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Reisen rund um die Welt

Tunesien

tunesische Wüste

tunesische Wüste

Tunesien war unser erstes afrikanisches Land, das wir besuchten und es war einfach toll. Es ist eine völlig andere Welt.

Zum einen landschaftlich: die karge Vegetation, die weite Steppenlandschaft, vor allem aber die Wüste. Das alles hinterließ bei uns einen großen Eindruck.

Zum anderen die Menschen: solch eine natürliche Freundlichkeit und Zuvorkommenheit haben wir selten erlebt. Eile und Hektik sind für sie Fremdwörter, wenn man einmal von Tunis absieht. Vor allem die Höhlenbewohner von Matmata waren beeindruckend.
In Tunesien sind neunzig Prozent der Bevölkerung Moslems, den Rest machen Christen, Juden und die Ureinwohner, die Berber und Beduinen aus.

Tunesien selbst strotzt vor Geschichte. Es gibt zahllose Ruinenstädte der Phönizier und Römer. Von der französischen Herrschaft ist nichts geblieben, bis auf ein paar Häuser in Tunis, denen man den französischen Stil ansieht. Naja, und die Verkehrssprache ist auch französisch.

Die arabische Sprache hört sich sehr interessant an. Ich habe versucht einige Worte zu lernen, wie „wie gehts?“, „mir gehts gut.“, „bitte“ und „danke“, wie ich das in all unseren Urlaubsländern tue. Aber die Aussprache ist für europäische Zungen wenig geeignet. Es ist nicht so einfach wie spanisch, türkisch oder suaheli. Wenn dann noch das Wort „Bitte“ im arabischen viermal vorkommt, je nach Situation, dann reicht das für den Anfang. Außerdem muss man alle auf Personen bezogene oder Personen ansprechende Worte mit verschiedenen Endungen versehen, je nach dem, ob es ein Mann, eine Frau, ob sie allein oder zu mehreren sind. Ich fand das zu kompliziert.

Noch tage- und nächtelang nach dem Urlaubsende haben mich Tunesien und die arabische Welt beschäftigt. Wenn ich in ein arabisches Land, aus welchen Gründen auch immer, ziehen würde, wäre es Tunesien. Denn Tunesien hat eine moderne Lebensphilosophie. Die strengen arabischen Lebensregeln wurden vor fünfzig Jahren per Reform abgelegt. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Selbst wenn Tunesien heute immer noch eine Männerwelt ist, haben die Frauen doch einen großen Teil mitzubestimmen.

Für unseren Hotelaufenthalt hatten wir uns Mahdia ausgesucht. Damals war dies, von Djerba abgesehen, der südlichste und vor allem ruhigste Ort in Tunesien, den wir finden konnten. Vor allem war er zentral gelegen und daher ein guter Ausgangspunkt für Entdeckungen. Sousse, Hammamet und Monastir waren uns absolut zu überlaufen.
Also, lasst Euch nach Tunesien entführen. Der Flug dauert nur gut zwei Stunden und schon ist man in Monastir. Der Flughafen liegt mitten in rötlich schimmernden Salinen und wenn man viel Glück hat, kann man sogar Flamingos sehen. Allerdings nur aus großer Entfernung.

Vom Flughafen zum Hotel hatten wir eine Stunde zu fahren, besser gesagt halsbrecherisch über die Pisten zu jagen. Dabei blieb unbeachtet, ob es sich um eine Straße innerorts oder um eine Landstraße handelte. Die Hupe war das wichtigste Instrument am Auto. Fahrspuren gibt es zwar, wurden jedoch von den Fahrern vollkommen ignoriert. Die Gegenfahrbahn wurde uneingeschränkt mitbenutzt. Manchmal musste dann halt der Gegenverkehr sehen, wo er blieb. Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer haben wohl schon mit ihrem Leben abgeschlossen, wenn sie sich auf die Straße begeben. Die werden einfach, solange es noch irgend möglich ist, in die letzte Ecke gedrängt. Erst, wenn das alles nicht mehr funktioniert, wird gebremst. Das waren jedenfalls unsere ersten Eindrücke vom Straßenverkehr in Tunesien. Später kamen wir hinter das Geheimnis desselben und aus dem wilden Chaos wurde ein geordnetes Chaos, mit dem wir auch ganz gut zurechtkamen.

Hotel Club „Thapsus"

Hotel Club „Thapsus“

Unser Hotel Club „Thapsus“ war recht schön, hell, freundlich, sehr sauber und hatte einen ansprechenden, sehr offenen Außenbereich mit einem weiten Zugang zum Meer. Ausflugsmöglichkeiten gab es genug, doch bei den Mietwagen- und Ausflugspreisen schwand schnell mein Optimismus, möglichst viel von Tunesien zu sehen. Vor allem die fakultativen Unternehmungen innerhalb der Ausflüge trieben die ohnehin schon happigen Preise weiter in die Höhe. Daher versuchten wir, so viel wie möglich auf eigene Faust zu unternehmen. 

Für unser Tauchabenteuer hatten wir uns den Norden von Tunesien, die Gegend um Tabarka ausgesucht. Mit einem Mietwagen wollten wir dort hin gelangen, doch die tunesische Mentalität machte uns einen Strich durch die Rechnung.

am Cap Africa

am Cap Africa

Auf einer kleinen organisierten Stadtrundfahrt durch die Provinzhauptstadt Mahdia konnten wir einen ersten Eindruck von dieser Stadt gewinnen. Bei einem weiteren, selbst organisierten Besuch, konnten wir tiefer in diese Stadt eintauchen.
Vor dreitausend Jahren war der einzige Zugang zur Stadt vom Meer aus, das Tor am alten Hafen beim Cap Africa. Ein paar Reste des Tores kann man heute noch sehen. Das Hafenbecken hatten schon die Phönizier vor zweitausendfünfhundert Jahren in den Felsen gehauen. Kleine Fischerboote nutzen den kleinen Hafen immer noch. Auf dem Grund des Hafens liegen noch vereinzelte Säulenstücke der einstigen Bebauung.

Seemannsfriedhof Mahdia

Seemannsfriedhof Mahdia

Rund um das Gelände breitet sich der alte Seemannsfriedhof aus, der auch heute noch in Benutzung ist. Wir erfuhren, dass die Gräber hier nie weg gemacht werden, sie verfallen einfach irgendwann. Dadurch haben die Friedhöfe in Tunesien, zumindest rund um die Städte, riesige Ausmaße, im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen.
Wir erfuhren ebenfalls, wie man erkennen kann, ob ein Mann oder eine Frau unter dem Grabstein liegt, auch wenn man die Inschrift, wenn denn eine da ist, nicht lesen kann. Die Männer haben am Kopfende einen kleinen Stein auf der Grabplatte oder dem Sarkopharg stehen, die Frauen haben einen solchen Stein am Kopf- und am Fußende. 

An der Festung Bordj vorbei erreicht man den neuen Hafen mit dem Gemüsemarkt und dem Fischmarkt. Wir schlenderten durch kleine Gassen mit ihren Händlern.

Teppichladen

Teppichladen

Natürlich kamen wir auch an einem Teppichladen nicht vorbei. Hier mussten wir feststellen, dass die Teppiche in Tunesien um einiges billiger sind als die türkischen, die wir uns zugelegt hatten.
Bei einem der großen Seidenteppiche, die vor uns ausgebreitet lagen, fragten wir den Händler, wo denn der Fehler in diesem Teppich läge. Er sah uns sehr fragend an, doch wir hatten inzwischen gelernt, dass nur Allah alleine vollkommen ist und die Menschen immer Fehler machen, selbst wenn diese mit Absicht geschehen müssten. Der Verkäufer konnte oder wollte uns dazu nichts sagen. Auf einmal sagte Klaus, dass er den Fehler gefunden hat. In der Bordüre des Teppichs war ein Muster mit schwarz „ausgemalten“ Vierecken. Nur eines davon war weiß. Diesen Fehler zu finden war allerdings bei dem winzigen Muster eine Meisterleistung und ein unglaublicher Zufall. Der Verkäufer staunte jedenfalls nicht schlecht.

Weberei

Weberei

Beim Bummel durch die Gassen kamen wir an einer kleinen Weberei vorbei. Ein Weber und wahrscheinlich sein Sohn gingen ihrem Handwerk nach. Die Tür zur Webstube war offen und wir fragten, ob wir uns umsehen dürften. Wir wurden hereingebeten.
Nachdem wir die Beiden eine Weile beobachtet hatten, fragten wir, warum sie weben, das wäre doch Frauenarbeit. Im Gegenteil, bekamen wir zur Antwort. Weben ist Männersache, die Frauen knüpfen. Er zeigte uns ein paar Muster, die er gerade gefertigt hatte. Es war sehr eng dort drinnen. Um die Beiden nicht zu lange aufzuhalten, wünschten wir ihnen alles Gute und verabschiedeten uns.

in Sousse entdeckt

in Sousse entdeckt

Sousse, ebenfalls an der Ostküste von Tunesien, erreichten wir von unserem Hotel aus bequem mit dem Zug. Der Bahnhof war nicht weit vom Hotel entfernt und die Fahrt kostete nicht zu viel.
Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel. Zuerst lenkten wir unsere Schritte durch das große Hafengelände mit vielen kleinen und großen Fischerbooten. Wir entdeckten sogar ein uraltes, großes Segelschiff, das jedoch nicht mehr sehr gut erhalten war.

Souk

Souk

In der Medina, so nennt man die Altstädte im arabischen, buhlten Händler über Händler um die Kunden. Sie boten Gewürze, Messingwaren, Lederwaren und natürlich allerlei Krimskrams feil. Die Medina von Sousse soll eine der schönsten in Tunesien sein und ist noch immer mit einer dicken Stadtmauer umgeben, die die restliche Welt ausschließt. Wir schlenderten wahllos ein paar Gassen entlang und nahmen das orientalische Flair in uns auf. Abseits der Händlerstraßen, wo sich kaum ein Tourist hin verirrt, kann man noch erkennen, wie die Menschen hier seit Ewigkeiten leben.

Sousse

Sousse

Irgendwo in dem Gewirr der Gassen stießen wir auf eine lange Treppe, die zur Burg hinaufführt. Oben verlässt man die Medina durch ein Stadttor. Dabei fühlten wir uns in zwei Welten zugleich versetzt. Hinter uns das alte arabische Leben, vor uns die moderne Stadt.
Auf jeden Fall sollte man eines der Dachcafés oder Dachrestaurants besuchen. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Dächer der Medina und darüber hinaus, bis zum Meer.

Port el Kantaoui

Port el Kantaoui

Acht Kilometer von Sousse entfernt liegt Port el Kantaoui, ein vollkommen neuer Ort. Die Häuser wurden im maurischen Stil gebaut und alle weiß getüncht. Sie gruppieren sich rund um einen großen malerischen Hafen und beherbergen Hotels, Cafés und Restaurants, Boutiquen und Basare, natürlich auch Wohnhäuser. Doch ich glaube, da muss der Geldbeutel doch eher etwas besser gefüllt sein, um hier Urlaub zu machen. Man kann durch kleine idyllische Gassen schlendern oder im Hafen in ein Glasbodenboot oder auf ein Piratenschiff steigen. Mit dem Glasbodenboot kann man die Unterwasserwelt von Tunesien hautnah erleben, mit dem Piratenschiff auf unterhaltsame Art die Küste entlang schippern.

Monastir

Monastir

In Monastir erreichten wir vom Bahnhof aus zuerst den Hafen. Er ist etwas kleiner als der Hafen von Port el Kantaoui und die weißen Appartmenthäuser hatten die landestypischen blauen Fenster und Türen. Restaurants, Cafés, Boutiquen und Souvenirgeschäfte fehlen auch hier nicht. 

Cap Monastir

Cap Monastir

Unser Weg führte uns weiter zum Cap Monastir und uns eröffneten sich an jeder Ecke viele herrliche Landschaftsbilder – schroffe Muschelkalkfelsen, aus denen nur so versteinerte Austern hervortraten. Diese Felsen wechseln mit Badebuchten, in denen das glasklare Wasser den Blick bis auf den Grund der Buchten freigibt.
Auf der Spitze des Caps entdeckten wir eine Ausgrabungsstätte, in der Reste einer alten punischen Siedlung freigelegt werden.
Sogar eine Slipanlage aus römischer Zeit kann man noch sehen, an der die Schiffe aus dem Wasser gezogen wurden. Daran schließt sich eine alte römische Festung an.

Bourghiba-Mausoleum

Bourghiba-Mausoleum

Sehenswert ist hier vor allem das prächtige Mausoleum des Expräsidenten Habib Bourghiba und seiner Familie. Monastir war Bourghibas Heimat und er führte Tunesien in die Unabhängigkeit. Zum Mausoleum gehört ein großes, sehr gepflegtes Gelände. Direkt in der Nachbarschaft liegt der riesige Friedhof.

Teboulba ist ein Ort, den wir wegen seiner Werft besuchten. Dort werden kleine Boote gebaut. Ein Boot war gerade in Arbeit. Wir konnten sehr schön sehen, wie sich solch ein Bootsskelett zusammensetzt. Kiel, Spanten und die oberste Deckbegrenzung waren schon zusammen gebaut. Wahnsinn, wie man solch dicke Holzteile biegen kann, um einen so schön geschwungenen Rumpf zu erhalten.
Ein Stück weiter liegt die große Werft, auf der gerade ein Schiff auf die gleiche Art und Weise, wie die kleinen Boote, gebaut wurde. Ein paar halbwegs fertige Boote waren auf einen anderen Teil der Werft verlegt worden, um ausgebaut zu werden. Solche Holzboote haben doch eine wesentlich wärmere Ausstrahlung als ein Schiff aus Stahl. Sie leben und man kann es spüren.

Salzsee in Bekalta

Salzsee in Bekalta

Nicht weit entfernt, in Bekalta, liegt ein kleiner Salzsee. Er fällt direkt auf, denn er hat eine schöne, weiß schimmernde Schicht. Wir haben ihn schon bei unseren Zugfahrten bewundert. Jetzt wollten wir ihn besuchen. Es war nicht leicht, sich bis an den Rand des Salzsees durch das Gestrüpp zu arbeiten. Einen Weg gab es nicht. Doch wir merkten auch bald, dass der Untergrund keineswegs fest ist. Es gab feuchte Stellen, die unter unseren Schritten nachgaben. Wie würde es dann erst auf der Oberfläche des Sees aussehen. Doch man sollte das Betreten eines Salzsees tunlichst unterlassen. Das kann gefährlich werden. Der See war auch vom Rande aus sehr schön.

Mietwagen-Rundfahrt durch Tunesien

zum Cap Bon

zum Cap Bon

Über Nebenstraßen, Fernverkehrsstraßen und die einzige Autobahn in Tunesien, erreichten wir Cap Bon, an dessen Westküste wir Richtung Landspitze fuhren. Von der Höhenstraße oberhalb von Korbous hat man einen phantastischen Blick in eine kleine Bucht und über das strahlend blaue Meer hinüber nach Tunis und Karthago. 

El Haouaria

El Haouaria

El Haouaria ist der am nördlichsten gelegene Ort auf Cap Bon. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch kleine, gemütliche Dörfer, viel Grün und an fast immer ausgetrockneten Flussbetten vorbei. In einiger Entfernung konnten wir das Meer sehen, das als Kontrast zu dem Grün und Rot auf dem Land hervorragend wirkte.

am Cap Bon

am Cap Bon

Direkt an einer Klippe der hier unwirtlichen und schroffen Küste von Tunesien befindet sich ein herrlich gelegenes Restaurant, das Meer liegt fast einhundert Meter tiefer. Dort aßen wir auf der Terrasse einen Bärenkrebs, ganz frisch gefangen und traumhaft zubereitet. Wir schwärmen heute noch davon.

Unterhalb des Restaurants befindet sich eine in den Felsen eingelassene Hütte mit einem türkischen Café darin. Auch hier kann man auf der Terrasse sitzen. 

Sandsteingrotten

Sandsteingrotten

In der Umgebung liegen viele Sandsteingrotten. Sie entstanden, als vor eintausendfünfhundert Jahren von römischen Sklaven Steine für das Kolosseum in El Jem und für die Städte Karthago und Utica gebrochen wurden. Die Grotten sind zum Teil zwanzig Meter hoch mit einem Loch in der Decke. Diese Löcher waren jeweils der erste Schritt zu solch einer Grotte. Von dort aus gruben sich sie Sklaven in die Tiefe, außerdem waren sie Ein- und Ausgang für Mensch und Material.
Für den Besuch dieser Grotten sollte man sich unbedingt einen Führer nehmen, der kann viel darüber erzählen und die Besucher in Ecken bringen, die man allein nie besuchen würde.
Aromatisch angehaucht ist die Gegend mit Thymian und Rosmarin, sogar Kapern wachsen hier. 

Bei guten Sichtverhältnissen soll man von der Spitze Cap Bons über das Meer bis nach Sizilien sehen können.

Kerkouane

Kerkouane

Auf der Ostseite des Caps fuhren wir zurück und hielten in Kerkouane. Hier kann man eine ziemlich umfangreich ausgegrabene punische Siedlung bestaunen. Sie ist nie überbaut worden und dadurch kann man sich eine sehr gute Vorstellung davon verschaffen, wie sie einmal ausgesehen haben muss.
Vom Eingang bis zum Ausgrabungsfeld spazierten wir durch eine Art Botanischen Garten mit Blumen und Yucca-Palmen. Zwei, etwa parallel laufende Straßen ziehen sich durch die alte Siedlung. Dazwischen stehen Wohnhäuser, alle mit fast gleichem Grundriss. Überall sieht man Sitzbadewannen, Abflussrinnen und Fußbodenmosaike. Am dem Meer zugewandten Stadtrand stand einmal ein Tempel. Dieser Besuch ist wirklich lohnenswert.

Zaghouan

Zaghouan

Unsere Rückfahrt führte uns über Kebilia, Korba, Nabeul und Hammamet, immer an die Ostküste von Tunesien entlang. Leider hatten wir keine Zeit, uns diese Orte anzusehen, denn wir wollten noch nach Zaghouan. Dort gibt es einen römischen Wassertempel und viele Quellen, die sich aus einer steilen Felswand ergießen. Ein großes Felsmassiv wies uns die Richtung.

Wassertempel in Zaghouan

Wassertempel in Zaghouan

Die Anlage selbst zu finden war schon wesentlich schwieriger. Nach einigem Fragen standen wir vor dem Tempel, eigentlich eine halbwegs erhaltene, zum Teil rekonstruierte, aber nichts desto Trotz beeindruckende Ruine. Die Römer hatten hier vor einer fast eintausend Meter hohen Steilwand einen Tempel des Wassers gebaut. Doch vom Wasser keine Spur. Wir fanden bei unserer Erkundung heraus, dass die „Trampelpfade“ in die Berge eigentlich Wasserläufe sind, wenn denn einmal Wasser aus dem Berg kommt.
Der Größe des Tempels nach ist anzunehmen, dass es vor eintausendfünfhundert Jahren noch sehr viel Wasser in Tunesien gegeben haben muss, so wie die Sahara noch nicht sehr lange solch eine riesige Sandwüste ist.

Aquädukt

Aquädukt

Von Zaghouan aus hatten die Römer einen fast einhundert Kilometer langen Aquädukt nach Karthago gebaut, um die Stadt mit Wasser zu versorgen. Teile dieses Aquädukts sind noch heute erhalten und ein weiterer Beweis für den damaligen Wasserreichtum.

Wüstensafari mit dem Jeep

Kolosseum

Kolosseum

In El Jem mitten in Tunesien ist es heiß und die Stadt ist berühmt für ihr Kolosseum, das genau nach dem Vorbild des Kolosseums in Rom gebaut wurde. Damals hatte die Stadt ganze dreißigtausend Einwohner, heute ist sie ein Dorf. Das Kolosseum ist noch sehr gut erhalten und wirkt zwischen all den kleinen Häusern in der Stadtmitte gewaltig. Da man uns hier nur zwanzig Minuten Aufenthalt genehmigte, lohnte sich ein Besuch des Kolosseums nicht. Zu gern hätten wir es uns angesehen.
Die Reste von zwei Amphittheatern, eines davon soll das größte in ganz Nordafrika sein, blieben uns völlig verschlossen.

Matmata

Matmata

Matmata liegt zwischen Steppe und Wüste auf einer Hochebene im Süden von Tunesien. Es gibt hier keine Bäume mehr, nur noch hartes, stacheliges Gestrüpp.
Der Ort empfing uns mit 44 Grad im Schatten, das Atmen fiel ziemlich schwer. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen.
In einem Restaurant, das einer Höhlenwohnung nachgebildet wurde, nur oberirdisch, stärkten wir uns zuerst und löschten unseren inzwischen unstillbaren Durst. Wasser wurde in den drei Tagen zum unverzichtbaren Überlebensuntensil.
Die Gegend um Matmata diente als Kulisse für den Film „Krieg der Sterne“, eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können. 

Die Ureinwohner in Tunesien, die Berber, den Begriff prägten die einwandernden Araber, leben in Höhlenwohnungen, die sie in die Erde oder die Bergwände gegraben haben. Dort drinnen herrscht ein angenehm kühles Klima. Alle Versuche der heutigen Regierungen, diese Leute in Häuser umzusiedeln, schlugen fehl. Damit sollten die Berber unter die Kontrolle der Regierung gebracht werden, mit Ausweisen, Adressen und Telefon. Doch ihr Wille, frei und ungebunden leben zu können ist bis heute ungebrochen.

Höhlenwohnung

Höhlenwohnung

Die Höhlenwohnungen sind im Grunde alle gleich aufgebaut. Um einen großen Innenhof gruppieren sich die einzelnen Räume zum Wohnen, Schlafen und Arbeiten. An solch einer Wohnung graben die Bewohner acht bis zwölf Monate, mehrere Generationen leben in Ihnen. Kommt Nachwuchs dazu, wird eben noch ein Raum mehr gegraben.
Es gibt sogar Ställe und Brunnen. Das seltene Regenwasser wird aufgefangen und in Zisternen gesammelt. Trotzdem haben die Menschen hier nur eine Tasse Wasser am Tag. Unvorstellbar bei diesen Temperaturen.

Berber-Schlafzimmer

Berber-Schlafzimmer

Die Wohnungen sind einfach und traditionell, zum Teil modern eingerichtet. Amphoren tun auch heute noch ihren Dienst als Lagerbehälter vor allem für Getreide und Olivenöl.
In der Wohnung, die wir besichtigten, wurde noch ganz traditionell gelebt. Alles bestand aus reinen Naturmaterialien. Das Bettgestell zum Beispiel war aus Holz und Lehm gefertigt, auf Gurten lag die Matratze, die aus einem mit Gestrüpp aus der Umgebung gefüllten Stoffbezug bestand. Das Bettzeug besteht aus Leinen und Wolltüchern.

In Backgruben in der Erde wird das Fladenbrot gebacken. Dafür wird Brennmaterial in die Grube gefüllt und dasselbe angezündet. Wenn der Ofen heiß genug ist, entfernt man das Brennmaterial und das Fladenbrot wird an die Seitenwände der Grube geklebt. Dort gart es durch die Hitze, die von der Wand abgegeben wird. Das ganze wird mit einem Deckel verschlossen. Diese Prozedur wird jeden Tag durchgeführt. Es gibt jeden Tag frisches Brot. Das Getreide dafür wird jeden Tag frisch in einer Steinmühle gemahlen.
Ansonsten leben die Menschen hier von dem, was die Natur ihnen bietet, was das auch sein mag, in dieser ziemlich öden Landschaft.

Hotel in El Faouar

Hotel in El Faouar

In El Faouar, in der Wüste von Tunesien, gibt es ein sehr schönes Hotel mit Swimmingpool, das sich durch die flache Bauweise gut in die Landschaft einfügt. Es wird viel Mühe auf die Grünanlagen verwendet. So herrliche Stockrosen wie hier haben wir noch nicht gesehen. Das Bad im Pool war nicht wirklich eine Erfrischung, obwohl das Wasser bis auf dreißig Grad abgekühlt wird.

Wüstenritt

Wüstenritt

Am Abend unternahmen wir einen Kamelritt in die Wüste und den Sonnenuntergang hinein. Wer wollte, konnte sich in einheimischer Kleidung auf das Kamel setzen. Es wurden kaftanähnliche Überzüge und Tücher für den Kopf verteilt. Ich wollte bei der Hitze nicht unbedingt noch etwas über meine Kleidung ziehen, doch überraschenderweise kühlte dieser aus ganz dünner Baumwolle bestehende Kaftan ein wenig. Das Tuch banden wir uns als Turban um den Kopf. Das ist eine mehr als nützliche Einrichtung, denn der hauchfeine Sand der Sahara wirbelt beim kleinsten Lufthauch auf und dringt in Augen, Nase, Mund und Ohren. Die Augen blieben jedoch gefährdet.
In aller Ruhe trotteten die Kamele in die Wüste hinein und uns umgab eine merkwürdige Stille. Man bekommt eine Ahnung davon, was es heißt, in einer Wüste ausgesetzt zu sein. Ich glaube, das Überleben ist hier nur eine Frage von Stunden.

Douz

Douz

Douz ist die bekannteste Oase in Tunesien mit dreihunderttausend Dattelpalmen. Der Palmengürtel legt sich um die ganze Stadt und schützt sie so vor der Wüste. Es ist ein gemütliches Städtchen, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Bauern und Halb-Nomaden leben hier. Einmal in der Woche ist großer Markt, zu dem die Leute aus den Nachbaroasen und auch Tuaregs aus der Wüste kommen.
Irgendwo in der Unendlichkeit des goldenen Sandes legten wir eine Rast ein und bestaunten den Sonnenuntergang, bevor es wieder zurückging.

Straße durch den Salzsee

Straße durch den Salzsee

Chott el Jerid ist der größte Salzsee Nordafrikas, in der längsten Ausdehnung dreihundertfünfzig Kilometer lang. An der Straße über den „See“ stehen Souvenirhütten, in denen die „Schätze“ des Salzsees verkauft werden: Salzkristalle in allen Variationen, Minerale aus der Wüste und immer wieder Sandrosen, diese seltsamen und schönen Sandblumen. Natürlich auch alles andere, was das Land an Souvenirs zu bieten hat.
Doch vor allem waren wir wegen das Salzsees gekommen. Wir spazierten ein Stück die Straße entlang. Es ist eine beeindruckende Naturerscheinung. Eigentlich haben wir uns einen Salzsee immer weiß schimmernd vorgestellt, doch das ist er nur, wenn im Winter Regen fällt, das anschließend wieder verdunstet. Dabei bleibt eine dünne, weiße Salzschicht übrig, die nach und nach wieder vom Sand gelb eingefärbt wird. Abseits der Ufer und der Straße sollte man sich wie gesagt tunlichst nicht bewegen, denn die Salzschicht ist tückisch.

Chott el Jerid

Chott el Jerid

Hier und da waren viereckige Löcher im Boden. Dort wurde Salz gebrochen. Da kann man sehr schön sehen, wie dick diese Salzkruste ist, nämlich dreißig bis fünfzig Zentimeter. Das Wasser darinnen ist rötlich.
Am anderen Ende des Sees steht eine Fabrik, die das Salz weiterverarbeitet.

Als wir über das Chott el Jerid fuhren, hatten wir sogar das Glück, zwei Fatamorganen zu sehen. Solch eine Fatamorgana ist ja etwas Reelles, dass nur gerade von seinen festen Ort an irgendeine andere Stelle in der Landschaft gespiegelt wird, etwa ein See, Palmen oder eine ganze Oase.

Tozeur ist eine weitere bekannte Oase in Tunesien, die sogar einen Flughafen besitzt. Schon die Römer hatten hier eine Karawanenstation eingerichtet. Die Architektur in Tozeur ist besonders. Viele Häuser besitzen ganze Fassaden mit plastischen Ziegelstein-Ormamenten. Die sind für diese Gegend typisch.

im Wüstenzoo Tozeur

im Wüstenzoo Tozeur

Unser Ziel war der Wüstenzoo. In dem Zoo sieht es aus wie im Urwald. Jede Menge Bäume und Palmen sorgen für reichlich Schatten. Wir bekamen einen Führer an die Seite, der uns die Tiere hautnah und zum Anfassen zeigte. Wir hatten sehr viel Spaß mit dieser exotischen Tierwelt. Skorpione, Echsen, Salamander und Schlangen waren die ersten Tiere die wir besuchten, ehe wir zu den größeren Tieren kamen. Wir sahen und erlebten Paviane, Hängebauchschweine, Stachelschweine, Gazellen, Geier, Falken und einen Löwen. Es war ein sehr kurzweiliger Zoobesuch, wie man nur selten einen Zoobesuch erlebt.

Noch eine Sehenswürdigkeit hat Tozeur zu bieten, und zwar das Museum „1001 Nacht“. Nur Museum ist das falsche Wort. Es ist vielmehr ein Vergnügungspark der besonderen Art. Wer es dort hinein schafft, ich sage nur, das ist eine echte Mutprobe, der hat drinnen nichts mehr zu fürchten. Man kommt sich dort selbst vor in 1001 Nacht. Wir besuchten die Höhle des Ali Baba und wie im Märchen betraten wir diese Höhle durch einen Felsen, der durch die Worte „Sesam öffne dich“ den Weg freigab. Gold, Silber, Edelsteine und prächtige Stoffe sind dort gehortet. Die Geräuschkulisse in der Höhle ließ ein Knistern und das Rascheln von Geldstücken erkennen.
Man kann an einem Flusslauf entlang spazieren, einen prächtigen Sultanspalast besuchen, Sindbad, einem Zentauren, einem Zyklopen, Pegasus und anderen Figuren aus arabischen Märchen begegnen. Es ist so phantastisch und realistisch dargestellt, dass man meint, selbst Teil dieser Märchen zu sein. Wie lebendig man doch ein Museum gestalten kann.

Oase Nefta

Oase Nefta

Die Oase Nefta besitzt vierhunderttausend Palmen, alle in privater Hand. Der Besitzer ist damit ein reicher Mann. Zwischen den Palmen wird in einer Art Etagengarten Gemüse und Obst angebaut. In der ersten Etage, also am Boden, gibt es Weißkohl, Tomaten, Paprika und Tabak. Die zweite Etage bilden Apfel-, Granatapfel und Olivenbäume. Die dritte Etage sind eben die Palmen, die das ganze Jahr hindurch gehegt und gepflegt werden. Ein genial ausgeklügeltes Bewässerungssystem lässt das alles sprießen.
Die Licht- und Schattenspiele innerhalb dieser Welt sind ganz besonders.

auf die Dattelpalme

auf die Dattelpalme

Am Abend fuhren wir mit Kaleschen in die Dattelpalmplantage, in der wir am Nachmittag schon waren. Hier bekamen wir weitere Informationen zu den Dattelpalmen und durften sogar Datteln, Palmsaft sowie Palmwein probieren und ein Minipfeifchen mit frischem Plantagentabak rauchen.
Jede Palme gibt nur einmal in ihrem etwa fünfundzwanzigjährigem Leben Palmsaft. Denn das Ernten des Palmherzens, aus dem der Palmsaft gewonnen wird, ist ihr Todesurteil. Das Alter der Palmen kann man mit Hilfe der Anzahl der Wedelstumpfspiralen auszählen. Jede Windung um den Stamm herum bedeutet ein Jahr.

Bergoase Cheblika

Bergoase Cheblika

Cheblika ist eine Bergoase im Atlasgebirge. Tunesien nennt einen Teil des Nordafrika durchquerenden Atlasgebirges. Wir sind lange in Sichtweite zum Atlasgebirge gefahren, nun waren wir mittendrin, eine beeindruckende Landschaft.
Entlang eines palmengesäumten Baches, zwischen Sandsteinfelsen hindurch, erreichten wir einen kleinen Wasserfall, über den das Wasser einer nahe gelegenen Quelle seinen Weg über das Land antritt.

Cheblika

Cheblika

Eine endlos scheinende Treppe führt auf einen der Berge hinauf, von wo man einen sehr schönen Blick über die Oase hat. Am Fuße des Berges liegt eine Ruinenstadt, wie es viele gibt. Sie sind nicht durch den Sand zerstört worden, sondern durch Wasser. Manchmal, so alle paar Jahre, regnet es in den Bergen ziemlich heftig und dann kommt das Wasser so unverhofft und zerstörerisch, dass es ganze Siedlungen fortspült. Einmal hat es ganze fünfzehn Tage geregnet.
Es gibt immer wieder Menschen, die ihre Siedlungen in einem ausgetrockneten Flussbett bauen. Zugegeben, das kann man nicht immer erkennen, doch das ist mehr als gefährlich. Es sind wohl doch schon mehr Menschen in der Wüste ertrunken als verdurstet.

Oase Tamerza

Oase Tamerza

Tamerza ist auch eine schöne Bergoase in Tunesien. Sie liegt noch ein Stückchen tiefer in den Bergen, in einer Schlucht, an deren Ende sich ein Wasserfall befindet. So schöne Ecken vermutet doch keiner. Vor allem, wenn man allein und verdurstend in den Bergen unterwegs ist, die bis auf die versteckten Oasen trocken sind, und man nur ein paar Meter am rettenden Wasser vorbeigeht, ohne es zu ahnen.

beim Pfefferminz-Prinzen

beim Pfefferminz-Prinzen

Hier erwartete uns eine Attraktion: der Pfefferminz-Prinz. Er ist ein sehr netter und aufgeschlossener Mann, der Tee verkauft, zubereitet oder als Kraut. Er war, wie viele Tunesier einige Jahre in Deutschland. Hier in Tunesien aber habe er schon Richard von Weizäcker mit seinem Tee bewirtet. Der Pfefferminz-Prinz hat verschiedene Zeitungsausschnitte mit ihm und seinen Gästen darauf in seinem Hüttchen hängen. Darauf war er sehr stolz. Von ihm bekamen wir dann auch das Rezept für arabischen Tee, den wir zu Hause hin und wieder trinken.

In Kairouan wurde die erste Moschee Nordafrikas gebaut. Kairouan ist die vierte heilige Stadt des Islam, im Zentrum von Tunesien gelegen. Jeder gute Moslem sollte, so es seine Gesundheit und seine Finanzen zulassen, einmal im Leben nach Mekka pilgern. Das ist allgemein bekannt. Als Ersatz dafür kann er aber ebenso gut siebenmal nach Kairouan gehen.
Die „Große Moschee“ war zum Zeitpunkt unseres Besuches geschlossen. Wir besuchten daher die Medina. Reges Handeltreiben belebte das Stadtbild. Von überall wurden wir angesprochen, wir sollten uns doch umschauen. Gucken kostet nichts, alles umsonst, faire Preise waren die Schlagworte. Es ist doch immer wieder ein Erlebnis, solch ein Medina-Bummel. 

Tunis und Karthago 

Kathedrale in Tunis

Kathedrale in Tunis

Mit einem Reisebus vom Hotel aus erreichten wir über die südlichen Vororte das Stadtzentrum von Tunis, erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Hauptstadt von Tunesien. Bis dahin war es Kairouan.
Nur hier im Zentrum erreichen die Häuser fünf bis sechs Stockwerke. Tunis ist eine moderne Großstadt wie jede andere auch mit all ihren Vor-, meistens jedoch Nachteilen.
Wir wurden an der ersten Straße von Tunis, der Avenue Bourghiba abgesetzt und bummelten diese Straße hinauf und hinunter, vorbei an allerlei Geschäften, Cafés, Restaurants und Galerien. Es sind moderne Geschäfte mit europäischen Preisen. Wir spazierten ebenso ein paar Nebenstraßen entlang. Dabei stießen wir auf die einzige Kirche, die wir in Tunesien gesehen haben. Im Inneren ist sie riesig, aber nicht prunkvoll. Von außen strahlt sie in einem kolonialen Kleid. Diese Kirche hatte überall dicke Risse im Mauerwerk. Eine Besonderheit hatte sie – es war die erste Kirche, bei der wir hinter dem Altar lang laufen konnten.   

Mosaik im Bardo-Museum

Mosaik im Bardo-Museum

Das Bardo-Museum im gleichnamigen Stadtteil von Tunis beherbergt die größte Mosaikensammlung auf der Erde. Außerdem gibt es Statuen, Sarkopharge, Stelen und viele kleine Ausgrabungsfunde, wie Grabbeigaben, zu bestaunen. Vor allem die Mosaiken aus den verschiedenen römischen Städten Tunesiens waren sehr interessant und von auserlesener Schönheit.

Karthago faszinierte mich schon seit meiner Schulzeit. Jetzt war ich da.
Karthago ist heute ein Nobelviertel von Tunis, das direkt auf die alten Ruinen des alten Karthago gebaut worden ist. Hier befindet sich auch der Präsidentenpalast.

Antonius-Thermen in Karthago

Antonius-Thermen in Karthago

Wir besuchten die Ausgrabungsstätte. Die meisten Ruinen, die man sehen kann, sind römischen Ursprungs. Nur an einer Stelle wurde so tief gegraben, dass man noch Grabhöhlen der Phönizier sehen kann. Zu besichtigen sind eine alte Schule, eine Basilika, verschiedene Eingänge zu Kellern und Kindersarkopharge, in denen Kinderopfer bestattet wurden.
Karthagos Entstehung wird durch eine Legende erzählt. Vor vielen Jahren musste eine phönizische Prinzessin aus ihrem Land fliehen. Mit einigen Gefolgsleuten und Auswanderungswilligen setzte sie Segel nach irgendwo. Sie wurde an die Küste des heutigen Tunesiens verschlagen. Da dort nach damaligem Recht kein Ausländer Grundbesitz haben durfte, hätte sie dort eigentlich nicht landen dürfen. In ihrer Verzweiflung rief sie die Ureinwohner an, ihr doch ein Stück Land von der Größe einer Kuhhaut zu überlassen. Da willigten die Ureinwohner ein. Die Prinzessin war schlau, schnitt die Kuhhaut in schmale Streifen und umriß damit ihr Land, das somit eine Größe von mehreren Quadratkilometern hatte. Dort ließ sie sich nieder und baute Karthago auf. Später kamen die Römer, zerstörten das alte Karthago in drei Kriegen und bauten ihr eigenes Karthago darauf.
Die vollständig ausgegrabenen Antonius-Thermen sind das Prunkstück des Freilichtmuseums.

Sidi Bou Said

Sidi Bou Said

Die „Künstlerstadt“ Sidi Bou Said liegt am anderen Ende von Karthago. Die weiß gekalkten Häuser mit den blauen Fenstern und Türen strahlen schon ein sehr eigenes Flair aus, zumal Sidi Bou Said auf einer Hügelkuppe direkt über dem Meer liegt. Hier haben sich schon große Künstler, Maler und Schriftsteller, niedergelassen oder haben zumindest eine Weile hier gewohnt. Durch zwei dieser Häuser hindurch konnten wir den alten, rund angelegten Hafen von Karthago sehen.


Tunesien war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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2 Gedanken zu „Tunesien

  1. Ich weiß nicht, wie Mahdia heute aussieht, aber zu unserer Zeit war es touristisch noch ruhig und entspannt dort. Außerdem liegt Mahdia zentral für Nord- wie auch Südtouren. Auch uns hat es dort besser gefallen.

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  2. Elke sagte am :

    In Tunesien waren wir zwei mal, das erste mal in Mahdia und dann in Sousse. Mahdia hat uns am besten gefallen, bei Ausflügen bei beiden Besuchen haben wir Karthago, Sidi Bou Said, Tunis, Kairouan und auch Port el Kantaoui gesehen.
    LG
    Elke

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