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Archiv für das Schlagwort “Mississippi”

Gulf Coast – Mississippi

Tatsächlich besteht die gesamte Küste von Mississippi aus feinem, reinweißem Sand. Das Wasser ist so flach, dass man bei knietiefem Wasser baden muss, schwimmen ist erst ganz weit draußen möglich. Ein kurzes Bad im warmen Nass ist trotzdem eine kleine Erholung.
 Der größte Teil der Golfküste von Mississippi ist auf Tourismus ausgerichtet. Von Long Beach bis nach Ocean Springs sieht man meist Hotels und Casinos, aber auch öl- und gasverarbeitende Anlagen. An den Stränden werden verschiedene Wassersportarten angeboten. Im auffallenden Sharkheads in Biloxi Beach wird alles verkauft, was das Strandleben leichter, angenehmer oder anders macht. So bunt, wie seine Fassade ist auch das Angebot, welches auf einer riesigen Fläche verkauft wird.
In Pascagoula versuchte Klaus noch einmal sein Glück beim Angeln, fing aber nur Blaue Krabben. An der Mündung des Pascagoula River steht die Ingalls Werft. Wird sie von Nachfahren der Ingalls von der kleinen Farm in Wisconsin und Kansas geführt? So oft kommt der Name Ingalls ja nicht vor. Jedenfalls liegt dort gerade ein kleiner Flugzeugträger, an dem gearbeitet wird.

Pascagoula - Ingalls Werft

Pascagoula – Ingalls Werft

Blaue Krabben findet man überall

Blaue Krabben findet
man überall

 

 

 

 

 

 

 

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Bay St. Louis – Mississippi

Gerade haben wir von einem großen Flächenbrand in Arizona gehört, bei dem 19 Feuerwehrmänner starben und 200 Häuser zerstört wurden. Der Brand wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst und die Feuerwehrmänner starben, als das Feuer die Richtung wechselte und sie einschloss. Da halfen auch die Schutzdecken nichts mehr, die eine 50/50 Überlebenschance bieten. Es ist schrecklich, denn inzwischen wissen wir, was das heißt, gegen solche Feuer anzukämpfen.

am Strand von  Bay St. Louis

am Strand von
Bay St. Louis

Mit der Überquerung des Mississippi River gibt es anscheinend auch keine Sümpfe mehr, sondern nur noch grellweiße, feine Sandstrände und halbwegs sauberes Wasser. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist wie weggeblasen. Hier lässt es sich aushalten.
Am Anglerpier in Bay St. Louis holen die Angler richtig dicke Fische aus dem Meer, wie Redfish, Segelflossenwelse oder kleine Haie verschiedener Arten. Klaus hat sich auch eine Angellizens gekauft und wird jetzt selbst versuchen, etwas an den Haken zu bekommen.

Magnolia Money

Magnolia Money

Bay St. Louis ist für seine Besucher ein Wunderland. Im Antique Maison machten uns zwei äußerst freundliche Damen auf das Magnolia Money aufmerksam, welches man im Train Depot (Touristinformation) bekommt. Jeder Besucher, der sich dort anmeldet, bekommt 20 Dollar geschenkt. Ja, das können wir wirklich glauben, versicherten uns die Damen. Mit dem Geld, welches in Coupons ausgezahlt wird, könnten wir dann in Bay St. Louis shoppen oder essen gehen. In den Casinos wird das Magnolia Geld ebenfalls akzeptiert. Während wir uns im Laden umsahen, versorgten uns die Damen mit allerlei Informationen und dann bekamen wir auch noch ein paar Bananen geschenkt. Unglaublich, aber das ist ein Werbegeschenk der in Gulfport ansässigen Firma Dole sagte man uns.

Bay St. Louis -  Train Depot

Bay St. Louis –
Train Depot

Sogleich machten wir uns zum Train Depot auf. Der Originalbahnhof wurde 1876 gebaut, später zerstörte ein großes Feuer die Stadt und den Bahnhof. 1929 erfolgte die Neueröffnung. Der verheerende Hurrican Katrina konnte dem Gebäude selbst nichts anhaben, das im spanischen Missionsstil erbaut ist, jedoch waren Erneuerungsarbeiten notwendig. Immer wieder treffen wir, nach acht Jahren, auf Hinterlassenschaften von Katrina. Noch immer sind viele Stege und Piers nicht repariert, Häuser wurden abgerissen usw. Die Menschen an der Golfküste haben immer noch mit den Folgen des Sturms zu kämpfen.

North Beach Restaurant

North Beach Restaurant

Unser Magnolia Money setzten wir im North Beach Restaurant um, einer fast so alten Einrichtung wie die Stadt selbst. Das Essen war sehr lecker. Für ganze 3,-$, der Rest des Trinkgeldes, das wir noch drauflegten, aßen wir gut, tranken dazu und danach ließen wir uns noch einen Cocktail „Eye of the Storm“ von der Hurricane Hunter Bar schmecken. Dort erfuhren wir, das Hurricanjäger keine neumodische Erfindung für Nervenkitzelsuchende sind, sondern Mitte des 2. Weltkrieges aus reiner Notwendigkeit von einem Flieger-Geschwader begonnen wurde.

Segelflossenwels

Segelflossenwels

Nun noch zu Klaus´ Angelerfolgen: Jeder andere Angler zog Fische ohne Ende, wie oben beschrieben, aus dem Wasser. Bei Klaus waren es Babyfische der Arten Knurrhahn, Segelflossenwels und Stachelrochen sowie ein paar Köderfische, um die großen Fische zu fangen. Klaus hatte die gleiche Ausrüstung, die gleiche Größe der Haken und die gleichen Köder, trotzdem hatte er keinen Erfolg. Immerhin konnten wir uns dann doch noch eine schöne Flunder teilen.

Baton Rouge – Louisiana

Interstate 10 über Atchafalaya

Interstate 10 über Atchafalaya

Zwischen Lafayette und Baton Rouge liegt der größte Sumpf, den Louisiana zu bieten hat, das Atchafalaya Becken. Die Überquerung erfolgt über eine viele Meilen lange Brücke in die eine Richtung und eine zweite Brücke in der anderen Richtung. Da stecken Arbeit und Beton ohne Ende drin.

Blick vom Louisiana Regierungsgebäude

Blick vom Louisiana Regierungsgebäude

Baton Rouge ist die Hauptstadt Louisianas, durch die der Mississippi fließt. Das hieß für uns, dass wir den Mississippi noch einmal treffen durften. Die erste Begegnung erfolgte in St. Louis, dem Tor zum Westen. In Baton Rouge ist der Mississippi auch nicht spektakulärer, aber schmutziger. Auffallend in Baton Rouge ist das 1932 vollendete Regierungsgebäude mit seiner Höhe, seinem monumentalen Eingang und der großen Freitreppe. Es ist mit 34 Stockwerken das höchste Regierungsgebäude der USA. Im 27. Stockwerk ist eine Aussichtsplattform, von der man aus einer Höhe von 350 Fuß einen umwerfenden Blick über die grüne Stadt, den Fluss und das Umland hat. Beim Betreten des Gebäudes muss man durch eine Kontrolle, dann darf man sich die beiden Tagungsräume ansehen. Das Gebäude wurde 1910 gebaut und hat noch heute die altehrwürdige und prächtige Optik im Inneren wie damals. Das Regierungsviertel ist weitläufig mit viel Grün, schön angelegten Gärten und einem großen See.Auf der Weiterfahrt zum Lafourche Bayou wollten wir eigentlich am Ufer des Mississippi entlang fahren und die Aussichten auf den Vater aller Flüsse, den Ol´ Man River, werfen. Leider ist die Sicht auf den Fluss durch Deiche versperrt, so dass wir uns für die schnellere Variante, den Highway 30 entschieden.

Route 66 Lincoln-St. Louis – Illinois

Eigentlich könnte man alle paar Meilen anhalten und Spuren aus der „guten alten Zeit“ entdecken. Tanksäulen, Tankstellen, Schilder, Kneipen und Restaurants sowie die „Giants“, sehr große Figuren, und die kleinen Läden mit allerlei Souvenirs zur Route 66, Originale und Nachgemachtes, lassen den Enthusiasten kaum vorwärts kommen. Da sind noch nicht die Sehenswürdigkeiten in den anliegenden Orten dabei.

Springfield ist die Stadt, in der der 16. Präsident der Vereinigten Staaten Abraham Lincoln, liebevoll Abe genannt, sehr lange arbeitete, in der sein einziges eigenes Haus steht, in dessen Straßen seine Kinder spielten und in der er begraben ist. Es gibt unzählige Sehenswürdigkeiten in Springfield, von denen wir uns nur auf wenige konzentriert haben, wie die Abraham Lincoln Presidential Library, die Lincoln Home National Historic Site, die Union Station mit dem Park dahinter, die Old State Capitol und die Illinois State Capital. Wir waren an einem Sonntag dort und die Straßen der Stadt wirkten wie ausgestorben.

Im Norden der Stadt steht das Grabmonument, das man ich glaube ein Jahr nach seinem gewaltsamen Tod 1865 errichtet hat. Darin liegen er, seine Frau May und drei seiner Söhne begraben. Es ist vollkommen aus grauem Granit und zeigt an den 4 Ecken Szenen aus den 4 Waffengattungen, die Lincoln während des Bürgerkrieges befehligt hat. Leider ist das Innere des Grabes sonntags und montags geschlossen.
Da die Route 66 auch durch Springfield verläuft, gibt es da natürlich auch noch etwas zu sehen wie Shea´s Gas Station Museum und das Cozy Dog Drive-In, in dem es in Teig frittierte Würstchen am Stiel geben soll. Den dritten der 4 Giants, den Lauterbach Giant an einer Autowerkstatt, haben wir leider übersehen. Von dem haben wir erst erfahren, als es zu spät war.

Seit Tagen fahren wir nun schon zwischen unendlich scheinenden Bohnen- und Maisfeldern, die zum Teil abgeerntet sind, kleinen Dörfern und Getreidesilos. In Virden existiert noch ein Gemälde an der Wand eines Gebäudes, auf dem ein Teil der Geschichte der Route 66 erzählt wird. Die ominösen Truthahn-Fußabdrücke auf dem Bürgersteig in Nilwood haben wir leider nicht gefunden.

Der einzige Platz an der Route 66 in Illinois, der ein Rondell in der Mitte aufzuweisen hat, liegt in Carlinville. Das kleine Gefängnisgebäude hat kanonenkugelsichere Wände und war von 1869 bis 1988 in Betrieb. In der Zeit gab es nur einen Ausbruch, der ein paar Blocks weiter sein Ende fand. Gleich gegenüber steht das gewaltige „Million Dollar“ Gerichtsgebäude. Es wurde mit 50.000$ in der Planung 1867 begonnen. Als es drei Jahre später fertig war, hatte es über 1,3 Millionen Dollar gekostet. Woher kenne ich das bloß? Dafür war es das wohl zweitgrößte Gerichtsgebäude nach dem größten in New York. In einer der Straßen in Carlinville findet sich noch einmal das alte Pflaster der Historischen Route 66.

Unser nächster Halt war in Staunton, wo wir Henry´s Rabbit Ranch besuchten. Henry war wohl einmal LKW-Fahrer. Alte LKWs, PKWs, eine alte Tankstelle und alte Reklameschilder füllen sein Grundstück. In dem kleinen Gebäude der ehemaligen Tankstelle verkauft er heute Souvenirs der Route 66 und hält Kaninchen, die gerne auch mal frei im Raum umherlaufen. Wie Gene in Atlanta ist auch Henry ein echtes Original.
Ebenfalls in Staunton befindet sich das Country Classic Cars. Auf dem großen Grundstück und in den Hallen auf dem Grundstück stehen über 600 Autos aus den Jahren 1920 bis 1980, die allesamt zu verkaufen sind. Die Preise für solche Klassiker sind nach deutschen Maßstäben ein Lacher. Die meisten Autos werden für um die 10.000$ verkauft. Die „Schätzchen“ stehen in einem klimatisierten Raum und kosten etwas mehr. Da sind wirklich schöne Stücke dabei.

In der Pink Elephant Antique Mall in Livingston werden Antikes und Trödel in drei Etagen teuer verkauft. Vor dem Gebäude steht der vierte der vier Giants, ein junger Schwimmer mit einem Eis in der Hand. Ein anderer Prospekt spricht von dem Harley Davidson Giant, was nicht oder nicht mehr der Tatsache entspricht.

In Mitchell steht das Luna Café. Das alte Haus steht noch alleine an dieser Stelle und gehört optisch irgendwie nicht mehr dorthin. In dessen Umfeld an der Highway-Ausfahrt befindet sich heute ein Gewerbegebiet. Das Café wurde 1924 gebaut, also 2 Jahre vor der Route 66. Es wurde von manchen Gangstern frequentiert wie z.B. Al Capone. Im Kellergeschoss beherbergte das Gebäude eine Spielhölle im Obergeschoss befanden sich die „Räume mit krankem Ruf“.

Nördlich von Granite City, östlich vom Mississippi steht der Lewis & Clark Confluence Tower mit 3 Plattformen bis in eine Höhe von etwa 50 Metern. Von dort oben kann man die Mündung des Missouri River in den Mississippi und über St. Louis sehen. William Clark & Meriwether Lewis waren Entdecker, die einen Wasserweg vom Camp River Dubois zum Pazifik suchten. Sie folgten 1804 zuerst dem Missouri und kamen später am Columbia River am Pazifik heraus. 1806 traten sie die Heimreise an. Es versteht sich von selbst, dass auch diese Expedition nicht ohne Zwischenfälle ablief.

Die Chain of Rocks Bridge wollen wir uns im Zuge unseres Besuches von St. Louis ansehen, bevor wir die Route 66 in Missouri weiter bereisen.

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