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Archiv für die Kategorie “Spanien/Portugal”

Vögel Spaniens/Portugals

Auch in Spanien und Portugal sind viele Vogelarten zu finden. Sie sind entweder einheimisch, halten sich als Wintergäste auf oder ziehen auf ihren jahreszeitlichen Wanderungen hindurch. Besonders viele Vogelarten schätzen auf Grund der natürlichen Gegebenheiten das Ebrodelta oder die Trafalgar-Küste in Spaniens Süden. Auf unserer 6-monatigen Reise durch diese beiden Länder sind uns wieder zahlreiche Vogelarten vor die Linse geraten. Leider sind nicht alle Bilder, wie man sie sich wünscht, da die Entfernungen teilweise zu groß waren. Ich möchte Euch die Bilder aber nicht vorenthalten und bitte für die schlechte Qualität um Entschuldigung.

Ich würde mich auch freuen, wenn mir jemand von Euch bei der Bestimmung der mir unbekannten Arten helfen kann, sei es in dieser Rubrik oder in den anderen Vogelwelten.

Es gibt natürlich noch viele Vogelarten mehr in Spanien und Portugal, aber entweder sah ich sie nur einmalig, oder sie blieben ständig verdeckt, oder sie waren einfach zu aufgeregt, um sie fotografieren zu können. Trotzdem bin ich wiedereinmal stolz auf meine Ausbeute und es hat wie immer Spaß gemacht.

Allgemein

Greifvögel

Enten und Taucher

Küsten- und Wasservögel

Schreitvögel

 

 

 

 

 

 

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Tourkarte Spanien/Portugal

Fünf Monate hatten wir Gelegenheit, auf einer Rundfahrt die Küsten Spaniens und Portugals zu entdecken. Da nicht immer alles so funktionierte, wie wir uns das vorgestellt hatten, wurde zuletzt die Zeit zu knapp, auch noch in den Nordwesten Spaniens zu fahren. Das ist sehr schade, dafür kamen wir in den Genuss, etwas vom Landesinneren Nordspaniens zu sehen. Diese Gegend ist überraschend anders und mindestens genauso schön, wie dass, was wir bis dahin erlebt hatten.
Auf der Tourkarte Spanien/Portugal könnt Ihr nun unsere Rundreise besser nachvollziehen.

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Donostia

unterwegs nach Zumaia

Von Santander über Bilbao nach Donostia-San Sebastian fuhren wir immer auf der N634, mal direkt an der Küste mit wunderschönen Aussichten, mal durch tolle Bergwelten, mal an einem Fluss entlang. Der Frühling ist weit fortgeschritten, alles grünt und blüht. In den Berglandschaften kommt man sich wie in den Alpen vor, mit Almen und Kühen. Nur die Häuser und Eukalyptusbäume verraten, dass es nicht so ist.

baskische Schriftzüge

Irgendwann ändern sich die Namen der Orte. Etwas später überquert man die Grenze von Kantabrien ins Baskenland. Was Wales für die Engländer ist, ist das Baskenland für die Spanier. Es ist eine eigenständige Region mit eigener Sprache und eigener Flagge. Anscheinend ist das Baskisch fast genauso schwer über die Zunge zu bringen wie das Walisisch. Die Buchstaben z, tz und tx kommen ganz oft vor, und die Kombination der Buchstaben ist auch schwer auszusprechen.

Zumaia

In Zumaia, kurz vor Donostia, legten wir eine Zwischenübernachtung in der Nähe der Marina ein. Ein kleiner Stadtbummel machte uns mit Zumaia bekannt. Die Stadt liegt zwischen dem Atlantik und dem Auslauf des Río Urola. Sie besitzt sogar eine kleine Werft. Bei Ebbe entdeckt man mehrere Wracks von alten Fischerbooten.
In Zumaia erfuhren wir auch, dass es einen weiteren Jakobsweg gibt, einen immer an der nordspanischen Küste entlang, mit Ziel Santiago de Compostela. Auf diesem sind auch nicht gerade wenige Leute unterwegs.

Donostia

Donostia ist der baskische Name der Stadt kurz vor der französischen Grenze. Die Spanier nennen sie San Sebastian. Alte Häuser und gemütliche Gassen sucht man in Donostia vergebens. Keines der großen und hohen Häuser ist älter als 170 Jahre. Die Innenstadt sieht wie einer der alten Badeorte europäischer Küsten aus. Zwei spanische Königinnen zeichnen dafür verantwortlich, die sich um den Wiederaufbau bemühten, nachdem Donostia Anfang des 19. Jahrhundert auf Grund einer Belagerung und ihrer Folgen vollständig niederbrannte. Mehrere Prachtbauten sind im Innenstadtbild zu bewundern.

Brückenschmuck

Schön ist auch die Lage an einem sichelförmigen und geschützten Strand. Eine Halbinsel trennt den Strand von der Flussmündung. Über den Fluss spannen sich vier verschiedenartige Brücken und man kann auf beiden Seiten an seinem Ufer entlang schlendern.

im Casa Alcalda

Die Spezialität der Stadt sind Tapas, wie wir sie nur hier gesehen haben, hoch belegte Baguettscheiben in vielen verschiedenen Kombinationen aus Schinken, Käse, Fisch und vielem mehr. Die meisten Bars, die diese Tapas anbieten, sind auf der Kale Nagusia zu finden, die direkt zur Iglesia de Santa María führt. Man sucht sich einfach seine Lieblingstapas aus und bezahlt diese an der Bar, wie an einem Buffet. Alle Bars haben etwas Besonderes, aber wir fanden die Casa Alcalde am dekorativsten und quirligsten.

Das Wohnmobil kann man auf dem Parkplatz der Arena stehen lassen. Von dort aus ist es gut eine halbe Stunde Fussweg in die Innenstadt.

Santander

entlang des Jakobsweges

Von Ponferrada aus fuhren wir nun immer am Jakobsweg entlang, zuerst auf der A6, später auf der N120 nach León, um der mautpflichtigen Autobahn zu entgehen. Genau neben der N120 verläuft der meist als Trampelpfad sichtbare Jakobsweg. Da müssen hunderte, wenn nicht über tausend Leute am Tag auf diesem Weg unterwegs sein. Alle haben das selbe Ziel: Santiago de Compostela. Fünf bis sechs Wochen ist man da wohl auf dem spanischen Abschnitt zu Fuß unterwegs. Bis zur spanischen Grenze ist jeder Weg, den jemand von zu Hause aus nimmt, der Jakobsweg. In Spanien treffen sich alle auf dem selben Weg.

Hochebene mit Picos de Europa

Von León aus folgten wir der A231 bis kurz vor Osorno, wo die A67 nach Norden, nach Santander abbiegt. Lange Zeit hat man den Blick auf die schroffen zweitausender-Gipfel der Picos de Europa.
Auf dem ersten Parkplatz übernachteten wir. Um die 180km lagen an diesem Tag hinter uns. Dafür brauchten wir 5 Stunden. Nachdem wir hinter Ponferrada noch einmal einen sehr langen Anstieg mit 5% hinter uns gebracht hatten, kamen wir zum Pass Puerto de Manzanal, der auf 1221m liegt. Danach ging es wieder ein Stück bergab und wir fuhren den Rest der Strecke bis kurz vor Santander auf einer Hochebene, die auf über 800m liegt, immer noch den Blick auf die beeindruckenden Picos de Europa. Die Temperaturen sind auf der Hochebene wesentlich niedriger, als wir es in den letzten Wochen gewohnt sind.

Palacio de la Magdalena

Wir stehen für zwei Nächte auf dem Womo-Stellplatz Somo-Park in Somo, einem kleinen Ort östlich von Santander. Es ist jetzt deutlich zu merken, dass wir im Norden Spaniens sind. Die Zeiten mit knapp 30 Grad sind vorbei. Jetzt bringt die Sonne selbst auf Meereshöhe nur noch 20 Grad, aber der Wind drückt die Temperaturen auf gefühlte 17 Grad.
Die Stadt Santander ließen wir diesmal links liegen und besichtigten lieber die ruhigeren Ecken drumherum. Vom Fährhafen legen Autofähren nach Südengland ab. Fährt man die Straße bis zum Ende weiter, kommt man zu der breiten Promenade. Dann wird es langsam immer ruhiger, bis die Straße zu Ende ist. Dort liegt eine Halbinsel mit dem Palacio de la Magdalena. Die ganze Halbinsel ist als Park angelegt. Auf einem Rundweg lassen sich viele schöne Aussichten genießen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete große Palast im englischen Stil ist der Blickfang. Von der Terrasse hinter dem Palast blickt man zur Leuchtturminsel draußen vor der Bucht. Am Ende des Rundweges wurden mehrere Gehege angelegt, in denen Pinguine, Seehunde und Seelöwen leben und schwimmen. Es gibt jedoch noch einiges mehr zu sehen oder man sonnt sich am Strand.
Ein weiterer Strand, der Primera Playa del Sardinero, befindet sich nördlich der Halbinsel, mit Blick auf einen weiteren Leuchtturm, den Faro de Cabo Mayor.

verwunschenes Haus

Auf dem Kap am anderen Ende dieses Strandes befindet sich ein Golfplatz. Dann fährt man noch ein Stück weiter nördlich und kommt so bald zum Leuchtturm am Cabo Mayor. Kurz davor steht ein altes Herrenhaus, von dem nichts mehr zu sehen ist. Die komplette Fassade ist mit Grün zugewachsen. So macht es einen sehr verwunschenen Eindruck.

Küste und Faro de Cabo Mayor

Vom Leuchtturm Faro de Cabo Mayor aus blickt man auf die Biskaya und hinüber nach Santander. Die Küsten sind hier oftmals Steilküsten. Die Landschaft erinnert uns stark an die britischen Küsten, felsig, rau, grüne Wiesen und blaues Wasser.

Eine Rolle Klebeband und ein Stück Plane besiegelten zwei Freundschaften auf dem Stellplatz in Somo. Nach unserer Ankunft dort kam ein englisches Wohnmobil. Das Pärchen bat uns um Hilfe, weil sie das komplette Fenster über dem Fahrerhaus auf der Autobahn verloren haben, ohne Vorwarnung. Gemeinsam lösten wir das Problem und sie waren so dankbar, dass sie uns gleich zu einem Glas Wein einluden. Etwas später gesellte sich ein zweites englisches Pärchen zu uns und bot seine Unterstützung an. So erweiterte sich die Runde von einer Flasche Wein zu einem geselligen Abend. Nach einem zweiten gemeinsamen Tag tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und versprachen, einander zu besuchen, wenn es irgendwie möglich wäre.

Ponferrada

Rio Sil

Das Höhenprofil zwischen Monforte und Ponferrada sah auch wieder vielversprechend aus. Diesmal fährt man die meiste Zeit am Rio Sil entlang, aber nicht hoch oben, wie sonst, sondern fast auf gleicher Höhe. Die Straße führt zuerst durch eine schöne Berglandschaft bis an den Rio Sil heran, den sie dann bis O Barco begleitet. Dort schneidet die Straße die Flussbiegung ab und trifft ihn dann bei Cova wieder. Unsere Quellen berichten, dass der Rio Sil ein Goldfluss war.
Nun noch einmal über einen Berg hinüber und wir hatten es geschafft. Nun öffnet sich das Tal zu einer weiten Ebene, in der Ponferrada liegt.

Templerfestung

Ponferrada ist einer der Orte, die auf dem Jakobsweg liegen. Der Womo-Stellplatz befindet sich direkt neben der Herberge für die Pilger, am südöstlichen Rand der Altstadt. Es ist nur ein kurzer Fußweg dorthin. Beeindruckend sind die Basilika und die Templerfestung. An der Stelle einer alten keltischen Anlage bauten Ende des 12. Jahrhunderts die Tempelritter eine Festung, die sie bis zur Auflösung des Templerordens im Jahre 1307 mehr oder weniger in Besitz hatten. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte zweimal erweitert. Der Haupteingang sieht wie ein Märchenschloss aus.

Prozession zu Karfreitag

Viele alte Häuser, verfallen oder rekonstruiert, zieren die Gassen der Altstadt. Da in dieser Gegend Schiefer vorherrscht, sind fast alle Häuser mit Schiefer gedeckt, aber nicht fein säuberlich und einheitlich, wie in Deutschland, sondern mit größeren und unregelmäßigen Platten. Dies sieht sehr natürlich aus und passt in die Landschaft.
Am Vorabend des Karfreitag fand in Ponferrada eine Prozession statt. Ein Wagen mit der Darstellung des Abendmahls wurde von Personen begleitet, die allesamt in Kutten der Templer gekleidet und gruppenweise verschiedenfarbige, hohe Kapuzen auf dem Kopf hatten. Am nächsten Tag hörten wir wieder die melancholischen Klänge der Blasinstrumente und Trommeln. Wahrscheinlich findet wohl bis einschließlich Ostermontag jeweils eine Prozession statt.

Valdefrancos

Ein Ausflug von Ponferrada in die nahen Berge im Süden zeigte uns eine vollkommen andere Seite Spaniens. Eine schmale Landstraße führt durch idyllische kleine Bergdörfer in die Montes Aquilanos, die ein Teil der Sierra del Teleno sind. In Valdefrancos hielten wir zum ersten Mal. Das kleine Dorf liegt an einem Bach, besitzt eine kleine Kirche mit Storchennest darauf, eine alte Bogenbrücke und viele traditionelle Häuschen. Die Häuser sind aus Natursteinen gebaut. Alle über die Steinfassade herausragenden Anbauten, Balkone, Erker usw. bestehen aus Holz. Das sieht toll aus.

San Clemente de Valdueza

In San Clemente de Valdueza stoppten wir zum zweiten Mal. Ein Stück der Straße durch das Dorf ist gerade einmal breit genug für ein Auto. Man sieht beim Durchfahren nicht, ob jemand entgegen kommt. Wenn ja, dann muss jemand von den Beiden zurück, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Der rechte Teil des Dorfes ist sehr hübsch, geradezu dekorativ. Viele der alten Häuser sind rekonstruiert und heute wieder schöne Schmuckstücke. Die Gassen sind so eng, dass es keinem Auto möglich ist, hindurchzufahren.

Montes de Valdueza

Kurz vor dem Ende der Bergstraße, biegt eine weitere Straße zum Kloster Montes de Valdueza ab. Mitten im Nirgendwo der Bergwelt liegt das idyllischste Dorf der Strecke. Das Kloster wird zwar gerade rekonstruiert, aber der Rest des Dorfes sollte Stück für Stück erkundet werden. Die Häuser gruppieren sich in einem weiten Bogen über dem Tal, mit einer herrlichen Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge. Im Moment liegt sogar noch teilweise Schnee. Man gewinnt den Eindruck, als würde sich das Dorf für den Titel Weltkulturerbe bewerben. An allen Ecken wird rekonstruiert.
In der Nähe der Kirche findet man die kleine Cantina. Die ist so hübsch, dass wir für einen Café einkehren mussten. Als die zwei Tassen kamen, standen auch ein Zuckerdöschen und eine kleine gläserne Flasche mit einem kleinen Ausgießer auf dem Tisch. Was ist das wohl? Wasser mit einem Ausgießer? Essig? Nur eine Probe konnte die Frage beantworten. In der kleinen Flasche war Selbstgebrannter. Das war etwas Neues für uns, Kaffee mit Selbstgebranntem verfeinern. Wir nutzten auch gleich wieder die Gelegenheit und kauften sehr günstig etwas davon, in einer Weinflasche abgefüllt.

Nichts geht mehr

Auf dem Weg zum Ende der Straße ins Dorf Peñalbe de Santiago war es dann soweit. Es war eingetreten, was wir befürchtet hatten. Nichts ging mehr. Ein paar Autos hatten sich auf der engen Straße so verkeilt, dass niemand mehr vor oder zurück kam. Sollte unsere Tour hier, so kurz vor dem Ziel zu Ende sein? Während Klaus umdrehte und ein Stück zurück fuhr, lief ich weiter. Es waren nur noch knapp drei Kilometer Weg bis oben. Irgendwann kam dann das ein oder andere Auto von unten an mir vorbei. Als ich einen kleinen Wasserfall erreicht hatte, etwa auf halbem Weg, kam Klaus und sammelte mich auf. Es wäre keine schlechte Idee, wenn man festlegen würde, dass die Autos vormittags nach oben und nachmittags nach unten fahren würden. Denn gäbe es keine Knäule von Autos unterwegs.

Peñalbe de Santiago

Peñalbe de Santiago ist ein Vorzeigedorf. Fast alle Häuser sind im gleichen traditionellen Stil wie in den anderen Dörfer gebaut und in bestem Zustand. Die Cantina ist überfüllt, aber es gibt noch andere kleine Kneipen. Der Ort liegt nicht so hoch, wie wir erwartet hatten. Bis zur derzeitigen Schneegrenze sind es noch viele Meter Höhenunterschied, so dass es diesmal nicht für eine Schneeballschlacht reichte. Der höchste Berg hier hat keinen Namen und ist 2135m hoch.
Trotz des touristischen Flairs macht es Spaß, durch die hübschen Gassen zu schlendern oder vom höchsten Punkt über die Schieferdächer hinweg in die Bergwelt zu schauen.
Auf den Rückweg gab es weniger Probleme mit der schmalen Straße, denn die meisten Autos wollten nun wieder nach unten.

Monforte de Lemos

Praia de Afife

Wie schon berichtet, müssen wir unsere Spanien-Portugal-Rundreise abkürzen. Da uns jetzt jedoch jede Menge Berge im Weg stehen, suchten wir die Strecke mit den wenigsten Bergen heraus. Das hieß zuerst, weiter der Costa Verde zu folgen. Immer auf der N13 nach Norden fahrend, überquerten wir bei Viana do Castelo den Rio Lima, und zwar auf einer von Gustav Eiffel konstruierten Brücke. Diese ist aber nicht so spektakulär wie die bisher gesehenen Bogenbrücken. Die Brücke über den Rio Lima besteht nur aus einem gerade verlaufenden Fachwerk mit einer Fahrbahn.
Von hier aus führt die N13 wieder direkt an der Küste entlang. Am Praia de Afife fanden wir noch einmal einen schönen Stellplatz direkt hinter dem Strand. Nur ein kurzer Fußweg in Richtung Süden kommt ein kleines Flüsschen aus den Bergen und windet sich auf den letzten Metern durch den Strand. Sein Wasser ist glasklar.
Der Strand an sich ist wieder oft mit großen Felsenformationen durchsetzt. Durch die Dünen kann man auf einem Bretterweg laufen.

Valenca

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt auf der N13 fort und kamen so zum Rio Minho, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Seine Mündung ist sehr breit und mitten drin steht ein kleines Fort auf einer Insel.
In Valen
ç
a, leider stehen in der West-Ost-Richtung keine Parkplätze zur Verfügung, um sich die Flusslandschaft anzusehen, überquerten wir den Rio Minho nach Spanien. Nun befuhren wir die A55 und bogen dann auf die A52 nach Ourense ab. Ourense kann, wie viele Orte in den weiteren Umgebung mit Thermalquellen aufwarten. Bis hierher wäre die Tour für einen Tag schon lang genug gewesen, aber es fand sich kein geeigneter Stellplatz. Nun hätten wir drei Straßen gehabt, auf denen wir unsere Fahrt fortsetzen könnten. Ein Blick auf die Höhenprofile im Navi sagte uns, dass die N120 nach Monforte am wenigsten bergig ist.

Monforte

In Monforte de Lemos wartet ein Stellplatz, der groß genug ist. Nach einer ganzen Tagestour erreichten wir endlich die Stadt am Rio Cabe. Der Stellplatz befindet sich direkt am Fluss, gegenüber des Castells. Schnell ist man zu Fuß durch die Stadt spaziert. Der Weg hinauf zum Castell lohnt sich, denn man hat von dort oben einen 360°-Blick über das Umland. Im Gebäude des Castells ist ein Hotel unterbracht.
Ein Spaziergang am Ufer des Rio Cabe zurück, immer mit dem Castell im Blick, ist sehr erholsam.

Porto

Wir in Porto

Porto ist die unglaublichste Stadt und in unseren Augen wohl die schönste Stadt, die wir im Laufe unseres über dreißigjährigen Reiselebens je gesehen haben, und wir sahen schon viele schöne Städte. Die Vollständigkeit des gesamten Ensembles der Altstadt, die Brückenbauwerke, der Rio Douro mit seinen traditionellen Booten und das Viertel mit den Portweinkellereien im Südteil der Stadt, all das ergibt ein einmaliges, in allem stimmiges Bild. Dazu kommt, dass alles gut zu Fuß zu erreichen ist. Die Standseilbahn auf der Altstadtseite sowie die Schwebebahn über die Dächer der Portweinkellereien hinweg setzen nochmal einen drauf. Aber von vorne:

Vila Cha im Nebel

Wir stehen drei Nächte nördlich von Porto, auf dem Campingplatz „Parque de Campismo Sol de Vila Chã“ bei Vila do Conde. Der ACSI-Preis liegt bei 15,-€/Nacht. Bis zum felsendurchsetzten Strand sind es 200m. Jeden Morgen um 8.30 Uhr, außer Sonntags, verkaufen die Fischer ihren frischen Fang zu günstigen Preisen.

Metrostation Trindade

3km von Campingplatz entfernt befindet sich der Metro-Bahnhof nach Porto. Eigentlich ist es ganz einfach, ein Ticket aus dem Automaten zu ziehen und in die Metro zu steigen. Wir hatten allerdings mal wieder Pech. Da wir an einem Sonntag fuhren, sind die Züge nur alle halbe Stunden unterwegs, normalerweise wohl alle 20min. Als wir am Bahnsteig das Ticket kaufen wollten, war diese Option am Automaten nicht zu finden. Das Ticket kostet pro Strecke 2,95€. Wir fragten einen jungen Mann, ob er uns helfen kann, aber auch er konnte nichts passendes finden. Er war mit einer Dauerkarte unterwegs, das funktionierte. Uns blieb nichts weiter übrig, als in den nächsten Zug zu steigen und am nächsten Bahnhof wieder auszusteigen. Dort konnten wir Tickets kaufen und mussten eine halbe Stunde auf den nächsten Zug warten. Nach eine knappen dreiviertel Stunde trafen wir in Porto ein, und zwar an der Metrostation Trindade. Das ist ein Superausgangspunkt für einen Stadtrundgang.

Praça da Liberdade

Gleich unterhalb befindet sich der Praça da Liberdade mit dem Rathaus am obersten Ende, Brunnen und weiteren prachtvollen Gebäuden an dessen Seiten. Am unteren Ende fahren die Busse zur Stadtrundfahrt ab.

Bahnhof São Bento

Hält man sich links, steht man gleich vor der Igreja dos Congregados, deren Fassade mit den typischen Azulejos geschmückt ist. Ein Blick ins Innere der Kirche ist angeraten.
Gleich nebenan steht der Bahnhof S
ã
o Bento, ein touristisches Highlight. Der Innenraum der Bahnhofshalle ist ebenfalls mit den allgegenwärtigen blau-weißen Fliesen geschmückt, die allesamt Bilder aus dem ländlichen Leben zeigen.

Blick von der Kathedrale

Schon ist man an der Kathedrale, von deren Vorplatz aus man schön zum Rio Douro und die angrenzenden Wohnhäuser hinunter blicken kann. In einiger Entfernung erhebt sich der Turm der Igreja dos Clérigos. Er gilt als der höchste Turm Portugals und ist auch vom Meer aus zu sehen.

Blick auf die Altstadtseite

Nun spazierten wir über die berühmte Brücke Luis I., die von Gustav Eiffel stammt. Oben fährt die Metro, unten die Autos. Fußgänger sind auf beiden Decks zu finden. Beim Hinüberlaufen auf dem oberen Deck weiß man gar nicht, wohin man sehen soll. Es gibt soviel Interessantes zu entdecken, dass es eine Weile dauert, bis man die andere Seite erreicht hat.
Nur wenige Meter weiter findet sich die Topstation der Schwebebahn, die die Fahrgäste für 6,-€/Person nach unten an das Flussufer bringt. Von hier oben hat man den besten Blick auf die Altstadt von Porto auf der anderen Seite des Rio Douro und die Ponte Luis I., ein unglaublich schöner Blick.

unser Probierpaket

Wir zogen es vor, zu Fuß durch die Gassen und über Treppen nach unten zu kommen. Dabei trafen wir zufällig auf den gemütlichen Verkostungskeller der Portweinkellerei „Royal Oporto“. Dies ist der internationale Name. Der portugiesische Name des Kellers ist Real Companhia Velha. Die Besucher werden auf das herzlichste willkommen geheißen. Wer eine Weinprobe möchte, der erfährt vorher alles über die angebotenen Sorten des Kellers, damit man auch weiß, was man da probiert. Danach sucht man sich ein Angebot für die Weinprobe aus und genießt. Nebenbei läuft ein Film ab, der einen Eindruck von den Weinbergen des Vale do Douro vermittelt. Das Gebiet ist gut mit den Weinanbaugebieten des Rheins zu vergleichen.

der Altstadt gegenüberliegende Seite Portos

Nach der sehr angenehmen Weinprobe spazierten wir zum Flussufer, um dort die Atmosphäre aufzunehmen. Hier findet man andere Portweinkellereien wie Sandeman, Porto Cruz oder Burmester. Einmal ist keinmal und so kosteten wir noch einmal beim Firmenverbund Burmester. Dieser Keller setzt auf Moderne, aber die angebotenen Portweine schmecken genauso gut.

Rio Douro

Vom Flussufer aus sieht Porto schon wieder anders aus, noch beeindruckender, noch einladender. Am Ufer liegen die alten Boote, mit denen vor langer Zeit die Portweinfässer zu den entfernteren Kunden verschifft wurden. Jeder Portweinkeller besitzt eines dieser traditionellen Boote. Eine Flussfahrt ist aber auch möglich, mit moderneren Ausflugsbooten.

Ponte Luis I.

Den Rückweg nahmen wir über das untere Deck der Ponte Luis I.. Blickt man nach rechts, sind noch drei weitere Brücken zu sehen. Eine davon gleicht der Ponte Luis I.. Sie stammt von einem Schüler Eiffels und unterscheidet sich nur durch das fehlende untere Deck.
Ein letztes Mal das Ufer des Rio Douro genießend, fuhren wir mit der Standseilbahn in die Oberstadt und richteten unsere Schritte zur Metrostation Trindade zurück.

Kommentar unserer lieben Womo-Bekanntschaft aus Óbidos – Roswitha und Robert aus Rodgau:

Liebe Angela, lieber Klaus,
ich habe euren Bericht über Porto gelesen und bin ganz überrascht über die Begeisterung. Porto ist schon schön, aber sie als die schönste Stadt zu küren, die ihr je gesehen habt – erstaunlich. Ich für meinen Teil bin von Wien so begeistert. Dein Bericht, liebe Angela, war eine schöne Zeitreise zurück. Ich bewundere deine professionelle literarische Ausdrucksweise und die Fotos erst, wie aus einem Kalender. Das habt ihr Beiden drauf. Einen Blick, wo man sich hinstellen muss um z. B. den Reiter im Vordergrund und das Rathaus vor das Objektiv zu bekommen. Herrliche Bilder von Fluß und Booten und Stadt. Toll.

Coimbra

Coimbra

Inzwischen haben uns wieder 4 Tage lang Regen, Sturm und Kälte begleitet. Für solch ein Wetter sind wir eigentlich nicht hier herunter gefahren, aber was will man machen.
Unser mobiles Heim wollte wohl unbedingt, dass wir Coimbra etwas intensiver kennenlernen als von uns geplant. Kurz vor Coimbra fuhren wir auf den Autobahnparkplatz und kamen dort erst einmal nicht mehr weg. Wie das immer so ist, passierte es natürlich wieder am Wochenende. Normalerweise fahren wir keine Autobahn, aber wenn der Motor heiß wurde, dann ging er an den unmöglichsten Stellen aus. Dann gab es keine Lenkung, keine Bremsen, nichts mehr, und dass womöglich in einer Serpentine dieser bergigen Landschaft. So konnten wir erst am nächsten Tag eine Werkstatt in Coimbra anfahren. Das bedeutete, dass wir die ohnehin schon gesalzene Maut doppelt bezahlen mussten, denn das Ticket ist immer nur für 12 Stunden gültig. Wenn man nach dieser Zeit in die nächste Mautstelle fährt, zahlt man das Doppelte, vollkommen unlogisch und ungerecht. Wir werden versuchen, den Mehrbetrag über unsere Versicherung zurückzubekommen, denn es war nicht unsere Schuld.
Jedenfalls wurden wir in Coimbra durch drei Werkstätten komplimentiert und keine konnte uns helfen. Am Ende halfen wir uns selbst mit einem Anruf bei einer Werkstatt in Deutschland. Die mussten jedoch das Teil erst in den USA bestellen und dann dauerte es, bis es hier in Coimbra ankam. So standen wir fast zwei Wochen auf dem schönen Womo-Stellplatz im Parque Verde am Rio Mondego. Allerdings fehlt uns nun diese Zeit für unsere Route, die wir zwangsläufig abkürzen müssen, um rechtzeitig Anfang Mai zu Hause zu sein.

Goldene Bibliothek im alten Universitätsgebäude

Coimbra ist Universitätsstadt. Die Universität wurde im Jahre 1290 gegründet, ist somit eine der ältesten Universitäten Europas und sorgte im Laufe der Jahrhunderte für den Aufschwung der Stadt. Man sagt, es ist ein „Muss“, die „Goldene Bibliothek“, die Biblioteca Joanina, zu besuchen und es ist wahr. Die prächtigen geschnitzten Bücherregale in zwei Etagen, die vielen Vergoldungen an den Stützen und Geländern, die Bemalung der Decken, alles im barocken Stil, dies ist wohl einzigartig. Leider darf in der Bibliothek nicht fotografiert werden. In dem Ticket von 10,-€ pro Person sind aber neben der Bibliothek auch das Universitätsgefängnis in deren Keller, die Kapelle São Miguel mit der prächtigen Orgel aus 1733 und der königliche Palast enthalten. Das alte Universitätsgebäude hat die Form eines U mit einem großen Platz in der Mitte. Vom freien Ende schweift der Blick wieder über einen Teil Coimbras mit dem Rio Mondego.

Parque Verde und Rio Mondego

Wer möchte kann für 2,-€ mehr auf den Glockenturm steigen und von dort oben einen 360°-Blick genießen. Das gesamte Ensemble ist sehr sehenswert, vor allem die kunstvoll gestalteten steinernen Tore, die in die verschiedenen Bereiche führen.
Ein Spaziergang durch das Universitätsviertel mit den neuen Gebäuden für die verschiedenen Studiengebiete, welches ganz oben auf einem Hügel angesiedelt ist, offeriert viele tolle Blicke hinunter in die Stadt, über den Rio Mondego und den Parque Verde.

Friedhof von Coimbra

In Coimbra kamen wir das erste Mal in den Genuss, einen portugiesischen Friedhof zu besichtigen. Solche Pracht haben wir noch nie auf einem Friedhof gesehen, und wir haben im Laufe unserer Reisen schon manches Mal gestaunt. Wie auf den spanischen stehen auch auf den portugiesischen Friedhöfen viele Mausoleen, die jeweils einer Familie gehören, nur dass diese richtig schön verziert sind. Während die Spanier die Särge durch Platten verdecken, so dass niemand herein sehen kann, sind in Portugal überall Glasscheiben davor. Es ist schon etwas gruselig, wenn man vor allem die alten, halb verfallenen Särge stehen sieht. Fast alle Särge sind jedoch meist mit goldenen oder weißen Decken bedeckt.

Torre da Almedina

Für einem Stadtbummel sollte man sich Zeit lassen und auch mal durch die ruhigen Gassen schlendern. Es lohnt sich. Die Altstadt, nach der römischen und iberischen Zeit eine ehemalige maurische Medina, bietet viele Überraschungen. Wer genau hinsieht, entdeckt sogar die Grundmauern des römischen Forums, auf denen später erst der Alcazar (maurischer Palast), später ein bischöflicher Palast und seit 1911 das Nationalmuseum Machado de Castro gebaut wurden. Eines der alten Stadttore aus dem Mittelalter, welches in einer 2km langen Stadtmauer integriert war, ist von der Fußgängerzone Rua Ferreira Burges zu erreichen. Wenn man durch dieses Tor geht, betritt man quasi eine andere Welt.

Igreja de Santa Cruz

An vielen Ecken erheben sich Kirchen. Einen Besuch lohnt auf jeden Fall die Igreja de Santa Cruz. Die Innenwände sind in der unteren Hälfte mit weiß-blauen Fliesen geschmückt, die Azulejos genannt werden. Sie wurden wie schon in der kleinen Klosterkirche von Peniche erwähnt bemalt.
Schmuckstücke der Kirche sind die steinerne Kanzel, der Hauptaltar und vor allem die Orgel, die neben den stehenden auch liegende Orgelpfeifen aufweist. In einem der Seitenschiffe ist zu sehen, dass die Kirche einmal umgebaut wurde, denn es sind noch alte Fenster und ein steinerner Bogen zu sehen, die nicht ins Bild passen.

Jardim da Manga

Biegt man am benachbarten Rathaus rechts ab und folgt der Straße, dann kommt man am Jardim da Manga mit einem Kunstwerk von Brunnen vorbei. Dieser wirkt inmitten der neuen Bebauung ziemlich deplatziert, schade.
Noch eine Ecke weiter steht die Markthalle der Stadt. Von außen nicht weiter erwähnenswert, weist sie im Inneren eine eigenartige Stahlkonstruktion auf. Leider ist von dem Gesamtbild kaum etwas zu sehen, da die Verkaufsbuden das meiste verdecken.

Aufzug in die Oberstadt

Hinter der Markthalle befindet sich ein Aufzug in die Oberstadt. Eine Fahrt kostet 1,60€. Von unten ist zu sehen, dass es noch ein Stückchen weiter nach oben geht, und zwar mit Hilfe einer Standseilbahn. Diese ist aber gerade außer Betrieb.
Sehr schön anzusehen ist auch der Largo de Portagem, der große Platz direkt im Anschluss an die Ponte de Santa Clara.
Einen anderen grandiosen Ausblick auf Coimbra bekommt man von der Veranda da Santa Clara geboten, die auf der Rua Mendes dos Remédios zu finden ist, auf der Flussseite gegenüber der Altstadt. Dort befindet sich auch eine Self-Service-Wäscherei.

Rio Mondego mit Dorf

Wer Flussromantik liebt, der fährt am besten von Coimbra aus Richtung Westen immer am Rio Mondego entlang. Die Straße führt etwas über dem Fluss durch eine traumhaft schöne Landschaft und gemütliche Bergdörfer. Es gibt auch zwei Möglichkeiten, an das Flussufer zu fahren und es sich an den Stränden gemütlich zu machen.

Kalkbrandöfen

Bei Penacova bogen wir in Richtung Luso ab, befuhren jedoch die kleinere der beiden parallel verlaufenden Straßen, die N235. In Casal de Santo Amaro, einem der kleinen Dörfer durch die man hier fährt, stießen wir auf eine Überraschung. In dem Tal wurde einst Kalkstein abgebaut und gebrannt. Eine Reihe alter Kalkbrandöfen stehen noch abseits des Straßenrandes und sind kostenlos zu besichtigen. Einer der alten Öfen wurde restauriert. Leider gibt es keine näheren Auskünfte dazu, interessant anzusehen sind sie allemal. Gleich dahinter lädt das winzige Restaurant Marilopes zum Café oder einem Gläschen Portwein ein. Hier ist man inmitten des ursprünglichen portugiesischen Lebens.

Brunnen in Luso

Auf der N235 weiter nach Luso fahrend, durchquert man manchen Weinberg und immer wieder Eukalyptuswälder. Kurz vor Luso biegt eine kleine Straße zum Aussichtspunkt Cruz Alta ab. An derem Beginn steht ein Kassenhäuschen, an dem 5,-€ fällig werden. Bis zum Aussichtspunkt sind aber dann noch 8-9 Kilometer zu fahren. Ein Hotel und ein Militärmuseum sind dort oben auch noch angesiedelt.
Luso selbst ist eine kleine Kurstadt mit Thermalquellen. Leider sind in Portugal wie auch in Spanien bisher alle Thermalquellen nicht frei zugänglich gewesen, sondern nur Kurgästen vorbehalten. Trotzdem lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch den schönen und gepflegten Ort.

Seit einer Woche haben wir nun endlich blauen Himmel, Sonne satt und 25-28 Grad. Der Frühling auf seinem Höhepunkt duftet herrlich süß. Trotzdem wir nun zwei Wochen wegen des Ersatzteiles verloren haben, hatten wir doch eine schöne Zeit hier. Es hätte uns auch auf einem lauten und ungemütlichen Platz erwischen können. Coimbra ist durchaus eine Stadt, in der es sich angenehm leben und erholen lässt.

 

Óbidos

Blick über Óbidos

Eine der beeindruckendsten Städtchen, die auf einem Hügel gebaut wurden, ist Óbidos. Die komplette Altstadt ist noch immer von einer Stadtmauer umschlossen, aus der einige Beobachtungstürme und die Burg herausragen. Mit dem Auto innerhalb der Mauern zu fahren, ist nur bedingt möglich, denn die Gassen sind zumeist sehr eng. Òbidos ist seit 1951 ein nationales Monument.

in Óbidos

Man sollte Óbidos auf zwei Wegen erkunden. Einmal durch Ablaufen der Stadtmauer mit den tollsten Blicken auf die Altstadt und das grüne hügelige Umland und zweitens am Boden durch die Gassen. Der Erhaltungszustand der Häuser ist recht gut und es macht Spaß, sich in den Gassen zu verlieren. Hier und da findet man schöne Details.
Die Spezialität in Óbidos, welche vor allem an den Wochenenden an jeder Ecke angeboten wird, ist ein Sauerkirschlikör im Schokobecher. Das kostet 1,-€ und schmeckt echt lecker.

Ginjinha Errik Rex

Ein Geheimtipp ist auch die Ginjinha Errik Rex. Die Bar ist auf Portwein spezialisiert, das Glas kostet 3,-€. Die Einrichtung ist rustikal und die alten Wände sowie die Decke sind mit alten und noch vollen Portweinschätzen bedeckt, aber auch mit allem, was mit Portwein zu tun hat.
Am höchsten Punkt von Óbidos steht die Kirche, die zwischen zwei Beobachtungstürmen eingebettet ist. Sie wird jedoch nicht mehr als Kirche genutzt, sondern ist jetzt eine Bücherei.

Santuário Senhor da Pedra

Die Gegend gehört zum westlichsten Ausläufer der Region Estremadura. Es ist das Land der Windmühlen, der Eukalyptuswälder, des Obst- und Gemüseanbaues sowie des Weinanbaues. Óbidos kann sogar mit einer Pousada aufwarten. Das sind Hotels, die sehr oft historische Mauern als Kulisse haben.
Vom südöstlichen Ende der Stadtmauer von Óbidos entspringt ein Aquädukt, der sich ein paar hundert Meter ins Land zieht.
Gleich in der Nähe steht das Santuário Senhor da Pedra, ein beachtlicher kirchlicher Bau. So schlecht der äußere Zustand ist, so schön ist das Innere.

Küste an Forte da Luz

Rund 20 km von Óbidos entfernt und an der Küste gelegen, befindet sich die Stadt Peniche. Die Stadt selbst ist nicht weiter attraktiv, alles ist neu, aber wenn man sich an der Westküste hält, trifft man alle paar Meter auf neue Attraktionen. Zuerst kommt man zu einem kleinen Fort, von dem noch die Mauern mit den kleinen Wachtürmchen stehen. Die befestigten Plätze an den Mauern, auf denen die Kanonen standen, sind auch noch erhalten. Daran schließt sich der Ortskern an, aus dem das heutige Peniche erwuchs.
Nur ein Stück weiter dem Weg folgend, trifft man auf die Reste des Forte da Luz. Das Meer hat sich schon große Teile des alten Forts geholt. Dort kann man das Auto stehen lassen, an der Steilküste entlanglaufen und die Schönheiten der Natur genießen. Auf einem einzeln stehenden Felsen im Wasser halten sich Kormorane auf. Noch ein Stück weiter ragt eine Felsenzunge heraus, vom wilden Atlantik umspült und geformt. In einiger Entfernung liegt die Insel Berlengas vor der Küste. Sie wird von Ausflugsbooten angefahren.

spektakulär

Nun fährt man wieder auf die Hauptstraße und folgt ihr weiter Richtung Leuchtturm. Ein kleiner Parkplatz lässt Neugierde aufkommen, die auch prompt befriedigt wird. Die Felsen der Küste sehen aus, als hätten Riesen mit flachen Steinplatten gespielt und damit die unglaublichsten Türme und Formen geschaffen. Die Kanten sind so scharf, dass die Atlantikwellen Gischt freisetzen, die hoch über die Felsen versprüht wird.
Wieder ein paar Meter weiter ändert sich das Bild leicht, denn nun ergänzen runde Formen das ansonsten kantige Bild. So etwas haben wir noch nirgends gesehen.

Círios de Nossa Senhora dos Remédios

An diese Formationen, an denen auch ein Pilgerweg entlangläuft, schließt sich eine Aussichtsplattform an. Gegenüber dieser Plattform steht das kleine Kloster Círios de Nossa Senhora dos Remédios. Es ist winzig und birgt eine wunderschöne Überraschung. Zuerst betritt man einen Innenhof, an den sich ein Vorraum anschließt. Durch eine weitere Tür tritt man in die tiefer gelegene Hauptkirche ein und verfällt im selben Moment in großes Staunen. Sämtliche Wände und die Gewölbedecke sind komplett von weiß-blauen Fliesen bedeckt, die mit Szenen aus der Bibel, Ornamenten und anderen Darstellungen bemalt wurden. Der Altarraum und die kleine Kapelle sind in Sandstein gehalten. Es ist das erste Mal, dass wir so etwas sahen. Wir haben schon gehört, dass es Kirchen in Portugal gibt, deren Fassaden über und über mit diesen weiß-blau bemalten Fliesen belegt sind. Darauf waren wir gefasst, aber solch eine Pracht in einer solch kleinen Kirche ist einfach großartig.

Fortaleza de Peniche

Damit hat man das Spektakulärste gesehen, was die Halbinsel Peniche zu bieten hat. Als nächstes kommt man zum Leuchtturm und fährt anschließend an einer Steilküste entlang, die erkennen lässt, dass sie an der windabgewandten Seite liegt. Kurz vor dem Hafen steht das große Fortaleza de Peniche. Das Fort ist über eine kleine Bogenbrücke zu erreichen und der Eintritt ist frei. Verschiedene Ausstellungen, teilweise wird für den Besuch Eintritt verlangt, berichten über die Geschichte von Peniche.

blühende Nektarinenbäume

Wir stehen auf dem ruhigen Womo Stellplatz „Casa Azzura“ in dem kleinen Örtchen Trás do Outeiro ganz in der Nähe von Óbidos, inmitten von Nektarinen- und Birnenplantagen. Die sehr nette deutsche Familie, die den Platz führt, organisiert ab und zu Abendessen in kleinen und gemütlichen portugisieschen Kneipen. Für kleines Geld isst man authentisch und superlecker. Sie haben natürlich auch Ausflugstipps parat.

Foz do Arelho

Einen kleinen Ausflug ist auch die Lagune von Óbidos und deren Anbindung an den Atlantik wert. Ganz viel Sand, eine Düne, Steilküste und der mächtige Atlantik ergeben eine tolle Szenerie. Viel Spaß macht auch ein Spaziergang auf dem Holzweg, der sich entlang der Steilküste nördlich von Foz do Arelho schlängelt. Viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein, mit freiem Blick auf den weiten Ozean.

Lissabon

Terreiro do Paço

Die Hauptstadt Portugals ist eine tolle Stadt, eine Stadt mit Seele. Lissabon lädt an allen Ecken zum Entdecken ein. Der Womo-Stellplatz zwischen Metro-Station Santos und dem Rio Tejo ist riesengroß und liegt zentral. Er ist jedoch auch mit Navinicht leicht zu finden, weil immer wieder Baustellen die Wege blockieren und Umwege durch die Gassen der Altstadt nötig werden. Außerdem trennt die Metrotrasse den Hafenbereich vom Rest der Stadt, aber wer dranbleibt, der siegt.
Zuerst steuert man die Touristinfo an. Dafür braucht man nur immer am Wasser entlang zu gehen. Auf dem Weg kommt man am Bootsanleger und dem großen Metrobahnhof vorbei. Gegenüber dem Metrobahnhof befindet sich die Markthalle Mercado da Ribeira, durch die man einmal schlendern sollte. Architektonisch eine Augenweide, enthält sie auf der einen Seite die Marktstände, auf der anderen Seite verschiedene Imbissstände.
Am Ufer weitergehend, erreicht man den Terreiro do Pa
ç
o. Dieser Platz wird von Prachtbauten umrahmt, die vom Arco da Rua Augusta gekrönt werden. In der Mitte des Platzes steht ein prächtiges Reiterdenkmal. Hier befinden sich die Touristinfos.

U-Boot in Caçilhas

Nachdem wir alles beisammen hatten, unternahmen wir zwei Ausflüge. Der erste war eine Fahrradtour auf die gegenüberliegende Seite des Rio Tejo, nach Almada. Dafür setzten wir mit der Personenfähre vom Bootsanleger in der Nähe des Stellplatzes über den Fluss. Das Ticket kostet 1,75€ pro Person, Fahrrad inklusive. In zwei Minuten ist man auf der anderen Seite namens Caçilhas. Schon von hier hat man eine gute Sicht auf Lissabon. Kommt man aus der Fährstation, findet man gleich geradeaus ein altes Barracuda-U-Boot im Trockendock liegen, welches über 40 Jahre lang im Dienst der portugiesischen Navy stand.

Segel-Fregatte „Fernando II e Glória“

Mehr verlockend ist jedoch der Besuch der alten Segel-Fregatte „Fernando II e Glória“. Es war das letzte Segelschiff der portugiesischen Marine, der sie mehr als 30 Jahre lang diente, vor allem auf der Ost-Indien-Route. 1963 zerstörte ein Feuer das Schiff fast völlig. 1990 bis 1998 wurde es komplett restauriert und liegt nun als Museumsschiff in seinem alten Glanz in einem der Docks von Caçilhas. Der Eintritt kostet 4,-€ pro Person. Dafür kann man durch drei Decks laufen, in denen das Leben an Bord deutlich wird. Die Restauration von Grund auf wird in einem interessanten Video dargestellt.

Panorama-Aufzug

Das Hauptziel der Fahrradtour war die Christus-Statue hoch oben in Almada. Dafür folgt man der Straße/Weg direkt am Ufer, vorbei an allerlei Ruinen, bis man zum Panorama-Aufzug kommt. In den Aufzug passen zwei Leute und zwei Fahrräder, was zusammen 1,-€ kostet. Der Aufzug bringt die Leute 62m hoch, die dann 70m über dem Fluss stehen und wieder eine atemberaubende Aussicht genießen können. Im Aufzug ist ein Plan erhältlich, wie man von dort zur Christus-Statue kommt.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, schlugen wir den Weg bergauf und bergab zur Statue ein. Dort angekommen, kommt man aus dem Staunen kaum mehr heraus. Vom Plateau aus blickt man über ganz Lissabon. Die Stadt soll auf sieben Hügeln stehen, sagt man, aber man sieht es eigentlich nicht. Das östliche Ende, welches hinter den Rio Tejo sichtbar ist, erinnert mit seinen Kirchen und Palästen an den Canal Grande am Markusplatz in Venedig.

Tejo und Lissabon

Ponte 25 de Abril

Links von der Aussichtsplattform spannt sich die 70m hohe Hängebrücke Ponte 25 de Abril. Die Brücke sieht genauso aus wie die Golden Gate in San Francisco. Der Lärm, der vom Verkehr auf der Brücke ausgeht, ist unglaublich. Es hört sich an wie ein Schwarm von Riesenbienen. Ein Wohnen in der Nähe der Brücke ist kaum möglich. Für die Überfahrt nach Lissabon bezahlten wir übrigens 7,-€ Maut, für Wohnmobil mit Anhänger, zahlbar an der Brücke.

Christus Statue Lissabon

Die 28m hohe Christus-Statue, die auf einem 75m hohen Sockel steht, erinnert an die Christus-Statue in Rio de Janeiro. Jetzt haben wir drei Parallelen auf der Welt gefunden, die in Lissabon vereint sind. Wo findet man sonst so etwas, unglaublich. Im unteren Teil des Sockels ist eine modern eingerichtete Kapelle zu finden, und ein Souvenirshop. Die Statue wurde am 17. Mai 1959 errichtet zum Dank dafür, dass Portugal vom 2. Weltkrieg verschont blieb. Als wir dort waren, wurde sie gerade vom Umweltschmutz gereinigt. Zwei Arbeiter saßen auf dem Daumen der Statue und waren dort kaum zu sehen.

Torre de Belem

Denkmal der Seefahrer

Mit Hilfe des Smartphones fanden wir dann auch den Weg nach Porto Brandão, wo wir auf die Autofähre zurück nach Lissabon stiegen. In dem Ticket für 1,70€ pro Person ist die Fahrt zum Anleger im benachbarten Trafaria und die Überfahrt nach Belém enthalten.
In Belem sind der schlossartige Torre de Belém, einst eine Hafenfestung, und das riesige Denkmal der Seefahrer zu bewundern. An der Spitze derer, die Portugal zu einer Weltmacht werden ließen, steht Heinrich der Seefahrer. Für 4,-€ Eintritt darf man zur Aussichtsplattform hoch. Von hier aus startete Vasco da Gama 1497 seine Entdeckungsreise nach Indien.

Hieronymus-Kloster

Gleich hinter dem Denkmal der Seefahrer steht das Hieronymus-Kloster, ein architektonisches Kunstwerk. Das Innere des Klosters beherbergt das Grabmal von Vasco da Gama. Ursprung des Klosters ist eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, welche Heinrich der Seefahrer in der damals kleinen Fischersiedlung bauen ließ.
Unter der Hängebrücke hindurch, an Häfen und Werften vorbei, erreichten wir den Stellplatz.

Fahrt mit Tram 28

Eine andere Möglichkeit, Lissabon zu entdecken, ist die Fahrt mit der Tram 28. Die nostalgischen Straßenbahnwagen sind die einzigen, die die unglaublichen, bis zu 13,5%-Steigungen bewältigen können. Es ist die einzige Adhäsionsbahn weltweit, die das schafft. Die Fahrt mit der Tram 28 ist nicht nur eine Stadtrundfahrt, sondern ein Abenteuer, welches einer Achterbahnfahrt gleicht. Es ist eine offizielle Nahverkehrslinie, so dass man auch in den Genuss des portugiesischen Nahverkehrsbetriebes kommt. Die Fahrt der Tram führt bergauf und bergab und man hat das Gefühl, dass Lissabon nicht nur auf sieben, sondern auf mindestens doppelt so vielen Hügeln steht. Kurve links, Kurve rechts, anfahren, alle Nase lang aus irgendwelchen Gründen halten, und sich durch die engsten Gassen schlängeln, da möchten wir kein Straßenbahnfahrer sein. Wie kann dabei nur ein Fahrplan eingehalten werden? Von der Stadt sieht man nur einen kleinen Teil, Fensterplatz vorausgesetzt, weil die Wagen fast immer mit Fahrgästen vollgestopft sind, aber das Erlebnis ist einzigartig. Die Einzelfahrt kostet 2,90€ zahlbar in der Bahn. Es gibt an bestimmten Ticketschaltern in der Stadt auch Tageskarten für die Linie 28. Damit kann man ein- und aussteigen, wo man will und sich dabei die Sehenswürdigkeiten an der Strecke ansehen. Infos über den Streckenverlauf bekommt man in den Touristinfos.

Elevador de Santa Justa

Sehenswert ist auch der „Elevador de Santa Justa“ aus dem Jahre 1901. Die wunderschöne Stahlkonstruktion steht auf der Rua do Ouro in der Altstadt und befördert die Passagiere auf eine Höhe von 45m. Eine Fahrt kostet 5,15€.
Das große Erdbeben aus dem Jahre 1755, welches uns schon seit der westlichen Algarve begleitet, zerstörte auch Lissabon, aber die Stadt wurde mit viel Liebe wieder aufgebaut und ist immer noch eine der schönsten Städte der Welt.

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