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Kap Kolka

Kreuzsee am Kap Kolka

Im äußersten Norden des Bezirkes Kurland befindet sich der Slitere Nationalpark, der das Kap Kolka einschließt. Es ist eine kleine Landzunge, die wie das Kap Skagen (Dänemark) in zwei Meere hineinragt und seine Form ständig ändert. Kap Kolka ist zwar nicht so spektakulär, aber auch beeindruckend. Auf der linken Seite branden die Ostseewellen ans Ufer, an der rechte Seite grenzt die Rigaer Bucht an das Kap. Beide Meere treffen sich an dieser Stelle und bilden auch hier eine kleine Kreuzsee. Am Ufer liegen die letzten Reste eines alten Leuchtturms, dessen Geschichte 500 Jahre zurückreicht. Der neue Leuchtturm steht weit draußen vor der Küste, am Ende einer Sandbank, die immer wieder Seefahrern zum Verhängnis wurde.

Entzündung des Sonnenwendfeuers

Genau hier wollten wir das Sommer-Sonnenwendfest mit den Einheimischen feiern. Schon zwei Tage vorher traf man Vorbereitungen für ein großes Feuer am Kap und Musik. Seit zwei Monaten begleitete uns schönstes Wetter. Ausgerechnet an diesem Tag, regnete es immer wieder. Genau eine Stunde, bevor das Fest um 21 Uhr losgehen sollte, setzte ein furchtbarer Dauerregen ein, gekoppelt mit einem steifen Wind. Die Leute kamen trotzdem, in Regencapes gehüllt und mit Blumen- oder Blätterkränzen auf dem Kopf. Der Organisator, mit einem dicken Eichenlaubkranz auf dem Kopf, verteilte Texte, damit die Leute zusammen singen konnten. Trotz strömenden Regens, begrüßte man den Sommer und begann zu singen. Nach einer Weile entzündete man das große Feuer. Da die Musik bei dem Regen nicht einsetzbar war, sangen die Leute eben selbst. Das Fest dauerte bis nach Mitternacht, aber wir waren mit unseren Schirmen so durchgeweicht, das wir uns bald verabschieden mussten.

Camping bei livischer Familie

Eine Nacht standen wir auf dem kostenlosen Parkplatz auf der linken Kapseite, von wo aus wir das ganze Kap Kolka erkunden konnten. Ein Aussichtsturm und ein Kiefern-Pfad sorgen für mehr Übersicht und Aufklärung. Am nächsten Morgen zogen wir zum Ferienhaus und Campingplatz „Ūši“ in Kolka um. Die Anlage wird von einer livischen Familie betrieben. Der Volksstamm der Liven lebt schon ewig hier, zählt jedoch mit nur noch ca. 230 Mitgliedern zu den aussterbenden Völkern. Die Familie begrüßt auch Reisebusreisende, um sie mit ihren livischen Spezialitäten zu bewirten. Das sind zum einen Sklandrausis (Karottenkuchen), wirklich sehr lecker, und Graupengrütze, die über offenem Feuer vom Opa gekocht wird.

„nasser Strand“

Im Norden Kurlands ist einiges zu sehen und zu erleben. Leider ist nur die Küstenstraße asphaltiert. Deshalb wandten wir uns zuerst der Küste an der Rigaer Bucht zu. Bei Evazi führt ein kurzer Weg (300m) durch den Wald zum einzigen „nassen Strand“ in Lettland. Klingt komisch, aber es ist eigentlich das Riff gemeint, welches vor der Küste liegt. An der Wasserlinie selbst wachsen einige kleine Pflanzen, die sicher ein Hinweis auf die Vielfalt im Wasser sind.

„weiße Düne“ von Pūrciems

Ein paar Kilometer weiter gibt es einen anderen Pfad. Der führt zur „Weißen Düne“ von Pūrciems. Der Bretterweg führt zuerst nach unten und überquert das Flüsschen Pilsupe, dann steigt man wieder ein paar Stufen nach oben auf die Düne und läuft ein wenig durch den Wald. Das Flüsschen wird noch einmal überquert, danach steigt man noch einmal ein paar Stufen nach oben, bevor man an der „Weißen Düne“ steht. Im Laufe vieler tausend Jahre grub sich das Flüsschen in die Düne. Die Düne ist so hoch und deren Hang so steil, dass dieser nie wieder Pflanzen einen Halt gab. Der Sand liegt in Form eines Amphitheaters offen, direkt an einer Kehre der Pilsupe.

Bootsfriedhof im Wald

Dann wollten wir von Gipka aus durch das Tal des Flüsschens Pilsupe nach Westen fahren, um nach Slitere zu gelangen. Leider sind wohl alle Straßen im Norden Kurlands unbefestigt, jedenfalls alle, die wir zu sehen bekamen, außer wie gesagt der Küstenstraße. So fuhren wir nach Kap Kolka zurück und fuhren nun die Ostseeküstenstraße nach Süden. In Mazirbe ist der „Bootsfriedhof im Wald“ zu finden. 1976 nahmen die Russen den einheimischen Fischern ihre Boote weg, um deren Fischerei einzudämmen. Die Fischerboote landeten im Wald hinter der Stranddüne, wo sie seitdem verrotten. Heute sind nur noch zwei Boote zu erkennen, wenige Reste zweier weiterer Boote sind kaum noch auszumachen.

am Leuchtturm gefunden

Der Leuchtturm von Slitere steht weit im Landesinneren, obwohl er erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Heute dient er als Aussichtsturm, aus dessen vielen Fenstern im obersten Geschoss nach allen Seiten sehen kann. Blickt man über die Meerenge zwischen Ostsee und Rigaer Bucht entdeckt man bei schönem Wetter die estnische Insel Saaremaa.
Den Weg nach oben verkürzt eine Ausstellung zum Nationalpark, Leuchttürmen und die Kultur in diesem Landstrich. In dem Gebäude neben dem Leuchtturm zeigt eine Ausstellung, welche Pflanzen und Tiere im Slitere Nationalpark zu finden sind.

am See Pēterezers

Ein sehr schöner Wanderweg, der 3,4km lange Naturpfad des Sees Pēterezers, gelegen zwischen Slitere und Mazirbe, zeigt die unterschiedliche Natur des Nationalparks. Der Pfad führt über viele Dünen durch einen Kiefernwald, an mehreren Sumpf- und Wasserlöchern vorbei, durch einen Wald von Schachtelhalmen weiter zum Pēterezers, in einer großen Lichtung gelegen. Dessen Wasser ist durch den Moorboden, in dem er liegt, schwarz. In diesem Moorland fühlen sich Orchideen und Sonnentau wohl. Es ist der abwechslungsreichste Weg, den wir in den Baltischen Staaten gegangen sind.

Bärlauchsuppe

Versüßt hat uns diesen Ausflug ein Wildkirschbaum am Leuchtturm Slitere, wo wir uns den Bauch vollschlugen. Hmm, waren die lecker. Bei einem Spaziergang durch den feuchten Wald fanden wir eine Stelle mit ganz viel Bärlauch. Davon nahmen wir uns zwei Hände voll mit, um eine schöne Bärlauchsuppe daraus zu machen. Das Rezept:
2 Hände voll Bärlauch, 3 große Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1/2l Gemüsebrühe, Sahne oder Creme fraiche nach Belieben, Salz, Pfeffer, Muskat. Die Zwiebel in Butter anbraten, geschnittenen Bärlauch (ein paar Blätter für Deko aufheben) und gewürfelte Kartoffeln dazugeben und mit der Brühe ablöschen. Kochen, bis die Kartoffeln weich sind, dann pürieren. Mit Sahne und den Gewürzen verfeinern. Die Suppe in einen Teller füllen und mit den beiseite gelegten Bärlauchblättern garnieren. Wir gaben noch einige Garnelenschwänze obendrauf. Superlecker.

Ventspils (Windau)

Sonnenuntergang in Ventspils

Bevor wir nach Ventspils weiter fuhren, legten wir einen Ruhetag in Pavilosta ein. Ende des 19. Jahrhunderts gründete ein deutscher Baron den kleinen Fischerort. Ein Jahr später errichtete er das erste feste Gebäude mit Ziegeln und Feldsteinen, welches heute noch besteht. In ihm ist das Museum der Stadtgeschichte untergebracht. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt die Marina von Pavilosta, auf deren Gelände ein Stellplatz zur Verfügung steht. Er ist sehr geeignet, um einfach mal zu chillen und nichts zu tun. Der kleine Ort ist schnell erkundet und sonst gibt es kaum etwas Interessantes in der Umgebung. So hat man Zeit zum Planen, Lesen oder für Strandspaziergänge. Bei schönem Wetter sind auch die Sonnenuntergänge sehr beliebt.

Kuhparade

Der Hafen von Ventspils ist ein Hauptumschlagplatz vor allem für Öl und Kohle. Es gibt jedoch keine Schornsteine, die schwarzen Rauch in den Himmel pusten, oder etwas in der Art. Außer dem unschönen Anblick ist der Hafen kaum zu bemerken. Die Altstadt, die sich auf der anderen Seite des Flusses Venta ausbreitet, ist ganz hübsch. Vor allem fallen die vielen Kühe (Kunstobjekte) auf. Auf Nachfragen in der Touristinfo sagte man uns, dass sei nur eine Promotionaktion. Es gibt in dieser Gegend nichts, was mit Kühen zu tun hat. Uns kommt es so vor, als hätte es einmal eine Ausschreibung an Künstler gegeben, eine Kuh, welcher Art auch immer, zu gestalten. Diese stellte man dann, in Ventspils verteilt, an öffentlichen Plätzen auf.
Eine Riesenkuh, etwa vier Meter hoch, die an der Promenade steht, ist aber etwas Besonderes. Sie ist nicht bunt, aber auf ihr kleben jede Menge Sticker aus aller Welt. Diese Riesenkuh besucht im Rahmen eines Kunstprojektes immer andere Städte in der Welt und bekommt dort jedes Mal einen neuen Sticker.

Brunnen „Walfisch“

Blumenobjekte verschiedener Art, Parks, der Brunnen „Walfisch“, der gleichnamigen Dreimast-Fregatte aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden und international ausgezeichnet, die Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert, und der Marktplatz sorgen außerdem für Abwechslung im Stadtbild.

Ankerpfad

Wir stehen auf dem Seaside-Camping. Zwischen diesem und dem Strand befindet sich ein weiterer Park. In dem fährt eine Schmalspurbahn, mittwochs bis sonntags zweimal, auf einer 2,6km langen Strecke. Außerdem ist im Park der „Ankerpfad“ angelegt. Anker verschiedener Bauart und Größe werden an den Wegen gezeigt. Es ist die größte Ankersammlung der Baltischen Staaten und eine der größten der Welt. Der größte Anker, den wir gefunden haben, wiegt 11 Tonnen und ist sicher knapp dreieinhalb Meter hoch.

Noch eine Anmerkung: etwas weiter östlich liegt die Stadt Kuldiga, ebenfalls an der Venta. Dort findet man die mit 269m breiteste Stromschnelle Europas. Da die Straßen in Lettland zumeist ziemlich schlecht sind, haben wir die 50km Umweg dorthin nicht in Kauf genommen, obwohl uns die Bilder dazu schon neugierig gemacht haben.

Ventspils Radioteleskop

Gut 30km nördlich von Ventspils, bei Irbene, steht ein vollständig drehbares Radioteleskop (Parabolantenne) mit 32m Durchmesser. Es ist das größte seiner Art in Nordeuropa und das achtgrößte der Welt. Nach Voranmeldung, drei Tage vor dem geplanten Besuch, ist eine Besichtigung der Anlage möglich. Einen Blick auf das Radioteleskop kann man trotzdem werfen, wenn man der Straße am Besucherzentrum vorbei weiter folgt.
Eines der größten Radioteleskope der Welt ist mit 100m Durchmesser die Anlage in Effelsberg (Deutschland), die wir auch schon besuchten. Das Radioteleskop Ventspils steht auf dem Gelände eines ehemaligen russischen Militärgeländes. Überall sind noch Reste der alten Anlagen im Wald zu finden. Überhaupt waren weite Teile der Küste der Baltischen Staaten russisches Sperrgebiet, wie auch die Marina von Pavilosta.

Polens Dreistadt

Gdynia (Gdingen)

Dar Pomorza

Gdynia ist für seine moderne Architektur bekannt. Uns interessierte in Gdynia der südliche Kai des Stadthafens, in dem die Museumsschiffe liegen, der Großsegler „Dar Pomorza“, ehemaliges Segelschulschiff, und der Zerstörer „Błyskawica“. Bei unserem Besuch lag auch noch das jetzige Segelschulschiff der polnischen Marine „Dar Młodziezy“ am Kai vertäut. Beide Großsegler sind stolze Schiffe, auf denen die Arbeit sicher Spaß macht, obwohl die Tätigkeiten seit dem Mittelalter mit der Größe der Segelschiffe proportional gewachsen sein dürften.

Das Ende der Promenade am Kai entlang, auf der anderen Seite befindet sich das Aquarium, wird von zwei Denkmälern geschmückt. Es ist eine weitläufige und schön gestaltete Anlage, in der man gerne ein Päuschen einlegen kann.

Sopot (Zoppot)

Kurviertel Sopot

Einst ein mondänes Seebad, das Grand Hotel spricht noch aus dieser Zeit, lockt Sopot auch heute noch Menschen aus aller Welt. Das meiste Leben spielt sich jedoch direkt vorm Brückenkopf ab, dort wo das schönste Bauwerksensemble der Stadt steht. Zu beiden Seiten breitete sich einst der Kurpark aus, von dem nur noch wenig übrig ist.
Um die Seebrücke betreten zu dürfen, wird ein Eintrittsgeld von 9,-Zl verlangt. Mit 512 Metern ist die Sopoter Seebrücke die längste Seebrücke aus Holz in Europa. Vom im Meer stehenden Ende blickt man wieder auf das Ensemble am Brückenkopf zurück. Ein Restaurant lädt zur Einkehr ein.
Leider wird die Seebrücke inzwischen von einem Yachthafen verschandelt, der noch nicht da war, als ich als Kind zum ersten Mal Sopot besuchte. Damals kostete der Besuch der Seebrücke auch noch kein Geld.

Krummes Häuschen

Die Fußgängerzone Sopots ist ebenso einen Besuch wert, obwohl auch sie vollkommen überfüllt ist. Man findet dort den ältesten Pub Sopots, übrigens gleich gegenüber vom „Krummen Häuschen“. Seine eigenwillig verformte Architektur lenkt alle Blicke auf sich. Im Café darinnen bestellten wir einen Kaffee, Größe Medium. Bekommen haben wir eine riesen Tasse mit 300ml Kaffee. Auf meine Frage, wie groß denn der große Kaffee wäre, bekam ich zur Antwort: ½ Liter. Für den Medium-Kaffee haben wir wenig mehr als 3,-€ bezahlt.
Wer noch Zeit hat, kann auch gerne durch die kleinen Straßen in der zweiten und dritten Reihe hinter dem Strand spazieren und die schönen, alten Fachwerkhäuser bewundern.

Gdansk (Danzig)

Neptunbrunnen

Danzig besitzt an der Ostsee wohl den ältesten Hafen. Es ist geschichtlich belegt, dass die Stadt schon im Jahre 997 einen Hafen besaß. Seine Blütezeit hatte Danzig jedoch erst im 14. Jahrhundert zur Hansezeit. Ihr Reichtum war legendär, zudem war die fast immer Freie Stadt schon immer multikulti. Zuerst polnisch, wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts preußisch, 1939 deutsch und 1945 wieder polnisch.
Heute strahlt die Altstadt wieder im schönsten Glanz. Die meisten Besucher wählen den Weg durch das Goldene Tor, die Langgasse entlang, an schönen Patrizierhäusern vorbei, zum Langen Markt mit dem berühmten Neptunbrunnen, bis hin zum Grünen Tor.

neue Zugbrücke

Dann kann man entweder weiter geradeaus gehen, über die Mottlau zum Milchkannen-Tor, biegt dann hinter der Neuen Mottlau nach links ab und spaziert am Ufer entlang weiter, um über die nächste Brücke die Speicherinsel zu erreichen. Von dieser Seite hat man einen schönen Blick auf die Häuserfront der Altstadt mit dem ebenfalls berühmten Krantor. An Museen und der neuen Philharmonie entlang erreicht man die neue Zugbrücke, die einen wieder auf die Altstadtseite führt. Achtung: die Brücke ist alle halben Stunden für eine halbe Stunde geöffnet, um den großen Ausflugsschiffen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Krantor

Am Ufer der Mottlau spaziert man dann am Krantor vorbei zurück. Will man die große Runde nicht machen, kann man auch am Grünen Tor direkt zum Krantor abbiegen. Dann sollte man allerdings durch das Krantor gehen und sich durch die Gasse hinter der Uferfront schlagen.

Häuserzeile mit Beischlägen

Am Archäologischen Museum dreht man nach rechts und kommt dadurch die ul. Mariacka zur Marienkirche. Vor den Häusern befinden sich die sogenannten Beischläge. Das sind kleine Terrassen, zu denen Treppenstufen hinaufführen. Leider ist von diesen Beischlägen nicht viel zu sehen, denn fast überall stehen kleine Verkaufsstände davor. Die Waren sind hier fast alle extrateuer.

Die Marienkirche wird als die größte mittelalterliche Backsteinkirche Europas gehandelt. Gespannt auf ihr Inneres wird man leider sehr enttäuscht. Der Innenraum ist komplett weiß getüncht, vom Boden bis zur Decke. Da hat man es sich sehr einfach gemacht und der Kirche keinen Gefallen getan.

Zeughaus

An der Marienkirche vorbei, die ul. Piwna entlang, stößt man automatisch auf das sehr schmucke Zeughaus. Dreht man nun nach rechts, trifft man bald auf das schöne Gebäude der Markthalle. Leider war diese am Samstag ab 15 Uhr geschlossen. Davor hat sich aber ein kleiner Markt aufgebaut, wo man Obst, Gemüse und Blumen bekommt.

Danzig hat sehr viel mehr zu bieten, aber da sollte man sich doch ein paar Tage mehr Zeit dafür nehmen. Stadtpläne bekommt man in den Touristinfos.

Unser Womo stand auf dem „Camperpark Stogi“ in Stogi, gleich östlich von Danzig. Von dort aus fährt eine Straßenbahn in einer knappen halben Stunde in die Stadt. Tickets bekommt man entweder an der Rezeption des Campingplatzes, oder zur Not auch beim Bahnfahrer. Wenn man ein Tagesticket für 13,-Zl nimmt, kann man problemlos mit allen Bahnen durch die ganze Stadt fahren. Das geht sehr leicht, da an jeder Haltestelle Linienpläne hängen.

Westerplatte

Von Stogi aus erreicht man mit dem Auto in wenigen Minuten die Westerplatte. Sie war ein polnischer Militärposten und der Ausgangspunkt für den 2. Weltkrieg, als Deutschland Polen überfiel. Der erste Schuss kam aus dem deutschen Leuchtturm von Danzig-Neufahrwasser auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt, und zwar am 1. September 1939 um 4.45 Uhr.

Zeitball am Leuchtturm Danzig-Neufahrwasser

Der Leuchtturm von Danzig-Neufahrwasser wurde 1894 gebaut und war der erste Leuchtturm des damaligen Deutschland, der eine eigene elektrische Beleuchtung hatte, inkl. E-Werk. Außerdem ist dieser Leuchtturm einer von weltweit drei Leuchttürmen (die anderen stehen in Greenwich, London und Lyttelton, Neuseeland), die einen Zeitball besitzen. Diese Einrichtung gab den Kapitänen die Möglichkeit, ihre Chronometer auf die genaue Zeit zu stellen. Das Signal für den Fall des Zeitballs kam telegrafisch aus der königlichen Sternwarte Berlin.
Heute ist der Zeitball eine Touristenattraktion. Wir hatten gehört, dass der Zeitball mittags um 12 Uhr fällt. Wir waren um 16 Uhr dort und durften dieses Erlebnis auch genießen, zusammen mit einer bekannten englischen Melodie.
Für 10,-Zl darf man den Leuchtturm erklimmen und einen Rundumblick über die Westerplatte, den Danziger Hafen und die Danziger Bucht genießen.

Also, für uns zählt Danzig zu einer der schönsten Städte der Welt.

Essen aus der Natur

– neues Rezept: Hirtentäschel-Salat

Bei Lebensmitteln weiß man ganz gerne, wo es herkommt und was drin ist. Am besten geht das, wenn man sein Essen und Trinken selbst herstellt. Schon lange nehmen wir dafür auch was die Natur uns bietet. Es ist einfach zu schade, die guten Gaben nicht zu beachten. Gerade jetzt im Frühling, wenn es überall blüht und grünt, bekommt man wieder Appetit auf Frisches. Der Sommer und der Herbst verwöhnen uns dann mit Früchten aller Art. Wir haben schon einiges ausprobiert, wie ein Gemüsebett aus Brennnesseln, oder Miesmuscheln direkt mit Meerwasser gekocht. Ich möchte Euch gerne ein paar Anregungen und Rezepte weitergeben, aber beachtet bitte beim Sammeln und Pflücken, dass das Erntegut in einer sauberen Umgebung wächst.

HirtentäschelsalatHirtentäschel-Salat  -neu-

Ein Salat aus Hirtentäschel ist etwas, das man öfter essen sollte. Das Kraut ist angenehm würzig. Man kann alle Teile des Hirtentäschel verwenden, nur bei älteren Pflanzen, bei denen die Stiele zäh sind, sollte man die Blätter, Blüten und Samenkapseln von denselben zupfen. Alles gründlich waschen und in mundgerechten Stücken auf dem Teller anrichten. Dazu eine Vinaigrette aus Apfelessig, Ahornsirup, Salz, Pfeffer, Senf, selbstgemachtem Pesto aus getrockneten Tomaten und Sonnenblumenöl herstellen. Diese über den Salat geben.

Pesto aus getrockneten Tomaten: Getrocknete Tomaten ohne Öl in sehr kleine Stücke schneiden. Mit einem sehr scharfen Pürierstab geht das besser. Mit Salz und Pfeffer würzen, etwas Zitronensaft für die Konservierung dazu. Das Ganze in ein Glas geben und mit Olivenöl soweit auffüllen, das alles bedeckt ist. Das Glas gut verschließen und in den Kühlschrank stellen. So hält sich das Pesto einige Wochen und es kann für Salate, Soßen oder als Brotaufstrich verwendet werden.

Melde-Quiche  

Sehr einfaches und schnelles Rezept und das Ergebnis ist mehr als überzeugend: Für den Boden nehmt Ihr einfach eine fertige Hefeteigplatte aus dem Supermarkt. Ist zusammengerollt wie der Blätterteig. Den gebt Ihr so in eine Kuchenform, dass ein Stück Rand nach oben steht, überflüssigen Teig wegschneiden. 750g Meldeblätter mitsamt den nicht zu alten Stängeln (wächst im Frühsommer/Sommer überall) waschen, abtrocknen, etwas kleiner schneiden und auf dem Hefeteigboden verteilen. In einer Schüssel 1 kleingeschnittene Zwiebel, Knoblauch nach Geschmack, 2 Eier, 1/8 l Sahne, Salz und Pfeffer mischen. Dieses über die Meldeblätter geben und das Ganze in den Backofen schieben. Bei 200° etwa 25-30 min backen. Am besten noch warm genießen.

Ich habe ein weiteres Rezept mit Melde ausprobiert: Inzwischen (Ende Juli) hat die Pflanze eine stattliche Größe erreicht und die Stiele sind sehr hart geworden, bis in die Spitzen. Am besten zupft man die Blätter und Blüten von den Stielen, um sie in der Küche zu verwenden.
Reichlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Bauchspeck anbraten, kleingeschnittene Zwiebel dazugeben, leicht anbräunen lassen. Dann die Melde zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch in die Pfanne geben und mitbraten. Um ein Anbrennen zu verhindern habe ich mit wenig Nudelwasser abgelöscht. Die Nudeln kochte ich nebenbei. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach 10 Minuten ist alles fertig. Die Meldemischung über die Nudeln geben und Guten Appetit.

Paprikasalat mit Löwenzahn und Gänseblümchen 

Roten Spitzpaprika in mundgerechte Stücke schneiden und mit jungen Löwenzahnblättern mischen, Dazu ein Dressing Eurer Wahl, vielleicht etwas mit Honig, darübergeben. Zuletzt mit reichlich Gänseblümchen garnieren. Sieht gut aus und schmeckt lecker.

Wiesenkräutersalat 

Vogelmiere (die grüne, nicht die mit den roten Stängeln), etwas Bitterkresse und Löwenzahnblätter gut waschen und schonend abtrocknen. Z.B. auf Rote Beete Capaccio verteilen. Salatsoße aus Knobi, Senf, Zitronensaft und Sonnenblumenöl herstellen und über den Salat träufeln. Zum Schluss mit krossem Bacon garnieren. Das ist ein schöner leichter Salat vom Frühjahr bis in den Spätsommer.

Kiefernzapfensirup

Grüne Kiefernzapfen bis 3cm Länge (können Ende Mai bis Ende Juni gesammelt werden), brauner Rohrzucker

Kiefernzapfen waschen und gründlich reinigen, danach mit einem scharfen Messer vierteln. Jedes Stück in Zucker wälzen und in ein Glas schichten. Zwischenräume mit Zucker ausfüllen. Die Zapfenstücke müssen mit einer 2cm hohen Zuckerschicht abschließend bedeckt werden. Glas verschließen und möglichst in die Sonne stellen. Durch die Hitze im Glas sollte der Zucker schmelzen. Nun sind die Nährstoffe von den Zapfen in den Sirup übergegangen und er kann abgefüllt werden. Die Zapfen entsorgen. Wer den Geschmack mag, der wird von diesem Sirup begeistert sein.

Bei mir hat sich der Zucker nicht ganz aufgelöst, deshalb gab ich alles in einen Topf und half mit der Hitze des Herdes ganz kurz nach, um nicht die wertvollen Inhaltsstoffe zu zerstören.

Achtung: Der Sirup ist eigentlich ein Heilmittel mit vielerlei Anwendungsmöglichkeiten, vor allem der Stärkung des Immunsystems. Durch die Stärke der Inhaltsstoffe sollte die tägliche Dosis nicht mehr als einen Teelöffel betragen!

eine Art Goldröhrlinge

Pilze

Waldpilze putzen, nicht waschen (bei Goldröhrlingen die schmierige Haut auf dem Hut abziehen), in mundgerechte Stücke schneiden, Schinkenspeck und Zwiebeln würfeln, Butter, Salz, reichlich Pfeffer, Thymian oder andere mediterrane Kräuter, Petersilie

Schinkenspeck anbraten, Zwiebelwürfel dazu, später Butter nach Belieben (hebt den Geschmack), Pilze in die Pfanne, würzen, Kräuter (außer der Petersilie) dazugeben und mindestens 20min bei geschlossenem Deckel dünsten. Wenn zu wenig Wasser, dann mit kochendem Wasser etwas nachgießen. Ganz zum Schluss die geschnittene Petersilie unterheben und sofort servieren. Ein Gedicht.

Herzmuscheln

Herzmuscheln, Olivenöl, feingeschnittene Zwiebel und Knoblauch, etwas Chilli, kleine Zucchiniwürfel, Weißwein, Sahne, Petersilie

Eine Schüssel voll Herzmuscheln sammeln und zusammen mit Meerwasser zwei Tage lang kühl stehen lassen. Wenn sich die Muscheln vom Sand befreit haben, das Wasser abgießen. Nur geschlossene Muscheln verwenden.
Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel anschwitzen, Knoblauch, Chilli, Zucchini dazugeben, weiter kurz anschwitzen, dann die Muscheln hineingeben. Mit Weißwein und etwas Sahne ablöschen, Wenn sich die Muscheln geöffnet haben, kurz weiter garen, dann mit Petersilie bestreuen und servieren.

Holundersuppe  

Einen halben 10l-Eimer voll Holunderdolden, Wasser, Rotwein oder Apfelsaft, Prise Salz, Zucker nach Geschmack, Zimt, Zitronensaft, Speisestärke (reicht für 4 Portionen)

Holunderdolden gründlich waschen, Beeren von den Stielen befreien und in einen großen Topf geben. Mit etwa dreiviertel soviel Wasser wie Beeren aufgießen, dazu etwas Rotwein, Salz und Zucker, aufkochen lassen. Zwei Minuten kochen, dabei Vorsicht vor Überkochen, dann die Beeren mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Etwas Zitronensaft und Zimt zugeben und mit Speisestärke binden. Fertig. Wir mögen es immer, wenn alle Inhaltsstoffe auf den Teller kommen und haben die Beeren in der Suppe gelassen. Dann sollte man jedoch sehen, dass möglichst wenige Stielansätze in den Topf gelangen. Wer die Beeren aus der Suppe filtert, braucht dabei nicht so gründlich sein.

Wer viel Holunder zur Verfügung hat, kann die Suppe auch heiß in saubere Gläser füllen und für den Winter zurückstellen. Wenn man die Beeren entfernt und die Suppe in Flaschen abfüllt, hat man einen gesunden Holundersaft für die kalte Jahreszeit.

Brotaufstrich mit Beifuß

Beifuß ist für seine Fähigkeit bekannt, fettige Speisen bekömmlicher für den Magen zu machen. Ich habe jetzt eine andere Möglichkeit gefunden, Beifuß zu verwenden, und zwar als leckeren Brotaufstrich.

2 mittelgroße Äpfel, dazu von der Menge her doppelt soviel Zwiebel, 5 Rispen Beifuß (frisch oder getrocknet), 200g Butter

Äpfel waschen, vom Kerngehäuse befreien und raspeln. Beifußrispen vom Stängel streifen. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Beifuß dazu geben, eine halbe Stunde schmoren, bis eine leichte Bräune entstanden ist. Dann die geriebenen Äpfel dazugeben und noch einmal eine halbe Stunde auf der Flamme lassen. Öfter umrühren, damit nichts anbrennt. In saubere, mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser geben und diese verschließen. Ergibt ungefähr 250-300ml zum Probieren.

Seekohl, Meerkohl

Seekohl, Meerkohl

Für dieses Rezept können alle Teile der jungen Pflanze verwendet werden. Ist sie schon älter, einfach probieren, was noch nicht so viele Bitterstoffe enthält. Die Blätter schmecken roh ähnlich wie Kohlrabi und man kann Salat daraus machen, z.B. mit Vinaigrette oder Sauce Hollandaise.

Wir haben die weichen Stiele, Blätter und die Blütendolden verwendet, in mundgerechte Stücke geschnitten und für ca. 10min in kochendes Salzwasser gegeben. Danach gießt man den Kohl ab (Wasser auffangen). Olivenöl erhitzen, geschnittene Zwiebel anschwitzen, den geschnittenen Seekohl dazugeben. Mit Knobi, Pfeffer und Muskat würzen, ein Stück Butter dazugeben, drei Minuten durchschwenken. Wir haben dazu Spaghetti gekocht, diese mit in den Kohl gegeben und mit ein wenig Kohlwasser aufgegossen. Fertig und richtig lecker.

Holunderblüten, frittiert

einige Holunderblütendolden (voll in Blüte stehend), 150g Mehl, 2 Eier, 20ml Öl, 250ml Milch, 1 Eßl Zucker, Prise Salz

Holunderblütendolden von Insekten befreien und grob reinigen (nicht waschen), mit dem Schneebesen Mehl, Eigelben, Öl, Milch, Zucker und Salz zu einem glatten, nicht zu dicken Teig verrühren, 20 min quellen lassen, dann das steifgeschlagene Eiweiß unterheben. Die Blütendolden durch den Teig ziehen und im heißen Ölbad ausbacken, bis der Teig goldgelb ist.

Löwenzahnblütenhonig

400 g Löwenzahnblüten, möglichst ohne Stile, 2 Zitronen, 2 kg Zucker, wenig Gelatine oder Agar-Agar

Löwenzahnblüten von evtl. Insekten befreien und zusammen mit entkernten Zitronenscheiben einschl. Schale in 1 Liter Wasser kochen. 24 h stehen lassen. Dann durch ein Sieb drücken und mit dem Zucker 1 Std. lang kochen. Dabei öfter umrühren, zum Schluss Agar-Agar zugeben. In Gläser füllen und Gläser verschließen.

Kaktusfeigengelee

Reife Kaktusfeigen, die roten geben eine sehr schöne Farbe, Gelierzucker

Kaktusfeigen von Stacheln befreien, aufschneiden und aushöhlen. Das Fruchtfleisch in einen Topf geben und kochen, abkühlen und durch ein Sieb streichen. Den Saft mit Gelierzucker, Verhältnis laut Packungsanweisung, aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Heiß in die Gläser füllen und verschließen.
Die Prozedur ist zwar eine große Sauerei, durch die kleinen Stacheln und die starke Farbe, aber das Ergebnis wiegt alles auf.

Tannenspitzenlikör

3-4 handvoll hellgrüne frische Tannenspitzen, 0,7l Gin 40%, 120-130g brauner oder weißer Kandiszucker

Tannenspitzen in ein Gefäß mit weitem Hals einfüllen, Kandiszucker dazu (dunkler Kandis macht dunklen Likör), mit Gin auffüllen, Gefäß verschließen. Jeden Tag durchschütteln. 6-8 Wochen, besser ein halbes Jahr, ziehen lassen. Wenn der Likör fertig ist, filtern und in Flaschen abfüllen. Gut gekühlt servieren. Das Aroma passt gut zur Winterzeit.
PS: Endlich haben wir den Likör in Flaschen abgefüllt. Es ist November und er ist sehr gut. Das Warten hat sich gelohnt.

Brennnesseln

Brennnesseln sind sehr beliebt in der alternativen Küche. Man kann die jungen Triebe oder auch im Sommer die Triebe mitsamt den Blütenständen verwenden. Die Pflanzen sollten jedoch nicht zu alt sein. Vorsicht, mit Handschuhen arbeiten!

Blätter und Blüten von den Stängeln streifen, Stängel wegwerfen. In einer Pfanne kleingeschnittene Zwiebel in Butter glasig dünsten, dann die Brennnesseln dazugeben. Ca. 10 min mit geschlossenem Deckel gar dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Ergebnis kann man als Gemüsebett unter einer heißen Fleischwurst essen.

Miesmuscheln

Im Norden Skandinaviens gibt es sauberes Meerwasser und jede Menge Miesmuscheln an den Küsten. Die Muscheln sind schnell gesammelt, gesäubert (nur die geschlossenen Muscheln verwenden) und direkt im Meerwasser gekocht. Da braucht es nicht mehr. Wer möchte kann gerne Zwiebeln und Petersilie dazugeben. Fertig ist das schnelle und kostenlose Gericht.

Wir werden diese Reihe unbedingt fortsetzen.

Immouzer

Paradise Valley

Eine andere Tagestour mit dem Mietauto führte uns zur Bergoase Immouzer, im Hohen Atlas gelegen. Der Ort heißt eigentlich Imouzzer des Ida-Outanane. Nimmt man von Agadir aus den Weg über Aourir und folgt dann der Beschilderung nach Immouzer, erreicht man ziemlich schnell die ersten Ausläufer des Hohen Atlas und man fährt durch eine spektakuläre Landschaft, über Berge und durch Täler. Der Höhepunkt der Tour ist wohl die Durchfahrt durch das Paradise Valley, das Paradiestal. Die Straße, die teilweise keine mehr ist, weil sie vom Wasser weggespült wurde, schlängelt sich immer am Bach entlang durch das sehr enge Tal. Die hellen Felswände aus geschichtetem Sandstein ragen fast senkrecht gen Himmel. Vereinzelt stehende Palmen, Bananenstauden und Oleander sorgen für das Paradiesfeeling. Nach jeder Kurve zeigt sich eine andere Seite des Tales. Die Straße ist oft so eng, dass kaum zwei PKW´s aneinander vorbeikommen. Im Hotel wird die Fahrtzeit mit einer Stunde angegeben, dazu diese enge Straße, das kann nicht der Weg sein, den die Reisebusse nach Immouzer nehmen. Diese Strecke ist zwar nur knapp 50km lang, aber man braucht gut und gerne zwei Stunden dafür. Es ist eine wirklich kurvenreiche, aber sehr schöne Strecke.

Blick von der Auberge Panoramique

Das letzte Teilstück der Straße nach Immouzer führt wieder oben an den Berghängen entlang, teilweise mit engen Passagen und steilen Kurven. Oft gibt es keinen Randstreifen, keine Brüstung, und der Berghang fällt steil ab. Jetzt im Januar gab es nicht viel Gegenverkehr, aber wenn, dann wird es gefährlich.
An einer wirklich idyllischen Ecke zwischen dem Paradise Valley und Immouzer hat sich jemand angesiedelt und betreibt dazu ein kleines Hotel „Auberge Panoramique“ mit angeschlossenem Panorama-Restaurant, sowie eine Imkerei. Die vielen bunten Blumen, eine Augenweide in dem ewigen rot-braun-grün der Landschaft, versprühen ihren Duft. Es ist ein perfekter Ort für Ruhe suchende Naturliebhaber.

Olivenhain in Immouzer

Dann endlich erreicht man die auf der Höhe gelegene, neue Stadt Imouzzer des Ida-Outanane. Wir wollten aber zu den Wasserfällen „Les Cascades“, mit denen Immouzer wirbt. In den Prospekten wird ein Bild der Bergoase gezeichnet, welches den Touristen suggeriert, unbedingt dorthin fahren zu müssen. Es würde Wasser im Überfluss geben. Deswegen waren wir gekommen.
Um den Wasserfall zu erreichen, muss man am anderen Ende der neuen Stadt wieder hinunter ins Tal, über eine noch engere Straße als schon bis hierher. Im Tal liegt die wirkliche Bergoase. Das Auto stellten wir auf dem „freiwillig“-kostenpflichtigen Parkplatz ab, der sich in einem alten Olivenhain befindet. Wasserrinnen und alte Mauerreste zeigen an, dass hier wohl einmal der Ursprung der Oase lag.

Wasserfall von Immouzer

Durch diesen Olivenhain muss man hindurch, um zum Wasserfall zu gelangen. Ungefragt schließen sich einem wieder selbsternannte Führer an. Wer sich alleine nicht traut, den Weg zum Wasserfall zu suchen, der sollte diesen Dienst annehmen. Es ist jedoch durchaus möglich, alleine auf den angedeuteten Trampelpfaden zum Ziel zu kommen.
Nach einem etwa 5-minütigen Fußweg erreicht man den Wasserfall. Man hört es zwar rauschen, aber als wir den Wasserfall erreichten, kam da kein Tropfen Wasser herunter. Es ist nur ein steinerner Vorhang zu sehen, der sich im Laufe einer langen Zeit durch den Kalk im Sandstein gebildet hat. Damit die Enttäuschung nicht zu groß wird, hat man sich für diese Kalksteinformation den Namen „Brautschleier der Fatima“ ausgedacht, was die Situation aber nicht besser macht.
Am Fuße des Wasserfalls gibt es allerdings Wasser. Es kommt aus einem Wasserschlauch, den man wohl von einer Quelle aus nach dorthin verlegt hat.

im Dorf Immouzer

Wir suchten uns also einen Weg zurück ins Dorf und erkundeten es ein wenig. Viele Touristen streifen wohl nicht durch die Gassen und Wege. Stellenweise sieht es aus, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts mehr getan. Ursprüngliche Wege, Wasserrinnen, Tore, Lehmhäuser und kleine Felder prägen das Bild des Dorfes.

ausgetrocknetes Flussbett

Unweigerlich kommt man wieder zum steinigen Flussbett, welches seinen Ursprung am Pool des Wasserfalls hat. Dann kann man erst einmal für einen Kaffee oder Minztee auf der Terrasse des Hotels „Amalou“ einkehren und die Landschaft auf sich wirken lassen, bevor man sich auf den Weg zum Pool macht.
Man kann über die Steine im Flussbett steigen, bis große Felsbrocken den Weg versperren. Dann muss man links am Restaurant einen kleinen Hang hinaufklettern und dem Weg weiter zum Pool folgen. Souvenirstände säumen den Weg bis dahin. Es gibt wohl auch einen bequemeren Weg am Flussbett entlang, aber der Eingang zu diesem Weg muss erst einmal gefunden werden.

unterer Pool des Wasserfalls

Hat man es dann geschafft, steht man vor einer schönen Kulisse, die die Natur geschaffen hat und man erkennt, dass es eigentlich zwei Pools sind. Man muss allerdings etwas klettern, um den oberen Pool zu erreichen. Einheimische klettern die Felswände noch weiter nach oben, um in diesen Pool zu springen. Es ist weniger das Erlebnis des Springens in das kalte Wasser, als das Hoffen auf einen Obolus von den umstehenden Zuschauern. Fotografiert man die Springer, wird dieser Obolus eingefordert.
Es reicht aber auch, das Naturerlebnis am unteren Pool zu genießen. Das Quellwasser aus dem erwähnten Wasserschlauch fließt in einem dünnen Schleier aus dem oberen Pool über die Grünpflanzen der Felswände, die den unteren Pool säumen, herab.
Im März soll dann endlich wieder Wasser den Wasserfall hinunterstürzen, wenn es genug geregnet hat. Der Winter ist Regenzeit in Marokko. Wir sind etwas skeptisch, ob es in diesem Jahr klappt.

zurück nach Agadir

Um nach Agadir zurück zu kehren, mussten wir erst einmal die schmale steile Straße wieder in das neue Dorf Immouzer des Ida-Outanane hinauf. Etwas später teilt sich die Straße. Da wir auf keinen Fall wieder die gleiche Straße zurückfahren wollten, bogen wir nach links ab. An der Einmündung stand ein Polizeiposten. Den fragten wir, ob diese Straße besser wäre, als die, die wir gekommen waren. Er bestätigte das und wir nahmen die gut 20km längere Strecke über Amskroud. Sie ist wesentlich entspannter zu befahren, wesentlich besser für Reisebusse geeignet, und die Zeitvorgabe von einer Stunde Fahrt kann auch eingehalten werden. Außerdem sieht man noch einen weiteren Teil der Agadirer Umgebung.

Herbsttour 2017

Emslanddom in Haren

Haren ist noch heute eine Schifferstadt. In der Stadt an der Ems leben immer noch 300 Schiffer. Wenn man in Haren an der Ems steht, vermutet man gar nicht, dass auf dem Flüsschen große Lastkähne fahren. Um so überraschender ist es, wenn dann doch einer vorbeikommt, und dann noch einer und noch einer. Ganz in der Nähe befindet sich der große Eurohafen.
Das Schifffahrtsmuseum Haren berichtet über die Geschichte der Schiffer und ihrer Zunft. Im Kanal vor dem Museum liegen mehrere verschiedene Museumsschiffe. Der Eintritt kostet 3,-Euro. Oft hat der Mann an der Kasse nichts zu tun. Dann können Interessierte Fachgespräche mit ihm führen.
Der Womo-Stellplatz ist beim Amisia-Anleger in der Stadt zu finden. Er ist kostenlos. Da unsere Gasheizung zu diesem Zeitpunkt streikte, zogen wir zum Emsland-Camp in Fehndorf um, nahe der holländischen Grenze. Der Womo-Stellplatz mit dem Sanitärgebäude ist nagelneu und sehr schön. Das Servicegebäude und die moderne Bungalowsiedlung befinden sich noch in der Entstehungsphase. Zum Gelände gehört ebenso ein Badesee mit Sandstrand. Der Betreuer des Platzes, Vitali, ist sehr nett und kann mit jeder Menge Ratschlägen dienen.

Blumenarrangement

Wer Viersen besuchen möchte, sollte den Stellplatz am Bad Ransberg in Dülken aufsuchen. Der Platz kostet 10,-€. Neben Strom sind in dem Preis auch verschiedene Gutscheine inkludiert, wie der Eintritt einer Person pro Nacht ins Schwimmbad. Also, nach zwei Nächten kann man zu zweit das Schwimmbad nutzen. In Viersen lässt es sich hervorragend shoppen.
Die St. Cornelius Kirche in Dülken besticht durch ihre besondere Bauweise.

Riesen-Gummistiefel

Von Viersen aus brachte uns eine kleine Rundfahrt in die holländischen Städtchen Venlo und Roermond, beide an der Maas gelegen. In Venlo fallen zwischen dem Ufer der Maas und dem kleinen Stadthafen ein paar riesige Gummistiefel auf. Sie sind ein Überbleibsel der „Welt-Garten-Expo Floriade 2012“. Dieses Paar Gummistiefel misst 5 Meter in der Höhe und ist ein schönes Fotomotiv.
Spaziergänge durch die beiden alten Stadtkerne machen Spaß. Kleine und große Details am Straßenrand sorgen für Abwechslung. Kaum kommt man an den lecker riechenden Käseläden vorbei, ohne ein oder ein paar Stück von den vielen Käsesorten für zu Hause mitzunehmen.

Müggelturm

Ein schönes Ziel ist der Müggelturm bei Berlin. Die Müggelberge mit dem Aussichtsturm liegen zwischen dem Großen Müggelsee und dem Langen See. Den Müggelturm erreicht man mit dem Auto, allerdings kostet die Parkgebühr 5,-€. Sie ist zwar im Moment ausgesetzt, aber wie lange noch, wissen wir nicht. Eine andere Möglichkeit ist, das Auto 200m vor dem Turm abzustellen und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen.
Zu DDR-Zeiten war der Müggelturm ein beliebtes Ausflugsziel, aber mit der Wende war seine Ära zu Ende. Wieso man solch ein Objekt so lange seinem Schicksal überließ, können wir nicht nachvollziehen. Jedenfalls fand sich erst 2014 ein Investor, der das Restaurant sowie den Aussichtsturm saniert und alles bald wieder in seinem alten, oder auch schönerem Glanz erstrahlen lässt. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Ein Teil des Restaurants, die „Müggelturm-Baude“ ist wieder eröffnet, inklusive einer Sonnenterrasse. Ein Zelt lässt die Nutzung der Terrasse ebenso bei nicht so schönem Wetter zu. Die Aussichtsplattform des Turms kann für 2,-€ über 126 Stufen erklommen werden. Die 360°-Rundumsicht ist grandios.
Der Große Müggelsee lädt zu entspannenden Spaziergängen, zum Baden oder zum Wassersport ein.

Skulpturenpark Katzow

Kurz vor Lubmin, zwischen Greifswald und Wolgast an der Ostseeküste gelegen, kamen wir überraschenderweise an Europas größtem Skulpturenpark vorbei. Der Skulpturenpark Katzow ist nicht zu übersehen, kein Wunder bei einer Fläche von 18 Hektar. Wer sich für Skulpturen, zumeist aus Stahl gefertigt, interessiert, ist hier genau richtig. Um die 100 sehr verschiedenartige Kunstwerke, bis zu 17m hoch, können bewundert werden. Gestaltet wurden sie von mehr als 80 Künstlern aus 23 Ländern. Das Gelände ist kostenfrei zu besichtigen.
In der angeschlossenen Kunstscheune, eher ein traditioneller Prachtbau, finden wechselnde Ausstellungen statt. Gästezimmer und ein Café befinden sich auch dort drinnen.

Strand und Seebrücke Lubmin

Nur wenige Kilometer weiter lädt das Ostseebad Lubmin zu einem Aufenthalt ein. Im Sommer sicher überlaufen, genießt man um diese Jahreszeit eher die Ruhe in den hübschen Gassen und am Strand. Vom zentral gelegenen Alten Bahnhof, der mit einer wechselvollen Geschichte aufwarten kann, führen mehrere Sträßchen sternenförmig zum Strand mit der weit ins Wasser reichenden Seebrücke.

 

Deal

Kingsdown

Kingsdown

Für den letzten Tag in Whitfield planten wir eine Rundfahrt über Deal. Kurz vor Deal bogen wir nach Kingsdown ab, ein lohnender Abstecher. Der Ort ist kaum von Touristen besucht. Er ist klein, gemütlich und die kleinen Häuser verleihen ihm, wie wohl vielen englischen Dörfern einen besonderen Charme. Über einen versteckten Fußweg erreichten wir den kiesigen Strand. Es war gerade Ebbe und mehrere Leute suchten nach Napfschnecken für den Kochtopf. In dem reichlichen Grün im Gelände fanden wir wilden Fenchel. Den kannten wir schon aus den USA. Sofort sammelten wir einiges von dem leckeren, aromatischen Kraut zum Einfrieren und als Topping für unser Essen heute Abend. Napfschnecken und Fenchelgrün, das passt sicher auch gut zusammen. Leider fing es zu regnen an, so dass wir vom Sammeln der Napfschnecken Abstand nahmen.
Den Rückweg zum Auto nahmen wir über die Dorfstraße mit kleinen Läden.

Walmer Castle

Walmer Castle

Auf dem Weg nach Deal kamen wir an einem Castle vorbei, an dessen Zinnen Kanonen standen. Klaus´ Interesse war geweckt und wir besuchten das Walmer Castle. Der Eintritt sollte gut 11,- Pfund pro Person kosten, also gingen wir erst einmal soweit wir kamen. Der Weg führt über eine Brücke, die einen Wassergraben überspannt, weiter in den Festungshof, an der Teestube vorbei in den Verkaufsraum. Zwischen all den Prospekten für verschiedene Sehenswürdigkeiten Großbritanniens fiel mir einen Prospekt in die Hände, der uns eine riesen Einsparung bei den Eintrittsgeldern für Sehenswürdigkeiten bringen würde, die wirklich gepfeffert sind. Wir ließen uns von einer Dame weitere Details erklären und traten mit einer Jahresmitgliedschaft in den „English Heritage Club“ ein. Das bedeutet für uns, für 78,- Pfund Jahresbeitrag können wir vierhundert Sehenswürdigkeiten kostenlos besuchen und bekommen zu hunderten weiterer Sehenswürdigkeiten und Events verbilligten Eintritt. Die Investition des Jahresbeitrages amortisiert sich schon nach einem zweiten Besuch. Was will man mehr.

Walmer Castle Garten

Walmer Castle Garten

Also besichtigten wir „Walmer Castle and Gardens“ gleich von innen und stellten fest, dass diese Festung eine von vier Castles der Downs ist, die König Heinrich VIII. bauen ließ, um den damals wichtigsten Abschnitt der englischen Küste gegen Übergriffe der Franzosen und Spanier zu schützen. Dover Castle, Deal Castle und Sandown Castle gehörten mit zur Verteidigungslinie. Walmer Castle war dabei sozusagen der Kommandostützpunkt und wurde über dreihundert Jahre lang von Walmer Lords regiert. Die Grundrisse von Walmer und Sandown Castle sind gleich. Sie sehen wie vierblättrige Blumen aus, absolut symmetrisch angeordnet. In den Blütenblättern standen jede Menge Kanonen, in der Mitte lagen der Pulverkeller und der Brunnen. Die Wohnräume der Lords sind zu besichtigen, wie auch die Bastei und der Garten.

Pier von Deal

Pier von Deal

Durch Deal spazierten wir nur ein wenig, um dann in der Teestube auf dem Pierende einen englischen Tee mit Zucker und Milch zu trinken. Es regnete immer noch, so dass wir diesen Besuch kurz hielten.

Sandwich

Sandwich

Auf dem Weg zum letzten Ziel des Tages, Sandwich, hielten wir an einem Farm Shop. Es gibt sie also auch hier. Sehr schön, denn in ihnen lässt es sich gut und günstig einkaufen, frisch vom Erzeuger.
In Sandwich ging gerade ein französisches Wochenende zu Ende. Auf dem Platz vor dem Gildehaus und in den angrenzenden Straßen standen Buden mit französischen Erzeugnissen wie Käse, Wurst, Seife aus der Provence usw. Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen und stießen auf Ossie´s Fish&Chip´s-Laden. Jetzt hielt uns nichts mehr, wir mussten unsere ersten originalen Fish&Chip´s essen. Paniertes Kabeljaufilet, mit ein wenig dunklen Essig gewürzt, und Pommes. Das war lecker, könnte man öfters essen. Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert, aber es war inzwischen schon später Nachmittag, so dass wir nach Whitfield zurückfuhren, mit jeder Menge neuen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck.

FeldfruchtWer bitte kann uns sagen, was das für eine Feldfrucht ist? Wir haben keine Ahnung.

 

 

 

Verschiedenes in Fort Kochi

Wir wissen nicht, ob es in Fort Kochi immer so ist, aber seit wir hier sind, leben fast so viele Nebelkrähen in dem Ort wie Menschen. Vom Hellwerden, wo es ein besonders kräftiges Krächzkonzert gibt, über den ganzen Tag, den man ohne Unterlass die Krähen hört, bis die Vögel zum Sonnenuntergang ihre Schlafbäume am Strand aufsuchen, ständig sind sie lautstark gegenwärtig. Es gibt aber auch Anzeichen, dass die Krähen jetzt hier Brutsaison haben. Vielleicht ist es den Rest des Jahres dann ruhiger?
Ab und zu hört man auch einmal andere Vögel zwitschern oder rufen, doch nicht jedes Rufen ist ein Vogel. Wie schon in den USA oder Kanada geben auch hier kleine Hörnchen helle Rufe ab, die einem Vogel zum Verwechseln ähnlich sind. Dazwischen sind Rufe wie von Brüllaffen zu hören. Noch wissen wir nicht, was es ist. Neben den fremden Vogelarten haben wir sogar schon ein paar ganz gewöhnliche Spatzen gesichtet.

ehemaliges Gefängnis

ehemaliges Gefängnis

Östlich des Vasco-da-Gama-Platzes fanden wir gestern das ehemalige Gefängnis des Ortes. Es ist ein kleines Gefängnis mit nur bis zu zehn Zellen und einem Brunnen im Hof. Es ist frei zu besichtigen.

Apropos frei zu besichtigen: Bei unserem Bummel im Judenviertel stießen wir auf die kleine Polizeistation, die ein kleines Museum zur freien Besichtigung eingerichtet hat. Einer der Polizisten sagte uns, dass es ein großes Polizeimuseum in Ernakulam gibt.

Rest des alten Forts

Rest des alten Forts

Nachdem wir nun schon mehrfach die Promenade hoch und runter gelaufen sind, entdeckten wir erst jetzt, dass tatsächlich noch Überreste des alten portugiesischen Forts existieren. Sie sind meist über- oder umbaut und von riesigen Bäumen verdeckt, so dass sie kaum zu sehen sind. Sogar eine Kanone steht noch auf einem übriggebliebenen Geschützstand.

Bei unserem ersten Rundgang entgegen dem Touristenviertel, vor ein paar Tagen, sahen wir einen Campingladen. Jetzt wollten wir den Laden wiederfinden, aber bei dem Straßengewirr haben wir es trotz zweimaligem Anlauf nicht geschafft. Bei einem der Versuche hatten wir uns wieder dermaßen verlaufen, dass uns erst ein Tuk-tuk wieder auf den rechten Weg bringen musste. Wir haben zwar einen Stadtplan, aber der ist nicht zu gebrauchen.

Endlich hatten wir ein Restaurant gefunden, welches Ente, Rind und Schwein auf seiner Speisekarte stehen hat. Auf unsere Bestellung für ein Entengericht wurden wir mal wieder enttäuscht. Ente ist nicht verfügbar.
Heute sind wir schon außerhalb frühstücken gewesen, weil es in unserem Hotel immer das gleiche Angebot gibt: Toast und Ei, Ei und Toast und wieder von vorne.

Zum ersten Mal probierten wir frisch gepressten Zuckerrohrsaft, allerdings mit Limonensaft versetzt. Der schmeckt sehr lecker und ist nicht so süß wie der Kokosnusssaft. Den Zuckerrohrsaft werden wir wohl noch öfters trinken.

Neuerdings preisen die Tuk-tuk-fahrer ihre Gefährte als Ferrari oder Bugatti an. Als uns mal wieder einer fragte, meinte Klaus, er würde nur mit einem Porsche mitfahren. Kurzerhand fuhr der Fahrer sein Gefährt ein Stück vor und zeigte uns die Rückseite. Größer kann der Zufall nicht sein, da prangte ganz groß ein Porschezeichen auf der Plane, zusammen mit dem Audi-Logo und einem sehr kleinen Ferrari-Logo. Tja, manchmal bekommt man ganz unverhofft Kontra. Wir amüsierten uns köstlich.

Aquarienfisch

Aquarienfisch

Seit vor Weihnachten bis Anfang Januar läuft eine mobile Blumen- und Haustierausstellung, die wir besuchten. In der Blumenabteilung kam es uns so vor, als würde man die europäischen Pflanzen wie Studentenblume, Aster oder Dahlie in Indien bekannt machen wollen. Dafür staunten wir in der Haustierabteilung nicht schlecht. Sowohl bei den Fischen als auch bei den Tauben und Hühnern werden Typen und Rassen gezeigt, die wir weder in der Natur noch im Fernsehen jemals gesehen haben. Da gibt es schon verrückt aussehende Tiere.

Zum Abendessen waren wir wieder in dem sehr schönen, kleinen Restaurant „Oceanos Seafood Ahoy“. Man muss nur zu den ersten Gästen gehören, wenn abends wieder geöffnet wird, sonst steht man lange an.

Die nächsten zwei Tage sind wir auf Tour nach Munnar im Landesinneren.

Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Am Vormittag besichtigten wir den Brahma-Tempel. Indien hat drei höchste Götter: Brahma, den Schöpfer, Vishnu, den Erhalter und Shiva, den Zerstörer. Zusammen sind sie GOD (Gott) und die heilige Dreifaltigkeit.
Während Vishnu und Shiva tausende Tempel in ganz Indien haben, besitzt Brahma nur einen einzigen Tempel, eben den in Pushkar. Hier findet jedes Jahr im November ein fünftägiges Festival zu Ehren Brahmas statt. Dann pilgern Angehörige aller Glaubensrichtungen des Hinduismus nach Pushkar, zusammen mit tausend Kamelen, tausend Pferden und vielen anderen Tieren. Dann findet nicht nur eine zweitägige Zeremonie auf dem heiligen Pushkarsee statt, sondern auch ein großer Viehmarkt. Die Stadt, im Normalfall hat sie 25.000 Einwohner, platzt dann aus allen Nähten. Sie liegt am Rande der Sandwüste Thar, die sich von hier weiter nach Westen erstreckt. Einen Finger streckt die Wüste Thar dann auch noch an die Straße Jaipur-Delhi, wie wir sehen konnten.
Um den Brahma-Tempel zu besichtigen, muss man die Kameras abgeben, die weggeschlossen werden, und natürlich, wie in allen Tempeln, die Schuhe ausziehen. In dieser Jahreszeit ist das kein Vergnügen, barfuß oder mit dünnen Socken auf dem eiskalten Marmorfußböden zu gehen.
Eine Treppe führt nach oben zum Tempel, in dem ein Mönch steht und die Opfergaben der Gläubigen, Blumenblüten oder andere kleine Dinge, entgegen nimmt. In dem Tempel leben fünf Mönche. In dem Boden rund um den Altar, der eine silberumrahmte Brahma-Figur zeigt, sind Silbermünzen eingelassen, die im Laufe der Zeit ganz glatt geschliffen wurden.
Der Brahma-Tempel ist um die tausend Jahre alt und im Besitz einer Regierungsstiftung. Die Spenden, die am Tempel und rund um den See eingenommen werden, fließen zu einhundert Prozent an die Stiftung, die damit wiederum Gutes für die Stadt tut, wie den Tempel und den See sauber halten, sich um das öffentliche Leben kümmern usw.
Die Namen großer Spender werden direkt an die Stiftung gegeben. Dafür erhalten diese Spender eine Danksagung in eine der Marmorplatten an Wänden oder dem Boden gemeißelt. Da sind neben indischen Eintragungen auch ein paar arabische, englische und sogar eine spanische Eintragung zu finden. Viele freie Platten gibt es allerdings nicht mehr.

Pushkarsee

Pushkarsee

Nach dieser Besichtigung holten wir unsere Kameras und Schuhe wieder ab und spazierten anschließend noch um die vordere Hälfte des Pushkarsees, der zur Abwechslung einmal ein natürlicher See ist. Hier waschen sich die Gläubigen, bevor sie zum Tempel gehen. Kühe, Affen und Tauben gehören genauso zum Bild.
In einiger Entfernung sieht man einen Tempel auf einer Bergspitze stehen. Dies ist der Sitz der himmlischen Frau des Brahma, die zum Festival herabkommt und versucht, die Rolle der irdischen Frau Brahmas zu übernehmen. Den Kampf gewinnt dann immer die irdische Frau und die himmlische Frau muss zurück in ihren Bergtempel oder in den Himmel.

Nach zwei Stunden Stadtbesichtigung stiegen wir wieder in unser Auto und fuhren in sieben Stunden, mit drei kleinen Pausen, zurück nach Delhi, wo der ganz normale Wahnsinn seinen Lauf nimmt.
Diesmal bekamen wir im Hotel Staywell ein Zimmer mit Fenster. Das ist zwar schön, aber nicht den ganzen Tag auszuhalten. Morgen steht eine Stadtrundfahrt durch Delhi an.

Bonbon: ein einmaliges Bild, gefunden am Pushkarsee:

Cowcleaning

 

 

 

Agra

Gleich morgens um 8 Uhr starteten wir mit unserem nepalesischen Fahrer, der zusammen mit seinem Auto vom Hotel bestellt worden war, zu der gebuchten, privaten 7-Tage-Tour durch Rajastan. Das heißt, wir zwei sind mit dem Fahrer allein unterwegs. Keine große Busgruppe oder so.

indischer Verkehr

indischer Verkehr

200 Kilometer etwa liegt Agra von Delhi entfernt. Geschlagene vier Stunden fuhren wir durch Dehli und verschiedene weitere Orte nach Agra. Überall bot sich uns das gleiche Bild von indischen Chaos.
In Agra angekommen, begrüßte uns unser deutsch sprechender Reiseleiter. Auf unsere Frage, wo er denn so gut deutsch sprechen gelernt hat, antwortete er: im Goethe-Institut. In Weimar? Nein in Indien. Na ja, warum nicht. Wipper, so hieß er, sprach sehr gut deutsch. Er führte uns durch das Taj Mahal und das Agra Fort. Seit meiner Jugend wollte ich immer einmal zum Taj Mahal. Jetzt hat es geklappt. Man sieht so viel über dieses „achte Weltwunder“ und dann ist doch alles anders. Zuerst steht man vor einer großen, roten Sandsteinmauer, wo auch der Einlass ist. Nachdem man das Ticket bekommen hat, muss man durch eine Kontrolle. Es ist so gut wie alles verboten, mit hinein zu nehmen: keine elektronischen Geräte, keine Lebensmittel, Waffen oder ähnliches sowieso nicht, und noch einiges mehr. Einzig zugelassen sind Fotoapparate und das normale Handgepäck.

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

Nach der Kontrolle, bei der Frauen und Männer, durch eine Sichtschutzwand getrennt gehen müssen, gelangt man durch ein Tor und über einen Weg in den Vorhof des Taj Mahal. Dieser hat drei Tore, im Westen, Süden und Osten, und das prächtige Königstor im Norden, welches den Besucher zum Grabmal führt. Die gesamte Anlage wurde in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts vom 5. Herrscher der Mogulendynastie erbaut, um seiner Liebslingsfrau, die bei der Geburt des 14. Kindes gestorben war, ein wahrhaft edles Grab zu geben. Das Versprechen hatte er ihr auf dem Sterbebett gegeben. Mit Hilfe von zwanzigtausend Helfern und Handwerkern entstand dieses sagenhafte Bauwerk.

Taj Mahal

Taj Mahal

Das Taj Mahal ist nach allen Seiten symmetrisch. Die vier Minarette sind leicht nach außen geneigt, um im Falle eines Erdbebens nicht auf die Grabkammer zu fallen. Die Grundplatte misst einhundert mal einhundert Meter. Das Grundgerüst des Taj Mahl besteht aus Ziegeln und rotem Sandstein und wurde zuletzt mit weißem Marmor aus Rajasthan verkleidet. Flankiert wird das Taj Mahal von zwei Kuppelbauten. Der linke Kuppelbau ist eine Moschee, in der der Erbauer betete, der rechte diente als Gästehaus.
Um das Innere zu sehen, muss man sich mit hunderten anderer Besucher um die Sarkophage herumschieben lassen. Fotos sind verboten. Es herrscht Halbdunkel und man kann kaum etwas von der inneren Ausstattung und der Kuppel erkennen.

Standort des schwarzen Taj Mahal

Standort des schwarzen Taj Mahal

Von der nördlichen Plattform aus, sieht man über den Jamuna River. Genau gegenüber dem Taj Mahal sollte genau der gleiche Bau errichtet werden, nur mit schwarzem Marmor. Der ist aber nur angefangen worden und im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Das Fundament kann man noch erkennen. Dies sollte das Grabmal des Erbauers des Taj Mahal werden. Es konnte nicht vollendet werden, da der zweitälteste Sohn seinen Vater vom Thron stieß, weil er mit der Erbfolge nicht einverstanden war, und ihn in einem Turm neben seinem Wohnhaus einsperren ließ. Dort blieb er bis zu seinem Tode. Dann bekam er einen Platz neben seiner Lieblingsfrau im Taj Mahal. Deshalb ist dort die Symmetrie nicht gegeben, weil dieser Fall nicht vorgesehen war.

das Königstor mit Garten

das Königstor mit Garten

Der Garten, genauso symmetrisch angelegt, war als Paradiesgarten angelegt. Es gab Früchte aller Art und die schönsten Blumen. Die Engländer hatten den Garten mit viel englischem Rasen und pflegeleichten Bäumen umgestaltet. Allerdings übernahmen die englischen Kolonialherren den ganzen Komplex in einem jämmerlichen Zustand. Sie wollten sogar das Grabmal abbauen und auf Versteigerungen in England verkaufen, wie sie es schon mit manchem indischen Kulturgut getan hatten. Doch irgendein schlauer Mensch meinte wohl, dass es besser wäre, den Bau wieder aufzubauen und es dem Publikum zu öffnen. Heute strömen Millionen von Besuchern aus aller Welt hierher, um es zu sehen.

Eingang zum Agra-Fort

Eingang zum Agra-Fort

Der nächste Besuch in Agra galt dem Agra-Fort, das aus rotem Sandstein errichtet und von drei Mauern und einem Wassergraben umgeben ist. Das Gelände hat eine Grundfläche von zwei Quadratkilometern und ist heute nur zu einem Teil der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Teil wird immer noch vom Militär beschlagnahmt, wie schon seit eh und jeh. Durch ein Tor mit Zugbrücke betritt man das gewaltige Fort, läuft über eine lange Rampe in einen großen Hof, der an der gegenüberliegenden Seite von einem der mehreren Paläste des Geländes dominiert wird. Durch ein anderes Tor gelangt man in den Hof, in dem sich das einstige Audienzgebäude des Moguls befindet. Das Fort ließ der gleiche Mogul errichten, der auch das Taj Mahal bauen ließ.

Audienzgebäude des Agra-Forts

Audienzgebäude des Agra-Forts

Es war sein Regierungssitz, in dem er auch mit seiner Frau und zwei seiner Töchter wohnte, die jeweils ein kleines Gebäude rechts und links des Mogul-Wohnhauses bewohnten. Der Wohnkomplex befindet sich hinter dem Audienzgebäude und wird rechts und links von den Wohnräumen der eintausend Haremsdamen abgeschlossen. Durch ein kleines Tor gelangt man zu weiteren Palästen. Die nachfolgenden drei Mogule erweiterten das ursprüngliche Fort später.

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