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Rainbow Springs – Florida

Keaton Beach

Keaton Beach

Wasser, Wasser, Wasser. Wasser  von oben, Wasser von unten, Wasser in den Wäldern, teilweise sind die Wege schon überschwemmt. Jeden Tag gibt es den ein oder anderen Schauer oder Gewitterguss.  Das ist aber auch dahingehend von Vorteil, dass die Temperaturen auf einem erträglichen Level gehalten werden.
 Nach einem kurzen Abstecher nach Keaton Beach, einem hübschen kleinen Strand, an dem wir erfolglos nach Venusmuscheln geschnorchelt haben, erreichten wir Blue Grotto Springs bei Williston. Das ist ein Quelltopf mit wirklich glasklarem Wasser, der allerdings viel mehr etwas für angehende Höhlentaucher ist, als für uns als Tageslichttaucher. Solch ein klares Wasser hätten wir gern im Blue Hole bei Santa Rosa, New Mexico, gehabt.

Rainbow Springs

Rainbow Springs

In Rainbow Springs bei Dunellon ist zwar das Tauchen nicht erlaubt, aber es ist ein sehr schön angelegter Park mit verschiedenen Wasserfällen, die von Quellen gespeist werden, einem Schmetterlingsgarten und natürlich einem großen Quelltopf, der glasklares Wasser und ein paar kleine Fische hat. In einem sehr begrenzten Bereich kann man baden. Die Erkundung der näheren Umgebung ist mit einem Kajak/Kanu möglich, was hier allerdings kein ganz billiges Vergnügen ist.
Wer etwas mehr der wunderbaren Natur erleben möchte, kann sich auf verschiedene Wanderwege machen, die nicht allzu lang sind.

Wakulla Springs – Florida

Wakulla Springs

Wakulla Springs

Knapp südlich der Landeshauptstadt von Florida, Tallahassee, liegt die größte Quelle der Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen Quelltöpfen wird Wakulla Springs von nur einer Quelle gespeist, die aus einem unterirdischen Kalkstein-Höhlensystem stammt. Der Quelltopf ist 55 Meter tief, aus dem über 4,5 Milliarden Liter Wasser jeden Tag strömen. Ein abgetrennter Badebereich lädt zum Baden und Schwimmen ein, wenn das Wasser auch ziemlich kalt ist. Die Alligatoren scheinen sich an die Badebereichgrenze zu halten, obwohl sie sich überall aufhalten. Am gegenüberliegenden Ufer sah ich einen mittelgroßen Alligator nach einem ihn überfliegenden Reiher schnappen. Die Strömung im Quelltopf ist stark zu merken, kein Wunder bei  4,5 Milliarden Litern Wasser am Tag, die irgendwohin wollen. Wie kommen da bloß die Höhlentaucher rein? Uns war es jedenfalls nicht gestattet, dort zu tauchen.

Wakulla Springs - Manateegras

Wakulla Springs – Manateegras

Zu unserer großen Überraschung tauchte gerade eine Manateekuh mit ihrem Kalb direkt im Badebereich auf, als wir im Wasser waren. Die Seekühe sollen sich ja jetzt im Sommer eher an den Küsten aufhalten, als in den Flüssen. Ganz in Ruhe durchschwammen die Beiden den Badebereich und verschwanden dann langsam wieder flussabwärts. Das ist immer wieder ein Erlebnis, diese sanften Tiere so nah zu sehen. Anfassen sollte man sie allerdings aus Tierschutzgründen nicht.
 Leider ist das Wasser auch hier sehr dunkel, weil zur Zeit die Wassermassen aus den umliegenden Sümpfen in den Quelltopf und den Fluss fließen. Deshalb finden im Moment auch keine Glasbodenbootsfahrten statt.

Moorhühner

Moorhühner

Unbedingt zu empfehlen ist dafür die normale Bootsfahrt zu jeder Jahreszeit. Überall sonnen sich mittelgroße bis ganz kleine Alligatoren. Dazu sind hier die Moorhühner (Teichrallen) zu Hause, die wir hier zum ersten Mal gesehen haben. Schildkröten, brütende Fischadler, Reiher, Ibisse, die Palette zu beobachtender Tiere ist groß. Wasserschlangen haben wir dafür keine gesehen. Leider ist mir auch hier wieder eine Möglichkeit entgangen, einen Fischadler zu fotografieren. Gerade, als es gegen Ende unserer Bootsfahrt zu gewittern und zu gießen anfing, posierte einer der Vögel auf einem nahen Ast. Das ist einfach ärgerlich.

Pärchen der gelb-schwarzen Spinnenart

Pärchen der gelb-schwarzen Spinnenart

Auf einem kurzen Abstecher durch den Wald trafen wir noch einmal auf die große gelb-schwarze Spinnenart aus dem Chickasaboque Park bei Mobile. Im gleichen Netz, etwas oberhalb des beuteverzehrenden Weibchens, hielt sich das viel kleinere Männchen auf. So viel Glück an einem Tag, nicht zu fassen.

Forgotten Coast – Florida

Forgotten Coast

Forgotten Coast

Ein echter Geheimtipp ist dagegen die Forgotten Coast (Vergessene Küste). Durch weite Kiefernwälder, die als Unterholz oft kleine buschartige Palmen haben, und eine Airforce Base erreicht man die angenehm ruhige Küste. Hier fährt man wieder direkt und entspannt am Wasser entlang, kann halten, wo man gerade möchte und baden gehen. Das Wasser ist mal braun, durch die vom Regenwasser gefüllten Flüsse, die im Golf münden, manchmal blau, aber immer sauber.

Mexico Beach -  Toucan´s

Mexico Beach –
Toucan´s

Floridas Golfküste wirbt mit gebackenen Austern, die wir unbedingt probieren wollten und von denen wir schon im Fernsehen zu Hause gehört hatten. Jetzt habe ich einen wirklichen Geheimtipp: Mexico Beach. Im urigen Strandrestaurant „Toucan´s“ bekommt man hervorragende gebackene Austern, die dazu noch günstig sind. Das waren die besten Austern, die ich bisher gegessen habe. Die Austern, die mit Parmesankäse überbacken sind, werden in einer halben Schale serviert. Dazu reicht man eine würzige Cocktailsoße und geriebenen Knoblauch, das ist unvergleichlich gut. Klaus hatte die Austern zusätzlich noch mit Jalapeno´s. Ihm schmeckten jedoch die BBQ-Austern in Morro Bay, an der Westküste, besser.

selbstgesammelte Venusmuscheln

selbstgesammelte
Venusmuscheln

Vom 1. Juli bis Anfang September ist Scallop Season, das heißt, man kann Venusmuscheln sammeln gehen, die es dann in Massen im Golf gibt. Man braucht dafür eine Salzwasser-Angellizens und die zu sammelnde Menge ist begrenzt. Klaus versuchte sich im Süden der St. Joseph´s Bay. Das Wasser ist sehr flach und voller Seegras, in dem sich die Muscheln wohlfühlen, allerdings auch schwer gefunden werden. Die meisten Leute fahren mit dem Boot in die Bucht, wo es mehr Muscheln gibt. Klaus schnorchelte am Rande der Bucht und fand immerhin 5 dieser kleinen Venusmuschelart. Das war zu wenig, um sich in der Küche darum zu kümmern. Er gab die Muscheln einem anderen Herrn, der gerade von seinem Bootsausflug kam und seine erlaubten 2 Gallonen pro Tag gefunden hatte. Zwei Stunden schnorchelte Klaus durch die Bucht und entdeckte neben vielen anderen Meereslebewesen auch einen großen Pfeilschwanzkrebs. Das war eine Überraschung, diese urzeitliche Krebsart hier zu finden und ich ärgerte mich, ihn nicht gesehen zu haben.

Nest einer Meeresschildkröte

Nest einer Meeresschildkröte

Auf Cape San Blas wollten wir nach dem Sonnenuntergang einen schönen Abend am Strand verbringen, aber kaum war die Sonne untergegangen, fraßen uns irgendwelche Blutsauger auf. So schnell konnte man gar nicht um sich schlagen, wie die Biester zustachen. Sehen konnten wir sie ja auch nicht. So schnell wir konnten, packten wir unsere Sachen zusammen und verschwanden in unser mückensicheres Heim. Kurz darauf durften wir ein privates Feuerwerk beobachten, das zwei Häuser weiter abgeschossen wurde.
 Ein paar Schildkrötennester werden am Strand durch Absperrungen geschützt. Man hat hier an den Küsten ein besonderes Auge auf den Schutz der Meeresschildkröten.

Emerald Coast – Florida

Campingplatz nach Gewitterguss

Campingplatz nach Gewitterguss

Nach zwei Tagen relativer Trockenheit, es gab nur vereinzelte Schauer, sitzen wir jetzt wieder fest. Im River´s Edge RV Campground am Yellow River begann es am frühen Morgen zu regnen. Zum Frühstück begannen heftige Gewitter, die sich wenig später direkt über uns entluden, dann regnete es unbeirrt weiter. Während des Gewitters stand der gesamte Park unter Wasser. Der Yellow River hat sowieso schon Hochwasser, denn es hatte die ganze letzte Woche hier geregnet. Unser Stellplatz liegt nur wenig höher.

gelb-schwarze  "Sternenspinne"

gelb-schwarze
„Sternenspinne“

In diesem Campground machten wir innerhalb einer Woche unsere zweite neue Spinnenentdeckung. Diese Spinne ist recht klein, aber sehr außergewöhnlich. Einen Namen haben wir auch für diese Spinnenart noch nicht gefunden.Die Leute in Florida müssen jetzt Urlaub haben, denn die Straßen und Strände sind mit Menschen überfüllt. Die Emerald Coast (Smaragdküste), die sich von Pensacola bis nach Panama City erstreckt, ist eine Urlaubshochburg. Jeder Zugang zum Meer ist, im Gegensatz zu den anderen Staaten, für die Öffentlichkeit gesperrt oder nur gegen eine Gebühr zu betreten. Mit dem Wohnmobil hat man gleich gar keine Chance. Der Geheimtipp Seaside, als ein kleiner hübscher Ort beschrieben, ist kein Geheimtipp. Da ist alles nur kleiner als sonstwo, dafür umso voller. Also, wer Trubel und reges Strandleben sucht, ist dort genau richtig. Für uns war das ein absolutes no go.

Spaß mit dem  JetPack

Spaß mit dem
JetPack

In Destin fanden wir dann doch noch einen Parkplatz und konnten uns dort ein wenig umsehen. Unzählige Anbieter für Angeltouren oder Glasbodenbootstouren sind dort am Hafen aufgereiht. Das ungewöhnlichste, was man dort mit Wasser machen kann, ist der JetPack. Es gibt ja die Möglichkeit, mit Raketen, die man sich auf den Rücken bindet, vom Erdboden abzuheben. Die Technik ist jedoch nicht ganz ausgereift. Dafür funktioniert das mit Wasser allerbestens. Mit Hilfe von zwei Jetstrahlen, die durch einen dicken Schlauch ihr Wasser bekommen, bewegt man sich bis zu zehn Meter hoch und kann sich dort relativ frei bewegen. Das soll auch unter Wasser funktionieren, steht im Prospekt. Sieht jedenfalls klasse aus.

Jacksonville – Florida

Unser heutiger Trip hat uns zuerst zur Anheuser-Busch Brauerei im Norden der Stadt gebracht. Hier wird die Nr. 1 in den USA und die Nr.1 in Kanada gebraut und es wird in 80 Länder rund um die Welt geliefert – Budweiser. Das heißt, diese Brauerei ist eine von mehreren, über die USA verteilten Brauereien des größten Bierherstellers der Welt. Sie wurde im 19. Jahrhundert von dem deutschen Herrn Anheuser gegründet. Die Auslieferung des Bieres erfolgte mit Kuschen, die von aus Irland importierten Pferden, Clydesdales, gezogen wurden. Diese Pferde werden heute immer noch auf der brauereieigenen Farm in St. Louis gezüchtet. Seit dem wuchs das Unternehmen. In der Zeit der Prohibition stellte die Firma Anheuser-Busch, wie sie auf Grund der Heirat jetzt hieß, verschiedene alternative Dinge her, die irgendwie zum Bier herstellen gebraucht wurden. Bier selbst herzustellen war ja verboten. Bei einer kostenlosen Führung durch die Brauerei gewannen wir einen Einblick in die Herstellung und Verpackung des Budweiser-Bier. Am Ende der Tour durften wir ein paar Biersorten probieren. Ich muss allerdings sagen, ein ordentliches Pilsner ist mir lieber.

Am Nachmittag, nachdem wir unseren Platz im PV-Park „Riverfront“ am St. Johns River bezogen hatten, besuchten wir noch die Kingsley Plantation auf Fort George Island, eine ehemalige Plantage. Vor über 200 Jahren legte Mister Kingsley in herrlicher Lage am St. Johns River eine Plantage an, die von Sklaven bewirtschaftet wurde. Diese wohnten in 25 Hütten, während Mister Kingsley ein schönes Haus mit separatem Küchengebäude, in dem ebenfalls den ganzen Tag Sklaven arbeiteten, bewohnte. Neben Zuckerrohr wurden hauptsächlich Okra (aus Afrika importiert), Baumwolle und Indigo (liefert die blaue Farbe) angepflanzt. Dieser Mister Zephaniah Kingsley sah es aber nicht so eng mit der Sklaverei, heiratete sogar eine Sklavin und schwor 1835 der Sklaverei ab. Er wanderte dann nach Haiti aus, in den Teil, der heute die Dominikanische Republik ist. Seine Nachkommen verteilen sich heute über die ganze Welt. Das Leben der Sklaven war trotzdem hart. Hitze, Mücken, Klapperschlangen und Alligatoren, die von einem Sumpf zu einem anderen Sumpf wanderten, setzten ihnen zu.

Auf der Fahrt hierher haben wir einen weißen Löffler mit rosafarbenen Flügeln im Sumpf gesehen und ein Waschbär kreuzte die Straße, auf der wir fuhren. Überall erlebt man in Florida neue tierische Überraschungen.

Daytona, St.Augustin – Florida

7  Meilen südlich von Daytona haben wir unser nächstes Quartier aufgeschlagen, im „Daytona Beach RV Resort“ in Port Orange. Von hier aus unternahmen wir einen Trip zum Pont Inlet Leuchtturm. Der liegt am südlichsten Punkt des schmalen Landes, das sich vor Daytona Beach erstreckt. Dort liegen kilometerlange, schneeweiße Strände, die wir gleich zum Baden im sehr angenehmen Wasser des Atlantischen Ozeans nutzten. Da jetzt keine Saison ist, findet man überall ein Plätzchen zum Parken und die Strände sind nur wenig besucht.

Im Anschluss besuchten wir die Überreste einer Zuckermühle aus dem 19. Jahrhundert, die in mehreren Themengärten integriert ist. In den Grundmauern sind noch etwas Maschinerie, die Kessel zum Einkochen des Saftes und ein Teil des Heizsystems erhalten. Diese Zuckermühle  ist ständig von den Seminolen angegriffen und deshalb irgendwann aufgegeben worden. 25 Sklaven waren dort beschäftigt. Es ist ein großer, sehr schön und liebevoll angelegter Park, der zudem noch sehr viel Schatten spendet. Heute knallte die Sonne den ganzen Tag unbarmherzig von oben. 

St. Augustin wurde 1565 von den Spaniern gegründet und ist heute die älteste Stadt der USA, die noch als richtige Stadt existiert. Die Stadt wurde mehrmals von Piraten, wie Sir Francis Drake, dem Boden gleich gemacht und neu wieder aufgebaut. Irgendwann wurde sie durch das Fort Castillo de San Marcos geschützt, dass im Laufe der Zeit ausgebaut, später von den Engländern übernommen wurde. 300 Jahre lang war es in Gebrauch. 1821 ging Florida an die Vereinigten Staaten. Das Fort ist sehr sehenswert. Die Altstadt zeigt ein Bild aus dem 18.Jahrhundert. Die Häuser sind rekonstruiert und beherbergen heute Künstler, Handwerker und Museen. Man kann das Kleinod der Geschichte zu Fuß, per Kleinbahn oder Kutsche entdecken.

Fort von St.AugustinÄltestes Schulgebäude aus Holz

Kennedy Space Center – Florida

BildDas die Amerikaner sich aufs inszenieren verstehen, wissen wir ja, aber dieses life zu erleben, ist etwas ganz anderes. Der Besuch im Kennedy Space Visitor Center war ein tolles Erlebnis. Alles ist echt, kein Disney-Park. Man ist via Film und sogar im Kontrollzentrum, dieses ist allerdings nachgestellt, hautnah bei einem Raketenstart dabei. Dabei werden naturgetreu die Geräusche und Vibrationen, die man im Kontrollzentrum spürt, simuliert. Eine Busfahrt durch das KSC-Gelände ist dabei, die den Besucher vorbei an den Startrampen, dem Gebäude, in dem die Raketen zusammengebaut und beladen werden, und dem Kontrollzentrum, zur Apollo 7-Mission und der Saturn V Rakete bringt. Dort erlebt man die Mondlandung der Apollo 7-Mission mit. Das aufregendste Erlebnis war der 3D-Film im IMAX-Theater. Hier ist der Besucher, ich und Du, direkt auf der Internationalen Raumstation ISS dabei. Die Astronauten tragen Kameras an ihren Helmen und filmen alles. So, wie die Astronauten ihr Umfeld erleben, haben wir den Aufenthalt in der ISS, im Space-Shuttle und im Trainnigszentrum erlebt, unglaublich. Man bekommt eine echte Vorstellung davon, wie es ist, mit der Schwerelosigkeit umzugehen, verschiedene Teile an der ISS zu montieren, alltägliche Dinge zu erledigen und wie man dort schläft, nämlich aufrecht in einem Schlafsack. Jeder Astronaut hat ein eigenes „Zimmer“, so ungefähr 70x70cm. Einer der Astronauten hat so sechs Lauchzwiebeln mitgenommen, in Papier und Plastik gesteckt. Die sind nicht zum Essen vorgesehen, sondern um etwas Grün in die Tristesse zu bringen. Viele Dinge haben wir gesehen, die für uns selbstverständlich sind, dort oben aber vollkommen anders ablaufen. Sogar außerhalb der ISS, im leeren Raum waren wir, einmalig. Unbedingt empfehlenswert.

Zu diesen Erlebnissen gibt es sehr interessante Ausstellungen zu allen Themen der Raumfahrt, auch zum Hubble-Teleskop. Der Eintritt ist zwar gepfeffert, aber wir konnten mit einem 2,50$-Coupon und Klaus als 55+ sparen.

Nach diesem aufregenden Tag kehrten wir in das berühmte „Dixie Crossroads“ Seafood Restaurant in Titusville ein. Begrüßt wurden wir mit einer Schale Maisbällchen mit Puderzucker. Auf einen Gutschein hin bekamen wir eine Vorspeise aus Krabbenbällchen mit 2 Saucen, dazu bestellte ich mir ein halbes Alligatorrippchen, Klaus begnügte sich mit Fisch.

Ein wunderschönes Hallo aus Florida

Gestern haben wir wieder unseren Platz gewechselt und sind auf einen schönen, grünen Campingplatz gefahren. Wir sind immer noch bei den Vorbereitungen, haben uns bei der Firma, die uns das Wohnmobil verkauft hat, noch zwei schöne und bequeme Fernsehsessel und eine Waschmaschine gekauft. Die Küchenausstattung ist fast komplett und was man sonst noch so braucht. Wir waren heute wegen einem Internetzugang unterwegs, können aber wie es aussieht, nur eine Prepaid-Variante haben, weil wir nicht in den USA gemeldet sind. Da müssen wir noch einmal nachforschen.

Wie es aussieht, kommen wir wahrscheinlich am Mittwoch hier weg, um endlich unsere große Reise anzutreten.

Die amerikanische Technik verlangt uns einiges ab. Jede Aufgabe wird zur Herausforderung: Waschmaschine und Trockner in einem der allgegenwärtigen Waschsalons bedienen, Luft auf die Autoreifen pumpen, tanken, das Tor zum Pool öffnen usw. Wir müssen uns die einfachsten Dinge zeigen lassen, echt peinlich.

Seit ein paar Tagen ist es temperaturmäßig kaum auszuhalten. Die Feuchtigkeit lässt den Schweiß nur so fließen. Kaum ist man aus der Dusche raus, könnte man schon wieder drunterspringen. Aber ich beschwere mich nicht, bin froh, nicht mehr frieren zu müssen. Ohne Klimaanlage geht hier gar nichts.

Während ich das hier schreibe, ist es Abend und wir sitzen draußen und lauschen den Grillen. Heute wehte ein sehr leichtes Lüftchen und es gab ein paar Regentropfen.

Po-Delta

Kaum hatten wir den Stellplatz im Delta des italienischen Flusses Po erreicht, empfing uns das Wetter mit einem ausgewachsenen Sturm und Regen, welches stundenlang und bis tief in die Nacht anhielt. Deshalb mussten wir unseren gerade begonnenen Rundgang durch den Fischereihafen von Goro-Gorino, dem wir einen Besuch des gleichnamigen Ortes anschließen wollten, schnell wieder beenden.
Wir stehen direkt zwischen dem Po-Goro und der Lagune am südlichen Deltarand. Durch den Sturm stieg der Wasserpegel schnell und drückte noch mehr Wasser durch die enge Schleuse zwischen beiden Gewässern, an der wir stehen. Es wurde etwas beängstigend. Müssen wir den schönen Stellplatz gleich wieder verlassen und tiefer ins Landesinnere, nach Goro, umziehen? Ein Auge hielten wir immer auf das Wasser gerichtet. Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne.

Unwetter über dem Po-Delta

Das Po-Delta ist die Heimat von Nutrias. Eine Gruppe von ihnen lebt kurz vor Goro-Gorino an einen Wasserloch. Mal schwimmen sie, mal fressen sie das satte Grün am Wasserrand. Sie sind sehr scheu und lassen sich nur aus der Entfernung fotografieren. Die nahe an ihnen vorbeifahrenden Autos stören sie dagegen nicht. Nutrias haben wir jedoch überall gesehen, wo Wasser in der Nähe ist. Leider werden viele von ihnen hier im Park des Po-Delta überfahren.

Nutrias

Das Po-Delta wird stark landwirtschaftlich genutzt. Von Möhren, Rüben und Salat bis hin zu Haselnüssen wird auf dem fruchtbaren Boden manches geerntet. Jetzt im Herbst sind aber die meisten Felder umgepflügt. Deshalb sind kaum noch Vögel im Delta unterwegs, außer den üblichen vier Reiherarten (Grau-, Silber-, Seiden-, Kuh-), Möwen, Elstern und ein paar Singvögeln. Im Ebro-Delta ist da schon mehr los um diese Jahreszeit.
Goro und Gorino sind zwei ruhige Orte. Hier hat man Zeit, hier regiert die Natur. Nur in den zwei großen Häfen sieht man so etwas wie Geschäftigkeit. Allerdings fragt man sich, angesichts der unzähligen Fischerboote: Was fangen die? Soviel Fisch kann es im Po und der Lagune gar nicht geben. Viele Boote haben Ausrüstung zum Muschelfang dabei. Vor allem Miesmuscheln und Venusmuscheln werden in den Lagunen gezüchtet. Im Sommer werden Bootstouren zu den Muschelbänken angeboten.

Von unserem Stellplatz im Fischereihafen von Gorino sehen wir einen Leuchtturm. Leider ist dieser nur mit einem Boot zu erreichen. Wir fuhren über eine Behelfsbrücke kurz vor Gorino über den Po-Goro. Diese Behelfsbrücke kostet für PKWs 2,50€ Zoll pro Überfahrt und basiert auf mehreren Betonschiffen, die nebeneinander im Po-Goro liegen. Mit lautem Gerappel, die meisten Bohlen sind lose, erreichten wir das andere Ufer und folgten der Straße auf dem Damm, bis zu deren Ende. Den Rest bis zur Po-Mündung in die Adria muss man zu Fuß gehen, allerdings mit Hindernissen und nassen Füßen am Po-Ufer entlang. Auf den letzten 50m stapelt sich das Treibholz meterhoch, so dass das Ufer der Adria unerreichbar bleibt. Einen schönen Blick auf den Leuchtturm hat man trotzdem.

Mündung des Po-Goro

Comacchio ist die heimliche Hauptstadt des Po-Deltas und war im Mittelalter ein erfolgreicher Handelshafen. Die großen Erwerbszweige sind hier das Salz und der Aal. Die Salzproduktion begann schon in der Antike, als die Etrusker die Stadt Spina gründeten, deren Reste in der Nähe von Comacchio ausgegraben wurden. Schon Spina war ein wichtiger Handelshafen. Die Etrusker, an denen man nicht vorbeikommt, wenn es um Italien geht, legten die Salinen an, die über die Jahrhunderte bis 1985 genutzt wurden. Dann wurde die Produktion eingestellt und die Natur bekam ihr Recht zurück. Nur wenige kleine Salzbauern gibt es noch. Flamingos sollen hier brüten, aber im Moment sind sie nicht da.
Die Lagunen von Comacchio sind ebenso Lebensraum der Aale, wenn sie aus der Sargassosee, östlich von Florida im Atlantik, kommen. In der Zeit von Oktober bis Dezember ziehen die Aale wieder dorthin zurück. Seit Jahrhunderten werden die Aale dann mit Hilfe von Schrankensystemen aus Holz und Weidenruten in den Kanälen gefangen. Es gab viele dieser Schrankensysteme im Delta. Die dazugehörigen Bauwerke, Wohn- und Arbeitsraum der Fischer, sind heute meist nur noch Ruinen. Aale gibt es kaum noch, deshalb ging auch dieser Erwerbszweig auf ein Minimum zurück. In der Manifattura dei Marinati, der Fischfabrik, auch Haus des Aales genannt, kann man sich auf die Spuren der Aalverarbeitung begeben. Von Oktober bis Dezember, wenn die Aale gefangen werden, ist das Museum wieder als Fabrik tätig. Dann werden die Aale angeliefert, der Kopf entfernt, und der Rest wird auf lange Spieße gefädelt. Diese werden vor große Feuer gehängt, es gibt zwölf Kamine, bis sie gut gebraten sind. Dann schichtet man sie in Fässer, die zum Abschluss mit Marinade aufgefüllt werden. Für 3,-€ Eintritt ist man dann hautnah dabei. Wir jedoch waren wohl etwas zu früh, denn die Kamine blieben kalt und die Spieße leer. Mehrere Filme erklären dann die Funktionsweise der Fischfabrik. Es wurde sogar ein Film mit Sophia Loren gedreht, der sich mit dem Aalfang und der Fischfabrik beschäftigt. Anfang Oktober findet jedes Jahr das „Aalfestival“ statt. Deshalb kamen wir mit der Erwartung nach Comacchio, dass wir überall an Ständen oder so Aal probieren könnten. Stattdessen wird der Aal für teures Geld als Konserve in Spezialitätenläden oder als teure Gerichte in den Restaurants und Trattorias angeboten.

Fischfabrik oder „Haus des Aals“ in Comacchio

Die Lagunenstadt Comacchio ist trotzdem sehr sehenswert und eine echte Konkurrenz zu Venedig. Hier ist es zu dieser Jahreszeit sehr ruhig. In aller Ruhe und Gemütlichkeit lässt es sich an den vielen schönen Kanälen und bunten Häusern entlang spazieren. Ziegelbrücken ermöglichen den Seitenwechsel. An fast jeder Ecke erhebt sich eine Kirche. Im Stadtzentrum stehen ein Uhrturm und der Weizenspeicher.

Kanäle überall

Das imposanteste Bauwerk ist die Trepponti-Brücke, die 1630 als monumentales Seetor gebaut wurde. Über mehrere Treppen kann die Trepponti-Brücke passiert werden. Gleich nebenan befindet sich der alte Fischmarkt mit der Fischhalle. Comacchio ist unserer Meinung nach ein Muss, wenn man das Po-Delta besucht.

Trepponti-Brücke

Noch eines muss ich erwähnen. Vollkommen überrascht waren wir, als wir die großen Fischernetze bei Comacchio sahen. Es ist das gleiche Prinzip, wie die chinesischen Netze in Kerala (Indien). Nur das diese dort mit einem Hebel und sechs bis acht Mann bedient werden, und hier in Comacchio mit Hilfe eines Motors funktionieren. Die großen viereckigen Netze sind stationär und werden in das Wasser abgesenkt. Nach kurzer Zeit zieht man sie hoch und der Fang, meist nur kleine Fische, die frittiert werden, werden mit einem Kescher herausgefischt. Dabei müssen die Fischer schnell sein, denn Heerscharen von kleinen Krebsen, die mit dem Netz nach oben kommen, stürzen sich ebenfalls auf die Fische. Natürlich wollen auch die Möwen ihren Anteil.

Fischernetze in Comacchio

Der zweite Stellplatz im Po-Delta, den wir nutzten, war der naturbelassene Platz „Area Sosta Camper“, direkt bei den Lagunen von Comacchio, knapp südlich der Stadt. Die breiten Strände von Porto Garibaldi, Estensi und Spina sind auch gleich in der Nähe. Dort ist inzwischen auch alles in einen Dornröschenschlaf gefallen. Nur ein paar in dicke Jacken gehüllt Spaziergänger bevölkern jetzt den Strand. Die meisten Kneipen haben bis zum Frühjahr geschlossen.

Lustiges

Ich möchte mit diesem Beitrag ein Schmunzeln auf Eure Gesichter zaubern. Beim Durchstöbern unseres Bildarchivs im Hinblick auf verschiedene Themen für Beiträge auf unserem Blog, oder auch für Blogs anderer Reisender, fand ich einige witzige Fotos. Vielleicht habt Ihr auch Spaß daran.

Ein immer wieder beliebtes Thema sind Tiere:

autofahrender Mops

Diesen autofahrenden Mops trafen wir am Meteor Crater in Arizona.

 

Colva Indien

Was wohl heute im Angebot ist? (Colva, Indien)

 

Kroatien

Das spannende Katzenkino steht auf Dugi Otok – Kroatien.

 

Schilder geben auch manchmal Anlass zum Schmunzeln:

k-P1080140

Dieses Schild steht am Meteor Crater, Arizona.

 

Northhumberland Shore New Brunswick

Büro für Geldwäsche? Northhumberland Shore New Brunswick

 

Canterbury

Das tolle Angebot gibt es in Canterbury, England.

 

Tumbstone Arizona

Dieser Herr wurde „aus Versehen“ gehängt und liegt nun auf dem Boothill in Tombstone, Arizona.

 

Gefunden am Wismarer Marktplatz

Gefunden in Danzig am Zeughaus


Noch mehr Schönes:

k-Normandie 266

Was ist dort bloß zu sehen? (Rance-Kraftwerk in der Normandie)

 

Lower Keys Florida

Dieser Becherhalter macht richtig Spaß. Gefunden auf den Lower Keys, Florida.

 

Steiermark

Aliens gibt es doch. Sie sind im Grübelsee, Steiermark, zu Hause.

 

Gila Bend Arizona

Damit auch jeder Kunde zufrieden ist, wird der Tag einfach eine Stunde länger gemacht. (Gila Bend, Arizona)

 

Gartenradio. Not macht erfinderisch.

 

Euch allen alles Gute.

 

 

 

 

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