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USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

Tourkarte USA/Kanada

 

Tourkarte Nordamerika

Tourkarte Nordamerika

 

Unsere Rundreise durch die USA und Kanada begann in Tampa (Florida), hinüber zur Ostküste, weiter Richtung Norden. Bei Charleston bogen wir zu den Great Smoky Mountains ab. Nachdem wir dort ein schwerwiegendes Problem an unserem Auflieger feststellen mussten, blieb uns nichts weiter übrig, als nach Tampa zurückzufahren (gestrichelte Linie). Nach Reparatur des Schadens starteten wir erneut. Ab Charleston folgten wir immer weiter der Ostküste in Richtung Norden bis nach Nova Scotia (Kanada). Bevor uns der Herbst einholte, wendeten wir uns Richtung Westen und fuhren den St. Lorenz-Strom hinab. Über die Niagara-Fälle erreichten wir Chicago. Ab hier lag unser Schwerpunkt auf der Route 66, die uns bis zum Grand Canyon begleitete.

Den Winter verbrachten wir in Arizona. Die Kälte zwang uns, eine Zeit lang in Phoenix zu bleiben, bis wir für zwei Monate nach Deutschland zurückkehrten. Im März nahmen wir unsere Tour wieder auf und gelangten über den Hooverdamm und Las Vegas ins Tal des Todes. Von dort arbeiteten wir uns über die Sierra Nevada in den Norden Kaliforniens bis nach Oregon vor. Hier stoppte uns der Winter ein weiteres Mal und zwang uns zur Umkehr. Der einmalig schönen Westküste nach Süden folgend erreichten wir San Francisco und Los Angeles.

Über den Süden der USA nach Osten gerichtet durchquerten wir Arizona, Texas und die Südstaaten, bis wir den Kreis in Florida schlossen.

Fazit 2. Teil unserer Rundreise

Nach mehr als eineinviertel Jahren Rundreise durch die USA und den Osten Kanadas ist unsere Rundreise durch Nordamerika nun zu Ende. Wunderbare Erlebnisse, eine herrliche Natur und natürlich auch nicht so gute Zeiten machten diese Reise aus. Man hat uns schon manchmal gefragt, wo es uns am Besten gefallen hat. Spontan fällt mir da Arizona ein. Das ist unserer Meinung nach der Bundesstaat, der naturmäßig am Meisten zu bieten hat. Da sind Berge, Canyons, Flüsse und Seen und natürlich die Wüste. Dazu läuft dem Reisenden fast überall Geschichte über den Weg wie in Tombstone, die Route 66 oder der Hooverdamm. Die Einwohner Arizonas lieben ihr Land und sind stolz auf das, was sie haben. Dort fühlten wir uns überall willkommen, aber auch die anderen Bundesstaaten, die wir besuchten, machten Eindruck auf uns. Die Vereinigten Staaten sind ein sehr interessantes und geschichtsträchtiges Land, wenn es auch nicht auf Jahrtausende zurückblicken kann. Was uns ein wenig gestört hat ist, dass alles, wirklich alles reglementiert ist. Man kann nicht einen Schritt machen, ohne beobachtet zu werden, nichts tun, ohne das Einverständnis Irgendjemandes. Da ist man in Kanada schon freier, kann an schönen Stellen frei übernachten und es kommt nicht ständig ein Sheriff oder die Parkaufsicht daher gefahren. Alles in allem sind wir froh, diese Rundreise gemacht zu haben, wenn es auch nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. So ist das eben im Leben, es geht nicht immer nach dem eigenen Willen.

Ich möchte die Gelegenheit jetzt nutzen, um zwei Dinge zu ergänzen. Erstens fielen uns damals am südlichen Ende der Salton Sea, Kalifornien, große Kraftwerke auf, von denen wir glaubten, dass es Chemiebuden wären. In einer Fernsehdokumentation erfuhren wir jetzt, dass dies Geothermische Kraftwerke sind. 24 heiße Quellen hat man dort angebohrt. Auf diese Idee wären wir nie gekommen.
Zweitens berichtete ich mehrere Male von den zahlreichen Flechten, die von den Bäumen in den Südstaaten hängen. Richtigerweise handelt es sich um Spanisches Moos, dass sehr oft mit den Live Oaks, einer Eichenart, in Symbiose lebt, aber auch auf anderen Pflanzen zu finden ist. Es sieht jedenfalls sehr interessant aus.

Bevor wir Jacksonville und die USA per Flugzeug verließen, besuchten wir ein letztes Mal die Küste, um am Strand von Little Talbot Island im Norden Jacksonvilles im Meer zu baden. Das ewig warme Wetter (nicht die feuchte Hitze, der wir zum Großteil der letzten Monate ausgesetzt waren) und das warme Meerwasser werden uns unbedingt in Deutschland fehlen. Die entspannte Fahrweise und die Ruhe sowie die Ausgeglichenheit der Amerikaner wünschen wir uns auch in Deutschland.

In den letzten Tagen wohnten wir im Jacksonville Airport Hotel. Gegen diesen Internationalen Flughafen ist der kleine Flughafen Frankfurt-Hahn ein Bienenstock.
Bald hat uns das Alltagsleben wieder, bis wir irgendwann im nächsten Jahr auf eine neue Tour gehen.

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Los Angeles – Kalifornien

Los Angeles

Los Angeles

Das einzige Wohnmobil, das in Los Angeles unterwegs war, war unseres. Gesehen von Los Angeles haben wir 4-6 spurige Straßen, in beide Fahrtrichtungen, und PKW-Kolonnen. Was haben wir noch gesehen – nichts, weder den Santa Monica Pier, der das Ende der Route 66 darstellt, noch den Walk of Fame, noch den berühmten Schriftzug „Hollywood“, noch den berühmten und seit langem in Rente gestellten Luxusliner Queen Mary oder was die Stadt der Engel, wie Los Angeles übersetzt heißt, sonst noch so zu bieten hat.
 Inzwischen habe ich auch die Antwort, warum LA so viele Autos hat. Die Stadt wurde als „Autostadt“  entworfen. Öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie gar nicht, so dass alle Leute mit dem eigenen Auto zu ihren Zielen gelangen müssen. Da hilft es auch nicht, dass extra Spuren für Fahrzeuge eingerichtet wurden, in denen 2 oder mehr Insassen sitzen müssen. Solche Spuren gibt es übrigens in jeder amerikanischen Großstadt. Es gibt sogar „nebenberufliche Beifahrer“, die „angeheuert“ werden, damit diese Voraussetzung erfüllt ist und die Schnellspuren genutzt werden können.

Koberindfleisch

Koberindfleisch

Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir im Außenstadtteil Rosemead. Das es ein chinesischer Stadtteil ist, damit meine ich nicht Chinatown, erfuhren wir erst, als wir da waren. Ein asiatischer Supermarkt lockte uns. Das Angebot ist sehr gut und sehr exotisch. Dinge, die wir sonst nirgendwo bekommen, außer in den chinesischen Vierteln. Dazu gehört das teuerste Rindfleisch, das man für Geld kaufen kann: das japanische Koberind. Die Rinder aus der japanischen Stadt Kobe bekommen eine ganz spezielle Zuwendung. Neben dem liebevollen Umgang mit den nicht sehr bewegungsfreudigen Rindviechern werden diese auch noch jeden Tag mit Bier massiert. Wozu das Bier gut ist, lassen wir dahin gestellt. Die Massagen bewirken jedenfalls, dass sich das Fett gleichmäßig im Fleisch verteilt. Das Fleisch hat dann eine gleichmäßige Maserung aus Fett und Fleisch. So schmeckt das Fleisch dann auch, sehr ausgewogen. Unsere 0,34-Pfund-Packung kostete dann auch 8,84 Dollar.

Die zweite Spezialität, leider nur gefroren, sind Abalone. Wie sich das mit den Muscheln verhält, hatte ich ja schon im Artikel „Mendocino County“ beschrieben. Inzwischen wissen wir, dass sich eine Abalonezucht in Cayucos bei Morro Bay befindet, aber die Chinesen müssen eigene Zuchten besitzen, bei dem Abalone-Angebot, welches sie haben. Probiert haben wir die Muscheln noch nicht, werde später berichten. Ganz billig sind die Abalone auch bei den Chinesen nicht, aber probieren müssen wir einfach. Solch ein Angebot bekommen wir wahrscheinlich kein zweites Mal.

Mit der Erfahrung auf dem Küstenabschnitt zwischen Santa Barbara und Los Angeles hat sich die weitere Fahrt an der Pazifikküste entlang für uns erledigt. Statt nach San Diego weiterzufahren, bogen wir nun ins Landesinnere ab. Alles andere hat keinen Zweck mit solch einem großen Auto.

Kingman – Arizona

Kingman - Wandgemälde Route 66Kingman - Erinnerung an die alte EisenbahnKingman bezeichnet sich selbst als das Herz der Route 66. Über 40 Gebäude und Anlagen werden im Nationalen Register für Historische Plätze geführt. Im Powerhouse, der ehemaligen Schaltzentrale der Eisenbahn, sind heute das Besucherzentrum und ein weiteres Route 66 Museum untergebracht. In der historischen Shoppingmeile findet der Besucher viele Antikläden. In einigen Autowerkstätten möbelt man alte Autos wieder auf. Im 5-Minutentakt fahren die Züge durch die Stadt. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Waggons eines dieser Züge zu zählen. Es waren unbeschreibliche 132 Stück. Bei einer durchschnittlichen Länge der Waggons von 20 Metern kommt man auf eine Zuglänge von über 2,6 Kilometern.

Golden Valley - RiesenyuccaIm Golden Valley etwas westlich von Kingman, einem weitläufigen Tal an den Black Mountains, entdeckten wir eine Art Riesenyucca.

Flagstaff – Arizona

Wieder ostwärts gerichtet und an der Südseite der San Francisco Mountains vorbei erreichten wir Flagstaff, das am Fuße von mehreren Vulkanen und immer noch 2135m hoch liegt. Hier verbrachten wir die kälteste Nacht dieser Tour. Um 7 Uhr morgens zeigte das Thermometer -1,3° C in unserem Schlafzimmer an. Da wir wieder einmal bei Walmart standen und unsere Heizung auf Gas lief, oder besser nicht lief, fuhren wir als erstes in die Altstadt von Flagstaff, um dort einen Ort für unser Frühstück zu finden. Im Café Pickles in der San Fransisco Street nahmen wir ein gutes mexikanisches Frühstück zu uns. Kaffee gibt es ja, wenn man etwas zu essen bestellt, bis zum Abwinken. Warm wurde es uns nebenbei noch.

 

 

 

Danach sind wir ein Stück die Route 66, unter anderem am alten Bahnhof vorbei, in dem heute die Touristinfo sitzt, entlanggelaufen. Für die Rücktour suchten wir uns die Parallelstraße Aspen Avenue aus. Das Hotel Weatherford sieht heute noch fast genauso aus wie 1897, als es gebaut wurde. Die alte Kirche ein paar Straßen weiter hinten, ist in ihrer Architektur einzigartig. In der Fassade wurden roter Sandstein und Natursteine verbaut. Die Figuren, die die Fassade schmücken, sind aus Kalkstein. Uns hat das sehr gut gefallen. Da hat doch mal jemand echten Geschmack bewiesen. Das Innere der Kirche ist dafür schlicht gehalten.

 

 

 

Flagstaffs erster Siedler war Thomas F. McMillan. Er wurde in Tennessee geboren, suchte Gold in Kalifornien, züchtete Schafe in Australien und kam 1876 in Arizona an. Hier baute er eine Schaf-Ranch auf und verkaufte Partyartikel, unter anderem Fahnenzubehör. Daher kommt der Name der Stadt Flagstaff.
 Flagstaff ist eine laute Stadt, nicht zuletzt wegen der Eisenbahn, die wie in Gallup alle paar Minuten durch die Häuserreihen brettert.

Williams – Arizona

Über Tusayan verließen wir den Grand Canyon National Park wieder in Richtung Süden. In Valle haben wir die Heimat von Fred und Wilma Feuerstein gefunden. Die „Flintstones Bedrock City“ ist ein Themenpark für Kinder. Gleich nebenan liegt ein Flugzeugmuseum.

Wieder durch das große Vulkangebiet mit seinen Lavaflüssen und fast immer den schneebedeckten Humphrey´s Peak im Blick, kamen wir in Williams an. Williams ist bekannt als das Tor zum Grand Canyon. Von hier startet auch die Dampflokbahn, die die Besucher auf ihre eigene Weise zum Grand Canyon bringt. Außerdem bringt der Bearizona Wildlife Park, durch den man mit dem Auto fahren kann, den Besuchern die heimische Tierwelt nahe.

Im Zusammenhang mit der Route 66 gibt es zu sagen, dass Williams die letzte Stadt an der Route 66 war, die durch die Interstate 40 vom Durchfahrtsverkehr abgeschnitten wurde. Das war am 13. Oktober 1984. Die Historische Altstadt erstreckt sich innerhalb zweier Straßen über mehrere Blocks. Die alten Häuser sind alle neu gestaltet und renoviert worden, so dass es Spaß macht, durch das Viertel zu spazieren. Das Cruiser´s Café 66 ist im Stil der Route 66 eingerichtet und warb mit den besten Grillgerichten der Stadt, allerdings sind die viel zu teuer. Das Café arbeitet mit der Grand Canyon Brauerei zusammen und so probierten wir das Bier. Da wir nicht sagen konnten, welches Bier wir bestellen sollten, brachte uns die Kellnerin drei Gratisproben. Also, ich muss sagen: wenn man in den USA gutes Bier trinken möchte, dann sollte man sich an die privaten Brauereien halten. Damit haben wir bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir haben jedenfalls auch diesmal einen kleinen Vorrat mitgenommen.
Für uns war Williams für diesen Abschnitt unserer Tour der westlichste Punkt auf der Route 66. Wir hoffen, dass wir die Mutterstraße Amerikas bald weiterfahren können.

Holbrook – Arizona

Von der lange angedrohten Kaltfront hatte ich berichtet. Heute morgen standen wir inmitten eines Blizzards auf und alles war weiß. In der Nacht hatte es noch geregnet. Damit hatten wir nicht gerechnet, eine schöne Überraschung.

Das Schneien hatte bei unserer Abfahrt jedoch weitestgehend nachgelassen und an der Grenze zu Arizona schien wieder die Sonne. Arizona und Schnee! Anscheinend hat es hier aber noch vielmehr geregnet, denn das Wasser stand noch fast überall und in den Flussläufen kamen manchmal ganz schöne Massen an Wasser an. Ab der Grenze zu Arizona bis kurz vor Flagstaff führt die Straße nun durch Navajo- und Hopigebiet. Das Devil´s Cliff hinter Manuelito, das die Ingenieure im Jahre 1936 in den Felsen gesprengt haben, um Platz für die Route 66 zu machen, haben wir gesehen. Die Route 66 führt mal rechts, mal links entlang der Interstate 40. Am Devil´s Cliff führt sie direkt an der Felswand entlang, darunter liegt die Amtrakstrecke, die ja schon vor der Route 66 da war. Hier und da sieht man, wie überall an der Route 66, Ruinen von Motels und Tankstellen. Zwei einsame Brücken, die Straße hat an diesen Abschnitten die Landschaft zurückerobert, sind nördlich der Interstate auch zu finden.

Kurz vor Holbrook liegt der Petrified Forest National Park. Zu spät, nämlich auf dem Campingplatz in Holbrook, der direkt an der Route 66 liegt, erfuhren wir, was das bedeutet. Skulpturen von Sauriern säumen die Straßen. Vor der Anmeldung des Campingplatzes OK RV Park liegen versteinerte Baumstammstücke. Jetzt war mir alles klar. Eine Karte des Gebietes verriet uns, was wir verpasst haben. Auf einer Panoramastraße hätten wir durch ein Gebiet fahren können, das nur so vor versteinerten Bäumen strotzt. Jede Menge Saurierknochen und andere Fossilien hat man hier ebenfalls gefunden. Außergewöhnliche Felsstrukturen und die bunten Sandsteinfelsen der Painted Desert komplettieren den Park. Das hätte sich bestimmt gelohnt. Naja.

Holbrook war als zäheste, rauheste und gesetzlose Stadt des alten Westens bekannt. Aus allen Ecken der Gemeinde hört man Geschichten und Legenden. Holbrook wurde 1881 gegründet, als die Eisenbahn kam. Das Gerichtsgebäude mit dem Gefängnis wurde 1898 gebaut und das Gefängnis war bis 1976 in Betrieb. Heute hat dort die Handelskammer ihren Sitz.

Um zu kompensieren, was wir mit dem Petrified Forest National Park verpasst hatten, besuchten wir Jim Gray´s Petrified Wood Museum, welches die größte Sammlung versteinerten Holzes im Lande aufweist. Man kann die Stücke kaufen wie sie gefunden wurden oder auch verarbeitet, also geschnitten und geschliffen. Da sind sehr schöne Stücke dabei wie Couchtische oder nur dekorativ verarbeitete Stammteile, alles entsprechend teuer. Es werden aber auch Stücke für den kleineren Geldbeutel angeboten, dazu eine Unmenge Fossilien und Edelsteine. Die größte Attraktion des Museums ist „Wild Bill“, ein 2,9 Millionen Jahre altes, komplettes Alligatorfossil. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Unvorstellbar, welche Massen von diesen Dingen dort gelegen haben und immer noch liegen.

 

Gallup – New Mexico

Die Route 66 hat uns in Gallup erst einmal wieder. Es ist der höchste Ort an der Route 66 und für Übermorgen ist eine strenge Kältewelle angesagt. Wir müssen endlich weg hier, aber der Red Rock Park hält uns noch auf. In Gallup selbst sind einige Wandgemälde zu besichtigen, die jedoch von indianischen Künstlern gestaltet wurden. An der Route 66 reihen sich indianische Handelsposten und Geschäfte aneinander. Der City Electric Shoe Shop bietet hochwertige Western- und Indianerkleidung. Es soll 117 Restaurants, 61 Hotels und 42 Tankstellen geben. Im Eagle Café, das es seit 1917 gibt, ließen wir uns ein ausgezeichnetes Lammgulasch schmecken. Dazu gab es Mais, der die Konsistenz von Kartoffeln hatte und auch so schmeckte. Keine Ahnung, was das war. Am östlichen Ende von Gallup steht das El Rancho Hotel von 1937, in dem so berühmte Schauspieler wie Ronald Reagan, Spencer Tracy, Katherine Hepburn und viele andere Persönlichkeiten residiert haben. Das absolut Negative an Gallup ist, dass etwa alle 14 Minuten ein Zug, der jedesmal bei der Durchfahrt hupt was das Zeug hält, die Stadt passiert. Unser Eindruck war, dass 14 Minuten noch zu lang sind. Das ist eine echte Zumutung.
 Ich glaube, die Bewohner von Gallup sind zu 98% Indianer. Es ist die Welthauptstadt der Indianer und die Abenteuer-Hauptstadt von New Mexico. Es gibt soviel im weiteren Umkreis von Gallup zu entdecken und zu erleben, dass es wohl fast ein Leben lang braucht, alles zu sehen. Den Red Rock Park wollen wir aber noch entdecken.

Die Kältewelle hat uns heute Nacht schon mit Regen und Wind erreicht. Schade, aber nicht zu ändern. Unsere Wanderung durch den Red Rock Park mit den beiden Felsformationen Pyramid Rock und Church Rock haben wir trotzdem gemacht. Mann, oh Mann, beinahe hätten wir oben auf dem Kamm übernachten müssen, denn wir haben den Abstieg nicht gefunden. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland solche Wanderwege gibt. Dieser hier wird gleich als „nicht offiziell“ gekennzeichnet. Man soll eine wage gehaltene Trailkarte mitnehmen und quasi selbst herausfinden, wo es langgeht. Nur dumm, dass es mehr Wege gibt als auf der Karte verzeichnet sind und die Steinmännchen, die die Wege markieren sollen, nicht immer zu finden sind. Da ist man schnell falsch abgebogen. Nur durch Zufall, nachdem wir schon mehrfach an sehr tiefen Abgründen gestanden haben, fanden wir einen der Wege, der uns wieder nach unten brachte. Alle Wege sind, ohne Ausnahme, abenteuerlich. Bloß gut, dass wir so einiges gewohnt sind. Als dann noch offensichtlich kurz vor uns ein Puma denselben Weg durch das Flussbett genommen hatte, haben wir uns gleich noch mit Knüppeln bewaffnet. Fix und fertig erreichten wir nach 3 Stunden Kletterei unseren Campingplatz am Fuße der Felsen.

 

 

 

 

 

 

 

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