A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Allgemeines”

Fahrt an der Loire

immer an der Loire entlang

Am Tag nach unserem Bordeaux-Besuch schlug das Wetter um. In den letzten fast vier Wochen war uns meistens schönes, trockenes und warmes Wetter beschieden. Jetzt gab es einen Temperatursturz von 13 Grad, nachts gehen die Temperaturen bis auf 1 Grad zurück, es regnet sogar. Das macht keinen Spaß.
Wir haben eigentlich keine Ziele weiter auf dem Heimweg, deshalb heißt es fast nur noch fahren. Da wir Autobahnen meiden müssen, wegen der horrenden Gebühren, fahren wir die großen Landstraßen. Das hält natürlich auf und so brauchen wir für 200km fast 5 Stunden. So wird es einige Zeit dauern, bis wir in Deutschland ankommen.
Die erste Zwischenübernachtung legten wir bei Le Bois Chaudron in Ste. Maure de Touraine ein. Das liegt kurz vor Tours. Es ist ein sehr ruhiger Stellplatz für 4,-€ die Nacht, mit allen Einrichtungen, die jedoch extra kosten. Am nächsten Tag setzten wir die Fahrt Richtung Orléans fort. Von Tours aus fuhren wir immer an der Loire entlang. Ab und zu stoppten wir für ein Foto. Das Chateau Royal d´Amboise in der gleichnamigen Stadt ist von der D952 aus gut zu sehen.

Beaugency

Der einzige für uns zugängliche Stellplatz ist in Beaugency zu finden, direkt an der Loire. Als wir dort ankamen, war die ganze Ecke überfüllt. Es wurde gerade ein Rummel aufgebaut, nix Stellplatz. Die dortigen Straßen ließen uns keine Wahl und leiteten uns auf den Parkplatz vor dem am anderen Ufer liegenden Campingplatz. Von dort aus unternahmen wir einen Stadtbummel durch die kleine, aber recht interessante Altstadt von Beaugency. Fast alle Häuser bestehen aus grauem Naturstein. Zu bewundern sind z.B. das Chateaux d´Beaugency, die Kirche Notre-Dame oder der römische Turm de César. Mehrere Stadttore oder Reststücke der Stadtmauern, im Laufe der Zeit waren es drei, vervollständigen das Bild. In dem kleinen Park hinter dem römischen Turm steht ein Denkmal für Jeanne d´Arc, die im 15. Jahrhundert Orléans von der englischen Besatzung befreite. Noch in jungen Jahren wurde sie einerseits als Volksheldin gefeiert, andererseits endete sie als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen. Das war in Rouen, einer Stadt in der Normandie.

Chateau Chambord

Da wir nun gerade da waren, fuhren wir gleich noch die gut 20km zum Chateau Chambord hin. Von diesem Schloss sagt man, es sei das größte und schönste Schloss an der Loire, und eines der schönsten Bauwerke der Welt. Dort angekommen, bemerkten wir, dass es einen Wohnmobilstellplatz gibt. Für 24h bezahlt man 11,-€.
Bevor man zum Schloss selbst kommt fährt man viele Kilometer durch den Park, der das Schloss umgibt. Park ist dabei zu viel gesagt, es ist ein Wald, der von einer Steinmauer umgeben ist. Es ist der größte ummauerte Park Europas. Durch Tore gelangt man in den Wald und zum Schloss. Chateau Chambord ist wirklich groß, UNESCO-Weltkulturerbe und wunderschön. Die Verzierungen an den Fassaden, und vor allem an den Türmchen, sind eigen. Solche Verzierungen sahen wir bisher noch nie.

Krönung der Wendeltreppe

Franz I. baute das Schloss ab 1515 auf. Seither gaben sich Könige und Regenten die Klinke in die Hand. Manche von ihnen nahmen Umbauten vor oder erweiterten den Park. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. vollendete die Arbeiten. Was heute zu sehen ist, sah schon zu Ludwigs Zeiten so aus.
In der Mitte des Hauptbaues, mit vier Türmen an den vier Ecken, befindet sich eine doppelläufige Wendeltreppe mit hohlem Zentralteil. Das heißt, die Treppe besitzt auf zwei gegenüberliegenden Seiten einen Eingang. Wenn also zwei Menschen je einen Treppenlauf nehmen, sehen sie sich nicht, selbst wenn sie auf gleicher Höhe laufen. Nur über die Löcher im Zentralteil ist dies möglich, eine Wahnsinns-Konstruktion.
Um diese zentrale Treppe gruppieren sich die Wohn-, Schlaf- und Repräsentationsräume der Könige, sowie die Gästezimmer. Wenn man die ausgestellten Fotos aufmerksam betrachtet, merkt man, dass auf Chambord eigentlich nichts
von der Einrichtung original ist. Alle Räume waren vor den Rekonstruktionsarbeiten leer, um die 19. Jahrhundertwende stand es sogar vor dem Verfall
. Viele Stücke stammen aber noch vom letzten Regenten Chambords, Heinrich, Herzog von Bordeaux. Er rekonstruierte das Schloss, stattete es mit vielen Kunstwerken aus und öffnete es für die Öffentlichkeit. 1883 starb Heinrich. 1930 ging Chambord in den Besitz des Staates über.

Schlossgarten

Wenn man auf den Terrassen im Obergeschoss steht, kann man die Türmchen, Verzierungen, Treppen usw. des Schlosses aus einer anderen Perspektive bestaunen. Zudem lassen sich die Gartenanlagen bewundern, zu denen ebenso ein Fluss gehört. Der Park kann per Kutschfahrt erlebt werden, oder zu Fuß auf Rundwegen. Der Park ist auch Jagdschutzgebiet und an bestimmten Stationen sind Wildbeobachtungen möglich. Bei schönem Wetter fahren Boote auf dem Fluss.
Kleiner Tipp: Wenn es draußen kalt ist, so wie bei unserem Besuch, ist warme Kleidung sehr angeraten, denn es zieht wie Hechtsuppe in den Mauern Chambords. Das Schloss ist wirklich ein beeindruckendes Bauwerk.

Bordeaux

Gegend um Bordeaux

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe von Bordeaux, wenn möglich schon in Richtung Deutschland, kamen wir in das Dorf St. Romain la Virvée nordöstlich von Bordeaux. Der Platz ist sehr ruhig gelegen. Drumherum wird überall Wein angebaut. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, die Kirschen warten schon darauf, dass sie rot werden, und der Wein wächst. Es ist schön um diese Jahreszeit rund um Bordeaux.

Geburtshaus von Cousteau

In der benachbarten kleinen Stadt St. André de Cubzac kann man in den Zug nach Bordeaux steigen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet knapp 9,-€ pro Person hin und zurück. Während eines Bummels durch St. André de Cubzac fanden wir zufällig heraus, dass in dieser Stadt 1910 Jacques-Yves Cousteaux, der Pionier der Tauchtechnik, geboren wurde. An dem Haus in der Rue de National 82 hängt eine Gedenktafel. Später zog eine Apotheke in das Haus ein. Heute ist es ein Platz für Kinder. Cousteau wurde hier in seiner Heimatstadt auch begraben, obwohl er in Paris starb. Eigentlich hatten wir ein tolles Grab erwartet. Es ist zwar groß, aber sehr schlicht.

Bordeaux ist eine tolle Stadt. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie Bordeaux aussieht. Wir begannen den Stadtbummel vom Bahnhof Gare de Bordeaux St. Jean aus am Fluss La Garonne entlang. Die gesamte Front zum Fluss hin bietet ein einheitliches Gesicht. Die Häuser, Stadttore und Paläste bilden eine Einheit. Am attraktivsten und Weltkulturerbe ist der Place de la Bourse mit seinem Bautenensemble. Dieses Ensemble spiegelt sich im größten Wasserspiegel der Welt wider. Die 3450m² große Fläche ist mit nur wenig Wasser bedeckt und es ist eine Freude für Groß und Klein, bei diesen Temperaturen barfuß darin umher zu tollen. Auf einem Bild sahen wir, dass der Brunnen auch eine breite Nebelwand versprühen kann.

Place de la Bourse

Brunnen an der Girondiner-Säule

Am Anleger für Flusskreuzfahrten lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff von den Bahamas. Es wirkte viel zu groß für die Stadt. Ansonsten liegen nur flache Flusskreuzfahrtschiffe am Kai.
Auf dem größten Platz Europas, Esplanade des Quinconces, breitet sich ein gigantischer Antikmarkt mit Imbissständen durchsetzt aus. Am Ende des Parks steht das Monument der Girondiner, eine Siegessäule mit zwei großen Figurenbrunnen am Fuße.

Straße in Bordeaux

Nun setzten wir unseren Stadtbummel durch die Gassen der Altstadt fort. Bisher sahen wir nur einmal solch eine fast gleichförmige Einheit der Gebäude, die alle aus gelbem Sandstein bestehen. Die Häuser sind hoch, nicht sehr breit und viele besitzen geschmiedete Geländer vor den Balkonen. Dieser Anblick erinnert uns stark an die englische Stadt Bath. Am äußeren Rand der Altstadt sind die meisten Häuser nur noch zweigeschossig. Die Leute, die dort wohnten, hatten wohl nicht so viel Geld, um sich höhere Häuser zu leisten.

Allées de Tourney

Gleich in der Nähe der Siegessäule befindet sich die Allées de Tourney. Sie erinnert mit dem vielen Grün und dem Karussell an die Champs Élysèes in Paris.
In der Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine lässt es sich vortrefflich bummeln und günstig einkaufen. Am Ende der Straße geht man durch das Porte d
´Aquitaine und gelangt so auf den ziemlich runden Place de la Victoire, von dem mehrere Straßen nach allen Richtungen abgehen. Dies erinnert wiederum an Paris. Überhaupt spürt man hier und da in Bordeaux auch das Pariser Flair.

Kathedrale von Bordeaux

Einmal mehr ist auch in Bordeaux die Kathedrale das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Besonders ist hier, dass der Hauptturm ein paar Meter entfernt von der Kathedrale steht. Er wird von einer großen goldenen Marienstatue gekrönt.
Natürlich hat auch Bordeaux viel mehr zu bieten, als man zu Fuß an einem Tag erreichen kann. Aufgefallen sind uns dabei die in der Ferne zu sehende moderne Hubbrücke Pont Jacques Chabon-Delmas über den Fluss La Garonne oder das futuristisch anmutende La Cité de Vin
, eine Anlage rund um das große Thema Wein.

In der ersten Nacht in St. Romain la Virvée hörten wir, als es stockdunkel draußen war, Vogelgesang. Normalerweise sind nachts keine Singvögel zu hören. Was war das? Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich, dass es sich bei den nächtlichen Sängern um Ziegenmelker handelt. Von der Vogelart Ziegenmelker erfuhren wir zum ersten Mal an der Trafalgarküste in Südspanien. Tagsüber sind diese ungewöhnlichen Vögel nicht zu hören oder gar zu sehen. Sobald es dunkel ist, stimmen sie ihr Konzert an. Dieses hielt die ganze Nacht an, bis zum frühen Morgen. Leider gelangen mir keine Stimmenaufnahmen. Das wollte ich in der nächsten Nacht besser machen, aber diese Nacht war absolut still. Kein einziger Ziegenmelker war mehr da.

Bassin d´Arcachon

Grenze zu Frankreich

Gute 20km hinter Donostia überquerten wir die Grenze nach Frantzia, wie die Basken sagen. Eigentlich heißt die französische Provinz, in die wir nun einfuhren, Aquitanien. Es ist jedoch immer noch Baskenland, zumindest bis weit hinter Biarritz.
Wir hielten uns zuerst weiter auf der Küstenstraße und umfuhren Biarritz auf der Autobahn. Das ist wesentlich einfacher. Die Region um Biarritz ist jetzt schon überlaufen, dabei soll die Hochsaison im Juli und August sein. Da geht dann offensichtlich gar nichts mehr.

Dünenbarriere

Bei Soustons fuhren wir an die Küste zurück. Jetzt ist es wieder ruhiger. Am Ortsausgang von Vieux-Boucau-les-Bains übernachten wir auf dem Super-U-Parkplatz. Dort konnten wir nebenan gleich große Wäsche waschen und im Supermarkt einkaufen. Natürlich ließen wir einen Abstecher zum gut 1km entfernten Strand nicht aus. Campingplätze und Mobilheimparks teilen sich die Gegend, außerdem gibt es vieles weitere, was das Touristenherz begehrt.
An der ganzen Küste ab hier bis zum Bassin d´Arcachon ist der Weg zum Strand nur durch die Überquerung einer großen, hohen Düne zu erreichen.
Auf der Meeresseite zieht sich, soweit das Auge reicht, ein Sandstrand hin, hinter der Düne liegen weite Kiefernwälder. In denen leben Perleidechsen, von denen wir bisher zwei gesehen haben. Sie leben im gesamten iberischen Bereich und haben hier an der aquitanischen Küste nur eine kleine Enklave. Die Eidechsen erreichen normalerweise eine Länge von 60-65cm, sind also wirklich groß.

Gasse eines Austerndorfes

Die Küstenstraße in Richtung Norden ist recht wenig befahren, aber die vielen Dörfer, die verkehrsberuhigenden Hindernisse wie Kreisverkehre und die unglaublich nervigen Erhebungen an fast allen Fußgängerüberwegen, lassen die Fahrzeuge nur langsam vorankommen. Die Gegend und die Orte sind aber so reizvoll, dass man trotzdem gerne hier unterwegs ist.
An der Ostseite des Bassin d´Arcachon liegt der Ort Andernos-les-Bains. Dort suchten wir den Womo-Stellplatz direkt am Austernhafen auf. Für 48 Stunden bezahlt man 24,-€, maximale Aufenthaltsdauer. Das Bassin d`Arcachon ist Austerngebiet und es gibt mehrere kleine Austernfischerdörfer rund um das Gewässer. In kleinen Fischerhütten in mehr oder weniger langen Reihen werden Austern direkt verkauft, oder man genießt sie in einem Restaurant. Das halbe Dutzend Austern mittlerer Größe kostet zwischen 5,50 und 8,-€. Wer Geduld hat und sucht bekommt sie auch mal für die Hälfte des Geldes, und man bekommt sie freundlicherweise geöffnet. Im Gegensatz zu den Austernständen der Normandie und Bretagne macht sich hier kaum ein Austernverkäufer die Mühe, die Schalen der Tiere für die Kunden zu öffnen.
Der Geschmack der hiesigen Austern ist ziemlich anders als der der nördlichen Austern. Wie es aussieht liegt es wohl am Salzgehalt des Wassers, im dem sie wachsen. Während die Austern im Norden sehr fein nach Meer schmecken, sind sie hier unten unter Umständen ziemlich salzig. Geringe Unterschiede sind aber auch hier zu schmecken, je nach dem, aus welcher Ecke des Beckens sie kommen. Es werden aber auch Austern von einer vorgelagerten Insel angeboten. Da muss jeder seinen eigenen Geschmack herausfinden.

Blick auf die Pyla-Düne

Wir machten einen Ausflug bis hin zum Cap Ferret. Der Ort liegt am Ende einer langen Landzunge, die das Bassin d`Arcacon vom Atlantik abschließt. Bei Ebbe ist fast das gesamte Becken wasserlos, so flach ist es. Auf der anderen Seite ist die Düne Pyla zu finden. Sie ist die höchste Düne Europas. Die Angaben der Höhe liegen zwischen 110 und 117m. Sie ist merkwürdigerweise ganz ohne Bewuchs, obwohl sie inmitten des langen Dünenwalls der Küste liegt, und sie wandert im Jahr 5 Meter landeinwärts.

Meeresfrüchteplatte

Wir besuchten mehrere Austernfischerdörfer, die heute von vielen Neubauten umgeben sind. Alle sind sie vom Aussehen her etwas verschieden. Manche der alten Hütten sind prima zurechtgemacht, manche schön begrünt, andere sind eben, wie sie sind. Manche dienen heute auch als Ferienwohnung. Alle Austernfischer haben das gleiche Angebot. Es gibt nur wenige, die auch einmal andere Meeresfrüchte oder gemischte Platten mit Austern und Meeresfrüchten anbieten. Dazu gibt es meist Brot und Wein. Wir gönnten uns im L´Esquirey in Andernos-les-Bains eine Meeresfrüchteplatte für 16,-€. Für das, was hier alles auf der Platte war, frisch und schmackhaft, hätten wir in Deutschland wahrscheinlich bald das Doppelte bezahlt. Das ist einfach nur ein Genuss.

 

Weihnachtsgeschenke

Habt Ihr schon alle Weihnachtsgeschenke für Eure Lieben beisammen? Im Handumdrehen steht Heilig Abend vor der Tür. Wenn die Lieben reisebegeistert sind, oder von Fernweh geplagt werden, sind vielleicht unsere Reiseberichte aus vielen Teilen unserer schönen Welt das Richtige? Bitte stöbert in Ruhe hier in einer Reihe von verschiedenen Büchern, die Ihr in jedem Buchladen unter dem Suchbegriff „A+K Weltenbummler“ bestellen könnt. Vielleicht werdet Ihr fündig und habt ein schönes Weihnachtsgeschenk an der Hand.

Tipp: Bitte mit den Bestellungen nicht bis auf dem letzten Tag warten, denn dann könnte es mit der Lieferung eng werden.

 

 

1. Advent

Ein aufregendes Jahr, in dem wir eine Rundreise über die britischen Inseln unternahmen und nun nach Spanien und Portugal aufgebrochen sind, geht zu Ende. Wir hoffen, dass Ihr auch alle ein gutes Jahr verbracht habt und wünschen unseren Familien, allen unseren Freunden sowie treuen und neuen Lesern eine wunderschöne und friedliche Advents- und Weihnachtszeit.
Wir werden natürlich weiter von unseren Fahrten und Erlebnissen berichten. Das Buch über die Britischen Inseln ist in Arbeit, aber es wird wohl noch eine Weile dauern, bis es fertig ist. Ich werde mich damit beeilen.

Marienkäfer

Auf einem der Parkplätze bei Moulin trafen wir auf jede Menge verschiedener Marienkäfer. Da es unmöglich ist, als Laie die verschiedenen Arten auseinanderzuhalten, bei den Zweipunkt-Marienkäfern soll es um die 150 unterschiedliche Färbungen geben, zeige ich die Bilder ohne Kommentar. Wir fanden alle Marienkäfer an einem Platz, wohlgemerkt. Wir fanden das toll.

 

 

Dumm gelaufen

Wer meint, dass wir schon über alle Berge sind, der irrt. Seit drei Tagen sitzen wir in Ettenheim bei Freiburg fest. Ein letzter Versuch, doch noch an die ACSI Campingcard zu gelangen, ist ebenso daneben gegangen, wie die anderen. Diese Campingcard soll uns Vorteile auf der Reise durch Frankreich, Spanien und Portugal bringen. Beim Vorlegen der Karte soll man bis zu 50% der Preise auf den entsprechenden Campingplätzen sparen können. Also bestellte ich die Campingcard am Donnerstag Abend per Expresslieferung. Der Absender schickte sie auch gleich am Donnerstag Abend noch los. Da wir bis Samstag früh umsonst warteten, forschten wir anhand der Sendungsnummer, wo unsere Lieferung ist. Das Paket traf am Samstag um 6.16 Uhr im Paketzentrum in Lahr ein, was ganz in der Nähe liegt. Bis zum Mittag bewegte sich das Paket von dort nicht mehr weg. Nach langem Suchen fanden wir endlich eine Servicenummer der DHL. Dort trugen wir unseren Fall vor. Der Mann am anderen Ende, meinte nur lapidar: er könnte nicht erkennen, warum das Paket nicht mehr am Freitag Abend ausgeliefert wurde. Außerdem wäre für solch einen Fall eine Samstagslieferung nicht dazu gebucht worden. Das ist eben ein Fall von „Dumm gelaufen“. Was soll man dazu noch sagen? Die nicht geringe Expressgebühr könnte sich der Absender von der DHL wiederholen, woraufhin wir diese Gebühr wiederum vom Absender zurückbekommen sollten.

Ettenheim

Ettenheim

Na ja, jedenfalls hatten wir nun drei Tage Zeit, uns in der Umgebung umzusehen. Ettenheim an sich wirbt mit einer barocken Altstadt. Neugierig fuhren wir hin, aber außer der auf einem Hügel stehenden Kirche, dem Rathaus und vielleicht zwei, drei Häusern konnten wir kein Barock entdecken. Geschäfte hat die Altstadt Ettenheims nicht zu bieten, gerade einen Bäcker und einen Fleischer, die zudem Mittags geschlossen sind, werben um Kunden. Enttäuscht verließen wir Ettenheim wieder.

Rheinfähre bei Rhinau

Rheinfähre bei Rhinau

Auf der anderen Seite der Autobahn ist es interessanter. Der Doppelort Kappel-Grafenhausen lädt da eher zu einem Besuch ein. Hier finden sich richtig schöne und rekonstruierte Fachwerkbauten, sowie Restaurants und Geschäfte. Fährt man durch die Orte hindurch, erreicht man bald die Rheinfähre nach Rhinau auf der französischen Seite des Rheins. Auf der deutschen Seite breiten sich hinter dem Damm, der den Rhein in seinem Bett hält, die Rheinauen aus. Alte Rheinarme und Seen teilen das waldbestandene Gebiet, welches ein Naturparadies für verschiedene Wildtiere ist.

alte Markthalle Freiburg

alte Markthalle Freiburg

Freiburg bei Nebel und 9°C zu besuchen, ist nicht gerade ein Vergnügen. Bisher löste sich der schon Tage andauernde Nebel um die Mittagszeit auf, aber nicht so bei unserem Freiburgbesuch. So spazierten wir eher kurz und knapp, als die schöne Stadt genießend, durch die Straßen. Die oberste Spitze des Münsters war kaum noch im Nebel auszumachen. Innen ist der Münster sehr dunkel. Es fällt kaum Licht in die dunkel gehaltenen bleiverglasten Fenster. Beeindruckend sind neben dem Münster auch das große Stadttor und die alte Markthalle am Münster.
Aber nun geht es los, Richtung Süden.

Antwerpen

alter Bahnhof Antwerpen

alter Bahnhof Antwerpen

Die Stadt des Diamantenhandels ist eine Reise wert. Der Hauptbahnhof allein ist schon eine Attraktion. Der alte Bahnhof ist in bestem Zustand, mit all seinen Verzierungen und Details. Daran angebaut ist ein sehr moderner Bahnhof, der mehrere Etagen hoch ist. Auf zwei Ebenen fahren die Züge, in der obersten Etage befinden sich Läden und Kneipen. Dazu gibt es mehrere Zwischenetagen. Die Stahlkonstruktion des neuen Bahnhofs ist sehr filigran und lässt sehr viel Licht in das Innere. Die Schienen liegen auf einer wunderschönen, alten steinernen Bogenkonstruktion mit Türmchen, die sich durch die Stadt zieht.
An der Westseite des Bahnhofs breitet sich das Diamantenhändlerviertel aus, in dem auch die Diamantenbörse zu finden ist. Diamanten- und edelsteinbesetzter Schmuck liegt in fast jeden Laden aus. Preise sind in den Auslagen nicht zu finden.

Eingang zu Chinatown

Eingang zu Chinatown

Das Parken ist teuer um den Bahnhof herum, 2,50 € pro Stunde, 5,20 € für 2 Stunden. Kostenlos parken kann man dagegen direkt an der Schelde. Von dort aus könnte man auch gut zum Bahnhof laufen.
Gegenüber dem Haupteingang des Bahnhofs liegt Chinatown. Chinatown? Ziegenfleisch? In den USA gehörte das zusammen. So klapperten wir viele Supermärkte ab, aber nur im SPAR liegt Ziegenfleisch aus, sogar als Frischfleisch. Für einen Kilopreis von 6,90 € für Schulter und 9,90 € für Keule schlugen wir gleich zu. Das hat uns schon lange gefehlt. Frisches Ziegenfleisch ist superlecker.

Museum aan de Stroom

Museum aan de Stroom

Das zweite Highlight in Antwerpen ist ein Geheimtipp: das MAS (Museum aan de Stroom) am Willemdock. Es ist ein supermoderner Bau, mit sehr viel Glasfassade im Wellenmuster. Es existiert nicht eine gerade Scheibe an dem Bau. Der Bau beherbergt nicht nur ein Museum, sondern auch eine Dachterrasse. Per zehn Rolltreppen, jede an der nächsten Fassade gelegen, erreicht man das Dach. Das heißt, man fährt zweieinhalb Mal um den Bau herum und hat nach jeder Rolltreppe eine andere Sicht auf die Stadt.

Antwerpen von oben

Antwerpen von oben

Ganz oben angekommen, liegt einem die Stadt Antwerpen zu Füßen, dazu ist es kostenlos. Man hat also gleich zwei Erlebnisse in einem: erstens die außergewöhnliche Architektur und zweitens die herrliche Aussicht.

wunderschöne Giebel

wunderschöne Giebel

Die Altstadt ist relativ schnell abgelaufen. Vor allem der Grote Markt mit dem reich verzierten Rathaus und den noch reicher verzierten Patrizierhäusern ist sehenswert. Ansonsten steht auch hier wieder Alt neben Neu und mittendrin die Kathedrale, deren Besuch wieder Eintritt kostet.
Empfehlenswert sind eine Portion echt belgische Fritten, dazu ein gutes belgisches Bier.

der "Steen"

der „Steen“

An der Schelde lässt es sich nach solch einer langen Stadtbesichtigung gut entspannen. Es gibt zwar keine Bänke, aber genügend Poller tun es auch. Dort stehen auch die alten filigranen Markthallen, die entweder als Parkhaus oder als Unterstellplatz für Boote und Schiffe für das Maritime Museum, welches gerade umzieht, missbraucht werden. Es ist schade darum.
Der „Steen“, das Torhaus einer ehemaligen Burg, die Ende des 12. Jahrhundert begonnen wurde, ist das älteste Bauwerk Antwerpens. Es wird gerade restauriert und ist nicht zugänglich. Eigentlich ist es etwas mehr als nur ein Turm, es mutet selbst wie eine Burg an.

Ruine Ten Troon

Ruine Ten Troon

Übernachtet haben wir 25 Kilometer westlich, in Grobbendonk, auf dem dortigen WOMO-Stellplatz neben der Feuerwehr, kostenlos. Strom und Wasser sind vorhanden, müssen jedoch extra bezahlt werden.
Grobbendonk ist eine einladende Stadt mit mehreren Sehenswürdigkeiten, die allerdings nicht wirklich touristisch aufbereitet sind. Es stehen nur Infotafeln daneben, die das jeweilige Ziel erklären. Von dem Kasteel van Grobbendonk z.B. ist kaum etwas zu sehen, da es in einem Park steht und Privatbesitz ist.
Die alte Wassermühle ist kaum als solche zu erkennen, da das Wasserrad umbaut ist, zudem ist sie ziemlich heruntergekommen. In deren Nähe, dem Weg noch etwas weiter folgend, erreicht man die Fischtreppe. Das heißt, das Flussbett ist terrassiert.
Die Klosterruine Ten Troon ist kaum zu finden. Das Wohnhaus wird gerade rekonstruiert, die Kirche ist verfallen. Ein neues Altarbild zeigt, dass sie noch genutzt wird. Der Eingang in die Kruft ist noch erkennbar, neue Steinplatten auf alten Gräbern von 1430 bis 1520 weisen auf die beigesetzten Personen hin.

Windmühle Bouwel

Windmühle Bouwel

Eine sehr schöne Windmühle ist in Grobbendonk-Bouwel zu finden. Die Windmühle selbst sitzt auf einem Unterbau und ist aus dem Jahre 1789. Sie arbeitet nur noch zu besonderen Anlässen.

Strafmaße 1665

Strafmaße 1665

Am Wasserturm steht das alte, rekonstruierte Gerichtsgebäude, heute Wohnhaus. Gegenüber steht der Pranger (de Schandpaal). Auf kleinen Täfelchen stehen die Geldstrafen für verschiedene Delikte. In bestimmten Fällen konnte man seine Geldstrafe dadurch mindern, dass man sich an den Pranger stellen ließ.
Sonst ist Grobbendonk eine sehr schöne Stadt, die 2013 sogar ausgezeichnet wurde. Vom Stellplatz bis in das Zentrum sind es nur ein paar Schritte.

 

 

Endlich auf Tour

k-DSC04731Yippeeeh, nach vielen Schwierigkeiten sind wir endlich auf Tour! Erstes Ziel ist das Vulkangebiet Vogelsberg zwischen Gießen und Fulda, in dem es sich hervorragend urlauben lässt. Saubere Luft, sehr viel Natur, sehr viele Möglichkeiten, die Umgebung zu entdecken und wunderschöne Fachwerkhäuser zeichnen dieses Gebiet aus. Nach den letzten stressigen Wochen zu Hause war ein Besuch der Vulkantherme in Herbstein eine willkommene Wohltat. In der Sauna oder einem Bad im mehr als 30 Grad warmen Mineralwasser kann man die Seele baumeln lassen.
Anschließend bietet sich ein Besuch des tausend Jahre alten Herbstein an. Die sehr übersichtliche Altstadt ist noch heute von einer Stadtmauer mit mehreren Türmen umgeben. Viele der alten Fachwerkhäuser sind herausgeputzt, manche verfallen. Unter der nicht mehr erhaltenen Burg befindet sich ein großes unterirdisches Gängelabyrinth, welches die Besucher im Rahmen von Führungen erleben können. Die heutige Apotheke am Marktplatz ist das wahrscheinlich älteste Gebäude der Stadt. Vorher diente es als Amtshaus. Im Keller soll die Jahreszahl 1576 eingehauen sein.
Ein großzügiger Wohnmobilstellplatz direkt an der Therme lädt zum übernachten ein.

im Trassenmuseum

im Trassenmuseum

Zweite Station war das alle zwei Jahre zu Pfingsten stattfindende Trassentreffen in Deutzen bei Leipzig. Um die fünfundzwanzigtausend Leute waren in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts am „Jugendobjekt Erdgastrasse“ in der Sowjetunion beschäftigt. Davor gab es noch die „Drushbatrasse“. Erdgasleitungen wurden vom Nordmeer bis nach Mitteleuropa gebaut, in Verbindung mit Verdichterstationen und Wohnungsbau für die zukünftigen Betreiber der Leitungen sowie deren Angehörige. Klaus und ich waren von 1984 bis 1987 zuerst in Jefremow, südlich von Moskau, später im Permer Gebiet (Ural) in Gornosawodsk und Gremjatschinsk beim KKAB mit dem Verdichterbau beschäftigt. Es war eine seht interessante Zeit, die wir nicht missen möchten. Alle diejenigen, die Lust und Laune verspüren, treffen sich seit vielen Jahren bei den verschiedenen Trassentreffen. Das größte Treffen findet seit mehr als zehn Jahren in Deutzen statt. Es ist schön, die Kollegen aus den damaligen Tagen wiederzutreffen und über alte und neue Zeiten zu reden. Leider spielte in diesem Jahr das Wetter nicht mit, aber einer der alten Kollegen hatte ein großes Partyzelt und eine Heizkanone mitgebracht, so dass wir es gut aushalten konnten. Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten vierzehn Tage werden wir in Klaus´ Heimat Anklam verbringen. Zum Teil müssen noch Kleinigkeiten am Motorhome erledigt werden. Verschiedene Dinge sind noch nicht so, wie sie sein sollen.

Oberuckersee

Oberuckersee

Auf dem Weg von Deutzen nach Anklam übernachteten wir auf dem Campingplatz in Warnitz am Oberuckersee. Mit dem großen Motorhome sind wir nicht so schnell unterwegs und aus mancher Strecke, die sonst an einem Tag gefahren wird, wird schnell eine Zweitagesetappe. In der Mitte des See´s befindet sich eine Insel, die wohl schon in der Steinzeit besiedelt war. Ungefähr im 6. Jh. kamen die Ukranen aus dem Karpatengebiet und nannten die Gegend ihr Eigen. Grabungen in den 1960er Jahren förderten eine Holzbrücke zutage, die das Ufer des See´s mit der Insel verband. Bei Torgelow gibt es das Ukranenland. Wir haben schon einiges davon gehört und wollen es auf dem Weg nach Dresden besuchen.

 

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