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Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “Mai, 2016”

Ukranenland

Ansicht von der Uecker

Ansicht von der Uecker

Am Ortsrand von Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern), direkt an der Uecker, liegt das Freilichtmuseum „Ukranenland“. In meinem Artikel „Endlich auf Tour“ berichtete ich schon einmal von den Ukranen. Von den Wikingern wurde dieses Volk Wenden genannt. Die Ukranen bewohnten ein großes Gebiet des heutigen Nordwestdeutschland.

Schmiede

Schmiede

Im Freilichtmuseum, zu dessen Bau 1991 der Grundstein gelegt wurde, erstanden Holzhäuser in Block-, Bohlen oder Flechtbauweise, allein auf Grundlage archäologischer Funde. Das Ukranenland wird durch haupt- und nebenberufliche Einwohner in Ukranengewändern belebt, die abwechselnd zeitweise in den Häusern leben. Die Besucher können in die Einraum-Häuser hineinsehen. Schlafen, Wohnen, Lagern, alles fand in diesem einen Raum statt. Eine Gemeinschaftsküche, Getreide- und Ölmühle, ein Backofen, eine Schmiede sowie ein Brunnen ergänzen das Dorf.
Viele Schulklassen haben das Ukranenland als Ausflugsziel auf dem Stundenplan. Dann haben die Kinder die Möglichkeit, Löffel zu schnitzen, Messer herzustellen, zu töpfern oder anderen handwerklichen Tätigkeiten nachzugehen.

Segelboot

Segelboot

Am Ufer der Uecker liegt ein Segelbootnachbau der Ukranen. Nach Anmeldung werden Ausflugsfahrten mit verschiedenen Booten angeboten.
Das Freilichtmuseum lädt zu einem längeren Aufenthalt ein, wer möchte, kann auch die Grillhütte nutzen. Wir können einen Besuch in dem absolut ruhig gelegenen, weil der Zivilisation entrückten, Dorf nur empfehlen.

Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Drewelow. Wo bitte liegt Drewelow? Da findet kein Tourist hin. Das Dorf liegt mitten im Nirgendwo südwestlich von Anklam. Dort hört man nur Vögel, Hühner und Hunde. Herrlich für den, der das liebt. Klaus jüngster Bruder hat dort mit seiner Familie ein Häuschen mit einem wunderschönen, großen und freien Grundstück. Unser Motorhome steht dort und harrt den Restarbeiten, die noch an ihm zu erledigen sind. Für die umfangreichste Arbeit saß ich fast einen Tag auf dem Dach und habe Luken und Hauben geputzt. Ich glaube, die haben in ihrem Leben noch nie eine Wäsche erfahren. Zudem überlegten wir, was wir mit dem Dach selbst machen können, denn es braucht unbedingt und dringend eine neue Schutzschicht. In Deutschland ist keine Pflege für Gummidächer zu bekommen. In Amerika kann man sie zwar bestellen, aber bekommt sie nicht nach Deutschland geliefert, weil die Lösungen als Gefahrgut gelten. Die Firma TSL kommt zwar an diese Pflegemittel heran, hat sie aber leider nicht mehr auf Lager und der nächste Container aus den USA kommt erst im Oktober. Bevor wir in das regenreiche Großbritannien fahren, muss irgendetwas auf die Gummihaut des Daches aufgebracht werden. Nach langer Recherche bestellten wir nun einen Tiefenpfleger von ArmorAll, den wir leider erst nächste Woche bekommen. Also müssen wir uns in Dresden, unserer nächsten Station darum kümmern. Es ist keine Dauerlösung, muss aber bis Oktober halten. Nun muss nur noch die defekte Abstützung repariert werden und das Motorhome zum TÜV.

riesige Felder

riesige Felder

Trotz der vielen Arbeiten und Besuche fanden wir auch Zeit für eine Wanderung um Drewelow herum. So oft wir schon hier waren, wir kamen noch nie dazu, uns in der Umgebung umzusehen.

Wasserburg Spantekow

Wasserburg Spantekow

Der Weg führte uns zuerst nach Spantekow, wo eine Wasserburg zu besichtigen ist. Die Bilder, die wir auf Tafeln sahen, versprachen ein schönes Erlebnis. Als wir dort ankamen, war der Eingang zum Burghof verschlossen. Eine Besichtigung ist wohl nach telefonischer Anmeldung bei den Eigentümern möglich. Die Burg ist so zugewachsen, dass man kaum noch die Gebäude erkennt. Der Wassergraben ist zum Teil trocken und die Brücke darüber, die einmal existierte, gibt es auch nicht mehr.

Wasserburg Müggenburg

Wasserburg Müggenburg

Enttäuscht setzten wir unseren Weg über Neuenburg nach Müggenburg fort. Dort erwarteten wir nach Auskünften ein Café sowie eine Turmbesteigung. Die Straße zwischen Neuenburg und Müggenburg besteht noch aus großen Granitpflastersteinen. Solche Straßen durchzogen Anfang des 19. Jahrhundert weite Teiles dieses Landstriches.
In Müggenburg begrüßten uns schottische Highlandrinder. Es war heiß und wir freuten uns nach zehn Kilometern Wanderung auf ein Eis. Das Tor zur Burg war verschlossen, kein Anzeichen für ein Café. Da kam der Besitzer heraus. Er war offensichtlich mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Er sagte uns, dass die Burg seit zwei Jahren für Besucher geschlossen ist, kein Eis, keine Turmbesteigung. Da kann man nichts machen. Nach Drewelow zurück waren noch zweieinhalb Kilometer zurückzulegen.

 

Endlich auf Tour

k-DSC04731Yippeeeh, nach vielen Schwierigkeiten sind wir endlich auf Tour! Erstes Ziel ist das Vulkangebiet Vogelsberg zwischen Gießen und Fulda, in dem es sich hervorragend urlauben lässt. Saubere Luft, sehr viel Natur, sehr viele Möglichkeiten, die Umgebung zu entdecken und wunderschöne Fachwerkhäuser zeichnen dieses Gebiet aus. Nach den letzten stressigen Wochen zu Hause war ein Besuch der Vulkantherme in Herbstein eine willkommene Wohltat. In der Sauna oder einem Bad im mehr als 30 Grad warmen Mineralwasser kann man die Seele baumeln lassen.
Anschließend bietet sich ein Besuch des tausend Jahre alten Herbstein an. Die sehr übersichtliche Altstadt ist noch heute von einer Stadtmauer mit mehreren Türmen umgeben. Viele der alten Fachwerkhäuser sind herausgeputzt, manche verfallen. Unter der nicht mehr erhaltenen Burg befindet sich ein großes unterirdisches Gängelabyrinth, welches die Besucher im Rahmen von Führungen erleben können. Die heutige Apotheke am Marktplatz ist das wahrscheinlich älteste Gebäude der Stadt. Vorher diente es als Amtshaus. Im Keller soll die Jahreszahl 1576 eingehauen sein.
Ein großzügiger Wohnmobilstellplatz direkt an der Therme lädt zum übernachten ein.

im Trassenmuseum

im Trassenmuseum

Zweite Station war das alle zwei Jahre zu Pfingsten stattfindende Trassentreffen in Deutzen bei Leipzig. Um die fünfundzwanzigtausend Leute waren in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts am „Jugendobjekt Erdgastrasse“ in der Sowjetunion beschäftigt. Davor gab es noch die „Drushbatrasse“. Erdgasleitungen wurden vom Nordmeer bis nach Mitteleuropa gebaut, in Verbindung mit Verdichterstationen und Wohnungsbau für die zukünftigen Betreiber der Leitungen sowie deren Angehörige. Klaus und ich waren von 1984 bis 1987 zuerst in Jefremow, südlich von Moskau, später im Permer Gebiet (Ural) in Gornosawodsk und Gremjatschinsk beim KKAB mit dem Verdichterbau beschäftigt. Es war eine seht interessante Zeit, die wir nicht missen möchten. Alle diejenigen, die Lust und Laune verspüren, treffen sich seit vielen Jahren bei den verschiedenen Trassentreffen. Das größte Treffen findet seit mehr als zehn Jahren in Deutzen statt. Es ist schön, die Kollegen aus den damaligen Tagen wiederzutreffen und über alte und neue Zeiten zu reden. Leider spielte in diesem Jahr das Wetter nicht mit, aber einer der alten Kollegen hatte ein großes Partyzelt und eine Heizkanone mitgebracht, so dass wir es gut aushalten konnten. Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten vierzehn Tage werden wir in Klaus´ Heimat Anklam verbringen. Zum Teil müssen noch Kleinigkeiten am Motorhome erledigt werden. Verschiedene Dinge sind noch nicht so, wie sie sein sollen.

Oberuckersee

Oberuckersee

Auf dem Weg von Deutzen nach Anklam übernachteten wir auf dem Campingplatz in Warnitz am Oberuckersee. Mit dem großen Motorhome sind wir nicht so schnell unterwegs und aus mancher Strecke, die sonst an einem Tag gefahren wird, wird schnell eine Zweitagesetappe. In der Mitte des See´s befindet sich eine Insel, die wohl schon in der Steinzeit besiedelt war. Ungefähr im 6. Jh. kamen die Ukranen aus dem Karpatengebiet und nannten die Gegend ihr Eigen. Grabungen in den 1960er Jahren förderten eine Holzbrücke zutage, die das Ufer des See´s mit der Insel verband. Bei Torgelow gibt es das Ukranenland. Wir haben schon einiges davon gehört und wollen es auf dem Weg nach Dresden besuchen.

 

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