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Gauja Nationalpark

Wir sind nun schon eine Weile in den baltischen Staaten unterwegs. Jeder Staat hat seine eigene Sprache, so dass sich die Bewohner untereinander nicht verstehen können. Durch die russische Zeit, in der die nationalen Sprachen „unerwünscht“ waren, sprechen die meisten Menschen immer noch russisch. Russisch ist daher die Verständigungssprache und neben Deutsch die wichtigste Fremdsprache in den baltischen Staaten. Da wir vor über dreißig Jahren auf Montage (Erdgastrasse) in der ehemaligen Sowjetunion waren, und in der Schule Russisch-Unterricht hatten, liegen bei uns im allerhintersten Hirnbereich noch ein paar Brocken Russisch herum. Es ist erstaunlich, wie viel davon wiederkommt, wenn man damit längere Zeit konfrontiert wird.

die Gauja

Wir besuchten den Gauja Nationalpark. Die Hauptattraktion dieses Parks ist der gleichnamige Fluss. Die Gauja ist knapp 500km lang, aber sie ist so sehr gewunden, dass Anfang und Ende viel weniger als die Hälfte Luftlinie auseinander liegen.
Der Gauja Nationalpark deckt einen Großteil der sogenannten lettischen Schweiz ab, eine waldreiche Hügellandschaft mit idyllischen Flusstälern. Der Nationalpark ist jedoch eigentlich nur für Fahrradfahrer und Wanderer so zu erleben, wie es ihm gebührt. Die meisten Straßen sind unbefestigte Schotterpisten. Viele Sehenswürdigkeiten sind trotzdem nur zu Fuß zu erreichen, mehr oder weniger Kilometer von den Schotterpisten entfernt.
Trotzdem kann man auch per Auto einiges sehen. Zwei interessante Ziele sind die Orte Līgatne und Cēsis.

Fähre über die Gauja

Wir standen zwei Nächte auf einem Parkplatz am Ungurssee. Von dort aus ist Līgatne nur über eine 13km Schotterpiste zu erreichen, wenn man nicht unendliche Zusatzkilometer in Kauf nehmen will. Am Ende der Schotterpiste wartet eine kleine Fähre, die Fußgänger, Fahrräder und Autos über die Gauja bringt. Ein PKW mit zwei Passagieren kostet 3,50€. Diese Fähre ist im Baltikum einzigartig und die einzig erhaltene Fähre von ehemals vielen über die Gauja. Auf zwei Bootskörpern liegt eine Plattform aus Brettern. Der Antrieb erfolgt aus einer Kombination aus Muskelkraft und Strömung an einem Seil entlang. Beim Übersetzen hat man etwas Zeit, einen ersten Eindruck von der Gauja mit ihren sandigen Ufern zu bekommen.

alte Papierfabrik

Zwei Kilometer weiter lädt Līgatne zu vielen verschiedenen Entdeckungen ein. Im Ort selbst steht alles unter dem Zeichen der Papierherstellung. Seit 1815 produzierte man 200 Jahre lang große Mengen Papier in einer riesigen Fabrik, deren Gebäude sich über ganz Līgatne verteilen. Im Rahmen einer Führung bekommt man Einblick in das Leben der Arbeiter, die Herstellung des Papiers und die Fabrik. Sogar einige originale Wohnhäuser, hölzerne Reihenhäuser aus den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, stehen noch und sind nach wie vor bewohnt.
An der Hauptstraße durch den Ort, in Richtung Skalupes, sind zwei Sandstein-Felswände zu bewundern, in die große Löcher gegraben wurden. Diese Räume dienten als Kellerräume für die Einwohner Līgatnes. Vor dem 16m hohen Felsen auf der rechten Seite findet man eine Fischtreppe, die 2011 gebaut wurde.

Sandsteinfelsen

Auf dem Weg zu dem Felsen auf der linken Straßenseite kommt man an weiteren Kellern vorbei, die zum Teil heute noch genutzt werden. Handwerkliche Arbeiten, ein Weinkeller und ein Stand, an dem gesunde Süßigkeiten aus Breitwegerich und Kiefernzapfen angeboten werden, sind dort zu finden. Kiefernzapfen kann man essen? Nie wären wir auf die Idee gekommen, aber die Dame, die das anbietet, lud uns zum Probieren ein. Da werden Zapfenlikör, Zapfenmarmelade, Zapfensirup für medizinische Zwecke und in Sirup getränkte Kiefernzapfen am Stiel angeboten. Wir kauften ihr Kiefernzapfen am Stiel und Zapfenmarmelade ab. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Ob wir so etwas auch selbst hinkriegen?

Tarneingang zum Bunker

Der schon erwähnte Ort Skalupes ist hauptsächlich Rehabilitationszentrum, und das schon seit sowjetischen Zeiten. Seit dem ist anscheinend nie wieder etwas am Gebäude gemacht worden. Die Atmosphäre ist ziemlich erdrückend. Das Hauptgebäude bewahrte aber bis 2003 ein großes Geheimnis. In neun Metern Tiefe breitet sich ein 2000m² großer, ultrageheimer sowjetischer Bunker aus. Wie der solange geheim bleiben konnte, ist uns ein Rätsel.
Eine Führung kostet 8,80€ pro Person und dauert eineinhalb Stunden. Im Preis inbegriffen ist ein sowjetisches Essen, Pelmeni mit Hackfleischfüllung und ein Glas Saft dazu. Der Grundriss des Bunkers ist fast quadratisch und symmetrisch. In der Mitte liegen die Wohnräume des Bunkerchefs und des Generals. Drumherum gruppieren sich Arbeitsräume, Dekontaminationsräume, Sanitärräume, Küche und Speiseraum, sowie Klimaanlage und Notstromgeneratoren. Da die Leute, die den Bunker nutzen sollten, auch irgendwo schlafen mussten, gehen wir davon aus, dass es noch mehr Etagen gibt. Sogar ein artesischer Brunnen, 150m tief, ist vorhanden.
Dieser Bunker wurde für die Regierung in Riga gebaut, die im Ernstfall hierhin abgeholt wurde. Er wurde für 250 Leute kalkuliert, die darin leben und arbeiten sollten. Wie lange solch ein Fall dauern sollte oder konnte, weiß man nicht. Tatsächlich wurde der Bunker nur wenige Male von wenigen Menschen genutzt. Nur einmal kamen 300 Menschen hier zusammen, aus der Regierung und dem Sicherheitskommitee. Sie trainierten 1984 drei Tage lang den Ernstfall. Noch heute sind alle Anlagen voll funktionsfähig und werden ein paarmal im Monat überprüft.

Gaujakurve

Hinter der Rehabilitationsklinik führen mehrere Wege durch den Wald an das Ufer der Gauja. Wenn man dem Weg „Gauja“ folgt und am Ufer nach links abbiegt, kommt man an ein traumhaftes Plätzchen. Hier macht die Gauja eine Kurve. Über viele tausend Jahre wurde an dieser Stelle eine Sandsteinwand ausgewaschen und der nackte Fels zeigt sich.

Āraišu Inselsiedlung

Südlich von Cēsis liegt der Archäologiepark „Āraišu“, Eintritt 2,-€. Hier sind drei Teile zu bewundern. Auf der rechten Seite stehen Rekonstruktionen von stein- und bronzezeitlichen Häusern am Ufer des Āraiši-Sees. Von 1965-1979 fanden zehn archäologische Ausgrabungen statt. Anhand der Funde und Erkenntnissen von anderen Ausgrabungsorten baute man nach bestem Wissen und Gewissen diese Häuser nach. Schon die Steinzeitmenschen wussten, wo es schön ist.
In der Mitte des Geländes thronte im 14.-17. Jahrhundert eine steinerne Burg des Livonischen Ritterordens. Nach der Zerstörung der Burg im Schwedisch-Polnischen Krieg verfiel die Burg. Inzwischen stehen nur noch ein paar Grundmauern.
Links von der Burg entstand die Rekonstruktion einer Inselsiedlung aus dem 9.-10. Jahrhundert. Zehn dieser Inselsiedlungen sind inzwischen auf dem Gebiet Lettlands bekannt. Diese hier im Āraiši-See wurde von dem altlettischen Stamm der Lettgalen erbaut. Es ist die einzige Rekonstruktion solch einer Inselsiedlung, bei deren Errichtung man sich Daten und Fundstücke aus allen zehn Ausgrabungen zu Hilfe genommen hat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die ganze Siedlung steht auf einer Plattform aus Rundhölzern, die auf einer Sandbank im See ruht. Darauf wurden die kleinen Wohnhäuser aus Rundhölzern gebaut, die nur einen Raum und einen kleinen Vorbau hatten. Vermutlich wurden die Fußböden mit Lehm begradigt, denn auf den Rundhölzern lässt es sich nicht wirklich gut gehen. Kleine Lehmöfen in den Wohnräumen dienten als Heizung und Herd.

Zentrum von Cesis

Die kleine Stadt Cēsis scheint auf den ersten Blick ganz schön mitgenommen. Der Zahn der Zeit nagt an den Häusern, aber es wird inzwischen einiges für die Erhaltung des Altstadtkerns getan. Die alten Holzhäuser entführen in frühere Zeiten. Von der mittelalterlichen Burg aus dem Jahre 1207 ist nicht mehr viel übrig. Irgendwann diente sie dem Deutschen Orden in Livland als Residenz. Die St. Johanniskirche, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, diente dem Orden als Dom, in dem die Ordensmeister und Ritter beerdigt wurden.

Spiegel-Cliff

Da wir die dritte Nacht auf dem Campingplatz Žagarkalns verbringen, erkundeten wir den angrenzenden Wanderweg „Cīrulīšu“. Zuerst führt er an die Gauja, bevor er zum alten Bett der Gauja führt. Über 60 Millionen Jahre hat sich die Gauja durch die Sandsteinfelsen gegraben und dabei ein Tal mit Wänden in fünf Terrassen geschaffen. Am alten Bett der Gauja ragt das Spiegelcliff 140m lang und bis zu 10m hoch senkrecht in den Himmel. Das Wasser am Fuße des Felsens ist glasklar. Es wird durch eine Quelle gespeist, die 5-10l pro Sekunde hervorbringt. Praktischerweise hängt ein Becher an der Felswand, damit man das Quellwasser in vollen Zügen genießen kann.

Skipiste im Gauja NP

Wenn man der Verlängerung des Weges durch den Urwald des Gauja Nationalparks folgt, kommt man bald an einem Zeltplatz heraus. Dieser befindet sich zwischen der Gauja und einem Wintersportgebiet. Es führen ein Sessellift und ein Skilift auf den Eichenberg, von dem man die Abfahrt per Ski, Rodel oder was auch immer, starten kann. Am Ende der Piste wartet das Wasser der Gauja. Es ist die längste Skipiste Lettlands. Wenn man Glück hat, ist sie gefroren. Früher existierte einmal eine Bobbahn aus Beton an diesem Berg. Von der sind aber nur noch Überreste vorhanden.
Dann beginnt man den Rückweg, auf dem die „Rote Höhle“, ein von Menschen gemachtes Loch im Felsen, der Freundschaftsbaum und eine weitere, unzugängliche Höhle liegen.

Freundschaftsbaum

In der Hauptsache wird der Urwald des Gauja Nationalparks aus Kiefern und Fichten gebildet. Beide Arten brauchen unterschiedliche Wachstumsbedingungen, und trotzdem wachsen eine Kiefer und eine Fichte an der exakt gleichen Stelle. Deshalb wird dieser Zwillingsbaum „der Freundschaftsbaum“ genannt.
Im Moment wird der Cīrulīšu-Weg mit wilden roten Johannisbeeren und Blaubeeren versüßt. Die Pilze lassen noch auf sich warten. An wenigen Stellen gedeiht sogar wilder Hopfen, wie an den kleinen Weg an der Einfahrt zum Campingplatz.

Es gibt unzählige Sehenswürdigkeiten im Gauja Nationalpark, von Bauernhöfen, Wanderwegen, Kanufahrten, bis hin zu Höhlen, Felswänden und Quellen. Da braucht man schon einige Wochen, um alles zu erkunden. Wir haben leider nicht so viel Zeit, deshalb pickten wir uns nur ein paar interessante Orte heraus.

Während in Deutschland über 30 Grad herrschen, super, müssen wir inzwischen mit 13-15 Grad und Wind leben. Brrr.

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Riga

Vollmond über Riga

So langsam merken wir, dass die ewigen Sandlandschaften langsam auf´s Gemüt gehen. Sand, Sand und immer nur Sand. Wenn es keinen Sand gibt, hat das Moor die Herrschaft übernommen. Ein Königreich für einen Felsen und festen Boden. 🙂
Dafür: Kaiserwetter beim Besuch von Riga. Neben Danzig ist Riga die wohl schönste Stadt im Baltikum. Die Skyline sieht aus wie eine Mischung aus Kopenhagen und Moskau. Von Kopenhagen scheint die Stadt die schlanken Türme übernommen zu haben, von Moskau die goldenen Kuppeln und den Hauptturm der Lomonossow-Universität.

Blick über Riga

An der Daugava gelegen und von einem Kanal durchflossen, mit viel Grün, spannenden Gebäuden und tollen Plätzen beeindruckt die Altstadt, die inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe ist.
Es gibt zwei Möglichkeiten, diese schöne Stadt von oben zu sehen: den Turm der Petri-Kirche, das kostet allerdings inkl. Besichtigung der Kirche selbst, 9,-€ Eintritt. Einen Gratisblick bekommt man jedoch von der Skyline Bar im Radisson Blu, gleich hinter der orthodoxen Kirche. Man muss nicht gleich etwas konsumieren, wenn man aus dem 26. Stockwerk der Skyline Bar auf Riga hinabsehen will.

orthodoxe Kirche

Ein Glanzstück ist die orthodoxe Kirche von außen und von innen. Die goldenen Kuppeln glänzen weit ins Land. Der Innenraum der Kirche, mit der Kuppelkonstruktion, den starken Pfeilern und dem runden Grundriss, erinnert stark an die Haghia Sophia in Istanbul. Diese muss vor der osmanischen Herrschaft einmal genauso ausgesehen haben. Die Malereien, die goldstrotzenden Ikonen und der goldene Altar der orthodoxen Kirche von Riga sind einfach nur großartig.

deutsche Botschaft

Um von hier aus zur Altstadt zu gelangen, passiert man das Freiheitsdenkmal aus dem Jahre 1935. Es wurde mit Volksspenden finanziert. In der Umgebung stehen viele schön restaurierte Jugendstilgebäude. Das Gebäude der deutschen Botschaft sieht jedoch eher orientalisch aus.

Schwarzhäupterhaus

Ist man in die Rigaer Altstadt eingetaucht, läuft die Zeit anders. Enge Gassen mit Pflasterstraßen verbinden die Sehenswürdigkeiten wie den Pulverturm, das Schwedentor, die Große und Kleine Gilde, den Rigaer Dom und das Schloss, von dem aus der lettische Präsident regiert. Dazwischen der Domplatz und der Rathausplatz mit dem beeindruckenden Schwarzhäupterhaus.

Moonshine-Bar

Ein sehr gemütlicher Platz mit vielen Einkehrmöglichkeiten ist der Livu Platz. Auch sonst laden unzählige Kneipen und Cafés mit Außenplätzen und leckerem Angebot ein. Da möchte man doch alles ausprobieren. Uns hat es vor allem das „Moonshine“ angetan. Wer sich für das nostalgische Amerika begeistern kann, der ist in dieser Bar ganz richtig. Authentischer geht es nicht mehr und wir haben die besten Spareribs ever (jemals) gegessen. Das „Moonshine“ wirbt mit den besten Spareribs der Welt, und sie haben nicht übertrieben. Für ein Kilo zarteste Ribs mit Peperoni und frittierten Zwiebelringen, in einer Pfanne serviert, haben wir 16,-€ bezahlt.
Wer sich dazu mit Amerika auskennt, der weiß auch, dass „Moonshine“ nicht vom Mond herrührt, sondern der Schwarzgebrannte so genannt wird. Da der wirkliche Moonshine gerade nicht verfügbar war, musste der Rigaer Samogon zum Essen herhalten. Den hatten wir schon in der Markthalle kennengelernt, der wir am Abend zuvor einen Besuch abstatteten.

Zeppelinhallen

Der Zentralmarkt von Riga ist der größte Markt Lettlands. Der Markt nutzt heute die Zeppelinhallen am Ufer der Daugava. In jeder Halle ist ein anderes Angebot zu finden, eine Halle mit Fisch, eine Halle mit Fleisch und so weiter. Auf dem Außengelände wird zum größten Teil Obst und Gemüse angeboten. Kirschen gibt es jetzt ohne Ende. Nie haben wir so viele Kirschen gesehen, schön schwarz, groß und süß. Das Kilo kostet bis zu 2,50€. Da greift man gerne zu. Es werden aber auch weitere Gebäude für den Markt genutzt. Man kann hier stundenlang schlendern und einkaufen.
Wie schon erwähnt, wird der russische Selbstgebrannte Samogon angeboten. Er hat zwar nur 43%, aber schmeckt wie in alten Zeiten, reinster Schnaps von bester Qualität. Dieser Samogon wird im Rigaer Stadtviertel Mezaparks aus lettischem Blütenhonig hergestellt, ganz legal. Er ist zweimal destilliert und anschließend durch Moos und Aktivkohle gefiltert. Privat Selbstgebrannter, offiziell eigentlich verboten, hat irgendetwas zwischen 60 und 90% Alkohol.
Noch einen Hinweis: bloß nicht mit dem Auto in die Stadt fahren. Die Parkgebühren sind enorm. An der Markthalle haben wir für 1,5 Stunden 4,90€ bezahlt. Bisher kostete eine Stunde Parken in den baltischen Staaten 60 oder 90 Cent.

Aida cara vor Riga-Silhouette

Das Wohnmobil haben wir auf dem Riverside Camping auf der Insel Kipsala stehen. Zweihundert Meter entfernt befindet sich die Station für den Autobus in die Stadt. Eine Fahrt kostet 2,-€, egal wohin, egal wie lange. Der Campingplatz besitzt eine schöne große Terrasse direkt am Ufer der Daugava, mit einem tollen Blick auf den Fluss, das Speicherviertel und die Altstadt, sowie ankommende und abfahrende Kreuzfahrtschiffe. Die Aida cara stattete gestern Riga einen Besuch ab.

Den besten Blick auf Rigas Skyline hat man übrigens abends und bei schönem Wetter. Dann ist die Beleuchtung super. Den besten Standpunkt findet man am gegenüberliegenden Ufer, gleich neben der Hängebrücke.

Engure-See

Ried

Seit fünf Tagen regnet es mehr als die Sonne scheint, dazu ist es mit ca. 15 Grad kalt. Hoffentlich bleibt das nicht so.
Zwischen Roja und Jurmala, an der Küste der Rigaer Bucht, liegt der Engure-See. Er ist der drittgrößte See Lettlands, allerdings mit 2,50m an der tiefsten Stelle doch recht flach. Im See haben sich viele Inseln gebildet, die Seevögeln sichere Plätze zum Aufenthalt bieten. In der Sprache der Prussen und Liven heißt Engure „Aal“. Anfang des 20. Jahrhunderts fischte man hauptsächlich Aale. Im Laufe des 1. Weltkrieges war die Fischerei eingestellt und der Bestand der Aale explodierte. 1929 starb der Aal dann aus ungeklärten Gründen im Engure-See aus. Der See wurde 1957 unter Schutz gestellt, seit 1998 gibt es den gleichnamigen Naturpark. Inzwischen werden im Park 186 Vogelarten, davon viele in Lettland auf der Roten Liste stehend, beobachtet. Dazu kommt eine reiche Fauna, mit vielen Orchideenarten.

Beobachtungsturm

Rund um den See stehen mehrere Aussichtstürme, die eine Beobachtung der Tierwelt am und auf dem Engure-See möglich machen. Am mittleren West- und auch Ostufer sollen Wildpferde und wilde Rinder beobachtet werden können. Wir fuhren zum östlichen Ufer. Ein Wanderweg führt durch den Wald immer am Ufer entlang. Zwischen diesem Wanderweg und dem Aussichtsturm befindet sich ein großzügig eingezäuntes Gelände, in dem die wilden Pferde und Rinder unter Beobachtung gehalten werden. Wahrscheinlich aber gehört auch noch ein großes Stück Wald dazu, in den sich die Tiere zurückziehen können.

Koni-Pferde

Am meisten waren wir auf die lettischen blauen Kühe gespannt, die hier eine Heimat haben. Leider konnten wir nicht ein Exemplar finden. Seit wir in Lettland unterwegs sind, sahen wir jedoch mehr oder weniger vereinzelte Tiere dieser alten Rasse auf den Weiden stehen, meist zusammen mit den allgegenwärtigen schwarz-weißen Hausrindern. Die blauen Kühe haben ein blaugraues Fell und fallen sofort ins Auge. Sie werden wegen der Fellfarbe auch „Meereskühe“ genannt. Der Engure-See war für uns wohl die letzte Gelegenheit, diese Kühe zu beobachten und vielleicht noch ein Foto zu machen.
Dafür trafen wir vier der polnischen Koni-Pferde, und eines ihrer Fohlen, an. Sie standen direkt am Weg zum Aussichtsturm und nahmen Kontakt mit uns auf, ein tolles Erlebnis.

Orchidee

Bevor man zum Aussichtsturm abbiegt, kann man dem Orchideen-Pfad folgen. Mückenspray nicht vergessen! Auf diesem Weg sind tatsächlich jede Menge Orchideen zu sehen, aber eher die von der Art des Knabenkrauts. Es soll jedoch auch die Arten geben, bei denen man anhand der charakteristischen Blüten sofort erkennt, dass es sich um Orchideen handelt.

Der Engure-See ist durch einen Kanal mit der Rigaer Bucht verbunden. In Mērsrags kann man sich z.B. im Yachtclub Kajaks ausleihen und den 4km langen Kanal abfahren. Im Engure-See angekommen, sollte man sich unbedingt eine Landmarke aussuchen, damit man um die vielen Inseln herum die Einfahrt zum Kanal wiederfindet. Der Yachtclub bietet ein paar Womo-Stellplätze, die auch wir nutzen.

Strand bei Mersrags

Ein anderes Ausflugsziel in Mērsrags ist der kleine Leuchtturm. Er ist zwar nicht öffentlich, aber hübsch anzusehen. Er steht in einer Ferienanlage. Der Strand ist an diesem Küstenabschnitt sehr steinig. Große runde Steinbrocken zieren in Massen den Strand bis ins Wasser hinein. In der Nähe des Leuchtturms liegen ein paar Steine in einer Zick-Zack-Linie im Wasser, an deren Ende der Teufelsfelsen liegt. Der Legende nach soll der Teufel hier eine Brücke gebaut haben, dies sind die Überbleibsel.
Von zwei Aussichtstürmen aus hat man einen schönen Blick über die Schilfwiesen zur Rigaer Bucht.

Kap Kolka

Kreuzsee am Kap Kolka

Im äußersten Norden des Bezirkes Kurland befindet sich der Slitere Nationalpark, der das Kap Kolka einschließt. Es ist eine kleine Landzunge, die wie das Kap Skagen (Dänemark) in zwei Meere hineinragt und seine Form ständig ändert. Kap Kolka ist zwar nicht so spektakulär, aber auch beeindruckend. Auf der linken Seite branden die Ostseewellen ans Ufer, an der rechte Seite grenzt die Rigaer Bucht an das Kap. Beide Meere treffen sich an dieser Stelle und bilden auch hier eine kleine Kreuzsee. Am Ufer liegen die letzten Reste eines alten Leuchtturms, dessen Geschichte 500 Jahre zurückreicht. Der neue Leuchtturm steht weit draußen vor der Küste, am Ende einer Sandbank, die immer wieder Seefahrern zum Verhängnis wurde.

Entzündung des Sonnenwendfeuers

Genau hier wollten wir das Sommer-Sonnenwendfest mit den Einheimischen feiern. Schon zwei Tage vorher traf man Vorbereitungen für ein großes Feuer am Kap und Musik. Seit zwei Monaten begleitete uns schönstes Wetter. Ausgerechnet an diesem Tag, regnete es immer wieder. Genau eine Stunde, bevor das Fest um 21 Uhr losgehen sollte, setzte ein furchtbarer Dauerregen ein, gekoppelt mit einem steifen Wind. Die Leute kamen trotzdem, in Regencapes gehüllt und mit Blumen- oder Blätterkränzen auf dem Kopf. Der Organisator, mit einem dicken Eichenlaubkranz auf dem Kopf, verteilte Texte, damit die Leute zusammen singen konnten. Trotz strömenden Regens, begrüßte man den Sommer und begann zu singen. Nach einer Weile entzündete man das große Feuer. Da die Musik bei dem Regen nicht einsetzbar war, sangen die Leute eben selbst. Das Fest dauerte bis nach Mitternacht, aber wir waren mit unseren Schirmen so durchgeweicht, das wir uns bald verabschieden mussten.

Camping bei livischer Familie

Eine Nacht standen wir auf dem kostenlosen Parkplatz auf der linken Kapseite, von wo aus wir das ganze Kap Kolka erkunden konnten. Ein Aussichtsturm und ein Kiefern-Pfad sorgen für mehr Übersicht und Aufklärung. Am nächsten Morgen zogen wir zum Ferienhaus und Campingplatz „Ūši“ in Kolka um. Die Anlage wird von einer livischen Familie betrieben. Der Volksstamm der Liven lebt schon ewig hier, zählt jedoch mit nur noch ca. 230 Mitgliedern zu den aussterbenden Völkern. Die Familie begrüßt auch Reisebusreisende, um sie mit ihren livischen Spezialitäten zu bewirten. Das sind zum einen Sklandrausis (Karottenkuchen), wirklich sehr lecker, und Graupengrütze, die über offenem Feuer vom Opa gekocht wird.

„nasser Strand“

Im Norden Kurlands ist einiges zu sehen und zu erleben. Leider ist nur die Küstenstraße asphaltiert. Deshalb wandten wir uns zuerst der Küste an der Rigaer Bucht zu. Bei Evazi führt ein kurzer Weg (300m) durch den Wald zum einzigen „nassen Strand“ in Lettland. Klingt komisch, aber es ist eigentlich das Riff gemeint, welches vor der Küste liegt. An der Wasserlinie selbst wachsen einige kleine Pflanzen, die sicher ein Hinweis auf die Vielfalt im Wasser sind.

„weiße Düne“ von Pūrciems

Ein paar Kilometer weiter gibt es einen anderen Pfad. Der führt zur „Weißen Düne“ von Pūrciems. Der Bretterweg führt zuerst nach unten und überquert das Flüsschen Pilsupe, dann steigt man wieder ein paar Stufen nach oben auf die Düne und läuft ein wenig durch den Wald. Das Flüsschen wird noch einmal überquert, danach steigt man noch einmal ein paar Stufen nach oben, bevor man an der „Weißen Düne“ steht. Im Laufe vieler tausend Jahre grub sich das Flüsschen in die Düne. Die Düne ist so hoch und deren Hang so steil, dass dieser nie wieder Pflanzen einen Halt gab. Der Sand liegt in Form eines Amphitheaters offen, direkt an einer Kehre der Pilsupe.

Bootsfriedhof im Wald

Dann wollten wir von Gipka aus durch das Tal des Flüsschens Pilsupe nach Westen fahren, um nach Slitere zu gelangen. Leider sind wohl alle Straßen im Norden Kurlands unbefestigt, jedenfalls alle, die wir zu sehen bekamen, außer wie gesagt der Küstenstraße. So fuhren wir nach Kap Kolka zurück und fuhren nun die Ostseeküstenstraße nach Süden. In Mazirbe ist der „Bootsfriedhof im Wald“ zu finden. 1976 nahmen die Russen den einheimischen Fischern ihre Boote weg, um deren Fischerei einzudämmen. Die Fischerboote landeten im Wald hinter der Stranddüne, wo sie seitdem verrotten. Heute sind nur noch zwei Boote zu erkennen, wenige Reste zweier weiterer Boote sind kaum noch auszumachen.

am Leuchtturm gefunden

Der Leuchtturm von Slitere steht weit im Landesinneren, obwohl er erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Heute dient er als Aussichtsturm, aus dessen vielen Fenstern im obersten Geschoss nach allen Seiten sehen kann. Blickt man über die Meerenge zwischen Ostsee und Rigaer Bucht entdeckt man bei schönem Wetter die estnische Insel Saaremaa.
Den Weg nach oben verkürzt eine Ausstellung zum Nationalpark, Leuchttürmen und die Kultur in diesem Landstrich. In dem Gebäude neben dem Leuchtturm zeigt eine Ausstellung, welche Pflanzen und Tiere im Slitere Nationalpark zu finden sind.

am See Pēterezers

Ein sehr schöner Wanderweg, der 3,4km lange Naturpfad des Sees Pēterezers, gelegen zwischen Slitere und Mazirbe, zeigt die unterschiedliche Natur des Nationalparks. Der Pfad führt über viele Dünen durch einen Kiefernwald, an mehreren Sumpf- und Wasserlöchern vorbei, durch einen Wald von Schachtelhalmen weiter zum Pēterezers, in einer großen Lichtung gelegen. Dessen Wasser ist durch den Moorboden, in dem er liegt, schwarz. In diesem Moorland fühlen sich Orchideen und Sonnentau wohl. Es ist der abwechslungsreichste Weg, den wir in den Baltischen Staaten gegangen sind.

Bärlauchsuppe

Versüßt hat uns diesen Ausflug ein Wildkirschbaum am Leuchtturm Slitere, wo wir uns den Bauch vollschlugen. Hmm, waren die lecker. Bei einem Spaziergang durch den feuchten Wald fanden wir eine Stelle mit ganz viel Bärlauch. Davon nahmen wir uns zwei Hände voll mit, um eine schöne Bärlauchsuppe daraus zu machen. Das Rezept:
2 Hände voll Bärlauch, 3 große Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1/2l Gemüsebrühe, Sahne oder Creme fraiche nach Belieben, Salz, Pfeffer, Muskat. Die Zwiebel in Butter anbraten, geschnittenen Bärlauch (ein paar Blätter für Deko aufheben) und gewürfelte Kartoffeln dazugeben und mit der Brühe ablöschen. Kochen, bis die Kartoffeln weich sind, dann pürieren. Mit Sahne und den Gewürzen verfeinern. Die Suppe in einen Teller füllen und mit den beiseite gelegten Bärlauchblättern garnieren. Wir gaben noch einige Garnelenschwänze obendrauf. Superlecker.

Ventspils (Windau)

Sonnenuntergang in Ventspils

Bevor wir nach Ventspils weiter fuhren, legten wir einen Ruhetag in Pavilosta ein. Ende des 19. Jahrhunderts gründete ein deutscher Baron den kleinen Fischerort. Ein Jahr später errichtete er das erste feste Gebäude mit Ziegeln und Feldsteinen, welches heute noch besteht. In ihm ist das Museum der Stadtgeschichte untergebracht. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt die Marina von Pavilosta, auf deren Gelände ein Stellplatz zur Verfügung steht. Er ist sehr geeignet, um einfach mal zu chillen und nichts zu tun. Der kleine Ort ist schnell erkundet und sonst gibt es kaum etwas Interessantes in der Umgebung. So hat man Zeit zum Planen, Lesen oder für Strandspaziergänge. Bei schönem Wetter sind auch die Sonnenuntergänge sehr beliebt.

Kuhparade

Der Hafen von Ventspils ist ein Hauptumschlagplatz vor allem für Öl und Kohle. Es gibt jedoch keine Schornsteine, die schwarzen Rauch in den Himmel pusten, oder etwas in der Art. Außer dem unschönen Anblick ist der Hafen kaum zu bemerken. Die Altstadt, die sich auf der anderen Seite des Flusses Venta ausbreitet, ist ganz hübsch. Vor allem fallen die vielen Kühe (Kunstobjekte) auf. Auf Nachfragen in der Touristinfo sagte man uns, dass sei nur eine Promotionaktion. Es gibt in dieser Gegend nichts, was mit Kühen zu tun hat. Uns kommt es so vor, als hätte es einmal eine Ausschreibung an Künstler gegeben, eine Kuh, welcher Art auch immer, zu gestalten. Diese stellte man dann, in Ventspils verteilt, an öffentlichen Plätzen auf.
Eine Riesenkuh, etwa vier Meter hoch, die an der Promenade steht, ist aber etwas Besonderes. Sie ist nicht bunt, aber auf ihr kleben jede Menge Sticker aus aller Welt. Diese Riesenkuh besucht im Rahmen eines Kunstprojektes immer andere Städte in der Welt und bekommt dort jedes Mal einen neuen Sticker.

Brunnen „Walfisch“

Blumenobjekte verschiedener Art, Parks, der Brunnen „Walfisch“, der gleichnamigen Dreimast-Fregatte aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden und international ausgezeichnet, die Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert, und der Marktplatz sorgen außerdem für Abwechslung im Stadtbild.

Ankerpfad

Wir stehen auf dem Seaside-Camping. Zwischen diesem und dem Strand befindet sich ein weiterer Park. In dem fährt eine Schmalspurbahn, mittwochs bis sonntags zweimal, auf einer 2,6km langen Strecke. Außerdem ist im Park der „Ankerpfad“ angelegt. Anker verschiedener Bauart und Größe werden an den Wegen gezeigt. Es ist die größte Ankersammlung der Baltischen Staaten und eine der größten der Welt. Der größte Anker, den wir gefunden haben, wiegt 11 Tonnen und ist sicher knapp dreieinhalb Meter hoch.

Noch eine Anmerkung: etwas weiter östlich liegt die Stadt Kuldiga, ebenfalls an der Venta. Dort findet man die mit 269m breiteste Stromschnelle Europas. Da die Straßen in Lettland zumeist ziemlich schlecht sind, haben wir die 50km Umweg dorthin nicht in Kauf genommen, obwohl uns die Bilder dazu schon neugierig gemacht haben.

Ventspils Radioteleskop

Gut 30km nördlich von Ventspils, bei Irbene, steht ein vollständig drehbares Radioteleskop (Parabolantenne) mit 32m Durchmesser. Es ist das größte seiner Art in Nordeuropa und das achtgrößte der Welt. Nach Voranmeldung, drei Tage vor dem geplanten Besuch, ist eine Besichtigung der Anlage möglich. Einen Blick auf das Radioteleskop kann man trotzdem werfen, wenn man der Straße am Besucherzentrum vorbei weiter folgt.
Eines der größten Radioteleskope der Welt ist mit 100m Durchmesser die Anlage in Effelsberg (Deutschland), die wir auch schon besuchten. Das Radioteleskop Ventspils steht auf dem Gelände eines ehemaligen russischen Militärgeländes. Überall sind noch Reste der alten Anlagen im Wald zu finden. Überhaupt waren weite Teile der Küste der Baltischen Staaten russisches Sperrgebiet, wie auch die Marina von Pavilosta.

Liepaja

Traumwetter

Schon haben wir Litauen wieder verlassen und sind in Lettland. Seit knapp zwei Monaten ist das Wetter uns gewogen. Mit nur ganz kurzen Unterbrechungen wie Schauer, Gewitter oder Nebel erfreut uns die Sonne. Zum letzten Mal durften wir uns auf unserer USA-Rundreise 2012/2013 darüber freuen. Dazu sind die Tage jetzt richtig lang. Noch um 23.30 Uhr ist es halbwegs hell, dank der einen Stunde Zeitverschiebung. Nach zwei Jahren, in denen uns das schlechte Wetter, Kälte und Regen verfolgten, können wir uns nun kein bisschen mehr beschweren. Es geht uns richtig gut.

Blindschleiche

Eigentlich wollten wir uns ein paar Tage am Papesee kurz hinter der litauisch-lettischen Grenze aufhalten. In einem Fernsehbericht hatten wir erfahren, dass sich an diesem See abends Wildpferde und Auerochsen zum Trinken einfinden. Dieses Schauspiel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Leider führt eine zwölf Kilometer lange, unbefestigte Waschbrettpiste der übelsten Sorte zu den Campingplätzen am Papesee. Wir haben es versucht, aber beim besten Willen, da bleibt ja keine Schraube an ihrem Platz.
Also fuhren wir nach Liepaja. Drei Kilometer vor der Stadtgrenze fanden wir den Campingplatz „Verbelnieki“. Für 19,-€ inkl. ADAC-Rabatt blieben wir aber nur eine Nacht. Der Platz liegt an der Ostseeküste, zu Fuß ca. 150m entfernt. Da wir früh genug ankamen, blieb vor der Stadtbesichtigung in Liepaja noch etwas Zeit zum Sonnen am Strand.

Markthalle von Liepaja

Liepaja ist eine große Stadt, die sich durch ein unglaubliches Durcheinander von Architekturstilen auszeichnet. Über das gesamte Stadtzentrum verteilen sich die alten Holzhäuser: vom einstöckigen, kleinen Wohnhaus, über zweistöckige, sehr schmucklose Wohnhäuser, bis hin zu dreistöckigen Villen mit Erkern und Türmchen. Dazwischen tummeln sich Steinhäuser im Jugendstil und Barock, Gebäude in Backsteingotik, sowie öffentliche Gebäude und Wohnblöcke aus sozialistischen Zeiten. Viele dieser Wohnblöcke sehen aus, als wurden sie durch die DDR errichtet. Dem nicht genug, ergänzen modernste Glaspaläste, wie der Konzertsaal, das zusammengewürfelte Stadtbild. Noch nie sahen wir ähnliches. An vielen der Bauten nagt der Zahn der Zeit, sie sind renovierungsbedürftig oder schon verfallen. Andere strahlen in neuem Glanz. Sehenswert sind die Markthalle und die Kathedrale.
Liepaja besitzt jedoch auch einen sehr großen Park mit Spielplätzen, Sportstätten, und auch ruhigen Ecken, der praktisch der Lebensmittelpunkt der Einwohner ist. Der Liepaja Jurmala Park grenzt zudem an den Strand.
Durch die Stadt führt ein Handelskanal, der die Ostsee mit dem Liepajasee verbindet, und über den drei Brücken führen.

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