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Valle dei Templi – Agrigento

Seit Anfang Januar haben wir auf Sizilien wechselhaftes Wetter mit Sonne, Regen und Sturm. Die Temperaturen liegen um die 10 Grad, nur selten auch mal bei 15 Grad. Wir müssen jeden Tag die Heizung laufen lassen. Auf unserer Spanien-Rundreise vor zwei Jahren geschah dies nur zweimal im halben Jahr.

In Agrigento wollten wir auf einem Truck-Parkplatz frei stehen, aber der existiert nicht mehr. Also müssen wir wieder auf einen Campingplatz. Der Camping Valle die Templi in San Leone lockt seine Gäste mit einem Angebot: 100,-€ für 7 Nächte. Zudem stehen wir geschützt vor den oft starken Winden. In Agrigento und Umgebung gibt es einiges zu sehen, außerdem sind einige Regentage im Anmarsch, so dass die 7 Tage Aufenthalt in Agrigento gut angelegt sind.

San Leone unterhalb von Agrigento

Das Highlight in Agrigento ist das Tal der Tempel, das Valle dei Templi, gerade 2,5km vom Campingplatz entfernt. Es ist das größte Ausgrabungsgebiet einer griechischen Stadt, sie hieß Akragas, außerhalb Griechenlands. Seit 1997 wurde es von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Für 10,- Eintritt bekommt viele Tempel zu sehen, die zum Teil noch gut erhalten sind. Aber auch antike Grabanlagen verschiedener Arten sind zu besichtigen.

Der Besuch des Archäologischen Museums kostet noch einmal 5,-€, der Lageplan des Geländes kostet zusätzliche 1,20€. Museen mit griechischen Artefakten haben wir auf unseren Reisen inzwischen genug gesehen. Google Maps ersetzt den Lageplan. Der Besuch des Außengeländes ist jedoch ein Muss für alle, die sich für griechische Kultur begeistern. Wir betraten das Gelände durch das Tor V, aber es gibt mehrere Tore, die den Eingang ermöglichen.

Die Stadt Akragas wurde im 6. Jahrhundert vor Chr. gegründet. Die griechische Zeit dauerte vom 4.-2. Jahrhundert vor Chr. Das Ausgrabungsgelände erstreckt sich ca. 2km entlang eines Sandsteincliffs. Am westlichen Ende steht der Dioskuren- oder Kastor und Pollux-Tempel, der einst aus drei Teilen bestand. Die Rekonstruktion einer Tempelecke aus dem lokalen Sandstein stammt aus dem Jahre 1836.

Dioskuren- oder Kastor und Pollux-Tempel

Auf dem Weg nach oben passiert man das Tor V, die ehemalige Porta Aurea. Die Stadt wurde durch eine Mauer geschützt, die sich teilweise direkt am senkrecht abfallenden Cliff entlang zog. Heute ist nichts mehr davon übrig. Nur noch ein Durchgang zeugt davon, dass es hier einmal ein Stadttor gab.

Als nächstes kommt man zum Zeus-Tempel, der eine Fläche von 56,3×112,7m einnahm und der größte Tempel auf Sizilien war. Es ist kaum mehr zu erkennen, was wo dazugehört. Eigentlich sind es nur noch große Steinhaufen. Einige Wasserbecken sind zu erkennen, sowie zwei stark zerstörte, liegende Figuren (Kopien), den sogenannten Telamonen. Diese 8 Meter hohen Figuren stellten die von Zeus unterjochten Naturgewalten dar. Sie stützten zusammen mit den Säulen des Tempels die Dachkonstruktion. Die originalen Statuen sind im Museum zu besichtigen.

Telamon im Zeus-Tempel

Der Unterbau des Stufenaltars, auf dem Tiere wie Schafe oder Ochsen den Göttern geopfert wurden, ist noch recht gut erhalten. Allerdings soll dieser Altar einmal 180m lang gewesen sein, so dass bis zu 100 Ochsen gleichzeitig geopfert werden konnten.

Unterbau des Oferaltars des Zeus-Tempels

In der näheren Umgebung sind weitere Wasserbecken, Brunnen und Grundmauern zu erkennen. Über eine neue Brücke, unter der die heutige Straße verläuft, erreicht man die höhergelegenen Teile der Ausgrabungsstätte. Als nächstes steht man vor dem Herkules-Tempel. Acht wieder aufgerichtete Säulen vermitteln eine wage Vorstellung von der Größe des Tempels.

Herkules-Tempel

Zwischen dem Herkules-Tempel und dem Cliff ist der Verlauf der antiken Straße zu sehen, mit tiefen Rillen durch die Wagenräder. Hier ist auch zu erkennen, dass im Laufe der Jahrtausende Erdbeben und Erosion stark an dem Felsen genagt haben, denn die Straße hört am Abhang auf. Es fehlt ein ganzes Stück der Felskante.

antike Straße entlang der Tempel

Nun folgt die Villa Aurelia aus dem 19. Jahrhundert, die im Stil des alten Griechenland erbaut wurde. Hinter dem dazugehörigen Grundstück wurde eine Nekropole aus den 5./6. Jahrhundert ausgegraben. Wahrscheinlich siedelten die nachrömischen Einwohner aus dem Tal im 9. Jahrhundert auf den Felsen um und überbauten die Nekropole. So fand man Gräber und die Grundmauern einer nachrömischen Siedlung an einer Stelle. Auch hier ist wieder zu sehen, dass ein ganzes Stück des Felsens abgebrochen ist.

hier befand sich eine Nekropole und eine Siedlung, im Hintergrund der Concordia-Tempel

Jetzt folgt der nächste große Tempel, der Concordia-Tempel. Er ist einer der besterhaltenen Tempel der gesamten griechischen Welt. Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass die Christen den Tempel im 6. Jahrhundert in eine Kirche umfunktionierten. Normalerweise zerstörten sie alles heidnische, nicht so den Concordia-Tempel. 1748 restaurierte man den Tempel dann und er bekam sein heutiges Aussehen. Das er einmal eine Kirche war, ist an der Innenwand mit den Bogenfenstern zu erkennen.

Concordia-Tempel

Auf dem Weg zum obersten Punkt des Ausgrabungsfeldes, auf dem der Tempel der Hera Lacina oder Juno-Tempel steht, sind antike Grabhöhlen, zu finden. Es ist eine römische Nekropole, die aus der byzantinischen Zeit stammt. Leider stehen auch hier nur noch die Vorderfronten, alles andere ist ins Tal gestürzt. Die römisch-griechischen Einwohner von Akragas beerdigten in den ausgehöhlten Felsnischen, arcosolia genannt, ihre Toten.

Grabnischen – arcosolia – römische Nekropole

Als letztes auf dem fast zwei Kilometer langen Weg steht der Juno-Tempel. An dessen Fuß befand sich das Stadttor III, durch welches die antike Straße in Richtung Concordia-Tempel und Herkules-Tempel verlief. Die tiefen Wagenrad-Spuren verraten das.

antike Straße durch das Stadttor III

Der Juno-Tempel stammt ebenso aus dem 5. Jahrhundert v.Chr. und sah wohl einmal wie der Concordia-Tempel aus. Fünf Stufen führen zum Tempel hinauf, der in drei Räume unterteilt war. Nach mehreren Rekonstruktionsetappen, seit dem 18. Jahrhundert, ragen heute wieder ein paar Säulen in den Himmel. An der östlichen Seite des Juno-Tempels sind die Reste des Opferalters zu sehen, die typisch waren.

der Juno-Tempel

Von hier oben aus überblickt man das gesamte Ausgrabungsgelände auf dem Felsrücken, im Hintergrund die heutige Stadt Agrigento im Blick. Das heutige Agrigento breitet sich auch auf einem Bergrücken aus, nur eine Etage höher als in der Antike.

Blick über das Grabungsfeld Valle dei Templi vom Tor III bis zum Concordia-Tempel

Zum Gelände gehören aber nicht nur Ruinen, sondern auch ein paar endemische Ziegen. Man weiß nicht, ob die Griechen oder die Araber diese aus Nordafghanistan stammenden Ziegen eingeführt haben. Sie leben inzwischen schon so lange hier, dass sie eine eigene Art ausgebildet haben. Sie haben ein weißes Fell mit braunen Flecken und lange flache, spiralförmig gedrehte Hörner.

die Ziegen gehören schon ewig zum Gelände

Nach soviel Steinen und Geschichte kann man sich im kleinen Restaurant stärken, bevor man noch einmal eine vorchristliche Nekropole passiert. Sie dehnt das Tal der Tempel im einige Meter aus und war vom 3.-6. Jahrhundert nach Christus in Betrieb. Die mehr als 130 in den Fels gehauenen Grabkammern haben verschiedene Formen in verschiedenen Sektoren. Zu dieser Nekropole gehört die sogenannte Grotta Fragapane. Es ist eine Art Familiengruft, für die eine alte griechische Zisterne umfunktioniert wurde. Leider ist diese nicht zugänglich.

frühchristliche Gräber

Zum Gelände gehört auch das griechisch-römische Viertel. Das Ausgrabungsfeld befindet sich etwas abseits des Hauptwegs, an der nordwestlichsten Ecke. Wir haben leider das Hinweisschild zu diesem Weg nicht gesehen, aber man kann auch von außerhalb durch den Zaun sehen und eine Vorstellung von der Ausgrabung bekommen. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das regionale archäologische Museum.

griechisch-römisches Viertel

Das war genug für einen Tag, aber ich wollte die restlichen Tempel auch noch sehen und machte mich auf eine Wanderung. Diese startete am Tomba di Terone, dem Grab des Theron. Es war einmal eine Art Turm, dem heutzutage die Spitze fehlt. Zu besichtigen ist das Grabmonument nicht, wie auch die anderen Tempel und Anlagen, die ich auf dieser Tour besuchten wollte.

Grab des Theron

So setzte ich meinen Weg fort. Der Straße nach Agrigent folgend, hinter dem regionalen archäologischen Museum auf einen inoffiziellen Fahrweg abbiegend. Das Hinweisschild zur Villa San Marco weist den weiteren Weg. Auf dieser Ecke liegt ein Parkplatz und gleich nebenan sind wieder alte Grundmauern zu finden, leider ohne Kommentar.
Der Weg zur Villa San Marco führt durch Mandel- und Olivenbäume. Zu dem Moment war ich noch der Meinung, die Villa San Marco sei eine römische Villa, aber es ist ein Ferienhaus inmitten von Plantagen, mit Blick auf das alte griechische Fort auf dem benachbarten Hügel.

auf diesem Hügel breitete sich einst ein griechisches Fort aus

Immer weiter ging ich den Weg und kam etwas später an der Eisenbahnlinie heraus. Dort stehen zwei geschlossene Tore. Sie führen auf das Museumsgelände oder zum Garten Kolymbethra. Kolymbretha ist griechisch und bedeutet Swimmingpool. Die Anlage liegt in einem Tal zwischen dem Kastor- und Pollux-Tempel sowie dem Hepheistos- oder Vulkan-Tempel. Das Tal haben wir von oben schon gesehen, nur leider ist der Zugang ausgerechnet im Januar geschlossen, warum auch immer. In der Antike beschrieb man das Tal als das irdische Paradies, in dem Orangen, Zitronen und Mandeln gediehen. Wasser gab es im Überfluss, denn es wurde bei Regenfällen von den umliegenden Bergen über 18 Kanäle in das Wasserbecken geleitet und dort gesammelt. Vielleicht gab es noch weitere Zisternen. Heute bildet das abgeschlossene Tal einen eigenen Mikrokosmos mit seltenen Pflanzen. Zitronen-, Mandarinen- und Orangenbäume gibt es heute immer noch und verströmen ihren Duft, der zwischen den Steilwänden eingeschlossen ist.

Garten Kolymbethra

Mit den geschlossenen Toren zum Garten Kolymbethra hatte ich mein Hauptziel verfehlt. Na ja, da bleibt ja noch der Hepheistos- oder Vulkan-Tempel. Kurz nachdem ich die Bahnlinie unterquert hatte, stand ich vor einem weiteren geschlossenen Tor. Oh nein, bis hierher hatte ich schon 2km Weg hinter mir. Ich wollte auf keinen Fall wieder zurück, da sah ich, dass der Zaun niedergetreten war. So nahm auch ich diesen Weg an der Bahnlinie entlang, die, wie sich herausstellte, wohl stillgelegt ist. Direkt an der Bahnstation steht der besagte Tempel. Er ist nicht groß und stammt, wie die meisten Tempel in Valle dei Templi, aus dem 5. Jahrhundert v.Chr. Der Name Vulkan-Tempel entstammt wohl einer Legende, nach der der Gott Vulkan hier gewesen sein soll. Wahrscheinlich gab es an dieser Stelle einmal eine Schwefelquelle.

Hepheistos- oder Vulkan-Tempel

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz blieb noch der Besuch des Esceplios-Tempels übrig. Um dorthin zu kommen, nahm ich den Weg entlang der Straße unterhalb des Felsencliffs mit den großen Tempeln des Valle dei Templi.

der Concordia-Tempel von der Straße unterhalb gesehen

Irgendwann biegt ein Fahrweg zum Tempel ab und schon stand ich wieder vor einem geschlossenen Tor. Von dort aus konnte ich nicht einmal ein Foto machen, denn die sichtbaren Tempelreste stehen zu weit weg.

Im gesamten Tal der Tempel wurden 20 Tempel ausgegraben, dazu Wohngebäude und Nekropolen. Es ist ein einzigartiges Gelände, unter dem wahrscheinlich noch viel mehr Grundmauerreste begraben sind.

Sacramento Valley

Sacramento RiverEigentlich sollte die Tour jetzt über die nördliche Sierra Nevada zum Lake Tahoe gehen. Der Lake Tahoe ist der größte Bergsee Nordamerikas und liegt auf 1900m Höhe, mit Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra. Angesichts der letzten Tage ließen wir von diesem Vorhaben ab und fahren jetzt im Sacramento Valley weiter nach Norden. Die Temperaturen in den Bergen liegen nur noch um die 15°C, in den Höhenlagen sanken sie bis auf 2°C. Im Tal des Sacramento River setzen sich die Felder und Plantagen fort, nur dass jetzt die Walnussbäume, Unmengen davon, die Oberhand haben. Wein und Oliven sind seltener, die Erdbeerernte läuft. Das alles verbraucht unendlich viel Wasser, zu viel Wasser.

Blick auf den Lassen Volcanic National ParkNordwestlich von Yuba City liegt ein Vulkanspot, die einzige Erhebung aus dem Tal, das westlich und östlich von langen Bergketten flankiert wird. Durch den Sacramento River gibt es allerdings so viele Mücken, dass man sich vor allem abends kaum draußen aufhalten kann. Deren Stiche erzeugen jedesmal Beulen, die tagelang jucken. Den Abstecher zum Lassen Volcanic National Park konnten wir uns sparen, denn die Straße durch das recht aktive Vulkangebiet ist noch immer wegen Schnee und starken Winden geschlossen. Der Park wäre eine gute Alternative zum Yellowstone Park gewesen, denn auch dort gibt es Schwefelquellen, Geysire und andere vulkanische Aktivitäten. Es wird sogar gesagt, dass der Vulkan Lassen seit dem verheerenden Ausbruch des Mt. Saint Helens unter besonderer Beobachtung steht, weil er sich seitdem vermehrt regt.

San Joaquin Valley – Kalifornien

Herrliche BlütenprachtIst das eine Wohltat. Nach monatelanger Fahrt durch die Wüsten der USA und der Tristesse in Deutschland umgibt uns endlich wieder sattes und frisches Grün. Der Frühling hat hier schon ein paar Tage hinter sich, es blüht und duftet überall. Sogar der Holunder hat schon seine Blütendolden geöffnet und der Blauregen blüht. Die meisten Flüsse und Bäche führen wieder Wasser.

San Joaquin TalDas San Joaquin Tal ist die Fruchtkammer Kaliforniens. Soweit das Auge reicht bestimmen Orangenbäume die Landschaft, aber auch viele Weinstöcke, die schon wieder grün sind, Olivenplantagen, Obst- und Walnussbäume. Noch immer werden LKW-Ladungen voller Orangen transportiert, die noch außerordentlich gut schmecken, trotzdem die Bäume schon in voller Blüte stehen. Das Auge kann sich gar nicht satt sehen an so viel aufstrebender Natur. An den zahlreichen Verkaufsständen werden Orangen, Avocados, die allerdings aus Mexiko stammen, Säfte und Nüsse angeboten. Weinproben sind hier und da auf den kleinen Weingütern möglich. Die Almen in den Vorbergen des Sequoia National Forest sind grün und bieten frisches Futter für die Weidetiere. Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen wissen gar nicht, wie gut sie es gegenüber ihren Artgenossen in den ausgetrockneten Wüsten haben.

Nordeingang zum Sequoia National Park - Kings CanyonDer Besuch des Sequoia National Parks war uns leider nicht vergönnt. Es waren keine vernünftigen Informationen über den Park und seine Bedingungen zu bekommen. Nur soviel stand kurz vor dem Parkeingang in Süden fest: Wir dürfen mit unserem Motorhome nicht über den Südeingang in den Park fahren, da die Kurven, die uns erwarteten, viel zu eng sind. Die maximale Länge der Fahrzeuge ist auf 22 Fuß begrenzt, wir haben gute 34 Fuß. Man empfahl uns die Road 245 zum Nordeingang, womit wir das Aus für den Besuch des Nationalparks besiegelten, ohne dass wir es wussten. Diese Straße ist landschaftlich wunderschön, keine Frage, aber es geht 30 Meilen immer nur bergauf und das mit engen Kurven, die beinahe aneinander liegen. Für diese 30 Meilen brauchten wir gefühlte zwei Stunden und vergurkten die gerade getankten 75,-$ ! Danach befanden wir uns auf über 6000 Fuß Höhe. Nach 18 Meilen hatten wir keine Lust mehr auf das Spiel, aber umdrehen brachte dann auch nichts mehr. Das hieß aber auch, dass wir nicht mehr genug Sprit im Tank hatten, um noch einmal 30 Meilen bis zu den Sehenswürdigkeiten durch den Park und die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren. Hätten wir das alles gewusst, wären wir gleich über Fresno und den Nordeingang in den Sequoia National Park gefahren, nun war es zu spät. Begeistert waren wir jedenfalls nicht. Es wäre sicher interessant gewesen, die berühmten Riesenmammutbäume, was die Sequoias (so der indianische Name) ja eigentlich sind, zu bestaunen. Der General Sherman Tree im Süden des Parks ist das größte, lebende Ding auf der Erde. Er ist fast 90m hoch, hat einen Umfang von ca. 33m und ist geschätzte 2100 Jahre alt. Der General Grant Tree am Nordeingang ist mit ca. 87m Höhe und 35m Umfang der zweitgrößte Baum der Welt. Diese Art von Baumriesen existierten schon zu Dinosaurierzeiten. Die Gletscher der Eiszeit haben dann nur sehr wenige Bestände an den Westhängen der Sierra Nevada übriggelassen, obwohl die Riesenmammutbäume genauso in Europa und Asien gediehen. Sie werden bis zu 3000 Jahre alt und 85 Meter hoch. Der höchste Baum, der im Calaveras National Forest gefunden wurde, maß rund 140 Meter. Der Grund für das majestätische Alter dieser Bäume ist ihre Beschaffenheit. Sie sind durch ihre Rinde vor Feuer wie vor Frost gleichermaßen geschützt, und sie bieten keinerlei Krankheiten einen Nährboden. Obwohl wir nicht im Nationalpark waren, konnten wir doch einige kleinere Exemplare am Parkeingang und am Straßenrand entdecken.

VisaliaNoch kurz etwas zu Visalia. Es ist eine der ältesten Städte Kaliforniens. Die Downtown (Altstadt) konzentriert sich um die Mainstreet, in der man verschiedene Geschäfte und eine kleine Brauerei findet. Vom Busbahnhof fahren Linien in das Umland. Es scheint auch eine Stadt der Oldtimer- und Hot-Rod Liebhaber zu sein.

Death Valley – Kalifornien

einzige Sanddüne weit und breitNachdem wir uns nun 5 Tage fast in Sichtweite des Tal des Todes, so der deutsche Name, aufgehalten haben, nahmen wir es jetzt in Angriff. Da das Tal rundum von Bergketten umgeben ist, die zu überwinden sind, entschieden wir uns für den besten Weg für unser Wohnmobil. Das heißt, dass wir zuerst durch Beatty kamen, von wo aus es nur noch ein Katzensprung ins Death Valley ist. Auf dem Weg nach Beatty passierten wir noch eine große Sanddüne, die wie von Geisterhand dort aufgeschüttet wirkt. Wir haben auf unserer ganzen Tour durch die USA noch keine Sandwüste gesehen, von der diese Sanddüne stammen könnte, deren Spitzen zum Teil über 150 Meter hoch sind.

Beatty - Sourdough SaloonIn Beatty besuchten wir den „Sauerteig-Saloon“, der uns von einem Flohmarktverkäufer in Beatty empfohlen wurde. Dort gäbe es im Sommer mehr deutsche Gäste als amerikanische. Außerdem speisen und trinken dort meistens die Autotester aus Deutschland und anderswo, die sich im Death Valley austoben.

Geisterstadt RhyoliteVon Beatty auf dem Weg ins Tal des Todes liegt Rhyolite, eine wirkliche Geisterstadt. 1905 wurde dort Gold gefunden und 1907 hatte Rhyolite schon an die 10.000 Einwohner und dazu alles, was eine aufstrebende Stadt braucht, von einer Schule bis zum Opernhaus. Drei Eisenbahnen fuhren durch Rhyolite. Die einzige Goldmine, bei der es geblieben war, schloss 1911, nachdem sie gerade mal 2 Millionen Dollar eingebracht hatte. Die Bewohner verließen Rhyolite wieder, geblieben sind nur noch Reste der Stadt. Aus dem ehemaligen Bahnhof wurde später ein „Geister Casino“, das die Zeit aber ebenfalls nicht überdauert hat. In den Berghängen rundherum sieht man überall Löcher, die Eingänge zu den Stollen irgendwelcher Glücksritter.

Death Valley - Hell´s GateJetzt endlich fuhren wir in das Tal des Todes ein. Was erwartet uns dort? Jetzt kam doch so etwas wie Respekt auf. Das Tal des Todes und das Umland gehörte den Shoshonen, die noch heute hier leben, aber keine offiziellen Reservate haben. Als dies noch ihr Land war, fanden sich überall verschiedene Lager, in denen sie lebten. Sie hatten Lager für die Sommer und die Winter, Kurzzeitlager oder Dauerlager, zwischen denen sie immer hin- und herpendelten. Diese Karte ist im Besucherzentrum in Furnace Creek zu sehen. Nachdem wir nun den Daylight Pass mit 1316 Metern passiert hatten, begann bei Hell´s Gate eine 13 Meilen lange Abfahrt in die unter dem Meeresspiegel liegende Talsohle. Unser erster Gedanke: Dieses Tal wurde vom Teufel gemacht, hier kann nichts leben. Der ziemlich starke Wind an diesem Tag wirbelte den Staub bis zum Himmel auf. Das sah aus, als würde der Teufel sein Wohnzimmer ausfegen. Trotzdem eröffnete sich uns ein grandioser Blick auf das am Grund weiß schimmernde Tal des Todes und wir wurden durch unseren Aufenthalt dort eines Besseren belehrt.
Das Death Valley ist der trockenste, heißeste und am tiefsten gelegene Nationalpark der USA, einer der  trockensten und heißesten Plätze der Welt  und dazu noch überraschend abwechslungsreich. Die Temperaturen liegen meist um die 7°C höher als im höheren Umland. Wir fuhren bei 25 Grad los und hatten im Tal 33 Grad. Die Rekordtemperatur, die jemals im Sommer gemessen wurde, liegt bei 56,7°C.

Death Valley - ehemaliges Borax WerkIrgendwann stießen wir auf die Überreste eines Borax-Werkes. Wir hatten auf unserer Fahrt durch den Südwesten der USA schon mehrfach solche weißen, nach Salz schmeckenden Ablagerungen gesehen, doch es war kein richtiges Salz, sieht eher aus wie Gips. Jetzt wussten wir, was es ist. Es ist ein salzhaltiges Mineral mit Teilen aus Vulkanasche, aus dem Borax gewonnen wird. Ich werde jetzt nicht versuchen zu beschreiben, was Borax ist, das ist viel zu kompliziert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Mineral im Death Valley abgebaut und vielseitig verwendet. Inzwischen sagt man, dass es giftig sei. Um das abgebaute Borax zu transportierten, wurden Wagen gebaut, die zusammen mit großen Wasserbehältern von 20 Maultieren um die 265 Kilometer weit zu den Bahnstrecken durch die Wüste gezogen wurden.

Death Valley - Furnace CreekFurnace Creek, wo wir übernachteten, liegt in einer Oase. Richtig gelesen, eine Oase im Death Valley, und es folgten weitere, wenn auch kleine Oasen. Das war eine echte Überraschung. Spätestens nach unserer Visite im Besucherzentrum war uns klar, dass das Tal des Todes eigentlich den Namen nicht verdient und es einiges zu bieten hat, was einen längeren Aufenthalt lohnt, wenn man nicht gerade mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Die meisten Wege sind nur Pisten und meist auch für größere Fahrzeuge gesperrt.

Death Valley - Badwater BassinDas aufregendste Ziel aller Besucher ist das Badwater Bassin, der tiefste Punkt nicht nur der USA, wie immer geschrieben wird, sondern der gesamten westlichen Hemisphere. Das Badwater Bassin liegt auf -86 m, das heißt 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Badwater heißt „schlechtes Wasser“, denn die Maultiere konnten es nicht trinken. Es ist nicht giftig, nur unheimlich salzig. Immer wieder bieten sich den Besuchern herrliche Aus- und Ansichten. Die Bergwände sind herrlich bunt, was von verschiedenen Mineralien herrührt. Ab und zu ist ein Vulkan dazwischen oder sind zumindest vulkanische Hinterlassenschaften zu sehen.

Death Valley - Golden CanyonDer Golden Canyon, ein Seitental, war auch für uns noch erreichbar und nur ein paar Kilometer lang. Weißes bis gelbes Gestein, Schlammgestein genannt, beherrscht das Bild, von dem anscheinend auch der Name stammt. Weiter hinten, am Ende des Tales ragen senkrechte rote Felsen auf. Hier und da gibt es Zeugnisse für den Rand eines Sees in den Felsen. Nach jeder Biegung des Canyons bietet sich ein neuer, herrlicher Anblick und es ist noch wärmer, denn hier weht kaum ein Lüftchen.

death Valley - Zabriskie PointVom Zabriskie Point, der mitten in den sogenannten Badlands liegt, hat man noch einmal einen schönen Blick über einen Teil des Death Valley und die bunten Felsformationen, durch die sich überall ausgetrocknete Wasserläufe schlängeln. In den meisten Gesichtern der Parkgäste sieht man unendliches Staunen, vor allem bei denen, die über diese Straße ins Death Valley fahren.

Death Valley - KojoteNoch mehr unglaubliche Felsformationen, lange Wanderwege, ein Golfplatz, ein Schloss, Quellen und ein Wasserfall, der das ganze Jahr über Wasser führt, sind weitere Sehenswürdigkeiten. In unseren kühnsten Vorstellungen haben wir nicht an solch eine Vielfalt in diesem wundervollen Tal gedacht. Das Tal des Todes bot uns mit die beeindruckendsten Erlebnisse dieser Reise. Sogar einen Kojoten durften wir sehen, zweimal. Anscheinend hält er sich öfters an der Straße zum Badwater Bassin auf, denn er stellt sich direkt auf die Straße und hält die Autos an, in der den Kojoten eigenen demütigen Art. Direkt ängstlich war er ja nicht. Das beiderseitige Interesse ist dann groß.

Sulphur Springs Valley – Arizona

Sulphur Springs ValleyVon Benson aus erreichten wir über Dragoon das südliche Sulphur Springs Valley. Das ist eine Hochebene auf ungefähr 1300 Metern, die westlich von den Dragoon Mountains und östlich von den Dos Cabezas und den Chiricahua Mountains begrenzt wird. Die Chiricahua Mountains sind die Grenze zwischen der Sonora Wüste und der Chihuahua Wüste. Im Tal stehen die Reste einiger Vulkane, Apfelplantagen, Paranussplantagen und sogar ein Weinfeld sahen wir. Die höchsten Gipfel mit über 3000 Metern haben eine leichte Schneehaube.

Chiricahua National MonumentIn einigen Bergen rund um Pearce entdeckten wir Mineneingänge. Hier wurde Eisenerz abgebaut. Der alte Teil von Pearce ist eine Geisterstadt. In Sunizona bogen wir zu den Chiricahua Bergen ab, wo wir eigentlich im Chiricahua National Monument übernachten wollten. In diesem Park stehen die „Steh-auf-Felsen“. Diese Bezeichnung stammt von den Cochise Apachen, die in diesem Gebiet lebten. Cochise hieß der Häuptling, als die Europäer Ende des 18. Jahrhunderts hier ankamen. Er begann den Kampf gegen die immer mehr werdenden Siedler, der ein  Jahrhundert später mit Geronimo und die Einweisung in ein kleines Reservat endete.
Leider ist unser Motorhome zu lang gewesen, um auf dem Campingplatz des Park zu übernachten. Wir konnten nicht einmal die Sehenswürdigkeiten besichtigen, weil wir mit dem Bus nicht unter den tief hängenden Ästen der Bäume am Wegrand gekommen wären, erklärte uns die nette Rangerin. Die Straße durch den Park ist 6 Meilen lang, zu lang zu laufen. Die Steh-auf-Felsen sind „eine Märchenwelt von außergewöhnlichen Felsskulpturen“ (Zitat des National Park Service). Über Millionen von Jahren schuf die Natur hier ein „Felsenwunderland“. Felssäulen, Zinnen und Tausende von Tonnen schwere, teilweise auf Spitzen balancierende Felsen bezaubern das Auge der Besucher. Jemand meinte, ein Erdbeben während des Besuches wäre keine gute Sache.

Uns blieb nur, die Faraway Ranch nahe des Parkeingangs zu besuchen. Sie wurde von einem schwedischen Einwanderer-Ehepaar angelegt und ist seit deren Tod verlassen. Die Ruinen der Nebengebäude und das restaurierte Haupthaus sind zum Besuch freigegeben. Leider war das Haupthaus bei unserem Besuch geschlossen. Bei unserer Kaffeepause an der Ranch hatten wir einen frechen und kein bisschen ängstlichen Gast, einen Mexican Jay. Er gehört wohl zu den Elsternvögeln, kann ich mir vorstellen. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß mit ihm.
Faraway Ranch - Haupthausunser Kaffee-Gast

 

 

 

Durch die Halb-Geisterstadt Dos Cabezas kamen wir nach Willcox. Die Stadt wurde 1881 als Bahnstation für die Southern Pacific Railroad gegründet und spielte eine große Rolle als Umschlagplatz für das reiche Sulphur Springs Tal. Willcox ist zwar als Weinstadt bekannt, aber uns interessierten die Sandhill Kraniche viel mehr, die hier überwintern. Sie fliegen jeden Abend kurz vor dem Sonnenuntergang ein und übernachten in dem riesigen Gebiet des Willcox Dry Lake. Es müssen Tausende dieser tollen Vögel sein. Wir kennen den Flug der Kraniche von zu Hause. Ihre Flugbahn im Frühjahr und im Herbst lag direkt über unserem Haus. Trotzdem ist dieses Naturschauspiel immer wieder unbeschreiblich schön. Am Twin Lake verbrachten wir dreieinhalb Stunden, bis die Kraniche kamen. Derweil beobachteten wir verschiedene Enten und andere Vögel. Auf unserem Rundgang um den See stolperten wir an vielen Stellen wieder auf die großen Fährten, von denen wir eine im Red Rock Park in Gallup gesehen haben. Diese hier hatten vier verschiedene Größen mit bis zu 13 Zentimetern Länge. Wir haben immer noch keine Ahnung, wer solche Spuren hinterlässt.
Kraniche in WillcoxWillcox - Twin Lake

 

 

 
Warren Earp´s GrabAuf dem historischen Friedhof von Willcox liegt Warren Earp, ein Bruder von Wyatt Earp, begraben. Er wurde am 6. Juli 1900 im Headquarters Saloon erschossen. Eine Gemeinschaft von Freunden kümmert sich um das Grab. Anscheinend wollten die Lebenden Ihre Toten nicht so nahe bei der Stadt haben, denn die Friedhöfe liegen alle über eine halbe bis eine Meile außerhalb. Dieser hier ist ebenfalls sehr schön gelegen, mit vielen Yuccas bewachsen.

Randbemerkung: Wir standen ein paar Tage im Ft. Willcox RV Park. Es ist der erste Campingplatz, der jeden Morgen von 7-10 Uhr freien Kaffee und freie Waffeln anbietet, was großen Anklang findet.

Prescott Valley – Arizona

Warum kann man auf den Karten nie richtig sehen, wie die Straßen kurven- und höhentechnisch verlaufen. Das würde es uns einiges leichter machen. Der Mingus Mountain Scenic Byway wäre schon die zweite Straße nach dem Oak Creek Canyon gewesen, die wir mit unserem ersten Gespann nicht hätten fahren können. Für den Bus sind solche Straßen kein Problem, obwohl es durch Jerome schon das ein oder andere Mal eng wurde. Jerome rühmt sich als größte Geisterstadt der USA. In den 1890ern noch als „verruchteste Stadt des Alten Westens“ mit Schießereien und Bordellen bekannt, dann als wohlhabende Bergwerksstadt mit dem Hauptanteil Kupfer und 15.000 Einwohnern, verschwand Jerome nach der Schließung der Minen 1953 in der Bedeutungslosigkeit. Ganze 100 Menschen hielten dem Ort die Treue. Heute gibt es knapp 5 Mal soviele Menschen dort, meist Künstler und übriggebliebene Hippies, die von den Touristen leben. Eine einmalige Aussicht auf das sehr viel tiefer gelegene Verde Valley ist ein weiterer Grund, Jerome anzufahren (max. Länge der Fahrzeuge: 50´)

Die Straße windet sich weiter endlos weit nach oben, wieder durch einen Ponderosa-Kiefernwald. Wir waren schon froh, auf gut 1000 Metern gewesen zu sein, da muss der Bus schon wieder Bergziege spielen und auf über 2300m klettern. Endlich ging es wieder hinunter und durch Prescott Valley hindurch. Als hätten wir eine andere Welt erreicht, fanden wir uns erneut zwischen Vulkanen wieder, die von Ebenen mit gelb gewordenem Gras umrahmt werden, nichts Grünes mehr. Dann ab Dewey-Humboldt wachsen vereinzelt Bäume und ich glaube, es ist das erste Mal, dass wir Säulenzypressen in den USA gesehen haben. Irgendwie passen die gar nicht hierher.

In Cordes Junction blieben wir ein paar Tage, um an unserem Bus weiter zu werkeln und zu putzen und auf die Unterlagen für den Bus zu warten, die hierher geschickt werden sollten. An dem Bus ist wohl die ganzen 10 Jahre kaum etwas gemacht worden. Nach und nach kommen jetzt die Probleme zu Tage, aber alles nur Kleinigkeiten, noch.
 Am ersten Abend haben wir Tilapiafilet mit in Zwiebel und scharfem Paprika eingelegten und warm gemachten Opuntienstreifen (Feigenkaktus) gemacht. Hmm, war das lecker. Ich wollte ja schon lange einmal rohe Opuntien essen, aber Erstens sind die meisten Kakteen verdorrt oder zu klein, und Zweitens wissen wir nicht so recht, wie wir es anstellen sollen. Die haben einfach zu viele Stacheln. Lecker sind sie bestimmt auch roh.

St. John River Valley – New Brunswick

4 Tage Ruhe auf dem gemütlichen “Mohawk Camping” in Waterborough am Grand Lake. Champignons sammeln, Angeln, Mücken verjagen, Sonnenuntergänge beobachten, um 22 Uhr die ISS am Nordstern vorziehen sehen, einen abenteuerlichen Strandspaziergang machen, dabei Minze für einen abendlichen Tee finden, bei einer kleinen Rundfahrt Weißkopf-Seeadler und Falken beobachten, sonst Nichtstun. Das Wetter ist dazu bestens. Das Leben kann so schön sein.
Die Kolibris heißen hier Hummingbirds und werden von manchen Campern mit einer hübschen Tränke und Nektarsaft versorgt. Da hat man ausreichend Zeit, ihnen zuzusehen. Am letzten Morgen am Grand Lake hat uns zum Abschied noch einer der Hummingbirds besucht. Wenn das nichts Gutes zu bedeuten hat?

Knapp südlich von Prince William liegt „Kings Landing“. Das ist ein riesiges, weitläufiges Museumsdorf, in dem das Leben noch wie zu Zeiten der ersten Siedler ist, nachempfunden natürlich.

Nackawic ist die Heimat der größten Axt der Welt. 7 Tonnen Edelstahl sind dort verbaut und 20 Meter ist die Axt hoch. Sie erinnert an die Wichtigkeit der kanadischen Forstwirtschaft. Außerdem hat Nackawic einen 2 Kilometer langen Nature Trail zu bieten, der direkt am St. John River und an vielen verwilderten, voll mit Früchten behangenen Apfelbäumen entlang führt. Wunderschöne Picknick-Plätze und die Reste von 2 Kartoffelhäusern der umliegenden Gemeinden sind ebenfalls auf dem Trail zu finden. Anscheinend hat es hier einmal entsprechend viele Kartoffelfelder gegeben. Heute stehen auf dem Gelände Häuser und Bäume. Am Abend fand in Nackawic im Rahmen 5tägiger Gemeindetage eine „Miss Nackawic“-Wahl statt.
Inzwischen hat auch der Herbst im St. John River Valley Einzug gehalten. Wir haben Ende August.

Woodstock ist die 1. Stadt New Brunswicks und kann somit auf eine über 150jährige Geschichte zurückblicken. Für europäische Verhältnisse klingt das direkt lächerlich. In den 1780ern gegründet bekam Woodstock 1856 das Stadtrecht. Manches aus dieser Zeit stammende Haus, wie das Connell-Haus, das alte Courthouse oder die Public Library machen die Altstadt interessant. Vor jedem dieser Häuser stehen erklärende Tafeln, die über die Geschichte der Häuser und ihrer Besitzer aufklären. Empfehlenswert sind außerdem die Trails entlang des St. John River und des Meduxnekeag River

In Hartland steht die längste Covered Bridge, eingehauste Brücke, der Welt. 1901 als normale Brücke gebaut, hat sie eine Länge von 390 Metern. 1922 kam die Umhausung dazu und 1945 wurde der Fußweg angebaut. 1901 war sie mit ihrer Spannweite ein Wunderwerk der Ingenieurskunst. Sie kann mit kleineren Fahrzeugen bis zu 10 Tonnen befahren werden. Für den übrigen Verkehr existiert eine neuere Fachwerkbrücke aus Stahl.

Wir lernten den Eisverkäufer mit dem auffälligen Schnauzbart an der Tourist-Info kennen. Er war mehrere Male in Dresden. Als ich ihm erzählte, dass ich gebürtige Dresdnerin bin, wollte er gleich ein Bild mit uns machen. Er ist begeistert von der Stadt und ihrer Wiederaufbauleistung. Er überreichte uns einen Prospekt, einen Führer der Kunstgalerien zwischen Perth-Andover und Nackawic, den er selbst gestaltet hat. Er kam vor 2 Jahren aus Vancouver nach Woodstock und macht im Winter touristische Werbung für Woodstock. Ein anderer alter Herr, der in Hartland nebenberuflich der „Town Trier“ ist, überreichte uns eine Ansichtskarte der Stadt, auf der er selbst mit seiner „Arbeitsuniform“ abgebildet ist.

Über Florenceville-Bristol, wo die Firma McCain, die Firma mit den Pommes Frites und den Kartoffelchips, einen Sitz hat, erreichten wir Perth-Andover. Die Stadt wirkte etwas ausgestorben. Auf dem Kultur-Trail entlang des St. John River erfährt man etwas über die irischen Siedler, die die Kartoffel nach Amerika brachten, die schottischen Siedler, die aus St. John kamen, die Dampfschiffe dort, die Katastrophen wie 4 große Fluten und den 1970ern und 80ern sowie einen Großbrand 1977. Eis hat in den 1980ern die ehemalige Brücke zerstört, von der noch die Reste von 2 Fundamenten zu sehen sind. Die neue Brücke steht direkt daneben. Das Alles verursachte hohe Millionenschäden.  

Ein paar Kilometer nördlich von Perth-Andover, in Tobique-Narrows, leben die Malisset, Ureinwohner dieser Region, in einem Reservat. Anlässlich des Labor-Day feierten sie ihren Powwow. Sie trafen gerade die Vorbereitungen für das große Fest, bei dem alle Maliseet der Gegend zusammenkommen, trommeln, tanzen und singen. Das ist ein uralter Brauch, den die „Weißen“ lange Zeit aus verschiedenen Gründen verboten hatten. Das Reservat liegt zwischen dem St. John River und dem Tobique-River.

In Grand Falls wollten wir die „Großen Fälle“ des St.John River und des Little River besichtigen, aber leider kamen wir zur falschen Jahreszeit und fanden nur ein Rinnsal vor. Im Frühjahr zur Schneeschmelze stürzen 9/10tel der Wassermassen der Niagara-Fälle über die Felsen nach unten. Das muss ein Getöse sein. Per Zip-Line (an einem Seil) kann man sich über die Schlucht schwingen.

Bay of Fundy; Annapolis Valley – Nova Scotia

Nova Scotia wird von vielen Amish, erkennbar an ihrem Lieblingszeichen, dem Stern am Haus bewohnt. Der Touristenführer spricht zudem von mehreren tausend Akadiern, die Nachkommen der ersten ab 1604 eingetroffenen Siedler aus Frankreich sind. Ursprünglich gehörte das Land jedoch den Mi´kmaq-Indianern. Diese leben heute, wie die Einheimischen überall in Amerika, abseits unserer Welt. Nur ihr Kunsthandwerk wird hier und da für viel Geld verkauft. In Museen kann man sich über sie informieren.

Wir haben bei Aylesford einen schönen Campingplatz  „Klahanie-Kamping“ gefunden. Von hier aus erkundeten wir die Küste. In dem kleinen Hafen von Harbourville soll es gute Hummer geben, aber der Laden war geschlossen. Dafür fanden wir das „Schnitzelhaus“, ein anscheinend von einem Bayern betriebenes kleines Restaurant, rustikal eingerichtet, wie wir durch die Fenster sehen konnten. Dieses kann es sich sogar leisten, von Montag bis Donnerstag geschlossen zu haben. So bekamen wir dort auch nichts. Wer Interesse hat, hat die Möglichkeit, sich direkt dort ein schönes Cottage mieten.
Die Küstenstraße Richtung Westen führte uns durch eine herrliche Landschaft mit atemberaubenden Blicken auf die Bucht, Wälder und Lichtungen.  

Unser nächster Besuch galt dem „Dempsey Corner Orchards Upick & Farm Market“, langer Name. Nach einem Rundgang über die Farm mit Blaubeeren, Himbeeren, Wein und Äpfeln sowie verschiedenen Jungtieren zum Anfassen, aßen wir die köstlichste Bier-Käsesuppe mit hausgemachten, gerösteten Brotkrumen darin, die man bekommen kann. Der Köchin, die eine gebürtige Heidelbergerin ist, wie sie uns mitteilte, aber nur ein paar Worte deutsch spricht, sprachen wir ein großes Kompliment aus. Mit der Suppe kann sie in jedem Kochwettbewerb antreten.
Hier haben wir die erste Katze gesehen, die ihre „Daumen“ noch hat. Das sah schon sehr komisch aus.

Zum Baden laden der Lake George und der Aylesford Lake etwas weiter im Landesinneren ein. Die beiden Seen haben glasklares, wenn auch ziemlich braunes Wasser und überraschten mit einer Wassertemperatur im Juli von 20 °C. Habt ihr schon einmal eine Heuschrecke gesehen, die beim Fliegen „klappert“?

Sehr viele U-Pick-Farmen laden dazu ein, sich selbst seine Früchte zu pflücken. Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, bald werden die Äpfel reif. Dann bezahlt man für die Ernte nur die Hälfte dessen, was sie sonst kosten, man hat den Spaß am Pflücken und man kann sich die schönsten und besten Früchte heraussuchen.
Zum Nachmittags-Kaffee vor unserem „Haus“ hat uns ein niedliches Streifenhörnchen besucht. Klaus hatte schon einmal eines gesehen. Das hatte mit Hühnern zusammen gefrühstückt.

Castellammare

Auf dem Weg zum Parkplatz am Strand, wo wir zwei Nächte lang übernachten wollten, ist es nun passiert: Wir hatten uns festgefahren, nichts ging mehr! An der Straße, die das Navi angegeben hatte, fuhren wir vorbei, so dass wir die Alternativroute über die Via Urano nehmen mussten. Mitten in dieser steil nach unten führenden Straße stoppte uns die Spitzkehre. Mit einem Zug kamen wir nicht herum, also wollte Klaus ein Stück zurück setzen. Nun saß das Wohnmobil hinten auf, erst mit dem Auspuff, dann mit dem Gehäuse des Notstromaggregats, welches größeren Schaden an der ebenfalls aufsitzenden Stoßstange verhinderte. Nach jedem Versuch, rückwärts zu fahren, rutschte der Bus weiter nach vorne, so dass die vordere Stoßstange nun ihrerseits am Bordstein aufsaß. Das Getriebe brachte einfach bei dem Gefälle die Kraft nicht auf, uns da rauszubringen. Die Straße war nun für beide Richtungen blockiert. Den Anhänger mit dem Smart hatten wir vorher schon abgekoppelt und beiseite gestellt.
Von den vielen PKW-Fahrern, die kamen, fragten nur zwei, ob wir per Telefon um Hilfe gerufen haben. Laut einem Telefonat sollten wir warten, man würde einen LKW schicken, der uns frei zieht. Es war gerade wieder Mittagspause und es kam niemand. Nachdem wir eineinhalb Stunden gewartet und die Straße blockiert hatten, versuchten wir selbst einen Abschleppdienst zu finden. Inzwischen hatte Klaus auch schon in der Nachbarschaft gefragt, ob jemand einen LKW oder Traktor besorgen könnte. Überall sah er nur Kopfschütteln.

eine abschüssige Spitzkehre wurde uns zum Verhängnis

Klaus blieb beim Bus und ich fuhr in die Stadt, zu der von Google gezeigten Werkstatt. Die schickte mich um die Ecke zu einer anderen Werkstatt, beide für PKWs. Ich versuchte mit dem Google-Übersetzer dem Werkstattchef zu erklären, welche Art von Hilfe ich brauche. Nach italienischer Art schlossen sich noch drei Leute an und ein Palaver begann, allerdings ohne Ergebnis. Sie hätten keine Möglichkeit, und einen Abschleppwagen, LKW oder Traktor, der uns helfen könnte, gäbe es in Castellammare nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit rang sich dann der Werkstattchef dazu durch, mir einen Mitarbeiter zur Seite zu stellen, um sich unser Problem anzusehen. Mit einem klapprigen, alten, kleinen Geländewagen fuhr ich mit ihm zum Womo, wo Klaus immer noch ergebnislos wartete.
Etwas ratlos sah sich der Mann unsere Situation an, brachte dann sein Stahl-Abschleppseil an der Anhängerkupplung an. Der erste Versuch scheiterte kläglich. In dem Moment kam endlich der erste Klein-LKW an. Selbst auf unsere Bitte auf Hilfe hin, und nachdem er gesehen hatte, dass unser Versuch scheiterte, setzte er zurück, drehte um und war weg. Vielen Dank, sehr freundlich.
So startete der Werkstattmann zum zweiten Versuch in einem anderen Winkel. Mit aller Kraft seines klapprigen Geländewagens und unseres Motors schafften es dann beide endlich, den Bus freizubekommen und zurück zuziehen, damit Klaus den Bus weiter durch die Kurve bringen konnte. Nach dreieinhalb Stunden endlich konnte es weitergehen. Wir drückten dem Mann 20,-€ in die Hand und bedankten uns viele Male.

Nach diesem Erlebnis erinnerten wir uns an verschiedene Vorfälle, die sich auf unserer USA/Kanada-Rundreise zugetragen haben. Mit Sicherheit hätte fast jeder geholfen, auf welche Art auch immer. Da hätte es so etwas nicht gegeben.

Den Rest des Tages ruhten wir uns am Strand aus. Wir hatten keine Lust mehr, irgend etwas zu unternehmen, nicht einmal zum Einkaufen.

Küste westlich vom Strand Castellammares

Castellammare hatten wir uns als Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Segesta ausgesucht. Bekannt ist die Ausgrabungsstätte von Segesta. Viel zu sehen gibt es auf dem riesigen Gelände nicht, nur einen gut erhaltenen dorischen Tempel und ein großes Amphitheater aus dem 3. Jahrhundert v.Chr. Wir wollten uns die Anlage nicht ansehen, denn wir hatten Agrigento gesehen, sondern nur einen Blick riskieren. Am Eingangstor zur Anlage stehen Wegweiser, auf denen die Entfernungen zum Tempel mit 250m und zum Theater mit 1250m angegeben sind. Eine Ecke des Tempels kann man von außen noch sehen, sonst aber nichts. Die Umgebung ist jedoch sehr schön, mit dem umgebenden Bergen. Die Preise sollen sich wie folgt zusammensetzen: 5,-€ Parkplatz, der ca. 1 km entfernt ist, 1,50€ für das Shuttle zur Ausgrabungsstätte, 6,-€ Besuch der Ausgrabungsstätte.

Tempel von Segesta

Auf dem Weg von San Vito Lo Capo nach Castellammare fährt man an einem Bergmassiv vorbei, in dem an mehreren Stellen weiße Marmorsteinbrüche in den blauen Himmel leuchten. Marmor wird im Nordwesten Siziliens im großen Stil abgebaut.

Marmor-Steinbruch

Segesta hat aber noch eine Sehenswürdigkeit zu bieten: das Thermalbad Segestane. Die Luft um das Thermalbad ist leicht vom Schwefelgeruch erfüllt, welcher aus dem Flusstal herauf steigt. Heiße Schwefelquellen speisen das Bad. Um es, mit seinen drei Badebecken, zu nutzen, muss man 9,-€ Eintritt bezahlen, für max. 3 Stunden Aufenthalt. Die obligatorische Mittagspause unterbricht den Betrieb zusätzlich.

Schlucht unterhalb des Thermalbades Segestane

Unterhalb der Therme lädt ein natürliches Badebecken abseits des Flusses zu einem kostenlosen Bad ein. Die Zufahrt ist jedoch nur von der nördlich verlaufenden Straße möglich. Die letzten ca. 100m müssen dann zu Fuß bewerkstelligt werden. Leider lag das Badebecken kurz nach dem Mittag voll im Schatten und der Wind wehte echt kühl um die Ecken. Einige Leute bevölkerten trotzdem den Rand des Pools, dessen Wasser sehr warm und auch schwefelhaltig sein soll. Im Winter sollte man den Pool eher am Vormittag ansteuern, wenn es in der Sonne liegt.

natürlicher Thermalpool

Castellammare selbst ist ein Ferienort, der an einem ca. 2km langen Sandstrand liegt. Hinter der Stadt ragt eine Bergkette auf, die die Sonne im Winter frühzeitig verschwinden lässt.
Das ist nicht die ganze Wahrheit. Der Ursprung von Castellammare liegt im 14. Jahrhundert, als eine Burg zum Schutz des Hafens gebaut wurde, der zu Segesta gehörte. Um das Kastell und die kleine Bucht herum wuchs die Altstadt Castellammares, die durch eine Felsnase vom neueren Ferienort Castellammare getrennt ist. Die Lage und Übersichtlichkeit der kleinen, aber feinen Altstadt macht sie sehr sehenswert, ein richtig kleines Juwel.

das alte Castellammare

Bei einem Fleischer unterwegs fanden wir ein schon vorbereitetes Pansen (Kutteln)-Gericht, dass nur noch erwärmt werden musste. Ich wollte unbedingt auf Sizilien Pansen probieren, nachdem ich schon oft gehört habe, dass das gar nicht so schlecht schmecken soll. Nun ja, ich muss es nicht jeden Tag haben, aber zur Abwechslung auf dem Speiseplan könnte es schon das ein oder andere Mal stehen. Das Rezept habe ich für Euch in unserem Beitrag  „Essen und Trinken auf sizilianisch“ zusammengestellt.

Selinunte

Selinunt ist eine Gründung um das Jahr 650 v.Chr. durch die Griechen. Wie schon Akragas, der antike Vorgänger von Agrigento, wurde auch Selinunte 406 v. Chr. durch die Karthager zerstört. Heute ist das antike Selinunt die größte Ausgrabungsstätte Europas. Das Ausgrabungsgelände befindet sich westlich des heutigen Marinella di Selinunte. Der Besuch des weitläufigen Areals kostet 6,-€ pro Person. Da wir schon so viele griechische Ausgrabungsstätten gesehen haben, ließen wir diesen Besuch aus. Von Marinella aus sieht man auf dem benachbarten Cap die Ruinen des Tempels C. Ansonsten ergibt sich nirgendwo eine Möglichkeit, auch nur einen kleinen Blick auf das Gelände zu werfen.

Reste des Tempels C auf der Akropolis von Selinunt

Die Reiseführer werben mit schönen Sandstränden, welche Marinella di Selinunte haben soll. Der Ort ist recht nett, gepflegt und hell, aber weder Strand noch der kleine Hafen laden zu einem Spaziergang ein. Jetzt im Winter stapelt sich das Seegras am Strand, überall liegt Müll herum und der kleine Kai für die Fischerboote im Hafen hat das Zeitliche gesegnet und ist zur Hälfte im Wasser verschwunden.

Marinella di Selinunte

Im Ortszentrum ist noch zu sehen, dass es einmal einen Bahnhof gab. Überreste der beiden Gleise und Bahnsteige wurden erhalten, sind aber mit der Zeit überwuchert. Das Bahnhofsgebäude und der Wasserkran sind ebenfalls noch da, ansonsten wurde alles mit einem großen Park-/Marktplatz überbaut.

Reste des Bahnhofs

Für eine Nacht stehen wir sehr ruhig auf der Piazzale delle Metobe, kostenlos. Zwischen dem Platz und den angrenzenden Wohnhäusern ragen auch noch ein paar kleine Ruinen aus dem Gestrüpp.

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