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Archiv für die Kategorie “Rajasthan”

Delhi Stadtrundfahrt

Rotes Fort Delhi

Rotes Fort Delhi

Unser nepalesischer Fahrer, den wir die ganze Woche hatten, machte mit uns auch die Stadtrundfahrt. Um 10 Uhr ging es los und wir begannen mit dem Roten Fort. Von außen sieht es fast genauso aus, wie das Agra Fort, doch im Inneren ist es in einem ziemlich schlechtem Zustand, Gebäude wie Garten. Bis 2003 gehörte das Fort der indischen Armee. Viele Gebäude sind innen und außen weiß übertüncht worden. Die öffentliche Audienzhalle ist nur noch von der einer Seite im originalen roten Sandstein erhalten. Hinter dieser Audienzhalle befinden sich die Audienzhalle für Kuriere und hohe Besucher, die Privatmoschee, ein Hamam und ein großer Garten. Die zuletzt genannten Gebäude sind aus Marmor gebaut. Weitere, für Besucher unzugängliche, große Gebäude stehen ebenfalls auf den riesigen Gelände. Hier und dort sind Rekonstruktionsarbeiten im Gange.
Hinter dem heute zugänglichen Tor kommt man durch den Basar, den es schon früher gab.
In einem der Kasernenblocks ist eine Ausstellung untergebracht, die von der Eroberung Indiens durch die Briten und den Befreiungskampf der Inder berichtet. Gandhi und Neru, der nach der Unabhängigkeitserklärung am 15. August 1947 der erste Ministerpräsident Indiens wurde, dürfen da auf keinen Fall fehlen.

India Gate

India Gate

Unser nächstes Ziel war das India Gate, ein 42 Meter hoher Triumphbogen, der an die Toten des 1. Weltkriegs, des Afghanistan-Krieges 1919 und des Bangladesh-Krieges 1971 erinnert. Vom India Gate führt eine breite Straße, die für Paraden genutzt wird, bis zum Regierungspalast. In dessen Nähe stehen das Parlamentsgebäude und jede Menge Ministerien.

Unsere Quellen, die wir für die Stadtbesichtigung dabei hatten, berichteten vom Humayun-Grabmal, doch wir hatten kein Bild, wie das Ganze aussieht. Wir standen zwar vor der Einfahrt, aber konnten nichts weiter sehen. Es gab auch keine Parkplätze. So fuhren wir weiter. Jetzt, da ich im Internet geforscht habe, fand ich heraus, dass dieses Grab wohl ein genauso prächtiger Bau wie das Taj Mahal ist.

Qutab Minarett

Qutab Minarett

Unsere letzte Besichtigung galt dem Qutab Minarett. Es ist ein über 72 Meter hoher Turm aus roten und hellem Sandstein und ist noch heute einer der höchsten Türme der islamischen Welt. Er wurde wahrscheinlich nach dem Sieg der Moslems über die Hindus im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut. Ihm gegenüber steht ein um die 24 Meter hohes Rudiment. Es sollte der gleiche Turm werden, wie der schon vollendete. Nach dem Tod des Erbauers wurde der Bau abgebrochen.
Zwischen diesen beiden Minaretten stehen die Ruinen einer Moschee und mehrere Grabmale. Ein College war auf dem Gelände auch untergebracht. Alle diese Bauten auf dem Gelände des Qutab Minaretts sind nur noch Ruinen. Im Laufe der Zeit sind einige hinduistische Schnitzereien an vielen der Säulen entstanden.
Trotz allem ist das Gelände um das Quatab Minarett ein sehr imposanter Komplex.
Mehrfach wurden wir darum gebeten, uns mit den indischen Besuchern fotografieren zu lassen. Vielleicht wollen diese Leute mit solch einem Foto zu Hause angeben oder so. Uns hat es gefallen.

Fahrradtransport (durch unser Fenster fotogafiert)

Fahrradtransport (durch unser Fenster fotogafiert)

Heute, am Sonntag wird das Auto in Delhi stehen gelassen und die Menschen gehen zu Fuß. Das gilt zwar nicht für Taxen, Touristenautos, Tuk-tuks usw., aber es ist zu merken, dass der Verkehr ein bisschen weniger geworden ist.
In Indien, was wir so gesehen haben, muss man ganz genau wissen, wo sein Auto anfängt und wo es aufhört. Jederzeit ist Millimeterarbeit gefragt und man muss Argusaugen haben, um wirklich nichts und niemanden zu übersehen. Mit dem PKW hat man sowieso das Nachsehen, denn Fahrräder, Mopeds, Karren und Tuk-tuks quetschen sich immer und überall dazwischen. Da dauert es eine Weile, bis man mit seinem großen PKW durchkommt. Die Vorfahrt der Linienbusse kann nur begrenzt durchgesetzt werden. Die großen Reisebusse, die man auch hin und wieder sieht, haben es am allerschwersten. Als Europäer schmeißt man entweder nach einem halben Kilometer das Handtuch oder spätestens nach drei Tagen.

Morgen warten wir auf unseren abendlichen Flug nach Kerala. Da müssen wir irgendwie die Zeit vertun und es wird keinen Bericht von uns geben. Bis dann in Kerala.

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Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Am Vormittag besichtigten wir den Brahma-Tempel. Indien hat drei höchste Götter: Brahma, den Schöpfer, Vishnu, den Erhalter und Shiva, den Zerstörer. Zusammen sind sie GOD (Gott) und die heilige Dreifaltigkeit.
Während Vishnu und Shiva tausende Tempel in ganz Indien haben, besitzt Brahma nur einen einzigen Tempel, eben den in Pushkar. Hier findet jedes Jahr im November ein fünftägiges Festival zu Ehren Brahmas statt. Dann pilgern Angehörige aller Glaubensrichtungen des Hinduismus nach Pushkar, zusammen mit tausend Kamelen, tausend Pferden und vielen anderen Tieren. Dann findet nicht nur eine zweitägige Zeremonie auf dem heiligen Pushkarsee statt, sondern auch ein großer Viehmarkt. Die Stadt, im Normalfall hat sie 25.000 Einwohner, platzt dann aus allen Nähten. Sie liegt am Rande der Sandwüste Thar, die sich von hier weiter nach Westen erstreckt. Einen Finger streckt die Wüste Thar dann auch noch an die Straße Jaipur-Delhi, wie wir sehen konnten.
Um den Brahma-Tempel zu besichtigen, muss man die Kameras abgeben, die weggeschlossen werden, und natürlich, wie in allen Tempeln, die Schuhe ausziehen. In dieser Jahreszeit ist das kein Vergnügen, barfuß oder mit dünnen Socken auf dem eiskalten Marmorfußböden zu gehen.
Eine Treppe führt nach oben zum Tempel, in dem ein Mönch steht und die Opfergaben der Gläubigen, Blumenblüten oder andere kleine Dinge, entgegen nimmt. In dem Tempel leben fünf Mönche. In dem Boden rund um den Altar, der eine silberumrahmte Brahma-Figur zeigt, sind Silbermünzen eingelassen, die im Laufe der Zeit ganz glatt geschliffen wurden.
Der Brahma-Tempel ist um die tausend Jahre alt und im Besitz einer Regierungsstiftung. Die Spenden, die am Tempel und rund um den See eingenommen werden, fließen zu einhundert Prozent an die Stiftung, die damit wiederum Gutes für die Stadt tut, wie den Tempel und den See sauber halten, sich um das öffentliche Leben kümmern usw.
Die Namen großer Spender werden direkt an die Stiftung gegeben. Dafür erhalten diese Spender eine Danksagung in eine der Marmorplatten an Wänden oder dem Boden gemeißelt. Da sind neben indischen Eintragungen auch ein paar arabische, englische und sogar eine spanische Eintragung zu finden. Viele freie Platten gibt es allerdings nicht mehr.

Pushkarsee

Pushkarsee

Nach dieser Besichtigung holten wir unsere Kameras und Schuhe wieder ab und spazierten anschließend noch um die vordere Hälfte des Pushkarsees, der zur Abwechslung einmal ein natürlicher See ist. Hier waschen sich die Gläubigen, bevor sie zum Tempel gehen. Kühe, Affen und Tauben gehören genauso zum Bild.
In einiger Entfernung sieht man einen Tempel auf einer Bergspitze stehen. Dies ist der Sitz der himmlischen Frau des Brahma, die zum Festival herabkommt und versucht, die Rolle der irdischen Frau Brahmas zu übernehmen. Den Kampf gewinnt dann immer die irdische Frau und die himmlische Frau muss zurück in ihren Bergtempel oder in den Himmel.

Nach zwei Stunden Stadtbesichtigung stiegen wir wieder in unser Auto und fuhren in sieben Stunden, mit drei kleinen Pausen, zurück nach Delhi, wo der ganz normale Wahnsinn seinen Lauf nimmt.
Diesmal bekamen wir im Hotel Staywell ein Zimmer mit Fenster. Das ist zwar schön, aber nicht den ganzen Tag auszuhalten. Morgen steht eine Stadtrundfahrt durch Delhi an.

Bonbon: ein einmaliges Bild, gefunden am Pushkarsee:

Cowcleaning

 

 

 

Fahrt nach Pushkar

einmal Tuk-tuk bitte

einmal Tuk-tuk bitte

Wir sind leicht erkältet. Tagsüber ist es zwar halbwegs warm, aber nachts fällt das Thermometer bis auf 2,5 °C. Die Hotelzimmer kann man allesamt nicht heizen.
Zum Beginn unserer Rückreise nach Delhi stiegen wir für eine kurze Strecke ins Tuk-tuk, da unser Fahrer sich nicht mit seinem Auto noch einmal durch die engen Gassen zu unserem Hotel quälen wollte. Dann fuhren wir mit dem Auto Richtung Norden, mit ein paar Umwegen, weil sich unser Fahrer verfahren hatte, nach Pushkar. Durch diese Umwege kamen wir in den Genuss, uns noch einmal das indische Landleben anzusehen. Dieses geht wesentlich ruhiger zu, als das in den Städten.

starkes LKW-Aufkommen

starkes LKW-Aufkommen

Am Rande des Highways, den wir meistens fuhren, befinden sich viele Rastplätze, die sehr von den vielen LKW´s frequentiert werden. Inzwischen bekommen wir ein Auge, was da am Straßenrand alles angeboten wird. Vor allem fanden sich viele LKW-Waschplätze am Straßenrand. An vielen Orten werden die Fetische verkauft, die von den Hindu-Fahrern gern an Ihre Fahrzeuge gehangen werden. Bis jetzt war ja alles nur ein großes Durcheinander.

Garküche am Straßenrand

Garküche am Straßenrand

Gegen 14 Uhr legten wir eine kleine Pause ein, um etwas in einer der vielen Garküchen zu essen. Das Essen, welches dort über einer offenen Flamme gekocht wird, nennt sich Dal. Das sind verschiedene Gewürze mit Tomaten, Zwiebeln und Chilli in Öl gegart. Dazu gab es Joghurt mit irgendeinem braunen Gewürz bestreut, und das übliche kleine Fladenbrot. Das schmeckte alles sehr lecker, und vor allem war es nicht zu scharf.

Gegen 16 Uhr trafen wir in Pushkar ein. Der Ort liegt in den Bergen und ist eine heilige Pilgerstadt, mit dem einzigen Brahma-Tempel Indiens. In der Stadtmitte befindet sich der heilige Pushkarsee.
Durch diese Tatsachen müssen sich die Besucher Pushkars an bestimmte Regeln halten. Es herrscht vollkommenes Fleisch- und Alkoholverbot. Es müssen die Knie bedeckt sein, Pärchen dürfen kein Händchen halten oder gar mehr, und rund um den See müssen die Schuhe ausgezogen werden.

Pushkarsee

Pushkarsee

Nachdem wir unser Hotelzimmer im New-Park bezogen haben, machten wir noch einen Spaziergang durch die Straßen rund um den See. Pushkar ist zudem Touristenstadt und so ist alles auf Touristen ausgerichtet. Kein Flecken entlang der gesamten Straße ohne Laden, in denen Kleidung, Tücher, Schmuck, fein geschnitzte Marmorstücke oder Snacks verkauft werden. Wer an den See will, wird an vielen Zugangstellen um eine Spende gebeten.
Als es dunkel wurde, gingen wir zum Hotel zurück und tranken an einem Stand, von wegen der Vitamine, einen frisch gepressten Orangen- bzw. Ananassaft, die echt lecker waren.

Fahrt nach Udaipur

Alle Tiere sind sehr zahm

Alle Tiere sind sehr zahm

Fahr´n, fahr´n, fahr´n, immer Richtung Udaipur. Ab und zu wird die Fahrt durch eine Teepause, einen Tankstopp oder zum Luft pumpen unterbrochen.
Die Landschaft ist flach und weiter eine Halbwüste, aus der sich vereinzelt Hügel erheben. Es wird wieder mehr Raps angebaut. In den größeren Städten trifft man manchmal auf Menschenansammlungen. Das sind praktisch Arbeitsämter für Tagelöhner, die sich auf diese Weise ihr karges Auskommen verdienen. Hier muss ich noch erwähnen, dass die Ärmsten der Armen teilweise in Zelten oder aus allem Möglichen zusammengezimmerten Hütten direkt am Straßenrand wohnen. Mancher Friseur stellt sich einfach einen Stuhl auf den Fußweg, hängt einen Spiegel an die Mauer und verrichtet derart sein Handwerk. Viele verkaufen Obst und Gemüse oder Gebäck auf ihren Karren. Ständig werden wir angebettelt, wenn wir uns einmal zu Fuß auf den Weg machen.

Am Fuße der Aravoli-Berge

Am Fuße der Aravoli-Berge

Nach einem kürzeren Stück Highway bog unser Fahrer auf eine kleine Straße ab und bald führte uns unser Weg durch das tiefste Hinterland von Rajasthan. Die Orte dort sind so klein, dass nur die durchführende Hauptstraße asphaltiert ist. Alle anderen Straßen und Wege sind unbefestigt. Es leben nicht so viele Leute dort. So gefällt uns Indien schon besser, es ist fast gemütlich. Dann wurde die Landschaft bergig.

Jain-Tempel in Ranakpur

Jain-Tempel in Ranakpur

Am Beginn der Aravalli-Bergkette besuchten wir den Ranakpur-Tempel aus dem 15. Jahrhundert. Es ist ein Jain-Tempel und ein Beispiel des Zusammenwirkens von Religion und Kunst, so steht es in unserem Prospekt geschrieben.
Die Jain-Religion schreibt ein Dasein annähernd den gleichen Regeln wie die zehn Gebote des Christentums vor. Meditation und Entsagung aller irdischen Versuchungen bestimmen das Leben. Nach dem Tode wird man wiedergeboren, wenn man es sich verdient hat. Das wiederholt sich einige Male, bis man am Ende das Nirwana erreicht und sich die Seele von Körper und Geist gelöst hat, oder so ähnlich.
Der Tempel aus Marmor, der aus zwei verschiedenen Regionen kommt, besteht aus einer großen Mittelkuppel, um die sich vier kleinere Kuppeln anschließen. An diese wiederum sind weitere vier Kuppeln angebaut, die vier Eingänge bilden, alles ist auch hier wieder symmetrisch. Die ganze Konstruktion wird von 1444 reichverzierten Säulen getragen, die Geschichten aus dem Jainismus erzählen. Keine einzige Säule gleicht einer anderen. Es ist ein sehr beeindruckender Bau, der in einem bezaubernden Tal errichtet wurde.
Meerkatzen spielen auf dem Gelände oder auf dem Tempel. Sie leben in diesem Tal.
Auf der Weiterfahrt nach Udaipur überquerten wir das Aravalli-Gebirge, kamen wieder auf den Highway und waren schon bald, sechseinhalb Stunden nach der Abfahrt morgens, in Udaipur an. Eine Besichtigung stand nun nicht mehr an, deshalb wurden wir am Natural Lake View-Hotel abgesetzt, wo wir nun zwei Nächte verbringen werden. Aus unserem Zimmer können wir über den Swaroop Sagar, einem der sieben künstlichen Seen in Udaipur, sehen. Auf der Dachterrasse nahmen wir unser Abendbrot ein.
Für Morgen ist eine Stadtrundfahrt nach Udaipur angesagt.

Agra

Gleich morgens um 8 Uhr starteten wir mit unserem nepalesischen Fahrer, der zusammen mit seinem Auto vom Hotel bestellt worden war, zu der gebuchten, privaten 7-Tage-Tour durch Rajastan. Das heißt, wir zwei sind mit dem Fahrer allein unterwegs. Keine große Busgruppe oder so.

indischer Verkehr

indischer Verkehr

200 Kilometer etwa liegt Agra von Delhi entfernt. Geschlagene vier Stunden fuhren wir durch Dehli und verschiedene weitere Orte nach Agra. Überall bot sich uns das gleiche Bild von indischen Chaos.
In Agra angekommen, begrüßte uns unser deutsch sprechender Reiseleiter. Auf unsere Frage, wo er denn so gut deutsch sprechen gelernt hat, antwortete er: im Goethe-Institut. In Weimar? Nein in Indien. Na ja, warum nicht. Wipper, so hieß er, sprach sehr gut deutsch. Er führte uns durch das Taj Mahal und das Agra Fort. Seit meiner Jugend wollte ich immer einmal zum Taj Mahal. Jetzt hat es geklappt. Man sieht so viel über dieses „achte Weltwunder“ und dann ist doch alles anders. Zuerst steht man vor einer großen, roten Sandsteinmauer, wo auch der Einlass ist. Nachdem man das Ticket bekommen hat, muss man durch eine Kontrolle. Es ist so gut wie alles verboten, mit hinein zu nehmen: keine elektronischen Geräte, keine Lebensmittel, Waffen oder ähnliches sowieso nicht, und noch einiges mehr. Einzig zugelassen sind Fotoapparate und das normale Handgepäck.

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

Nach der Kontrolle, bei der Frauen und Männer, durch eine Sichtschutzwand getrennt gehen müssen, gelangt man durch ein Tor und über einen Weg in den Vorhof des Taj Mahal. Dieser hat drei Tore, im Westen, Süden und Osten, und das prächtige Königstor im Norden, welches den Besucher zum Grabmal führt. Die gesamte Anlage wurde in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts vom 5. Herrscher der Mogulendynastie erbaut, um seiner Liebslingsfrau, die bei der Geburt des 14. Kindes gestorben war, ein wahrhaft edles Grab zu geben. Das Versprechen hatte er ihr auf dem Sterbebett gegeben. Mit Hilfe von zwanzigtausend Helfern und Handwerkern entstand dieses sagenhafte Bauwerk.

Taj Mahal

Taj Mahal

Das Taj Mahal ist nach allen Seiten symmetrisch. Die vier Minarette sind leicht nach außen geneigt, um im Falle eines Erdbebens nicht auf die Grabkammer zu fallen. Die Grundplatte misst einhundert mal einhundert Meter. Das Grundgerüst des Taj Mahl besteht aus Ziegeln und rotem Sandstein und wurde zuletzt mit weißem Marmor aus Rajasthan verkleidet. Flankiert wird das Taj Mahal von zwei Kuppelbauten. Der linke Kuppelbau ist eine Moschee, in der der Erbauer betete, der rechte diente als Gästehaus.
Um das Innere zu sehen, muss man sich mit hunderten anderer Besucher um die Sarkophage herumschieben lassen. Fotos sind verboten. Es herrscht Halbdunkel und man kann kaum etwas von der inneren Ausstattung und der Kuppel erkennen.

Standort des schwarzen Taj Mahal

Standort des schwarzen Taj Mahal

Von der nördlichen Plattform aus, sieht man über den Jamuna River. Genau gegenüber dem Taj Mahal sollte genau der gleiche Bau errichtet werden, nur mit schwarzem Marmor. Der ist aber nur angefangen worden und im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Das Fundament kann man noch erkennen. Dies sollte das Grabmal des Erbauers des Taj Mahal werden. Es konnte nicht vollendet werden, da der zweitälteste Sohn seinen Vater vom Thron stieß, weil er mit der Erbfolge nicht einverstanden war, und ihn in einem Turm neben seinem Wohnhaus einsperren ließ. Dort blieb er bis zu seinem Tode. Dann bekam er einen Platz neben seiner Lieblingsfrau im Taj Mahal. Deshalb ist dort die Symmetrie nicht gegeben, weil dieser Fall nicht vorgesehen war.

das Königstor mit Garten

das Königstor mit Garten

Der Garten, genauso symmetrisch angelegt, war als Paradiesgarten angelegt. Es gab Früchte aller Art und die schönsten Blumen. Die Engländer hatten den Garten mit viel englischem Rasen und pflegeleichten Bäumen umgestaltet. Allerdings übernahmen die englischen Kolonialherren den ganzen Komplex in einem jämmerlichen Zustand. Sie wollten sogar das Grabmal abbauen und auf Versteigerungen in England verkaufen, wie sie es schon mit manchem indischen Kulturgut getan hatten. Doch irgendein schlauer Mensch meinte wohl, dass es besser wäre, den Bau wieder aufzubauen und es dem Publikum zu öffnen. Heute strömen Millionen von Besuchern aus aller Welt hierher, um es zu sehen.

Eingang zum Agra-Fort

Eingang zum Agra-Fort

Der nächste Besuch in Agra galt dem Agra-Fort, das aus rotem Sandstein errichtet und von drei Mauern und einem Wassergraben umgeben ist. Das Gelände hat eine Grundfläche von zwei Quadratkilometern und ist heute nur zu einem Teil der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Teil wird immer noch vom Militär beschlagnahmt, wie schon seit eh und jeh. Durch ein Tor mit Zugbrücke betritt man das gewaltige Fort, läuft über eine lange Rampe in einen großen Hof, der an der gegenüberliegenden Seite von einem der mehreren Paläste des Geländes dominiert wird. Durch ein anderes Tor gelangt man in den Hof, in dem sich das einstige Audienzgebäude des Moguls befindet. Das Fort ließ der gleiche Mogul errichten, der auch das Taj Mahal bauen ließ.

Audienzgebäude des Agra-Forts

Audienzgebäude des Agra-Forts

Es war sein Regierungssitz, in dem er auch mit seiner Frau und zwei seiner Töchter wohnte, die jeweils ein kleines Gebäude rechts und links des Mogul-Wohnhauses bewohnten. Der Wohnkomplex befindet sich hinter dem Audienzgebäude und wird rechts und links von den Wohnräumen der eintausend Haremsdamen abgeschlossen. Durch ein kleines Tor gelangt man zu weiteren Palästen. Die nachfolgenden drei Mogule erweiterten das ursprüngliche Fort später.

Ankunft in Dehli

Nach einem guten Flug mit gutem Service und sehr guten Plätzen, landeten wir wohlbehalten in Delhi. Der Flug kreuzte das Schwarze Meer, streifte das Kaspische Meer im Süden und überquerte Afghanistan. Er dauerte sieben Stunden.
Delhi, unsere erste Station, empfing uns mit Hochnebel und 16 °C, abends tröpfelte es einmal kurz. Der Wetterbericht erzählte uns etwas von 22°C, die hier im Großraum in den nächsten zehn Tagen herrschen sollen. Für mich bedeutete der Temperaturunterschied den Unterschied zwischen Jacke oder nicht Jacke.

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Hotel Staywell DX

Die Abholung vom Flughafen in Delhi zum Hotel Staywell DX in Neu-Delhi klappte. Das Hotel liegt mitten im Getümmel der Deshbandhu Gupta Road, wo sich noch ganz viele andere Hotels nebeneinander reihen. Durch die Bank weg sehen die Hotels ganz schön mitgenommen aus. Da soll das Staywell DX (DX steht für Deluxe) noch das beste sein. Die Fahrt mit dem Shuttle am Vormittag durch die Straßen von Indiens Hauptstadt war schon ein Abenteuer, aber was uns dann am Abend erwartete, als wir noch ein wenig spazieren waren, das grenzt an Wahnsinn. Busse, Pkws, Tuk-tuks und Rikschas drängeln sich auf den Straßen. Jeder will der erste sein. Straßenmarkierungen sind vollkommen uninteressant, praktisch nicht existierend. Spritsparend fahren geht da nicht, denn es wird in jede Lücke gesprungen und ständig einem anderen Fahrzeug ausgewichen, meistens nur um Haaresbreite. Gas geben, bremsen, immer im Wechsel, dazwischen auch noch Moped- und Fahrradfahrer, Zebu-Gespanne, Handkarren und Fußgänger. Es wird selbst noch auf den Fußwegen gefahren. Der Smog in der Stadt in unglaublich, das ununterbrochene Hupkonzert stellt alles in den Schatten. Wie die Geier kreisen über Delhi die Milane. Für uns ist das ein ungewohntes Bild, da diese Vögel normalerweise große Reviere für sich beanspruchen.
Bei unseren kurzen Spaziergängen konnten wir nicht einen Schritt machen, ohne dass wir von irgendetwas oder irgendjemandem behindert worden wären. Das macht keinen Spaß. Sobald man einmal in eine Gasse abbiegt, findet man kaum mehr heraus. Schon um die nächste Ecke ist die Orientierung futsch. Die Bausubstanz ist durchgehend sehr schlecht, nichts wird erneuert. Die elektrische Versorgung ist ein Knüller für sich.
Wir spazierten durch enge Gassen und über einen Markt. Überall wird gewerkelt, geschneidert, etwas verkauft oder werden Haare gestylt.
Unser Hotelzimmer liegt auf der der Hauptstraße abgewandten Seite und besitzt kein Fenster. Was soll man hier auch mit Fenstern. Die kann man sowieso nicht öffnen. Der Straßenlärm ist einfach zu unerträglich.
Morgen beginnen wir eine 7-tägige Rundfahrt durch Rajastan.

 

 

 

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