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Philippinen

Unterkunft in Balingasag

Unterkunft in Balingasag

Im Millenium-Jahr 2000 wollten wir etwas ganz besonderes machen. Wir wollten uns einen Urlaub in der Südsee gönnen. Naja, ganz bis in die Südsee hat es nicht gereicht, doch die Philippinen sind mindestens genauso gut. Wir waren jedenfalls begeistert, vor allem, weil wir an unserem Urlaubsort mit unseren beiden Gastgebern und vier weiteren Tauchern im Umkreis von vierzig Kilometern die einzigen Ausländer waren. Urlauberhotels gibt es dort keine, Privatunterkünfte wohl auch nicht. Wir tauchten voll und ganz in eine unverfälschte, fremde Welt ein.
Unser Urlaubsort hieß Balingasag im Norden Mindanaos, der großen Insel im Süden der Philippinen. Unser Urlaubsdomizil war eine Bambushütte, zugegeben recht komfortabel.

Tuk-Tuk-Station

Tuk-Tuk-Station

Die Philippinos sind sehr nette Menschen, freundlich und zurückhaltend, aber meistens sehr arm. Trotzdem sind sie mit ihrem Leben zufrieden und wir konnten sehen, mit wie wenig ein Mensch auskommen kann.
Ich muss sagen, dass wir eigentlich auch nicht viel Wert auf materielle Dinge legen, doch seit dieser Reise leben wir noch bewusster gegenüber unserer Umwelt. Es gibt mehr als immer nur Arbeit sowie Geld und Gut anhäufen. Wir leben intensiver für uns, wir legen Wert auf die Natur, unsere Gesundheit und die kleinen Dinge des Lebens.

unser Zimmer

unser Zimmer

Wir haben sehr viel Geld für diese Reise ausgegeben und haben dafür in einer Bambushütte gewohnt, zum Teil auch in einer Bretterhütte, in der wir auf einer Matratze auf dem Fußboden geschlafen haben. Aber das war es, was das Leben hier ausmacht, nicht Luxus und tolle Buffets im Hotel.

großer Gecko

großer Gecko

Herrlich fanden wir auch die Haustiere, die sich bei solch einer offenen Bauweise unweigerlich einstellen – Geckos. Neben den gewöhnlichen kleinen Geckos, die wir auf unseren Reisen immer wieder getroffen haben, gibt es hier eine Art, die wird um die dreißig Zentimeter lang. Sie zeigten uns, warum die Geckos Gecko heißen. Der Ruf der großen Art klingt wie „Ge-ko“.
Wir waren hin- und her gerissen, so niedlich waren sie mit ihren großen schwarzen Augen und der tollen Zeichnung. Natürlich sind sie sehr nützliche und willkommene Haustiere, denn sie halten alle Arten von Insekten fern.

einfachstes Leben

einfachstes Leben

Auf unserem Spaziergang durch Mambayan, einem „Ortsteil“ von Balingasag, fielen wir überall auf. Da es hier keinen Tourismus gibt und die meisten Tauchgäste sich nicht zu einem Spaziergang durch das Land aufraffen können, waren wir Exoten. Vor allem dadurch, das ich blaue Augen und eine ziemlich weiße Haut habe und Klaus einen Vollbart trägt. Wir kamen jedenfalls aus dem Grüßen und Lächeln nicht mehr heraus. Die Reaktionen reichten vom verschämten Wegsehen bis zum aufbrausenden Hallo. Meistens wurden wir jedoch auf das freundlichste begrüßt. Oft wurden wir gefragt, wo wir herkommen und wo wir hingingen. Jedenfalls konnte ich mein Lächeln am Ende des Rundganges kaum noch aus dem Gesicht bekommen.

einfachste Landwirtschaft

einfachste Landwirtschaft

Zwischen den Hütten stehen Bananen, Kokospalmen und Papayabäume. Zwischen diesen wiederum finden sich Zebus, die wichtigsten Haustiere, Schweine, auch ein paar heruntergekommene Pferde und Wasserbüffel. Auf den Grundstücken tummeln sich Ziegen, Hühner und vor allem Hunde. Hin und wieder entdeckten wir phantastisch blühende Orchideen.

Jeepney´s

Jeepney´s

Die beliebtesten Fortbewegungsmittel auf den Philippinen sind die Jeepneys, eine Art Minibus mit Geländewagenschnauze. Sie sind zumeist sehr bunt und auffallend und werden mit allen Mitteln am Laufen gehalten. Große Summen für Ersatzteile können die Besitzer nicht aufbringen, deshalb wird gebaut und gebastelt, was das Zeug hergibt, denn diese Fahrzeuge sind äußerst beansprucht. Es finden sich viele Werkstätten an den Straßen, wo auch die kaputtesten Jeepneys wieder zum Laufen gebracht werden.
Diese Jeepneys fahren in groben Routen und halten, wo immer Leute ein- oder aussteigen wollen. Es wird niemand stehen gelassen, jeder wird mitgenommen, auch wenn der sich draußen an die Regenrinne hängen muss. Teilweise setzen sich die Leute auf den Schoß eines anderen Fahrgastes oder sie legen ihr Gepäck einfach auf den Schoß des Anderen. Da kennen die Philippino´s nichts. Taucht dann Polizei auf, wird aufgeräumt und Platz gemacht, ist sie vorbei, hängen sich die Leute wieder an das Auto.
Alles wird darin transportiert, Leute, Einkaufswaren und lebende Tiere. Eine Art Schaffner ist mit an Bord, der das Fahrgeld kassiert und er kommt zu jedem, auch wenn es noch so voll ist. Es ist unglaublich.

Papaya´s

Papaya´s

Wovon wir nicht genug bekommen konnten war Obst. Ananas, Papayas, Melonen, Mangos, Rambutan, alles was das Herz begehrt. So leckeres Obst hatten wir bis dahin noch nicht gegessen, lecker, süß und saftig. Die Früchte werden hier voll ausgereift geerntet und schmecken daher unübertroffen.
Doch die exotischste und umstrittenste Frucht ist die Durian, oder auch Stinkfrucht. Der Name ist Programm. Die Frucht wiegt an die zwei Kilogramm, wovon aber nur ein kleiner Teil das Fruchtfleisch ausmacht. Die Durian stinkt fürchterlich und beim Geschmack bilden sich zwei Gruppen – die Leute, die sie essen und sie lieben, und die Leute, die sie probieren und sie nie wieder anrühren. Ich muss sagen, dass ich sie nicht unbedingt haben muss.
Außerdem gibt es dort die größte Frucht der Erde, die Jackfrucht. Sie ist riesig. Im Inneren teilt sich das Fruchtfleisch in eine Art mehrere Spitzpaprika und es schmeckt auch paprikaartig.

Fischer

Fischer

Die Natur der Philippinen ist abwechslungsreich. Wir haben auf dem Festland gewohnt, wo Reis, Bananen und andere landwirtschaftliche Produkte hergestellt werden. Jede Familie hat ihre Hühner oder Kühe, viele gehen fischen, meist mit mäßigem Erfolg. Man bestreitet den Lebensunterhalt aus dem, was das Land und das Meer hergeben. Es ist schwierig genug.
Andere verdingen sich im Tourismus, ein kleiner Teil handelt oder arbeitet in der Wirtschaft. 

schwarze Strände

schwarze Strände

Wir lernten eine Vulkaninsel kennen, die Philippinen sind vulkanischen Ursprungs, daher sind die meisten Strände hier schwarz. Es gibt aber auch den krassen Gegensatz dazu, palmenbestandene Koralleninseln. Sie sind winzig, mit schneeweißem Korallensand. Die Insel, die wir besuchten, umrundeten wir ganz gemütlich in einer viertel Stunde.

Das unglaublichste an den Philippinen ist das Meer, noch unberührt. Die Vielzahl der Fische und Korallen sowie die Artenvielfalt sind einfach umwerfend. Da wird selbst das Rote Meer neidisch. Durch die seltenen Tauchgäste kann man Tierarten beobachten, die anderswo schwer zu finden sind. Doch auch hier haben wir keinen Großfisch wie Manta oder Walhai gesehen, obwohl diese Gewässer für diese Tierarten bekannt sind. Wir kamen uns jedenfalls vor, wie im Aquarium. Es war einmalig.
Zwar sind hier und da Verwüstungen durch die Dynamitfischerei auszumachen, doch es gibt seit einiger Zeit Ranger, die sehr streng darauf achten, das so etwas nicht mehr vorkommt. Langsam heilen die Wunden.

tropischer Sonnenuntergang

tropischer Sonnenuntergang

Die Sonnenuntergänge sind einfach phantastisch. Die Licht- und Farbenspiele breiten sich über den ganzen Himmel aus und sind unübertroffen.

Kowloon Hongkong

Kowloon Hongkong

Die eigene An- und Abreise waren allerdings abenteuerlich. Wir hatten einen Flug nach Cebu gebucht, mit Zwischenlandung in Hongkong. Eine Stadtrundfahrt mit sechsstündigem Aufenthalt in Hongkong war inklusive. In Kowloon hatten wir Zeit für einen Stadtbummel, konnten einen Blick hinüber nach Hongkong-Island mit seinen Hochhäusern werfen. Für eine Überfahrt fehlte uns leider die Zeit. Wir waren trotzdem froh über diese Eindrücke.

Fort in Cebu

Fort in Cebu

Auf und in Cebu, einer anderen Insel der Philippinen angekommen, konnten wir keine Fähre nach Cagayan d´Oro auf Mindanao bekommen. Die war in der Buchung nicht enthalten. Darum mussten wir uns vor Ort selbst kümmern. Was wir auch versuchten, wir lernten in dem Zusammenhang gleich das philippinische Schlagwort „monana“ kennen. Morgen, morgen, es brachte uns manchmal zur Verzweiflung.
Da wir nun erst für den nächsten Tag ein Fährticket kaufen konnten, bot sich uns die Gelegenheit, gleich noch Cebu-Stadt kennen zu lernen. Maghellan fand hier bei seiner Weltumsegelung den Tod. Er war wohl selbst nicht ganz unschuldig daran.
In Cebu bauten die Spanier das erste Fort, welches man besuchen kann. 

Die Rückreise gestaltete sich nicht weniger abenteuerlich. Wir hatten unsere Lehre aus der Anreise gezogen und kauften schon eine Woche vor der Abreise die Fährtickets. Doch das half uns auch nichts. Wir hatten zwar die Tickets, aber es gab keine Fähre dafür. Anders als auf der Anreise hatten wir jetzt nur das Problem, das unser Flugzeug nach Hause nicht warten würde. Es wurde eine Sache von Minuten. 

Das ist eben eine andere Welt, da laufen die Dinge etwas anders und meistens moñana.

Ausflüge

Mantique

Mantique

Als wir uns der Koralleninsel Mantique näherten, die für einige Zeit unser Ausgangspunkt für Tauchgänge diente, kam ich mir vor wie im Paradies. Ein kleiner, flacher Flecken im Meer, mit einem weißen Sandgürtel und einer grünen Decke. So kennt man die Südseeinseln aus den Katalogen. Mantique ist eine richtige Robinson-Insel.
Ich hatte mir eigentlich die ganze Gegend hier so vorgestellt, doch solche Inseln sind selten auf den Philippinen. Wie schon erwähnt, sind die meisten Inseln der Philippinen vulkanischen Ursprungs, dass heißt, die meisten Strände sind schwarz. Der Boden an sich ist dunkel und fruchtbar.

Koralleninsel

Koralleninsel

Für die Zeit, in der sich Taucher auf Mantique aufhalten, räumen die Einheimischen ein oder zwei Hütten frei, je nach dem, wie viele Gäste kommen. Einhundertfünfzig Bewohner soll die Insel haben. Ich weiß jedenfalls nicht, wo sie auf der kleinen Insel untergekommen sind.

Kochecke

Kochecke

In der größeren Hütte gab es zwei Schlafkabinen für jeweils zwei Gäste. Dazu eine Art Aufenthaltsraum, der durch eine mehr oder weniger blickdichte Holzleistenwand von der Öffentlichkeit abgetrennt ist. Dort steht ein Esstisch und dort befindet sich die Kochecke.

Strom und Süßwasser gibt es auf der kleinen Insel nicht. Man behilft sich mit selbst gebauten Öllampen a la Molotowcocktail gegen die Dunkelheit. Ansonsten lebt man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Man braucht keine Uhr.

Das Wasser wird mit Booten von der benachbarten Insel Camiguin hergebracht.
Unsere Toilette war eine Herzchenhütte mitten im Dorf. Jeder konnte sehen, wer wann auf Toilette ging. Immerhin verfügte sie über eine Toilettenschüssel. Das Spülwasser musste allerdings mittels Eimer aus dem Meer geholt werden. Das Abwasser verschwand irgendwo durch eine Rohrleitung im Meer.
Die Morgen- und Abendtoilette wurde zum Teil im Meer verrichtet. Trotz dieser Beobachtungen konnten wir keinerlei Beeinträchtigungen wahrnehmen. Das Meer hat eine sehr große Selbstreinigungskraft.
Waschen und Zähneputzen konnten wir mit dem wenigen Süßwasser, das hergeschafft wurde. Entsprechend sparsam mussten wir sein. 

das Paradies

das Paradies

Bei einem Inselrundgang lernten wir Mantique etwas genauer kennen. Mantique ist übrigens der spanische Name der Insel. Die Philippinos nennen sie Magsaysay.
Es war sehr warm und die Sonne brannte unbarmherzig. Die Insel befindet sich nicht weit vom Äquator. Eine solche Sonneneinstrahlung kannten wir nicht. Wir wurden zwar eindringlich davor gewarnt, wir passten auch auf, trotzdem fing ich mir sofort einen Sonnenbrand ein, der mich zwei Tage außer Gefecht setzte.
Aber zurück zu unserem Rundgang. Wir liefen barfuß, wie es sich auf einer „Südseeinsel“ gehört. Doch das war ziemlich unangenehm, denn der herrlich weiße Sand entpuppte sich als Korallenbruch. Größere und kleinere Korallenstückchen setzten unseren Füßen zu, die so etwas nicht gewohnt waren. 

Pandan

Pandan

Hinter dem „Strand“ breitet sich ein regelrechter Urwald aus, der undurchdringlich ist. Vor allem stachelige Pandanbäume, eine Art Schraubenbaum, den man zu Hause als Zimmerpflanze kennt, bilden ein üppiges Dickicht.
Irgendwo dazwischen stehen die Hütten der Einheimischen.
Die Pandan bilden große, ananasähnliche Früchte aus. Naja, die sehen nur so aus. Eigentlich sind es viele Knubbel, die eine Frucht bilden. In jedem dieser Knubbel ist ein winziger Kern, den man essen kann, wenigstens bei den Pflanzen in Strandnähe. Wir haben diese Kerne probiert, sie schmecken nach Nuss, aber der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. 

Seeigel sammeln

Seeigel sammeln

Unmengen von Seeingeln belagerten Tag wie Nacht die Küste vor Mantique. Ich hatte vor Kurzem im Fernsehen gesehen, dass man Seeigel essen kann. Ich wurde neugierig und fragte leise an, ob ich einen Seeigel probieren könnte. An einem der Abende gingen wir zu zweit Seeigel sammeln, ein paar Minuten später war das ganze Dorf dabei. Säckeweise wurden die Seeigel gesammelt, mir wurde Angst und Bange. Soviel können wir doch gar nicht essen, ich wollte doch nur probieren, ob das überhaupt schmeckt. Die Leute ließen sich nicht aufhalten. Das hatten sie wohl schon länger nicht mehr gemacht.   

Als die Säcke voll waren, wurden sie mit den Seeigeln darin geschüttelt. Dadurch brachen die Stacheln ab und die Seeigel konnten gefahrlos aufgebrochen und ausgenommen werden. Was essbar ist, passt auf wenige Teelöffel und ist eigentlich Seeigelkaviar, der sich an der Schale anschmiegt. Man kann ihn nur ganz frisch genießen. Er schmeckt leicht nach Fisch und Meerwasser.

Überfahrt nach Camiguin

Überfahrt nach Camiguin

Camiguin ist eine größere Vulkaninsel, mit zirka vierzig Kilometern Durchmesser, zwischen unseren Urlaubsort und Mantique. Wir erkundeten sie im Rahmen eines Tagesausfluges. Ein Boot brachte uns von Mantique nach Camiguin.

Katibawesan-Wasserfall

Katibawesan-Wasserfall


Mit einem Mietfahrzeug fuhren wir um die Insel.

Unser erstes Ziel war der Katibawesan-Wasserfall. Er liegt mitten im Urwald, zirka vier Kilometer von der Küste entfernt. Der Wasserfall ist ungefähr siebzig Meter hoch. Sein Wasser füllt ein Bassin am Fuße des Wasserfalles. Das Wasser hat Trinkwasserqualität.

 

Forschungsstation auf den Hibok-Hibok

Forschungsstation auf den Hibok-Hibok

Einer der sieben Vulkane, die Camiguin „gebaut“ haben ist der Hibok-Hibok. Er ist heute noch aktiv. Eine seismologische Station, die man besuchen kann, überwacht den Vulkan, der seit rund fünfzig Jahren ruhig ist. Trotzdem zählt er zu den gefährlichsten Vulkanen der Erde.
Im Dezember 1951 gab es den letzten großen und verheerenden Ausbruch. Eine pyroklastische Wolke tötete damals innerhalb von Sekunden fünfhundert Menschen und zerstörte die Stadt Mambajao zu Füßen des Hibok-Hibok.
Heute befindet sich ein Kratersee auf dem Hibok Hibok, der sehr säurehaltiges Wasser beinhaltet. Wer gut zu Fuß ist und Zeit hat, kann zum Gipfel des Vulkans steigen. Es sollten aber mindestens zwei Tage veranschlagt werden.

Heiße Quelle

Heiße Quelle

Ein weiteres interessantes Ziel sind die heißen Quellen Ardent-Hot-Springs. Es ist eine wirklich große Anlage vergleichbar mit einem Kurviertel. Man kann sich dort sogar in einen Bungalow einmieten. Drumherum gibt es einen schönen Garten.
Das Zentrum der Anlage ist der Pool. Das heißt, es sind eigentlich zwei Pools, aus Natursteinen gemauert.
Das ziemlich heiße Wasser, man kann kaum darunter fassen, fließt aus einer Quelle direkt in einen der Pools. Dort hält man es nicht lange aus, trotzdem ein Bach durch diesen Pool geführt wird, der das Wasser auf eine erträgliche Temperatur abkühlt.
Wenn das Wasser dann den nächsten Pool erreicht, ist es schon etwas abgekühlt und es ist angenehm warm. Da macht der Aufenthalt schon mehr Spaß. 

Kalte Quelle

Kalte Quelle

Nach den heißen Quellen besuchten wir kalte Quellen, die Sto.-Niño-Cold-Springs. Wie so vieles auf Camiguin sind auch diese Quellen nur über einen holprigen Waldweg zu erreichen. Die Sto.-Nino-Cold-Springs sind eine wunderschöne Anlage, die ein Sommerparadies für Reiche sein könnte.
Zentrum der Anlage ist der Pool aus Natursteinen und Mörtel. In seinem Inneren treten mehrere kalte Quellen aus der Erde. Das überschüssige Wasser läuft über eine Art Rutsche mit Hindernissen wieder ab.
Über den Pool an einem Hang stehen mehrere schöne Bungalows, die man mieten kann. Ein großer Grillplatz mit mehreren Grillhütten lädt zu gemütlichen Runden ein und Kioske mit verschiedenen Angeboten sorgen für das leibliche Wohl. 

Vulkan auf Camiguin

Vulkan auf Camiguin

Camiguin´s Landschaft ist sehr viel grüner als anderswo. Das kommt daher, dass es auf der Insel sehr viel regnet.

Tauchen in der Inselwelt der Philippinen

Auf unseren Fahrten zu den Tauchplätzen, aber auch an der Vulkaninsel Camiguin vorbei zur Koralleninsel Mantique, konnten wir manchmal Delphine beobachten. Einmal sprang ein kleiner Manta in einiger Entfernung aus dem Wasser.
In Massen hingegen kann man fliegende Fische sehen. Sie legen recht große Entfernungen über der Wasseroberfläche zurück, bevor sie wieder in ihr Element zurückkehren.

Tauchboot

Tauchboot

Unser Tauchboot war ein landestypisches Auslegerboot, das für die Bedürfnisse der Taucher umgebaut worden ist. Es bietet sechs Tauchern und ihrer Ausrüstung bequem Platz.
Zwei Philippinos kümmerten sich um Boot und Taucher. Wir brauchten uns um nichts zu kümmern, sie schleppten die Tauchflaschen, sie bauten die Ausrüstung zusammen und wieder auseinander, spülten die Sachen und legten uns die Ausrüstung sogar an. Wir konnten uns voll auf unsere Entspannung und die Taucherei konzentrieren. Es war der erste und der einzige Urlaub, in dem wir superfaul waren. 

Das Wasser ist glasklar und türkis und voll von Leben. Wir konnten die kleinen Fische noch in zehn Metern Tiefe spielen sehen. Hier muss das Tauchen Spaß machen.

White Island

White Island

White Island hieß ein Tauchplatz von Balingsag in Richtung Cagayan d´Oro. Es ist eigentlich eine über Wasser ragende Sandbank, auf der ein Ranger seine Beobachtungshütte hat. Es gibt sonst gar nichts auf dieser Insel, nur Sand.
Um White Island herum fällt das Riff stellenweise sehr flach ab, an manchen Stellen dazwischen geht es jedoch ziemlich steil abwärts.

Korallenlandschaft

Korallenlandschaft

An einer der steil abfallenden Stelle tauchten wir am Ankerseil ab. Wir erreichten einen Canon, schön breit und nicht zu tief. An den Hängen wachsen schwarze Korallen, deren Polypen wie Schnee aussehen. Unmengen von Fischen, kleiner und mittlerer Größe, tummelten sich zwischen dem Bewuchs.
In dreißig Metern Tiefe erreichten wir den Sandgrund, in dem Röhrenaale zu Hause sind. Diese kleinen Aale sind sehr scheu und verschwinden in ihren Löchern, sobald man ihnen zu nahe kommt. Man braucht dann eine Menge Geduld und vor allem genug Luftvorrat, um sie wieder zu sehen.

kleiner Strahlenfeuerfisch

kleiner Strahlenfeuerfisch

Die zierlichen und sehr schönen Feuerfische, hier Strahlenfeuerfische, konnten wir häufig beobachten. Sie versteckten sich jedoch hinter Korallen und Schwämmen.
Die Schwämme haben hier zum Teil enorme Ausmaße. Sie bieten ein gutes Versteck für so manchen kleinen Meeresbewohner. Die Tonnenschwämme sehen aus wie überdimensionale Vasen, sind aber nicht sehr stabil.

Schwämme und Korallen

Schwämme und Korallen

Ein Stück weiter steht ein großer Felsen in der Landschaft, der bis fast unter die Oberfläche reicht. An seinem Fuße entdeckten wir einen großen Juwelenzackenbarsch. Fische in dieser Größe sind selten geworden, da die Fischer alle wegfangen oder harpunieren, wo sie ihrer auch habhaft werden.
Sonst entdeckten wir einen Riesenkugelfisch und einen  Schwarm Kalmare. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ansonsten gibt es Nacktschnecken, schwarz-weiße Seegurken und blaue Korallen. 

Tischkoralle

Tischkoralle

An einer anderen Stelle stehen kleinere Korallenblöcke auf dem weiten Sandgrund. Diese sind Inseln des Lebens. Wir glaubten nicht, was sich uns dort an Vielfalt von Leben bot. In und um diese Korallenblöcke herum findet ein überschwengliches Leben statt. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollten. Neben bekannten Aquarienfischen tummelten sich dort braune Schnapper, kleine Trompetenfische, Büschelbarsche und die lustigen, rot-gelb quergestreiften Seenadeln. Über allem thronten gelbe und hellgraue Gorgonien. 

Da es unser erster großer Tauchurlaub war, war das alles sehr aufregend und exotisch. Tauchen auf den Philippinen ist unglaublich.

Am Hausriff Constancia vor Balingasag hatten wir ein einmaliges Erlebnis. Wir tauchten in etwa zehn Metern Tiefe auf dem Riffdach. Die Sonne strahlte alles wunderbar an. Die Farben der Korallen und Fische waren herrlich. Da fiel mir ein leuchtendblauer Seestern auf, den ich mir genauer ansehen wollte. Wie ich dann heran kam, sah ich etwas, was nicht so recht in die kantige Landschaft passte. Ich sah noch genauer hin und konnte eine Flosse ausmachen, die sich an eine Koralle schmiegte. Nur ganz langsam erschloss sich mir ein Anglerfisch. Der war so gut getarnt, dass sich seine Konturen wirklich nur sehr langsam von der Umgebung lösten.
Ich holte Klaus heran und zeigte ihm die Stelle. Er schüttelte immer nur den Kopf, konnte nichts sehen. Ich zog ihn heran, er stieß schon fast mit der Nase an den Fisch, ehe er ihn entdeckte.
Zu unserem unendlichen Glück entdeckten wir in dessen Nähe einen zweiten Anglerfisch, es war also ein Pärchen. Es ist nur den wenigsten vergönnt, einen Anglerfisch zu sehen, wir hatten gleich zwei auf einmal.

Ein weiteres aufregendes Geschöpf, typisch für die Philippinen ist die Geistermuräne. Da ich sie nur von Bildern her kannte, hatte ich keine Vorstellung, wie groß sie ist. Konnte man sie mühelos sehen oder muss man sie auch entdecken? Da sie auf Bildern immer im Sandboden sitzt, suchte ich die größeren Sandflächen ab, doch dann fand ich eine in einem Riff, das ganz kleine Sandflächen hatte. Dort hatte sie ein gutes Versteck gefunden. Diese Geistermuräne war leuchtend blau mit einem gelben Gesicht, winzig und hauchzart. Sie wiegte sich in ihrem Sandloch hin und her. Später fanden wir dann immer wieder Geistermuränen. Es sind wunderbare Geschöpfe, die mich in ihren Bann zogen. 

Ein anderes schönes Erlebnis hatten wir bei Camiguin. Wir wollten schon auftauchen, als wir eine schöne große Sepia sahen. Wir konnten uns sogar soweit nähern, dass wir ihr herrliches Farben- und Musterspiel erleben konnten. Diese Sepia war wirklich groß und mindestens genauso neugierig auf uns wie wir auf sie. Doch sie hielt immer einen Mindestabstand ein. Kamen wir ihr zu nahe, zog sie sich genauso weit zurück und umgekehrt.
Wir freuten uns über diese Begegnung sehr. Es ist äußerst selten, sie so zutraulich zu erleben. Irgendwann ging uns dann die Luft aus und wir mussten uns von ihr trennen.

Korallengarten

Korallengarten

Das Boreas-Riff, das eine viertel Stunde Bootsfahrt von Mantique aus im Freiwasser liegt, hat eine phantastische Unterwasserwelt zu bieten. Wir hatten bisher schon viel gesehen und erlebt, doch hier kam uns alles noch größer und noch schöner vor. Wir konnten Makrelenschwärme, große Süßlippen, extra große Trompetenfische und eine Unmenge anderer Fische sehen. Sogar einer Schildkröte begegneten wir, worüber wir uns sehr freuten. 

Ein weiterer Tauchplatz in der Nähe von Mantique ist der Korallengarten, der seinen Namen echt zurecht trägt. Das Riffdach liegt in etwa sechs Metern Tiefe und es sieht aus wie im Märchen. Lauter kleine Korallen, dazwischen nicht zu große Sandflächen und bunte Fische und Schnecken ohne Ende.
Am Fuße des Riffes in den endlosen Sandflächen trafen wir unverhofft auf einen Schlangenaal. Diese Begegnung wie auch die mit dem Anglerfisch war bis heute die einzige Begegnung mit einem Schlangenaal. Er streckte aber nur seinen Kopf aus dem Sand, der Rest war im Boden vergraben. Seine Augen drehten sich hin und her. Er ließ sich von uns gar nicht stören. Womit hatten wir nur soviel Glück verdient?

Seegraswiese

Seegraswiese

Weitere Fische und Meerestiere, denen wir in den Tauchgründen der Philippinen begegneten waren Flötenfische, Yellow-Barrakudas, Kissenseesterne, Dornenkronen, Porzellankrebse, Federsterne ohne Ende in verschiedenen Farben, Igelfische, Korallenwelse, Scherenmesserfische, Drückerfische, einen Schiffshalter, Fledermausfische, einen Mirakelbarsch, Christbäumchen und und und. Die Philippinen sind ein wirklich lohnendes Tauchreiseziel. 


Die Philippinen waren auch schon Euer Reiseziel und Ihr möchtet gern Tipps, Empfehlungen oder Anregungen weitergeben, dann könnt Ihr dies gerne unten mit der Kommentarfunktion tun. Wir sind gespannt.

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