A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Suchergebnisse für: “San Francisco

Flagstaff – Arizona

Wieder ostwärts gerichtet und an der Südseite der San Francisco Mountains vorbei erreichten wir Flagstaff, das am Fuße von mehreren Vulkanen und immer noch 2135m hoch liegt. Hier verbrachten wir die kälteste Nacht dieser Tour. Um 7 Uhr morgens zeigte das Thermometer -1,3° C in unserem Schlafzimmer an. Da wir wieder einmal bei Walmart standen und unsere Heizung auf Gas lief, oder besser nicht lief, fuhren wir als erstes in die Altstadt von Flagstaff, um dort einen Ort für unser Frühstück zu finden. Im Café Pickles in der San Fransisco Street nahmen wir ein gutes mexikanisches Frühstück zu uns. Kaffee gibt es ja, wenn man etwas zu essen bestellt, bis zum Abwinken. Warm wurde es uns nebenbei noch.

 

 

 

Danach sind wir ein Stück die Route 66, unter anderem am alten Bahnhof vorbei, in dem heute die Touristinfo sitzt, entlanggelaufen. Für die Rücktour suchten wir uns die Parallelstraße Aspen Avenue aus. Das Hotel Weatherford sieht heute noch fast genauso aus wie 1897, als es gebaut wurde. Die alte Kirche ein paar Straßen weiter hinten, ist in ihrer Architektur einzigartig. In der Fassade wurden roter Sandstein und Natursteine verbaut. Die Figuren, die die Fassade schmücken, sind aus Kalkstein. Uns hat das sehr gut gefallen. Da hat doch mal jemand echten Geschmack bewiesen. Das Innere der Kirche ist dafür schlicht gehalten.

 

 

 

Flagstaffs erster Siedler war Thomas F. McMillan. Er wurde in Tennessee geboren, suchte Gold in Kalifornien, züchtete Schafe in Australien und kam 1876 in Arizona an. Hier baute er eine Schaf-Ranch auf und verkaufte Partyartikel, unter anderem Fahnenzubehör. Daher kommt der Name der Stadt Flagstaff.
 Flagstaff ist eine laute Stadt, nicht zuletzt wegen der Eisenbahn, die wie in Gallup alle paar Minuten durch die Häuserreihen brettert.

Werbeanzeigen

Grand Canyon – Arizona

Vorbei an den San Francisco Mountains und anschließend durch eine bilderbuchmäßig schöne Vulkankette erreichten wir, immer bergab fahrend, auf der Road 89 Cameron, wo wir uns die alte Stahlfachwerkbrücke über den Little Colorado River angesehen haben. Sie wurde von einer moderneren, dem heutigen Verkehr entsprechenden Brücke abgelöst.

Nachdem wir auf die Road 64 abgebogen waren, fuhren wir durch eine Wüste mit Sandsteinformationen, Vulkanen und dem schon beeindruckenden Canyon des Little Colorado River. Entgegen unserer Erwartungen mussten wir wieder einen Höhenunterschied von 5000 Fuß auf weit über 7000 Fuß (2200m) überwinden. Niemand, aber auch niemand, hatte irgendwann einmal erwähnt, dass der Grand Canyon nicht im Flachland liegt, wie man es erwartet, sondern im Hochgebirge. Die Erklärung: vor Milliarden von Jahren lag die ganze Ebene viel tiefer und war ein riesiges Meer, welches Sedimente ablagerte und Lebewesen konservierte. Irgendwann später schob sich die Nordamerikanische Kontinentalplatte unter die Pazifische Platte und das Gebiet des heutigen Grand Canyon wurde auf etwa 3000m angehoben. Dabei verschwand das Wasser des Meeres bis auf einen Rest, der sich nach und nach in die Ebene eingrub. 17 Millionen Jahre soll es gedauert haben, bis der Grand Canyon in seiner heutigen Form entstand und die Milliarden Jahre alten Schichten zum Vorschein brachte. Er ist eines der sieben modernen Weltwunder.

Die Kältewelle hält immer noch an und wir entdeckten den Grand Canyon bei ganzen 3°C und eisigem Wind, teilweise lag noch der Schnee von vor ein paar Tagen. Dafür hatten wir strahlend blauen Himmel und Sonne satt.
Bei Desert View erreichten wir den South Rim (Südrand) des Grand Canyon National Parks. Die Parkgebühr von 25,-$ schenkte man uns heute freundlicherweise – gebührenfreies Wochenende, hieß es, obwohl heute Montag war. Dafür bekamen wir Informationsmaterial in die Hand gedrückt, das uns half, uns im Park mit seinen Angeboten zurechtzufinden. Neben der Straße lässt sich der Canyon auch per Hubschrauber, Rafting, Ballon, Muli oder Wanderungen entdecken. In dieser Jahreszeit bleiben anscheinend nur die Straße, das Muli und die Wanderungen.

Am Desert View steht der Watchtower, der um 1930 gebaut wurde, um den Besuchern den weitestmöglichen Blick über den Grand Canyon zu bieten. Hopi und Navajo-Indianer gestalteten das Innere des Aussichtsturmes künstlerisch. Der erste Eindruck vom Grand Canyon ist gewaltig. Nur ein Loch in der Erde? Fehlanzeige. Der Grand Canyon ist 277 Meilen lang (alles x1,6 für Kilometer), 10 Meilen breit und fast 1 Meile tief. Wenn man Glück hat, kann man sogar einen Kalifornischen Condor beobachten, die hier wieder angesiedelt werden. Wie immer, war uns dieses Glück nicht vergönnt. Dafür drehen die Raben ihre Runden und zwei Dickhornschafe ließen sich auch blicken. Der Grand Canyon ist aber ein Refugium für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren.

Wir fuhren die Straße weiter Richtung Westen, immer am Rand des Canyon entlang, an dem mehrere Aussichtspunkte eingerichtet sind, von denen man atemberaubende Blicke in und über das Naturwunder mit seinen Farben und Formen hat. Wir haben gefühlte 3000 Fotos geschossen. Eine Ansicht war fantastischer als die andere, aber der Colorado River lässt sich nur an wenigen Stellen erspähen.

 

 

 

Nachdem wir unseren Bus am Nachmittag im Trailer Village abgestellt hatten, setzten wir uns in das kostenlose Shuttle und fuhren noch ein Stück die Hermits Rest Route entlang, die nicht mit dem Privatfahrzeug befahren werden darf. Die Sonne stand schon tief und bot jetzt eine neue, intensivere Beleuchtung des Grand Canyon. Da uns die Zeit davon lief, die Tage sind jetzt einfach viel zu kurz, stiegen wir schon am Hopi Point aus. Der Busfahrer meinte, dass dies der Punkt sei, den man unbedingt gesehen haben muss. Wir wissen es nicht besser, aber das ist wirklich eine wunderschöne Ecke. Zu Fuß spazierten wir zum Powell Point zurück, wo uns der Bus wieder abholte und zurückbrachte. Das war echt ein aufregender Tag mit vielen schönen Eindrücken, auch wenn wir fast erfroren wären. Wir werden auf jeden Fall versuchen, den Grand Canyon an einer anderen Stelle irgendwann noch einmal anzufahren.

 

 

Meteor Crater – Arizona

Beim Studieren der Karte für unsere weitere Tour stieß ich auf den Meteorkrater. Das ist doch was für mich. Er liegt nur etwa 6 Meilen neben der Interstate. Schon aus einiger Entfernung sieht man einen aufgeschütteten Wall inmitten der flachen Wüstenlandschaft. Natürlich hat man, wie an allen interessanten Stellen, auch den Krater kommerzialisiert. Der Eintritt ist zu deftig, für das was geboten wird, mussten wir feststellen. Dafür ist der Krater sehr beeindruckend. Er gilt als das Paradebeispiel für einen Meteorkrater. Dieser hier entstand vor etwa 49.500 Jahren nach dem Einschlag eines gigantischen Meteors, der mit fast 70.000 Kilometern pro Stunde die Erde traf. Ein Hauptmeteor wurde nie gefunden, dafür findet man in der Umgebung jede Menge kleiner Stücke. Anhand dieser Stücke wurde ermittelt, dass der Meteor ein seltener, schwerer nickel-eisenhaltiger Meteor war. Die Teile sind um einiges schwerer und magnetischer als normale Meteoriten. Der Krater ist 175m tief und hat einen Durchmesser von mehr als 1250m. Der Rand misst um die 5 Kilometer. Da braucht man schon eine Weile, um herumzulaufen. Wenn man da am Rande steht, sieht das alles gar nicht so groß aus. Eindrucksvoll ist der Krater allemal.
 Die ersten Entdecker 1871 glaubten an einen erloschenen Vulkan, bis die ersten eisenhaltigen Meteorite in der Umgebung gefunden wurden. 1902 kam der Bergbauingenieur Barringer aus Philadelphia auf Grund der Umstände zu dem Schluss, dass dies ein riesiger Meteor verursacht haben muss. Seine 25 Jahre langen Bemühungen, den Hauptteil des Meteors zu finden, blieben jedoch erfolglos. Die Bohrungen sind heute noch zu sehen.
 Der Meteorkrater diente in der Vergangenheit der Ausbildung aller Apollo-Astronauten (Mondmission) und dient heute der modernen Forschung im Bereich Krater, Meteore und Weltraummissionsausrüstung.  Inzwischen sind weitere 200 Meteorkrater auf der Erde entdeckt worden. Die vielen Punkte auf der Karte des Museums machen schon Angst und Bange.

 

 
 

 
Sehr schön thronen die San Fransisco Mountains mit dem höchsten Berg Arizonas, den Humphrey´s Peak, am Rand der großen Ebene, im Moment mit schneebedeckten Gipfeln. Ein schöner Kontrast.

Route 66 St.Louis-Joplin – Missouri

Die Old Chain of Rocks Bridge bei Granite City ist ein Relikt der Route 66. Sie ist eine Fachwerkbrücke aus Stahl, über 1 Meile lang und führte den Verkehr über den großen Mississippi. Heute ist sie Teil verschiedener Trails und die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt. Auf der Illinois-Seite überspannt die Brücke einen breiten Auwald, aus dem Geräusche wie aus dem Dschungel zu hören waren. Die Mitte des Mississippi ist zugleich die Grenze zwischen Illinois und Missouri.
Mitten im Fluss stehen zwei schmucke Häuschen auf hohen Fundamenten, deren Bedeutung ich nicht herausfinden konnte. So hübsch sie auch sind, ich weiß nicht, ob ich mitten in den Fluten des Mississippi wohnen möchte.

Bis Stanton sind wir die Interstate 44 gefahren, denn es ist schwierig herauszufinden, wo die wirkliche Route 66 verläuft. In Stanton ist das wohl schönste Höhlensystem in Amerika zu finden. Die Meramec Caverns waren die erste Attraktion an der Route 66 und der berühmte Jessie James mit seiner Gang soll sich hier nach seinem spektakulären Zugüberfall 1874 in Gadshill versteckt haben. Im Bürgerkrieg in den 1870ern unterhielten die Konföderierten, zu denen auch Jesse James gehörte, eine Pulvermühle. Das einzige Jesse James Wachs Museum steht an der I44 nahe der Höhlen. Da werden Fragen rund um die Legende Jesse James beantwortet und da sind Waffen und persönliche Dinge von ihm und seiner Gang ausgestellt.

Jetzt muss ich doch erst einmal eine Anmerkung machen: solange wir jetzt auf der Route 66 unterwegs sind, waren fast alle Sehenswürdigkeiten kostenlos oder gegen eine kleine Spende zu besichtigen, was wir als sehr angenehm empfanden. Nur wenige Museen verlangen ein Eintrittsgeld. Die Meramec Caverns sind gleich mit 19,95$ dabei. Wir haben diesen Besuch ausgelassen, da wir schon viele wunderschöne und aufregende Höhlen gesehen haben.

Kurz vor Cuba fanden wir endlich die Historische Route 66. Gegenüber liegt der Campingplatz „Meramec Valley Resort“, riesengroß mit ganz viel Natur. Cuba ist als die „Route 66 Gemäldestadt“ bekannt und das Tor zu den Ozark-Bergen. 12 große Wandgemälde an historischen Gebäuden entlang der Route 66 verschönern die Stadt. 4 Meilen westlich von Cuba steht der mit knapp 13 Metern Höhe größte Schaukelstuhl der Welt. Er wurde 2008 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.

In der Elbow Inn Bar & BBQ in Devil´s Elbow wollten wir endlich einmal die großartige Atmosphäre für die Route 66-Reisenden erleben. Die Kneipe hat nur noch montags geöffnet und das auch nur nachmittags. Schade. Der Ort Devil´s Elbow, der hinter einer Brücke der ersten Route 66 aus den 1920ern liegt, ist kaum noch ein Ort. Drei Häuser, eine Post, eingewachsene alte Autos und ein großes Schild, was es in dem Ort gegeben hat, das ist alles. Parallel zur Interstate 44 führt die zweite Route 66 aus den 1950ern, die sogar vierspurig ist. Das mit der 1. und 2. Route 66 hat uns ein alter Mann erzählt, der uns ansprach, als wir etwas in der Gegend herum liefen.

Das Munger Moss Motel in Lebanon ist wohl eine neuere Ausgabe, aber das Neon-Werbeschild davor ist noch original. Wir wollten auch noch Mr. C´s Route Post besichtigen, wo schöne alte, restaurierte Autos stehen sollen, aber die haben wir leider nicht gefunden. Ebenso die Replik des Hubble Teleskops in Marshfield. Auf meine Frage an einer Tankstelle beschrieb man mir zwar den Weg, aber mit dem Hänger hinten dran war das nicht machbar. Der Astronom und Konstrukteur des Teleskops Edwin P. Hubble wurde in Marshfield geboren.

Springfield ist für uns nicht unbedingt interessant, deshalb umfuhren wir die Stadt. Sie hat aber eine abwechslungsreiche Geschichte. Sie wurde 1833 gegründet und 1838 führte der Trail der Tränen die aus dem Osten vertriebenen Cherokee, es waren Zehntausende, von denen mehrere Tausend starben, durch das Gebiet der Stadt. 1870 wurde Springfield an die Zugverbindung St. Louis – San Francisco angeschlossen und am 30. April 1926 wurde in Springfield die Route 66 geboren. 1938 bekam die Route 66 den Namen „Mutterstraße“ und war der erste komplett gepflasterte transkontinentale Highway, der sich von den großen Seen bis zum Pazifik erstreckte. Ein Teil der Bonnie & Clyde Story spielte sich ebenfalls in Springfield ab. 1953 hatte die Stadt mit mehreren Kobras zu kämpfen, die irgendjemand ausgesetzt hatte. Natürlich gibt es noch viel mehr Geschichte, aber diese Tatsachen waren für uns die Interessantesten. Nördlich von Springfield befinden sich die Fantastic Caverns, das einzige Höhlensystem in Nordamerika, das mit einem Jeep mit Anhänger befahren werden kann. Die Führung durch die Kalksteinhöhle dauert eine knappe Stunde.
Der Rest der Route 66 bis an die Grenze zu Kansas führt durch Farmland und vor allem die Gegend um Joplin ist Rinderland.

Olhão – Faro

üppiges Grün überall

üppiges Grün überall

Hier in Portugal herrscht inzwischen der richtige Frühling. Es ist zwar im Süden Spaniens und Portugals im Winter irgendwie immer grün, aber jetzt erfreuen saftiges und dichtes Gras, rapsfarben blühende Kleeteppiche, Obstbaumblüten und erste Bäume mit frischem Laub das Auge. Nichts erinnert an die von der Sonne verbrannte Landschaft im Sommer und Herbst.
Übrigens liegt Portugal in einer anderen Zeitzone, womit wir eine Stunde hinter der deutschen Zeit liegen.

Rohmaterial Kork

Rohmaterial Kork

Olhão kann Ausgangspunkt für viele Unternehmungen sein. Ein Mitwohnmobilist gab uns den Tipp, die Korkfabrik in São Bras de Alportel zu besuchen. In Tavira bewunderten wir in einem Laden Hüte, Taschen und sogar einen Regenschirm, die aus Kork hergestellt sind. Unglaublich, dass man Regenschirme aus Kork herstellen kann. Umso gespannter waren wir auf die Korkfabrik. In der Touristinformation von São Bras de Alportel fanden wir einen Prospekt, der uns zur Fabrik Francisco Carrusco führte. Nichts weist dort auf Führungen hin und so schauten wir uns einfach selbst auf dem Gelände um, bis uns jemand fragte, ob wir eine Führung wollten. Für 10,-€ pro Person bekamen wir eine sehr interessante Privatführung durch die Fabrik. Das ist nicht der normale Ablauf. Eigentlich beginnen die Führungen im Korkmuseum der Stadt und beinhaltet das Museum, die Korkeichenplantage und die Fabrik. Das kostet dann allerdings 19,-€. Wir waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Korkverarbeitung

Korkverarbeitung

Ich will hier nicht alles wiedergeben, was wir bei der Führung gehört haben, dass kann man sicher im Internet nachlesen. Nur ein paar Eckdaten: der Händler kauft praktisch die Katze im Sack, weil der Kork noch am Baum ist, wenn gekauft wird. Die Qualität zeigt sich erst in der Fabrik und noch eindeutiger bei der Verarbeitung. Der Kork wird nach der Ernte 6-8 Monate gelagert, dann 1 Stunde bei 100 Grad gekocht, um Insekten und andere Verunreinigungen zu entfernen, 4 Wochen im Außenbereich gelagert, noch einmal unter denselben Bedingungen gekocht und im Innenbereich gelagert und getrocknet. Dabei verflacht sich das Material. Zum Weiterverkauf werden Pakete gepackt. Je nach deren Qualität kostet solch ein Paket zwischen 90,- (70 kg) und 700,- Euro.
Was in der Fabrik weiterverarbeitet wird, wird bearbeitet und wieder sortiert. Am Ende liegen mindestens 10 verschiedene Qualitäten in der Halle, die zu Furnier, Korken oder Kunstwerk verarbeitet werden.
Es gibt nichts, was nicht aus Kork hergestellt werden kann. Am Ende der Führung zeigte die Dame uns eine Mustermappe. Durch Beschichtungen der hauchfein geschnittenen Korkplatten, z.B. aus Plastik oder Textil, werden der Korkverwendung keine Grenzen gesetzt. Wenn man die Löcher von Korkblöcken mit Glitter oder was auch immer ausfüllt, ergeben sich die unglaublichsten Muster für Taschen, Etuis und was auch immer, sogar Tapeten sind möglich.
Aus den Eicheln der Korkeichen werden unter anderem Liköre hergestellt. Man sollte sich eine Führung durch eine Korkfabrik wirklich nicht entgehen lassen.

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

Wer lieber Natur mag, dem ist der Ria Formosa (übersetzt: schönes Haff) Naturpark empfohlen, der sich von Olhão bis nach Faro erstreckt. Der Park beinhaltet Kiefernwälder, Dünen und Salzwiesen, die Heimat für zahlreiche Vogelarten sowie Kinderstube für verschiedene Fischarten sind. In dem Parkabschnitt Olhão ist ein Rundweg angelegt, der zirka 3km lang ist. Auf vielen Informationstafeln erfährt der Besucher etwas über Flora, Fauna und von Menschen gebauten Anlagen. Sogar Reste einer römischen Anlage aus dem 1. Jahrhundert, in der Garum hergestellt wurde, sind zu bestaunen.
Unser größtes Interesse galt allerdings den Chamäleons, ca. 10-15cm lang, aber keines ließ sich sehen. Die Meister der Tarntechnik sollen sich hauptsächlich auf kleinen Kiefern aufhalten, aber so sehr wir viele Bäume untersuchten, wir konnten nicht ein Chamäleon entdecken.
Eine weitere Besonderheit des Ria Formosa Parks ist die Gezeitenmühle aus dem Jahre 1885. Gezeitenmühlen sind in Portugal jedoch schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Mit Hilfe des Gezeitenstromes trieben kleine Turbinenräder Mahlsteine an, die Korn zu Mehl mahlten.
Zwei bis drei Stunden sollte man schon einplanen, wenn man sich alles ansehen möchte, was der Park zu bieten hat.

Kathedralenplatz in Faro

Kathedralenplatz in Faro

Vom Zentrum Olhãos aus fahren Boote zu den vorgelagerten Inseln, die ebenfalls zum Ria Formosa-Gebiet gehören.
Faro ist natürlich auch einen Besuch wert. Die Innenstadt glänzt durch sehr viele kleine Plätze und die Gassen sind auch nicht so eng wie anderswo, selbst in der Altstadt.
Am Hafen werden verschiedene Rundfahrten zu mehreren Inseln und durch den Naturpark angeboten.

Gezeitenstrom

Gezeitenstrom

Ein anderer interessanter Ausflug ist eine Fahrt auf die Ilha do Ancão. Hinter der Brücke, die auf die Insel führt, hielten wir uns links und fuhren soweit es möglich war, bis an das Ende des Ortes. Danach spazierten wir auf der linken Seite der Landzunge am Wasser entlang, vorbei an einfachsten Fischerhäusern. Die Hauteinnahmequelle sind Muscheln, die in Massen im Bodden gesammelt werden. Es gibt aber auch kleine Muschelzuchten. Wer es schafft, bis ans Ende der Landzunge zu laufen, der steht an einem wunderschönen Ort, vor allem bei Sonnenschein und Flut. Schon aus 500m Entfernung hört man die einlaufende Flut, zu sehen ist sie schon viel weiter vorher. Es tritt dabei eine unglaubliche Strömung auf. Der Einlass ist nicht breit und dahinter beginnt die Ilha de Barreta. Auf beiden Seiten des Einlasses gibt es nur noch Sanddünen und Sandstrand, sonst nichts, dazwischen die Flutwellen, die sich gegen das Wasser des Boddens stemmen. Dieses Bild erinnerte uns gleich an die Landzunge von Skågen im Norden Dänemarks, auch wenn das Szenario dort einiges größer ist.
Übernachtet haben wir auf dem kleinen
aber netten Stellplatz Canto do Sol Quelfes, am Nordrand von Olhão.
In den 10.-€ Gebühr sind der komplette Service inkl. WIFI und Waschmaschine enthalten.

Albuquerque –New Mexico

1,5 °C in unserer Wohnung auf 1600 Metern Höhe, Zähneklappern, Brrrr. Santa Fe liegt auf 2135 Metern. Das hatte ich noch zu erwähnen vergessen. Albuquerque ist eine sehr interessante Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Leider läuft uns jetzt jeden Tag die Zeit weg, denn es ist schlagartig kurz nach 18.30 Uhr dunkel. Unser erster Ausflug in Albuquerque galt dem Sandia Peak im Cibola National Forest. Eine 14 Meilen lange, kurvenreiche und über 1600 Höhenmeter überwindende Straße führt auf die Spitze des Berges, die auf 3255 Meter liegt. Für Wanderfreunde gibt es viele Kilometer Trails durch den Park. Von ganz oben hat man eine aufregende, beinahe 360° Rundumsicht auf Albuquerque und angrenzende Bergmassive und Täler. Die Höhe ist schwindelerregend. Ich weiß nicht, ob wir schon einmal so hoch waren. Man sollte sich aber warm und windfest anziehen.

 

 

 

Eine andere Möglichkeit, diese Höhe zu erreichen ist, die längste Seilbahn der Welt, die Tramway, zu benutzen. Sie ist 2,7 Meilen lang und ist nur für schwindelfreie Menschen zu empfehlen. Das steht jedenfalls so mehr oder weniger in der Beschreibung. Um auf die höchste Höhe zu gelangen, muss man dann jedoch noch 1,8 Meilen bergauf zu Fuß zurücklegen.
Bei unserem zweiten Besuch der Stadt haben wir uns die „Talstation“ der Tramway angesehen, die auch schon einige Meter über der Stadt liegt. Von dort hat man ebenfalls einen wunderschönen Blick über das Land.

 

 

 

Unser nächstes Ziel war der Rio Grande Nature Center Nature Park. Der legendäre Rio Grande fließt von Nord nach Süd durch Albuquerque. Im Besucherzentrum machte man uns gleich auf eine eigene Sehenswürdigkeit aufmerksam: ein Porcupine (Baumstachelschwein). Schon wieder musste ich im Internet forschen, denn auf dem Bild, welches man uns in einem Buch zeigte, konnten wir nicht wirklich etwas erkennen. Das relativ große Tier auf dem Baum hatte uns den Rücken zugedreht und schlief, so dass es uns auch keinen Aufschluss über dessen Aussehen gab. Es sind ausnahmslos nachtaktive Tiere, die von Alaska bis ins nördliche Argentinien vorkommen sollen. Ich habe noch nie etwas von diesen Baumstachlern gehört. Zum Besucherzentrum gehören auch zwei große Teiche, die zur Zeit von vielen Kanadagänsen besucht werden. Schildkröten konnten wir auch beobachten.

 

 

 
Ein kurzer Weg durch das Auland des Rio Grande führte uns direkt zum Fluss. Die Dame im Besucherzentrum meinte, dass der Fluss sehr wenig Wasser hat. Es ist in diesem Jahr eine Katastrophe, denn es gibt noch weniger Wasser als die Jahre zuvor. Schon wieder stimmte die Wirklichkeit nicht mit unseren Vorstellungen überein. Von einem Fluss ist nicht viel übrig. Wir sahen nur Sandbänke mit etwas Wasser dazwischen und waren etwas enttäuscht. Einmal am Rio Grande stehen und dann so ein Bild, aber das ist die Natur. Einige alte und gewaltige Biberspuren an Bäumen haben wir gefunden, auch Eidechsen und Finken. Sonst konnten wir keine Tiere entdecken.

 

 

 

Als nächstes fuhren wir auf die Route 66. Die moderne Route 66-Brücke über den Rio Grande bietet gerade jetzt im tiefen Herbst phantastische Bilder. Viele Bäume, vor allem Pappeln, leuchten golden in der Sonne. Rot ist hier im Herbstlaub nicht zu entdecken, aber dieser gold-grün Kontrast ist auch toll.

Sehenswert in Albuquerque ist der Ursprung der Stadt, die im April 1706 von Francisco Cuervo y Valdez, der von Spanien zum Gouverneur von New Mexico ernannt worden war, gegründet wurde. Dieser Teil der Stadt nennt sich Old Town. 300 Jahre Geschichte stehen dort in ein paar Blocks. Die allermeisten Gebäude sind in Adobe-Bauweise errichtet worden, in denen sich auch hier Galerien und Shops befinden. In ganz Albuquerque ist diese Bauweise vorherrschend, wobei wir feststellten, dass die rekonstruierten und neuen Bauten mit Spritzbeton verkleidet sind, der zumeist den typischen Erdton aufweist. Diese Häuser muten sehr warm, sehr weich und sehr erdverbunden an. In den Originalhäusern wohnt es sich zudem bestimmt sehr gut.

 

 

 

Für Route 66-Fans ist das Nob Hill Viertel interessant. Hier finden sich noch einige Häuser aus der alten Zeit, die allesamt neu aufgemöbelt sind. Wir fanden kurz vor der beschriebenen Brücke zwei alte Motels.

Ein besonderer Leckerbissen, den wir in einem Bonbon-Laden fanden:

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: