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Caltagirone

Auf unserer bisherigen Reise durch Sizilien sahen wir inzwischen schon eine Menge schöner Städte, aber wir finden, dass der Besuch von Caltagirone ein Muss ist. Wie die meisten alten Stadtkerne liegt auch der von Caltagirone auf einer Bergspitze. Die Stadt gehört zu den spätbarocken Städten wie Ragusa, Noto oder Scicli und ist ebenfalls UNESCO-Welterbe.

Schon die Anfahrt von Gela aus ist spannend, denn der größte Teil der Strecke führt durch eine dünn besiedelte Berglandschaft. Kurz hinter Gela kommt man aber erst noch an der Burgruine Castelluccio di Gela vorbei. Fast auf gleicher Höhe kreuzt man eine Linie von MG-Bunkern aus dem 2. Weltkrieg, der wir schon auf dem Weg nach Gela begegnet sind. Dann wird es einsamer. Auf der linken Straßenseite erhebt sich eine karge Karstlandschaft, in der man sich in Kroatien wähnt. Sieht man nach rechts, kommt man sich wie in Irland vor, mit zerklüfteten grünen Bergketten und saftigen Weideflächen.

Caltagirone erreicht man dann am oberen Ende der Stadt. Oberhalb der Kirche Santa Maria del Monte ist ein kleiner kostenloser Parkplatz. Der ist ein guter Startpunkt für die Stadtbesichtigung. Vom Vorplatz der Kirche Santa Maria del Monte blickt man über einen Teil der Unterstadt.

Blick vom Vorplatz der Kirche Santa Maria del Monte

Um dorthin zu gelangen, steigt man die berühmte Treppe von Caltagirone, die Scala Santa Maria del Monte, herunter. Das Besondere an dieser Treppe? – Jede Stirnseite der 142 Stufen wurde mit handgemalten Keramikfliesen belegt, die immer andere Motive zeigen. Keine zwei Stufen weisen das gleiche Motiv auf. Die Treppe wurde 1606 gebaut, aber erst 1954/55 bekam sie ihr heutiges Aussehen.

handgemalte Keramikfliesen an der Scala Santa Maria del Monte

Am Ende dieser Treppe liegt die Piazza Municipio mit dem Rathaus. Daneben befindet sich die Stadthalle. Neben einem kleinen Café wird an berühmte Bürger der Stadt gedacht, von der Antike an. Das Innere der Halle wurde wunderschön mit bunten Keramikfliesen oder -mosaiken gestaltet.

in der Stadthalle

Folgt man der Scala Santa Maria del Monte weiter nach unten, folgen weitere Treppen, bis man die Ponte San Francesco, eine Bogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert erreicht. Rechts und links des gesamten Weges kann man typische Keramik aus Caltagirone kaufen. Die Stadt ist die Keramikhauptstadt Siziliens, und das ist überall zu sehen. Schon im 15. Jahrhundert war Caltagirone für seine Töpferkunst berühmt. Getöpfert wurde an dieser Stelle jedoch schon seit der Jungsteinzeit.

Ponte San Francesco

Die Ponte San Francesco mit der Via Roma, auch wieder mit Keramikfriesen und -wappen geschmückt, führt nun zur Diözese von Caltagirone. Das Kloster beherbergt ein Museum zu seiner Geschichte. Zum Kloster gehört die Kirche San Francesco d`Assisi aus dem 18. Jahrhundert. Von deren Eingang aus hat man einen schönen Blick in Richtung Oberstadt mit der Ponte San Francesco im Vordergrund. Spätestens jetzt sagt man sich, dass Caltagirone die wohl schönste Stadt Siziliens ist. Man ist einfach begeistert von der barocken Architektur, den Treppen, den Brücken, der Keramik und den vielen schönen An- und Aussichten. Manchmal kommt es sogar vor, dass man gleich drei Kirchen in einem Blickfeld hat. Kirchen hat Caltagirone jedenfalls genug. Das ist jedenfalls jetzt unsere Meinung. Mal sehen, was uns auf der restlichen Strecke um Sizilien herum erwartet.

Blick von der Kirche San Francesco d`Assisi zur Oberstadt

Wer auf farbenfrohes und schmackhaftes Kaffee-Gebäck steht, der wird in der Escalier-Bar an der Piazza Municipio fündig. Das Kilo kostet zwar 30,-€, aber das ein oder andere Häppchen sollte man sich dort schon gönnen. Schließlich braucht es einiges Gebäck, um auf ein Kilo zu kommen. Dazu ein Kaffee und alles ist gut, bis man die Treppen der Scala Santa Maria del Monte wieder hinauf steigen muss, um zum Parkplatz zu kommen. Wenn man sich dabei noch einmal mit der Vielfalt der handbemalten Keramikfliesen beschäftigt oder sich in einem der Keramikläden umsieht, merkt man kaum, dass man schon oben angekommen ist.

leckeres Kaffee-Gebäck in der Escalier-Bar

Für Keramik-Begeisterte sei ein Besuch des Regionalen Keramikmuseums Caltagirone empfohlen.

Den Rückweg nach Gela nahmen wir über die kleine Stadt Niscemi. Die Straße von Caltagirone nach Nescemi ist ebenfalls wunderschön. Zuerst ragt das mit 40 Metern Höhe drittgrößte Kreuz der Welt in den Himmel. Es ist einige Kilometer südwestlich von Caltagirone zu finden, westlich der Gemeinde Crescimanno.

drittgrößte Kreuz der Welt bei Caltagirone

Manche Eisenbahn-Bogenbrücke ist auf der Strecke auszumachen. Der Weg durch oder über dem Valle delle Ferla ist traumhaft.

Abgesehen von der Piazza Vittorio Emanuele mit seinen zwei großen barocken Kirchen hat Niscemi wahrscheinlich nicht mehr viel zu bieten. Trotzdem ist sie besonders, denn während man sich in all den anderen sizilianischen Altstadtlabyrinthen schnell verläuft, ist Nescemi im Schachbrettmuster angelegt. Dies erleichtert die Orientierung ungemein.

Piazza Vittorio Emanuele in Niscemi

Der Grund, weshalb wir die Stadt besuchten, war der Aussichtspunkt Terrazzo del Belvedere. Seit Januar 1997 erlebt man an diesem Punkt eine der schönsten Aussichten Siziliens.

Aussichtspunkt Terrazzo del Belvedere

 

 

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Immouzer

Paradise Valley

Eine andere Tagestour mit dem Mietauto führte uns zur Bergoase Immouzer, im Hohen Atlas gelegen. Der Ort heißt eigentlich Imouzzer des Ida-Outanane. Nimmt man von Agadir aus den Weg über Aourir und folgt dann der Beschilderung nach Immouzer, erreicht man ziemlich schnell die ersten Ausläufer des Hohen Atlas und man fährt durch eine spektakuläre Landschaft, über Berge und durch Täler. Der Höhepunkt der Tour ist wohl die Durchfahrt durch das Paradise Valley, das Paradiestal. Die Straße, die teilweise keine mehr ist, weil sie vom Wasser weggespült wurde, schlängelt sich immer am Bach entlang durch das sehr enge Tal. Die hellen Felswände aus geschichtetem Sandstein ragen fast senkrecht gen Himmel. Vereinzelt stehende Palmen, Bananenstauden und Oleander sorgen für das Paradiesfeeling. Nach jeder Kurve zeigt sich eine andere Seite des Tales. Die Straße ist oft so eng, dass kaum zwei PKW´s aneinander vorbeikommen. Im Hotel wird die Fahrtzeit mit einer Stunde angegeben, dazu diese enge Straße, das kann nicht der Weg sein, den die Reisebusse nach Immouzer nehmen. Diese Strecke ist zwar nur knapp 50km lang, aber man braucht gut und gerne zwei Stunden dafür. Es ist eine wirklich kurvenreiche, aber sehr schöne Strecke.

Blick von der Auberge Panoramique

Das letzte Teilstück der Straße nach Immouzer führt wieder oben an den Berghängen entlang, teilweise mit engen Passagen und steilen Kurven. Oft gibt es keinen Randstreifen, keine Brüstung, und der Berghang fällt steil ab. Jetzt im Januar gab es nicht viel Gegenverkehr, aber wenn, dann wird es gefährlich.
An einer wirklich idyllischen Ecke zwischen dem Paradise Valley und Immouzer hat sich jemand angesiedelt und betreibt dazu ein kleines Hotel „Auberge Panoramique“ mit angeschlossenem Panorama-Restaurant, sowie eine Imkerei. Die vielen bunten Blumen, eine Augenweide in dem ewigen rot-braun-grün der Landschaft, versprühen ihren Duft. Es ist ein perfekter Ort für Ruhe suchende Naturliebhaber.

Olivenhain in Immouzer

Dann endlich erreicht man die auf der Höhe gelegene, neue Stadt Imouzzer des Ida-Outanane. Wir wollten aber zu den Wasserfällen „Les Cascades“, mit denen Immouzer wirbt. In den Prospekten wird ein Bild der Bergoase gezeichnet, welches den Touristen suggeriert, unbedingt dorthin fahren zu müssen. Es würde Wasser im Überfluss geben. Deswegen waren wir gekommen.
Um den Wasserfall zu erreichen, muss man am anderen Ende der neuen Stadt wieder hinunter ins Tal, über eine noch engere Straße als schon bis hierher. Im Tal liegt die wirkliche Bergoase. Das Auto stellten wir auf dem „freiwillig“-kostenpflichtigen Parkplatz ab, der sich in einem alten Olivenhain befindet. Wasserrinnen und alte Mauerreste zeigen an, dass hier wohl einmal der Ursprung der Oase lag.

Wasserfall von Immouzer

Durch diesen Olivenhain muss man hindurch, um zum Wasserfall zu gelangen. Ungefragt schließen sich einem wieder selbsternannte Führer an. Wer sich alleine nicht traut, den Weg zum Wasserfall zu suchen, der sollte diesen Dienst annehmen. Es ist jedoch durchaus möglich, alleine auf den angedeuteten Trampelpfaden zum Ziel zu kommen.
Nach einem etwa 5-minütigen Fußweg erreicht man den Wasserfall. Man hört es zwar rauschen, aber als wir den Wasserfall erreichten, kam da kein Tropfen Wasser herunter. Es ist nur ein steinerner Vorhang zu sehen, der sich im Laufe einer langen Zeit durch den Kalk im Sandstein gebildet hat. Damit die Enttäuschung nicht zu groß wird, hat man sich für diese Kalksteinformation den Namen „Brautschleier der Fatima“ ausgedacht, was die Situation aber nicht besser macht.
Am Fuße des Wasserfalls gibt es allerdings Wasser. Es kommt aus einem Wasserschlauch, den man wohl von einer Quelle aus nach dorthin verlegt hat.

im Dorf Immouzer

Wir suchten uns also einen Weg zurück ins Dorf und erkundeten es ein wenig. Viele Touristen streifen wohl nicht durch die Gassen und Wege. Stellenweise sieht es aus, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts mehr getan. Ursprüngliche Wege, Wasserrinnen, Tore, Lehmhäuser und kleine Felder prägen das Bild des Dorfes.

ausgetrocknetes Flussbett

Unweigerlich kommt man wieder zum steinigen Flussbett, welches seinen Ursprung am Pool des Wasserfalls hat. Dann kann man erst einmal für einen Kaffee oder Minztee auf der Terrasse des Hotels „Amalou“ einkehren und die Landschaft auf sich wirken lassen, bevor man sich auf den Weg zum Pool macht.
Man kann über die Steine im Flussbett steigen, bis große Felsbrocken den Weg versperren. Dann muss man links am Restaurant einen kleinen Hang hinaufklettern und dem Weg weiter zum Pool folgen. Souvenirstände säumen den Weg bis dahin. Es gibt wohl auch einen bequemeren Weg am Flussbett entlang, aber der Eingang zu diesem Weg muss erst einmal gefunden werden.

unterer Pool des Wasserfalls

Hat man es dann geschafft, steht man vor einer schönen Kulisse, die die Natur geschaffen hat und man erkennt, dass es eigentlich zwei Pools sind. Man muss allerdings etwas klettern, um den oberen Pool zu erreichen. Einheimische klettern die Felswände noch weiter nach oben, um in diesen Pool zu springen. Es ist weniger das Erlebnis des Springens in das kalte Wasser, als das Hoffen auf einen Obolus von den umstehenden Zuschauern. Fotografiert man die Springer, wird dieser Obolus eingefordert.
Es reicht aber auch, das Naturerlebnis am unteren Pool zu genießen. Das Quellwasser aus dem erwähnten Wasserschlauch fließt in einem dünnen Schleier aus dem oberen Pool über die Grünpflanzen der Felswände, die den unteren Pool säumen, herab.
Im März soll dann endlich wieder Wasser den Wasserfall hinunterstürzen, wenn es genug geregnet hat. Der Winter ist Regenzeit in Marokko. Wir sind etwas skeptisch, ob es in diesem Jahr klappt.

zurück nach Agadir

Um nach Agadir zurück zu kehren, mussten wir erst einmal die schmale steile Straße wieder in das neue Dorf Immouzer des Ida-Outanane hinauf. Etwas später teilt sich die Straße. Da wir auf keinen Fall wieder die gleiche Straße zurückfahren wollten, bogen wir nach links ab. An der Einmündung stand ein Polizeiposten. Den fragten wir, ob diese Straße besser wäre, als die, die wir gekommen waren. Er bestätigte das und wir nahmen die gut 20km längere Strecke über Amskroud. Sie ist wesentlich entspannter zu befahren, wesentlich besser für Reisebusse geeignet, und die Zeitvorgabe von einer Stunde Fahrt kann auch eingehalten werden. Außerdem sieht man noch einen weiteren Teil der Agadirer Umgebung.

Côte Vermeille

Strandzugang Argeles-Plage

Strandzugang Argeles-Plage

Der allersüdlichste Küstenabschnitt Südfrankreichs ist die Côte Vermeille, die Zinnober- oder Purpurküste. Felsige Landzungen strecken sich ins Meer, nicht weniger felsige Buchten liegen dazwischen.
Argeles-Plage ist eine Stadt der Neuzeit und hat fast nur Hotelzimmer, Ferienwohnungen sowie Campingplätze zu bieten, natürlich inklusive der unvermeidlichen Kneipen- und Ladenmeilen. Der lange und breite Strand ist durch eine grüne Promenade von der Stadt getrennt. Um diese Jahreszeit haben nur ungefähr fünf Prozent der Kneipen und Läden geöffnet, alles wirkt wie ausgestorben. Im Sommer möchten wir dagegen nicht hier sein, da sieht man sicher vor lauter Menschen sonst nichts mehr.

Collioure

Collioure

Wesentlich attraktiver ist dagegen der Ort Collioure mit seiner farbenfrohen, gewachsenen Altstadt, die sich um eine Bucht schmiegt. Auch hier finden sich wieder enge Gassen, schmale Häuser und gemütliche Eckchen.
Blickpunkte an der Bucht sind das Ch
âteau Royal und die Notre-Dame-des-Anges. Die Burg dient seit jeher den französischen Kommandotruppen als Ausbildungsstätte. Gerade wurden wir Zeuge, als Kampfschwimmer mit Kajaks von einer Übung zurückkamen.
Die Kirche kann von innen besichtigt werden. Deren Seiten beherbergen, ebenso wie die Kathedrale in Perpignan, verschiedene geschnitzte Altäre und Wandmalereien. Allerdings gibt es keine Orgel. Der runde Turm der Kirche war im 17. Jahrhundert ein Leuchtturm, der die Einfahrt nach Collioure markierte.
Vom Leuchtfeuer auf der Mole aus hat man einen schönen Blick über das gesamte Ensemble Stadt, Burg und Kirche. Auf dem felsigen Kap, alles hier ist Schiefer, steht eine kleine Seefahrerkirche. Von dort aus blickt man auf die Rückseite einer Häuserzeile, die direkt am Abhang steht.
Über Collioure thronen zwei weitere Burgruinen sowie eine Windmühle.

le Cap Béar

le Cap Béar

Port Vendres sieht wieder etwas neuer aus. Die Stadt gruppiert sich um einen großen kommerziellen Hafen, der einzige Fischereihafen, der an der Küste noch übrigblieb.
Gleich hinter dem Hafen biegt man zum le Cap Béar ab. Zufällig fanden wir dieses Ziel auf einem Touristinfo-Plan in St.-Cyprien-Plage. Oben auf dem höchsten Punkt des Caps sitzt wieder die Armee. Die schmale Straße, die um den Stützpunkt und um den Berg herum führt, endet am Leuchtturm des Cap Béar. Gern wird der Weg, immer am Wasser entlang, auch gewandert.
Auf der Capspitze stehen noch Ruinen einer ehemaligen Verteidigungsanlage der Deutschen. 120 Mann waren hier von 1942 bis 1944 stationiert. Beim Abzug der Deutschen zerstörten sie diese Anlage genauso, wie den Hafen und die Schiffe, die heute vor dem Hafen auf dem Meeresboden liegen. Das erinnert uns an Narvik in Norwegen, wo das Gleiche geschah.

Côte Vermeille

Côte Vermeille

Von der äußersten Capspitze lässt sich die gesamte Côte Vermeille überblicken. Im Frühjahr und im Herbst sollen hier zehntausende Meeresvögel wie der Mittelmeer-Basstölpel oder Papageientaucher Station machen.

Teufelsbrücke in Céret

Teufelsbrücke in Céret

An der Côte Vermeille reichen die Berge der Albéreskette bis ans Meer. Die D115 führt direkt an den Bergen entlang, bis an die spanische Grenze. Da wir nicht nur Küste, sondern auch Berge sehen wollten, unternahmen wir eine Rundfahrt ins Hinterland. In Céret, dem Ort direkt am Eingang zum Vallespir, wie sich das Tal nach Spanien nennt, lenken gleich drei nebeneinander liegende Brücken die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die Brücken überspannen den Fluss Tech, der aus den Bergen kommt. Die südliche Bogenbrücke, die Teufelsbrücke aus dem 14. Jahrhundert, ist die älteste der drei Bauwerke. Als diese wohl für den modernen Verkehr nicht mehr ausreichte, baute man direkt daneben die neue Autobrücke. Im Norden, nur ein wenig weiter, steht eine Eisenbahnbrücke, wahrscheinlich aus der gleichen Zeit wie die Autobrücke. Der Bahnverkehr ist jedoch schon vor langer Zeit eingestellt worden, denn die Natur erobert sich das Gleisbett zurück.
Über die Eisenbahnbrücke hinweg prangen die schneebedeckten Berge, der Pic du Canigou (2784m) und der Pic des Très Vents (2731m) vor dem blauen Himmel in nicht allzu weiter Ferne.

Der D118 weiter folgend, kommt man durch Amelie-les-Bains. Die heißen Quellen, die hier zutage treten, werden von einem Hotel genutzt. Der Ort streckt sich entlang des Tech-Tales zu beiden Seiten. Viele der Häuser klettern dabei die Berghänge hinauf.

Corsavy

Corsavy

Bei Arles-sur-Tech biegt eine Straße nach Corsavy ab. Mit teilweise 14% Steigung führt die Straße zu diesem Bergort, der auf 780m liegt. Die Straße führt dann noch knapp zehn Kilometer weiter den Berg hinauf, zum Pic de l´Estelle (1778m). Dieser Gipfel liegt gleich neben den beiden vorher erwähnten schneebedeckten Berggipfeln, die man von dort aus ganz bestimmt zum Greifen nah hat.
Corsavy ist ein altes Bergdorf, durch dessen Gassen man bergauf und bergab unbedingt einmal schlendern sollte. Die meisten Gassen sind nicht befahrbar, so eng sind sie. Andere Gassen sind mit Stufen ausgestattet, um die Höhenunterschiede zu bewältigen. Hier scheint das Leben stillzustehen. Es herrscht eine himmlische Ruhe und an vielen Orten eröffnet sich ein Blick über die bergige Landschaft bis hin zum Meer.

Bergwelt der Pyrenäen

Bergwelt der Pyrenäen

Um noch mehr von der Pyrenäen-Bergwelt mitzubekommen, nahmen wir den Weg von Amelie-les-Bains aus über die D618. Diese Straße sollte jedoch nur befahren, wer genug Zeit und Ausdauer hat, denn die 40 Kilometer bestehen nur aus Kurven. Unzählige Berghänge müssen umfahren werden, die unendlich weit scheinen und zum größten Teil mit Korkeichen bestanden sind.

St. Marsal

St. Marsal

Nur wenige Dörfer und ein paar Einzelgehöfte liegen an der Straße. St. Marsal liegt als einziges Dorf auf einer Bergspitze, ziemlich in der Mitte der Strecke. Hier parkten wir noch einmal das Auto, um durch die Gassen zu spazieren. Auf dem Place de Republique, an dem das Restaurant und die Schule stehen, tranken wir einen Café.
Man soll es nicht glauben, aber an vielen Stellen sind Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet. Man sollte sich allerdings schlau machen, bis zu welcher Größe die Stellplätze angefahren werden können, denn manche Zufahrten sind abenteuerlich.
Ab St. Marsal führt die Straße abwärts, bis man bei Bouleternère auf das Flachland stößt. Durch unendliche Weinfelder, jetzt im Herbst in vielen Farben leuchtend, erreicht man wieder die Küste.
Durch diese kleine Tour lernten wir wenigstens ein wenig die Bergwelt der Pyrenäen kennen, die sich von der Mittelmeerküste entlang der spanischen Grenze bis
zur
Biskaya im Norden erstrecken.

Sherwood Forest

Eingang zum Naturschutzgebiet

Eingang zum Naturschutzgebiet

Nun sind wir auf den Spuren von Robin Hood. Der Legende liegen wahre Begebenheiten zugrunde. Drei Männer aus dem 13. und 14. Jahrhundert, alle tragen einen ähnlichen Namen, kommen als Robin Hood in Frage. Fest steht, dass es die Legende schon seit mehr als sechshundert Jahren gibt. Robin Hood kam aus der armen Bevölkerungsschicht und versuchte nur, sich das Leben ein bisschen leichter zu machen. Er jagte Wild, manchmal auch das aus dem königlichen Wald nördlich von Nottingham, eben dem Sherwood Forest, überfiel Kutschen mit reichen Insassen usw. Irgendwann erklärte ihn der Sheriff von Nottingham zum Outlaw, einen Gesetzlosen.

Major Oak

Major Oak

Robin Hood und andere Gesetzlose und Gleichgesinnte machten daraufhin den Sherwood Forest zu ihrem Versteck, einen Wald mit viel altem Eichenbestand und reichlich Unterholz. Die Basis seines Verstecks soll „The Major Oak“, eine heute achthundert bis tausendjährige Eiche gewesen sein, die ein Besuchermagnet (3,- Pfund Parkgebühr) im mittleren Teil des Sherwood Forest ist. Sie wird gepflegt und gestützt, so dass sie noch viele Jahre erhalten bleibt.

stattliche Eichen

stattliche Eichen

Der nördliche Teil des Sherwood Forest ist komplett nur mit einem Eintrittsgeld von 7,- Pfund zu besuchen und ist eigentlich ein großer Freizeitpark. Der südliche Teil des Waldes ist Erholungsgebiet. Da wir nicht versucht haben, in den südlichen Teil hineinzukommen, wissen wir nicht, ob dort auch ein Obolus fällig wird. Jedenfalls fällt auf, dass der Waldbestand im ausgewiesenen Sherwood Forest immer noch reich an Eichen und Birken ist, während die Wälder außerhalb wesentlich anders aussehen.

Thoresby Hall

Thoresby Hall

Sehenswert, wir fanden den Ort zufällig auf unserer Entdeckungstor, ist Thoresby Hall and Court. Das alte und wunderschöne Schloss ist heute ein Hotel mit einem schönen Garten, der zum Verweilen einlädt.

Thoresby Court

Thoresby Court

Im Nebengebäude sind Galerien, Shops und ein Militärmuseum untergebracht. Das Museum berichtet über die „The Queen´s Royal Lancers & Nottinghamshire Yeomanry“, ich sage mal schlicht, die Armee der Königin von England. Das erste Regiment entstand Ende des 17. Jahrhunderts, nach und nach fügte man diesem weitere Einheiten hinzu, bis eine ganze Armee entstand. Anfangs war es die Kavallerie, später die Artillerie und heute operiert die königliche Armee hochtechnisiert. Immer schon war diese Armee in der ganzen Welt unterwegs, überall in den englischen Kolonien, heute in Afghanistan und anderen aktuellen Brennpunkten. Jedenfalls ist das Museum sehr gut ausgestattet und informativ.

Wassermühle Ollerton

Wassermühle Ollerton

In Ollerton ist die alte Wassermühle einen Besuch wert. Das große Mühlrad ist noch zu sehen, ansonsten ist das Gebäude, dass über einem Bach steht, modernisiert und beherbergt nun eine Teestube. Alle alten Gebäude des Dorfkerns haben eine Klinkerfassade.

 

USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

Tourkarte USA/Kanada

 

Tourkarte Nordamerika

Tourkarte Nordamerika

 

Unsere Rundreise durch die USA und Kanada begann in Tampa (Florida), hinüber zur Ostküste, weiter Richtung Norden. Bei Charleston bogen wir zu den Great Smoky Mountains ab. Nachdem wir dort ein schwerwiegendes Problem an unserem Auflieger feststellen mussten, blieb uns nichts weiter übrig, als nach Tampa zurückzufahren (gestrichelte Linie). Nach Reparatur des Schadens starteten wir erneut. Ab Charleston folgten wir immer weiter der Ostküste in Richtung Norden bis nach Nova Scotia (Kanada). Bevor uns der Herbst einholte, wendeten wir uns Richtung Westen und fuhren den St. Lorenz-Strom hinab. Über die Niagara-Fälle erreichten wir Chicago. Ab hier lag unser Schwerpunkt auf der Route 66, die uns bis zum Grand Canyon begleitete.

Den Winter verbrachten wir in Arizona. Die Kälte zwang uns, eine Zeit lang in Phoenix zu bleiben, bis wir für zwei Monate nach Deutschland zurückkehrten. Im März nahmen wir unsere Tour wieder auf und gelangten über den Hooverdamm und Las Vegas ins Tal des Todes. Von dort arbeiteten wir uns über die Sierra Nevada in den Norden Kaliforniens bis nach Oregon vor. Hier stoppte uns der Winter ein weiteres Mal und zwang uns zur Umkehr. Der einmalig schönen Westküste nach Süden folgend erreichten wir San Francisco und Los Angeles.

Über den Süden der USA nach Osten gerichtet durchquerten wir Arizona, Texas und die Südstaaten, bis wir den Kreis in Florida schlossen.

Everglades – Florida

Schon lange wollte ich berichten, dass uns an vielen Wasserlöchern quer durch die USA Nilpferdlaute begegnen. Nilpferde in Nordamerika, das kann ja wohl nicht sein. Das können nur Ochsenfrösche sein, obwohl sie für uns immer unsichtbar blieben.

Villa in Naples

Villa in Naples

Am Gulfshore Blvd in Naples reihen sich die Millionärsvillen und Golfplätze. Trotz allem ist es ein sehr gediegener Ort, denn die einflussreichen Einwohner dort verhinderten, dass Bettenburgen die Strände zupflastern. Es geht ruhig zu, sogar in der Sehen-und-Gesehen werden-Meile, 5th Avenue, sind kaum Menschen unterwegs. Wahrscheinlich ist dort alles so teuer, dass Otto Normalverbraucher in den Geschäften kaum etwas für sich findet.

Alligatorflagge heißt diese Planze

Alligatorflagge heißt diese Planze

Dem Highway 41, Tamiami Trail, immer weiter folgend, gelangt man in und durch die Everglades. Am Eingang zum Fakahatchee Strand Preserve State Park steht ein Souvenirgeschäft der Seminolen, deren ureigenstes Land die Everglades waren. Heute leben die Ureinwohner in Reservationen verstreut in diesem Gebiet. Neben dem Geschäft befindet sich der Eingang zu einem Holzweg durch den Sumpf, so naturbelassen, wie wir es bisher noch nicht gesehen haben. Kleine Tafeln klären über das auf, was man sieht oder sehen könnte und warnt vor den giftigen Wassermoccasinschlangen. Rundum steht das Wasser einen halben Meter hoch, das braun und glasklar ist. Ein paar kleine Fische tummeln sich darinnen, die sich von den zahlreichen Mückenlarven ernähren und ungewöhnlich in der Fischwelt, lebende Junge zur Welt bringen. Eine kräftige Dosis Mückenspray ist bei dieser Tour durch den Urwald unabdingbar. Am Ende des Steges steht man auf einer Plattform an einem größeren Wasserloch, wo sich die Alligatoren gerne aufhalten sollen. Hier sahen wir leider keines der immer wieder interessanten Reptilien.

am Oasis Besucherzentrum entdeckt

am Oasis Besucherzentrum entdeckt

Am Oasis Besucherzentrum hat man Gelegenheit, ein ganzes Stück entlang eines Wassergrabens zu laufen. Hier sind Alligatoren, Schildkröten und Fische fast garantiert. Uns zeigten sich gleich zwei große Weichpanzerschildkröten, die zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen und dann wieder verschwinden. Im Besucherzentrum fanden wir auch endlich einen Namen für die große, gelb-schwarze Spinne, von der ich schon mehrfach berichtet habe. Sie heißt Goldene Seidenspinne.

Sonnenuntergang am Midway Campground

Sonnenuntergang am Midway Campground

Einen wunderschönen Platz zum Übernachten fanden wir auf dem Midway Campingplatz mitten in den Everglades, in dessen Mitte ein großer Teich angelegt ist, dessen Wasser im Gegensatz zur Umgebung kalkhaltig ist. Er hat also keine Verbindung mit den umliegenden Gewässern. Trotzdem nennt ein kleinerer Alligator diesen Teich sein zu Hause. Schwimmen verbietet sich sowieso in den sumpfnahen Gewässern Floridas. Vor Kurzem erst wollte ein Amerikaner in Zentralflorida ein Bad in einem der Seen nehmen und hat es gerade so mit einer großen, klaffenden Kopfwunde überlebt.

Küche der Miccosukee

Küche der Miccosukee

Im Miccosukee Indianerdorf erfährt man einiges über das Leben der Miccosukee, die die Everglades ebenfalls ihr zu Hause nennen. Der Stamm zählt heute um die 600 Menschen, nachdem nach dem Indianerkrieg im 19. Jahrhundert nur noch eine kleine Gruppe in den Sümpfen überlebt hatte. Der Großteil lebt in Miccosukee, weitere kleine Dörfer liegen entlang des Tamiami Trails.
Eigentlich wollten wir noch den Aussichtsturm am Shark Valley Besucherzentrum aufsuchen, um einmal die Everglades von oben zu sehen, aber da fährt nur eine Bahn hin, für die man 20,-$ pro Person berappen soll.

in Coopertown

in Coopertown

Von Coopertown in der Nähe von Miami hatten wir vor einer ganzen Weile im Fernsehen erfahren, aber dort gibt es nur eine vollkommen überlaufene Airbootstation. Da waren wir jedenfalls heilfroh, dass wir eine fast private Airboottour in Lafourche, Louisiana machen durften. Bei dem Angebot an Airbooten und Menschen kann sich kein Alligator und keine Schildkröte dort mehr aufhalten wollen. Die Boote selbst sind mit 12 und mehr Menschen besetzt, die zudem alle in der gleichen Höhe sitzen.Die Everglades haben sowieso mit dem Wasserschwund zu kämpfen, unter dem sie seit einhundert Jahren leiden. Inzwischen wird im Norden, wo das Wasser für die Everglades herkommt, soviel Wasser für die Zivilisation abgegraben, dass nur noch 20% des ursprünglichen Wassers dort ankommt. Entsprechend hat auch die Tierwelt abgenommen und im trockenen Winter liegen viele Stellen trocken.

San Antonio – Texas

San Antonio -  Das Alamo

San Antonio –
Das Alamo

1718 war der Ort noch ein zu Mexiko gehörendes kleines Dorf. Dann kamen die Spanier und bauten 1724 die Mission San Antonio de Valero, in der Missionare und zum Christentum bekehrte Indianer lebten. Weitere vier Missionen ergänzten die San Antonio Mission. 1793 verfügte die spanische Verwaltung, das Land der Missionen unter den Einwohnern aufzuteilen, die es so weiter bewirtschafteten wie bisher, nur dass es jetzt ihr Land war. Anfang des 19. Jahrhunderts stationierten die Spanier eine Kavallerieeinheit in der San Antonio Mission, die sie in Alamo umbenannten. Es folgte eine wechselvolle Geschichte mit wechselnden Besatzern. In Alamo wurde im Februar 1836 die entscheidende Schlacht gegen eine überwältigende Übermacht um die Unabhängigkeit Texas´ von Mexiko geschlagen. Die Schlacht war so heldenhaft, dass das Alamo immer noch heiliger Boden und eine Gedenkstätte ist.

San Antonio -  Riverwalk

San Antonio –
Riverwalk

Wer San Antonio besucht, muss den Riverwalk gehen, der sich ein paar Meter unterhalb des Stadtlevels befindet. Der Weg entlang des San Antonio Rivers, der sich durch die Stadt windet, wurde 1929 von der San Antonio Conservation Society in Auftrag gegeben. Es sollte der Mittelpunkt der Stadt werden und ist heute ein fast tropisch anmutender Garten mit großen Zedern, Papyrusgras und Taropflanzen.

San Antonio -  La Villita

San Antonio –
La Villita

Zur Kontrolle des Wasserstandes hat man mehrere Schleusen eingebaut und einen zusätzlichen Kanal. Sogar eine unterirdische Marina und ein Amphittheater gibt es. Restaurants, Geschenkeshops und Hotels teilen sich die Ufer, an dem auch La Villita, eines der Originaldörfer San Antonios liegt. La Villita zeigt sich rundum restauriert und lädt mit schmalen Straßen, schattigen Patios und Shops zum Bummeln ein. 

San Antonio -  Buckhorn

San Antonio –
Buckhorn

Ein anderes Highlight im Stadtzentrum sind das Buckhorn Museum und das Texas Ranger Museum, die beide im selben Gebäude Platz gefunden haben. Ein Original, als Texas Ranger aus dem 19. Jahrhundert ausgestattet und schon sehr viele Jahre in diesem Amt, begrüßt die Besucher und erzählt, was auf einer riesengroßen Fläche alles zu sehen ist. Für 19,-$ pro Museum und Person Eintrittspreis ließen wir es jedoch beim Bestaunen der „Lobby“, deren Wände mit Jagdtrophäen aller Art, worunter sich viele Kuriositäten befinden, geschmückt sind.Weitere Sehenswürdigkeiten San Antonios, neben unzähligen anderen, sind mehrere Themenparks, der Market Square oder der Hemisfair Park mit dem Tower of the Americas. Man sollte sich Zeit für San Antonio nehmen und möglichst im Winter reisen, wenn es nicht so warm ist.
Übrigens, unsere Klimaanlage haben wir reparieren lassen. Klaus hatte recht, es war nicht die Platine und die Reparatur kostete nur die Hälfte.

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Brackettville - Seminolenscout Friehof

Brackettville – Seminolenscout Friehof

In Brackettville besichtigten wir den Seminolen Scout Friedhof. Hier sind unter anderem die Nachkommen der Seminolen begraben, die als Sklaven auf den Plantagen Floridas arbeiten mussten. Dazu die Scouts, von denen ich berichtet habe, und deren Familienangehörige. Einige der Scouts wurden mit Ehrenmedaillen ausgezeichnet. Diese haben besonders schöne Gräber. In Brackettville gibt es noch heute eine Scoutschule.
Das Fort Clark war einst ein wichtiger Militärposten, in dem viele Infantrieregimenter und die meisten Armeekavallerieeinheiten gedient haben. Es wurde 1944 geschlossen. Heute befinden sich auf diesem Gelände ein Hotel, ein RV-Park, ein Golfclub und ein Museum zur Geschichte des Forts.In Hondo legten wir einen Zwischenstopp ein. Dort berichtete man uns, dass es die ganze letzte Woche geregnet hat. Es war der erste Regen seit einem Jahr. Oft sieht man jetzt Pfützen auf den Feldern stehen, mancher Creek hat wieder Wasser in seinem Bett. Ab dem Sabinal River löst langsam das Grasland die Chihuahuawüste ab. Das gleiche Grasland, durch welches wir schon auf unserem Hinweg gefahren sind und das sich im Osten der Rocky Mountains ausbreitet, auch bekannt als die großen Prärien.

in Castroville

in Castroville

Castroville, zwischen Hondo und San Antonio gelegen, wurde 1844 von einem Henri Castro gegründet, der von der jungen Texanischen Republik beeindruckt war. Als Einwohner für seine Stadt brachte er zumeist elsässische Siedler hier an den Medina River her. Sie bauten kleine Wohn- und Geschäftshäuser im Stil ihrer Heimat, die zumeist heute noch erhalten sind und gepflegt werden. Die kleinen Grundstücke quellen über von grünen und blühenden Gärten.

Castroville -  Steinbach Haus

Castroville –
Steinbach Haus

Das Steinbach Haus, ein Fachwerkhaus, das ursprünglich in Wahlbach, Frankreich, gebaut wurde, schenkten die Elsässer Leute 1998 einschließlich der Einrichtung der Stadt Castroville. 2002 wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider ist das Innere nur nach Terminabsprache zu besichtigen, obwohl dort auch das Besucherzentrum untergebracht ist.

White Sands – New Mexico

am Rande des Tularosabeckens

am Rande des
Tularosabeckens

White Sands bezeichnet viele Dinge, die zwischen den San Andres und Sacramento Mountains im Tularosa Becken liegen. Fast alles davon gehört zur White Sands Missile Range, einem aktiven Testgelände für Raketen, Bomben und Lasertechnik, das seit 1949 besteht und das größte militärische Testgelände Amerikas ist. Zwei mal in der Woche wird die Straße ein bis zwei Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt, immer dann, wenn Tests durchgeführt werden.Überhaupt dreht sich in dem Gebiet zwischen Las Cruces und Alamogordo alles um Weltraum- und Raketentechnik. Den neuen Weltraumbahnhof für Touristen nördlich von Las Cruces kann man allerdings nur nach Absprache besuchen. Wir hatten im Fernsehen einmal einen Bericht über den Spaceport America gesehen. Von hier aus sollen Flüge in den Orbit mit einer neuen Generation von Flugzeugen für jedermann möglich sein, der so um die 250.000,-Euro übrig hat. Das ist doch glatt ein Schnäppchen.
Das Testgelände für die erste Atombombe, Trinity Site, liegt im Norden der Range.

White Sands Missile Museum

White Sands
Missile Museum

Das Missile Museum der White Sands Missile Range war sogar für uns als Ausländer zugänglich. Von der A4 (V2) Wernher von Brauns über viele andere Exponate wird hier die Weiterentwicklung der militärischen Raketentechnik dargestellt. So ist auch die Fat Man Atombombe, die auf Nagasaki abgeworfen wurde, zu besichtigen. Sie war nach Little Boy, die auf Hiroshima niederging, die zweite Atombombe, die in der Kriegsführung eingesetzt wurde.
1945 wurden im Rahmen der Operation Paperclip deutsche Wissenschaftler und Techniker, die mit der Entwicklung der Raketentechnik zu tun hatten, hierher gebracht. Sie waren unter der Führung von Wernher von Braun maßgeblich an der Weiterentwicklung der zivilen und militärischen Raketentechnik der USA beteiligt. Wir durften sogar fotografieren, jedoch keine Anlagen und Gebäude.

White Sands National Monument

White Sands
National Monument

Weswegen wir jedoch hauptsächlich in diese Gegend kamen, ist das White Sands National Monument. Auf 275 Quadratmeilen breiten sich gleißend weiße Gipsdünen aus. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt. Nur wenige Pflanzenarten wie die Soaptree Yuccas oder das Reisgras wachsen schnell genug, um gegen die ständige Bewegung der Dünen, die die starken Winde der Region verursachen, zu bestehen. Die wenigen kleinen Tiere, die in den Dünen leben können wie Füchse, Kaninchen oder Eidechsen, haben sich der Farbe der Dünen angepasst. Sie alle kommen meist nur nachts hervor, wenn die Sonne nicht mehr so brennt.

wir mittendrin

wir mittendrin

Gips ist nur sehr selten in Form von Sand zu finden. Regen und Schnee spülen seit etwa zehntausend Jahren die Gipspartikel aus den umliegenden Bergen in das Tularosa Basin. Damals senkte sich das Gebiet des Beckens und legte die in Millionen von Jahren abgelagerten Gipsschichten frei. Einen anderen Zufluss gibt es nicht. Wenn die Nässe verdunstet ist, bleibt der Sand übrig. In den ganz tief gelegenen Gebieten wie dem Lake Luzero und in den Alkali Flats entstehen durch die länger vorhandene Feuchtigkeit Selenitkristalle, die bis zu 90cm lang werden können. Diese zerfallen dann irgendwann ebenfalls zu Sand. So bauen sich die Dünen auf. Warum der Gipssand nicht weggeweht wird? Durch die Eigenschaften des Gips kann sich das Grundwasser bis knapp unter die Oberfläche halten. So ist die Konsistenz der Dünen recht fest. Nur die ausgedörrte Oberfläche kann dann von den Winden weggetragen werden, die dann schon 17 Meilen in der Stunde erreichen müssen. Wenn es regnet, ist auch die Oberfläche vor den Winden geschützt.
Es ist jedenfalls ein unglaubliches Erlebnis, sich mitten in den schneeweißen Dünen zu befinden und den Trails zu folgen oder Picknick zu machen.

Pistanzienranch

Pistanzienranch

Nördlich von Alamogordo befinden sich zwei Pistazienfarmen. Diese gehören zu den drei Gebieten, in denen in ganz Amerika überhaupt Pistazienbäume kultiviert werden. Eines liegt im Sacramento Valley, ein Winziges bei Tuscon und das dritte Anbaugebiet befindet sich im Großraum El Paso, zu dem auch Alamogordo gehört. Das PistachioLand wirbt mit der größten Pistazie der Welt, zu der zwei Farmen gehören: die McGinn´s Pistachio Tree Ranch und die Eagle Ranch, die zweimal am Tag kostenlose Führungen durch den Betrieb anbietet. Jedenfalls findet man hier Pistazien in vielen Geschmacksrichtungen. Neben Pistazien wird auch Wein aus der Umgebung angeboten, Gratisverkostungen inklusive.

Hummingbird

Hummingbird

Der Edgington RV Park hat einen schönen Teich angelegt, in dem einige große Fische leben, was Klaus freute. Mich begeisterten die zwei Hummingbirds, die sich den ganzen Tag schwirrend über dem Teich und seiner Umgebung aufhalten. Ihr Flug gleicht dem des Taubenschwänzchens, jene auffälligen Falter, die sich in sehr warmen Sommern inzwischen auch in Deutschland aufhalten. Die Hummingbirds kennen kaum Ruhe, deshalb ist es äußerst schwer, sie vor die Linse zu bekommen. Geduld wird aber belohnt, meistens jedenfalls. Woher nehmen sie nur all diese Energie?

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