A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Spanien”

Donostia

unterwegs nach Zumaia

Von Santander über Bilbao nach Donostia-San Sebastian fuhren wir immer auf der N634, mal direkt an der Küste mit wunderschönen Aussichten, mal durch tolle Bergwelten, mal an einem Fluss entlang. Der Frühling ist weit fortgeschritten, alles grünt und blüht. In den Berglandschaften kommt man sich wie in den Alpen vor, mit Almen und Kühen. Nur die Häuser und Eukalyptusbäume verraten, dass es nicht so ist.

baskische Schriftzüge

Irgendwann ändern sich die Namen der Orte. Etwas später überquert man die Grenze von Kantabrien ins Baskenland. Was Wales für die Engländer ist, ist das Baskenland für die Spanier. Es ist eine eigenständige Region mit eigener Sprache und eigener Flagge. Anscheinend ist das Baskisch fast genauso schwer über die Zunge zu bringen wie das Walisisch. Die Buchstaben z, tz und tx kommen ganz oft vor, und die Kombination der Buchstaben ist auch schwer auszusprechen.

Zumaia

In Zumaia, kurz vor Donostia, legten wir eine Zwischenübernachtung in der Nähe der Marina ein. Ein kleiner Stadtbummel machte uns mit Zumaia bekannt. Die Stadt liegt zwischen dem Atlantik und dem Auslauf des Río Urola. Sie besitzt sogar eine kleine Werft. Bei Ebbe entdeckt man mehrere Wracks von alten Fischerbooten.
In Zumaia erfuhren wir auch, dass es einen weiteren Jakobsweg gibt, einen immer an der nordspanischen Küste entlang, mit Ziel Santiago de Compostela. Auf diesem sind auch nicht gerade wenige Leute unterwegs.

Donostia

Donostia ist der baskische Name der Stadt kurz vor der französischen Grenze. Die Spanier nennen sie San Sebastian. Alte Häuser und gemütliche Gassen sucht man in Donostia vergebens. Keines der großen und hohen Häuser ist älter als 170 Jahre. Die Innenstadt sieht wie einer der alten Badeorte europäischer Küsten aus. Zwei spanische Königinnen zeichnen dafür verantwortlich, die sich um den Wiederaufbau bemühten, nachdem Donostia Anfang des 19. Jahrhundert auf Grund einer Belagerung und ihrer Folgen vollständig niederbrannte. Mehrere Prachtbauten sind im Innenstadtbild zu bewundern.

Brückenschmuck

Schön ist auch die Lage an einem sichelförmigen und geschützten Strand. Eine Halbinsel trennt den Strand von der Flussmündung. Über den Fluss spannen sich vier verschiedenartige Brücken und man kann auf beiden Seiten an seinem Ufer entlang schlendern.

im Casa Alcalda

Die Spezialität der Stadt sind Tapas, wie wir sie nur hier gesehen haben, hoch belegte Baguettscheiben in vielen verschiedenen Kombinationen aus Schinken, Käse, Fisch und vielem mehr. Die meisten Bars, die diese Tapas anbieten, sind auf der Kale Nagusia zu finden, die direkt zur Iglesia de Santa María führt. Man sucht sich einfach seine Lieblingstapas aus und bezahlt diese an der Bar, wie an einem Buffet. Alle Bars haben etwas Besonderes, aber wir fanden die Casa Alcalde am dekorativsten und quirligsten.

Das Wohnmobil kann man auf dem Parkplatz der Arena stehen lassen. Von dort aus ist es gut eine halbe Stunde Fussweg in die Innenstadt.

Advertisements

Santander

entlang des Jakobsweges

Von Ponferrada aus fuhren wir nun immer am Jakobsweg entlang, zuerst auf der A6, später auf der N120 nach León, um der mautpflichtigen Autobahn zu entgehen. Genau neben der N120 verläuft der meist als Trampelpfad sichtbare Jakobsweg. Da müssen hunderte, wenn nicht über tausend Leute am Tag auf diesem Weg unterwegs sein. Alle haben das selbe Ziel: Santiago de Compostela. Fünf bis sechs Wochen ist man da wohl auf dem spanischen Abschnitt zu Fuß unterwegs. Bis zur spanischen Grenze ist jeder Weg, den jemand von zu Hause aus nimmt, der Jakobsweg. In Spanien treffen sich alle auf dem selben Weg.

Hochebene mit Picos de Europa

Von León aus folgten wir der A231 bis kurz vor Osorno, wo die A67 nach Norden, nach Santander abbiegt. Lange Zeit hat man den Blick auf die schroffen zweitausender-Gipfel der Picos de Europa.
Auf dem ersten Parkplatz übernachteten wir. Um die 180km lagen an diesem Tag hinter uns. Dafür brauchten wir 5 Stunden. Nachdem wir hinter Ponferrada noch einmal einen sehr langen Anstieg mit 5% hinter uns gebracht hatten, kamen wir zum Pass Puerto de Manzanal, der auf 1221m liegt. Danach ging es wieder ein Stück bergab und wir fuhren den Rest der Strecke bis kurz vor Santander auf einer Hochebene, die auf über 800m liegt, immer noch den Blick auf die beeindruckenden Picos de Europa. Die Temperaturen sind auf der Hochebene wesentlich niedriger, als wir es in den letzten Wochen gewohnt sind.

Palacio de la Magdalena

Wir stehen für zwei Nächte auf dem Womo-Stellplatz Somo-Park in Somo, einem kleinen Ort östlich von Santander. Es ist jetzt deutlich zu merken, dass wir im Norden Spaniens sind. Die Zeiten mit knapp 30 Grad sind vorbei. Jetzt bringt die Sonne selbst auf Meereshöhe nur noch 20 Grad, aber der Wind drückt die Temperaturen auf gefühlte 17 Grad.
Die Stadt Santander ließen wir diesmal links liegen und besichtigten lieber die ruhigeren Ecken drumherum. Vom Fährhafen legen Autofähren nach Südengland ab. Fährt man die Straße bis zum Ende weiter, kommt man zu der breiten Promenade. Dann wird es langsam immer ruhiger, bis die Straße zu Ende ist. Dort liegt eine Halbinsel mit dem Palacio de la Magdalena. Die ganze Halbinsel ist als Park angelegt. Auf einem Rundweg lassen sich viele schöne Aussichten genießen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete große Palast im englischen Stil ist der Blickfang. Von der Terrasse hinter dem Palast blickt man zur Leuchtturminsel draußen vor der Bucht. Am Ende des Rundweges wurden mehrere Gehege angelegt, in denen Pinguine, Seehunde und Seelöwen leben und schwimmen. Es gibt jedoch noch einiges mehr zu sehen oder man sonnt sich am Strand.
Ein weiterer Strand, der Primera Playa del Sardinero, befindet sich nördlich der Halbinsel, mit Blick auf einen weiteren Leuchtturm, den Faro de Cabo Mayor.

verwunschenes Haus

Auf dem Kap am anderen Ende dieses Strandes befindet sich ein Golfplatz. Dann fährt man noch ein Stück weiter nördlich und kommt so bald zum Leuchtturm am Cabo Mayor. Kurz davor steht ein altes Herrenhaus, von dem nichts mehr zu sehen ist. Die komplette Fassade ist mit Grün zugewachsen. So macht es einen sehr verwunschenen Eindruck.

Küste und Faro de Cabo Mayor

Vom Leuchtturm Faro de Cabo Mayor aus blickt man auf die Biskaya und hinüber nach Santander. Die Küsten sind hier oftmals Steilküsten. Die Landschaft erinnert uns stark an die britischen Küsten, felsig, rau, grüne Wiesen und blaues Wasser.

Eine Rolle Klebeband und ein Stück Plane besiegelten zwei Freundschaften auf dem Stellplatz in Somo. Nach unserer Ankunft dort kam ein englisches Wohnmobil. Das Pärchen bat uns um Hilfe, weil sie das komplette Fenster über dem Fahrerhaus auf der Autobahn verloren haben, ohne Vorwarnung. Gemeinsam lösten wir das Problem und sie waren so dankbar, dass sie uns gleich zu einem Glas Wein einluden. Etwas später gesellte sich ein zweites englisches Pärchen zu uns und bot seine Unterstützung an. So erweiterte sich die Runde von einer Flasche Wein zu einem geselligen Abend. Nach einem zweiten gemeinsamen Tag tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und versprachen, einander zu besuchen, wenn es irgendwie möglich wäre.

Ponferrada

Rio Sil

Das Höhenprofil zwischen Monforte und Ponferrada sah auch wieder vielversprechend aus. Diesmal fährt man die meiste Zeit am Rio Sil entlang, aber nicht hoch oben, wie sonst, sondern fast auf gleicher Höhe. Die Straße führt zuerst durch eine schöne Berglandschaft bis an den Rio Sil heran, den sie dann bis O Barco begleitet. Dort schneidet die Straße die Flussbiegung ab und trifft ihn dann bei Cova wieder. Unsere Quellen berichten, dass der Rio Sil ein Goldfluss war.
Nun noch einmal über einen Berg hinüber und wir hatten es geschafft. Nun öffnet sich das Tal zu einer weiten Ebene, in der Ponferrada liegt.

Templerfestung

Ponferrada ist einer der Orte, die auf dem Jakobsweg liegen. Der Womo-Stellplatz befindet sich direkt neben der Herberge für die Pilger, am südöstlichen Rand der Altstadt. Es ist nur ein kurzer Fußweg dorthin. Beeindruckend sind die Basilika und die Templerfestung. An der Stelle einer alten keltischen Anlage bauten Ende des 12. Jahrhunderts die Tempelritter eine Festung, die sie bis zur Auflösung des Templerordens im Jahre 1307 mehr oder weniger in Besitz hatten. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte zweimal erweitert. Der Haupteingang sieht wie ein Märchenschloss aus.

Prozession zu Karfreitag

Viele alte Häuser, verfallen oder rekonstruiert, zieren die Gassen der Altstadt. Da in dieser Gegend Schiefer vorherrscht, sind fast alle Häuser mit Schiefer gedeckt, aber nicht fein säuberlich und einheitlich, wie in Deutschland, sondern mit größeren und unregelmäßigen Platten. Dies sieht sehr natürlich aus und passt in die Landschaft.
Am Vorabend des Karfreitag fand in Ponferrada eine Prozession statt. Ein Wagen mit der Darstellung des Abendmahls wurde von Personen begleitet, die allesamt in Kutten der Templer gekleidet und gruppenweise verschiedenfarbige, hohe Kapuzen auf dem Kopf hatten. Am nächsten Tag hörten wir wieder die melancholischen Klänge der Blasinstrumente und Trommeln. Wahrscheinlich findet wohl bis einschließlich Ostermontag jeweils eine Prozession statt.

Valdefrancos

Ein Ausflug von Ponferrada in die nahen Berge im Süden zeigte uns eine vollkommen andere Seite Spaniens. Eine schmale Landstraße führt durch idyllische kleine Bergdörfer in die Montes Aquilanos, die ein Teil der Sierra del Teleno sind. In Valdefrancos hielten wir zum ersten Mal. Das kleine Dorf liegt an einem Bach, besitzt eine kleine Kirche mit Storchennest darauf, eine alte Bogenbrücke und viele traditionelle Häuschen. Die Häuser sind aus Natursteinen gebaut. Alle über die Steinfassade herausragenden Anbauten, Balkone, Erker usw. bestehen aus Holz. Das sieht toll aus.

San Clemente de Valdueza

In San Clemente de Valdueza stoppten wir zum zweiten Mal. Ein Stück der Straße durch das Dorf ist gerade einmal breit genug für ein Auto. Man sieht beim Durchfahren nicht, ob jemand entgegen kommt. Wenn ja, dann muss jemand von den Beiden zurück, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Der rechte Teil des Dorfes ist sehr hübsch, geradezu dekorativ. Viele der alten Häuser sind rekonstruiert und heute wieder schöne Schmuckstücke. Die Gassen sind so eng, dass es keinem Auto möglich ist, hindurchzufahren.

Montes de Valdueza

Kurz vor dem Ende der Bergstraße, biegt eine weitere Straße zum Kloster Montes de Valdueza ab. Mitten im Nirgendwo der Bergwelt liegt das idyllischste Dorf der Strecke. Das Kloster wird zwar gerade rekonstruiert, aber der Rest des Dorfes sollte Stück für Stück erkundet werden. Die Häuser gruppieren sich in einem weiten Bogen über dem Tal, mit einer herrlichen Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge. Im Moment liegt sogar noch teilweise Schnee. Man gewinnt den Eindruck, als würde sich das Dorf für den Titel Weltkulturerbe bewerben. An allen Ecken wird rekonstruiert.
In der Nähe der Kirche findet man die kleine Cantina. Die ist so hübsch, dass wir für einen Café einkehren mussten. Als die zwei Tassen kamen, standen auch ein Zuckerdöschen und eine kleine gläserne Flasche mit einem kleinen Ausgießer auf dem Tisch. Was ist das wohl? Wasser mit einem Ausgießer? Essig? Nur eine Probe konnte die Frage beantworten. In der kleinen Flasche war Selbstgebrannter. Das war etwas Neues für uns, Kaffee mit Selbstgebranntem verfeinern. Wir nutzten auch gleich wieder die Gelegenheit und kauften sehr günstig etwas davon, in einer Weinflasche abgefüllt.

Nichts geht mehr

Auf dem Weg zum Ende der Straße ins Dorf Peñalbe de Santiago war es dann soweit. Es war eingetreten, was wir befürchtet hatten. Nichts ging mehr. Ein paar Autos hatten sich auf der engen Straße so verkeilt, dass niemand mehr vor oder zurück kam. Sollte unsere Tour hier, so kurz vor dem Ziel zu Ende sein? Während Klaus umdrehte und ein Stück zurück fuhr, lief ich weiter. Es waren nur noch knapp drei Kilometer Weg bis oben. Irgendwann kam dann das ein oder andere Auto von unten an mir vorbei. Als ich einen kleinen Wasserfall erreicht hatte, etwa auf halbem Weg, kam Klaus und sammelte mich auf. Es wäre keine schlechte Idee, wenn man festlegen würde, dass die Autos vormittags nach oben und nachmittags nach unten fahren würden. Denn gäbe es keine Knäule von Autos unterwegs.

Peñalbe de Santiago

Peñalbe de Santiago ist ein Vorzeigedorf. Fast alle Häuser sind im gleichen traditionellen Stil wie in den anderen Dörfer gebaut und in bestem Zustand. Die Cantina ist überfüllt, aber es gibt noch andere kleine Kneipen. Der Ort liegt nicht so hoch, wie wir erwartet hatten. Bis zur derzeitigen Schneegrenze sind es noch viele Meter Höhenunterschied, so dass es diesmal nicht für eine Schneeballschlacht reichte. Der höchste Berg hier hat keinen Namen und ist 2135m hoch.
Trotz des touristischen Flairs macht es Spaß, durch die hübschen Gassen zu schlendern oder vom höchsten Punkt über die Schieferdächer hinweg in die Bergwelt zu schauen.
Auf den Rückweg gab es weniger Probleme mit der schmalen Straße, denn die meisten Autos wollten nun wieder nach unten.

Monforte de Lemos

Praia de Afife

Wie schon berichtet, müssen wir unsere Spanien-Portugal-Rundreise abkürzen. Da uns jetzt jedoch jede Menge Berge im Weg stehen, suchten wir die Strecke mit den wenigsten Bergen heraus. Das hieß zuerst, weiter der Costa Verde zu folgen. Immer auf der N13 nach Norden fahrend, überquerten wir bei Viana do Castelo den Rio Lima, und zwar auf einer von Gustav Eiffel konstruierten Brücke. Diese ist aber nicht so spektakulär wie die bisher gesehenen Bogenbrücken. Die Brücke über den Rio Lima besteht nur aus einem gerade verlaufenden Fachwerk mit einer Fahrbahn.
Von hier aus führt die N13 wieder direkt an der Küste entlang. Am Praia de Afife fanden wir noch einmal einen schönen Stellplatz direkt hinter dem Strand. Nur ein kurzer Fußweg in Richtung Süden kommt ein kleines Flüsschen aus den Bergen und windet sich auf den letzten Metern durch den Strand. Sein Wasser ist glasklar.
Der Strand an sich ist wieder oft mit großen Felsenformationen durchsetzt. Durch die Dünen kann man auf einem Bretterweg laufen.

Valenca

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt auf der N13 fort und kamen so zum Rio Minho, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Seine Mündung ist sehr breit und mitten drin steht ein kleines Fort auf einer Insel.
In Valen
ç
a, leider stehen in der West-Ost-Richtung keine Parkplätze zur Verfügung, um sich die Flusslandschaft anzusehen, überquerten wir den Rio Minho nach Spanien. Nun befuhren wir die A55 und bogen dann auf die A52 nach Ourense ab. Ourense kann, wie viele Orte in den weiteren Umgebung mit Thermalquellen aufwarten. Bis hierher wäre die Tour für einen Tag schon lang genug gewesen, aber es fand sich kein geeigneter Stellplatz. Nun hätten wir drei Straßen gehabt, auf denen wir unsere Fahrt fortsetzen könnten. Ein Blick auf die Höhenprofile im Navi sagte uns, dass die N120 nach Monforte am wenigsten bergig ist.

Monforte

In Monforte de Lemos wartet ein Stellplatz, der groß genug ist. Nach einer ganzen Tagestour erreichten wir endlich die Stadt am Rio Cabe. Der Stellplatz befindet sich direkt am Fluss, gegenüber des Castells. Schnell ist man zu Fuß durch die Stadt spaziert. Der Weg hinauf zum Castell lohnt sich, denn man hat von dort oben einen 360°-Blick über das Umland. Im Gebäude des Castells ist ein Hotel unterbracht.
Ein Spaziergang am Ufer des Rio Cabe zurück, immer mit dem Castell im Blick, ist sehr erholsam.

Isla Cristina

Isla Cristina

Isla Cristina

Die ersten ACSI-Campingplätze in Portugal sind erst an der Westalgarve zu finden. Deshalb verbrachten wir zwei Nächte auf dem Campingplatz Giralda in Isla Cristina, für 17,-€ die Nacht. Da wir schon einmal dort waren, nutzten wir die Gelegenheit, einen Bummel durch den Ort zu machen. Da Sonntag war, hatte fast alles geschlossen, auch am Fischereihafen und im Fischerviertel war nichts los. Deshalb fuhren wir zur Marina und zum Leuchtturm weiter. In der Marina werden Rundfahrten durch die Salinen und den Naturpark angeboten. Eine einstündige Fahrt mit Gambas und Weißwein an Bord kostet 9,-€ pro Person.
Stadt und Strand werden durch einen breiten Dünenstreifen voneinander getrennt, durch den wieder Bretterwege führen. Auf Infotafeln wird bekannt gemacht, dass sich in dieser Dünenlandschaft Chamäleons aufhalten sollen. Es wäre schön, eines dieser exotischen Tiere zu entdecken, aber dass ist glaube ich wie ein Sechser im Lotto. Vielleicht ist es jetzt auch zu kalt für sie und sie sind irgendwo anders. Im Moment liegt jedenfalls der herrliche Duft des weißen Ginsters in der Luft. Die Büsche hängen übervoll von kleinen weißen Blüten, was sehr hübsch anzusehen ist.

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Es war nicht nur Sonntag, sondern auch Fasching und wir kamen gerade zu einem Faschingsumzug zurecht. Wir wussten nicht, wann der Zug starten würde und warteten eine ganze Weile. In der Zeit standen schon einmal die großen Umzugswagen bereit und wir konnten sie uns etwas genauer ansehen. Da steckt ganz schön viel Arbeit drin. Sie sind zwar nicht so groß wie die Wagen in Köln oder Mainz, aber sie stehen ihnen in nichts nach.
Um 16 Uhr startete der Zug dann und eine Unmenge Menschen säumten die Straßen. Tanzgruppen in wunderschönen Kostümen, ein paar Kapellen, die großen Umzugswagen und individuelle Fußgruppen in sehr kreativen Kostümen zogen wohl stundenlang durch die Stadt, darunter sehr viele Südamerikaner, die aus Bolivien, Peru und anderen Ländern k
ommen. Das Tempo gab die 1. Tanzgruppe vor und das legte ein Tempo von ungefähr 150m pro halbe Stunde vor. Der letzte Umzugswagen setzte sich wohl erst in Bewegung, als es dunkel war. So lange blieben wir jedoch nicht. Dies war unser zweiter südländischer Karnevalsumzug nach dem in Lanzarote vor einigen Jahren.

Wunderwerk Natur

Wunderwerk Natur

Seit Huelva begleiten uns wieder die schönen Orangenplantagen, aber auch wieder vermehrt Olivenbäume, etwas Wein und sehr viele Erdbeeren. Wie es aussieht, werden Erdbeeren wohl das ganze Jahr geerntet. Die Landschaft ist relativ flach und wird in Richtung Portugal hin immer sandiger. Der Rivera de Chanza ist der Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Tanken sollte man noch auf der spanischen Seite in Ayamonte, denn der Sprit ist in Portugal um einiges teurer.

Huelva

am Christoph Kolumbus Denkmal

am Christoph Kolumbus Denkmal

Das ist die letzte große Station vor Portugal. In Huelva dreht sich alles um Christoph Kolumbus, der 1492 von hier oder vom anderen Ufer des Río Tinto, von La Rápida aus, zu seiner ersten Entdeckungsfahrt nach Amerika aufbrach. Das imposanteste Denkmal für den großen Entdecker steht auf der Spitze des Zusammenflusses des Río Odiel und des Río Tinto. Seinem modernen Aussehen nach könnte man meinen, es wäre erst aufgestellt worden, aber das Denkmal stammt aus dem Jahre 1929 und wurde aus Sandstein errichtet. Auf dem dortigen Parkplatz verbrachten wir drei Nächte, um uns in der Umgebung umzusehen.

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Rechts des Denkmals, in Richtung Stadt, wurde ein Naturpark angelegt. Das Ufer des Río Odiel wurde zum Schutzgebiet erklärt. In dem schlammigen Areal fühlen sich viele Küstenvögel wohl. Ein Bretterweg und in der Stadt eine großzügige Promenade führen am Ufer entlang. Dahinter ist es jedoch nicht mehr so idyllisch, denn dort reihen sich große Fabriken bis zur Innenstadt aneinander. Die Umweltbelastung ist sehr hoch. Schon nach zwei Tagen ist eine rote Staubschicht auf den Autos nicht zu übersehen, die wahrscheinlich aus der Kupferfabrik kommt.

Pferde im Nationalpark Doñana

Pferde im Nationalpark Doñana

Am Auslauf des Río Odiel, hinter der Mündung des Río Tinto, prägen mehrere Raffinerien das Bild der Landschaft, auch nicht eben toll. Wenn man die hinter sich gelassen hat, beginnt jedoch eine ruhige Dünenlandschaft, die durch Feuchtgebiete unterbrochen ist. Hinter Mazarón liegt die Grenze zum Nationalpark Doñana. Es führen ein paar kleine Straßen hindurch. Wenn man langsam unterwegs ist, kann man freilebende Pferde oder verschiedene größere Vögel wie Rebhühner beobachten. Es sollen sogar Luchse in diesem Nationalpark leben.

Steilküste bei Mazaron

Steilküste bei Mazaron

Östlich von Mazarón beginnt eine Steilküste, die wie von einem Bildhauer gearbeitet aussieht. Einen Zugang zum Strand gibt es z.B. beim Parador. Von unten sehen die Formationen, die leicht an Kappadokien erinnern, sehr imposant aus.

Ein anderes Ausflugsziel um Huelva liegt auf der westlichen Seite des Río Odiel. Bei El Portil liegt eine kleine Lagune, um die herum ein Naturpfad angelegt wurde, um Vögel zu beobachten. Es soll ein Hotspot für Löffler sein, aber wir hatten kein Glück. Mehr Glück hat man wahrscheinlich, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Salinen unterwegs ist. Zumindest sahen wir dort viele Rosaflamingos, die in dem sehr salzhaltigen Wasser ihre Nahrung suchen.

La Rábida

La Rábida

La Rábida wurde 1992 mit EU-Mitteln zu einer Art Erholungsgebiet ausgebaut. Anlass war der 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Im Museum Muelle de las Carabelas liegen die Nachbauten der drei Schiffe, mit denen Kolumbus 1492 in See stach, das Flaggschiff Santa María und die Begleitschiffe La Niña und La Pinta. Leider ist das Museum wegen Renovierungsarbeiten bis März geschlossen.
Oberhalb des Museums ragt eine Säule mit einer stilisierten Erde und einem Kreuz auf der Spitze in den Himmel. Sie steht auf einem großzügig angelegten Platz, an den sich das Kloster Rábida anschließt. Dazu gibt es einen Garten, noch ein Kolumbus-Denkmal und kleinere Ausstellungen in einem Park, zum gleichen Thema.

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Um die Altstadt von Huelva zu sehen, in der ein weiteres Kolumbus-Denkmal steht, sollte man das Auto außerhalb parken. Es gibt ohnehin keine Parkplätze und die Einbahnstraßen führen zwar hinein, aber kaum wieder heraus.

Sevilla

Garten des Alcazar

Garten des Alcazar

Auf der Suche nach einem Stellplatz, von dem aus wir Sevilla besuchen konnten, brachte uns nach Dos Hermanas knapp südlich der Hauptstadt Andalusiens. Direkt an der Bahnstation Cantaelgallo am Westrand von Dos Hermanas sind zwei sehr große Parkplätze zu finden. Hier steigt man direkt in die Linie C1 der Gesellschaft renfe und ist in einer viertel Stunde im Zentrum von Sevilla. An der Station San Bernardo steigt man wieder aus. Die Fahrt hin und zurück kostet für zwei Personen 5,30€. Von der Bahnstation in Sevilla ist es dann noch ein Fußweg von einer viertel Stunde bis zur Kathedrale.
Zuerst erreicht man die Plaza Don Juan de Austria. Genau dort beginnt das Gelände der Alcazar, das heißt die Gärten des maurischen Palastes. Im Garten steht auch ein Denkmal für Christoph Kolumbus, der von hier aus Amerika entdeckte. Von dieser Zeit an erlebte Sevilla, die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 8. Jahrhundert v.Chr. zurück, einen unglaublichen Aufschwung. Tonnenweise kam hier das Gold und Silber der Neuen Welt an, aber auch der Tabak und die Kartoffel starteten von Sevilla aus ihren Siegeszug durch Europa. Der Seefahrer Magellan startete hier in Sevilla seine Weltumsegelung.

Hospital de Venerables Sacerdotes

Hospital de Venerables Sacerdotes

Gleich an den Garten schließt sich der Alcazar an. Immer an deren Mauer entlang kommt man zum Hospital de Venerables Sacerdotes. Das wohl schönste barocke Gebäude Sevillas, erbaut im 17. Jahrhundert, war und ist kein Krankenhaus, sondern diente als Residenz für Priester. Es kann gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden. An das Hospital schließen sich die Altstadt und das Judenviertel an.

Turm der Kathedrale Sevilla

Turm der Kathedrale Sevilla

Geht man nun in Richtung Fluss weiter, erreicht man den Alcazar, den maurischen Königspalast von Sevilla. Quellen berichten, dass nicht mehr viel von der einstigen Pracht übrig ist. Da wir die Alcazaba von Granada ausgiebig besichtigt haben und dieser Palast im Grunde die gleiche Anlage war, ließen wir dessen Besuch aus.
Gleich neben dem Alcazar steht die größte katholische Kathedrale der Welt, deren Besuch einfach ein Muss ist. Auf dem Weg vom Hospital zur Kathedrale fällt ein großer Turm mit maurischen Verzierungen auf. Wir hatten keine Ahnung, dass dieser Turm zur Kathedrale gehört und liefen um den Bau, der sich an den Turm anschließt und der aussieht, als würde er aus Bauwerken unterschiedlicher Zeiten bestehen, herum. Tatsächlich ist dies die Kathedrale von Sevilla, die auf den Mauern der Moschee errichtet wurde, die aus dem 12. Jahrhundert stammte. Der Turm und der Orangengarten sind von der Moschee noch erhalten und gehören heute zum Ensemble der Kathedrale. Ganz original ist der Turm jedoch auch nicht mehr, denn der obere Teil wurde 1365 durch ein Erdbeben zerstört. Die Moschee wurde 1248 zur Kathedrale geweiht, der gotische Bau der Kathedrale erfolgte in den Jahren 1434-1547.

Grab des Christoph Kolumbus

Grab des Christoph Kolumbus

Das Innere der Kathedrale ist gewaltig und beherbergt nicht weniger aus 26 beeindruckende Altäre. Der Hauptaltar ist das Prunkstück der Kathedrale. Dessen Gestaltung ist sehr filigran und er ist vollkommen vergoldet.
In der Schatzkammer sind die goldenen oder vergoldeten Utensilien ausgestellt, die zur Kathedrale gehören.
Viel Aufmerksamkeit erregt der Sarg des Christoph Columbus, der von vier großen Figuren getragen wird. Diese Figuren sollen die Könige vier spanischer Königreiche darstellen, wodurch die Leistungen des Entdeckers gewürdigt werden sollen. Ob sich nun die sterblichen Überreste des Entdeckers in dem Sarg befinden oder nicht, ist umstritten. Nach dem Tod von Kolumbus wurde sein Körper mehrmals über den großen Teich transportiert und niemand weiß mehr, wo sie letztendlich geblieben sind. Der Sohn von Kolumbus, Hernando, liegt definitiv in der Kathedrale von Sevilla begraben.
Der Rundgang durch die Kathedrale endet im Orangengarten, der eindeutig maurisch ist und über dem noch einmal der Turm, das ehemalige Minarett, aufragt.

Goldener Turm

Goldener Turm

Nun kann man seine Schritte zum Río Guadalquivir lenken, der durch Sevilla fließt und bei Sanlúcar in den Atlantik mündet. Am Goldenen Turm, der abseits der Stadtmauer am Ufer steht und eine militärische Funktion erfüllte, befindet sich der Anleger für Flussrundfahrten. Gold hat der Turm niemals gesehen. Möglicherweise ist sein Name von etwas hergeleitet, was ihn einmal golden aussehen ließ.

Plaza de España

Plaza de España

Weiter dem Ufer des Guadalquivir folgend, gelangt man zur Ponte de los Remedios, an der man zur Plaza de España abbiegt. Um den Platz zu erreichen, durchquert man zuerst den Parque María Luisa. Große Alleen, Wasserbecken und exotische Gewächse laden zum Bummeln im Grünen ein. Sevilla zeichnet sich überhaupt durch sehr viel Grün aus. Überall findet man Parks und grüne Straßenbepflanzungen. Dies macht die Stadt sehr großzügig und lässt deren Bewohner und Besucher genug Platz zum Atmen.
Die Plaza de Espa
ña wird von einem halbrunden Prachtbau umrahmt, in dem wohl der Oberbürgermeister von Sevilla sitzt. Außerdem ist in einem Teil der Räume das Militärmuseum untergebracht.
Zwischen dem Gebäude und dem zentralen Platz ist ein Wasserbecken angelegt, welches mit einem kleinen Ruderboot befahren werden kann, mehrere kleine Bogenbrücken dabei unterquerend. Die vordere Begrenzung besteht aus einer Art Balustrade, auf dem Laternen auf Säulen stehen. Das Geländer und die Laternensäulen sind komplett mit weiß-blau-gelb-bemalter Keramik verkleidet. In der Mitte des Ganzen vervollkommnet ein Brunnen das Bild.

Sevilla hat sehr viel mehr zu bieten, als wir nun gesehen haben. Leider ist das Stadtzentrum so groß, dass es unmöglich an einem Tag zu Fuß zu erkunden ist. Da helfen dann die vielfältigen Angebote, die Stadt zu entdecken. Dazu gehören Kutschen, Hopp on Hopp off-Busse, Segway oder Fahrrad. Ein Besuch Sevillas ist auf jeden Fall etwas Besonderes.

Cadiz

Kathedrale El Puerto de Santa María

Kathedrale El Puerto de Santa María

Stellplatz ist der Parkplatz in El Puerto de Santa María, auf der gegenüberliegenden Seite des Río Guadalete, für 6,-€ pro Nacht ohne Service.
El Puerto de Santa María ist recht hübsch, auch wenn viele Häuser sehr vernachlässigt sind. Im 19. Jahrhundert existierte noch eine Werft am Flussufer, welche durch einen Brunnen mit Frischwasser versorgt wurde. Die Werft gibt es nicht mehr, nur der Brunnen steht noch, der außer der Werft auch die Stadt versorgte. Durch ein Seitenfenster sieht man die Zisterne, die den Brunnen speist. Heute lädt eine Promenade zum Bummeln am Flussufer ein. In der Verlängerung der Promenade gelangt man zu den Stränden von El Puerto de Santa María. Den Rückweg kann man durch die Gassen der Altstadt nehmen, vorbei an der Stierkampfarena und der Basilika. Auch für Laien ist leicht zu erkennen, dass sich in der Fassade der Basilika mehrere Stilrichtungen mischen. Mehrere Weißstorchpaare haben sich die Türme und Bögen des Baues als Nistplatz auserkoren.
El Puerto de Santa María ist der Hafen, von dem aus Kolumbus 1493 zu seiner zweiten Reise nach Amerika aufbrach. Heute bringt von hier aus eine Fähre mehrmals am Tag Passagiere über die Bucht von Cádiz in die gleichnamige Stadt. Die Überfahrt kostet 2,70€ und dauert eine halbe Stunde. Der Fähranleger in Cádiz befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Altstadt.

Cadiz und Kathedrale

Cadiz und Kathedrale

Cádiz ist die älteste Stadt Spaniens und eine der ältesten Städte Westeuropas. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1100 v.Chr. durch die Phönizier zurück. Seither kann die Stadt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die Altstadt von Cádiz liegt am Ende einer langen Landzunge und wird von einer etwa 7 km langen Stadtmauer umgeben, die durch mehrere Forts unterbrochen wird. Das vorgelagerte Castillo de San Sebastian kann nicht besucht werden. Dafür kann man das Castillo de Santa Catalina besichtigen. Weitere Besichtigungsziele sind der Botanische Garten Parque Genovés, das zur Hälfte ausgegrabene römische Amphitheater, die Reste des römischen Hauses Obispo, zu allen Zeiten eine heilige Stätte, und die gewaltige Kathedrale. Für die meisten Ziele werden Eintrittspreise verlangt.

Denkmal vor der Tabakfabrik

Denkmal vor der Tabakfabrik

Gleich beim Verlassen der Fähre fällt ein Schornstein auf. Er gehört zur Tabakfabrik, in der auch Zigarren hergestellt werden. Das große Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhundert komplett renoviert.
Wie in vielen spanischen Altstädten befinden sich auch in Cádiz viele Geschäfte und Kneipen in den schmalen Gassen, die auf Besucher warten. Hin und wieder sollte man auch hier in die hübschen Hinterhöfe sehen.

Markthalle von Cadiz

Markthalle von Cadiz

Die Markthalle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde nach dem Vorbild einer römischen Agora errichtet. An der quadratischen Außenwand reihen sich die Verkaufsräume, die zum Innenhof hin durch von Säulen getragene Vordächer geschützt werden. Im Innenhof standen mobile Verkaufsstände. Erst vor ein paar Jahren baute man die recht geschmacklose Fischhalle hinein.

Jerez de la Frontera

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Die Hauptstadt des Sherry. Nur der Wein, der im Dreieck Jerez-Sanlúcar-Carrascal angebaut und gekeltert wird, darf sich Sherry nennen. Die größte Weinkellerei ist Tio Pepe, die seit 1835 existiert. Es ist ein Familienbetrieb, der heute in 150 Länder exportiert. Tio Pepe stellt verschiedene Sherrys, Brandys und auch Sherry-Essige her. Es ist ein Verbund von mehreren Bodegas, Weinkellern. Zudem verkauft die Kellerei den Nomad Whisky. Der Whisky wird aus Schottland importiert, in Jerez 1-2 Jahre in Sherryfässern gelagert und dann als der exklusive Nomad Whisky verkauft. Die ältesten Fässer bei Tio Pepe und in ganz Jerez sind 300 Jahre alt. In einem kleinen Raum werden alte Flaschen, teils voll, teils leer aufbewahrt. Früher füllte man von jedem Sherry, der produziert wurde, eine Flasche für das Archiv ab.
Viele Fässer sind von Berühmtheiten rund um die Welt signiert worden, wodurch eine Art Gästebuch-Weinkeller entstand.
Es werden auch deutschsprachige Touren angeboten, Eintritt ab 18,-€. Nach der Führung, die teilweise mit einer kleinen Bahn durchgeführt wird, gibt es eine Verkostung von zwei verschiedenen Sherrys. Weitere Proben kosten 1,50€ pro Glas. Im Angebot sind dann 6 Sorten. Der süßeste Sherry, der kaum aus der Flasche kommt, nennt sich Nectar und hat einen sehr hohen Anteil an Rosinen, die ihm den sehr kräftigen Geschmack verleihen. Wer süßen Wein liebt, sollte den unbedingt probieren. Man sollte nun annehmen, dass der Nectar fast unbezahlbar wäre, aber weit gefehlt. Die Flasche kostet gerade einmal 7,95€.
Außerdem gehören die weltgrößte Wetterfahne, ist im Buch der Rekorde gelistet, ein Garten und ein kleines Rebenfeld zum Gelände von Tio Pepe. Der hohe Eintrittspreis lohnt sich aber in jedem Fall.

ein Schluck für die Mäuse

ein Schluck für die Mäuse

Zu einem Keller gehören natürlich auch Mäuse. Vor langer Zeit hielt hier ein Mönch seine Mittagspausen ab, wobei manchmal etwas daneben fiel und sich Mäuse einstellten. Irgendwann stellte der Mönch fest, dass die Mäuse süßen Sherry lieben und stellte ihnen ein Glas hin, mit einer kleinen Leiter daran. Dass fanden Mensch und Mäuse so toll, dass noch heute ein Glas mit süßem Sherry für die Mäuse auf dem Boden des Weinkellers steht.

Catedral de San Salvador Jerez

Catedral de San Salvador Jerez

Gleich in der Nähe befindet sich die Altstadt von Jerez de la Frontera, die durch viele verschiedene Kirchen glänzt, die Alcázar (Festung) und unzählige Tapasbars, bei denen das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Eine weitere Sherrykellerei, die Osborne-Kellerei, befindet sich in El Puerto de Santa María. Die Sandeman-Kellerei ist auch in Jerez zu finden. Ob diese beiden Kellereien zu besichtigen sind, kann ich allerdings nicht sagen.

 

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Nach Ronda besichtigten wir nun eine weitere weiße Stadt. Vejer de la Frontera ist wieder einmal eine der schönsten weißen Städte Andalusiens. Nach unserem Urteil stimmt dieses Prädikat, die Stadt ist wirklich wunderschön. Vejer liegt rund um eine Bergspitze und ist, wie alle anderen weißen Städte, maurischen Ursprungs. Die kubischen Häuser, schöne Innenhöfe, enge Gassen und der schöne Plaza de Espaňa geben darüber Auskunft. Man sollte sich die Zeit nehmen und an der Stadtmauer entlang bummeln. Dort steht das Naturmauerwerk in schönem Kontrast zu den weißen Wohnhäusern.

Corredera Frontera

Corredera Frontera

Im Norden von Vejer, an der Corredera, schweift der Blick weit über das hügelige Hinterland. Der Berg, auf dem Vejer liegt, erhebt sich aus einer weiten Ebene zwischen der Küste und den Bergen des Hinterlandes. Dieses Gebiet ist der Landwirtschaft vorbehalten. Vornehmlich werden hier Getreide und Reis angebaut. Ein Großteil der Flächen machen Weiden aus, die jetzt im Winter saftig grün sind.
Sehenswert ist die Iglesia del Divino Salvador. Zuerst stand auf dem Platz eine Moschee. Die Christen bauten nach der Rückeroberung auf der von ihnen zerstörten Moschee eine Kirche. Irgendwann war sie aber auch eine Synagoge, wie die Reste des Davidsterns zeigen. Gleich hinter der Kirche befindet sich die Stadtmauer mit der Arco de la Segur.
Kommt man aus Süden nach Vejer, sieht die Stadtansicht ganz anders aus. Betritt man die Stadt durch das südliche Tor, gelangt man ins Judenviertel und zum Castillo.

Cabo de Trafalgar

Cabo de Trafalgar

An der Küste liegt das Kap Trafalgar. Der Leuchtturm steht auf einer Sandsteininsel, nur das die Wasserstraße heute vollkommen von Sand bedeckt ist. Die Straße zum Leuchtturm hat der Sand bedeckt. Es sehen nur noch kurze Stücken heraus. Die ganze Küste ist von Sanddünen bedeckt, in denen inzwischen Kiefern und weißblühender Ginster wachsen. Diese Ginsterart ist sehr zart und verströmt jetzt zur Blütezeit einen zarten jasminähnlichen Duft.
Am Leuchtturm klärt eine Informationstafel über die berühmte Seeschlacht von Trafalgar unter Lord Nelson gegen spanische und französische Schiffe auf. Die Schlacht fand am 21. Oktober 1805 statt, die wohl Lord Nelson dank seiner Übermacht für sich entscheiden konnte. Zwei englische Opfer sind, ich habe berichtet, auf dem Trafalgar-Friedhof in
Gibraltar begraben.
Der Fels, auf dem der Leuchtturm steht, ist ebenfalls sehenswert. Das Mikrokonglomerat bildet feine Schichten und Wind und Wetter formten aus dem Stein schöne Skulpturen.

Thunfischmuseum

Thunfischmuseum

Während östlich des Kaps die Surfer ihrem Hobby frönen, breitet sich westlich davon ein langer Badestrand aus.
Barbate ist unserer Meinung nach nicht so sehenswert, aber zwischen Barbate und La Barca befindet sich ein Thunfisch-Museum. Leider war das Museum geschlossen, zu dessen Führungen auch eine Verkostung gehört, aber in dem angeschlossenen Laden kann man die Erzeugnisse kaufen. Das Ganze gehört zu einer Fisch-Konservierungsfabrik.

Waldrapp am Schlafplatz

Waldrapp am Schlafplatz

Das Glück meines Hobby-Ornithologenherzens ist kaum noch zu toppen. Vier Tage nach den unverhofften Gänsegeiern bei Bolonia trafen wir nun ebenso unverhofft auf die äußerst bedrohten Waldrappe. Es sind weltweit nur noch 4 Prozent der Population übrig, die es noch vor 80 Jahren gab. Es existieren nur noch drei Gruppen dieser seltenen Vögel, und zwar in Marokko, in Syrien und hier bei Vejer. Wir sichteten ein paar wenige Tiere nahe Trafalgar. Zu unserer großen Überraschung übernachteten wir auf dem gleichen Flecken Erde wie wahrscheinlich die ganze hiesige Population Waldrappe in Spanien, die zudem durch ein Hilfsprojekt in Gefangenschaft geboren und später ausgewildert wurden. Direkt in einer Felswand über der Straße in La Barca fanden sich an die neunzig Waldrappe zum Schlafen ein. Gleich daneben sammelten sich Dohlen für die Nacht und unten am Fluss flogen hunderte Kuhreiher bei Einbruch der Dämmerung ihre Schlafplätze im Schilf an. Wir standen praktisch mittendrin auf dem großen Parkplatz von La Barca. Es war ein unbeschreibliches Schauspiel. Sobald es am nächsten Morgen hell wurde, brachen alle Schlafgäste zusammen zu ihren Futterplätzen für den Tag auf.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: