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Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Polnische Ostsee”

Malbork (Marienburg)

Marienburg

Die Marienburg in Malbork ist die größte gotische Burganlage und das größte Backsteinbauwerk der Welt. Sie ist einfach nur gewaltig. Sie erhebt sich protzig am Ufer der Nogat, einem Nebenfluss der Weichsel.

Innenhof des Hochschlosses

Der älteste Teil der Burg, das Hochschloss, wurde in den Jahren 1270-1300 erbaut. Nach und nach entstanden das Mittelschloss und das Vorschloss. Die Marienburg wurde früher von einem Wassergraben und der Nogat geschützt wurde. Ein künstlicher See, er existiert heute nicht mehr, sorgte für das nötige Brauchwasser. Ein Brunnen steht im Innenhof des Hochschlosses. Die drei Burgteile sind durch mehrschichtige Torkonstruktionen geschützt. Zugbrücken, Falltore, Flügeltore und Abwehrmöglichkeiten aus Erkern erschwerten es den Angreifern, die Burg zu erobern. Tatsächlich konnte die Marienburg nie eingenommen werden. Zur Burg gehörten früher weitere Gebäude, die inzwischen zerstört sind oder in Ruinen die Zeit überdauert haben. Der Komplex war 1,2km lang, 220m breit und wurde von einer 10km langen Mauer umgeben.

Die Natur übernimmt die Mauern

Im Jahre 1309 verlegte der damalige Großmeister des Deutschen Ordens Siegfried von Feuchtwangen den Ordenssitz von Venedig nach Malbork. Zu dieser Zeit endete die Herrschaft des Ordens und der Tempelritter in Jerusalem. Der Deutsche Orden richtete seine Kreuzzüge nun nach Litauen aus. Über die Jahre wurde die Marienburg in ganz Europa berühmt und um ultimativen Veranstaltungsort. Feste, Gelage und Spiele lockten jede Menge Ritter auf die Burg.
1410 gab es eine große Belagerung durch die Polen und Litauer, die jedoch ergebnislos blieb. 1454 schafften sie es durch kontinuierlichen Druck doch endlich und die Marienburg kam zur polnischen Krone. Die offizielle Übergabe erfolgte im Jahre 1457. 1772 wurde die Burg preußisch und 1945 wieder polnisch.

Marienburg 1945

Im Krieg stark zerstört, begann der langsame und mühevolle Wiederaufbau des Hauptkomplexes der Marienburg, der erst 2016 mit der Rekonstruktion der Schlosskirche seinen Abschluss fand. Wenn man sich das Bild der Zerstörung ansieht und sieht, was sich heute wieder gen Himmel reckt, dann kann man nur den Hut ziehen. Das war eine gewaltige Leistung. Sieht man genau hin, erkennt man an den Mauern, was alt und was neu ist. Im Kirchenschiff ist eine Gegenüberstellung sogar gewollt, um die Rekonstruktions- und Konservierungsleistungen zu verdeutlichen.

Großmeisterkapelle

Mit Hilfe des Audioguides wird man durch die Burg geführt. Das Tempo bestimmt dabei jeder selbst. Der Schwerpunkt liegt aber auf dem Wohnsitz der Ordensbrüder, dem Hochschloss. Nach dem Zwischenmauerweg einmal rundherum, auf dem sich die Kapelle mit den Grabstätten von 12 Großmeistern, der Friedhof und der Rosengarten des Großmeisters befinden, gelangt man in den Innenhof mit dem Brunnen. Im Erdgeschoss des Hochschlosses befanden sich die Wirtschaftsräume, im ersten Geschoss, dem Kreuzgang, die Wohn- und Empfangsräume, und im Obergeschoss die Speicher. Wer möchte kann den Turm gegen einen Zusatzobolus von 8,-Zl besteigen. Zum Abschluss des Rundganges ist noch der „Heizkeller“ zu besichtigen. Die Burg verfügt sogar über einen Toilettenturm.
Winzige Parallelen zum Orient konnten wir in der Marienburg finden, wie z.B. der Brunnen im Rosengarten, die Bodenfliesen in der Kapelle oder der Brunnen an der Wand vor dem Heizkeller.

Riesengrill

Zur Marienburg gehören mehrere Ausstellungen, die jedoch montags und feiertags nicht zugänglich sind. Dafür kostet der Eintritt auch nur 9,-Zl pro Person, inkl. Audioguide, auch in deutsch. Um die zwei Stunden sollte man für den Besuch schon einplanen, um das Ganze auf sich wirken zu lassen. Bitte möglichst die Sommermonate meiden und auch sonst so früh wie möglich da sein. Die Besucherströme reißen dann nicht ab.
Mittelalterlich essen kann man ebenfalls, und das ganz lecker. Gargeräte sind ein kreativer Riesengrill, ein ebenso kreativer Herd und Kessel über offenem Feuer. Das alles, sowie stilgerechte Sitzgelegenheiten, gehören zum Lager „KARCZMA RYSERSKA“, welches zwischen der Nogat und der Burg aufgebaut ist.

ohne Kommentar

Unser Womo steht in Sichtweite der Marienburg direkt am anderen Ufer, auf dem sehr schönen, weitläufigen Campingplatz „Nad Stawern“, mit See. Man kann also zu Fuß die Burg besuchen. Danach bietet sich ein kleiner Bummel durch das angrenzende Zentrum der Stadt Malbork an.

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Polens Dreistadt

Gdynia (Gdingen)

Dar Pomorza

Gdynia ist für seine moderne Architektur bekannt. Uns interessierte in Gdynia der südliche Kai des Stadthafens, in dem die Museumsschiffe liegen, der Großsegler „Dar Pomorza“, ehemaliges Segelschulschiff, und der Zerstörer „Błyskawica“. Bei unserem Besuch lag auch noch das jetzige Segelschulschiff der polnischen Marine „Dar Młodziezy“ am Kai vertäut. Beide Großsegler sind stolze Schiffe, auf denen die Arbeit sicher Spaß macht, obwohl die Tätigkeiten seit dem Mittelalter mit der Größe der Segelschiffe proportional gewachsen sein dürften.

Das Ende der Promenade am Kai entlang, auf der anderen Seite befindet sich das Aquarium, wird von zwei Denkmälern geschmückt. Es ist eine weitläufige und schön gestaltete Anlage, in der man gerne ein Päuschen einlegen kann.

Sopot (Zoppot)

Kurviertel Sopot

Einst ein mondänes Seebad, das Grand Hotel spricht noch aus dieser Zeit, lockt Sopot auch heute noch Menschen aus aller Welt. Das meiste Leben spielt sich jedoch direkt vorm Brückenkopf ab, dort wo das schönste Bauwerksensemble der Stadt steht. Zu beiden Seiten breitete sich einst der Kurpark aus, von dem nur noch wenig übrig ist.
Um die Seebrücke betreten zu dürfen, wird ein Eintrittsgeld von 9,-Zl verlangt. Mit 512 Metern ist die Sopoter Seebrücke die längste Seebrücke aus Holz in Europa. Vom im Meer stehenden Ende blickt man wieder auf das Ensemble am Brückenkopf zurück. Ein Restaurant lädt zur Einkehr ein.
Leider wird die Seebrücke inzwischen von einem Yachthafen verschandelt, der noch nicht da war, als ich als Kind zum ersten Mal Sopot besuchte. Damals kostete der Besuch der Seebrücke auch noch kein Geld.

Krummes Häuschen

Die Fußgängerzone Sopots ist ebenso einen Besuch wert, obwohl auch sie vollkommen überfüllt ist. Man findet dort den ältesten Pub Sopots, übrigens gleich gegenüber vom „Krummen Häuschen“. Seine eigenwillig verformte Architektur lenkt alle Blicke auf sich. Im Café darinnen bestellten wir einen Kaffee, Größe Medium. Bekommen haben wir eine riesen Tasse mit 300ml Kaffee. Auf meine Frage, wie groß denn der große Kaffee wäre, bekam ich zur Antwort: ½ Liter. Für den Medium-Kaffee haben wir wenig mehr als 3,-€ bezahlt.
Wer noch Zeit hat, kann auch gerne durch die kleinen Straßen in der zweiten und dritten Reihe hinter dem Strand spazieren und die schönen, alten Fachwerkhäuser bewundern.

Gdansk (Danzig)

Neptunbrunnen

Danzig besitzt an der Ostsee wohl den ältesten Hafen. Es ist geschichtlich belegt, dass die Stadt schon im Jahre 997 einen Hafen besaß. Seine Blütezeit hatte Danzig jedoch erst im 14. Jahrhundert zur Hansezeit. Ihr Reichtum war legendär, zudem war die fast immer Freie Stadt schon immer multikulti. Zuerst polnisch, wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts preußisch, 1939 deutsch und 1945 wieder polnisch.
Heute strahlt die Altstadt wieder im schönsten Glanz. Die meisten Besucher wählen den Weg durch das Goldene Tor, die Langgasse entlang, an schönen Patrizierhäusern vorbei, zum Langen Markt mit dem berühmten Neptunbrunnen, bis hin zum Grünen Tor.

neue Zugbrücke

Dann kann man entweder weiter geradeaus gehen, über die Mottlau zum Milchkannen-Tor, biegt dann hinter der Neuen Mottlau nach links ab und spaziert am Ufer entlang weiter, um über die nächste Brücke die Speicherinsel zu erreichen. Von dieser Seite hat man einen schönen Blick auf die Häuserfront der Altstadt mit dem ebenfalls berühmten Krantor. An Museen und der neuen Philharmonie entlang erreicht man die neue Zugbrücke, die einen wieder auf die Altstadtseite führt. Achtung: die Brücke ist alle halben Stunden für eine halbe Stunde geöffnet, um den großen Ausflugsschiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Krantor

Am Ufer der Mottlau spaziert man dann am Krantor vorbei zurück. Will man die große Runde nicht machen, kann man auch am Grünen Tor direkt zum Krantor abbiegen. Dann sollte man allerdings durch das Krantor gehen und sich durch die Gasse hinter der Uferfront schlagen.

Häuserzeile mit Beischlägen

Am Archäologischen Museum dreht man nach rechts und kommt dadurch die ul. Mariacka zur Marienkirche. Vor den Häusern befinden sich die sogenannten Beischläge. Das sind kleine Terrassen, zu denen Treppenstufen hinaufführen. Leider ist von diesen Beischlägen nicht viel zu sehen, denn fast überall stehen kleine Verkaufsstände davor. Die Waren sind hier fast alle extrateuer.

Die Marienkirche wird als die größte mittelalterliche Backsteinkirche Europas gehandelt. Gespannt auf ihr Inneres wird man leider sehr enttäuscht. Der Innenraum ist komplett weiß getüncht, vom Boden bis zur Decke. Da hat man es sich sehr einfach gemacht und der Kirche keinen Gefallen getan.

Zeughaus

An der Marienkirche vorbei, die ul. Piwna entlang, stößt man automatisch auf das sehr schmucke Zeughaus. Dreht man nun nach rechts, trifft man bald auf das schöne Gebäude der Markthalle. Leider war diese am Samstag ab 15 Uhr geschlossen. Davor hat sich aber ein kleiner Markt aufgebaut, wo man Obst, Gemüse und Blumen bekommt.

Danzig hat sehr viel mehr zu bieten, aber da sollte man sich doch ein paar Tage mehr Zeit dafür nehmen. Stadtpläne bekommt man in den Touristinfos.

Unser Womo stand auf dem „Camperpark Stogi“ in Stogi, gleich östlich von Danzig. Von dort aus fährt eine Straßenbahn in einer knappen halben Stunde in die Stadt. Tickets bekommt man entweder an der Rezeption des Campingplatzes, oder zur Not auch beim Bahnfahrer. Wenn man ein Tagesticket für 13,-Zl nimmt, kann man problemlos mit allen Bahnen durch die ganze Stadt fahren. Das geht sehr leicht, da an jeder Haltestelle Linienpläne hängen.

Westerplatte

Von Stogi aus erreicht man mit dem Auto in wenigen Minuten die Westerplatte. Sie war ein polnischer Militärposten und der Ausgangspunkt für den 2. Weltkrieg, als Deutschland Polen überfiel. Der erste Schuss kam aus dem deutschen Leuchtturm von Danzig-Neufahrwasser auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt, und zwar am 1. September 1939 um 4.45 Uhr.

Zeitball am Leuchtturm Danzig-Neufahrwasser

Der Leuchtturm von Danzig-Neufahrwasser wurde 1894 gebaut und war der erste Leuchtturm des damaligen Deutschland, der eine eigene elektrische Beleuchtung hatte, inkl. E-Werk. Außerdem ist dieser Leuchtturm einer von weltweit drei Leuchttürmen (die anderen stehen in Greenwich, London und Lyttelton, Neuseeland), die einen Zeitball besitzen. Diese Einrichtung gab den Kapitänen die Möglichkeit, ihre Chronometer auf die genaue Zeit zu stellen. Das Signal für den Fall des Zeitballs kam telegrafisch aus der königlichen Sternwarte Berlin.
Heute ist der Zeitball eine Touristenattraktion. Wir hatten gehört, dass der Zeitball mittags um 12 Uhr fällt. Wir waren um 16 Uhr dort und durften dieses Erlebnis auch genießen, zusammen mit einer bekannten englischen Melodie.
Für 10,-Zl darf man den Leuchtturm erklimmen und einen Rundumblick über die Westerplatte, den Danziger Hafen und die Danziger Bucht genießen.

Also, für uns zählt Danzig zu einer der schönsten Städte der Welt.

Halbinsel Hel

Die Halbinsel Hel ragt ca. 35 km in die Danziger Bucht hinein und ist nur ein schmaler Landstreifen. Auf der südlichen Seite grenzt die Puck-Bucht an die Halbinsel, im Norden die Ostsee mit ihrem Sandstrand, dazwischen befindet sich Wald, der von etlichen Campingplätzen und ein paar Städten unterbrochen wird.

Fischerboot als Kanzel

Fast in der Mitte erhebt sich die Stadt Jastarnia mit ihrem Hafen, einem Leuchtturm und der Fischerkirche. Was von außen nicht zu erahnen ist, ist die reiche spätbarocke Innenausstattung. Die Farben Creme, Blau und Gold sind vorherrschend. Die Kanzel kommt in Form eines Fischerbootes daher. Diese Kirche wird als eine der schönsten Fischerkirchen an der Ostseeküste bezeichnet.

kaschubischer Grabhügel

Der Ort Hel am Ende der Halbinsel ist wieder ganz auf Tourismus ausgerichtet. Kneipen und Geschäfte sorgen für alles, was der Urlauber so braucht. Außerdem kann man am Hafen entlang bummeln, die Seehundstation besuchen, die sich für den Schutz der Tiere einsetzt, oder einmal rund um das Halbinselende laufen. Irgendwann trifft man dann auch auf den Leuchtturm.

Grundmauer für Funkmessortungsgerät „Würzburg-Riese“

Woran man allerdings auf Hel nicht vorbei kommt, sind die unzähligen Relikte aus dem 2. Weltkrieg und danach: Bunker, Beobachtungstürme und Geschützstellungen sind überall im Wald zu finden. Besonders viele Relikte findet man auf dem Inselkopf, wo man auch mehrere Museen zu den einzelnen Anlagen besuchen kann.

Wir sind Mitte Mai unterwegs und es ist relativ ruhig. Die unzähligen Parkplätze, die jetzt zum großen Teil noch kostenfrei sind, deuten auf jede Menge Betrieb in den Sommermonaten hin. Dann kosten sie auch Geld.

Bisher dachten wir immer, dass nur in Deutschland für öffentliche Toiletten Geld verlangt wird, aber so ist es auch in Polen. Überall sonst, zumindest in den Ländern, die wir bisher besucht haben, sind sie kostenlos.

Camping direkt am Meer

Wir stehen auf dem sehr schönen, direkt an der Steilküste gelegenen Campingplatz „Pole Namiotowe Horyzont“ am Ostende von Władisławowo. Der Ort liegt am Beginn der Halbinsel Hel. Im Moment hat der Campingplatz eine Hand voll Gäste und es ist gemütlich. Auf Bildern sieht man jedoch, dass die Campingplätze im Sommer gerammelt voll sind. Da geht wohl ohne Voranmeldung gar nichts. Zum Strand führt ein 5-min-Fußweg hinunter.

Łeba

Stadthafen Leba

Die Straße von Lebork nach Łeba ist an vielen Stellen sehr schlecht, aber es wird daran gearbeitet, dass sich dies in 1-2 Jahren ändert. Łeba ist zu dieser Jahreszeit ein verschlafener Ort, nur in der Fußgängerzone sind nennenswert Menschen unterwegs. In den Sommermonaten ist es mit der Gemütlichkeit dann vorbei. Unmengen von Unterkünften, Restaurants und Freizeitangeboten deuten auf ein hohes Aufkommen an Touristen hin. Im Moment ist vieles noch geschlossen. Die Saison ist hier an der Ostseeküste wohl sehr kurz.
Im Stadthafen liegen wieder Nachbauten von großen Segelschiffen, die zu Ausfahrten auf die Ostsee einladen. Fischer landen auf Kuttern ihre täglichen Fänge an und verkaufen sie auch gleich vor Ort, heute dieser, morgen jener, Fisch ist knapp geworden.

Saugspüler

Vor der Hafeneinfahrt wird die Fahrrinne ausgebaggert. Das Sand-Wasser-Gemisch wird am Strand wieder abgelagert. Es gelangt über eine lange Rohrleitung, die im Moment den breiten Strand verschandelt, an den gewünschten Ort.

Spazieren gehen kann man auf langen Wegen, z.B. durch den an den Strand angrenzenden Wald, am Strand entlang oder zum Sarbsko-See.

Wegweiser im Nationalpark

Die allermeisten Besucher Łebas sind jedoch nur wegen einer Attraktion gekommen – der polnischen Sahara. Vom Zentrum Łebas aus sind es zwei Kilometer bis zum Parkplatz Rąbka vor dem Eingang in den Slowinzischen Nationalpark. Die Slowinzen sind eine Volksgruppe der Kaschuben, einem westslawischen Volk. Das slowinzisch-kaschubische Gebiet erstreckt sich über die mittlere Ostseeküste Polens bis weit in den Süden hinein. Die slowinzische und die kaschubische Schweiz sowie die kaschubische Seenplatte gehören zu diesem Gebiet westlich der Danziger Bucht.

Küstenwald

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 9,-Zl. Bis zur polnischen Sahara, wie die Lonsker Düne (Góra Łącka) genannt wird, sind es dann immer noch 5,5 Kilometer durch einen schönen lichten Küstenwald. Diese Entfernung kann man entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem kostenpflichtigen EcoTaxi zurücklegen.

Baumreste in der Düne

Die Lonsker Düne ist eine Wanderdüne, die irgendwann in der Vergangenheit den Ort Łącka unter sich begraben hat. Daher stammt der Name der Düne, die jedes Jahr 10 Meter nach Osten wandert. Der höchste Punkt der Düne misst 42m. Die Düne will allerdings erst einmal erklommen werden. Der Hang ist sehr steil und hoch. Jeden Schritt muss man dreimal machen, da der feine Sand immer wieder unter den Füßen nachgibt. Wenn man es dann aber irgendwann geschafft hat, wird man mit einem Bild belohnt, welches in Europa einzigartig ist. Nichts als heller feiner Sand. Dort, wo die Düne den Waldrand bedeckt hat, schauen noch kahle Reste der Baumstämme, verzweifelt nach Luft ringend, aus dem Sand. Für die meisten Bäume ist es jedoch schon zu spät. Flechten besiedeln das tote Holz.

Noch eine letzte Anstrengung und man steht auf der mit 42m höchsten Düne. Dort geht es nicht mehr weiter, denn der Rest der Düne und des Nationalparks ist geschützt. Von dort oben hat man einen Rundumblick vom Feinsten. Der Blick schweift über die Ostsee, ans andere Ende der Lonsker Düne, weiter über den Leba-See und über den Wald, durch den wir gekommen sind. Über allem strahlt ein blauer Himmel, der einfach nur Freude macht. Man fühlt sich der Welt ein Stück weit entrückt, wenn…, ja wenn da nicht so viele Menschen wären. Dabei haben wir jetzt noch nicht einmal Saison.
Einen Zugang zum Strand gibt es von der Düne aus auch. Vom Strand aus ist jedoch nichts von dem Wunder der Natur zu sehen. Wer davon nichts weiß, läuft einfach vorbei.

Lonsker Düne

Fundament für Radioantenne

Auf dem Weg vom Parkplatz Rąbka zur Wanderdüne befindet sich auf der rechten Seite ein kleines Museum. Hier stand im 2. Weltkrieg eine große Radioantenne mit 7,5 Metern Durchmesser. Sie gehörte zu einer ganzen Kette von Radarstationen, die die Küste überwachten. Unweit befand sich ein Versuchsgelände für verschiedene Raketen. Das Fundament für die Antenne steht noch. Das Museum berichtet über die Tätigkeiten auf diesem Gelände während des Krieges und zeigt verschiedenes Gerät. Einige Tafeln besitzen Rückseiten, auf denen der polnische Text ins Deutsche übersetzt ist. Ein Aussichtsturm steht ebenfalls auf dem Gelände.

am Leba-See

Gegenüber hat man die Möglichkeit, einen Blick über den Leba-See zu werfen. Ein breiter Schilfgürtel schützt den See. Wer Interesse am Leben der Slowinzen hat, kann das Freilichtmuseum in Kluki am anderen Ende des Sees besuchen. Wir haben über das Fernsehen von dem Museum erfahren. Leider liegt es sehr weit ab vom Schuss.

Unser Wohnmobil steht auf dem schönen und ruhigen Camping Nr. 51 „Leśny“ am Ostrand von Łeba, 350m vom Strand entfernt.

Kołobrzeg (Kolberg)

Strand Kolberg

Zweieinhalb Wochen schönes Wetter, ohne Regen, das ist kaum zu glauben aber toll. Drei Tage besuchten wir Kolberg (deutsch). Die Stadt ist eine reine Kurstadt und das schon seit 200 Jahren. Es gibt keine Industrie, die für eine Luftverschmutzung verantwortlich gemacht werden könnte. Im Gegenteil: die Meeresluft ist sehr mineralhaltig, weshalb hier Kuren in vielen verschiedenen Richtungen angeboten werden. Zu der sehr gesunden Meeresluft gesellt sich die Tatsache, dass es im Stadtgebiet mehrere Mineral- und Solequellen gibt. Der 11 Kilometer lange Sandstrand, dies ist die West-Ost-Ausdehnung von Kolberg, sorgt für weitere entspannende Stunden.
Die Geschichte Kolbergs beginnt jedoch schon im 9. Jahrhundert, was sie zu einer der ältesten Städte Polens macht. Handel und Fischerei sowie Salzgewinnung ließen die Stadt aufblühen. Heute ist sie eine lebenswerte Stadt mit sehr viel Grün und zahlreichen Parks.

Leuchtturm Kolberg

Am besten lernt man Kolberg zuerst im Rahmen einer Stadtrundfahrt kennen. Die Wege sind weit und kaum zu erlaufen. Angeboten werden zumeist Fahrten in kleinen Elektrobussen für bis zu 9 Fahrgästen.
Unsere Fahrt begann am Campingplatz „Baltic“, wo wir das Wohnmobil stehen haben. Die erste Station war dann der Leuchtturm an der Hafeneinfahrt. Mit 26 Metern Höhe ist er nicht eben ein Riese, und er kann bestiegen werden.

Nachbau der Santa Maria

Am Kai liegen verschiedene Ausflugsschiffe, wie ein Wikingerschiff, ein Nachbau der Karavelle Santa Maria, ein Piratenschiff und ein ausgemustertes Torpedoboot. Von hier starten auch ganz früh morgens die Fähren zur Insel Bornholm.
Nach 10 Minuten Pause geht die Rundfahrt weiter zur Marina, wo 5-10 Minuten Zeit ist, sich umzusehen, bevor es zum Fischereihafen geht, wo ein weiterer kurzer Aufenthalt geplant ist. Direkt neben dem Fischereihafen befindet sich das Freilichtmuseum „Skansen Morski“. Dort können Schiffe verschiedenster Art besichtigt werden.

Domek Kata

Dann fährt der Elektrobus ins Stadtzentrum. Bei unserer Tour war ein Freigetränk im Restaurantcafé „Domek Kata“ in der Ul. Ratuszowa inkludiert. Während das Gebäude schon seit dem Mittelalter existiert, ist das Restaurant erst seit dem Jahr 2000 oder etwas später in Betrieb, aber es sieht innen aus, als wäre es schon 200 Jahre alt. Ein unglaubliches Ambiente, da schmeckt der Kaffee, oder was man sonst zu sich nimmt, noch einmal so gut.

Mariendom

Da der Aufenthalt im Zentrum Kolbergs nur auf 40 Minuten begrenzt ist, bleibt dann kaum noch Zeit, sich den Mariendom anzusehen. Der Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert ist im Stil der Pommern-Gotik erbaut und als 5-schiffiges Gebäude eine Besonderheit. Noch eine Besonderheit wartet im Inneren des Doms. Die rechte Säulenreihe steht ziemlich stark geneigt, auch eine Säule der linken Reihe. Da keine Bauschäden auszumachen sind, gehe ich mal davon aus, dass dies eine andere Ursache hat.

Rathaus Kolberg

Nicht zu übersehen ist das Rathaus gleich nebenan. Der Baumeister Karl Friedrich Schinkel, der gleiche, der die Dresdner Semperoper entwarf, erstellte auch die Pläne für das Kolberger Rathaus.

Rundfahrtbus

Die letzte Etappe der Stadtrundfahrt führte ins neue Kurviertel im Osten der Stadt. Wie gesagt, die Stadtrundfahrt dient nur zur Orientierung. Ein informativer Stadtplan gehört zum Programm, so dass man auch auf eigene Faust die Kolberger Sehenswürdigkeiten noch einmal ganz in Ruhe besuchen kann. Am besten ist dies aber mit einem Fahrrad zu bewerkstelligen, denn die Entfernungen sind nicht zu unterschätzen. Die Rundfahrt kostete 10,-€ pro Person und dauerte ca. 2,5 Stunden.

Kolberg von oben

Eine schöne Aussicht über die Stadt und die Küste hat man von der Dachterrasse des Hotels „Perła Bałtyku“ in Strandnähe. Ein sehr schönes, modernes Café sorgt für das leibliche Wohl.

Kurz vor der Mole ragt eine neue Seebrücke ins Wasser, die ebenfalls mit einem Restaurant lockt. Auf der Promenade reihen sich weitere Restaurants, viele auch mit Dachterrassen.

Bei einem Spaziergang die Mole entlang bekommt man einen besseren Blick auf die Hafengegend Kolbergs mit dem Leuchtturm.

altes Wohnhaus

Die Altstadt an sich ist nicht groß. Den Dom und das Rathaus habe ich schon erwähnt. Ein alter Backsteinbau am unteren Ende der Ul. Emilia Gierczak, fast am Ufer des Flusses Parzeta, steht ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert. Der alte Backsteinbau gehört heute dem „Museum der polnischen Armee“, welches gleich nebenan mit Ausstellungsräumen und einem Außengelände zu einem Besuch einlädt.
Zwei große Backstein-Türme wie der Luntenturm gehören ebenfalls zum Stadtbild.

Leuchtturm Gaski

Empfehlenswert ist auch ein Ausflug nach Osten an der Küste entlang. Dort, gut 20 km entfernt, steht der zweithöchste Leuchtturm der Küste nach Swinemünde. Der Leuchtturm von Gaski ist 51,2 Meter hoch. Mit Hilfe von 217 Stufen gelangt man auf die Aussichtsplattform.

am Jamno-See

Wer Ruhe im Urlaub liebt, der ist eher in dieser Gegend gut aufgehoben. Von hier aus bis nach Mielno am Jamno-See läuft die Zeit langsamer. Ein sehr schöner Ort ist auch Sarbinowo. Allerdings sollte man sich beeilen, will man noch die Ruhe genießen, denn es wird gebaut wie bei Weltmeisters. Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben. Hunderte neue Bungalows entstehen gerade.
Sandstrände laden überall ein. Sie reichen soweit das Auge sehen kann.

Wolin (Wollin)

Endlich auf Tour. Erste Station: Wolin (deutsch: Wollin). Die Anfänge der slawischen Stadt liegen im 8. Jahrhundert. Nur zwei Jahrhunderte später war Wollin schon die größte und bedeutendste Handelsstadt Nordeuropas. Der Hafen war der größte, den je jemand gesehen hatte, 300m lang. Viele Stämme, bis hin zu den Griechen, hatten Wohnrecht erhalten. Bis ins 11. Jahrhundert hinein behielt Wollin seine Bedeutung. Erst mit der Ankunft der Wikinger, ihren Überfällen und Plünderungen, begann der Untergang der Stadt.

Haithabu Wolin

Im 2. Weltkrieg wurde Wollin zum großen Teil zerstört, so dass es kaum mehr Zeichen aus früheren Zeiten gibt. Die Kirche, einige Wohngebäude und der Getreidespeicher am Fluss überlebten die Kriege. Die Stadt erinnerte sich jedoch an ihre lange Geschichte und legte nach dem Krieg ihren Schwerpunkt auf die Archäologie. Überall in Wollin wurde gegraben und Relikte aus der Slawen- und Wikingerzeit freigelegt. Die bedeutendste Grabung erfolgte auf der Insel vor der heutigen Stadt Wollin, im Fluss Dziwna. Dort befand sich eine Slawensiedlung, die von den Wikingern später übernommen wurde. Das Haithabu Wollin ist heute ein lebendiges Freilandmuseum. Freizeit-Slawen leben in dieser Siedlung wie die frühen Bewohner und stellen Produkte für das tägliche Leben her, die sie auch verkaufen. Ähnliche Anlagen findet man im gesamten südlichen Ostseeraum. Wir besichtigten bisher eine in Südschweden und das „Ukranenland“ in Torgelow.

Rathaus von Wolin

Am Marktplatz Wolins glänzt das Rathaus aus roten Backsteinen und eine schöne Promenade am Flussufer lädt zum Entspannen ein. Dort ist auch eine Drehbrücke zu finden, die zwei- bis dreimal pro Tag für die Freizeitboote geöffnet wird.
Neben dem Rathaus steht das Heimatmuseum, in dem die reiche Geschichte der Stadt erzählt wird. Überall in der Stadt stehen Informationstafeln zu den einzelnen Stationen, die man im Stadtgebiet entdecken kann.

Grabhügelanlage

Am südlichen Ende der Stadt, leider ist eine Beschilderung praktisch nicht vorhanden, so dass ich ziemlich gesucht habe, erheben sich ein paar Hügel. Sie sind mit Wald bewachsen. Auf dem ersten Hügel, von der Stadt aus, erhebt sich das Denkmal mit einem dreiköpfigen Gott. Auf einem der Hügel dahinter stand früher der Galgen. Auf der Rückseite des Galgenhügels fand man ein Areal mit 93 Grabhügeln aus dem 9.-11. Jahrhundert. Es ist somit die älteste Nekropole in Pommern. 34 Gräber mit reichen Grabbeigaben haben die Zeiten und Plünderungen überlebt.

Strand des Stellplatzes

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, dem sei der Stellplatz der Familie Lafrentz kurz vor Gogolice empfohlen. Der Platz liegt direkt am Wasser, nur ein paar hundert Meter vom Haithabu Wollin und gut einen Kilometer von der Stadt Wolin entfernt. Hier kann man die Abende genießen, Sonnenuntergänge beobachten und den Lauten der Natur lauschen. Der nette Gastgeber gibt gerne Tipps für Ausflüge.

Pommenrscher Jakobsweg

Der Weg von Gogolice zum Zentrum Wolins gehört zum pommerschen Stück des Jakobsweges nach Santiago de Campostella. 3550 Kilometer hat der Pilger dann noch vor sich. Für uns war es schon das zweite Stück, das wir gelaufen sind. Die erste Bekanntschaft mit dem Jakobsweg machten wir in Nordspanien, in Ponferrada.

Ein Tipp zum Essen gehen in Wollin: das KA la FIOR ist da die erste Adresse, günstige und sehr gute Gerichte. In den Pizzerien kann man zwar billig essen, aber die haben eher Kneipencharakter.

Aussichtspunkt Lubin

Eine schöne Rundfahrt kann man über die Insel Wollin unternehmen. Wir begannen unsere Tour in Lubin. Von dem dortigen Aussichtspunkt Grodzisko w Lubinie, Eintritt 4.-Zl, hat man einen schönen Blick über das Swinedelta. Wer sich Zeit nimmt, holt sich am Kiosk etwas und genießt den Ausblick aus einem der bereitstehenden Liegestühle, oder von der schönen Terrasse des Kiosks aus.
Das großzügige Gelände ist der Entstehungsort Lubins (Lebbin). Anfang des 12. Jahrhunderts erwähnte man den Ort als eine Burg. Ein Missionar baute zu dieser Zeit die St.-Nikolaus-Kirche. Sie ist die älteste Kirche Pommerns. Erst 2008 begann man mit den Ausgrabungen und entdeckte dabei einen Wohnturm und Reste des Burgwalls, 2009 die Kirche und 2011 einen Friedhof.

Abschussrampe der V3

Von Lubin aus nur wenige Kilometer Richtung Norden, trifft man auf das Bunker-Minimuseum, das einzige V3-Museum auf polnischem Boden. 1943 wurde das Testgelände für die Geheimwaffe V3 fertiggestellt. Im selben Jahr fand der erste Test der „Superkanone“ statt. Sie erlangt jedoch kaum eine Bedeutung im 2. Weltkrieg, anders als die Vergeltungswaffen V1 und V2, die in Peenemünde auf Usedom getestet wurden. Um die V3 abzuschießen, war eine lange Rampe notwendig. Die Betonsockel für das Druckrohr sind heute noch im Wald in Museumsnähe zu besichtigen. Das Besondere an der Konstruktion war, dass die Rakete mehrere Schübe bekam, um eine Reichweite von 160km zu erreichen. Eintritt ins Minimuseum: 5,-Zl, die Ruinen oben im Wald sind gratis zu besichtigen.

Wisent

Von Miedzyzdroje (Misdroy) aus ist der Weg zum Wisent-Gehege ausgeschildert. Wer Interesse hat, findet in der Stadt auch das Museum zum Wolin-Nationalpark, ein Naturkundemuseum. Der Eintritt ins Wisent-Gehege kostet 7,-Zl, allerdings ist der Park mehr etwas für Kinder. Die Anzahl der Tiere lässt eher zu wünschen übrig. Neben den Wisenten gibt es ein Wildschwein-Gehege, gerade einmal mit zwei Tieren, eine Voliere mit einem einsamen Seeadler, und im Reh-Gehege konnten wir nur ein Tier entdecken. Vielleicht sind es Tiere, die Hilfe brauchen.
Schwerpunkt des Parks sind natürlich die Wisente, um deren Zucht und Erhalt man sich kümmert. Der ganze Park soll 28 Hektar groß sein, wovon die Wisente allein 20 Hektar beanspruchen können. Sie leben weitestgehend ungestört. Um die Tiere zu den Beobachtungsstellen zu bekommen, hat man dort die Tränke angelegt. Es leben ständig 5-12 Wisente im Park. Die Tiere sind einiges kleiner als ihre amerikanischen Verwandten, die Bisons. Ehrlich gesagt, war es meine erste Begegnung mit Wisenten. Die gewaltigen Bisons habe ich dagegen schon einige Male sehen dürfen.
Weltweit existieren heute um die 5000 Wisente, die alle von den letzten 12 Tieren abstammen, die man nach dem Krieg von Privatleuten übernahm. 5000 hört sich viel an, aber die Wisente sind immer noch in ihrer Art bedroht, denn sie fallen immer wieder verschiedenen Krankheiten, wie Maul- und Klauenseuche oder Tuberkulose, zum Opfer.

Fischerboote in Misdroy

Das Seebad Miedzyzdroje (Misdroy) ist ein Touristenmagnet. Einige Villen, deren Stil leicht an die deutsche Bäderarchitektur erinnert, zeugen von einer glanzvollen Geschichte. Ein langer Sandstrand trennt die Stadt von der Ostsee, in die die Seebrücke hineinragt. Die Promenade vor und die Seebrücke an sich sind sehr kommerziell ausgerichtet. Die Fußgängerzone in der Stadt ist dagegen eher ruhig.
Vom Ende der Seebrücke aus fahren Schiffe zu mehreren Usedomer Häfen.
Sehr leckeren Räucherfisch, frisch aus dem Ofen und in reicher Auswahl, bekommt man am Strandabschnitt F am westlichen Ende von Miedzyzdroje. Möchte man Fisch essen, gebraten oder geräuchert, dann laden unzählige kleine Kneipen direkt am Strandabschnitt A am östlichen Ende der Stadt dazu ein. Auf Empfehlung unseres Gastgebers kehrten wir im Strzecha ein. Das Essen dort ist zwar einfach, aber sehr lecker und vielfältig.
Nach dem Essen kann man sich die Füße am Strand entlang unterhalb der Steilküste vertreten.

Die Rundfahrt über die Insel Wolin, zurück nach Wolin, nahmen wir weiter auf der Küstenstraße 102, die immer nur durch den jetzt gerade frisch-grünen Buchenwald führt. Irgendwo biegt ein Waldweg zur Steilküste ab, wo zu Fuß ein weiterer Aussichtspunkt zu finden ist. Kurz vor Miedzywodzie bogen wir nach Süden ab. Durch eine schöne Landschaft und kleine Orte, immer an der Dziwna entlang, erreichten wir Wolin.

Pfarrbezirk Kamien Pomorskis

Ein anderes Ausflugsziel ist Kamien Pomorski, nordöstlich von Wolin. Nachdem, was wir über die Stadt gelesen haben und nach der Größe der Stadt auf der Karte zu urteilen, hatten wir uns ein Bild zurechtgelegt. Ganz das Gegenteil erwartete uns. Das Zentrum ist sehr klein und es gibt nicht viel Sehenswertes. Neben dem sehr hübsch anzusehenden Rathaus ist die Hauptsehenswürdigkeit der gotische Dom des heiligen Johannes. Zum Pfarrbezirk, Kamien Pomorski wurde im 12. Jahrhundert Bischofssitz, gehören weitere Bauten rund um den Dom. wie der Bischofspalast. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten.
Schön ist es auch an der Marina, an die ein kleiner Park anschließt.

Teichfrosch

Was hat die Natur um Wolin zu bieten? Neben den üblichen Tieren und Vögeln wie Kormoranen, Krähen, Spatzen usw. erfreute uns die Natur mit Kuckucken, Rehen, einem Eichelhäher, einer Handvoll Pirole, die uns morgens weckten, und einer Ringelnatter, die in Strandnähe im Wasser schwamm. Am meisten freute uns das Weißschwanz-Seeadler-Pärchen. Sie nisten wohl im an den Stellplatz grenzenden Wald und fliegen mehrmals am Tag über unsere Köpfe hinweg, um im Woliner Haff auf Beutezug zu gehen. Was uns allerdings zu denken gibt, sind die riesigen Mückenschwärme, wie wir bisher noch keine gesehen haben, und die summen, als säße man im Bienenstock. Bis jetzt sind nur die unbedenklichen Männchen unterwegs. Wenn jedoch im Mai/Juni die Weibchen schlüpfen, dann wird das wohl nicht wirklich lustig werden.

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