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Reisen rund um die Welt

Lanzarote

Lanzarote ist eine der Kanarischen Inseln vor der Küste Westafrikas. Sie ist unbedingt etwas für Leute, die sich für Vulkanismus interessieren. Die Kanarischen Inseln erhoben sich aus dem Meer, gebaut aus dem Feuer und der Lava des Erdinneren. Auf Lanzarote kann man diese Schöpfung hervorragend nachvollziehen und das Beste daran ist, sie passiert heute noch. Nur zehn Zentimeter unter der Oberfläche ist der Boden kochendheiß. Im „Timanfaya-Nationalpark“ lässt sich die Magie des Vulkanismus hautnah erleben. Irgendwann in näherer oder fernerer Zukunft wird es einen neuen Vulkanausbruch geben.

Beim letzten großen, sechs (sprich: sechs) Jahre dauernden Ausbruch, das ist einmalig auf der Welt, von 1730 bis 1736, wurden an die zwanzig Ortschaften begraben. Die Lava füllte ganze Täler aus. Innerhalb von fünf Monaten, als die Menschen merkten, dass der Ausbruch nicht aufhören wollte und sie keine Möglichkeit einer Existenz mehr sahen, hatte die Hälfte der Bevölkerung Lanzarote schon verlassen. Die Ernten waren vernichtet, es gab kein Wasser mehr. Es war eine schlimme Zeit. Das Zentrum dieses Ausbruches lag im heutigen Timanfaya-Nationalpark. Allein dort haben sich in diesen sechs Jahren einhundert neue Krater gebildet, die durch Erdspalten miteinander verbunden waren. Menschen wurden dabei nicht getötet, denn die Lava war zähflüssig und kam nur langsam voran.

Vulkane und Palmen

Vulkane und Palmen

Lanzarote ist sehr karg, nichts für Dschungelfans. Normalerweise ist ja Lavaboden sehr fruchtbar, es siedeln sich bald nach den Ausbrüchen neue Pflanzen an. Doch hier ist es anders. Durch die große Trockenheit, die durch die Nähe des afrikanischen Kontinentes begünstigt wird, können sich nur sehr schwer Flechten, Moose, später höhere Pflanzen ansiedeln, die die Lava in fruchtbaren Boden umwandeln. Das dauert auf Lanzarote mehrere hundert Jahre. Deshalb kann man sehr schön ablesen, welche Vulkane schon älter sind und welche erst in jüngerer Vergangenheit ausgebrochen sind. Der jüngste Lavafluss ist noch schwarz und befindet sich ziemlich in der Mitte der Insel.

Wir kamen über die Bootsmesse in Düsseldorf, die jedes Jahr im Januar stattfindet, auf die Idee, auf die Kanaren zu fahren. Da ich mich sehr für Vulkane interessiere, ließen wir die grünen Inseln dieser Inselkette links liegen und entschieden uns für Lanzarote. Als Taucher gab noch ein zweiter Aspekt den Ausschlag für die Kanaren: die Engelhaie. Wir hatten bisher noch nie welche gesehen. Außerdem ist es nicht sehr weit bis dorthin, etwa vier Stunden Flugzeit.

Aquatis Dive Center

Aquatis Dive Center

Die Tauchbasis aquatis dive center, der wir uns anschlossen, liegt an der Ostküste von Lanzarote, in Costa Tequise am Strand Las Cucharas. Das Hotel in der Nähe buchten wir über das Internet.
Da wir im März dort waren, zeigte das Thermometer zwar knapp 30°C an, doch der stetige Wind zwang uns recht häufig, uns etwas dicker anzuziehen. Die Wassertemperatur lag bei 17°C. Das Wasser selbst ist glasklar und herrlich blau. Näheres hierzu könnt Ihr im Kapitel Tauchen lesen.

Costa Tequise

Costa Tequise

In den Orten und an den Straßen entlang hat die Gartengestaltung auf Lanzarote einen hohen Stellenwert. Doch es sieht schon merkwürdig aus, wenn Palmen, Aloe und Co in schwarzer oder roter Vulkanasche stehen. Diese Asche, picón genannt, wird als Abdeckung für den Boden benutzt und dient der Erhaltung der Feuchtigkeit im Boden, die sich über Nacht oder während der seltenen Regenfälle sammelt. Über den Tag gibt der Boden die Feuchtigkeit wieder an die Pflanzen ab.
Durch den Kontrast von schwarz und rot kann man sehr schöne Effekte erzielen. Die rote Farbe kommt durch die Beimischung von Eisen zustande, die schwarze Asche ist quasi naturell. 

Ein Name ist auf Lanzarote allgegenwärtig: Cesar Manrique. Dieser Künstler hat die Insel maßgeblich mitgestaltet. Er sorgte zum Beispiel dafür, dass es keine Bettenburgen auf Lanzarote gibt und keine Hochhäuser. Die Architektur sollte sich der Insel anpassen. Sehr schick sind solche Häuser, die Teile aus schwarzer Lava in ihren Fassaden eingebunden haben.
Aber Manriques größte Verdienste liegen in der naturnahen und unglaublich reizvollen Gestaltung der touristischen Highlights, die ich später noch beschreiben werde.

Es ist unglaublich, was diese kleine Insel alles zu bieten hat. Lasst Euch mit unseren Ausflugstipps entführen.

Timanfaya-Nationalpark

natürlicher Heißluft-Grill

natürlicher Heißluft-Grill

Der Mittelpunkt des Nationalparkes, der im Südwesten von Lanzarote liegt, ist das von Cesar Manrique gestaltete Restaurant mit einem tollen Blick auf die Mondlandschaft rundherum. Auch von oben fällt Licht herein. Dem Restaurant ist ein Grill angeschlossen, der über einem Schlot liegt, aus dem 200°C heiße Luft aus dem Erdinneren ausgeblasen wird. Auf dem Rost liegen Hähnchenschenkel und Süßkartoffeln, die man im Restaurant bestellen kann. Leider weiß ich nicht, wie sie schmecken, denn wir waren zu früh dort. Die Hähnchenschenkel waren noch nicht fertig.

Geysir

Geysir

Vor dem Restaurant gibt es kleinere Terrassen, auf denen weitere Demonstrationen der heute noch aktiven vulkanischen Tätigkeit auf Lanzarote stattfinden. Zum einen gibt es Geysire, die man rufen kann. Da sind sechs Meter tiefe Bohrungen im Boden, die durch Stahlrohe stabilisiert werden. Um nun einen Geysir entstehen zu lassen, wird in eine der Bohrungen zuerst ein kleiner Schwapp Wasser hinein gegeben, um die vulkanische Kraft zu aktivieren. Ein paar Sekunden später wird der Rest des gefüllten Wassereimers in das Loch geschüttet. Nach exakt drei Sekunden gab es einen gewaltigen Knall und eine Wasserfontäne schoss mit Getöse empor. Das war beeindruckend.

Erdofen

Erdofen

Auf einer der anderen Terrassen bekommt man ein paar Körner der Asche auf die Hand, die aus nur zehn Zentimeter Tiefe stammen. Nur Sekunden später wirft man sie wieder fort. Erstens weil der Schreck über die unerwartete Hitze zu groß ist und zweitens, weil die Hitze der Aschekörner selbst so groß ist, dass sie sich schon nach einer Sekunde in die Haut brennt. Wir legten anschließend unsere Hände selbst auf die Erde und spürten schon an der Oberfläche die Wärme aus dem Erdinneren.
Ein Stück weiter gibt es einen Erdofen mit einem direkten Zugang zu einem Schlot. Auch hier kommt soviel Hitze heraus, des hineingeworfenes Kamelgras sofort zu brennen anfängt. Es ist einfach unglaublich, wenn man so etwas noch nie live erlebt hat.

immer wieder Vulkane

immer wieder Vulkane

Die Rundfahrt durch das Innerste des Timanfaya-Nationalparkes ist grandios. Aussteigen darf man dort nicht, trotzdem ist es ein einzigartiges Erlebnis. Während der Fahrt hörten wir Augenzeugenberichte der letzten großen Ausbrüche untermalt von einer mystischen, beklemmenden Musik. Man bekommt nur eine sehr vage Vorstellung von dem Geschehen, wenn man so durch diese, scheinbar von der Welt abgeschnittene Mondlandschaft und Lavafelder fährt. Unvorstellbar ist es, dass die Ausbrüche ganze sechs Jahre dauerten, mal mehr, mal weniger intensiv.
Die Fahrt führte uns über enge Straßen, durch enge Kurven, die in die Lava gehauen wurden, vorbei an Kratern und Kaminen. Ein Teil der Straße führt direkt durch einen Lavatunnel, dessen Decke eingestürzt ist. Man kann die Struktur der erstarrten Lava und die Form des Tunnels ganz genau erkennen. Es soll hier sogar Tiere geben wie Insekten, Eidechsen, Vögel und Kaninchen. Die meisten Tiere kommen jedoch erst nachts heraus. 

Eine gute Gelegenheit, den Timanfaya-Nationalpark zu erleben, ist eine Busrundfahrt durch den Südwesten von Lanzarote, die von den Hotels angeboten wird. Solltet Ihr auf eigene Faust dorthin fahren, müsst ihr eine Gebühr für den Zugang zum Park entrichten.

Ausflugstipps auf Lanzarote

El Golfo ist bekannt durch die „Grüne Lagune“. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Lagune kann man ganz tolle Formationen und Abbrüche bestaunen. Die Natur hat hier sehr viel Kunstverständnis bewiesen. Einmalig, wie die verschiedenen vulkanischen Schichten von der Brandung aus den Abbrüchen gewaschen wurden. Wo man auch hinsieht, überall gibt es nur Lava. Der Strand besteht aus schwarzer Asche. Wenn man Glück hat, kann man hier das begehrte grüne Olivin finden. Olivin ist auch bekannt als der Edelstein Peridot. Auf der ganzen Insel Lanzarote werden Schmuckstücke aus oder mit diesem Stein angeboten.
Zwischen dem Abbruch und dem Strand liegt die „Grüne Lagune“. Sie hat ihren Namen von der leuchtend milchig grünen Farbe, die von einer besonderen Algenart herrührt. Im Laufe der Zeit wurde diese Lagune vom Meer abgetrennt und konnte so ihr Eigenleben entwickeln. Sie erfährt heute nur noch selten einen Austausch mit frischem Meerwasser.

Los Hervideros

Los Hervideros

Nicht weit von El Golfo entfernt liegt Los Hervideros. Dieser Küstenabschnitt, ganz im Südwesten von Lanzarote, ist durch Lavahöhlen gekennzeichnet, durch die die Brandung spült, sogenannte „Blow Holes“ oder „Blasende Löcher“. Diese Höhlen entstanden beim Erkalten der Lava durch das Meerwasser. Ein Stück dieses Labyrinthes kann man zu Fuß erkunden. Es ist aufregend, durch diese Höhlen und Gänge zu laufen, das Meerwasser hindurch zu sehen und wirklich mitten in einem Lavafluss zu stehen, die Naturgewalten hautnah zu erleben. Es versteht sich jedoch von selbst, bei starkem Wind Abstand von einem Besuch zu nehmen. Das ist lebensgefährlich.

künstlerische Höhlenwohnung

künstlerische Höhlenwohnung

Die Cesar Manrique – Stiftung liegt bei Arrecife an der Ostküste von Lanzarote und war einmal die Wohnung von Cesar Manrique. Es ist eine Höhlenwohnung direkt in einer schwarzen Lavazunge mit einem Obergeschoss über der Lavaoberfläche und einer Unteretage in fünf Lavablasen gebettet. Atrien und Lichtdurchlässe entstanden durch Löcher in den Decken der Lavablasen. In der oberen Etage herrscht weißer Marmor vor, in dem geschickt dunkle Lavabrocken integriert sind. Dadurch bekommen die steril anmutenden Räume ein Gesicht. Eine oberflächliche Lavazunge reicht bis in einen der Räume hinein. Vor der Fensterscheibe wurde eine Nut eingefräst und mit Erde und Kakteen befüllt. Auf solch eine Idee muss man ja erst einmal kommen.
An den Wänden hängen modern anmutende Bilder aus natürlichen Materialien. Da wurde Stoff verwendet, gefärbter Lavasand und andere Dinge.
Die Türen der Wohnung sind allesamt alt und entweder weiß angestrichen oder natürlich belassen.
Alles in Allem gibt das ein tolles Gesamtbild, vor allem die Aussichten aus den Räumen, die einem immer wieder bewusst machen, wo sich die Wohnung eigentlich befindet.
Drumherum gibt es einen Garten mit verschiedenen Pflanzen und Kakteen und überall der Lavastrom. Dieser Besuch ist ein Muss auf Lanzarote.
Nachdem Manrique 1992 durch einen Unfall ums Leben kam, gründeten seine Schüler und Freunde eine Stiftung, die sich der Kunst und den Künstlern genauso verschrieben hat wie dem Umweltschutz auf Lanzarote.

Kaktusgarten in Guartiza

Kaktusgarten in Guartiza

Rund um den Ort Guartiza breiten sich unendliche Feigenkakteenfelder aus. Sie dienen der Zucht einer bestimmten Läuseart namens Cochinilla, aus denen der rote Farbstoff Karmin gewonnen wird und der zum Beispiel in der Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie Verwendung findet. Früher war dieser Erwerb neben der Salzgewinnung ein einträgliches Geschäft, doch wie bei so vielem, lohnt auch die Vermarktung dieses roten Farbstoffes nicht mehr. Es ist nur noch ein Nebenerwerb. Doch man kann auch die Früchte der Kakteen verwenden, zum Beispiel Marmelade und andere leckere Dinge daraus machen oder einfach nur als Obst essen.
Von dem Kaktusgarten in Guartiza, ebenfalls im Osten von Lanzarote, kann man von außen nichts erkennen. Wir fragten uns, ob ein Besuch lohnen würde. Diese Frage können wir ganz klar mit ja beantworten. Von dem Garten selbst kann man von außen nichts sehen, weil er in die Tiefe gebaut ist. Mit Kakteen bepflanzte Terrassen dehnen sich in mehreren Etagen nach unten aus. Kakteen aller Größen und Arten aus aller Welt kann man hier bewundern. Am Boden dieses „Amphitheaters“ sind kleine Teiche angelegt, in denen Goldfische schwimmen. Hier und da stehen natürlich geformte Lavamonolithen. Alles ist liebevoll arrangiert. Sogar das Restaurant und der Souvenirshop fügen sich harmonisch ins Gesamtbild ein.
Über allem thront eine kleine Getreidemühle, deren Inneres man genauso erkunden kann und man von der obersten Etage eine schöne Rundsicht hat.
Diese ganze Anlage war das letzte Projekt von Cesar Manrique und es ist ihm wirklich vortrefflich gelungen.

Jameos del Aqua

Jameos del Aqua

Die Höhle „Jameos del Aqua“ im Nordosten von Lanzarote ist ein Teil eines mehrere Kilometer langen Lavatunnels, der bis in den Atlantik hineinreicht und eine Besonderheit birgt. In dem See dieser Höhle leben einzigartige weiße Krebse, Albinokrebse, die es nur auf Lanzarote gibt. Sie leben mit noch weiteren kleinen Krebsen und Würmern in diesem Tunnellabyrinth. Das Wasser des Sees ist glasklar und der schwarze Boden über und über mit weißen Tupfen gesprenkelt, eben diesen weißen Krebschen. Das sieht toll aus. Um diesen See herum, der unter einer Lavadecke liegt, die jedoch auf beiden Seiten eingestürzt ist und somit den Blick zum Himmel freigibt, hat Cesar Manrique seiner künstlerischen Kreativität freien Lauf gelassen. Kunstvoll führen in die Lava gehauene Treppen nach unten und auf der anderen Seite wieder hinauf. Sie werden von feuchtigkeitsliebenden Pflanzen flankiert. Ein Restaurant fügt sich unsichtbar in eine Grotte. Auf kleinen Terrassen hat man immer wieder ein neues Bild über die Anlage.
Wenn man die Grotte auf der anderen Seite wieder verlässt, steht man buchstäblich im Paradies. Ein weißer Pool mit blauem Wasser und tropischer Bepflanzung lädt zum Träumen ein.
Über weitere Treppen gelangt man wieder an die Oberfläche, wo sich eine interaktive Ausstellung befindet, die vom Vulkanismus auf der ganzen Welt berichtet. Sie ist äußerst interessant gemacht und daher unbedingt zu empfehlen.
Ich stand am Rande des Ganzen und stellte mir vor, dass hier gar nichts wäre außer ein paar Löchern im Lavaboden. Von diesem Zustand gibt es ein Bild in dieser Ausstellung. Man muss schon eine ungeheure Vorstellungskraft haben, um eine solche Anlage zu schaffen.

In der Nähe der Jameos del Aqua liegt die „Jameos del Verde„, die „Grüne Höhle“. Sie gehört zum gleichen unterirdischen Vulkantunnel. Wir hatten leider keine Zeit, auch diese Höhle noch zu besuchen. Sie ist auf zwei Kilometern begehbar. Es ist ein einzigartiges Gebilde aus Höhlen, Tunnel und Galerien, die wirkungsvoll in Szene gesetzt wurden.

Mirador del Rio

Mirador del Rio

Ganz im Norden, im ältesten Teil von Lanzarote liegt der Aussichtspunkt Mirador del Rio, 480 Meter über dem Meeresspiegel. Die Landschaft ist hier um einiges grüner als anderswo auf der Insel, denn hier hatten die Flechten und Moose schon sehr viel mehr Zeit zu gedeihen. Dieser Teil der Insel war der erste, der vor 3000 Jahren zu Ruhe kam.
Cesar Manrique hat hier eine alte Artilleriestellung zu einem Kunstwerk mit atemberaubendem Panoramablick umgebaut. Die Insel Graciosa liegt einem zu Füßen, durch die Meerenge El Rio von Lanzarote getrennt, die schon von den Phöniziern und Römern genutzt wurde. Noch weiter draußen in östlicher Richtung liegt eine weitere Insel namens Montanara Clara. Unterhalb der Terrasse, die sich an das natürlich harmonisch gestaltete Restaurant anschließt, fällt der Felsen senkrecht in die Tiefe. Man ist ein Teil des Vulkanes, der hier im Norden vor Urzeiten ausbrach. Außerdem hat man einen herrlichen Blick die Küste entlang.

das Tal der 1000 Palmen

das Tal der 1000 Palmen

Haría – das Tal der 1000 Palmen ist eines der schönsten Täler auf Lanzarote und es ist so fruchtbar, dass es richtig tropisch anmutet. Überall ist es üppig grün, gibt es Felder und die Palmen sind nicht zu zählen. Das Tal ist flankiert von Vulkankegeln. Sie begünstigen ein besonders feuchtes Klima. Die Stadt Haría fügt sich harmonisch in die Landschaft und ist das Kunsthandwerkszentrum. Hier werden Körbe, Decken, Stoffpuppen und Holzfiguren auf traditionelle Art hergestellt.

Von Haría zu einem weiteren Aussichtspunkt „Mirador de Haría“ führt eine Straße, die ich nicht hätte bauen wollen. Es muss eine riesige Herausforderung gewesen sein, diese Straße in die Landschaft einzufügen. Sie windet sich teilweise in engen Serpentinen an Berghängen entlang. Gesäumt ist diese Straße von uralten Terrassenfeldern, die wahrscheinlich einmal von den Guanchen, den Ureinwohnern angelegt worden waren. Nur an wenigen Stellen werden sie restauriert und heute wieder genutzt.
„Mirador de Haría“ liegt etwa fünfhundert Meter hoch und man hat einen schönen Blick über Haría und die Terrassenfelder bis zum Meer.

Famara

Famara

Gleich in der Nähe von „Mirador de Haría“ liegt der Strand von Famara mit schönem gelben Sand in einer weitläufigen Bucht im Nordwesten von Lanzarote. Wenn man den Strand erreicht bietet sich einem ein herrliches Bild – das blaue Wasser mit den weißen Schaumkronen, rechts die gigantische Steilküste, links flaches Land und geradeaus die Insel Graciosa. Zum Baden ist dieser Strand, wie alle Strände im Westen von Lanzarote, durch gefährliche Unterströmungen fast nie geeignet, aber Surfer haben hier ihr Paradies gefunden.
Im Ort La Caleta de Famara scheint die Zeit still zu stehen. Es gibt dennoch das ein oder andere Straßencafé. Zwischen der Hauptstraße und dem Ufer sieht es aus wie in einer Geisterstadt im Western. Kleine verschlafene Häuschen, meist leerstehend, die Straße ist ein Sandweg. Es gibt sogar einen kleinen gemütlichen Hafen. Auch hier ist die Küste wieder schwarz und rauh. Touristen scheinen sich kaum in diesen Ort zu verirren, außer den Surfern. 

Yaiza, dieser hübsche Ort ist der einzige Ort auf Lanzarote, der auf wundersame Weise von den Vulkanausbrüchen verschont wurde. Yaiza wurde nach einer liebreizenden Guanchenprinzessin benannt, die sehr beliebt war. Die Guanchen waren die Ureinwohner der Kanarischen Inseln.

Salinas del Janubio

Salinas del Janubio

Die „Salinas del Janubio“ sind ein Überbleibsel aus der Zeit, in der auf Lanzarote noch das Meerwasser mit Hilfe von Windmühlen in Auffangbecken an Land gepumpt wurde. Von Zeit zu Zeit erntete man das durch die Verdunstung entstandene Salz und verkaufte es oder nutze es selbst. Heute lohnt sich das Geschäft nicht mehr, es gibt günstigeres Salz auf dem Weltmarkt.
Am nördlichen Rand des Strandes von Las Cucharas kann man heute noch Überreste solch einer Saline sehen. Sie sind nur durch den Sand versteckt. Ein Teil dieser Saline ist unter einem Hotel begraben, das dort gebaut wurde.

Kamelsafari in Vulkanasche

Kamelsafari in Vulkanasche

Nördlich von Yaiza liegt „Echadero de los Camellos„, der sogenannte „Kamelbahnhof“. Dort kann man auf dem Rücken von Kamelen einen der Feuerberge hinaufsteigen. Eigentlich wollte ich von derart Touristenrummel Abstand nehmen, da ich der Meinung war, dass Kamele ja nicht auf diese Insel gehören. Doch ich musste mich belehren lassen. Vor längerer Zeit wurden einige Kamele für landwirtschaftliche Zwecke aus Afrika nach Lanzarote gebracht und weitergezüchtet. Die landwirtschaftlichen Aufgaben gibt es heute nicht mehr, aber die Kamele sind noch da und werden noch immer gezüchtet. Ihre Aufgabe liegt jetzt im Tourismus.
Wenn man es endlich geschafft hat, auf einem der Kamele Platz zu nehmen, beginnt eine Reise in eine fremde Welt, in eine vulkanische Wüste. Trotz der Unterhaltungen der Leute um uns herum, hüllte uns eine merkwürdige Stille ein und wir fühlten uns wie auf einem anderen Planeten. Nicht einmal einen Grashalm gibt es hier.
Von einem Plateau aus hat man einen schönen Blick auf den größten Krater dieses Gebietes. Er misst fünfhundert Meter im Durchmesser und ist einhundertzwanzig Meter tief. Höhenmäßig ist das nur ein kleiner Vulkan. 

Weinanbau in La Geria

Weinanbau in La Geria

La Geria liegt im Inneren von Lanzarote und ist ein vom Weinanbau geprägter Ort. Der Wein, der hier angebaut und hergestellt wird, wird ausschließlich auf den Kanaren verkauft. Der Anbau in Erdkuhlen, die jeweils am nördlichen Rand von kleinen Mäuerchen umgeben sind, ist hier typisch. Nur so ist der Weinanbau auf Lanzarote möglich. Die kleinen Lavamäuerchen schützen die Weinstöcke vor den kalten Winden, die häufig über die Insel fegen. Außerdem bieten die Kuhlen, in denen sie stehen einen gewissen Schutz. Die Asche in den Kuhlen sorgt für die Feuchtigkeitsregulierung. Es ist eine sehr anstrengende und aufwändige Art von Weinanbau, denn die Kuhlen müssen alle paar Jahre erneuert werden. Die Tiefe der Kuhlen hängt von der Dicke der Ascheschicht ab, die hier abgelagert wurde. Sie beträgt zwischen einem halben und zwei Metern. Darunter befindet sich Mutterboden, der die Pflanzen ernährt. Dekorativ sieht es allemal aus.
Im Weingut kann man die guten Tropfen dann probieren und das ein oder andere Fläschen Lanzarote-Wein mit nach Hause nehmen. 

Das Aquarium von Lanzarote liegt in Costa Tequise und ist für alle nichttauchenden Urlauber zu empfehlen. Da kann man so ziemlich alles sehen, was die Unterwasserwelt der Kanaren zu bieten hat.

Saharasand auf Lanzarote

Saharasand auf Lanzarote

An der fast nördlichsten Spitze von Lanzarote liegt der kleine Ort Orzola. Von hier aus kann man mit der Fähre auf die Insel Graciosa fahren.
Wir sind jedoch hierher gekommen, weil man uns das Restaurant „El Norte“ empfohlen hat. Dort gibt es die beste Fischplatte, die man finden kann. Dazu ein guter kanarischer Wein und die Sicht auf das Meer und die Welt ist in Ordnung.
Auf dem schwarzen Lavaboden liegt überall feiner gelber Saharasand. Daran kann man sehr gut sehen, das Afrika wirklich nicht weit ist. Wir konnten zweimal beobachten, wie sich bei starkem Ostwind eine gelbe Sandwolke auf Lanzarote zubewegte. Es war unglaublich.

Hochseeangeln

Hochseeangeln

Wer Lust hat, auf die See hinauszufahren und sich im Hochseeangeln zu versuchen, sollte diesen Ausflug unbedingt buchen. Auf Thunfische, Marline, Barakudas oder sogar Haie sollte man nicht unbedingt setzen, obwohl diese auch schon gefangen wurden. Auf jeden Fall aber kann man kleinere Fische angeln wie den „Lemonfish“, eine große Gelbflossen-Stachelmakrele, Red Snapper und andere. Geangelt wird in cirka neunzig Metern Tiefe. Selbst wenn es mit einem Fang nicht klappen sollte, denn zum Angeln gehört immer noch Glück, der hat in jedem Fall eine Begegnung mit den charmanten Delfinen.

Tauchen

Über die Tauchbasis aquatis dive center erlebten wir einige schöne und entspannte Tauchgänge. Die Unterwasserwelt von Lanzarote ist zwar absolut nicht zu vergleichen mit den wärmeren Gewässern der Tropen, hat aber trotzdem ihren Reiz. Vor allem, wenn sich die oberirdischen Lavazungen unter Wasser fortsetzen. Daran schließen sich dann weitläufige Sandflächen an, die ab und zu durch kleinere Riffkanten oder Felsblöcke unterbrochen werden. Diese sind meist von Flechten und Algen bewachsen. Diese Tatsache hat den Vorteil, dass man sich voll auf die Beobachtung und Sichtung von Fischen konzentrieren kann.

Zitterrochen

Zitterrochen

Ein Highlight sind die großen Stachelrochen, die sich vor Lanzarote tummeln. Sonst kann man Sepien, kleine Kugelfische, Meerbarben, Goldstriemen, kleine Weitaugenbutts, Blennys, Zitterrochen und Papageifische sehen. Mit ein bisschen Glück stößt man auf eine Schwarzmuräne oder einen Oktopus. Wir haben aber auch ein Feld mit Zylinderrosen gesehen und schöne große Sandaale und Gespensterkrabben. Sogar Seepferdchen gibt es, doch nur sehr selten.

Wir hatten sogar Glück und konnten den ein oder anderen Engelhai beobachten. Sie waren auch der Grund dafür, dass wir noch im März nach Lanzarote kamen. Denn dann geht die Zeit der Engelhaie vorbei. Wenn das Wasser wärmer wird, ziehen sich die Tiere in tiefere Wasserschichten zurück. Unsere Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren waren jedes Mal aufregend.

Lavazunge in Mala

Lavazunge in Mala

Die Tauchplätze befinden sich bei Puerto del Carmen im Süden von Lanzarote und im weitgehend windgeschützten Osten der Insel. Ein sehr schöner Platz liegt bei Mala. Dort floss eine Lavazunge direkt ins Meer. Der Tauchplatz ist über eine in die Lava gehauene Treppe zu erreichen. Der Ort ist sehr romantisch, erfordert aber von den Tauchern ziemlich viel Kondition, vor allem, wenn man wieder zum Parkplatz hoch will. Trotzdem lohnt sich ein Besuch dort auf jeden Fall.

Einstieg Playa Chica

Einstieg Playa Chica

Wracktaucher kommen in Puerto del Carmen, genauer gesagt in Playa Chica, auf ihre Kosten. Diese Wracktauchgänge werden zwar nur veranstaltet, wenn genug Interessenten da sind, doch kommt sicher jeder mindestens einmal in seinem Urlaub in diesen Genuss. Die Anfahrt ist nicht weit, denn die Wracks liegen genau vor der Hafeneinfahrt.
In etwa dreizehn Metern Tiefe liegt ein 20m-Kabelleger auf der Seite. Er ist noch in gutem Zustand, da er erst seit etwa zehn Jahren dort liegt. Im Gegensatz zu den tiefer gelegenen anderen Schiffen sank dieser Kabelleger in einem Sturm von selbst.
Direkt neben diesem Wrack liegt eine um die zehn Meter hohe Abbruchkante. Daran anschließend liegen in einer Tiefe von 33m bis zu 41m vier weitere Schiffe nebeneinander, zum Teil aus Holz, zum Teil aus Stahl. Diese vier Schiffe wurden vor etlichen Jahren absichtlich versenkt, um den Tauchern einen weiteren Anreiz auf Lanzarote zu bieten. Ein Teil der Wracks ist stark zerstört und die Rümpfe sind ineinander verschachtelt. Mir fiel dazu nur eines ein: Wracksalat. 

Und zum Schluss noch: Sehr zu empfehlen ist der Gebrauch eines Trocki´s, denn 17 Grad sind nicht wirklich warm.


Lanzarote war auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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2 Gedanken zu „Lanzarote

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