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Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “USA – Ostküste”

Küste von Maine

Wir haben den nördlichsten Bundesstaat an der Ostküste der USA, Maine, erreicht. Das Bild hat sich geändert. Es gibt viele Felsen in der Landschaft, die Küste ist rauher und riecht nach Seetang, es gibt wieder richtige Gezeiten und der Baustil, die kleinen Steinmauern und Ziehbrunnen erinnern manchmal an die keltisch geprägten Küsten der Normandie und Bretagne. Manchmal sieht man normannisches Fachwerk. Es gibt Birkenwälder und anscheinend beginnt hier das Reich der Elche. Der sonst so kostbare Hummer ist hier ein Grundnahrungsmittel, den man an jeder Ecke bekommt. In Kennebunkport, einem historischen kleinen Hafen, haben wir uns ein Lobster-Diner (ein 1¼-Pfund-Hummer, Pommes frites, Salat und ein Schälchen zerlassene Butter) für ganze 12,99 $ (das sind um die 10,- €) schmecken lassen. Dabei war der Hummer auf den Punkt gegart, herrlich saftig und aromatisch, wie er sein soll. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen. 

Unser nächstes Ziel war „Len Libby“ kurz vor Scarborough. Das ist eine kleine Schokoladen- und Bonbonfabrik, die einen lebensgroßen Schokoladenelch, aus 1700 Pfund Milchschokolade gemacht, im Laden stehen hat. Umrahmt wird „Lenny“ von Mutter-Schwarzbär Libby und ihren Bärenkindern Cocoa und Chips, die alle drei aus Dunkler Schokolade gemacht sind. Die Schoko-Tiere sind umrahmt von einem Stück authentischer Landschaft. Wir finden das eine schöne Idee. Über einen Bildschirm werden die Leute darüber informiert, wie „Lenny“ entstanden ist. Also, ich finde, mit Schokolade zu modellieren ist ganz schön lustig. 

In South Freeport kamen wir in den Genuss einer kleinen Führung durch die kleine „Maine-Distilleries“, in der aus feinsten Maine-Kartoffeln und bestem Quellwasser Wodka hergestellt wird. Durch Beigabe von Blaubeeren bekommt man Blaubeer-Wodka und durch verschiedene andere natürliche Zusätze erhält man auch einen hervorragenden Gin. Das Sortiment dieser Destillerie umfasst ganze drei Schnapssorten. Übrigens haben wir in Rockland den ersten Supermarkt in den USA gefunden, der Schnaps und Likör verkauft. Sonst bekommt man dort maximal Wein. Selbst die Cocktails gibt es nur ohne Alkohol. Den muss man sich im Licour-Store dazu holen.  

Kurz vor Rockport steht eine kleine Käserei, die jedoch horrende Preise verlangt. Im Verkaufssortiment hat sie allerdings auch andere regionale Produkte von verschiedenen Farmen und Handwerksbetrieben. 

Bevor man nach Bucksport kommt, überquert man eine nagelneue Hängebrücke. Die alte, ebenso sehenswerte Fachwerkbrücke aus Stahl, steht noch daneben. Mit einem Fahrstuhl in einem der zwei Pylone der neuen Brücke gelangt man in dessen 400 Fuß hohe Spitze. Von dort aus soll man einen schönen Blick auf Fort Knox, Maines größtes historisches Fort, haben. Dieses wurde zwischen 1844 und 1869 gebaut und war im Bürgerkrieg und im Spanisch-Amerikanischen Krieg besetzt. 

Den Acadia National Park haben wir nicht besucht. Es ist der zweitmeist besuchte Nationalpark der USA und nach der anstrengenden Reise an der gerade zu dieser Jahreszeit (Juli/August) überfüllten Ostküste wollten wir uns das nicht mehr antun. Die wunderschönen Berge des Parks haben wir von einem Aussichtspunkt an der US1 bewundert.

Ab Gouldsboro änderte sich das Bild der Landschaft ein zweites Mal. Es gibt Lärchen in den Wäldern, die lichter geworden sind. Dazwischen sieht man immer mehr tundraartige Flächen, die nur ein kleines Wachstum zulassen. Meinen ersten frei fliegenden Weißkopf-Seeadler habe ich gesichtet und die Häuser und Einkaufsmalls sind kleiner geworden. Der Verkehr ist geringer und die Wasserflächen nehmen zu. Es sind keine 30°C mehr, aber immerhin noch 26°C. Die Nächte sind für unser derzeitiges Empfinden dafür schon ganz schön kalt.  

Der letzte Ort vor der kanadischen Grenze ist Calais. Kurz vor Calais liegt die kleine Insel „St. Croix Island“ in der Passamaquoddy Bai. Auf dieser winzigen Insel landeten am letzten Augusttag 1604 die ersten 78 Franzosen mit ihren Segelschiffen unter Pierre Dugua, Sieur de Mons, Nobelmann, Entdecker und Generalleutnant der Akadier. Das Land um die Insel herum gehörte den Passamaquoddy, ansässigen Indianern. Warum die Franzosen im nächsten Winter nicht aufs Festland gingen, sondern 50 Mann von Ihnen auf der Insel starben, weil sie nicht auf den Winter vorbereitet waren, kann ich mir nicht erklären. Lagen sie in den paar Monaten mit den Einheimischen im Klintsch? Es war jedenfalls eine harte Lehre für die Franzosen, aus der sie gelernt hatten und es folgten bald noch mehr Siedler. Heute ist die Insel ein International historischer Ort, der von den USA in Gemeinschaft mit der kanadischen Regierung gepflegt wird. 

Bald hätte uns die Flut festgehalten. Am „Devils Head“ etwas nördlich vom historischen Punkt „St. Croix Island“, haben wir es uns am Strand der Passamaquoddy-Bucht gemütlich gemacht, den es nur gibt, wenn Ebbe ist. Ansonsten findet man dort nur zerklüftete Felsen. Wir haben zwar die Flut immer im Auge gehabt, jedoch war der erste Strand, der durch eine Felsnase vom zweiten Strand, den wir uns ausgesucht  hatten, getrennt und daher für uns unsichtbar war, offensichtlich etwas niedriger gelegen. Als das Wasser vermeintlich hoch genug war, um den Rückweg anzutreten, war es schon fast zu spät. Uns blieb nur noch, über die am höchsten gelegenen Felsen zu klettern, um den Ausgang zum Parkplatz zu erreichen. Man sollte doch vorsichtiger sein. Der Tidenhub ist in der Bucht schon ziemlich gewaltig. Als Notausgang hätte dann nur noch das Dickicht des dahinterliegenden Waldes gedient. 

Übrigens, das meistgebrauchte Wort auf dieser Reise ist bis jetzt: Tüte. In jedem Supermarkt bekommt man eine Unmenge Plastiktüten, in die die eingekauften Waren verstaut werden. Meist sind in einer Tüte gerade drei bis vier kleine Artikel, dann kommt die nächste Tüte dran. Sogar die Gallonenbehälter für das Trinkwasser kommt in eine solche Tüte, die dann fast zu reißen droht. Hauptsache, es ist alles in Tüten verstaut. An den Kassen stehen praktischerweise gleich Tütenrondelle. Wir nutzen dann diese Tüten als Mülltüten, wobei wir so viele Mülltüten gar nicht verbrauchen können. Es ist bis jetzt nur zweimal vorgekommen, dass die Waren wieder im Einkaufswagen landen und einmal, dass wir eine Papiertüte bekamen. Der blanke Plastiktütenwahnsinn. Unsere Ablehnung gegenüber dieser Tüten stößt da schon manchmal auf Unverständnis. Einmal kam es sogar vor, dass die Kassiererin partout den einen kleinen Artikel unseres Einkaufs in eine Plastiktüte steckte. Sie bekäme sonst Ärger mit dem Chef.

 

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Rye Harbor – New Hampshire

Nachdem wir einige Angebote für eine Whale-Watching-Tour verglichen haben, haben wir uns für Rye Harbor entschieden. Es ist ein sehr kleiner Hafen, ein Stück weit vom eigentlichen Ort weg und daher kaum von Menschen bevölkert, nur eben von denen, die eine Whale-Watching-Tour machen oder zum Hochseeangeln wollen. Der Veranstalter, Granite State Whale Watch, ist im Bereich der Walforschung tätig und will den Menschen die Wale ein Stück näher bringen. Wie heißt es so schön: Nur was man gesehen hat, kann man auch schützen. Sie verstehen ihr Handwerk, denn mit 99% Sichtung auf den Fahrten kann man kein Pech haben und keinen Wal sehen. Die Wale halten sich vor der Küste New Hampshires sehr weit draußen auf, was eine ziemlich lange Fahrt bedeutet. Trotzdem ist so eine Whale-Watching-Tour für jemanden, der noch keinen Kontakt zu den größten Säugetieren der Meere hatte, ein Erlebnis. Leider hatten die Wale bei unserer Tour keine Lust auf näheren Kontakt zu den Booten. Wir haben zwar ein paar Rücken von Finnwalen und Buckelwalen gesehen, viele Blows (Atem-Fontänen) und die Schwanzflosse eines abtauchenden Buckelwales, aber richtig dicht kam keiner. Trotzdem waren wir begeistert.
 Die Nacht durften wir freundlicherweise im Hafen verbringen, denn wir kamen erst nach 18 Uhr zurück.
 

Boston – Massachusetts

Vor einiger Zeit haben wir durch das Fernsehen eine Empfehlung für das „Barking Crab“ in Boston bekommen, in dem es angeblich das beste Seafood der Ostküste geben soll. Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass die Gaststätte einen riesigen Parkplatz haben soll, auf dem unser Gespann Platz haben wird. Deshalb haben wir in der Nähe von Boston noch einmal auf einem Walmart-Parkplatz genächtigt, um gleich frühmorgens in Boston zu sein. Das ging ganz schön nach hinten los, denn wir sind mitten in den morgendlichen Berufsverkehr geraten und haben ewig bis in die Stadt gebraucht. Dazu haben wir uns noch verfahren und sind am Flughafen herausgekommen. Bei der Ausfahrt aus dem Gelände mussten wir Maut bezahlen, da wir durch einen mautpflichtigen Tunnel gefahren waren. Da wir den Flughafen wieder durch einen Tunnel verlassen mussten, wurden wir gefragt, ob wir Flüssiggas in unserem Auflieger hätten. Das wäre in den USA generell in Tunneln verboten und wir sollten uns links an den Rand stellen und warten, bis der Trooper (Polizist) kommt und eine Entscheidung trifft. Ohne einen weiteren Tunnel zu benutzen, gibt es allerdings keine Möglichkeit, wieder vom Gelände zu kommen. Sehr schnell war der Polizist da und wir erklärten ihm unsere Lage. Wir haben uns verfahren und wollten eigentlich zum „Barking Crab“. Er sah uns sehr amüsiert an und meinte, wir sollten hinter ihm herfahren, er zeigt uns den Weg. Mit Polizeieskorte erreichten wir dann den Ort, wo wir hin wollten. Wir sagten ihm, dass wir so etwas nie wieder machen würden und dankten ihm sehr. Immer noch amüsiert verließ der Trooper uns. Doch unsere Suche nach einem Parkplatz blieb erfolglos, die meisten Parkplätze sind langzeitvermietet und auf dem einen, riesigen Parkplatz, der noch zur Verfügung stand und sehr viel Geld kostete, ließ man uns wegen unserer Länge nicht drauf. Das war´s mit dem besten Seafood der Ostküste und unserem Spaziergang durch die Innenstadt von Boston. Wir konnten nur noch sehen, dass wir uns irgendwie wieder heraus fitzten. So hatten wir wenigstens einen kleinen Eindruck, wie es inmitten von amerikanischen Hochhaus-Städten ist. Boston hat eine Schlüsselrolle im Unabhängigkeitskampf der USA gehabt. Die meisten historisch interessanten Sehenswürdigkeiten kann man auf dem „Freedom-Trail“ besichtigen.

In Salisbury, nördlich von Boston, stellten wir unser Gespann auf der „Salisbury Beach State Reservation“ ab, wo wir jedoch nur eine Nacht bleiben dürfen, weil ausgebucht. Wir machten eine kleine Rundfahrt nach Newburyport und aßen anschließend im „Hungry Traveler“ in der Nähe unseres Campingplatzes eine leckere Seafood-Casserole. Da wir direkt am Strand stehen, blieb auch ein Strandbesuch nicht aus. Anscheinend hat sich der Golfstrom nun verabschiedet, der bisher für das warme Wasser gesorgt hat, denn das Wasser hier war ganz schön kalt. Deshalb finden ab hier viele Whale-Whaching-Touren statt und Weiße Haie gibt es anscheinend auch.

Mystic – Connecticut

Wir haben die Neuenglandstaaten erreicht und das sieht man auch. Vor allem die großen Städte haben ihren englischen Charakter bewahrt, das heißt: große Steinkirchen, große Backsteingebäude, englisches Flair. In Mystic haben wir uns niedergelassen. Es ist ein hübsches Örtchen, in dem fast alle Häuser der Altstadt zwischen 1830 und 1850 gebaut wurden. Die schönsten Häuser gehörten der Familie Greenman. Der Vater hatte einen anscheinend sehr gut laufenden Schiffbaubetrieb und baute für seine 3 Söhne und deren Familien die wunderschönen Häuser. Eines davon kann man im im Rahmen des Besuches des Freilichtmuseums „Mysic Seaport“ besichtigen. Der Mystic Seaport stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Für den Besuch des alten Hafengeländes sollte man einen ganzen Tag einplanen, so umfangreich ist es (der Eintrittspreis ist deshalb entsprechend hoch). Die Anlagen werden auch heute noch im Rahmen eines Bootsclubs genutzt. Angefangen von den alten Handwerkerscheunen bis hin zur Restaurierung eines alten Walfangschiffes kann der Besucher alles besichtigen, was zu einem damaligen Hafen dazugehörte. In den meisten Handwerkerscheunen bekommt man praktische Vorführungen, was sehr interessant ist.

Die Gegend um die alte Zugbrücke mit den alten Häuserzeilen und das Old Mysic Village sind ebenfalls sehenswert.

Rock Hill – New York

Pause. Wir sind die letzten Tage viel gefahren. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter, muss erst einmal an der Reiseplanung arbeiten. Nebenbei werden die normalen Arbeiten wie Hausarbeit und Kfz-Technik warten erledigt. Gestern abend hat es um die 4 Tropfen geregnet. Wir stehen auf der Hilltop-Farm in Rock Hill. Zwei Mädchen waren kurz da und haben uns wegen unserem Feuerholz angesprochen. Sie wiesen uns darauf hin, dass es nicht gut ist, Feuerholz von einem zum anderen Platz mitzunehmen. Es gibt hier einen Käfer, der die Bäume tötet. In einem Baum haben sie einen Fangkorb hängen, den sie kontrolliert haben. Bei unserem Besuch in der Rezeption fanden wir einen Prospekt, in dem über den Asiatischen Bock-Käfer berichtet wird. Er wurde irgendwann durch eine Holzladung aus Asien eingeschleppt und zerstört nun viele Wälder in den USA. Er bohrt sich bis tief in die Herzen der Bäume, die dann absterben. Durch den Transport von Feuerholz kann man den Käfer mitnehmen und so seine Ausbreitung beschleunigen. Er ist wohl die größte Bedrohung der heimischen Wälder und seine Bekämpfung kostet Unsummen.

USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das ist einmal gewesen. Auf unserer Tour sind wir von einem Verbot zum anderen gestoßen. Man darf nicht frei übernachten, man darf nicht frei angeln. Das Schlimme daran ist, dass jedes Land andere Regelungen hat. Man muss zum Beispiel für jeden Bundestaat eine eigene Angellizenz haben. Da wir alle paar Tage in einem anderen Staat sind, lohnt sich der Kauf einer Angellizenz nicht. So kann Klaus nicht einfach mal die Angel auspacken und seinem Hobby frönen. Es gibt keine Angellizenz, die für alle Staaten gilt. Die Gebühren sind dabei sehr unterschiedlich. Mal sehen, wie die Sache dann in Kanada aussieht.

Orange County – New York

Ausstellungs- und Verkaufsraum Unser nächstes Ziel war eigentlich New York. Zu gerne hätte ich endlich einmal einen Spaziergang durch die Hochhaus-Schluchten von Manhattan gemacht und hätte die Freiheitsstatue gesehen, aber als Individualtourist ist New York einfach nicht zu bezahlen. Allein für den Campingplatz hätten wir für 2 Nächte 150,-$ bezahlen müssen. Dazu die Maut für die Straßen, die Gebühren für die Fähren usw., da müssen wir wohl doch irgendwann einmal eine Pauschalreise dorthin machen. Die Nacht hatten wir aus lauter Verzweiflung auf einem Walmart-Parkplatz, 45 Meilen von New York entfernt, verbracht. Die meisten Walmart-Parkplätze sind für einmalige Übernachtungen vorgesehen und sogar videoüberwacht. Mit uns standen 3 LKWs über Nacht auf dem Platz. Im Umkreis von bis zu 80 Meilen (!) zu den Großstädten wie Washington, Philadelphia und New York sind die Campingplätze doppelt so teuer wie normal. Wir sehen nicht ein, warum wir für den gleichen Standard, manchmal noch weniger, den doppelten Preis bezahlen sollen. Da muss es auch einmal ein Walmart-Parkplatz tun. Also drehten wir ab und fuhren weiter Richtung Norden, nach Montgomery im Staat New York, um die „Orange County Choppers“ (OCC) zu besuchen. Die meisten Männer werden die Teutuls (sprich: Tattels) von DMAX kennen. Paul Teutul Jr. hat schon viele tolle Bikes für Privatkunden und Firmen gebaut, die einmalig auf der Welt sind. Meist sind es Themen-Bikes wie die „Black Widdow“, das Nasa-Bike, das Police-Bike mit Seitenwagen oder das Bike zur Erinnerung an die Feuerwehrleute vom 11. September 2001. Dazu baut OCC Serienbikes in kleiner Auflage, die preislich bei 30.000,- $ anfangen, in der Grundausstattung. Die Themenbikes kosten wohl gut das Doppelte. 

Vor ein paar Jahren haben sie sich eine neue Halle bauen lassen, die jetzt außerhalb von Montgomery liegt. Neben dem Ausstellungs- und Verkaufsraum kann man auch in die Werkstatt sehen. Der einzig uns Bekannte war Rick Petko, den wir gesehen haben. Er stellt zumeist die individuellen Tanks her, die OCC verbaut. Die Anderen waren anscheinend Mike Ammirati und ein Kameramann vom Fernsehen. Die Teutuls waren wohl nicht anwesend. Die sind häufig geschäftlich unterwegs. Nach der Öffentlichkeitsarbeit, die OCC betreibt, fast jeder kennt die Firma, hatten wir mit wesentlich mehr Besuchern gerechnet. Es gibt nicht einmal Hinweisschilder und viel Betrieb war auch nicht. Die meisten Leute haben Andenken gekauft. Die Hitzewelle scheint vorbei zu sein, es sind „nur“ noch 32°C.

Im Amish-Land – Pennsylvania

Gerade stehen wir mitten im Amish-Land, bei Kinzers, östlich von Lancaster. Auf unserem Weg hierher, wir sind die US13 nach Nord gefahren, sind wir durch Berlin, Dover, Leipsic (ist richtig geschrieben) und Odessa gekommen, alles an einem Tag. Ganz schön international. Durch Switzerland sind wir vor Kurzem auch schon gekommen. Die Amish stammen aus dem Mitteleuropa der Reformationszeit, in der Hauptsache der Schweiz und dem Elsaß, aber auch dem heutigen Südwesten Deutschlands. Auf Grund ihres Glaubens und ihrer strengen Lebensregeln wurden sie zunehmend Verfolgungen ausgesetzt. Dies veranlasste die Amish im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania in den USA auszuwandern, wohin sie William Penn, nach dem der Staat Pennsylvania benannt wurde, einlud. Er wollte mit einem Experiment allen Glaubensverfolgten ein ruhiges und friedliches Leben bieten. Die Amish führen bis heute ein einfaches Leben. Während im Rest der USA kaum Wäsche auf Leinen trocknet, gibt es sie hier überall. Komischerweise hängt ein Ende der Wäscheleine irgendwo ganz oben am Dach oder an einem Mast. Dort ist eine Rolle angebracht, über die die Wäscheleine führt. Wozu das gut ist, keine Ahnung. Technische Errungenschaften sind zum größten Teil immer noch verboten, zumindest verpönt, denn der ein oder andere Amish fährt doch schon Auto. Die Verbote werden heute von den einzelnen Gruppen unterschiedlich ausgelegt, trotzdem fahren noch viele mit der Kutsche oder einem Tretroller, der auch schon mal ein umgebautes Fahrrad sein kann, ohne Motor, versteht sich. Wir haben uns einen Großteil des Amish-Farmlandes östlich von Lancaster angesehen, haben eine Käserei und die Stoltzfus-Fleischerei besucht, waren im Kitchen Kettle Village, das 1854 gegründet wurde, und haben uns einige traditionelle Handwerksläden angesehen. Bei einer Rundfahrt sieht man auch mal das, was man als Normaltourist nicht sieht, kann auch mal hinter die Kulissen sehen. Wir wissen jetzt jedenfalls etwas mehr über diese Volksgruppe, obwohl es hier genauso wie bei den Indianern ist. Im Prinzip kommen alle Besucher hierher, um die Amish anzustarren. Ich habe mich kaum getraut, ein paar Bilder von ihnen zu machen, schon gar nicht direkt.

 

 

 

Gestern abend waren wir in einem Supermarkt, der von den Amish geführt wird, da bekommt man sogar Bratwurst und Leberwurst und noch ein paar andere schöne Sachen. Die Amerikaner haben es mit der Wurst nicht so, und wenn doch mal was anderes dabei ist, ist das sauteuer. Aldi hat zwar auch verschiedene Lebensmittel nach unserem Geschmack, aber die sind nicht wirklich häufig vertreten.

 

Denton – Maryland

41°C. In 2 Tagen soll die Hitzewelle ein Ende haben. Für Entdecker wie uns sind solche Temperaturen, auch nachts wird es nicht wirklich kühler, nicht eben förderlich. Auf unserer Fahrt nach Washington haben wir eine Nacht im Martinak State Park eingelegt, der in Denton am Choptank River, östlich von Washington liegt. Je näher wir Washington kommen, umso teurer werden die Campingplätze. Deshalb haben wir uns diesen ausgesucht. Der hatte, im Vergleich zum letzten Jahr, den Preis jedoch drastisch angehoben. Es hatte aber keinen Zweck, weiter zu suchen.

Als nun der Tag kam, an dem wir Washington besuchen wollten, gab es 2 Gründe, dies nicht zu tun. 1. Die 42°C, die dort herrschten und 2. Unsere Erfahrung im Bereich Parken in Norfolk. Es ist einfach unmöglich, längere Strecken zu laufen. Also entschieden wir uns dafür, weiter Richtung Norden zu den Amish zu fahren. Dabei sind wir weiter durch Maryland und Delaware gefahren. Da verdorrt der Mais, die Wiesen sind verbrannt und im Wald lassen sogar die Bäume ihre Blätter hängen, so trocken ist es dort. Florida steht dagegen unter Wasser. Ganz schön verrückt. Vor allem Maryland lebt von der Landwirtschaft. Die fast zwei Wochen andauernde Hitzewelle hat alles ganz schön schlimm aussehen lassen.

Norfolk – North Carolina

Gestern abend war es mit 26°C direkt kühl. Da der Naturpark in Kinston von Spenden lebt, haben wir ihm eine abgestreifte Haut einer Zikade, die wir an unserem Platztisch gefunden haben, und ein Stück von der Druse, die wir in den Great Smokys geschenkt bekommen haben, übergeben. Dazu gaben wir noch einen kleinen Obolus. Es hat uns wirklich gut dort gefallen.
 Am Morgen sahen wir einen Bericht im Fernsehen, in dem es hieß, dass dieses Jahr ein Schlangenjahr ist. Der Winter war zu warm und jetzt ist es auch nicht besser. 61% mehr Schlangenbisse als sonst, bisher in diesem Jahr. Das heißt mehrere Hundert allein in Kalifornien und zwei Ostküstenstaaten. Für die 2 Todesfälle, die es gab, ist die berüchtigte Kupferkopf-Klapperschlange verantwortlich. Also, Augen und Ohren auf.
 An der Grenze zwischen North Carolina und Virginia trafen wir auf zwei Deutsche, die mit dem Leihwagen für dreieinhalb Wochen die südliche Ostküste der USA abfahren. Sie haben uns ein Restaurant in El Paso, New Mexico, empfohlen. Da werden wir bestimmt hineinschauen. Der Eine von Beiden war eine Weile in El Paso stationiert und war jedesmal wieder von dem Essen begeistert.
In Norfolk besuchten wir das „Nauticus“. Leider hatten wir dafür lange nicht so viel Zeit, wie wir gebraucht hätten, aber mit unserem großen Truck kommt man in kein Parkhaus rein und auf der Straße waren maximal 2 Stunden Parkzeit möglich. So mussten wir unseren Museumsbesuch sehr kurz halten. Auf drei Etagen kann man sich sehr unterhaltsam, oft auch virtuell oder per Anfassen, über alle maritimen Themen informieren, selbst ein Unterwasser-Forschungs-U-Boot bedienen, einen Unterwasser-Roboter bauen oder die urzeitlichen Pfeilschwanzkrebse berühren und beschreiben lassen. Vieles, vieles mehr gibt es noch zu sehen. Zum Rundgang im „Nauticus“ gehört auch ein Entdeckungsgang auf dem Schlachtschiff „Wisconsin“. Wer das Innere sehen will, muss draufzahlen. Im Wesentlichen wird das nicht viel anders sein, als der Flugzeugträger, den wir in Charleston besichtigt haben. Die Kanonen auf dem Schlachtschiff sind aber doch schon sehr gewaltig. Am Besten ist der Blick vom Deck über den Bug zu den modernen Hochhäusern am Hafen.

Kinston – North Carolina

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die herrlich sandigen Küstenabschnitte der Ostküste der USA nichts für uns sind. Als Otto-Normaltourist hat man es echt schwer, einen Zugang zu den Stränden zu finden. Es ist hier wie in Florida, alles ist voller Privatgrundstücke, Hotels und Golfplätze. Dort, wo der Normaltourist dann doch einmal Zugang hat, sind gefühlte Millionen Menschen unterwegs, es gibt keinen freien Parkplatz mehr, Staus und Shops ohne Ende. So war es wieder in Myrtle Beach.
 Nach den Strapazen der letzten guten Woche haben wir nun eine Ruhepause eingelegt, und zwar in einem sehr schönen Naturpark mit einem angeschlossenen, kleinen und ruhigen Campingplatz, direkt am Flüsschen Neusse, südlich von Norfolk. Hier lässt es sich gut entspannen und neue Kräfte tanken.
 Auf dem Weg hierher sind wir durch weites Farmland, ausgedehnte Wälder, zahlreiche Sümpfe und Flüsse gefahren. In der Ausstellung des Naturparks erlebt man die Pflanzen- und Tierwelt von North Carolina, wo wir uns gerade befinden. Da ist neben Falken, Hirschen, Waschbären, Schildkröten und Ottern auch wieder die Rede von giftigen Schlangen und Spinnen. Auf dem letzten Campingplatz im Myrtle Beach Statepark wurde eindringlich vor der Kupferkopf-Klapperschlange gewarnt. Mancheiner hat sie wohl schon im Zelt gehabt. Die allgegenwärtigen Ranger in den Parks schaffen dann Abhilfe. Nachts sollte man unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen und feste Schuhe tragen. 5 giftige Schlangenarten, davon 3 Klapperschlangenarten und 2 giftige Spinnenarten wie die Schwarze Witwe gibt es in North Carolina. Da bewegt man sich schon etwas vorsichtiger.

Gestern war der 4.Juli, der höchste Feiertag der Amerikaner. Wir haben noch nie so viele Feuerwerks-Verkaufsbuden gesehen, wie in den letzten Tagen.
 Am Abend konnten wir am gegenüberliegenden Flussufer einen kleineren Biber entlanglaufen und im Grünzeug stöbern sehen. Er hat zwar bemerkt, dass ich ihn beobachte, aber er hat sich nicht stören lassen. Ich war zu weit entfernt für ihn. Ich wusste gar nicht, dass Biber soweit zu Fuß laufen. Außerdem haben wir unseren neuen Gasgrill ausprobiert. Dafür hatten wir uns ein richtig dickes Steak gekauft, mariniert und in einer viertel Stunde war es durch. Dazu habe ich Zwiebeln gebraten. Das war echt lecker.
 Die Feierlichkeiten zum 4. Juli waren am Abend ein Life-Konzert, bei dem die halbe Stadt anwesend war und ein großes Feuerwerk, dem wir in der 1. Reihe in unseren Liegestühlen gefolgt sind. Es fand direkt auf unserem Campingplatz statt. Morgen fahren wir nach Norfolk weiter. Es sind 38°C im Schatten, abends um 18 Uhr.

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