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Porto

Wir in Porto

Porto ist die unglaublichste Stadt und in unseren Augen wohl die schönste Stadt, die wir im Laufe unseres über dreißigjährigen Reiselebens je gesehen haben, und wir sahen schon viele schöne Städte. Die Vollständigkeit des gesamten Ensembles der Altstadt, die Brückenbauwerke, der Rio Douro mit seinen traditionellen Booten und das Viertel mit den Portweinkellereien im Südteil der Stadt, all das ergibt ein einmaliges, in allem stimmiges Bild. Dazu kommt, dass alles gut zu Fuß zu erreichen ist. Die Standseilbahn auf der Altstadtseite sowie die Schwebebahn über die Dächer der Portweinkellereien hinweg setzen nochmal einen drauf. Aber von vorne:

Vila Cha im Nebel

Wir stehen drei Nächte nördlich von Porto, auf dem Campingplatz „Parque de Campismo Sol de Vila Chã“ bei Vila do Conde. Der ACSI-Preis liegt bei 15,-€/Nacht. Bis zum felsendurchsetzten Strand sind es 200m. Jeden Morgen um 8.30 Uhr, außer Sonntags, verkaufen die Fischer ihren frischen Fang zu günstigen Preisen.

Metrostation Trindade

3km von Campingplatz entfernt befindet sich der Metro-Bahnhof nach Porto. Eigentlich ist es ganz einfach, ein Ticket aus dem Automaten zu ziehen und in die Metro zu steigen. Wir hatten allerdings mal wieder Pech. Da wir an einem Sonntag fuhren, sind die Züge nur alle halbe Stunden unterwegs, normalerweise wohl alle 20min. Als wir am Bahnsteig das Ticket kaufen wollten, war diese Option am Automaten nicht zu finden. Das Ticket kostet pro Strecke 2,95€. Wir fragten einen jungen Mann, ob er uns helfen kann, aber auch er konnte nichts passendes finden. Er war mit einer Dauerkarte unterwegs, das funktionierte. Uns blieb nichts weiter übrig, als in den nächsten Zug zu steigen und am nächsten Bahnhof wieder auszusteigen. Dort konnten wir Tickets kaufen und mussten eine halbe Stunde auf den nächsten Zug warten. Nach eine knappen dreiviertel Stunde trafen wir in Porto ein, und zwar an der Metrostation Trindade. Das ist ein Superausgangspunkt für einen Stadtrundgang.

Praça da Liberdade

Gleich unterhalb befindet sich der Praça da Liberdade mit dem Rathaus am obersten Ende, Brunnen und weiteren prachtvollen Gebäuden an dessen Seiten. Am unteren Ende fahren die Busse zur Stadtrundfahrt ab.

Bahnhof São Bento

Hält man sich links, steht man gleich vor der Igreja dos Congregados, deren Fassade mit den typischen Azulejos geschmückt ist. Ein Blick ins Innere der Kirche ist angeraten.
Gleich nebenan steht der Bahnhof S
ã
o Bento, ein touristisches Highlight. Der Innenraum der Bahnhofshalle ist ebenfalls mit den allgegenwärtigen blau-weißen Fliesen geschmückt, die allesamt Bilder aus dem ländlichen Leben zeigen.

Blick von der Kathedrale

Schon ist man an der Kathedrale, von deren Vorplatz aus man schön zum Rio Douro und die angrenzenden Wohnhäuser hinunter blicken kann. In einiger Entfernung erhebt sich der Turm der Igreja dos Clérigos. Er gilt als der höchste Turm Portugals und ist auch vom Meer aus zu sehen.

Blick auf die Altstadtseite

Nun spazierten wir über die berühmte Brücke Luis I., die von Gustav Eiffel stammt. Oben fährt die Metro, unten die Autos. Fußgänger sind auf beiden Decks zu finden. Beim Hinüberlaufen auf dem oberen Deck weiß man gar nicht, wohin man sehen soll. Es gibt soviel Interessantes zu entdecken, dass es eine Weile dauert, bis man die andere Seite erreicht hat.
Nur wenige Meter weiter findet sich die Topstation der Schwebebahn, die die Fahrgäste für 6,-€/Person nach unten an das Flussufer bringt. Von hier oben hat man den besten Blick auf die Altstadt von Porto auf der anderen Seite des Rio Douro und die Ponte Luis I., ein unglaublich schöner Blick.

unser Probierpaket

Wir zogen es vor, zu Fuß durch die Gassen und über Treppen nach unten zu kommen. Dabei trafen wir zufällig auf den gemütlichen Verkostungskeller der Portweinkellerei „Royal Oporto“. Dies ist der internationale Name. Der portugiesische Name des Kellers ist Real Companhia Velha. Die Besucher werden auf das herzlichste willkommen geheißen. Wer eine Weinprobe möchte, der erfährt vorher alles über die angebotenen Sorten des Kellers, damit man auch weiß, was man da probiert. Danach sucht man sich ein Angebot für die Weinprobe aus und genießt. Nebenbei läuft ein Film ab, der einen Eindruck von den Weinbergen des Vale do Douro vermittelt. Das Gebiet ist gut mit den Weinanbaugebieten des Rheins zu vergleichen.

der Altstadt gegenüberliegende Seite Portos

Nach der sehr angenehmen Weinprobe spazierten wir zum Flussufer, um dort die Atmosphäre aufzunehmen. Hier findet man andere Portweinkellereien wie Sandeman, Porto Cruz oder Burmester. Einmal ist keinmal und so kosteten wir noch einmal beim Firmenverbund Burmester. Dieser Keller setzt auf Moderne, aber die angebotenen Portweine schmecken genauso gut.

Rio Douro

Vom Flussufer aus sieht Porto schon wieder anders aus, noch beeindruckender, noch einladender. Am Ufer liegen die alten Boote, mit denen vor langer Zeit die Portweinfässer zu den entfernteren Kunden verschifft wurden. Jeder Portweinkeller besitzt eines dieser traditionellen Boote. Eine Flussfahrt ist aber auch möglich, mit moderneren Ausflugsbooten.

Ponte Luis I.

Den Rückweg nahmen wir über das untere Deck der Ponte Luis I.. Blickt man nach rechts, sind noch drei weitere Brücken zu sehen. Eine davon gleicht der Ponte Luis I.. Sie stammt von einem Schüler Eiffels und unterscheidet sich nur durch das fehlende untere Deck.
Ein letztes Mal das Ufer des Rio Douro genießend, fuhren wir mit der Standseilbahn in die Oberstadt und richteten unsere Schritte zur Metrostation Trindade zurück.

Kommentar unserer lieben Womo-Bekanntschaft aus Óbidos – Roswitha und Robert aus Rodgau:

Liebe Angela, lieber Klaus,
ich habe euren Bericht über Porto gelesen und bin ganz überrascht über die Begeisterung. Porto ist schon schön, aber sie als die schönste Stadt zu küren, die ihr je gesehen habt – erstaunlich. Ich für meinen Teil bin von Wien so begeistert. Dein Bericht, liebe Angela, war eine schöne Zeitreise zurück. Ich bewundere deine professionelle literarische Ausdrucksweise und die Fotos erst, wie aus einem Kalender. Das habt ihr Beiden drauf. Einen Blick, wo man sich hinstellen muss um z. B. den Reiter im Vordergrund und das Rathaus vor das Objektiv zu bekommen. Herrliche Bilder von Fluß und Booten und Stadt. Toll.

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Coimbra

Coimbra

Inzwischen haben uns wieder 4 Tage lang Regen, Sturm und Kälte begleitet. Für solch ein Wetter sind wir eigentlich nicht hier herunter gefahren, aber was will man machen.
Unser mobiles Heim wollte wohl unbedingt, dass wir Coimbra etwas intensiver kennenlernen als von uns geplant. Kurz vor Coimbra fuhren wir auf den Autobahnparkplatz und kamen dort erst einmal nicht mehr weg. Wie das immer so ist, passierte es natürlich wieder am Wochenende. Normalerweise fahren wir keine Autobahn, aber wenn der Motor heiß wurde, dann ging er an den unmöglichsten Stellen aus. Dann gab es keine Lenkung, keine Bremsen, nichts mehr, und dass womöglich in einer Serpentine dieser bergigen Landschaft. So konnten wir erst am nächsten Tag eine Werkstatt in Coimbra anfahren. Das bedeutete, dass wir die ohnehin schon gesalzene Maut doppelt bezahlen mussten, denn das Ticket ist immer nur für 12 Stunden gültig. Wenn man nach dieser Zeit in die nächste Mautstelle fährt, zahlt man das Doppelte, vollkommen unlogisch und ungerecht. Wir werden versuchen, den Mehrbetrag über unsere Versicherung zurückzubekommen, denn es war nicht unsere Schuld.
Jedenfalls wurden wir in Coimbra durch drei Werkstätten komplimentiert und keine konnte uns helfen. Am Ende halfen wir uns selbst mit einem Anruf bei einer Werkstatt in Deutschland. Die mussten jedoch das Teil erst in den USA bestellen und dann dauerte es, bis es hier in Coimbra ankam. So standen wir fast zwei Wochen auf dem schönen Womo-Stellplatz im Parque Verde am Rio Mondego. Allerdings fehlt uns nun diese Zeit für unsere Route, die wir zwangsläufig abkürzen müssen, um rechtzeitig Anfang Mai zu Hause zu sein.

Goldene Bibliothek im alten Universitätsgebäude

Coimbra ist Universitätsstadt. Die Universität wurde im Jahre 1290 gegründet, ist somit eine der ältesten Universitäten Europas und sorgte im Laufe der Jahrhunderte für den Aufschwung der Stadt. Man sagt, es ist ein „Muss“, die „Goldene Bibliothek“, die Biblioteca Joanina, zu besuchen und es ist wahr. Die prächtigen geschnitzten Bücherregale in zwei Etagen, die vielen Vergoldungen an den Stützen und Geländern, die Bemalung der Decken, alles im barocken Stil, dies ist wohl einzigartig. Leider darf in der Bibliothek nicht fotografiert werden. In dem Ticket von 10,-€ pro Person sind aber neben der Bibliothek auch das Universitätsgefängnis in deren Keller, die Kapelle São Miguel mit der prächtigen Orgel aus 1733 und der königliche Palast enthalten. Das alte Universitätsgebäude hat die Form eines U mit einem großen Platz in der Mitte. Vom freien Ende schweift der Blick wieder über einen Teil Coimbras mit dem Rio Mondego.

Parque Verde und Rio Mondego

Wer möchte kann für 2,-€ mehr auf den Glockenturm steigen und von dort oben einen 360°-Blick genießen. Das gesamte Ensemble ist sehr sehenswert, vor allem die kunstvoll gestalteten steinernen Tore, die in die verschiedenen Bereiche führen.
Ein Spaziergang durch das Universitätsviertel mit den neuen Gebäuden für die verschiedenen Studiengebiete, welches ganz oben auf einem Hügel angesiedelt ist, offeriert viele tolle Blicke hinunter in die Stadt, über den Rio Mondego und den Parque Verde.

Friedhof von Coimbra

In Coimbra kamen wir das erste Mal in den Genuss, einen portugiesischen Friedhof zu besichtigen. Solche Pracht haben wir noch nie auf einem Friedhof gesehen, und wir haben im Laufe unserer Reisen schon manches Mal gestaunt. Wie auf den spanischen stehen auch auf den portugiesischen Friedhöfen viele Mausoleen, die jeweils einer Familie gehören, nur dass diese richtig schön verziert sind. Während die Spanier die Särge durch Platten verdecken, so dass niemand herein sehen kann, sind in Portugal überall Glasscheiben davor. Es ist schon etwas gruselig, wenn man vor allem die alten, halb verfallenen Särge stehen sieht. Fast alle Särge sind jedoch meist mit goldenen oder weißen Decken bedeckt.

Torre da Almedina

Für einem Stadtbummel sollte man sich Zeit lassen und auch mal durch die ruhigen Gassen schlendern. Es lohnt sich. Die Altstadt, nach der römischen und iberischen Zeit eine ehemalige maurische Medina, bietet viele Überraschungen. Wer genau hinsieht, entdeckt sogar die Grundmauern des römischen Forums, auf denen später erst der Alcazar (maurischer Palast), später ein bischöflicher Palast und seit 1911 das Nationalmuseum Machado de Castro gebaut wurden. Eines der alten Stadttore aus dem Mittelalter, welches in einer 2km langen Stadtmauer integriert war, ist von der Fußgängerzone Rua Ferreira Burges zu erreichen. Wenn man durch dieses Tor geht, betritt man quasi eine andere Welt.

Igreja de Santa Cruz

An vielen Ecken erheben sich Kirchen. Einen Besuch lohnt auf jeden Fall die Igreja de Santa Cruz. Die Innenwände sind in der unteren Hälfte mit weiß-blauen Fliesen geschmückt, die Azulejos genannt werden. Sie wurden wie schon in der kleinen Klosterkirche von Peniche erwähnt bemalt.
Schmuckstücke der Kirche sind die steinerne Kanzel, der Hauptaltar und vor allem die Orgel, die neben den stehenden auch liegende Orgelpfeifen aufweist. In einem der Seitenschiffe ist zu sehen, dass die Kirche einmal umgebaut wurde, denn es sind noch alte Fenster und ein steinerner Bogen zu sehen, die nicht ins Bild passen.

Jardim da Manga

Biegt man am benachbarten Rathaus rechts ab und folgt der Straße, dann kommt man am Jardim da Manga mit einem Kunstwerk von Brunnen vorbei. Dieser wirkt inmitten der neuen Bebauung ziemlich deplatziert, schade.
Noch eine Ecke weiter steht die Markthalle der Stadt. Von außen nicht weiter erwähnenswert, weist sie im Inneren eine eigenartige Stahlkonstruktion auf. Leider ist von dem Gesamtbild kaum etwas zu sehen, da die Verkaufsbuden das meiste verdecken.

Aufzug in die Oberstadt

Hinter der Markthalle befindet sich ein Aufzug in die Oberstadt. Eine Fahrt kostet 1,60€. Von unten ist zu sehen, dass es noch ein Stückchen weiter nach oben geht, und zwar mit Hilfe einer Standseilbahn. Diese ist aber gerade außer Betrieb.
Sehr schön anzusehen ist auch der Largo de Portagem, der große Platz direkt im Anschluss an die Ponte de Santa Clara.
Einen anderen grandiosen Ausblick auf Coimbra bekommt man von der Veranda da Santa Clara geboten, die auf der Rua Mendes dos Remédios zu finden ist, auf der Flussseite gegenüber der Altstadt. Dort befindet sich auch eine Self-Service-Wäscherei.

Rio Mondego mit Dorf

Wer Flussromantik liebt, der fährt am besten von Coimbra aus Richtung Westen immer am Rio Mondego entlang. Die Straße führt etwas über dem Fluss durch eine traumhaft schöne Landschaft und gemütliche Bergdörfer. Es gibt auch zwei Möglichkeiten, an das Flussufer zu fahren und es sich an den Stränden gemütlich zu machen.

Kalkbrandöfen

Bei Penacova bogen wir in Richtung Luso ab, befuhren jedoch die kleinere der beiden parallel verlaufenden Straßen, die N235. In Casal de Santo Amaro, einem der kleinen Dörfer durch die man hier fährt, stießen wir auf eine Überraschung. In dem Tal wurde einst Kalkstein abgebaut und gebrannt. Eine Reihe alter Kalkbrandöfen stehen noch abseits des Straßenrandes und sind kostenlos zu besichtigen. Einer der alten Öfen wurde restauriert. Leider gibt es keine näheren Auskünfte dazu, interessant anzusehen sind sie allemal. Gleich dahinter lädt das winzige Restaurant Marilopes zum Café oder einem Gläschen Portwein ein. Hier ist man inmitten des ursprünglichen portugiesischen Lebens.

Brunnen in Luso

Auf der N235 weiter nach Luso fahrend, durchquert man manchen Weinberg und immer wieder Eukalyptuswälder. Kurz vor Luso biegt eine kleine Straße zum Aussichtspunkt Cruz Alta ab. An derem Beginn steht ein Kassenhäuschen, an dem 5,-€ fällig werden. Bis zum Aussichtspunkt sind aber dann noch 8-9 Kilometer zu fahren. Ein Hotel und ein Militärmuseum sind dort oben auch noch angesiedelt.
Luso selbst ist eine kleine Kurstadt mit Thermalquellen. Leider sind in Portugal wie auch in Spanien bisher alle Thermalquellen nicht frei zugänglich gewesen, sondern nur Kurgästen vorbehalten. Trotzdem lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch den schönen und gepflegten Ort.

Seit einer Woche haben wir nun endlich blauen Himmel, Sonne satt und 25-28 Grad. Der Frühling auf seinem Höhepunkt duftet herrlich süß. Trotzdem wir nun zwei Wochen wegen des Ersatzteiles verloren haben, hatten wir doch eine schöne Zeit hier. Es hätte uns auch auf einem lauten und ungemütlichen Platz erwischen können. Coimbra ist durchaus eine Stadt, in der es sich angenehm leben und erholen lässt.

 

Óbidos

Blick über Óbidos

Eine der beeindruckendsten Städtchen, die auf einem Hügel gebaut wurden, ist Óbidos. Die komplette Altstadt ist noch immer von einer Stadtmauer umschlossen, aus der einige Beobachtungstürme und die Burg herausragen. Mit dem Auto innerhalb der Mauern zu fahren, ist nur bedingt möglich, denn die Gassen sind zumeist sehr eng. Òbidos ist seit 1951 ein nationales Monument.

in Óbidos

Man sollte Óbidos auf zwei Wegen erkunden. Einmal durch Ablaufen der Stadtmauer mit den tollsten Blicken auf die Altstadt und das grüne hügelige Umland und zweitens am Boden durch die Gassen. Der Erhaltungszustand der Häuser ist recht gut und es macht Spaß, sich in den Gassen zu verlieren. Hier und da findet man schöne Details.
Die Spezialität in Óbidos, welche vor allem an den Wochenenden an jeder Ecke angeboten wird, ist ein Sauerkirschlikör im Schokobecher. Das kostet 1,-€ und schmeckt echt lecker.

Ginjinha Errik Rex

Ein Geheimtipp ist auch die Ginjinha Errik Rex. Die Bar ist auf Portwein spezialisiert, das Glas kostet 3,-€. Die Einrichtung ist rustikal und die alten Wände sowie die Decke sind mit alten und noch vollen Portweinschätzen bedeckt, aber auch mit allem, was mit Portwein zu tun hat.
Am höchsten Punkt von Óbidos steht die Kirche, die zwischen zwei Beobachtungstürmen eingebettet ist. Sie wird jedoch nicht mehr als Kirche genutzt, sondern ist jetzt eine Bücherei.

Santuário Senhor da Pedra

Die Gegend gehört zum westlichsten Ausläufer der Region Estremadura. Es ist das Land der Windmühlen, der Eukalyptuswälder, des Obst- und Gemüseanbaues sowie des Weinanbaues. Óbidos kann sogar mit einer Pousada aufwarten. Das sind Hotels, die sehr oft historische Mauern als Kulisse haben.
Vom südöstlichen Ende der Stadtmauer von Óbidos entspringt ein Aquädukt, der sich ein paar hundert Meter ins Land zieht.
Gleich in der Nähe steht das Santuário Senhor da Pedra, ein beachtlicher kirchlicher Bau. So schlecht der äußere Zustand ist, so schön ist das Innere.

Küste an Forte da Luz

Rund 20 km von Óbidos entfernt und an der Küste gelegen, befindet sich die Stadt Peniche. Die Stadt selbst ist nicht weiter attraktiv, alles ist neu, aber wenn man sich an der Westküste hält, trifft man alle paar Meter auf neue Attraktionen. Zuerst kommt man zu einem kleinen Fort, von dem noch die Mauern mit den kleinen Wachtürmchen stehen. Die befestigten Plätze an den Mauern, auf denen die Kanonen standen, sind auch noch erhalten. Daran schließt sich der Ortskern an, aus dem das heutige Peniche erwuchs.
Nur ein Stück weiter dem Weg folgend, trifft man auf die Reste des Forte da Luz. Das Meer hat sich schon große Teile des alten Forts geholt. Dort kann man das Auto stehen lassen, an der Steilküste entlanglaufen und die Schönheiten der Natur genießen. Auf einem einzeln stehenden Felsen im Wasser halten sich Kormorane auf. Noch ein Stück weiter ragt eine Felsenzunge heraus, vom wilden Atlantik umspült und geformt. In einiger Entfernung liegt die Insel Berlengas vor der Küste. Sie wird von Ausflugsbooten angefahren.

spektakulär

Nun fährt man wieder auf die Hauptstraße und folgt ihr weiter Richtung Leuchtturm. Ein kleiner Parkplatz lässt Neugierde aufkommen, die auch prompt befriedigt wird. Die Felsen der Küste sehen aus, als hätten Riesen mit flachen Steinplatten gespielt und damit die unglaublichsten Türme und Formen geschaffen. Die Kanten sind so scharf, dass die Atlantikwellen Gischt freisetzen, die hoch über die Felsen versprüht wird.
Wieder ein paar Meter weiter ändert sich das Bild leicht, denn nun ergänzen runde Formen das ansonsten kantige Bild. So etwas haben wir noch nirgends gesehen.

Círios de Nossa Senhora dos Remédios

An diese Formationen, an denen auch ein Pilgerweg entlangläuft, schließt sich eine Aussichtsplattform an. Gegenüber dieser Plattform steht das kleine Kloster Círios de Nossa Senhora dos Remédios. Es ist winzig und birgt eine wunderschöne Überraschung. Zuerst betritt man einen Innenhof, an den sich ein Vorraum anschließt. Durch eine weitere Tür tritt man in die tiefer gelegene Hauptkirche ein und verfällt im selben Moment in großes Staunen. Sämtliche Wände und die Gewölbedecke sind komplett von weiß-blauen Fliesen bedeckt, die mit Szenen aus der Bibel, Ornamenten und anderen Darstellungen bemalt wurden. Der Altarraum und die kleine Kapelle sind in Sandstein gehalten. Es ist das erste Mal, dass wir so etwas sahen. Wir haben schon gehört, dass es Kirchen in Portugal gibt, deren Fassaden über und über mit diesen weiß-blau bemalten Fliesen belegt sind. Darauf waren wir gefasst, aber solch eine Pracht in einer solch kleinen Kirche ist einfach großartig.

Fortaleza de Peniche

Damit hat man das Spektakulärste gesehen, was die Halbinsel Peniche zu bieten hat. Als nächstes kommt man zum Leuchtturm und fährt anschließend an einer Steilküste entlang, die erkennen lässt, dass sie an der windabgewandten Seite liegt. Kurz vor dem Hafen steht das große Fortaleza de Peniche. Das Fort ist über eine kleine Bogenbrücke zu erreichen und der Eintritt ist frei. Verschiedene Ausstellungen, teilweise wird für den Besuch Eintritt verlangt, berichten über die Geschichte von Peniche.

blühende Nektarinenbäume

Wir stehen auf dem ruhigen Womo Stellplatz „Casa Azzura“ in dem kleinen Örtchen Trás do Outeiro ganz in der Nähe von Óbidos, inmitten von Nektarinen- und Birnenplantagen. Die sehr nette deutsche Familie, die den Platz führt, organisiert ab und zu Abendessen in kleinen und gemütlichen portugisieschen Kneipen. Für kleines Geld isst man authentisch und superlecker. Sie haben natürlich auch Ausflugstipps parat.

Foz do Arelho

Einen kleinen Ausflug ist auch die Lagune von Óbidos und deren Anbindung an den Atlantik wert. Ganz viel Sand, eine Düne, Steilküste und der mächtige Atlantik ergeben eine tolle Szenerie. Viel Spaß macht auch ein Spaziergang auf dem Holzweg, der sich entlang der Steilküste nördlich von Foz do Arelho schlängelt. Viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein, mit freiem Blick auf den weiten Ozean.

Lissabon

Terreiro do Paço

Die Hauptstadt Portugals ist eine tolle Stadt, eine Stadt mit Seele. Lissabon lädt an allen Ecken zum Entdecken ein. Der Womo-Stellplatz zwischen Metro-Station Santos und dem Rio Tejo ist riesengroß und liegt zentral. Er ist jedoch auch mit Navinicht leicht zu finden, weil immer wieder Baustellen die Wege blockieren und Umwege durch die Gassen der Altstadt nötig werden. Außerdem trennt die Metrotrasse den Hafenbereich vom Rest der Stadt, aber wer dranbleibt, der siegt.
Zuerst steuert man die Touristinfo an. Dafür braucht man nur immer am Wasser entlang zu gehen. Auf dem Weg kommt man am Bootsanleger und dem großen Metrobahnhof vorbei. Gegenüber dem Metrobahnhof befindet sich die Markthalle Mercado da Ribeira, durch die man einmal schlendern sollte. Architektonisch eine Augenweide, enthält sie auf der einen Seite die Marktstände, auf der anderen Seite verschiedene Imbissstände.
Am Ufer weitergehend, erreicht man den Terreiro do Pa
ç
o. Dieser Platz wird von Prachtbauten umrahmt, die vom Arco da Rua Augusta gekrönt werden. In der Mitte des Platzes steht ein prächtiges Reiterdenkmal. Hier befinden sich die Touristinfos.

U-Boot in Caçilhas

Nachdem wir alles beisammen hatten, unternahmen wir zwei Ausflüge. Der erste war eine Fahrradtour auf die gegenüberliegende Seite des Rio Tejo, nach Almada. Dafür setzten wir mit der Personenfähre vom Bootsanleger in der Nähe des Stellplatzes über den Fluss. Das Ticket kostet 1,75€ pro Person, Fahrrad inklusive. In zwei Minuten ist man auf der anderen Seite namens Caçilhas. Schon von hier hat man eine gute Sicht auf Lissabon. Kommt man aus der Fährstation, findet man gleich geradeaus ein altes Barracuda-U-Boot im Trockendock liegen, welches über 40 Jahre lang im Dienst der portugiesischen Navy stand.

Segel-Fregatte „Fernando II e Glória“

Mehr verlockend ist jedoch der Besuch der alten Segel-Fregatte „Fernando II e Glória“. Es war das letzte Segelschiff der portugiesischen Marine, der sie mehr als 30 Jahre lang diente, vor allem auf der Ost-Indien-Route. 1963 zerstörte ein Feuer das Schiff fast völlig. 1990 bis 1998 wurde es komplett restauriert und liegt nun als Museumsschiff in seinem alten Glanz in einem der Docks von Caçilhas. Der Eintritt kostet 4,-€ pro Person. Dafür kann man durch drei Decks laufen, in denen das Leben an Bord deutlich wird. Die Restauration von Grund auf wird in einem interessanten Video dargestellt.

Panorama-Aufzug

Das Hauptziel der Fahrradtour war die Christus-Statue hoch oben in Almada. Dafür folgt man der Straße/Weg direkt am Ufer, vorbei an allerlei Ruinen, bis man zum Panorama-Aufzug kommt. In den Aufzug passen zwei Leute und zwei Fahrräder, was zusammen 1,-€ kostet. Der Aufzug bringt die Leute 62m hoch, die dann 70m über dem Fluss stehen und wieder eine atemberaubende Aussicht genießen können. Im Aufzug ist ein Plan erhältlich, wie man von dort zur Christus-Statue kommt.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, schlugen wir den Weg bergauf und bergab zur Statue ein. Dort angekommen, kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus. Vom Plateau aus blickt man über ganz Lissabon. Die Stadt soll auf sieben Hügeln stehen, sagt man, aber man sieht es eigentlich nicht. Das östliche Ende, welches hinter den Rio Tejo sichtbar ist, erinnert mit seinen Kirchen und Palästen an den Canal Grande am Markusplatz in Venedig.

Tejo und Lissabon

Ponte 25 de Abril

Links von der Aussichtsplattform spannt sich die 70m hohe Hängebrücke Ponte 25 de Abril. Die Brücke sieht genauso aus wie die Golden Gate in San Francisco. Der Lärm, der vom Verkehr auf der Brücke ausgeht, ist unglaublich. Es hört sich an wie ein Schwarm von Riesenbienen. Ein Wohnen in der Nähe der Brücke ist kaum möglich. Für die Überfahrt nach Lissabon bezahlten wir übrigens 7,-€ Maut, für Wohnmobil mit Anhänger, zahlbar an der Brücke.

Christus Statue Lissabon

Die 28m hohe Christus-Statue, die auf einem 75m hohen Sockel steht, erinnert an die Christus-Statue in Rio de Janeiro. Jetzt haben wir drei Parallelen auf der Welt gefunden, die in Lissabon vereint sind. Wo findet man sonst so etwas, unglaublich. Im unteren Teil des Sockels ist eine modern eingerichtete Kapelle zu finden, und ein Souvenirshop. Die Statue wurde am 17. Mai 1959 errichtet zum Dank dafür, dass Portugal vom 2. Weltkrieg verschont blieb. Als wir dort waren, wurde sie gerade vom Umweltschmutz gereinigt. Zwei Arbeiter saßen auf dem Daumen der Statue und waren dort kaum zu sehen.

Torre de Belem

Denkmal der Seefahrer

Mit Hilfe des Smartphones fanden wir dann auch den Weg nach Porto Brandão, wo wir auf die Autofähre zurück nach Lissabon stiegen. In dem Ticket für 1,70€ pro Person ist die Fahrt zum Anleger im benachbarten Trafaria und die Überfahrt nach Belém enthalten.
In Belem sind der schlossartige Torre de Belém, einst eine Hafenfestung, und das riesige Denkmal der Seefahrer zu bewundern. An der Spitze derer, die Portugal zu einer Weltmacht werden ließen, steht Heinrich der Seefahrer. Für 4,-€ Eintritt darf man zur Aussichtsplattform hoch. Von hier aus startete Vasco da Gama 1497 seine Entdeckungsreise nach Indien.

Hieronymus-Kloster

Gleich hinter dem Denkmal der Seefahrer steht das Hieronymus-Kloster, ein architektonisches Kunstwerk. Das Innere des Klosters beherbergt das Grabmal von Vasco da Gama. Ursprung des Klosters ist eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, welche Heinrich der Seefahrer in der damals kleinen Fischersiedlung bauen ließ.
Unter der Hängebrücke hindurch, an Häfen und Werften vorbei, erreichten wir den Stellplatz.

Fahrt mit Tram 28

Eine andere Möglichkeit, Lissabon zu entdecken, ist die Fahrt mit der Tram 28. Die nostalgischen Straßenbahnwagen sind die einzigen, die die unglaublichen, bis zu 13,5%-Steigungen bewältigen können. Es ist die einzige Adhäsionsbahn weltweit, die das schafft. Die Fahrt mit der Tram 28 ist nicht nur eine Stadtrundfahrt, sondern ein Abenteuer, welches einer Achterbahnfahrt gleicht. Es ist eine offizielle Nahverkehrslinie, so dass man auch in den Genuss des portugiesischen Nahverkehrsbetriebes kommt. Die Fahrt der Tram führt bergauf und bergab und man hat das Gefühl, dass Lissabon nicht nur auf sieben, sondern auf mindestens doppelt so vielen Hügeln steht. Kurve links, Kurve rechts, anfahren, alle Nase lang aus irgendwelchen Gründen halten, und sich durch die engsten Gassen schlängeln, da möchten wir kein Straßenbahnfahrer sein. Wie kann dabei nur ein Fahrplan eingehalten werden? Von der Stadt sieht man nur einen kleinen Teil, Fensterplatz vorausgesetzt, weil die Wagen fast immer mit Fahrgästen vollgestopft sind, aber das Erlebnis ist einzigartig. Die Einzelfahrt kostet 2,90€ zahlbar in der Bahn. Es gibt an bestimmten Ticketschaltern in der Stadt auch Tageskarten für die Linie 28. Damit kann man ein- und aussteigen, wo man will und sich dabei die Sehenswürdigkeiten an der Strecke ansehen. Infos über den Streckenverlauf bekommt man in den Touristinfos.

Elevador de Santa Justa

Sehenswert ist auch der „Elevador de Santa Justa“ aus dem Jahre 1901. Die wunderschöne Stahlkonstruktion steht auf der Rua do Ouro in der Altstadt und befördert die Passagiere auf eine Höhe von 45m. Eine Fahrt kostet 5,15€.
Das große Erdbeben aus dem Jahre 1755, welches uns schon seit der westlichen Algarve begleitet, zerstörte auch Lissabon, aber die Stadt wurde mit viel Liebe wieder aufgebaut und ist immer noch eine der schönsten Städte der Welt.

Setúbal

Fähre Tróia-Setúbal

Kurz vor Troia fährt die Autofähre nach Setúbal ab. Wir waren gestern dort, um uns die Gegebenheiten anzusehen und stellten fest, dass es zwischen der Fähre und der Anlegerrampe eine tiefe Querrinne gibt. Unmöglich für unser Motorhome, darüber auf die Fähre zu fahren. Dann sprach uns ein Angestellter der Fähre an und wir erklärten ihm unser Problem. Er zückte sein Smartphone und meinte, wir könnten heute um 8 Uhr oder um 17 Uhr kommen, dann würde es gehen. An eine tidenabhängige Fährüberfahrt hatten wir gar gedacht. Man muss wirklich auf alles achten. Das hieß um 6.30 Uhr aufstehen, um mit der 8 Uhr-Fähre fahren zu können. Das Ticket kostet für ein Wohnmobil bis 6m + Anhänger 26,60€, darüber kostet die Überfahrt 31,15€. Von jedem verkauften Ticket fließen 10 Cent in den Schutz der Flaschennasen-Delfine. Damit sparten wir uns gut 80km Umweg und taten auch gleich ein gutes Werk.

Bucht von Setúbal

In Setúbal angekommen, wollten wir auf den 4 km westlich der Stadt gelegenen Stellplatz im Ecoparque fahren. Durch Zufall fanden wir aber direkt an der N10-4 auf dem Parkplatz neben dem Restaurante Mineiro Platz. Dort standen schon andere Wohnmobile. Von hier aus ist es nur gut 1km bis ins Stadtzentrum zu laufen. An der Promenade kann man seine Seele baumeln lassen und die Wasseroberfläche der Sado-Mündung nach Delfinrücken absuchen. Abermals hatten wir dabei keinen Erfolg.
Um nach Lissabon zu fahren, über die
Ponte 25 de Abril, durchquert man die Halbinsel Setúbal. Sie ist Weinanbaugebiet und so kommt man an vielen Weinstöcken und Weingütern vorbei.

Sado-Mündung

Gemüsegärten in Comporta

Ein uralter Zeitungsbericht führte uns zur Mündung des Rio Sado. In dem Gewässer leben Flaschennasen-Delfine. Es ist die einzige Gruppe dieser Art in Portugal und einer der sehr wenigen Gruppen in Europa. So groß ist die Sado-Mündung nicht, aber auch diesmal hielten wir erfolglos Ausschau nach Delfinen. Am besten macht man eine Bootsfahrt, aber heute wurde keine angeboten.
Ein Ausgangspunkt, um den Naturpark Sado-Mündung zu erkunden, kann Comporta sein. Der Ort liegt zwischen der Sado-Mündung und der Bucht von Setúbal. Er bietet einen großen kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz und authentisches portugiesisches Leben. Zudem ist Comporta eines der Lieblingsorte der Schwarzstörche. Die Welt besteht aus Sand, zumindest von Sines aus bis nach Tr
óia. Ausnahmen sind die Einzugsgebiete zahlreicher Flüsse, die sehr fruchtbaren Boden hinterlassen haben. Die meisten Einwohner bauen ihr Gemüse dort selbst an und es gedeiht prächtig. Weite Flächen werden für den Reisanbau genutzt.

Adega da Herdade da Comporta

Auf der Halbinsel Setúbal spielt Weinanbau eine große Rolle. Gekeltert, gelagert und abgefüllt wird der Wein z.B. in der Adega da Herdade da Comporta. Das Gebäude ist einer römischen Villa nachempfunden. Eine alte Pflasterfläche im Innenhof könnte darauf hindeuten, dass genau an dieser Stelle einmal eine römische Villa stand. In der Adega werden bei Bedarf Führungen angeboten und im Shop wird der Wein verkauft.

Porto Palafitico da Carrasqueira

Östlich von Comporta liegt der kleine Fischerhafen Porto Palafitico da Carrasqueira. Da das Wasser flach ist und die Fischer auch bei Ebbe hinausfahren wollen, bauten sie eine kleine Welt auf Pfählen. Über die schwebenden Bretterwege können sie damit ihre Anleger und die Boote erreichen.

braune Sichler

Auf den Feldern auf der anderen Seite halten sich braune Sichler in Scharen auf, wenn sie sich zum Fressen einfinden. Ein schönes Schauspiel.

Stran von Tróia

Von Comporta nach Norden führt eine schmale Landzunge nach Tróia. Dieser Ort ist rein touristisch. Was sich dort lohnt ist ein Spaziergang von der Marina immer am Strand entlang. Der Sand ist weiß, das Wasser sauber und Sandbänke liegen zwischen der Sado-Mündung und der Bucht von Setúbal. Von der Marina Tróia fährt eine Fußgängerfähre hinüber nach Setúbal.

Reste von Cetóbriga

Jeden Sonntag ist die Besichtigung der Ruinen der römischen Stadt Cetóbriga möglich. Hier befand sich die größte Fisch-Einsalzungsfabrik im römischen Reich. Außerhalb der Besuchszeiten kann man die Ausgrabungsstätte auf einem 2,7km langen Weg zu Fuß erreichen. Das Gelände ist dann zwar abgeschlossen, aber einiges ist auch von außen zu sehen. Interessant ist es auch, sich rechts herum zu wenden und ein Stück weit am Strand entlangzugehen. Das ist zwar nur bei Ebbe möglich, aber dann sieht man viele Wandreste am Waldrand, die nach und nach durch das Wasser des Rio Sado weggespült werden. Der ganze Strand ist mit den alten Mauersteinen und Ziegeln übersät. Wie es aussieht, bedeckte Cetóbriga die komplette Landzunge.
Comporta und seine Umgebung sind es durchaus wert, auch weiträumiger erkundet zu werden. Unsere Zeit wird nun knapp und wir müssen sehen, dass wir vorwärts kommen.

Sines

Sines vom Fischerhafen

Sines stand gar nicht auf unserer Liste der Sehenswürdigkeitenl. Uns lagen keine Gründe vor, in diese Stadt zu fahren. Von Porto Covo aus sind Raffinerien, Werften und ein Heizkraftwerk zu sehen, keine Einladung. Nur der Umstand, dass wir tanken mussten, führte uns nach Sines. Bei der Einfahrt ins Zentrum standen ein paar Wohnmobile in der Nähe des Fischerhafens. So stellten wir uns dazu und beschlossen, eine Nacht zu bleiben. Sines überraschte uns dafür seinerseits.
Die Stadt liegt am Rande eines Berghanges, oberhalb des Vasco da Gama-Strandes und des Fischerhafens. Dort führt auch eine Straße entlang. Von der Mole des Fischerhafens wirkt Sines sogar gemütlich. Die hässlichen Fabriken sind kaum zu sehen.

Aufzug in die Altstadt

Es gibt nun drei Wege, in die Altstadt hochzukommen: entweder man nimmt die enge Straße und hofft, einen Parkplatz zu finden, oder man steigt eine Treppe hinauf, oder man nimmt den Aufzug. Ja, vom Strand aus bringt ein Aufzug die Besucher in wenigen Sekunden nach oben. Von dort hat man einen tollen Blick über die gesamte Bucht, an der Sines liegt. Die Treppe und der Aufzug stammen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, als Sines noch ein Thermalkurort war, bis man in den 70er-Jahren die Raffinerien baute.

Vasco da Gama-Denkmal

Nur ein paar Schritte weiter kommt man zur Kirche, der Bronzestatue von Vasco da Gama und zum Castell. Im Turm des Castells ist die Touristinfo untergebracht, die ebenso überrascht. Ein kleines Museum, kostenfrei, berichtet über die reiche und lange Geschichte von Sines. Der Ort ist schon seit der Steinzeit besiedelt. Im Museum sind Artefakte aus allen Epochen zu finden. Hier erfuhren wir auch, dass Vasco da Gama in Sines geboren wurde. Ihm gelang als erstem Europäer die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung, was den Seeweg nach Indien freimachte. Die portugiesischen Seefahrer waren keine Eroberer, sondern Entdecker. Der entstehende Gewürzhandel machte Portugal zu einer Weltmacht. Vasco da Gama starb in Kochi, im indischen Bundesland Kerala. Man überführte ihn zurück nach Portugal und bestattete ihn in Lissabon.

Gedenktafel für Vasco da Gama

In der Rua Vasco da Gama steht ein Haus, an welchem eine Tafel darauf hinweist, dass dies das Geburtshaus des Seefahrers ist. Dies ist unwahrscheinlich, da das Haus keine 500 Jahre alt ist, keines der Häuser von Sines. In dem Prospekt der Stadt steht, dass es wahrscheinlicher ist, dass da Gama nach seiner Rückkehr aus Indien einen Palast für sich bauen wollte. Dieser wurde jedoch nie fertig und verfiel irgendwann. Die Ruine wurde abgerissen und im Zuge der Stadterneuerung an dieser Stelle ein neues Haus gebaut.

Adega de Sines

Beim Bummel durch die Gassen von Sines entdeckten wir die Adega de Sines. Die Weinstube war gerade geschlossen, aber der in Gang gesetzte Grill direkt hinter dem Fenster machte uns neugierig. Durchweg begeisterte Bewertungen der Küche der Adega im Internet führten uns abends noch einmal dort hin. Der Vater der Familie fragte uns, ob wir zum Essen da wären. Wir bejahten die Frage und wurden umgehend direkt in die Küche komplimentiert, wo uns die Tochter empfing. Sie bot uns ganze drei Gerichte zur Wahl an: Bacalão, der berühmte portugiesische Stockfisch, die Spezialität des Hauses Huhn vom Grill, oder frischer Fisch. Das Essen kam sehr schnell und die Mutter kümmerte sich um die Getränke. Ein halber Liter Wein für zwei Personen ist im Preis des Essens enthalten, der zwischen 6,- und 9,-€ liegt. Authentischer als in dieser Adega kann man kaum bewirtet werden. Das Ambiente ist einfach, aber spannend. Nach dem reichlichen Essen fragten wir nach einem Verdauungsschnäpschen und wurden mit Schnaps und Likör aus eigener Herstellung bewirtet. Der Schnaps war so gut, dass wir uns gleich einen Liter abfüllen ließen. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend und alle hatten ihren Spaß. Man sollte wirklich einmal dort essen, wo die Einheimischen einkehren.

Porto Covo da Bandeira

Porto Covo

Von Carrepateira fuhren wir nun weiter auf der Küstenstraße N268/N120 nach Norden. Dabei kommt man durch eine grüne Hügellandschaft, in der Korkeichen, Eukalyptus und die auffälligen Kasuarinen, von denen ich schon im Bericht Costa Blanca erzählte, vorherrschen. In Portugal wachsen auffällig viele Kasuarinen, was immer wieder sehr dekorativ aussieht.
Hinter Aljezur, die Stadt, die sich auf mehreren Hügeln ausbreitet und von einem maurischen Kastell überragt wird, werden die Kasuarinen von den allgegenwärtigen Pinien abgelöst. Immer wieder führen kleine Straßen zu den Stränden der Küste hinunter.
Kurz vor Odemira, im Tal des gleichnamigen Flusses gelegen, bogen wir auf die N393 ab, um an der Küste zu bleiben. Der nächste für uns anfahrbare Stellplatz liegt in Porto Covo da Bandeira. Der Platz ist kostenlos, aber mit Ver- und Entsorgung. Bis zum Meer sind es gut 100m durch den kleinen und gemütlichen Ortskern, in dem es genügend Kneipen gibt. Der maurische Baustil hat nun ausgedient, ab jetzt haben die Häuser wieder normale Dächer. Hier in Porto Covo sind die meisten Häuser weiß mit blauen Akzenten und roten Dachziegeln. Wer Ruhe sucht und für den Zeit keine Rolle spielt, der ist hier genau richtig.

Praia Grande

Zwischen der felsigen Steilküste liegen auch zwei Badestrände, zu denen Treppen hinunterführen, aber das Wasser ist kalt und der Wind zieht ziemlich oft darüber hinweg. Wir haben nun schon drei Tage Windstärken zwischen 4 und knapp 7. Immerhin ist es trocken.
Kilometerweit führen Wege durch den Naturpark, in dem Bäume und Sträucher eher selten sind. Seit der Straße von Gibraltar begleiten uns jede Menge Weißstörche auf unserem Weg. Ihre Nester bauen sie auf Strommasten, manchmal sogar in mehreren Etagen, auf Kirchen oder alten Häusern. Es ist schon schön, die großen Vögel auf ihren Flügen auf der Suche nach Nahrung zu beobachten, oder sie in Gruppen auf den Feuchtwiesen stehen zu sehen.

Vila Nova de Milfontes

Auch einen Ausflug wert ist der Ort Vila Nova de Milfontes, an der breiten Mündung des Rio Mira gelegen. Die Altstadt gruppiert sich um ein kleines Castell, welches direkt über dem Ufer des Flusses hängt. Unten drunter werden Rundfahrten mit dem Boot angeboten.
Der unscheinbare Leuchtturm liegt mitten auf einer Felsnase, an der sich der Rio Mira und der Atlantik treffen. Zum Baden sind hier eher die Sandstrände entlang der Flussufer geeignet. Der Blick schweift zu beiden Seiten an den Steilküsten entlang.

Sonnenuntergang in Porto Covo

Porto Covo da Bandeira besitzt ein Naturgeheimnis, von dem wohl kaum jemand weiß. Wir entdeckten es zufällig. Am Nordende der Küste des Ortes befindet sich eine riesengroße Höhle in den Felsen. Wir kamen nach Sonnenuntergang zu der Höhle und hörten ein ohrenbetäubendes Fiepen. Kleine schwarze geflügelte Wesen zeigten sich im Halbdunkel des Höhleneinganges, der Verbindung zum Meer hat. Unmöglich zu erkennen, was es war. Das ohrenbetäubende Geräusch konnten wir weder Vögeln noch Fledermäusen zuordnen. Was war das? Am nächsten Abend kamen wir kurz vor Sonnenuntergang zu der Höhle und warteten auf das, was passieren würde. Sobald die Sonne verschwunden war, fanden sich Schwärme von Staren ein. Einer nach dem anderen stürzten die Vögel in atemberaubenden Tempo und äußerst zielsicher in den schmalen Einlass der Höhle. Bald darauf startete das ohrenbetäubende Geräusch, welches wir am Vorabend vernahmen. Das war ein tolles Schauspiel.

Carrepateira

Bucht von Carrepateira

Nun geht es Richtung Norden, im Süden geht es nicht mehr weiter. Das heißt, die Heimreise hat begonnen. Auf der N268 fährt man durch eine große Heidelandschaft, ab Vila do Bispo dann immer am Rande des Naturparks Alentejo und Costa Vicentina entlang. Unbefestigte Feldwege führen hin und wieder zu Stränden, die in der Steilküste liegen.
In
Cabopino
trafen wir auf einen fahrenden Friseur. Er tourt an der südlichen Küste Portugals und Spaniens entlang und lebt dabei in seiner Trabi-Limo. Er bietet seine Dienste gegen eine Spende auf Camping- und Stellplätzen an, ein sehr netter Typ. Er empfahl uns den kostenlosen Stellplatz in Carrepateira, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Es ist einer der schönsten Stellplätze, die man finden kann. Da dieser jedoch im Naturpark liegt, ist das Übernachten offiziell nicht gestattet. Hin und wieder räumt die Polizei abends den Platz und verteilt dabei Tickets. Das letzte Mal passierte dies drei Tage vor unserer Ankunft. Die meiste Zeit werden die Wohnmobile aber geduldet.
Der Platz liegt direkt am Strand, der sich weit in eine Bucht hineinzieht. Zwischen Strand, Sanddünen und dem Stellplatz kommt ein kleiner Fluss aus den nahen Bergen. Das heißt, will man den Strand erreichen, muss man erst durch den Fluss hindurch. Der Wasserstand ist dabei von den Gezeiten abhängig. Ein trockener Pfad führt aber auch am Hang eines Hügels entlang, an dessen Ende sich ein Aussichtspunkt über die Küste und den Strand befindet. Es ist ein traumhaft schönes Plätzchen.

Praia do Amado

Vom Stellplatz aus kann man eine Art Ringstraße an der Küste fahren. Ab und zu wurden Plattformen angelegt, von denen aus man immer wieder neue Aussichten auf die abwechslungsreiche Küste und das Meer werfen kann. Verschiedene Gesteinsformationen, verschiedene Farben, Abrisse, Buchten und einzeln stehende Felsen im Wasser, die karge Vegetation, das Blau von Wasser und Himmel, alles ist einfach nur fantastisch.
Am Praia do Amado, wo sich zahlreiche Surfer tummeln, biegt die Ringstraße zurück nach Carrepateira ab.

Sagres

Steilküste bei Sagres

Eine andere, karge Landschaft bietet sich dem Besucher zwischen dem Ponta de Sagres und dem Cabo de São Vicente. Das Klima ist hier so rau, dass die Gegend baum- und strauchlos ist. Es bestehen nur kleine und geduckte Pflanzen auf dem steinigen Boden. Die Steilküste in diesem Gebiet ist grandios und erinnert uns an die Cliffs of Moher, nur dass die Felsen hier nicht so hoch sind. Zwischen dem Meeresspiegel und der oberen Felskante liegen zwischen 60 und 100 Meter. Die verschiedenen Formationen und Farben des Löß- und Kalksteins, eingebettet zwischen dem Blau des Himmels und des Meeres, lassen immer wieder staunen. Kleine ruhige Strände laden zum Baden ein, zumindest im Sommer. Manche davon sind nur mit einem Boot zu erreichen. Das Wasser des Atlantiks ist ziemlich kalt.

nautischer Kompass (?) im Fort Sagres

Am Ponta de Sagres steht eine Festung, die der Portugiese Heinrich der Seefahrer, bauen ließ. Er erneuerte und erweiterte das bestehende Fort aus dem Jahre 1573, nachdem es 1587 von dem englischen Freibeuter Francis Drake angegriffen worden war. Heinrich der Seefahrer, vom Stande eines Prinzen, fuhr selbst nie zur See, aber er hatte sich die Entdeckung eines Seeweges nach Indien und zu den Gewürzinseln auf dem Ostweg auf die Fahne geschrieben. Er wollte damit Portugal zu einer Handelsmacht aufsteigen lassen. Ganz schaffte er dies nicht, aber mit Hilfe seines Vermögens initiierte und bezahlte er viele Entdeckungsfahrten, die zu den Azoren und an der Westküste Afrikas entlang führten. Erst knapp 40 Jahre nach dem Tod Heinrichs schaffte es Vasco da Gama bis nach Indien und erfüllte somit das Vermächtnis von Heinrich.
Auf dem Gelände des Forts von Sagres ist eine Art nautischer Kompass zu sehen. Er misst 50 Meter im Durchmesser. Es ist jedoch nicht geklärt, was diese kreisrunde, in Segmente geteilte Einrichtung wirklich sein soll und wer sie geschaffen hat. Das sich im Fort eine von Heinrich dem Seefahrer gegründete Seefahrerschule befunden haben soll, ist Legende. Trotzdem starteten von Sagres aus die meisten portugiesischen Seefahrten.
Gegen ein geringes Eintrittsgeld kann man sich das rekonstruierte Fort mit einer kleinen Kirche ansehen. Ein schweres Erdbeben 1755 zerstörte die meisten ursprünglichen Gebäude.

Löcher im Felsplateau

In dem Eintrittsgeld ist nicht nur das Fort enthalten, sondern das ganze Kap, über das ein Rundweg an den Klippen entlang führt. Das Kap gehört zum Naturpark Alentejo und Costa Vicentina. Informationstafeln klären über die Felsen, Pflanzen und Vögel auf, die hier entdeckt werden können. Löcher im Kap, welche von der Oberfläche bis zur Wasserlinie reichen, in denen man das Tosen des Meeres hört, erinnerten uns an die kleine Stadt Mendocino an der Küste Kaliforniens.
Unbedingt besuchen sollte man die „Kammer des Klanges“, an der die meisten Besucher vorbeilaufen. Hohe kreisrunde Wände, die labyrinthähnlich ins Innere führen, bringen den Besucher zu einem kleinen, sehr tiefen Loch im Felsen. Die Wellen drücken die Luft über eine Grotte am Boden durch einen sehr schmalen Schacht an die Oberfläche. Das Geräusch, welches dabei entsteht, ist direkt beängstigend, zumal man in dem kleinen runden Raum fast eingeschlossen ist. Unglaubliche Kräfte sind da am Werk, dabei hatten wir nur etwa Windstärke 4.

Cabo de São Vicente

Eher unspektakulär ist dagegen das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Kontinentaleuropas. Eine Stichstraße führt zum Leuchtturm, wo Europa zu Ende ist. Der Eintritt ist frei. Der Leuchtturm ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber es gibt ein kleines Museum, einen Souvenirladen und einen kleinen Shop mit regionalen Produkten.
Vom Leuchtturm aus nach Norden kann man noch einmal auf ein wunderschönes Stück Küste blicken. Die Natur hat sich auch hier alle Mühe gegeben, ein kunstvolles Objekt zu gestalten.
Irgendwo hatten wir erfahren, dass es vor dem Leuchtturm die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ geben soll. Leider kamen wir nicht in diesen Genuss, denn es wurde nirgendwo Bratwurst verkauft.

Fischerhafen Sagres

Die Stadt Sagres ist sehr locker angelegt, wie viele portugiesische Städte, die wir bis jetzt besuchten. In dem gemütlichen Fischerhafen fahren und kommen nicht nur Fischerboote, sondern er ist auch Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten auf das Meer, um die Küste zu sehen oder Delfine und andere Meeresbewohner zu beobachten. Zwei Tauchbasen bieten ihre Dienste an. Ein Trockentauchanzug ist allerdings Voraussetzung.

Der Wohnmobilstellplatz befindet sich direkt am Fort Sagres.

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