A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Suchergebnisse für: “Tucson

Tucson – Arizona

Da ist es wieder, das nächtliche Konzert der Kojoten. Ich weiß nicht, aber ich glaube, dass es sonst keine Tierart auf der Erde gibt, die soviel Krach macht. Affen können zum Beispiel viel Lärm machen, aber dann nur, wenn Aufregung in der Gruppe herrscht, kurzzeitig. Die Kojoten melden sich ja die ganze Nacht, mal mehr, mal weniger stark, manchmal ohrenbetäubend. Die Tonlage hört sich an, als ob man einem Hund auf den Schwanz tritt. Bellen, Kichern, Lachen, Jaulen und Heulen, die Palette ist sehr vielfältig. Hier in Tucson kommt noch dazu, dass die zahlreichen Hunde mit ihrem Bellen dagegenhalten, auch wenn dem ein oder anderen Hund wohl in Anbetracht der geballten Macht und der Nähe der Kojoten anscheinend nicht so recht wohl in seiner Haut ist.

Old TusconOld Tucson – wo der Geist des alten und wilden Westens noch lebendig ist. Old Tucson ist eine Mischung aus Filmset und Freizeitpark. Seit 1939 wurden hier über 300 Wildwest Filme gedreht. John Wayne, Clint Eastwood, Elizabeth Taylor, Kurt Russell und weitere berühmte Schaupieler liefen über diese Straßen und spielten in den Klassikern wie „Rio Bravo“ und „McLintock“ sowie in moderneren Filmen wie „Die drei  Amigos“ oder „Tombstone“ mit. Die Fernsehserie „High Chapperal“ wurde ebenfalls dort gedreht. Verschiedene, ständig laufende Shows zeigen das Leben im wilden Westen mit Stuntshows, Waffenduellen, den fliegenden Händlern, Sheriffs und natürlich das Saloonleben. Überall kann man dabei sein oder selbst mitmachen.

Anklam Road in TucsonDie Stadt Tucson selbst liegt in einem Talkessel von Bergen umschlossen. Beim Durchfahren haben wir einige alte Häuser entdeckt, aber eine wirkliche Altstadt scheint es nicht zu geben. Viele Häuser, zumeist kleine Geschäfte, Galerien oder Werkstätten glänzen mit grellen Farben. Zumeist zeigt Tucson jedoch ein recht modernes Bild. Was uns am Meisten erstaunt hat ist, dass es eine Anklam Road gibt. Klaus stammt aus Anklam, dem DDR-Nadelöhr zur Insel Usedom in der Ferienzeit.

Sabino CanyonIm letzten Moment habe ich noch eine Werbung für den Sabino Canyon im Nordosten von Tucson gefunden, die uns neugierig gemacht hat. Den wollten wir uns unbedingt ansehen und wir wurden nicht enttäuscht. Der Canyon kann auf zahlreichen Trails bewandert oder mit der Parkbahn befahren werden. Wir entschieden uns dafür, die gut 4 Meilen lange Strecke mit der Parkbahn in den Canyon zu fahren und zurück zu laufen. Auf der Fahrt nach oben hatten wir gesehen, dass es einige sehr schöne Stellen im Canyon gibt, die es wert sind, erwandert zu werden.

am Grund des Sabino CanyonsEigentlich ist der ganze Canyon besonders. Am Grund des Canyons befindet sich das Flussbett, in dem um diese Jahreszeit nur noch Pfützen existieren. In der Monsunzeit Juli und August wälzen sich hier reißende Wassermassen ins Tal. Eine der Blitzfluten hat 80% aller im Wege stehenden Bäume vernichtet, ist uns erzählt worden. Rechts und links steigen steile Felswände mit schroffen Felsabschlüssen auf. Der höchste Berg des Parks, der Thimble Peak, ist über 1700 m hoch und ist von vielen Stellen aus zu sehen. Das interessanteste an dem Canyon ist seine Vegetation. Am Grund wachsen Weiden und Platanen, dann behaupten sich wieder die Wüstenpflanzen einschließlich der beeindruckenden Saguaro Kakteen.

Canyon BaumfroschAn Tieren haben wir einen Canyon Zaunkönig, sieht aus wie unsere Wasseramsel, eine Art größere Schwalbe, einen Canyon Baumfrosch und eine wunderschön mit grün-roten Streifen gezeichnete, lange schlanke Schlange gesehen. In der im Besucherzentrum aushängenden Liste hat sich gestern ein Besucher eingetragen, der früh um 9.30 Uhr einen Puma gesehen hat. Schade, da waren wir wohl ein bisschen zu spät dran, aber über unsere Entdeckungen waren wir auch glücklich.

Mahllöcher von den HohocamAm Halt 7 der Bahn kommt in der Regenzeit ein großer Wasserfall aus den Bergen. An seinem Fuße liegen riesengroße, rundgeschliffene und mit schönen Maserungen versehene Granitsteine. Das war vor hunderten von Jahren ein Lagerplatz der Hohocam Indianer. Runde Vertiefungen in den Steinen zeugen von ihrer Anwesenheit. Die Vertiefungen entstanden, als sie verschiedene Dinge mit Hilfe eines zweiten Steines zermahlten. Da hatten sie sich einen schönen Platz ausgesucht, der ihnen alles bot, was sie brauchten. Anscheinend gibt es hier eine Quelle, denn es kommt ständig ein kleines Rinnsal frischen Quellwassers aus dem Felsen und das Bassin ist auch um diese Jahreszeit noch mit frischem Wasser gefüllt.

Einen weiteren Besuch statteten wir dem Pima Air & Space Museum ab. Eigentlich wollten wir den größten Flugzeugfriedhof  der Welt besichtigen, aber der ist nur mit einem Extrabeitrag per Busrundfahrt zu besichtigen. Auf über 10 km² stehen alle ausrangierten Militärflugzeuge und Flugkörper der USA, aber auch ein paar Linienflugzeuge. Das trockene Wüstenklima kann ihnen wenig anhaben. Sie werden konserviert, für die Ersatzteilgewinnung ausgeschlachtet oder vernichtet. In dem riesengroßen Museum landen dann einige interessante Stücke, das inzwischen eine beeindruckende Sammlung hat. Im Außenbereich stehen vom kleinen Flieger, über die Präsidentenmaschine für Kennedy und Johnson bis hin zu den gewaltigen Transportmaschinen Flugzeuge und Hubschrauber aller Art. In den 4 Hangers ist die Geschichte in Bildern, Abzeichen und Filmen bewahrt und es können weitere „Fluggeräte“ bestaunt werden. Es braucht einige Stunden, bis man alles gesehen hat. Will man alles lesen, wird 1 Tag nicht reichen.
eines der kleinsten Flugzeuge der WeltPräsidentenmaschine von 1961 - 1965

Werbeanzeigen

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Anza Trail – Arizona

Die spanisch-koloniale Eroberungs-Expedition unter der Führung von Juan Bautista de Anza reiste in den 1700ern von Culiacan in Mexico über das heutige Kalifornien nach Arizona (oder von Arizona nach Kalifornien, die Quellen wiedersprechen sich da), durch unbesiedelte Wüste und Küstenregionen. Anza gründete 1776 die Stadt San Francisco. Eine Station dieser Reise war Tubac. Hier lebt die spanische Geschichte noch.

Das erste Ziel entlang des Anza Trails zwischen Tucson und Tumacacori auf der Interstate 19 ist die Mission San Xavier del Bac. Es ist eine von 24 Missionen, die der spanische Missionar, Jesuit und Entdecker Father Eusebio Francisco Kino im heutigen Mexico und Arizona etablierte. Er war solange unterwegs, dass er irgendwann als „Pater zu Pferde“ bekannt wurde. Die Mission San Xavier del Bac wurde von 1732 gegründet, die Kirche 1797 fertiggestellt, und zwar für die Tohono O´odham, die heute in mehreren Reservationen innerhalb ihrer angestammten Gebiete leben. Heute wie damals ist die Mission von den gleichen Menschen mit Leben erfüllt, Gäste sind herzlich willkommen. Zu der Mission gehören die wunderschöne Kirche im spanisch-maurischen Baustil, eine niedliche Kapelle, eine Schule, ein Museum und ein Marktplatz. Wer möchte, kann fry bread, ausgebackenes Brot mit verschiedenen Auflagen direkt aus der Hand der Tohono O´odham essen. Das ist ähnlich der mexikanischen Tacos. Die Kirche ist jedoch das Herzstück des Ganzen. Von außen schon sehr schön anzusehen, ist sie im Inneren reich bemalt und hat einen prunkvollen Altar. Sie wird als das beste Beispiel der Missionsarchitektur in den Vereinigten Staaten bezeichnet und ist die älteste katholische Kirche der Vereinigten Staaten.
San Xavier del BacSan Xavier del Bac innen

 

 

 

 

Tubac wurde 1752 als spanisches Fort gegründet, das die Mission Tumacácori, die nach einem Aufstand der Pima, wie die Tohono O´odham von den Spaniern genannt wurden, und den gerade aus dem Norden eingetroffenen Apachen, verlegt und neu errichtet wurde, schützen sollte. Diese Mission liegt nur ein paar Meilen südlich von Tubac. Tubac ist die älteste von Europäern gegründete Siedlung in Arizona. In mehreren kleinen, dicht beieinanderliegenden Vierteln lässt es sich gut Bummeln. Da gibt es das Kunstzentrum mit jeder Menge Galerien, die ein vielfältiges und ansprechendes Angebot haben, die St. Ann´s Kirche, das Museum zur Vergangenheit Tubacs und den Historischen Distrikt mit schönen, alten Häusern. Das Zentrum von Tubac wird in der Vorweihnachtszeit nach alter spanisch-mexikanischer Tradition abends illuminiert, und zwar mit in Papiertüten gestellten Kerzen. Die mit Sand gefüllten Papiertüten stehen überall, als Parkplatz- und Grundstücksbegrenzung sowie auf den Dach- und Mauergesimsen.
TubacTubac - die Papiertüten dienen der Illuminierung

 

 

 

Wie schon geschrieben, liegt die Mission San José de Tumacácori, wie sie richtig heißt, nur ein paar Meilen südlich von Tubac. Father Kino kam 1691 in das kleine „Pimadorf“. Die Pima waren Halbnomaden, die Getreide anpflanzten und Vieh hielten. Father Kino verstand sich gut mit den Pima, die sich nach und nach missionieren ließen. 1751 wurde das Dorf nach dem oben erwähnten Aufstand verlegt und eine kleine Mission gebaut, in der bis zu 40 Pima-Familien Platz hatten. Ein kleiner Obstgarten und Felder gehörten ebenfalls dazu. Der Bau der heute zu besichtigenden Kirche, die nie vollendet wurde und inzwischen halb verfallen ist, wurde um 1800 begonnen. Inzwischen änderte sich die politische Situation mehrfach und die Kirche wurde in ihren Rechten beschnitten. 1848 wurde die Mission Tumacácori verlassen und verfiel. Schatzsucher, Viehtreiber und die Witterung taten ein Übriges. Der National Historische Park wurde 1908 gegründet und 1921 die nötigsten Maßnahmen zum Erhalt der noch bestehenden Bausubstanz durchgeführt.
die Mission Tumacácoriheutiger Bewohner der Mission

 

 

 

Noganles - mexikanische SeiteEinen Ausflug nach Mexiko hat man in Nogales empfohlen. Die Stadt ist geteilt, eine Hälfte liegt in Amerika, die andere Hälfte gehört zu Mexiko. Während die amerikanische Seite Luft zum Atmen lässt, ist die mexikanische Seite eng und laut. Gleich hinter der Grenze reihen sich Apotheken und Zahnärzte, dahinter Kunst und Krempel, Menschen ohne Ende. Alles ist auf den Grenztourismus ausgerichtet. Ein paar alte Bauten lassen die spanische Vergangenheit erahnen. Wir hatten uns jedenfalls etwas anderes unter diesem Ausflug vorgestellt. Einen traditionellen Taco an einer Straßenecke konnten wir uns aber nicht entgehen lassen.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: