefungen entstanden, als sie verschiedene Dinge mit Hilfe eines zweiten Steines zermahlten. Da hatten sie sich einen schönen Platz ausgesucht, der ihnen alles bot, was sie brauchten. Anscheinend gibt es hier eine Quelle, denn es kommt ständig ein kleines Rinnsal frischen Quellwassers aus dem Felsen und das Bassin ist auch um diese Jahreszeit noch mit frischem Wasser gefüllt.

Einen weiteren Besuch statteten wir dem Pima Air & Space Museum ab. Eigentlich wollten wir den größten Flugzeugfriedhof  der Welt besichtigen, aber der ist nur mit einem Extrabeitrag per Busrundfahrt zu besichtigen. Auf über 10 km² stehen alle ausrangierten Militärflugzeuge und Flugkörper der USA, aber auch ein paar Linienflugzeuge. Das trockene Wüstenklima kann ihnen wenig anhaben. Sie werden konserviert, für die Ersatzteilgewinnung ausgeschlachtet oder vernichtet. In dem riesengroßen Museum landen dann einige interessante Stücke, das inzwischen eine beeindruckende Sammlung hat. Im Außenbereich stehen vom kleinen Flieger, über die Präsidentenmaschine für Kennedy und Johnson bis hin zu den gewaltigen Transportmaschinen Flugzeuge und Hubschrauber aller Art. In den 4 Hangers ist die Geschichte in Bildern, Abzeichen und Filmen bewahrt und es können weitere „Fluggeräte“ bestaunt werden. Es braucht einige Stunden, bis man alles gesehen hat. Will man alles lesen, wird 1 Tag nicht reichen.
eines der kleinsten Flugzeuge der WeltPräsidentenmaschine von 1961 - 1965

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